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Mtoftflrtm CBortTdem oetoifwirrf 3toe<Bortr&ge von Privatdvzent Dr. Ä r ä u | c I - Sranffurt und Monter« von Pros Bersluys - Hilversum bet QUnflcrbam beschäftigten sich mit her interessanten »Mumie" von dem Shnotaurier Trachodon, die <meS der wertvollsten Stüde des frankfurter Mu- Jeunrf darslellt. Eine lebhafte Diskussion tcftlph Cd> an diese Vorträge, Vie auch an den Vortrag on Prof. D r e v e r m a n n - Frankfurt, der ein

Material von Placodus vorlegte, das durch öle Musgeseichnete Präparierkunst des n

CtTunt)* Frankfurt einen ganz wesentlichen Fortschritt der Erkenntnis dieser unbekannten form gab. Pros. Harrasiowitz- Gießen sprach über emr in Guropa nur bei Messel, nihe bei Darmstadl, im älteren Tertiär vorkomme ade Schildkröte, die ein ausgezeichnetes Veispiel für die Umwandlung der Organismen in der Erd- Geschichte darslellt. Von den Vorträgen des Diens­tags se, der von Lr. A n t o n i u S - Wien, der ckber cm interessantes Höhlbären-Matcrlri be­richtete. das eine weite Variabilität beinahe wie Hunderassen zeigte, und der von Pros. Cfficpfcr» Kreiburg i. Br. über ein sossiles Leichenseld ini Vuntsandslein Vadens besonders hervorgehoben. Dieben anderen sprachen auch die Herren Pros. DD i m a n n - Upsala, der am ersten Tage wäh- renb der wissenschaftlichen Sitzung den Vorsitz führte, Pros. Saalfel'd - Göttingen. Dr. Schwarz und Dr. Haas. Am Mittwoch, den ]0. August, sanden Besichtigungen der Museen in Mainz und Wiesbaden statt. Reiche Anregung tourte den Teilnehmern an der Versammlung geboten durch eine Svnderausstellung. die von Pros. Siebermann im Senckenbergischen Mu­seum veranstaltet war. 3n einer reich besuchten öffentlichen Sitzung im Festsaai deS Senden- bergischen Museums sprach zunächst, von reichem Deisall begrübt, Pros 21 b e i von Wien über dle Dekonslruktion von Trachodon und nach ihm der ©runter der paläontologischen Gesellschaft Geheim­rat Pros Dr. Jäckel- Greifswald über:Funk­tion und Form in der organischen Entwicklung". In der öffentlichen Sitzung konnte auch der Dank ausgesprochen werden für daS freundliche Ent­gegenkommen so vieler Frankfurter Familien, ohne bic eS, besonders manchen ausländischen Gästen, kaum möglich gewesen wäre, mehrere Tage in Frankfurt zu verweilen. Der Gesamtverlauf der Tagung, wie Vorträge und die einzelnen Dimen­sionen legten Zeugnis ab von dem hohen 3n- lUreffe, dem die Paläontologie zur Zeit begegnen.

Brände.

mc. Koblenz. 10. Aug. Im hiesigen Stadt­wald Mftanb am loamstag abend toieberum ein Iflröfjercr Walbbrand. der nur durch das energische Eingreifen der Feuerwehr in Verbin­dung mit Spaziergängern und mehrerenTouristen- vereinen lokalisiert werden konnte. Der Schaden beträgt 50 000 Mark. Auch in der Gemar­kung Rhens ist ein grober Waldbrand auf- gekommen, der schliesslich durch die Einwohner der umliegenden Ortschaften abgelöscht wurde^

mc L i m b u r g (Lahn), 10. Aug In Dehrn tst eine grobe Bauhütte der Phofphatgesellschaft in Brand geraten, in der über <300 Zentner Kohlen lagerten. Die Hütte ist mit Inhalt voll- Tontmen cg -gebrannt.

2t eu |ta b t i. Ob , 10. Aug Am Dienstag flxtttog 12 Uhr entstand in unmittelbarer 'Rahe der Deith-Werke in dem Buchen- und Kiefern­wald. der meist zum Privatbesih von Bewohnern auS Sandbach und Aeustadt gehört, ein Harter Walbbrand, dem etwa 5 Morgen des wert­vollen Baumbestandes zum Opfer fielen. Die Feuerwehren von Sandbach und Aeustadt eilten sofort herbei besonderes Verdienst errang sich ober die 400 Mann starke Arbeiterschaft der Veithwerke, welche sofort mit Energie eingriff und im Verein mit den Wehren verhüteten, daß daS Feuer gröberen Umfang annahm.

Heidelberg, 10. Aug. Schwer geprüft wurde in den letzten Tagen die Gemeinde -Zaisenhausen. Aachdem erst am Donnerstag 10 Häuser vollkommen niebergebrannt waren, tarn am Sonntag abermals ein g r o h e r B r a n d auS. dem wiederum über ein Dutzend Wohngebäude nebst Stallungen zu Opfer fielen. Außerdem wurde die schon über 100 Zentner Futtermittel umfassende Sammlung für die zuerst vom Brande Betroffenen ein 2taub der Flammen. 25 Familien find ohne Obdach. Man hat zuerst angenommen, Kurzschluss fei die Ursache des Feuers, doch ist man jetzt der Auffassung, bah Branbstiftung vor­liegt, zumal Drohbriefe gesunden wurden.

Memmingen, 10. Aug. (Wolff.) Gestern abend entstand im 2lnwesen des Kaufmanns Ker­ker infolge einer Denzinexplosion ein Brand, der schließlich a ch t Häuser zerstörte. Sechzig Personen sind obdachlos.

Breslau, 10. Aug. (Wolfs.) DieSchlesi­sche Zeitung" meldet aus Oppeln: Seit mittag wüten zwischen G l e i w i tz und PeiSkirchen «roste Waldbiände. Das deutsche Dors De m- b i o wurde am Samstaa zum zweiten Male von einer Feuersbrunst betroffen. Sin dritter

Die Rothersteins.

Roman von Grich Ebenstein.

> Copyright 1919 by »reiner & Comp., Berlin W 30.

27. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Ein seltsames Staunen hielt ihn in Bann. OBar das die scheue, .beschränkte und temperament­lose" Dorotl-ea, die sonst kaum den Mund auf­tat? Das .Aauhbeinchen'. .die kleine Wilde"? Wie lieblich war sie in rarer unbefangenen Fröh­lichkeit, welch ein Strom von Wärme leuchtete qi<S ihrem Blick!

Er mutzte immer hin sehen nach bieten groben, dunkelblauen Augen, die einen Stich ins Violette batten, wie Parmaveilchen oder der Bergenzia. de- jetzt in den Wäldern blühte. Sie waren so rein und ehrlich. Aicht eine Spur von Fallch in ihnen .

Plötzlich aber zuckte er zusammen, und sein Antlitz wurde finster und hart. Zwei andere blaue Augen waren ihm eingefallen, die auch einen so reinen, unschuldigen Kinderblick haten. und an die er geglaubt hatte, wie an eine "'fcti* barung.

Wie trogen sie- Wie schändlich chatten sie ibn betrogen und - wie Hatzte er sie jetzt dafür, trotz all ihrer gleißenden Schönheit!

Rein, er wollte nicht noch einmal der Aarr fein, an Ehrlichkeit und Herzensgüte zu glauben, wo gewiß wieder nur äußerer Schein trog. Warum sollte diese Deine Dorothea beim besser sein, wo fte noch dazu schon von der Mutter her Storno- jbianienblut in den Adern hatte und sich auch

Brand wurde von polnischem Elementen angekün­digt. Die Rot ist sehr groß. Akan vermutet einen Racheakt

Vermischtes.

Hagelschlagschade«

Aus der Sifel. 10. Aug. Der kürzliche H a g e l s ch l a g hat in sechs Gemeinden deS Kreises Adenau einen Schaden von mehr alS B00 000 Mark angerichtet. Die von der Rot be­troffenen Leute find ausnahmslos Kleinbauern und Arbeiter, die nunmehr auf die Hilfe ihrer Mitmenschen angewiesen sind.

Stuttgart, 10. Aug. Ein fürchter­liches Unwetter, wie man cs feit Menschen- gedenken nicht mehr erlebt hat, ist imRagvls- t a l niedergegangen. Ein gewaltiger Hagelschlag bat alle Feldfrüchte vernichtet. Die Schlossen fie­len taubeneigrofj und bedeckten die Wege mit einer dicken Eisschicht. Zum Glück war das Ge­treide bis auf den Hafer eingefahren, der als vernichtet gelten kann. An eine Gemüse- oder Obsternte ist nicht zu denken, da alles zurschlagen wurde. Die Regierung hat HilfSmatznahmen ähn­lich wie bei dem großen Hagelunglück an der oberen Donau eingeleitet.

Ein Raubmord in Hamburg.

Berlin, 10. Aug. Rach Blattermeldungen auS Hamburg wurde der zweiunsechzigjäbrigc Weinhändler Rudolf Magnus und seine oreistig- jährige Tochter in der Wohnung mit Schüssen im Kopfe tot aufgefunden. Alle Behältnisse waren durchwühlt und alle Wertsachen geraubt. Der Polizei gelang es bereits, einen der beiden Mörder, den Heizer Bartkowiak, zu verhaften. Dem zweiten Täter ist man auf der Spur.

* Siegen, 10. Aug. Auf einem örbfenader bei Hermerath fand ein IZjäbriger Bursche eine Handgranate, die Im Augenblick der Be­rührung explodierte und den jungen Mann tötete.

* K r i st i a n f a n d, 9. Aug. (Wolff.) Die Besatzung eineS heute hier angenommenen schwe­dischen Fischereillitters teilte mit, sie habe vor vierzehn Tagen beobachtet, wie ein deutscher Trawler in der Rordsee auf eine Mine gepoften und in die Luft geflogen fei.

.Handel-

Berlin. 10 Aug. Börsen st immungs- bilb. Heute standen Montanwerte und von diesen besonders oberschlesische im Vordergründe des Interesses. Die Kauflust war hierfür bei sprung­haften KurSerhöhungen als geradezu stürmisch zu bezeichnen, so haft die Anfangskurse deswegen vielfach repartiert werden muftten. Die Hoffnun­gen auf einen günstigen Ausgang der Pariser Konferenz hinsichtlich Oberschlesiens regen die Spe­kulationslust immer wieder von neuem an. Die vberfchlesischen Werte wurden gegenüber den an­deren als erheblich im Kurse zurückgeblieben be~ bezeichnet GS gab hierfür Kurssprünge von 14 bis zu 45 Prozent. 3m gleichen Auvmafte ungefähr fliegen auch Rheinisch-westfalßche. wo Harpener trotz aller Dementis von einer KopitalSvermeh- rung mit einer Steigerung von 70 Prozent die Fühlung hatten. Die Umsätze blieben hier aufter- vrdentlich graft, wenn auch später Schwankungen in einzelnen Papieren eintraten, stiegen dafür an­dere, wie Mannesmann und Rheinstahl, um nur diese herauSzugreifen, ganz erheblich weiter. 3n Elektro-chemilchen Werten war daS Geschäft bei Kurssteigerungen bis vereinzelt 10 Prozent weit­aus stiller, dagegen in anderen Industrie- und in Kaliwerten ziemlich lebhaft, wo beispielsweise Augsburg-Rurnberger, Gchwarhkopf und andere Besserungen von 20 bis 40 Prozent erfuhren. Auch sonst verstärkt sich der Drang Aum Mitver- bienen bei der llmwertungskonjunktur an der Börse täglich. Am EinheitStursmarkte bleiben ne­ben Textil besonders Maschinen-, Waggon- und Zuckeraktien bei fortgesetzten Steigerungen begehrt. Am Devisenmarkt verhielt sich die Spekulation zu­rückhaltend.

Frankfurt a. M., 10. Aug. Börsen- stimmungSbild. 3nv freien Verkehr hatten wieder Ludwig Ganz starke ilmfatje zu verzeich­nen Die erste Rotiz lautete 320 bis 323, um später allerdings etwas nachzulassen. Lebhafte Rach­frage begegneten auch junge Meguin zwischen 550 und 555 gehandelt. Prag nannte man mit 284 bis 286. Fest lagen ferner Rastatter Waggon, ReckarSulmer. Gebrüder Fahr, Deutsche Petro­leum 845, 850. Am Montanmarkt blieben Ober­bedarf weiter gesucht 450. Harpener gut be­hauptet 764. Laurahütte fanden weitere Beach­tung. Phönix, Rheinstahl, Gelsenkirchen blieben gesucht. Rordd. Lloyd befestigt 158. Hapag 1773/,. Von Ehemiscyen waren besonder- belebt und hoher Elberfelder Farben 369 bis 372 Höher stellten sich Badische Anllin 416. sowie auch Scheideanstalt besser 6861/2. Der EmhetlSmarkt den Schnellpresse Dresden. Maschinenf Hetzdro- meter, Pokorny u. Wittekind, Feinmechanik 3et- lag vorwiegend fest. In starker Rachfcage stan- tec, Siegener Eisen, Karlsruher Maschinen. Zell­

stoff Aschaffenburg, 6<bnHgtcbcrci Stempel lagen im Angebot Bingwerte notierten 383 Hirsch-Kup­fer 409. Die Akxndbörfe schließt fest bei leb­haftem Geschäft

5 ran h f d r l a. M., II. ?lugnft.

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief Datum: 9. August. 10. August.

Amsterdam - Kotterb. 2499,95 2505,05 2504,95 2510,0b Brüssel-Antwerpen . 617,85 619,15 614,85 616,15 Christianta...... 1039,95 1 42,1'51038,95 1041,05

Kopenhagen..... 1252,20 1254,801262,20 1264,80

Stockholm 1683,30 1691,701689,30 1692,70

helsingfor,...... 122,85 128,15 122,70 123,-

Otalien........ 354,60 355,40 353,35 354,15

London........ 293,95 296,55 295,57 296,27

Keutjorfc....... 80,41 80,59 80,91 81,09

Daris........ 63 ,35 636,65 633.35 634,63

Schweiz........1351,601361,40 1365,60 1368,40

Spanten...... , 104 >,45 1048,55 1045,45 1048^55

Tölen (altes).

Deulsch-Oesterr. ... 8,98 9,02 9,48 9,52

Prag......... 101,80 102.10 101,20 101,50

Budapest....... 20,32 20,38 21,47 21,53

Bulgarien...... . - -, -

Konstantinopel. ...

Börsenkurse.

Frankfurt Derlln

Abend- 1-Mbr- Schluß- Schlutz- KurS Kurs KurS Kurs

Datum: 9. &

6/_ Disch. Äriegsanl. 77,50 4 7, Disch. 9kelch»anl. 3* , Dlsch. Beichranl. 47, Preutz Konsols Darmstädter Bank .

Deutsche Bank ... Dlsconto-Gesellschast Dresdner Bank. . . ,

Nationalbank f. D. ., Mitteld. Tredildank. 164,75 H.-Amerik Pakets. . 175,50 Norddeutscher Lloyd. 160, - Boch.Gußstahlwerk .

D.-Luxemd. Berg».. 425,- Gelsenkirch. Bergw. . 430, - Harpener Bergbau . 693, - Oberichles. Lisenb.-B. 381,- Oberjchlej. Eisenind. . 320,- Phönir-Bergb -Akt . 1015,- Bad. Anilin- u. Soda 408, - Höchster Farbwerke. 340,-

Llektr. A.T G..... 339,-

Schuckerl-Werke. . . 291,-

Felten-Guilleaume. .

Daimler....... 262,-

Bud.- Eisenw.- Akt. , -,- Adlerwerke......

47,Hess.2taatsanl , Elektron Grissheim. 345.50

10.8. 9.8. 10.8. 77,50 77,50 77,50

79,50 78,29

77,25 77,-

70,80 70,90

170,-

302,50 303,-

261,50 261,

-,- 215,75 215,75

190,60 190,50

16t,60 164,25 178,75 175,50 174,- 156,50 158,- 159,50

645,- 560,-

445,- 419,75 429,- 456,- 429,50 442,- 750,- 677, - 759,- 415,- 375,- 454,-

315,50 373,- 1022,- 1004,- 1003,-

410,* 409,50 419, -

340,- 339,- 345,- 340,- 340,75 344,- 300,- 2b9,50 300,- 601,- 489,-

2-6,50 256,75 254,75

619,50 628,-

285,75 284,60 290,-

69 80

347,- 347,75 -,-

Marknotierungen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.1 L 9.7. 10.8.

Zürich....... ... Fr. 125,49 7,32 7,32

Amsterbam........Fl. 59,2) 3,99 3,99

Aopenhagen........ Kr. 88,83 8,10 8,05

Prag............Är. 11730 99,-

Stockholm.........Kr. 88,83 5,95 5,95

Wien............Kr 117,88 -,-1275,-

London..........Sh. 97,83 6,57 6,63

Paris...........Fc 125,43 15,75 15,36

NeuyorK..........I 23,83 1,23 1,23

Züricher Devisenmarkt.

10.8. 11.8.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland........100 51 = 181.- 184.25

eutschland......100 Mt. --> 7^25 7.325

Wien.........100 Är. = 0.65 0.80

Prag.........100 ftr. = 7.60 7.55

Pans.........100 Fr. -» 46.20 46.45

London........ \ £ = 21.72 21.65

Italien........100 ß. - 25.90 25.90

Brüssel........100 Fr. - 45.- 4h.-

Budapest.......100 Äx = 1.50 1.70

NeuyorK........100 $ = 593.- 594--

Agram.........100 Rx. => 3.60 3.60

Bukarest....... 100 2. -= 7.65 7.70

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Der englifch-franzöfischc Einigung-Versuch.

Paris. 10. Aug. (WTB.) Der »Petit Paris ien" sagt, zum ersten Wale habe man gestern einen Weg eingeschlagen, der rasch zu einem Abkommen führen werde. Das von bri­tischer Seite verteidigte Dogma habe darin be­standen, datz das oberschlesische Industriegebiet unteilbar sei. Dieses Dogma habe Lloyd George in | einer Rede auf- gegeben. Da man von diesem künstlichen Hin­dernis befreit sei, hätten die Sachverständigen sofort ihren Weg voranfchreiten können. Das »Petit Journal" sagt, das Industriedreieck fei die Festsetzung der englischen Politik gewesen. Roch vor zwei Tagen hätten die englischen Vertreter ge­sagt, datz eS unteilbar sei und den Deutschen zu- gesprochen werden müsse. Jetzt, nach der Dis-

hilfipn m offenttlchcr Sinung. und nachdem BrianB und Vlovd George in her Vollsitzung ihre wider­sprechenden Thesen absolut vertreten hätten, habe man erklärt, daß sie in einem Punkte einig seien, vor allem daS Recht und die Gerechtigkeit in Be­tracht au ziehen. Wan habe Grundsätze ange­nommen, wonach man dazu gelangen würde, daß eine gewiße Anzahl von kleinen natürlichen Be- Airlen geschoßen werden, die sum 2'ci land und zum Teil Polen zugesprochcn würden. Die Losung, die man vorsehc, nähere sich allo der vom Grafen Sforza vorgeschlagenen.

Der .Watin" sagt zur Erläuterung der ge­stern angenommenen Resolution, in dem Augen­blick, in dem man die Sachverständigen cingelaben hätte, ihr Augenmerk aus btc Teilung de- In­dustriegebietes zu richten, sei die absolute eng­lische These nicht mehr aufrecht erhalten worden. Der .Gau lois" erklärt, der zweite Tag txibe mit der einstimmigen Annahme einer Resolution geendigt, die eine merkliche Annaberung der b entgegengesetzten Standpunkte bedeute und zu der Hoffnung berechtige, datz nunmehr der Obcrfte Rat den Weg einer gerechten Lösung bcfchritten habe. Auch der .Figaro" sagt, in Wirk­lichkeit nähere man fich der Verfohnung. trotzdem scheinbar die Geaenfähe so unüberbrückbar feien, wie am Tage vorher.

London, 10. Aug (WTB., Die .TimeS" schreibt, die Frage der Teilbarkeit des Industrie­gebietes sei erörtert worden, und verschiedene An­zeichen hätten aus die Möglichkeit gedeutet, daß sogar in diesem schwierigsten Punkt die wider­st leitendsten Ansichten durch eine Teilung ver­söhnt werden könnten, die alle wirtschaftlichen Interessen sichert und zugleich dem Abstimmung-- eigebnis gerecht werden könnte. LlvydGeoi ge habe jedoch in feiner Rede mehr den Eindruck einer im Vorau- gefaßten Ansicht statt einer forg- fältigen, unparteiischen Erwägung der tatsächlichen Lage erweckt.

Der griechisch-türkische Krieg.

P a r i - , 9 Aug. (WDB.) Rach einer HavaS- niclbung aus Athen betragen die griechischen Verluste nach einer offiziellen Schätzung 1200 Tote, darunter 50 Offiziere, und 6000 Verwun­dete, von denen die meisten leicht verwundet find.

Paris, 9. Aug. Rach einer Havasmeldvng aus Konstantinopel bat der Minister für aus­wärtige Angelegenheiten, Izzet Pascha, un Laufe eines Interviews erklärt, augenblicklich eine Vermittlung im griechisch-türkifchen Konflikt an­zurufen, sei inopportun. Trotz des Wunsches, dem Streit ein Ende zu bereiten, sei er verpflichtet, eine Sünftlge Gelegenheit abzuwarten. Izzet Pascha etrachte eine militärische Konvention zwischen Angora und Moskau für unmöglich, er hoffe, d«ß da« Vordringen bolfchewistifcher Kräfte nach Anatolien erfpart bleibe. 3n- beAug auf die Konzentration einer griechifchen Division an der Grenze bei Tschutaldschci erklärte er, das bedeute eine Bedrohung Konstan­tinopels. Gr habe mit Befriedigung in den Zeitungen gelesen, haft die Türkei unter dem Schuhe der Alliierten stehe, die eS gegen jeden Angriff verteidigen würde

Paris, S. Aug. Rach einer Havasmellm»^ aus Angora soll Oie Rationalversammlung die Räumung von Angora beschlossen haben, oben man will nicht nach Siwas, daS zu weit entfernt fei, sondern nach Eäfarca gehen. Infolge diefeS Beschlusses sind die Beamten und die Archive ber Rationalversammlung bereits nach Eäfarca be­fördert worden.

Lohnforderungen der Eisenbahner.

F r a n k f u r t a. M., 10. 2lugust. (WTB.) 3n einer in Homburg v. d. H. abgehaltenen Versammlung des Allgemeinen deut­schen Eisenbahnerverbande« des DirektionSbezirkeS Frankfurt a. M. wurde be­schlossen. eine einmalige Wirtschaftsbei­hilfe von 2000 Mk. und eine Stunden- zu läge von 1 Mark zu fordern. Es ist zu erwarten, haft sich der Allgemeine deutsche Eisenbahnverband dieser Forderung anfchlie- ften wird.

Der frühere Kaiser Karl.

Paris, S. Aug. (Wolfs.) Havas berichtet: Mich einer Meldung desEcho de Paris" auS Montreux soll Exkaiser Karl von der ita­lienischen Regierung ermächtigt worden sein, sich in Italien niederzulassen. Er soll bereits eine Billa in Dia Reggio, einem Badeorte nörd­lich von Pisa, angdauft haben. Exkaiser Karl, der zur Zeit noch seine Billa in der Rähe von Luzern bewohnt, hatte im Mai der schweizerischen Re­gierung mitgeteill, daß er die Schweiz vor Ende August noch verlassen werde.

Andererseits erfährt derExcelfior" au- Genf. daß die zwifchen Spanien und dem ehe­maligen Kaiser eingeletteten Verhandlungen, um letzterem den Aufenthalt in Spanien zu gehalten, nahe vor dem Abschluß ständen. Spa­nien wolle danach den Exkaiser Karl ermächtigen auf feinem Gebiete zu wohnen.

gleich Jo gut verstand" mit Magelone, wie diefe ja behauptete.

Rein, er mochte ihr jetzt nicht gegenüber- treten. SS wäre ihm unmöglich gewefen, feinen Vorfatz. DvS Vertrauen durch gütige«, freund­liches Entgegenkommen zu gewinnen, jetzt aus­zuführen. Er mußte erst ruhiger werden.» Erinnerung an seine schmachvolle Täuschung, die ihre blauen Augen jäh wieder heraufbeschwvren hatten, erst wieder zur Ruhe zu bringen.

Er machte kehrt und schritt planlos weiter auf «infamen Wegen, dem Ende des Parkes zu. Aber bic Gedanken, die er loS fein wollte, ließe? sich nicht so rasch vertreiben. Immer wieder stand jener letzte Sonntag, den er in Wien verbracht hatte, vor ihm.

Er war am Morgen im Damenstift gewefen, um sich, wie alltäglich, nach MagelvneS Befin­den zu erkundigen, war aber von der alten Ba­ronin Ulrilc empfangen worden, die ihm bedau­ernd mitteilte. Magelone müsic leider das Bett hüten Der Arzt habe Inhalationen angeordnet und jede« Sprechen streng untersagt.

Ratürlich war ihm nicht der leiseste Zweifet gclommen, daß die würdige Dame mit den weißen Löckchenscheiteln und dem freundlichen Lächeln die Wahrheil sprach. Wie hätte er annehmen können, sie würde sich der Richte zuliebe zu einer so eien» den Komödie erniedrigen!

Bom Damenstist aus war er zu Professor von Rückling gefahren, in dessen Hau« er meist seine freie Zeit und auch Vie>enbe bisher ver­bracht hatte Er war für Wittag dort zu Tisch geladen, und nachmittags sollten sie alle zufam- mCM eine Autofahrt nach TKäMtng machen, da

man Arved Rücklings so hieß deS Professors ällester Junge Geburtstag feierte.

Als er aber hinkam erfuhr ec, haft Frieda, die jüngste, den Scharlach hatte und daS Pro­gramm dadurch umgestoßen worden war. Wan habe ihm bereits vor einer halben Stunbe die Absage inS Hotel geschickt, bedauere unendllch, aber er werde begreifen usw.

DaS nun? Rüdiger begab sich verstimmt in ein Restaurant, wo er zu Wittag and eben überlegte, was er vernünftigerweise mit dem Sonntagnachmittag anfangen könne, als er fich plötzlich laut und freudig angerufen hörte.

.Rotherslein du in Wien? Welche Heber- rafchung! Grüß Gott, alter Zunge!-

Er wandte sich nach dem Sprecher um und erblickte den jungen Fürsten Blomberg, der die Hochfchule für Bodenkultur mit ihm absolviert hatte und seitdem auf feinen Gütern in ilnter- fteiermart lebte.

Die Freude war gegenteilig. Sie hatten sich immer ausgezeichnet verstanden, odtovhl Egon BtömbergS lebenslustiges AatureU eigentlich im Gegensatz zu Rüdigers ernstem Wesen stand. Blomberg war erst vor einer halben Stunde an» gekommen und wohnte zufall in in dem Hotel, in dessen Restaurant sie einander nun getroffen hat­ten. Sr war eine« Holzhandels wegen gekom­men, den er am anderen Wvrgen abschließen wollte

.Demi mit Holz läßt sich augenblicklich heiden- rnäßig viel Geld machen wenn man nämlich eines hat. Hab ich bin auf meiner Klitsche ein gerittener Geschäftsmann geworden, muht bu wißen! Die reine Wusterwirtschafl habe ich ein- geführt. Ola, davon erzähle ich bir später Die

Haupttache ist jetzt: Was fangen wir heute an? Denn ich nehme an, du bist frei wie ich und willst auch ein bißchen Wiener Luft genießen, das heißt, dich amüsieren?"

3a, ich bin frei und stehe zu deiner Ver­fügung. Aber das Programm mußt du ent­werfen. Du hast darin mehr Hebung.

Schön. Alfo warte. Viel ist ja jetzt im August und besonder- an einem Sonntag nicht los Theater, WaSlenbälle ufw. gibt eS nichi Dleibl nur der Prater, wohin sich alle- kon­zentriert, was Unterhaltung bieten und suchen will. Schwärmst du für Zirkus T

»Richt in einer SonntagS-RachmittagSvorstel' hing.

.Gut, ich auch nicht. Weißt du was? Dann fahren wir nach Tifch zu Sacher aufDen Äon- stantin-hügel, suchen uns ein hübsches Plätzchen im Grünen und plaudern erst mal ein paar Stun­den gemütlich. Wir haben unS ja so lange nicht gesehen und sind nun beide .Landwirte tn Praxis da gibt - immerhin eine Wenge Dinge, die uns gemeinsam intereffiecen.

.Gut, damit bin ich sehr einverstanden "

And abends gehen wir dann in den Eng­lischen Garten. Dort hat sich jetzt »Alt-Wien- zauder entfaltet. Soll prachtvoll fein. Operetten- theater, Tingeltangel, hübsche Racker, die unter dem Vorwand irgendeines Tricks ihre eigene holde Schönheit inszenieren, Kinos, na und so weiter. Langweilen werden wir uns dort schon nicht."

Rüdiger war auch damit einverstanden, ob­wohl solche Dinge sonst gar nicht sein Geschmack waren. Aber er wollte doch in erster Linie mit 'Blomberg beisammen bleiben.

(Fortsetzung foIgU