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Lause unb bauern ungejahr

toi auch Leben ent.

Var Liebespaar.

Von Robert Walser.*)

schreibt er,sie find sehr abwechslungsreich auf- gebaut; zumeist bestehen sie au5 mehreren ver­schieden hoch gelegenen Reihen von Emzeltönm und -silben ober von Ton- und Silberüxmrat, bereit Werte innerhalb einer Reihe meist gleich sind.

sein. Es bart nie gestraft werden, in seiner Nähe darf fein hartes Wort fallen, nichts Unzicinendes geschehen, sxii einmal eine Shuier an anderer

ihn «r erschrecken t dann und läßt 2 OS wirft schon ein.Mit einem

sich hüten must

Nacht ertönen läßt, so wird man Beine genaue Auskunft geben können. Es bedarf schon eines kbarfen Ohres und langer Beobachtung, um das Repertoire der Nachtigall in seine einzelnen Be­standteile zu zerlegen $n seinem schönen, bei B. &. Teubner in Leipzig mdriertenen ..Führer durch unsere 23ogtl)DcIt" teilt Prof. Bernhard Hoffmann Näheres über die einzelnen Lieder der Nachtigall mit.Diese

©olbaten durch s mit Der Reith Beulten, fiattoi nneterfrlt pq'su massen dichter; flöhen und durch Sewehrfeue Würdigkeit, Schn das ständige lichen deutschm fluni dMtimg un Der man btiwfr iMifhmgl Die f haben btt ®«twl hvl XruDDen dufjutx

Teilt ( Wfriegebttß VrmMten zut Wen Bata Valtiing, nilhmg m O Deuts<M hoffe nn°l roQrtdt otrcid) i S.1« Mnliiii SJtt. bünte bet tnttul(;tltcr ®*t btt Ein^ht Änale,. Tie b le«t s Mnmg ein. Z EJ die fttji Wng der ft ^°K-ten Boul spfeß fest 1920

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die geheimnisvollen Zusammenhänge zwi- schen Himmel und Erde rühren, hriro seine Scheu schützend stehen. Jahrhundertelang 1 T-amt er alte und vielleicht schon völlig 1 unverständlich gewordene Formen einstiger mystisch-religiöser Bindungen fvrtpffanzen. Glaube und Aberglaube, eng verschwistert (denn Aberglaube ist doch ein Nachhall früher , lebendig gewesenen echten Glaubens), bis-- weilen sogar Im Beschwörungssinn ange wandt (Wallfahrten, Bittpvozessionen) erfüll len sein metaphysisches Bedürfnis.

Sie genügen ihm. Der Landmann will, als ein Mensch der Sinne, der daS Ge­schehen der Natur unmittelbar erlebt, der Gedeihen und Verderben sogleich mit Augen sehen und mit Händen greifen kann, von dem, was hinter der Natur zu suchen ist, vom eigentlich Metaphysisclzen mir das sinnfällige Symbol. Das geben ihm die religiösen For- men. In der Ehrfurcht vor dem Unbegreif­lichen innerlichst verwurzelt, wie er ist. wird er doch angesichts der Wirklichkeit kräftig yugreifen, als käme eS ganz allein auf ihn an. In dieser kraftvollen Betätigung nimmt auch feine Philosophie eine Wendung zum Praktiscl>en. Seine Arbeit, die er unverdrossen immer wieder einsetzt, ohne des Erfolges Völlig fidyer zu sein, lehrt ihn Geduld, Aus­dauer, Besonnenheit und Tapferkeit. Es sind die Tugenden der Stoiker, die er übt, ohne es zu wissen, daß er für diese Geisteslyaltung sich auf eine ?lhnenreil)e erlauchter Geister berufen kann. Sein sittlid>es Verhalten gegenüber Un alückssüllen ist stoisch, stoisch der Mut bei der Vernichtung seiner Hoffnungen, stoisch, die Spamrkraft, die ihn von neuem begin­nen läßt. Er hat das hohe Bewußtsein, in seinem Kampf um das Gedeihen seiner Saal nie unter selbstverschuldetem Unheil zu lei den; so wird er auch in allerschlimmsten Fäl len sich nie an Ausbrüche von Wut und Der Aveiflung verschwenden, ein Vorbild auch in diesem Belang dem zweifelsüchtigen S. idte- der nur ckllzu aeneigt ist, zu toben und > I und der Welt den Fehtehandsckmh hinzuwc fen. Er nimmt die Dinge, wie sie kommen, er I hat den Mut dem Schicksal gegenüber, den! von allen Dichtern hochgepri'esenen. Es ist1 nur die dem Materiellen zugewendete Seilee feiner mystisch-religiösen Geistesverfassung, I die Praxis feines' metaphysischen Grunds,

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LinNstschre tonnniffi Berlin, 1- sifsii'tk^lnint wf,*"

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*) Dre'es Gedicht ist einem Nacklaßbande Cäsar Fleis d^ensM an do linchen, Leier kasten- mann und Kuckuck, ein Liederbuch von Sehn­sucht und Erfüllung" (Beclag Egon Fleische! iL Go., Berlin) entnommen, das neben Lrebesoedich-

geretntte B kennttrisse über Kunst mch :5alt Obwohl das Buch feine neuen Töne findet, io werden die Freunde von lens Muse die Nachlaßgedichtc doch mit begrüßen.

Bas Paradies von Ball

Die Sehnsucht nach der Natur, nadj der Schön­heit und Unschuld primitiver Zustände lebt in unserer Kultur besonders stark unb läßt die Phan­tasie wie die Kunst nach jenen fernen Landern flüchten, wo der Mensch noch eng mit der Mutter Erde verbunden ist und heranblüht als ihr liebstes Koch. Ein solcher paradiesischer Erdstecken ist die Insel B a l i, du westlichste der Sundainseln, über deren Natur- und Menschenleben uns em zwei­bändiges im Folkwcrng--Verlag zu Hagen erschie­nenes Praclstwerk unterrichtet. Der bekannte Ken­ner der östlichen Kunst, Dr. Karl Wild, hat stch mit dem Arzt Tr. G. Krause, der auf Bali ge­lebt hat, vereinigt und in einer Fülle von photo- gravhischcn Aufnahmen eine lückenlose Anschauung von dem Gesamtdasein der Insel mit ihren Men­schen geboten. Was die reine Schönheit dieses Paradieses dem Europäer heute bedeutet, das hat With in seiner Einleitung wundervoll formuliert.

Die insulare Abgegrenztheit, die Fülle tro­pischer Sonne, gemildert von Wind und Küste, die Fruchtbarkeit der vulkanischen ScUacke, der physische Reichtum der malaiischen Rasse, erhöht durch die Mischung mit dem kräftigen Hrndutum, die ursprüngliche Reinheit der menschlichen Ver- j anlagung, die Ueberhöl/ung ihres seelischen Hori­zontes durch Berührung mit indo-javariischer Kul-

Wie singt die Nachtigall?

Tas Lied feine« menschlichen Sängers ist so gefeiert und gepriesen worden wie der Gesang der Nachtigall, deren Kritzle den süßesten Wohllaut birgt. Jetzt törmen roir roieber diesen hohen Musik­genuß, den die -Sängerin in dem oroyen Kvnzert- >aal der Natur bietet, in vollen Zügen genießen. Aber wenn man sich Oie Frage du Hegt nach den einzelnen Liedern, die diese gefiederte .Königin der

DiePhilosophiederLandmannz.

Zwischen Stadt und Land hat sick mit bdm Austcltwung der Städte allmählich ärc EntfrÄndung herausgebi^det, die für das Volksganze zur größten Gefahr wer­den kann. Der Städter und der Land- ntamx, unter ganz verschiedenen Lebens betritt gmi gen aufgenxtdt'en, wollen sich vi^fach nicht wehr v-rstehm. Die Kluft M überbrücken, gegenstitiges Verständnis t»u wecken, hat sich di? 28 Wmideraus- st^bmg der Deutschen Landwirtschaftsae-- sellschaft in Leiptzig zur Aufgabe gestellt. Im ArtsMuß an die Aussbestmig gibt Reclaws Universum ein von gleickren Gesichtspunkten getragenes Son­derheft,Segen der Erde" heraus, dem wir nachstehenden Aufsatz dcs be- fanntot österreickn'chen Dichters Karl Hans Strobl entnehmen.

Sonne und Regen, Wind und Wetter be­stimmen Gedeihen und Wachstum der Ernten als fördernde oder hemmende Gewalten, die Glück oder Veroerben bringen; unabhängige Mächte, himmelsgesandt, unbeeinflußbar durch Beschwörungen und Einsätze mensch­lichen Willens. Der Tag, der wie ein Ver sprechen begann, wie eine gute Verheißung, ent Segen, kann als ein Zusammenbruch aller Hoffnungen enden. Dor solchen Mächten totrb der Mensch klein, ermißt den unge­heuren Ab stand seines Wollens und Be­greifens von 'den rätselvollen Etttscheidun- gen über sein Schicksal und das seiner Scholle, von dem Unerforschlichen alles Geschehens In engen Sttaßen, zusammengedrängt mit seinesgleichen. Ellbogen an Ellbogen mit guten und bösen Nachbarn, immer irgendwie mit Zwisck^enstufen, Instanzen, Behörden, Vermittlungen zwischen sich und dem Him­mel, könnte der Städter den Zweifel erfin­den, den Unglauben, das souveräne, heiter­verwegene oder düster-grimmige Spiel der Skepsis, er konnte die mondäne Philosophie einer Aufklärung hinaussenden. Aber auf fetiDcr Scholle allein, unmittelbar in Be­ziehung zu fetten Mächten, ihren Unbegreif­lichkeiten ausgeliefert, ohne sich in einer Menge verkriechen zu können, zwischen Him­mel und Erde auf sich selbst gestellt, mußte der Landmann in seiner Seele die große .Ghrfurcht lernen, die das religiöse Grund- gesühl ist. Eine mysttsche Ehrfurcht vor allem Wunder des Wachstums, vor Segen oder Fluch der Elemente, die, wenn sie auch nicht bis zum Worte vorgedrungen oder viel leicht nicht einmal bis tn völlige Bewußt­seinsklarheit gelangt, dennoch immer da ist, als Färbung des gesamten DenAens und Welt­er lebens.

So wird der Landmann Träger des reli­giösen Gedankens in irgendeiner Form blei­ben müssen; wahrend der Arbeiter in der Stadt, der Aufklärung und der Skepsis er­liegend, sich ferner errungenen geistigen Frei­heit und Selbständigkeit manchmal höchst mißverständlich freut und bedient, wird dem bäuerlick)en Menschen immer jene Gebunden­heit, Hingabe, Ehrfurcht als Grundlage seines seelischen Wesens sich bewahren. Er wird «lte Bräuche von religionsgesfätttgtem Cha­rakter ungern aufgeben und selbst wenn er feine Tracht und äußere Sitten seines Le­bens verläßt: vor Dingen, die irgendwie an

Sie unb er gingen zusammen spazieren. Aller­lei reizende Gedanken kamen ihnen in den Ävpf, doch jedes behielt hübsch für sich, n»as es dachte. Der Tag war schön, wie ein Kind, das in der Wiege oder im Arm feiner Mutter liegt unb lächelt. Tie Welt nar zusammengesetzt aus lauter Hellgrün unb Hellblau unb Hellgelb. Grün waren bic Wiesen, blau war der Himmel, und gelb war das Kornfeld. Blau war wieder der Fluß, der sich in der Feme, zu des wohligen Hügels Füßen, durch die lichte, süße, warme Gegend schlängelte, welche,^ wie wir bereits angebeutet haben, einem Kinderlächeln an Schönheit unb Lieblichkeit glich Die beiden, die durch die ßanbtoaft gingen, schwiegen. Er hatte ihr etwas zu sagen, unb sie, sie fühlte es. Sie ging neben ihm her in der Erwartung bessen, was er ihr sagen sollte. Längst schon hatte er ihr sagen wollen, was er jetzt willens war zu sagen, und längst schon hatte sie gehofft, er werde ihr endlich einmal sage-, was ihm, wie sie sah, auf den Lippen schwebte. Eme Liebeserklärung, eine stotternde, lag ihm auf den Lippen, und sie sah das. Seine Augen und der Ton seiner Stimme hatten ihr längst ge­standen, daß er sie liebe. Sie füllte, daß sic reizend sei für ihn, und indem sie dies fühlte, umstrickte sie ihn immer noch mehr mit ihren Reizen, ohne es fast zu wollen. Gibst du einem Mädchen zu verstehen, daß ste schön fei, so ist sie dadurch um so viel schöner, als du Verständnis zeigst. Nie ist eine Frau so reizend cüs dann, toeim sie sieht, daß sie reizt. Mso wurde beim die, die hier ging, nur immer reizender, je weniger sie mehr zu fürchten brauchte, es gebreche ihr an der Kirnst und an der Kraft, ihn, der dicht neben ihr herging, zu fesseln. Sie betrach­tete ihn im geheimen bereits als ihren Cteiangenen, unb sie fühlte, daß sie für ihn der Zaubergatten sei voll von vettührettschen Düften, daß sie für ihn das Netz sei, in dessen Wunbersaden er sich verstrickt hatte. Sie war sein Meer, in dessen Fluten er er­trunken war sie war das Gesetz, dem er gehorchte. Er legte jetzt, statt irgend etwas zu sagen, seinen Arm um ihren schlanken Leib, und damit war be­reits alles getan, um die beiden in gleich hohem Maß oder Unmaß zu beglücken. Damit war alles gesagt, was er ihr schon so lange hatte sagen wollen und hatte sagen sollen, und alles gestanden, was er Süßes um ihretwillen fühlte. Sie tarnen nun in einen kleinen, aber wunderbaren Wald hinein, der ihnen wie ein Liebesott erfdjrijen. Es mar so still, so grün, so dunkel im Wald wie in einer uralten Kirclw- Der Waldboden glich einem grünen Teppich, einem grünen Bett. Kein Fürstensaal in alter und neuer Welt war je so schön wie dieser liebe grüne Wald, der sie wie mit wichen March normen um­sing. Hier nun fing ein sanftes, überinniges und über-übersüßes Küslen an. als schnäbelten und lieb­kosten sich zivei Waldvögelchen in der Weltabgeschie­denheit, verloren und verborgen m Verborgenheiten und Verloren hüten. Bisher Stümper in der Liebe, war er mit einmal ein Master geworden. Er er­drückte und erstickte sein Mädchen nicht mit Küssen; er setzte nur Lippe an Livpe unb beharrte so in einem langen, langen, himmlischen Brennen, bic Hand ganz zart an ihr Haar gedrückt. Es.war nichts mehr da als der Wald unb b. r Kuß als bie Stämme im Wald unb bie beiben glücklichen Menschen, als die ununterbrochene Stille imb bet ununterbrochene süße, herrliche Kuß.

*)Tas Liebespaar" entnehmen wir einem BandeKleine Dichtungen" von Robett Walser (Verlag Kutt 'Wolff-München). Ter Ticktter erweist sich in diesem Buckic als Meister der Geinen Prosa, der auf Vw. drei Seiten gehalt* notiere Stimmungen vermittelt, als mancher Schriftsteller in umfangnihen Romanen.

tut all das bedeutet ein außerordentlich gün­stigesVölkerkonzert" zum Lebenswackistum, zur Entfaltung unb Blüte bieses Volkes. Der Brutali töt tropischer Natur setzt der balinesische Mensch seine Sanftmut, seinen Stolz unb seinen Fleiß entgegen. Seine Arbeit ist Kampf, der ihn wach hält. Tenn diese Natur dringt übermächtig aus ihn ein. Wie ein Segel gegen Strom unb Wind, so geht hier Hacke unb Pflug gegen den Strom des btanbenixn Wachstums. Aus Urwäldern unheim­licher Dichte, wie eine Feuersbrunst, wie ein Orkan von Zweigen, Stämmen. Wurzeln unb Dickicht werden Gärten; aus Waldhängen wird ein un­unterbrochenes Gefälle von Terrassen; aus der Ebene ein ungeheures Schackchrett mit spiegeln­den Feldern. Aber diese Natur ist nachgiebig unter der stetigen Kraft des Menschen, vor diesem zähen Opfer der Arbeit; macht il>n nicht gebieten sch böse ober ermüdend schwankend. Aber auch nur so weit geht hier die Arbeit imb Belastung des Bodens, als der eigene Bedarf geht, als bie Existenz der Familie, des Dorfes imb des Fürsten es forbert; wird nicht zu Handel, Besitz, Berei- dyrung; nicht zur Brandschatzung, zum Lohn- träger und Herrentum. Den Naturgegebenheiten von Boden, Klima und Wachstum steht der Ein­zelne gegenüber wie einem unbezähmbar riesigen Koloß. So erwächst als eine Notwendigkeit wie ein Bodenprodukt die Gemeinschaft der Arbeit: im Offenhalten unb Freilegen bet Wege, im Roden der Wälder, im Anlegen des Bewässe- rungsspstems für den Reisbau; die Gemeinschaft der Bedürfnisse: von Land für Familie, von Wasser für die Reisfelder, imb die Gemeinschaft der Pflichten gegenüber den Göttern, ihren Lehns- berren. OJenwinidjaft in der Arbeit ist zugleich Drganifathm der Kräfte, ist Verteilung, Zu­messung. Diese Mens dien sind ebenso stark im frei­willig stolzen Gehorchen, wie rein in der Ver­pflichtung des Gebietens, Ordnens imb Schlichtens."

So leben bic Balinesen in bescheidenen, aber unendlich harmomschen Berbältnisien. Wie sie maßvoll sind inmitten der sinnlichen Glut der Atnwsphäre, voller Disziplin in der Grenzen­losigkeit der Natur, so entfalten sie auch eine höchste «Schönheit des Leibe? und des Weltgefübl?. .'?ach (Sdrlbenmgen Krau'es erblicken sie in Men­schen imb Dingen denselben göttlidxm Seelen- | iiitb Lebensstvn. brr so fein unb rnnprindirngsnoll

gefühles, wie berat auch gerate eitrige ter frömmsten Kirchenväter sich ter Realität s gegenüber als Stoiker bekennen.

Daß der Laub mann im Materiellen völ­lig utttergehe, nrirb ihm gerade in dieser har­ten Zeit von einfeiligen Betrachtern zum Vor­wurf aufgetürmt. Es ist wahr, manches Baud mag zu sttaff au gezogen, mancher Dm:- teil zu unnachgiebig gewahrt worden sein, aber man sollte bei solchem Urteil nicht ver­gessen, daß Jahrhunterte härtesten wirt­schaftlichen Ringens hingiugen, ehe dieses große Aufatmen für ten Bauern kam. Daß er jetzt eigentlich erst wahrhaft frei gewor­den ist, frei von her Knechtschaft des Kapi­tals, des Zinses, daß erst jetzt die eigentliche Gruudentlastung geschehen ist! Und wenn wir alle dazu haben teitragen müssen, so müssen wir uns doch dessen freuen, daß wir einem so wichttgen Teil unseres Volkes zu aufrech­tem Gang verholfen haben, unsere Opfer dürfen uns nicht reiten, berat sie haben im großen geschichtlichen Lebensgang ter deut­schen Nation ihren guten Sinn. Eten jene stoischen Eigenschaften des Landmannes, die ihm allem Unheil und vielfacher jahrhun­dertelanger wirtschaftlicher Gedrücktheit ge­genüber Halt und Kraft gaben, werten ihn auch dem Glück gegenüber vorsichtig machen unb dem Uevermut wehren. Er wird beson­nen seine Möglichkeiten erwägen und seine Grenzen ab stecken, über die er nicht ohne Schaden für das Ganze hinaus kann. Daß sich seiner stoischen Philosophie ein wenig Vergnügungssucht beimengen durste, daß er sich nun der.Freute ungeängstigt zuwenden darf, wer wollte dies bedauern? Gönnen wir Ihm, daß feinen saueren Wochen frohe Feste folgen: ein Zauberwort, das immer wieder neue Kräfte zur Arbeit gibt.

Und daß seine Freute am Festefeiern nicht die stoischen Tuaenten seines Wesens überwuchern wird, dafür sorgten schon sein ständiger Äampf mit den (Elementen unb die riefe, mysrisch-fteligiöse Grundsrimmung sei­nes Wesens, bie ihn tut Ewigen verankert.

aut bie Erziehung der Jh

'linde muß man, da feine Verbindung mit dem Körper besonders zart ist. besonders ruck i st'.svoll

bei verschiedenen Reihen aber sehr wechseln. Mehr­silbige Gebilde sind selten und finden sich vielfach gegen den Schluß des Liedes, der selbst in der Regel von einem recht lpch gdc icncn Tone mit der entsprechenden Silbe ibk ober idi oder einer sehr ähnlichen Silbe gebildet wird. Samtige ein-, bzw. zweisilbige Lautgebilde im Nachrigallengesang sind: djo, djor, djuk, tüh, ühd djiku, rirdik wati, und verwandte Formen. Die Pau'en befdyränft unser Sänger, der eine geradezu benTundernswettr Un- ernrÜblichkeit entfaltet, in der Regel auf wenige Sekunden. Ta die Silbe, wie schon ermähnt, meist vielmals wiederholt und dabei derselbe Ton beibehaltoi wird, so ist ein Ausschrciben der Nach­tigallenlieder, wenn man am ein ietjr scharfes Be stimmen der Intervalle verzichtet, nicht sehr schwer." Es lassen sich also die einzelnen Lieder der Nachtigall in unserer Notensdnift annähernd rotebergeben, unb es finden sich darunter geradezu Drückende Stellen von ter höchsten Tonschönheit. 2U3 das herrlichste aller Lieder bezeidpret Hofft mannbasjenige, bei dem in den ersten langgejogc- nen -tonen eint1 wehmutsvolle Klage zu liegen schemt. TiesKlagelied" verknüpft bann die Nach- rigau mit wechselnden anderen Tongebilden zu stets neuen .musikalischen Scköpfungcn.

Zwei Geschichtea von Mark Twaiu.

Zutn 11. Todestage Mark Twains werden in Amerika zwei Geschichten des amerikanischen Humoristen bekannt, die für den unnachahmlichen trockenen Dankcehümvr Mark Twains sehr dxraiT teristrsch sind.

Ter gemeinste Kerl, den ich je gekannt habe,' sagte er, lebte in Hanrnbal U S A Er verkaufte seinem Schwirgersohn zur Hälfte eine sehr gute Kuh und weigette sich bann, mit timt bie Milch von der Kuh zu teilen, mit der B grünteng, daß er rhm nur die vordere Halftt' verkauft habe. Der Sd)wiegersvhn war verpffidttet, das ganze Futter für die Kuh M liefern und sie zweimal täglich zu tränten. Schl ießlich nahm die Äüh den alten Mann noch ein wenig unsanft aus die^Hörner, woraus bie'er seinen Schwiegersohn auf Schadenersatz und Schmerzensgeld vertagte. Wirklich gemein!"

Und eine zweite:

Jungs," sagte Mark, ,^Jhr habt oklerhanö Geschichten erzählt, die interessant sind, aber ziem­lich fragwürdig Hier erzähle ich Euch eine, die Stein gewordene Wabih.'it ist. (rimratf, als ich mich in Hannibcck aufhielt, brach ein Fmer aus unb ter alte Hennessy wurde un sechsten Stock seines Warenhauses abgeschamien. Keine Leiter reichte so weit. Eine Zeitlang bettachtete ich ihn, wie er im Fenster stund, der Flammen um ihn her: dann sagte ich:Dio Sache wird langweilig: holt eine Leine!" Jemand brachte sie. ..Schmeißt sie ihm Pi!" b-rMte ich Jemand schmiß.Binde sie Dir um den Leib!" brüllte ich Hennessy hinauf. Er tat es. Und ich y>g unb tntte ihn ba£b unter"

Eine nene elektrische Kraft.

Zwei junge schwedische öddyttm, Alfred Jdbn- fen und Knud Rohbeck, haben eine neue elektrische Kraft entdeckt, bie sie zum erstenmal tn dem Lon­doner Institut für elektrische Jngenieuttecharik vor­führten. Die Sachverständigen dieses gelehrte« Kreises erklärten, daß diese Entdeckung fraglos die wichtigste ist, die in den letzten 10 Jahren auf diesem Gebiete gemacht worden ist. Tie neue Feststellung der beiden Schweden besteht darin, daß, wenn ein mißerordentlich schwacher elektri­scher Strom durch ein Stück Achat oder Schiefer und ein damit in Verbindung gebrachtes Stück Metall geht, bie beioen Stücke so fest aneinanbei» haften, tote ein Stück Stahl an einem Magnet Das wichtigste bei dieser Grfdieünmg ist aber, daß diese Anziehung schon durch ein Millionste Teil des elekttischen Stromes ausgelöst wird, der im Falle des Magneten und Stahls notwendia ist. Daher kommt die große Bedeutung der neuen fitaft für Telephonie imb Telegraphie, besonters für btt drahtlose, so baß vielleicht badurch eine ganz neue Epoche der drahtlosen Telephonie und Telegrap die eingeleiiet iuirb.Wir benten," sagte Johns« bei einer Erklärung seines LlpvarateS,baß bie neue straft besonders für drahtlose Verbindungen in Anwendung kommen kann. Sie macht eine neue und sehr verbesserte Form des lautsprechenden Tele­phons möglich, imb sie nrirb auf weiteste Entfer- innwcn bie vollkommen deutlich.' Wiedergabe von Musik gestatten. Vmläusig ist unsere Entdeckung nur ein neuos Prinzip, dessen praktische AuSflestav' tung der Zukunft Vorbehalten bleibt, doch roirb s« für die Entwicklung der Elektrizität in den ver­schiedensten Richtungen voraussichtlich groß» Dienste leistem"

Uebermut.

Don Cäsar Flaischlerr^). Hellblauer Himmel und Sonnenschein . . . so will ich's haben, so muß es sein, wenn ich nach Zeiten voll Warten unb Weh meine Liebste wieberseh!

Hellblauer Himmel unb Soratenschein. . . so will ichs haben, so muß es sein!

Tal und Höhe in horchendem Traum, ftrnqgrüne Knospen an Busch unb Baum, Amselruf von irgendwo . .

ganz leise nur alles und doch so froh, o so jubelfroh,

wie ich selber, wenn ich nach Warten und Weh meine Liebste wiederseh?

Unb später einmal ists nicht mehr bloß Trauns nicht mehr bloß Knospenyeflirr und -flaum! jauchzende Lieder durchklingen den Tag in Blüte unb Blust stehn Höhe unb Hag, in gottenen Garben Wiese und Feld, die ganze Welt ein seliger Garten

voll Rosen und Sommer imb Sonnenschein . . unb so will ichs haben unb so muß es fein!

nrirb das nie tun ihrem Sprößlmg einen leichten Klaps gegeben, so eilt die gan^e Familie voll Bestürzung in den Haustempel, und reiche Opfergaben und Gebete versuchen die beleidigre Seele des Kindes zu versöhnen unb zum Bleiben auf bieser Erde zu bewegen. Nirgends auf der Welt steht man Kinder so sanft, so lernbegierig, so voll Vertrauen. Wo ist sonst noch ein 2-anö, wo ohne Schulen fast jeder lesen und schreiben kamt, wo Knaben Ornamente in den Sand oder auf die Mauern zeichnen, um bie sie mancher, der sich bei uns ein Künstler nennt, beneiden würde, wo kleine Mädchm aus Lontarblättern unb Blumen ten Schmuck flechten, ihre Heinen Opfer gaben nach den Tempeln tragen unb ebenso fromm frier beten können wie ihre wunderbaren Mütter? Ferner darf der Mcnsck auf Bali nicht zu heftig nach etwas verlangen, sonst folgt seine Seele seinen Gedanken, und er selbst bleibt unbefedt zurück. Mit Tieren und Pflanzen spricht der Balier tote mit Menschen, und lvemt ste nichi- auf seine Ge­danken entgehen, so entschuldigt er sie, daß ihr Seelenstoff augcnblirflid) zu wenig tenzentriert anwesend ist. Ern Jüngling, brr die Zuckerpalmc erklimmt, um ihren Saft zu zapfen, umarmt den Stamm zuvor als ferne Braut imb redet sv zu ihr. Niemand hängt stärker an feinem Geburtsplatze tote der Balier. Alle Dewas, d. h. guten Geister, die sich eine menschliche Seele zum zeitweiligen Aufenthaltsorte wählen und mit deren Hilfe allein der Mensch zu guter unb fruchtbringender Tat im­stande ist, kötmen diese Seele nur dort wieder- finden, wo sie als Tautropfen vom Himmel herab­gestiegen ist." So offenbart sich hier eine Einheit von Natur unb Mensch, ein harmonisches Blühen und Reifen in höchster Schönheit, wie es dem zivilisierten Menschen langst verloren gegangen ist, und in den Bildern des Werkes entfaltet sich vor uns das Dasein eines asiatischen Volkes von un­vergleichlichem Reiz.