Ausgabe 
10.12.1921
 
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Samstag, 10. Dezember 1921

m. Zahrg«-

Erstes Blatt

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhesse»

Vrvck hh6 Perlog: vrübl'fche Univ.-Vach» and Steinörecferei R. Lange. Schriftlettang. ^efchaftrstelle und Drnderel: 5chulpratze 7.

lkr. 290

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infolge HSHerer CtiwlL «rufpr «ch-NnIchiast«: rbieSd)niU.iwng 112; für Druckerei, Verlag *nft <Bejd)4flsfteHe 51. fl*ld)nft für vradwech- richten: Snjeiger Vtrtze».

Poti it* tau«:

tranf un t. M. 11*M.

jbm 9iaAm.tto; wb« cduefede Lerkiudl'chUsN. »rett ftr l r-.m tzätze ftr '(njfiuno 34 mm Vreito örtlich 35 V . cu»B»tat« 65 IM ; für Reklame. ?l ; e > qen pon 70 mm Stritt 250Pf. Bei Platz. oodd)r.!i . Ruf'chlug. ftüBpi|4nft(ltcr: *ux H aetz ^erantwonltch für Politik .leg Do«»; füi den übrtqtM 3»d.

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Vnjci irnleii: f>an» Bedt, |4mthd) tu Dteh,,.

öod)CTTrüdtbndu

Was bk Cteueren!(hüffe des Reichstags fn schleppe"den 'Perbonblunqen jetzt entschei- 5en, bas ist von keiner überragenden De- Deutung und erregt auch kein besonderes Auf- jeden. Unser finanzielles Schicksal entschei­det sich in London. 3n der Ebbe und Flut der deutschen Valuta zerrinnen alle Ziffern und Dlüne innerdeutscher Anstrengungen. Trotz- 6cm müssen natürlich in beschleunigtem tempo die Steuern unter Dach und Fach y?5md)t roerden. Das dicke Ende einer völlig 1 c u e n, verstärkten Finanzreform wird später Nachfolgen. Warten wir nur einmal ab. was die Bedingungen, unter Denen England und Frankreich vielleicht geneigt sein werden, die kknitschen Schulden aus demFriedenSvertrag »i stunden oder zu erleichtern, uns vvrschretbcn werden. Das wird Dampf in die Steuer» maschine letten, Parteien und Staatsbürger indessen bereit finden, sich ins Anvermetd- lldje zu fügen vorausgesetzt, das) wirtlich Und endlich aus den vielen neuen Erleuch­tungen. von Denen wir jetzt täglich besonDerS aus EnglanD hören, willensslark auch Die Kon­sequenzen gezogen wer Den. Die heutigen Mcl- bungtn über angebliche Aeu Herrin gen Lvu» cheurS und Lloyd Georges lauten nicht gerade sehr ermutigend. Die englischen Gewerk- schaften und die Arbeiterpartei haben jedoch die notwendige Aenderung der Deutschland gegenüber zu führenden Politik noch einmal dringlich gemacht, und eS ist schwer zu glau­ben, daß auS all den vielen Konferenzen her­vorragender Politiker und SlaatSmänner. aus dem lebhaften Meinungsaustausch aller betei­ligten Regierungen wiederum nichts anderes herauskvmmen sollte als neue Fußtritte für unser gequältes Volk. Die Reichsregierung Hetet uns weiterhin das Symbol des armen Abgebrannten, der sein' Sach' auf nichts ge- fhfit hat , si kann ale nicht ce d st- h Darauf sein. Sie bat für die Tragik des deutschen Schicksals nur untragische, gar zu schwach- ntütiw und hilflose Gesten. Auch die Presse- rebe des Reichskanzlers, von der sich fast nur dieausgeprehte Zitrone" und der ..Topf ohne Boden" der Erinnerung einprägten, bat auf die deutschen Gemüter keine nv6)daltige Wirkung getan. Es wirdoben" ängstlich ver­mieden, nach außen hin den Eindruck zu er­wecken, als ob in unsere 70 Millionen Men- dien noch einmal ein Funke wehrhaften natio­nalen Geistes hlneinfahren könnte. Trotzdem tönen uns heute die schmetternden Beschuldi­gungen Der Herren 26feure unD Bartbvu, des früheren und des jetzigen Kriegsministers, aus der französischen Kammer entgegen. Sie reden im Ernste von Deutfdwr Mobilisierung, erklären, daß 7MUlionen nxthrhafter Männer in Deutschland zu viel für Frankreich wären, und beklagen, daß die deutschen Kasernen- bauten noch nicht hätten in Trümmer gelegt werden dürfen. Ei. da muß wohl der deutsche Michel mit kläglicher Gebärde ein neues Zeug- iriS absoluter Gebrochenheit ablegen? Man verschone uns damit! Aber wir wünschten uns eine Regierung, die bei diesem Anlaß naclcholt, was nach Der Washingtoner Rede des Herrn Briand versäumt wurde: eine deutsche Antwort, voll friedfertiger Abwehr törichter und-williger Entstellungen, aber auch voll Mark und Rachdruck im Bewußt­sein Der allerdings nicht aus Der Welt zu schaffenden, uns noch gebliebenen deutschen Bvlkskraft. Eine würdige Warnung vor frevel- hafte n Spiel mit diesem großen Volke würde ut Dasi)ington und London einen vorteil­hafteren Eindruck machen als die erwartete Sklavengrima sie. Es hieß ja, Präsident Har- ding wolle die Deutschen jetzt gerne Hören. Wir Heben Inmitten ernster Entscheidungen, vor einer neuen Diskussion des Versailler DertrageS. und diesmal ist eS der deutschen Regierung yi reden erlaubt. Es gilt nicht, in der alten Horm die früheren Streitfragen wieder auhu- werfen, auch muß der Sinn für das rechte Daß und den Ernst der Stunde unnütze Pole- mik zurückstellen aber es hat sich in den Örel fahren des neuenFriedens" doch wahr­lich vieles rffenbart, was mit ni<fbalt:ofer . Klarheit auch von einer deutschen Regierung aufgedeckt werden Darf. Die Böller sehen tmd spüren jetzt Die Wirkung Ihrer Taten; sie mögen dazu auch hören Die Wahrheiten unD Bekenntnisse Derer, Die sie geschmäht und moralisch zermürbt batten. Statt dessen sehen wir vorläufig nur. dah Herr Wirth in seinem Parteiblatte, DerGermania", offi­ziöse Entgegnungen auf französische Ber- orebungen ausstreuen läßt. DaS dämpft Den Hchall und beschert uns kaum einen Forsi^ritt. UnD schon Droöt Der Prozeß gegen Die Ange­klagten des Kapp-Putsches Dem Parteihader neue Rahrung ;u geben, großen Teilen un­seres Dolles aufs neue zu vernebeln, wobtn der rechte Weg zu in Wiederaufstieg sich er- streckt.

Der örfoIqberOren, die nach jahrhun­dertelangen Kämpfen von Großbritannien sich jetzt ihre Freiheit und älnabhängigkeit erzwun­gen haben, lehrt unS, was der beharrliche, un­beugsame Wille eines Doikes durchzuseyen vermag. Wir Deutsche sind jetzt unfreier als die Leute auf der grünen Insel, die sich sogar ein eigenes Heer halten und als ein gleich­berechtigtes Glied Im britischen Reichsver- bande sich fühlen Dürfen. Rur strategische Sicherungen hat England sich Vorbehalten. Rach einem Bericht derKöln. Ztg." aus London erhält Der Freistaat Irland irn bri­tischen Reiche die Stellung Kanadas; dieses Dominion sei wohl als Muster ge­wählt worden, weil eS in Der Derfassung feiner Provinzen und in Den Rechten seiner französi­schen Minderheit für den späteren Einschluß lllfterS in Irland das beste Borbild abgeben würde. Hierzu macht Der genannte Londoner Berichterstatter noch folgende 'Bemerkungen:

.SS i1i aber auch zu beachten, bah Kanada alS das Dominion gilt, VaS leine UnabbängigtcU Mn weitesten au*gebaut hat; trägt cS sich doch mit dem Plan, einen eigenen diplomatischen Ver­treter nach Washington zu senden und mit dem andern, den Gencralgouv.rneur, der Die Krone vertritt, nicht mehr aus Grund deS Vorschlag- der ReichSregierung sondern feiner eignen Regierung ernennen zu lassen IedensallS werden die Sinn- Feiner bei dem Vergleich mit Kanada, zu dem sie jetzt versesiung^g'mätz d?rechigt sind, mehr an die Unabbängilcit diele- Dom mionS als an seinen britischen ü baralter denken, wie daS einer der irischen sinter Händler. M chael EollinS, bereits heute tut, indem er im Manchester Guardian an die Stellung der Dominions bei den Inter­nationalen Erörterungen der letzten Iahre er- trmert und die Worte beS kanadischen Ersten Ministers Borden an führte: .Der unbezähmbare Geist Kanadas machte eS ihm unrnr-glich. auf der Friede skonse- renz, tm Völkerbund oder sonstwo eine Stellung einzunehmen, in der cS andern Rationen nicht gleich gewesen wäre, die in ihrer Entwicklung we­niger vorgeschritten, in ihrem Volksreichtum und Bevölkernngözustand weniger begünstigt und in ihrer Unabbängigfeit weniger vollendet waren." Richt daö Dumte verfassungsrechtliche Vaud, daS die Dominions noch mit dem Mutterland ver­bindet. darf nach EollinS an dem Verhältnis zwischen England und Irland baS Entscheidende ein. sondern die praktische Selbständig- elt der Tochterstaaten, die nur als rete Länder bereit sind, eine gewisse Inter­essengemeinschaft untereinander und mit Eng­land einuigcben. Ds ist deshalb auch nicht möglich gewesen, Vereinbarungen über eine gegen­seitige 2a-if frei beit in den Vertrag auszunehmen; Irland erkält dass.lbe Recht. Zölle gegen Eng­land und ge-gen andere Staaten einzuführen, wie Kanada Schließlich Darf Irland nicht nur ein HcineS Heer, sondern auch eine eigene Flotte zum Schutz seiner Küsten halten, und cS wird nicht Tanne dauern, bann werden die Engländer die irische Flagge auf irischen Kanonenbooten wehen leben. Kein Wunder, dah ein Carlen, der alte Führer lIHlerS, aufruft: .Ich dachte nicht, bat) ich einen Tag so tiefer Demütigung für Groß­britannien erleben würde!"

Lloyd George hat immerhin schwere Sor­gen vom Halse. Er wird von allen Seiten beglückwünscht und bat seine Stellung neu gefestigt. Er ist als Staatsmann großen Stiles unabhängig von jeder Parteistellung gewor­den und trägt sich ja auch, wie heute ge­meldet wird, mit dem Gedanken, eine neue große ..nattonale" Pattei ins Leben zu rufen, die wohl als politische Leibgarde für seine Politik gedacht ist. Wird er nun an eine ernste Auseinandersetzung mit Frankreich geben? Er wünscht Briand noch vor Weih­nachten zu sprechen unD läDt ihn ein, nach London zu kommen. Die Sprache Englands gegenüber dem rabiaten Alliierten ist wieder geschmeidiger, freundlicher geworden. Viel­leicht gedenkt der Meister der britischen Poli- tif dem französischen Kollegen aus der Deut­schen Zahlungspflicht einige Zuaeständn'.s'e in Die Rocktasche zu schieben, während et ihm dabei zugleich Die mit orientalischen Schätzen all.zu s^wer beladenen Mantelschöße leert? jedenfalls bat Deutschla nd nur solche Zugeständnisse" zu erwarten, die dem eng­lischen Wirtschaftsleben Dienlicher sind als die bisherigen Methoden. Man läst.i in London schon deutlich Durchblicken, daß man keineswegs Daran denkt, uns vor Den Franzosen irgendwie zu begünstigen.

Die 1Bcrf)cnbTungen in London.

ß o n b o n, 9. Dcz ' WT B ) Der Terdrerftal­ter der .üor-rC RewS K-nbt. bte Regiere.-g b?e für Die Verfch-. bu 'g derRepaoatwrS-ehlunaen fei wurde durch nedvr gl.che 7-vrfr, Na- gen fei-e 5 der Londoner (Sil) bennfufi:. die dafür ein- trete Dafj Deut'chland eme Atempause ge­währt werde. Llovd George ha: Rathe- n a u bisher nvch nicht gefeben. OS fei wabrschein- lich, dah eine 3ufammcn!unft zwilchen beiden ftalt- finben werde.

ßau: _C:xnirg Standard ;ettrcn vt' -r. o Icf.ei Jrcrtcrungcn mit 2 q « d) e u r CLcinu - jofen. Von britischer Seite sei die Ansccht auS-

gedrückt worden, daß Deutschland nicht in der Lage sein werde, die Ianuar-Rate zu zahlen.

Paris. 9. De, «Weist ) Wie bte Vlorgen- blätter berichten, ist Minister Lvucheur In Dem gleichen Hotel abgeUlegen, in dem Dr Ra­then a u womit. Dce beiden Minister hatten gestern nachmittag eine längere Unterredung Rach dem .Matin" Hal sich Dr Rathenau ent- fchlosien, London nicht vor der Abreise LvucheurS zu verlassen.

Der Korrespondent beS .Petit Journal" meldet seinem Blatte auä London, die Unter- redung zwischen Dr Rathenau und Minister Loucheur. die gestern nachmittag ftattarfunben biibe, habe eine Stunde gedauert Dr Rathenau balx Loucheur den Zweck ferner Reife aiucin- andergefctzt und ihn über feine arbeitsreichen Verhandlungen unterttchttt. Der Unterredung habe niemand beigewohnt.

Ucber die gestrigen Unterhandlungen, die Loucheur in London mit S i r Robert Horne geführt habe, berichtet man dem .Petit Parifien" auS London, daß S i r Iohn Drad- b u r n den Beratungen beigewohnt habe. Von franzöfiicher Seite wurde Loucheur von dem Fi­nanzsachverständigen E he y f l o n unterstützt. Die Unterhaltung Drehte sich insbesondere aber um baS Wiesbadener Abkommen Louch?ur habe von Der Ro.wendigteit gesprochen, in der sich Frank­reich befinde, rafchestenS die verwüsteten Ge­biete wieder aufzubauen Er habe sich von seinen ersten Verhandlungen mit Sir Robert Home, die zwei Stunden gebauert habe, befriedigt gezeigt. Um 5 Uhr nachmittags habe sich Loucheur mit Sir Robert Home zu Lloyd George nach Ehe­quer begeben, der ihn eingeladen habe, den Abend und die Rächt dort zu verbringen.

Lloyd Gkorgr lädt Briand nach London ritt.

Paris, 9. Dez. (WTB.) Havas meldet aus London, Lloyd George habe 2 o u - cheur gebeten, Briand mitzutellen, daß er mit Rücksicht auf die außerordentlichen Sitzungen des bttttfchen Parlamentes zur Re­gelung Der irischen Frage England nicht ver- laffcn könne. Er bitte deshalb Briand, so­bald wie möglich, und zwar vor Weihnachten, nach London zu kommen. Lloyd George habe hinzugefügt, diese Zusammenkunft zwischen ihm und seinem französischen Kollegen solle keinen offiziellen, sondern einen persönlichen Charakter haben.

Paris, 10. Dez. (WTB.) Minister Loucheur, Der gestern abcnD von seiner Reise nach LvnDon zurückgekehtt ist. habe BrianD eine EinlaDung zu einer offiziösen Aussprache mit Lloyd George, der auch Lou­cheur beiwohnen soll, überbracht. Diese Zu­sammenkunft solle einer Sitzung des Obersten Rates vvrauSgehen, und, wenn möglich am 16. Dezember in London, jedenfalls aber noch vor Weihnachten ftattfinDen. Minister Lou­cheur erklärte über seine Reise, seine Ein­drücke seien ausgezeichnet. Er habe nicht nur mit Lloyd George, sondern auch mit Sir Ro­bert Chamberlain und Winston Churchill ver­handelt. Ebenso wie die Regierung sei auch Die City vollkommen von den Rotwendig- keiten, auf die Frankreich Anspruch habe, überzeugt. Eine Unterhandlung, Die, wie er hoffe, demnächst ftattfinDen werde, werde aus­gezeichnete Ergebnisse erzielen.

London 9. D«v Amtllh wird mitgeteilt: Sir Robert Home unD Minister Loucheur setzten Llovd George beule vorn Cn^ölt ihrer gc : iqen QM^rehumcn üb?r DaS WieSbad ner Slbfomn-.c-! un > üllg n in ;

in Waren in Äcnntnii. Man kam zu dem Schluß, daß ein informeller Meinungsaus­tausch zwilchen Briand und Lloyd George wünshrnZwert fei Die DaS Reuter­bureau vernimm;, wurde ver inbart daß Briand noch vor Weihnachten zu einer B sprechung mit Lloyd George nach London kommen soll.

Die Haltung Lloyd ttteorqeA.

Paris, 10. Dez. (WTB.) Rah dem ..Matin" soll Llvvo George erllätt ha­ben, er verstehe vollkommen die Lage Frank­reichs. und er bitte Loucheur, Die öffent­liche Meinung Frankreichs vollkommen zu be­ruhigen. Man wolle mit Deutschland kein Moratorium absch'ießen. De Engländer f?ien mit Der. F-an^osen über die Tatsache eint: daß Deutschland lehr reri? getan hZ'te, um feine Berpflicht:ngen erfüllen zu lönr. *n. Man müsse die Deutschen an ihre Derpslich- hingen erinnern. Aber eS herrsche in der Welt eine Lage, die befeittgt werden müsse. Man müsi' bessere Methoden suchen. Llovd Gcoree Haie bir»ucefüqt. trenn in Der An gelegenheit Der Revarattonen gewisie Opfer gebracht werden müßten, um ein allgemeine? Einverständnis zu erzielen, so werde England sich dem nicht entziehen.

französischer Bert ' t

Über die ^timtnmtq in England.

Paris, 10. Scl «WTB.' D-r Londoner Bertch:-rstatter des ^TempS" meldet die öffcnl- lichr Mei.'ung in England nei^e dazu, die Er- örtenna über das Wiesbad^ne A kommen bin- cu5 auf deS cctam? Revarationsprotlem auS- en Auf alle Sn.'n. oe ondevs in Ar- xi.tJttJcn. Lvknnc ma.i sich zu ber Süffaffaug, baß eine Abänderung Der Repara­

tionsbedingungen unter dem London« Zahlungsstatut dem wtrtfch»sitlich barniebeiliegen* ben England fdn Heu bnn.ycn nvirbe. Es müsia fcstgesteUt werden, bat) bi< rnjfäx Regierung in gcwtllcm Grade dem Sinflu1: < errfchenden Borurtetls unterliege Ihre H^.liung auf der nächsten Konferenz des Oberste i JtateS schon »etzi anzuged'n. wäre noch verfrüht, aber sie neige der Idee eine# begrenzten Morato­riums für Die deu11 che n Barzahlun­gen zu. untiT der Bedingung, datz Deutfchlanb feinen Verpflichtungen im Januar oder auch den Forderungen Im Zanuar und Februar genüge und die besten Garantien Dafür ge!*. daß r» in kür­zester Frist die Finanzen in Ordnung brfugt. Otn deutsches Zugeständnis wäre nicht denkbar ohne gewisie Konzesiwnen unter Den Alliierten Die sich auf die interalliierten Schulden ober auf den ReparationSantril Der tnlerclherten Länder be­ziehen würden.

(^tne nrite nationale Partei in (England.

London, st. Dc« lWTB.l .Pall Maki and Diebe" berichtet, da» Ende der Koalition in ihrer augenblicklichen Zusammensetzung sei in der nahen Zukunft zu erwarten Lloyd George werde aus Der große-, Part. Konferenz am 51. Ianuar in London Vorschläge für Die Bil­dung einer neuen nationalen Partei bekanntgeben Die Partei werde sich aus Kon­servativen, Unionlften und Koalit'vnslibeoalen zu- sarnrnensetzen.

Eine strittige Rechtsfrage zwischen Bayern und dem Reich.

Berlin, 9 De.z sWB) Der Reichs'agS- auSf(fcuh für Die Unterfu<t>u:ig Der Zustände in Den Strafanstalten hatte heute eint De- lt>rc<twig über die geplant? Dellch igung ber Fes!u:mS<rnstal t Rieber schor.enfeld in 'Ba .^em. Der bayerische Gesandte v P r e g e r »i«*S darauf bin, bah Der bayerische Minister-Präsident tm HauShaltSauSschutz DeS Bayerischen Landtages klar die Tlnfidü vertrat, Dah eine Kontrolle ber bah^r.schen Ct-afanftalten durch ben R ichSiagS- au*|d)uh rechtlich Durchaus unzulässig feC Das Recht zur ReichSaufsicht dsiitz' nur die Retchs- regieruna, tächt aber ^r Reichstag. Rach Der ReichSverfasiultg könne ledoch die RZchSregierung eine Aussicht nur in jenen Angelegenheiten auS- üben, ht denen Dem Reich DaS Recht der Gesetz­gebung Adftebe CTnSbcfonb-re habe sie nicht baS Rech-t. Krmunssäre zu Va. b Sr giTurgen zu |m- den unD Die Beseitigung von bertn < a tretenwi Mängeln au verlangen 5>ie ba>>erische Reiterung- müsse daher zu ihrem Bedauern ableb- n c n, i'e.i von vielem UntersuchungsauSschun bc- 'ctlcffrre i Augc schein in der Festung Rieder- schönenselb zuznb'.sien. Zum Schluß bat Der Qk- fanbtc ben AuSfchutz, seinen 'Befchlutz zu revi­dieren.

Dei Vertreter b~S Rei'chJ.ustlzministertumS, Geheimrat Zweigert. erklärte, hinsichttich der Reä lSsrage er persönlich -x :en Die ju- riflid/j BeweiSsühru g DeS h-aherifder: Gelandten gewisse Bebenten, müf'e sich aber >chructd.iltung auf erlegen, da Die ReichSreglerung zu ber Frage, Mo zweifelhaft und auch in Der Literatur he­ft ritten wurden sei. noch nicht abschlietzead Stel­lung genommen habe Gelange man In Der RechtSsvag.' u feiner ilebrtxfnlllrmmnii mit Bay- cm, so werbe sie gegebeneafall8 trm ö'aatS- giTidr'.Äbnf u entscheiden fein Einer Aufrclltin« Der Xcdj»frage werbe eS aber barm überhaupt ni<t! bedürfen, tnenm Der AuSschuy auS politischen ur.D ??cx 'm i h:g'eitZgrjn Den auf der Durch­führung deS früheB'schiusi-'S t> rz si^te An A'siatz, auf der Durchführung DeS BsichlusieS au bestehen lier^ür den A Slchust um fr» weniger vor, als die Tcri'ältnHe in Ricberfchönenselb AHr Zeit Gegenstand von Verl>mZungen bei Re chSwsti'MmisteriumS mit Bayern bildeten.

um Sol ist ttnirV em 2-t ag Merck (B Bp.) wonach bei Aufschub bef f*Iieht, von b~m Doll- -,uge de^ AuSs^M b schl's eS rx>m 22 TV t> mbet mit Rücksicht auf bte flriititr Rech Sfraqe Ab'kaod au nrd-n< mit ben Stimmen ber Deutsch- Mtipnatcn. der Deulschm Volk pirtrt, d«S Zen­trums und bet Demokraten angenommen.

Die Washinytoner Konferenz.

Paris, 9 Dez. (WB ) Der Sorbe'berfcht- etftattet der Havasag n ur meldet auS Washing­ton 2er Entwurf DeS Ab r mmenS der vier Mächte, durch b:c das Statut ber vazllsichen Inseln fest- gelegt werl'-r". solle, fet in bte vo -ere Lethe der >.-rf r rb.-.t' r g t: en Viviani habe die A hn <- c* Entwürfe, du ch Frankreich em-

-ihe 2Litn< rt vvn B l md werbe in kurzer Frist erwartet D?S Abkommen werbe ausschlirf'ltch aut Die Inteln L Satzung fin« . vn. Ent b:c v-ier Öignatarmädxe im Stillen O^ea» tc'i'en Dagegen werde cS sich nich: auf Die Küsten tej St.Uen C.yan# ertranken, 'm ein : ~rcrt'.gc-s Rblommen Die lapanisch-i Rechte auf Korea wieder in Frage ftrtlen, un> enc nähere Beltimmu g ber lapansichen öicllunn in ber Wan! Ichurei sowie Eie R- crlu^g ber Frage ber Pacht 'eb^e in Ibra hervrtsiihren mütz e alles Prcb^eme. ?ercn Li su g hnkel *e; Edo f'.wenrg w f sich dar» Ab .mire ruf 3 b a by

-., wv 'rinzosstch-- 6:ut> r i! ! cnEkiüP.ig f -ststehe. 22>; sehe vvn ber Au cchtrtchatturg des :erritoriale.i Statue au- ün S'üen Cjean werbe DaS ALsiommen für den Ks-.sst.ttfall eine Frist von 6 Mr natrn DortetKU. in Der Die vier Lig^ai.-rmächte sich bmuchen würden. Den Streit­fall friedlich bei uleg.n.

London. 9. De;. (WTB.) Der Washin» tonet Berichterstatta- der .Moruin/, xnd»