Ausgabe 
10.12.1921
 
Einzelbild herunterladen

bet ergänscnb zu dem Vierlänbcrvertrag, bah Die VerrragSdauer auf zehn (Zähre fest- gesetzt worden sei Dir Aufhrbunz des engsisch- japanllchen QSunbniffed werde do.* der A nähme >e« Dierländerver träges In der vecsallungs- uätzigen Methode durch dir unterzeichneten Län- >er abhängig gemacht, was bedeute, datz baä Abkommen, das tatsächlich der Vertrag sei, von dem amerikanischen Senat ratifiziert weiden müsse, um wirksam zu werden. Der Berichterstatter wirst die Frage auf, ob der Vertrag ratifiziert werde oder den Weg des Versailler Friedens gehen werde. Harding hofft, das) er ratifiziert werde. Derselben Ansicht seien die Senatoren Lodge und Linderwood Sie wählen. bah sie im Senat auf heftigen Widerstand stolzen würden, hielten den Widerstand jedoch nicht für unüber­windlich.

Der Prozeß Iayow.

Leipzig. 9. Dez. (WTB) Ludendorff, als Zeuge vernommen, erklärt, die Angabe des Dlattes, Kapp. Ludendorff und Lüttwih 'eien die Anstifter des Kappunternehmens, treffe auf seine Perlon nicht zu. Der Zeuge verliest daS Pro­gramm der Aationalen Vereinigung. Die bolsche­wistische Gefahr trat ernstlich im Zanuar 1920 in Erscheinung. Lüttwih und Kapp trafen sich in dem Gedanken, sie abzuwenden. Damals stand auch die Auslieferung der sogenannten Kriegs­verbrecher auf der Tagesordnung, ferner die ver­fassungswidrige Verlängerung der Aationalver- sammlung und die Befürchtung, daß die Wahl des Reichspräsidenten nicht durch daS Volk erfolgen solle, sowie auch die drohende Bildung einer Voten Armee in Westfalen, so das) die Auflösung der Marinebrignde nicht als wünschenswert er­schien Gr ersah ledialich auS den Zeitungen, daß die Brigade Ehrhardt in Berlin einrüden werde. Am 13. März, als der Einmarsch er­folgte und Kapp in der Reichskanzlei war, horte der Zeuge, Last der Generalstreik proklamiert sei. Darin sah er eine groste Gefahr. Kapp erklärte, er hoffe, das) eS ihm gelingen werde, die Regie­rung auf breiter Grundlage zu bilden. Am Sonn­tag wurde Ludendorff telrtrhvnisch gebeten, in die Reichskanzlei zu kommen. Die Sitzung, die frort abgehalten wurde, könne nicht als eine Ka- btnettsihung bezeichnet werden, da immer durch­einander gesprochen wurde. Abends wurde Der Zeuge nochmals hinbestellt. General Märker teilte mit, die Reichsregierung stehe seinem Plane wohlwollend gegenüber. Am Dienstag war wie­der ein grobes Durcheinander- in der Reichs­kanzlei und eS wurde gesagt, es seien Verhand­lungen mit Schiffer im Gange.

Ludendorff fuhr fort: Lüttwitz erzählte, die Reichswehr und die Sicherheitswehr stünde nicht mehr hinter ihm. Das bewog Kapp, sein Amt niederzulegen. Rur Zagow war gegen die Rieder­legung. Lüttwih legte am Rachmittag fein Amt nieder und sprach die Hoffnung aus. dast die von Schiffer in Aussicht gestellte Amnestie ihm und anderen Offizieren gewährt würde Es wird der Brief vom 1?. März 1920 an Ludendorff über das Mistlingen des Kapp-Unternehmens verlefen. Ds wird darin gesagt, Ludendorff habe von den Vorbereitungen zu dem Unternehmen gewubt und er, Ludendorff, werde sie, die Teil­nehmer, jetzt hoffentlich nicht im Stich lassen. Der Zeuge erklärt, dast dieser Brief ihm bei der Vernehmung in Leipzig vvrgelegt wurde und wahrscheinlich von Terbitsch-Lincoln herrühre. Er­halten habe er den Brief nicht. Auf die Frage deS Präsidenten erklärt Ludendorfs. er habe am 13. März auf alle Fälle Blutvergiehen verhüten wollen, deshalb sei er in der Frühe am Dranven- burger Tor gewesen. Rach der Reichskanzlei sei er am 13. März aus freien Stücken gegangen. Mit dem Kampf gegen den Bolschewismus sei es 3m und anderen heiliger Ernst gewesen. Dieser Kampf sei nicht als Aushängeschild für das ' Kappunternehmen benutzt worden. Ludendorff wird nicht vereidigt.

1 Es folgen weiter« Zeugenvernehmungen. U. n. sagt der Kapitän zur See von Rosen­berg, Befehlshaber der Seestreitkräfte in der \ Ostsee, auS, er sei mehrere Male in Kommandeur- versammlungcn gewesen. Es wurde davon ge­sprochen, da stlediglich die Auftechterhgltung der Ruhe und Ordnung in Betracht komme. An den Versammlungen nahmen Offiziere der See- und Landstreitträfte teil. Gs wurde bestritten, dast ein Rechtsputsch beabsichtigt worden sei. Zum Schluh der Sitzung wurden mehrere Zeugen, ^darunter Ludenoorsf, nachkräglich vereidigt und die Weiterverhandlung auf SamStag vormittag vertagt. -----------

Die neuen Ortsklassen für die Beamten.

Berlin, 9. Dez. (Wolff.) Die Im Reichs­finanzministerium gepflogenen Verhandlungen mit der Beamten s cha s t über das endgültige Ortsklassenverzeichnis, die nahezu drei

Wochen dauerten, sind nunmehr abgeschlossen worden und haben zu einer vollständigen Eini­gung geführt. Den Wünschen der Beamten ist weitestgehend entgegengekommen. Die auf Grund der Verhandlungen auägearbeüete Regierungs­vorlage bringt gegenüber den bisherigen Ent­würfen sehr zahlreiche, ins Gewicht fallende Höherstufungen. So kam die Mehrzahl der deut­schen Groststädte. wie beispielsweise Königsberg. Stettin, Halle. BreSlau. Kiel. Magdeburg. Han­nover, Rürrrberg und Karlsruhe in eine höhere Ortsklasse (A); auch von den Mittel- und Klein­städten wurde ein grober Teil gehoben. Gegen­wärtig liegt dem Reichstag der Gesetzentwurf zur Vefchluhjassung vor. DaS Gesetz wird rückwirkende Kraft vom 1. April 1920 haben. Infolgedessen sind die Rachzohlungrn. die sich aus Höherstufungen von Orter, ergeben, sehr beträchtlich. Sie betragen bei kinderlosen Beamten für die Zeit vom 1. April 1920 bis 1. Januar 1922 bei Hebung um eine Ortsklasse allein etwa 1500 Mark. Bei den nicht seltenen Hebungen um mehrere Ortsklassen er­höht sich der Betrag entsprechend. Unter den gegenwärti'.e.i schwierigen wiw chastlichen Ter- \ hält stfsen. insbesondere mit Rücksicht auf die Geld­entwertung. legt die Regierung den gröstten Wert daraus, dast die Rachzahlungen noch vor Weih­nachten in die Hände der Beamten gelangen. Sie hat bereits alle Mahnahmen getroffen, dast tiefe Absicht auch durchgeführt werden kann, handelt es sich doch darum, dast der Reichstag unter Ver­zicht auf Abänderungen das Gesetz fo bald wie möglich verabschi.det. Di? Aurzih'ungen können alsdann sogleich erfolgen. Der Reichsrat nahm ! das Gesetz ohne Abänderungen an, allerdings : nur unter dem Vorbehalt, datz auch der Reichs­tag ein Gleiches tut.

Die Schlichtungsordnung.

Berlin, 9. Dez. (WTB.) 3m vorläu­figen Reichswirtschaftsrat wurde nach einigen Abänderungen in erster Lesung die Schlichtuugsordnung angenommen. Un­ter den heute angenommenen Anträgen befindet sich folgender Antrag von Munzel: Der Schieds­spruch kann nur für verbindlich erklärt werden, wenn zwei Drittel Mehrheit der Mitglieder der Kammer zugestimmt hat und sowohl Arbeitgeber- wie Arbeitnehmerbeisitzer der Mehrheit an ge­hörten. Die Kammer, die über die Verbindlich- leitserklärungeu entscheidet, must neun Mitglie­der. und zwar auster einem Vorsitzenden zwei weitere unparteiische Mitglieder und je drei wei­tere Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitneh­mer als Beisitzer umfassen.

Ferner wurde ein Antrag von Albrecht an- aenrmmen. der die Arb>tterbeisiher gegen will- kürzliche Mastregelungen durch die Arbeitgeber schützen will. Morgen findet eine zweite Lesung der Schlichtungsvrdnung statt.

Ein Wltffcnfnnd in Düsseldorf.

Berlin, 9. Dez. (WTB.) Der .Vor­wärts" bringt in reiner Abendausgabe «iic Mel­dung aus Düsseldorf, wonach die dortige De- sahungsbehörde ein gröberes Waffenlager aufgedeckt habe. Gs sollen zwei schwere und sechs leichte Maschinengewehre, 147 Gewehre und 30 000 Stück 3nfanteriegewehrmunition gesunden wor­den sein. Die Meldung trifft zu. Soweit bisher festgestellt werden konnte, wurden im allgemeinen die Waffen in einer Kaserne gefunden, welche gegenwärtig mit französischen Truppen belegt ist. Die Gewehre usw. waren unter dem Fust - hoben verborgen. Die Untersuchung ergab, dast die Wassen bei den letzten groben Unruhen dort von der Roten Armee untergebracht wurden. Die Franzosen beschlagnahmten die Waffen.--

Aus dem Reiche.

Die Zukunft der deutschen Eisenbahnen.

Berlin, 9. Dez. (WTB.) Hur Ei sen- b a h n f r a g schreibt Staatsminister a. D. Breitenbach in derDeutschen Tages­zeitung" er sei nach den Verhandlungen der SozialisierungSkommtssion des Reichstages, wozu er als Sachverständiger zuaezvgen wor­den war, zu der Anschauung gewmmen, eine Uebcrsuhrung der ReichSeisenbahnen in Pri­vatbesitz dürfe heute nicht erfolgen.

Das Amsatzsteuergeseh.

Berlin, 9. Dez. (WTB.) Der ReichS- tagsausschust für Steuerfragen schloß seine erste Beratung der Rovelle zum Umsatz- steuergesey und stimmte dabei dem An­träge des Zentrums und der Sozialdemo­kraten zu, der den Steuersatz auf 2 v. S). festsetzt.

Berlin, 9. Dez. (WTB.) Der Verband der Hotelbcsiherrereine Deutschlands in Düsseldorf teilt mit: Der 11. Ausschuß des Reichstages lehnte die erhöhte Umsatzsteuer für die

(Siebener Stadttheater.

Dörfenfieber.

Schwank von W. Reimann und O. Schwartz. Giesten, den 10. Dez. 1921.

Wenn wirklich Lachen gesund ist, so glich gestern unser Stadtiheater einer Heilanstalt. Es hat gar keinen Wert, an Werkchen, wie das gestern Gespielte, eine kritische Sonde anlegen, sie auf Herz und Vieren prüfen zu wollen. Sie haben ja nur den Zweck, einige flüchtige Stunden von den Tagessorgen abzulenken und anspruchslos zu unterhalten. Man bringt am besten den festen Wlllen mit, der Parole: .Du sollst und muht lachen" Folge zu leisten und lästt für alles wei­tere die Schauspieler sorgen.

Es lei daher nur fest gestellt, dast die Ver­fasser ihren Schwank in der Gegenwart, auS der Gegenwart und für die Gegenwart geschrieben haben, in der das .Borsensieber" zu den Zeiterscheinungen gehört.

Die Darstellm.g. in die OSkar Feigel alS Spielleiter den nötigen Schwung gebracht batte, erreichte vollkommen den angestrebten Zweck. Die Mitwirkendrn liehen nicht die geringste Pointe fallen, sondern gaben sich redlich und erfolgreich Mühe, die La^musleln ihrer Zuhörer in Be­wegung zu seyen. Ss ist schwer, zu sagen, wem man die Palme zuerkennen soll, der reizenden Frau Lotte (Karla Keller), ihrem geplagten Gemahl (OSkar Feiael). dem D^n Zuan wider Wlllen, oder Rudolf G o l LDem Unverwüstlichen, und seiner Amalie (Luise Ramme!) Guten­berg der Prelle Schirmherr, behüte mich in ©naben vor so einer Schwiegermutter oder schliestlich der süsten Paula (Släre Türk) und ibicm Roll (Wladimir Brandes), dem . Zu­risten mit dem Scharfblick' ? Doch auch das nette Fräulein vom Amt (Elsbeth Dolmar), die

tränenreiche, kientopplelige Christine (Adele Horn) und der Provisor Cornelius (Georg H c - ding) dürfen nicht txrrqc'fen werden. DaS Börsenficber rief beim Publikum Beifallssieber hervor- ich fieberte mit. r.

" 'Wkik-ML.

Heimatkunstpflege.

Aus Darmstadt schreibt man uns:

DieZentralstelle zur Förderung b:r Volks­bildung und Jugendpflege in Hessen' hat in letzter Zeit ein neues Werk geschaffen, das in der näch­sten Woche seine Fahrt durch das Hessenland antritt: eine .Heimatkunst- und Bücherausstel- lung" und ein Puppentheater die .Kleine Heimat­bühne".

Beide Unternehmen sollen im weitesten und tiefsten Sinne Heimatbildung vermitteln und die Heimatfreude veredeln helfen. Für uns ist Völls- bildungsarbeit gemütvolle Heimatpflege Die Um­welt, daS Erlebnis bietet die mannigfaltigsten Anknüpfungspunkte. Das gilt sowohl für die all­gemeine Bildung, wie für die Kunstbildung im besonderen. Für die ländliche Kunstpslege fehlte es bisher an guten A tschauungsstoffen. Unlere Ausstellung soll .nun einen Eindruck und einen Ueberblick über alte und beste neue Heimatkunst geben und dazu einen Einblick in das künstlerische Schaffen vermitteln Wir wollen nicht mit Reden Schönheitsschwärmer (Aestheten) fua-en und för­dern. sondern zur Kunstpflege, zum Kunstver­ständnis, zum Werk der Kunst erziehen. Für unS gehören Kunst und ernste Arbeit zusammen. Arbeit und Kunst reichten sich einst die Hände. Man denke nur an die Tage der Gotik, die Zeit Dürers und der Meistersinger. Die Kunst ist auch heute noch mit am Werk, wo der einfache Hand­werker selbständig das Haus baut, und wo man die

Gaststätten gemäh dem Anträge Direktor Huge ab. Die Mehrheit des Ausschusses war der Ansicht, dah für die Einteilung der Gast- und Schani batten in drei Klassen die erforderlichen 'ach- lichen Merkmale nicht zu schassen sind und die Steuer auch eine harte Sonderbehandlung des Ge­werbes bedeuten würde. Durch die Ablehnung der §§ 24a bis 24c der Regierungsvorlage war der Svezialantrag. die Sonderbestruerung von Speisen und Getränken den Gemeinden zu überlassen, erledigt.

Die Kohlenstener.

Berlin, 9. Dez. (WTB.) Der Reichs- wirtschaftsrat genehmigte den Bericht des Re- paralionSauSschusseS betreffend die Aenderung der Kohlenstener, der eine Erhöhung der Steuer auf 40 Prozent vorsieht. Außerdem wurde ein Antrag Bästlein angenommen, den Bezug der HauSbrandkvhlen zu erträglichen Preisen zu ermöglichen.

Aus Hessen.

Dir Riederlage der Demokratie.

Unter dieser Ueberschrift schreibt das amtliche Organ der Demokratischen Partei (..Demokratisches Wochenblatt" Rr. 48) u. c. folgendes:

. Und die Gründe für diesen Rückgang? Wir kennen sie alle: sie sind in dem systematisch und künstlich gen.-! hrten Hatz gegen die Demokratie zu suchen. Gewih sprechen auch aobere Ursachen mit: der Rattenfängerzug deS Bauernbundes. Mängel in der Organisation der Wahlagitation, der ..Fall oireder". die taktlos? H-a'tung der Darmstädter Zeitung" 'bi? im ncr noch dm Demo­kraten aufs Konto gesetzt wird), die starke per­sönliche Abneigung gegen den Finanzminister (we­nigstens ist der in Darmstadt beobachtete besonders auffällige Stimmenrückgang zweifellos auf die M'lhstimmung der Beamkenschasi zurückzusäh^en). aber die Hauvtursache liegt doch in der allge­meinen Stimmungsmache gegen die Demokratie- Ohr find zweifellos auch nicht wenig eigene Parteimitglieder unterlegen, die die Zahl der Zuhausegebliebenen noch vergrößert haben."

Bemerkenswert ist. bah die amtliche, .»Darmstädter 3c i tu n o die obigen Sätze abdruckt, aber da- Urteil über sich selbst schamhaft fortgelassen hat.

2lus dem belekten Gebiet.

Der Fall

Köln, 10. Dez Vor b:r Kölner 0tra flammet wurde gestern in b~r Strafsache gegen Smeets verhandelt. Der Verteidige d-es Angeklagten be- zweifelte die Zuständigkeit des deutschen Ge­richts unter Berufung auf Ordonnanz 70 and Ordonnanz 2 der Rheinlandkommill'on, da eS sich um Ha^dlungrn in der Ze t deS Waffenstill­stands Tas Ger cl>* kam u b:m Schlutz,

das; die Berard u ger dr Rheinlandkommistion bindend seien, und datz der Fall daher nicht ver­handelt werden Tonne.

Wie dem .V. T." aus Köln gemeldet wird, hat die Kölner Arbeiterschaft i.i ci er Versammlung zu dem Fall Smeets eine Cntschlie- tzung gefasst, in der es fyziht: Die heutige Ver­sammlung der Svz'.asdem kiatischen Part i, der über 3000 Personen beiwohnten, nimmt Gelegen­heit, gegen die dunklen Machenschasten der Sonderbündlergruppe energisch Einspruch zu -erbeben. Wir warnen das Aus­land, namentlich Frankreich und Belgien, den (Stuflüftevungen hon Personen, die sich aus un­bedeutende Teile der rheinischen Bevölkerung stützen, Gel-ör zu schenken. Das rheinische Volt, namentlich die rheinische Arbeiterllasse. denkt nickst Daran, sich aus Dem Verband der deutschen Re­publik zu lösen. Die rheinischen Arbeiter find deutsch und wollen deutsch "bleiben.

Berlin. 9. Dez (WTB.) Wie wir hören, wies das auswärtige Amt die deutschen Missionen in Paris. London und Brüssel an, wegen der auf Anordnung der R he i n l a n d ko m m i s- s i o n erfolgten Haftentlassung des Re­dakteur- S m e e h - Köln, der wegen Richterfchei- nens in einem gegen ihn wegen Beleidigung eir.es Polrzeibeamten anstehenden Straftermins ver­haftet worden war, Protest einzulegen.

Aus Stadt und Land.

G i e fj e n, den 10. Dez. 1921.

Wettervoraussage

Dunstig, wolkig, vorwiegend troefen, kühl. Winde aus westlichen Richtungen.

Die Gebiete hohen Dmlcks über Finnland und der Dislaya haben an Intensität und Ausdeh­nung zugenommen, lieber Dänemark liegt ein Sattel tiefen Drucks. Eine wesentliche Aenoerung des Wetters ist nicht zu erwarten.

eigene Tracht schafft. Wir wollen uns wieder daran gewöhnen, den Künstler als den vollendet­sten Handwerker zu betrachten und den fähigen Handwerker zum Können zur Kunst führen. Dazu sind vor allem vonnöten eine gründliche Sinnenkultur und gute Vorbilder für mancherlei Arbeit. Jeder Volksgenosse soll dahin geführt werden, datz er sich verantwortlich fühlt für alles, was in feinem Berufs- und Lebenstreise geschieht. Jeder Einzelne soll wissen, datz er ein Kultur­träger ist, von dem der Aufstieg oder der Rieder­gang des Volkswvbls abhängen. Soziale, kultu­relle und pädagogische Gründe weifen uns auf die Wurzel unserer Kultur, auf Heimat und Volks­tum. Der rechte Erfolg wird erst bann ein- treten, wenn .Herz. Kopf und Hand" durch heimatliche Stosse wirtlich gebildet werden. Phan­tasie. Gemüt und Wille. Die eigentlich schöpferi­schen Kräfte im Menschen, müssen ihre Rahrung in der Heimat finden und in ihr wurzeln. Unsere .Heimatkunst- inC BucherauSstellung' zeigt Darum Vorbilder für heimatliche Arbeit, heimatliches Leben und Beispiele für häuslichen Bilderschmuck Dazu machen wir mir Büchern bekannt, die Freude wecken, das Wissen bereichern und zur Tat b'geiflcm. Unsere Absichten wurden gern unterstützt von der .Denkmalpflege", der.Staat­lichen Beratungsstelle für Krieaerchrungen". ver­schiedenen Künstlern. Kunsthandwerkern und Verlagen.

Unsere Ausstellung ist nicht vollständig ab- geschlollen und starr. Sie ist ein Anfang und ein erster Versuch, eine Sammlung, bei der eS we­niger auf Vollständigkeit abgesehen ist alS auf stete Anregung und Vertiefung Die Ausstellungs­gegenstände werden wechseln, je nach Gegend und Beschäftigung der Menschen, zu denen wir kom­men. Wir wollen uns überall anpasien und heimatlich einfühlen. An jedem Ausstellungsorte

Amtliche P e r f v n a l n a ch r i ch? en. Am 7 Dezember 1921 wurde her Referent für Ar­beiter- und wirtschaftspolnische Fragen im Lan- des-ArbertS- und Wirtsch ftsamt Benjamin Kar­cher zum ständigen Hilfsarbeiter beim LandeS- ArbeitS- und Wirtschafw^mt mit Der Amtsbezeich­nung RegierungSrat mit Wirkung vom 1 Dez. 1921 ernannt Dem ZelsbetriebSassiftenten P a u l e ck zu Präst am RiederrHein wurde bk .^ollafsisten enstelle beS ZollaufsichkbezirteS Rein­heim mit dem Standort Reinheim übertragen. 3n den Ruhestand verfeyt wurde am 28. Oktober 1921 Der dtubterrrat an Dem Gymnasium zu WormS Dr. Friedrich Henkel auf fein Rach- tuchen unter Anerkennung feiner dem Staate ge­leisteten Dienste vom l.Rovember 1921 ab

" Reue Amtsbezeichnung. Mit Ge­nehmigung des DefamtministeriumS ist als Amts­bezeichnung für Die Leiter der höheren Lehranstal­ten. die in Gruvpe Xl angestellt sind, die Amts­bezeichnung Studiendirektor, für die in Gruppe XI! angestellten die Amtsbezeichnung Oberfhibien- direktor bestimmt worden.

Das Kraftwerk Wölfersheim ft 111 g c l c g t. Die uns von zuständiger ©teile mitgeteilt wird, liegt infolge eines wilden, von den Gewerkschaften nicht gebilligten Streiks der Bergarbeiter in den das Werk bedienen­den Gruben das staatliche Krafktoerk Wöl­fersheim still.

Wem gehört d i e goldene UbrS Am Donnerstag verbuchte ein Fremder bei einem bi^igen Uhrmacher eine mit Brillantsplittem be­te !«* goldene Damenuhr. im Werte von ejtoa 12 000 Mark abiukncTt Da Der Uhrmacher Be­denken über den Erwerb der Uhr hegte, setzte er die Polizei in Kenntnis, die Dann feflftellte, datz Der Unbekannte die Ubr tag- zuvor auS einer anscheinend vergessenen Handtasche in einem Ab­teil 4. Klaks? beä Zuge^ FrankfurtGietzen. der um 5.30 Uhr hier eintraf, gestohlen hat. Der unbekannte Eigentümer Der Uhr wird ersucht, seine Ansprüche bei der hiesigen Kriminalpolizei geltend zu machen.

Beschlagnahmtes Diebesgut. Die hiesige Kriminalvolizei beschlagnahmte am 7. d. Mts. zwei weifte Damenhemden, gez. P. 6. und K. 6.. die ein unbekannter junger Mann einem GeschäftSmanne in nassem Zu­stande zum Kaufe angeboten hatte und die 'iveifelloS aus einem Diebstähle herrühren. -- Ferner wurden am 5. d. Mki. eine ganze und eine halbe Rindshaut und ein Maftfell be­schlagnahmt, die ein hiesiger Bewohner von einem Unbekannten unter Umständen erwor­ben hat, die darauf schlichen lassen, dast sie gcftühlen sind. GS handelt sich um fertig- gegerbte, gebrauchsfertige Ware, an der die Auszeichnung ausgekratzt ist. Die Eigen­tümer werden ersucht, sich mit der Kriminal­polizei ins Benehmen zu setzen.

* * Oberhesstscher Kunstverein. 3n der Ausstellung wurde diese Woche eine kleine Aenderung hor'><*nommen: unter anderem ge­langte ein: Sammlung von Arbeiten b?^ Künstlers Georg Zahn-Dr ?den zur Ausstellung. Diele ©ammliing verbleibt hier nur noch 8 Jage etn- schlietzllch zweier Sonntage Die bieSjäbrige Ver­losung von Anrechtscheinen unter ben RNtglieben, des KunstvereinS findet in ben nächsten Tagen statt.

* * »Frau Holl e", ein Märchensviel bei Leiters unserir Giehener Bühne. Hvsrat Stein- a U e 11 e r, daS. tote erinnerlich auch hier unter starkem Beisakk gegeben trurfre steht auaenblicksich auf dem Spielpkan des HvftbeaterS in Kassel unk ist dort bereits mehrfach mit vielem Erfolg ge­spielt toorben.

(Sin Achtzigjähriger Am mrrqigen Sonntag vollenbet Herr E. Stein, ber srüberi Besitzer von Steins Garten, in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit sein SO. Lebensjahr

Bornolizen.

T a g e 6 fa le n bet für Samstag: Stabttheater. 3 Vs Uhr: .Der Frvschkönig". Großer Hörsaal deS Vorlesunp^gebäudes. S> - Uhr: Vortrag ber Dietzen er HochschulgefeUschast. Astoria-Lichtspiele heute unb morgen: .Der ge­heimnisvolle Dolch" unb »Charly der Sträfling". Lichtspielhaus. Bahnhosstrahe. heute unb mor­gen: »Die letzte Ötunbe" unb .Die Flucht burch Flammen".

TageSkalenber für Sonntag. Stabttheater, 3l\ Uhr .Der Vetter aus .DingS- ba", 7 Uhr: .Alt-Heidelb?rg" - Reue Aula. 5 Uhr: 4 Konzert bes Gietzener KonzertvereinS.

AuS bem Stabttheaterbureau. Alle, die abenbS schwer Zeit zum Theaterbesuch wollen wir bte örtlichen Kunsterzeugnisse (Hanb- werkskunft. gute Werke beS häuslichen Fteitzes» mit unserer Sammlung vereinigen. Wir suchen auf unserer Fahrt baS Gute, wo wir eS Haben. Wir wollen begeistern zu gemütvollem Schaffen unb edlem Leben in Beruf unb Familte Füh­rungen burch Fachleute follen untere AnfchauungS- bilder ergänzen und erweitern. Vielleicht wachten auch besondere Kurse heraus, die unsere Heimat­kunst in der Tat höhen wärt« führen helfen.

Mit unterer Ausstellung will untere .Kieke Heimatbühne" durchs liebe Vaterland ziehen. Sie ist ja eigentlich ein besondere« Stück Heimatkunst. daS dazu gehört wie die srischgrünen Blätter unb Zweige zum festgewurzelten starten Stamme. Die .Kleine Heimatbühne" will unsere Heimat­kunde lebmdig werben lallen. Sie greift bäbei auf bte bescheibenste Form beS VvlkStheaterS zurück, auf bas Puppentpiel, um ber Phantasie beS Be­schauers Gelegenheit zu geben, mittätig zu fein. Der einfach gehaltene Bühnen rahmen erinnert an das unS auS ben Ätnbertigen vertraute Kafperl- tHeater. DaS Bühnenbilb selbst verzichtet auf {eben Prunk. Ein bilbmäftiger ftlntergrunb ver­letzt uns auf ben Schauplatz ber Handlung Die Darsteller finb Puppen Alle Stücke, bic auf ber kleinen Heimatbühne aufgeführt werden, sind für tie getch.ieben Heimisch? D'schichte Märchen und Sagen bilden vorerst die Grundlagen Der Hand­lungen. die in ernsten und heiteren Bildern an uns vvrüberziehea Die Klänge der heimatlichen Mundart herrschen vor. doch auch hochdeutsche Töne Hingen mit hinein Volkslieder sind cna mit der Handlung der Stücke verflochten Groß und Hein jung unb alt sollen bei unteren Spielen auch in bieten trüben Tagen bte Augen leuchten unb bic Herzen warm machen Möge ber Verbuch glücken! Wir glauben an ihn.

K Sa

-Ana

- hcn. ,u®

*®**1

VA

2ks«- erbe

.,-nt d

bett, ü*

lefllctnt

vetcii ternaq p fraben.

- Da vmter einem D« m Säubert unb !an;)' bai Sr. 2i «inb Äinbe. cufführungc 3it »Hvnin eckchein! tri He über Zlt bat sich im nlfleSti ui Habe ihrer nesflnb" (3: bit Beine L ftn ftner 5 hublun). b ii)ed) 6d)ü 'fr.btre Zr leiben, veri heben, mit SieLM kioshaui

- St öommerfenr in Ziehen -::d Ctllbert d; jur 1 '- äkn brr'

Diele - über tu me ter ä muh ater <t*ibi(jung im

Düniie DtrlAii Gebt, Schwt

i» S

r

Steinl

Dii

11. De Stertei

s

hD