ma nxxr, rruve fli, glMide tfl>. ba!) Z>te fd)llznnifTe wirtschaftliche Ärife vorüber ist, unb daß eins OM- ferung kommt. 5Xe DefchäftSstille. die plötzlich noch bem Äriege alle Lander ergriffen hab ist im Schwinden begriffen. Die Grundlage des 5tre« dlles Grv chrllannienS ist fest und um>cnepn ae- b Lieben. Wir Haden uns niemals in eine töri&e InflationSpr^ck-t ge'türflt. Aber selbst di j nfee^. welche dieS getan Haden, werden darüber bin* toegtcmmen, weil der Wohlstand des arbeit।amzn DoLfeS immer am Geben bleiben wird. Diebri - ttfche Ausfuhr im Oktober war die beste feit Würz. An dem trüben Himmel erscheint die Washingtoner Konferenz Vie ein Tiegenbogen. Sie kam nicht zu früh7 berm kaum waren wir auS den euro- päifchen Wirren und CtreifglcUen heraus, als die Länder neue Kriegs Maschinen anzuhäufen begannen. die hundertmal zerstörender lein werden. Dfe Ad.-üstuna ist der einzige Weg zur Sicherheit. Auf der Washingtoner Konferenz handelt es sich um die Zukunft der Zivilisation. Deshalb bete ich für ihren Erfolg.
Enqki ch-sranzösische Auseinandersetzungen.
Paris, 9. Rov. (HadaS) Einige ausländische Zeitungen Haden über das -wischm Franklin Bouillon und der Regierung von Angora abgeschlossene Abkommen Wttteilungen gebracht, die in allen Punkten falsch find. Da-.u wird bemerkt, bafj ter zwischen Franklin Bouillon und ter Tlegicrunq von Angora ab- geschlossene Vertrag daS gleiche Abkommen ist, das jd)on seit dem 4. April im Besitze der britischen Regieimng sich befindet mit
einigen bedeutungslosen TLbänberumen. Hierzu meldet Reu ter, in autorisierten britischen Kreisen werde erklärt, eS sei unrichtig, hab der am 11 Wärz abgeschlossene Bertrag mit dem von Franklin Bouillon am 20. Oktober'abge- fchlossenen Abkommen identisch sei. DaS neue Uebcreinkvmmen gehe vielmehr in vielen Punkten viel weiter als das alte, z. D. erkläre das Abkommen vom 20. Oktober daS Ende deS Kriegszustände- zwischen Frankreich und der Türkei, wahrend da- Abkommen vom März die Beendigung des Kriegszustände- nicht erwähnt habe.
Befand bei Hardinq.
Washington, 9. Rov. (Wolfs.) Präsident H a r d i n g hat gestern nachmittag Bri- and in Begleitung von Iusserand und den Mitgliedern der französischen Delegation empfangen.
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Die Laste in Ungarn.
Dubapest, 9. Rov. (Wo'ff.) Kvrr.-Bu- reau. In politischen Kreisen verlautet.- Der RücktrittberRegierung.der nach (3r- ledlgung der GntlhronunaSvorlage geplant war, erfährt aus verschieoenen außenpolitt- schen Gründen einen Aufschub. Am Samstag abend erschienen im Auftrag deS Pariser DotschafterratS die hiesigen Vertreterder Großmächte beim Minister deS Aeuhern, Grafen Danffy, und drückten namens ihrer Regierungen den Wunsch aus, die ungarische Regierung möge Verfügungen treffen, daß zukünftig kein Habsburger, auch nicht durch freie Königswahl, auf den ungarischen Thron gelangen könne. Banffy erwiderte, gegenwärtig sei eS unmöglich, diese Forderung in daS Gesetz aufzunehmen, da die Aationalversammlung dieses bereits in der zweiten Lesung genehmigt habe. Die Regierung sei jedoch bestrebt, diese Frage in an- terer Form zu lösen. Mit Rücksicht auf Mesen Umstand und mit Rücksicht auf die Hntsache, daß über die tschecho-slowakische und jugoslawische Demobilisierung noch keinerlei küntliche Meldungen vorltegen, wurde der Rücktritt deS Ministeriums auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Aus dem Reiche.
Die Feier deS 9. Rodember.
Derlin, 9. Rov. (WTB.) Die Feier des dritten ZahreStageSderRevolution in Berlin ist in jeder Beziehung ruhig verlaufen. Am Nachmittag verliehen die Arbeiter die Betriebe und begaben sich in geschlossenen Zügen nach sechs verschiedenen Plätzen, wo Ansprachen gehalten wurden. Die Be te ilist u n g an den Versammlungen und Umzügen war schwach. Man schätzt die D e m o n st r a n - ten auf höchstens 70 000. Am Abend fanden in etwa 20 Lokalen Versammlungen unter Teilnahme der Familienmitglieder statt.
Der Besuch der ReparationSkvmmisfioa.
Berlin, 10. Rov. Die Mitglieder der Reparationskommission sind gestern nachmittag in Berlin cingetroffen. lieber die Absichten der Kommission wissen die Blätter nur mitzuteilen, daß sie sich an Ort und Stelle
über die Finanzlage Deutschlands informieren will, lieber die Einzelheiten chres Programms ist auch an Berliner zuständiger Stelle nichts bekannt.
Graf Lerchenfeld m Berlin.
Berlin, 10. Rov. Der bayerische Ministerpräsident Graf Lerchenfeld ist gestern nachmittag in Berlin eingetrvffen. Der „Deutschen Allgemeinen Zeitung- zufolge dient sein Besuch einer Aussprache mit den zuständigen Stellen des Reiches über die Lage. Graf Lerchenfeld hat bekanntlich bei seinem Amtsantritt erklärt, daß er bestrebt sein werde, eine enge Fühlung mit dem Reiche aufrechtzu- er palten.
DaS Reichsbesoldungsgesetz.
Berlin, 10. Roo. Die neuen Reichsbeamten - Besoldungsgesetze sind dem Reichstag zugegangen. Die Preu- tzische Vorlage wird dem Landtag heute vor- gelegt werden. Der Gesamwerband deutscher Beamten- und StaatSangestelllen-Gewerk- schaften hat an den Reichstag die Bitte gerichtet, die getroffenen Vereinbarungen über die Beamtengehälter ttoy ihrer Mängel unverändert anzunehmen, damit die Rachzahluna der Beträge sofort erfolgen kann. ES wird gleichzeitig dem Reichstag die Bitte vorgelegt, er möge an die Reichsregierung das Ersuchen richten, wegen der fvttschrettendrn großen Teuerung alsbald in eine neue Prüfung des Beamtenbezüge einzutreten und dem Reichstage in Kürze eine Vorlage hierüber zugehen zu lassen. Für die Arbeiter ist eine entsprechende Reuqesialtung der Bezüge gleichzeitig durchzuführen.
Ein Ausstand der Straßenbahner in Berlin.
Berlin, 9. Rov. (Wolff.) Die Straßenbahner sind heute morgen auf vier Bahnhöfen in den A u S st a n d getreten, well die Direktion trotz der Forderung des Betriebsrates die kürzlich entlafjenen Angestellten nicht wieder einstellen wollte.
Das bayerische (Yesamtminifterium gegen die Volksansbenter.
München, 9. Rov. (Wolff.) Das bahe- riscke Gesamtmini sterium Hal aum Schutze derVerbraucher einen Erlaß veröffentlicht, worin eS heißt, daß viele gewissenlose Leute die Rot deS Volkes infolge der rapid wachsenden Teuerung mißbrauchen, um sich in krasser Selbstsucht und Habgier maßlos zu bereichern, ©egen die VolkSauSbeu- ter solle durch umfangreiche Maßnahmen und empfindliche, sofort wirksame ©trafen seitens der Gerichte und Polizeiorgane vorgegangen werben.
Aus Stabt und Land.
Dießen, den 10. Rov. 1921.
Gegen Deutschlands Ausverkauf.
Der katastrophale Riedergang der deutschen Mark bat eine sehr unliebsame Folge gezeitigt: Zahllose Ausländer haben s.ch die Entwertung des deutschen Geldes zu Rutze gemacht; sie überfluten in Scharen Deutsch and und suchen alle nur erdenklichen Waren zu den für sie lächerlich niedrigen Dreisen zu erwerben. Deutschland ist auf dem besten Wege, völlig .auSverkauft" zu werden. Klaviere, Teppiche, alle Waren des täglichen Bedarfs, vor allem aber Textilien und Schuhe, werden von den valutastarken Ausländern, zum Tell in großen Mengen, erworben. Hand in Hand damit gebt die vermehrte Kauflust im Inland, verursacht durch die Besorgnis vor weiteren Preissteigerungen. Ueberall macht sich fett kurzem Warenmangel bemerkbar. 3n den Großstädten halten bereits Manusaktur- und Spezialgeschäste ihre Räume wegen Warenmangels geschlossen.
Die Regierung hat diese Vorgänge, die sich in Deutschland ja nicht zum erstenmal, aber gegenwärtig In einem für die deutsche Wirtschaft unheilvollen Umfang absvielen. mit Besorgnis beobachtet und sucht bem Ucbel, soweit eS unter den gegebenen Verhältnissen möglich ist, zu steuern. Freilich sind ihr, waS die Angehörigen der ehemals feindlichen Lander anlangt, durch den Vertrag von Versailles insofern die Hande gebunden, als dieser vorsieht, daß Angehörige oer alliierten Mächte infolge irgend einer deutschen RcgierungSmaßnahme nicht schlechter gestellt werden können, als die inländische Bevölkerung. Soweit aber diese Hemmung nicht befiehl, wird zur Zell alles daran gesetzt, durch geeignete Mittel dem ^Ausverkauf Deutschlands" zu.Leibe zu gehen. Dor allem soll die zur Zell umfangreiche Freiliste f ü r die Ausfuhr einer cingcheiiben Revision unterzogen werden. Bisher fehlten alle Handhaben, die Ausfuhr in grobem Mabe zu verhindern, da eS ja nur möglich war, die Ausfuhr derjenigen Waren zu tontrouic- ren, die nicht auf der Lilte standen.
Aus neuen Briefen Dostojewskis.
Witten in die Arbeit an feinem letzten und gxÄtlm Werk, an den Brüdern Karamasow, hinein. führen uns die ergreifenden Briefe Dosto- i e w S k i S. die im neuesten Heft der .Preußischen Jahrbücher" von Dc. Phllipp Schweinfurth ver- öffenllicht werden. Es handelt sich um sechs Sch eiben drS groben russischen Dichter- aus den Zähren 1874—1880. auS dem letzten Jahrzehnt feine- Lebens, dfe sich In der Dokumentensammlung Darmltacbter der preubischen Staatsbibliothek befinden. Die Briefe, die an den befreundeten ODurnaliften Puzvkowitsch gerichtet sind, gewähren un- einen tiefen Einblick in die wunderbare Menschlichkeit dieses Genies. »Unbekümmert um die Maßstäbe der Welt." so charakterisiert der Herausgeber die- Schreiben, .steht der Genius in einem obskuren, sich Im kläglichen Labyrinthe feines Leben- admühenden Erdensohn den n<4' aus der Oberfläche der Erde abmübenben Menschen überhaupt den „Höchsten" der Evangelien Doslo» jewski erblickt ficy selbst, er erblickt die Menschhell im gcringften seiner Brüder. Diese Emp- ttnbung für Menschlichkeit, für Brüderlichkeit, iÜ ein hervorragend russischer Zug. Dostojewski als Träger des russischen ®enleB — das ib der weiteste Inhalt jener Dokumente, welche die Ber
liner Sammlung von seiner Hand aufbewahrt." Reben diesem menschlich nahen Verhältnis deS Dichters zu dem, an den die Briese gerichtet sind, ist besonders das von Wichtigkeit, waS er über fein neues Werk schreibt, die ..Brüder Karamasow", die er damals in Fortsetzungen Im .Ruhki Weslnik" erscheinen ließ. Wie schlimme Srsah- rungen er mit . dem Derleger her Zeitschrift .Äatloff“ und ihrem Redakteur Ljubimofs machte, ?cht aus einem Bries aus Staraja Russa vom
1 Juni 1879 hervor. Er entschuldigt sich hier, daß er lange nicht geschrieben habe, „well ich biS -um gestrigen Tage Tag und Rächt bei der Arbeit saß, sogar die Zeitungen habe ich nicht gelesen. Aber gestern habe ich alle- abgeschickt und werde nun eine Woche frei herumgehen." Don Katkoff und Ljubimoff sagt er bann: .Ich habe In meinem Roman einige Gebauten unb Situationen auS-uführen gehabt, welche, wie ich befürchten mußte. Ihnen nicht nach dem Sinn waren, well man in der Tat diese Gedanken und Situationen, ohne den Roman zu Ende gelesen -u haben, falsch verstehen kann. Dun traf wirklich ein. wa- ich befürchtete: man fängt an. mir Dorstellungen zu machen. Ljubimoff sendet die Korrekturbogen unb macht Bemerkungen am Ranbe oder Fragezeichen. BIS jent bin ich mit ihnen einigermaßen fertig geworben, aber ich fürste sehr für die gestrige Sendung, für den Monat Juni, daß sie sich auf die Hinterbeine
2cöer Hal sich auch bet beutsche Käufer in letzter Zell an bem .Ausverkauf Deutschland-" stark beteiligt. Er mußte sehen, wie dis Läger her Geschäfts unb Warenhäuser sich von Tag -u Tag mehr leerten, wie jeder Tag eine neue Entwertung der Mark mit sich brachte. Daß das deutsche kaufende Publikum aus diesem Grunde sogenannte Angstkäufe vernahm und lieber die augenblicklich hohen Prelle »ahlen als in einigen Monaten womöglich noch höhere Summen für notwendige Anschaffungen anlegen wollte, ist an sich begreiflich. Der ungeheuere Umfang biefer Angst- unb Hamsterkäufe, wie wir fie neuerdings erleben, ist jedoch durch die Derhältniste nicht gerechtfertigt. Dfe Gestaltung des Preis.ivenus ist unlieber unb oft überraschen!), ebenso wie eS bic Schwellungen der Daluta find. Ein Rückschlag ist jedenfalls nicht ausgeschlossen, und schon diese Erwägung sollte hinreichen, um die ungehemmte Kauflust deS beutschen Publikums einzubümmen. Sie vollendet den .Ausverkauf" und befiegeü ihn Jeder nicht unbedingt nötige Einkauf vergrößert den Warenmangel, treibt die Preise weiter in bic Hohe und fördert die Teuerung Darüber sollte sich jeder Käufer im 3n- lande im Klaren sein. Und diese Beteiligung am Ausverkauf Deutschlands durch Inländer läßt sich allerdings durch Regierunasmahnahmen nicht verhindern. Hier kann nur Die eigene Einsicht Helsen.
Wettervoraussage für Freitag:
Dunstig, wolkig, vereinzelt Riederschlage, etwas müder, stellenweise noch Rocht frost, wechselnde Winde.
DaS Hochdruckgebiet hat sich nach Mitteleuropa verlagert. Don dem atlantischen Ozean nahen langsam Tiefdruckwirbel, die uns wieder mlldereS Wetter bringen.
Bornotizen.
— Tageskalen der für Donnerstag: Siadttheater. 7 Uhr: .Maria Stuart". — Astoria-Lichtspiele: heute bis einschließlich Sonntag: .Der König der Manege".
— Theaterverein. Die -welle Opern- aufführung (im Abonnement B) findet am W i 11- wochden23. Rovcmber statt und bringt den .Barbier von Bagdad" von TorneliuS, der jetzt in einer Reueinrichtung vom Hessischen LandeScheater mll außerordentlichem Erfolg gegeben wird.
— Gießener HauSfrauen-Derein. In der Dorführung am SamStag den 12. Rovem- ber im Saals deS .Hotel Schuh" wird Frau MarckS aus Köln an praktischen Beispielen zeigen, wie man im Haushalt zweckmäßig färbt Auch das Auffärben von Vorhängen. Filzhüten. Teppichen und dergleichen wird vehandelti sowie das vereinfachte Datikverfahren gelehrt
— DundzurPflegevvnMusikund Literatur. Der nächste Dortrags-Abend am Freitag w rd nicht nur eine genehme Abwechslung in der Reihe der Veranstaltungen bringen, sondern auch in Anbetracht seiner künstlerisch-wertvollen Lich'.bilber-Darbietungen für weite Kreise von Interesse sein. Der Redner des Abends hat während seines fünfjährigen Aufenthalts In Spanien daS an Ratur und Kunst so reiche Land bis in seine entlegensten Gebiete bereift lieber 45000 Kilometer legte er mit feinem neuen Wegkameraden — seiner 2ca-Zein-Kamera — aus dielen Wanderfahrten zurück, und über 2000 Aufnahmen brachte er beim, aus Denen unS der Dortragende die schönsten und kostbarsten Bilder zeigen will. Siehe Anzeige.
*♦ Amtliche Persvnalnachrich ten. Steuerinspektor Karl Sprenger in WormS wurde zum Obersteuerinspeklor bet dem Finanzamt Berlin-Mariendors, Marienhvhc ernannt. — Uebertragen wurde am 29. September dem Schul- amtsanwärier Heinrich Kampf aus Flonheim eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Rieder- Saulheim, Kreis Oppenheim. - Erledigt in die Forstwartci Erbenhausen in der Oberförflcret Kirtorf und vom 1. Dezember d. I. ab die Forft- toartei Dorholz in der Oberförflerei Alfed Bewerbungen sind bis -um 26. d. M. bei der Ministerial-Abteilung für Forst- und Kameral- certDültung einzureichen. — Ernannt wurde am 4. Rovember der Polizeiwachtmeister Wilhelm S ch w i n n zu SarmftaDt zum Dvlizeikommissar beim Polizcianll Gießen mit Wirkung vom 1. Rovember. — Ernannt wurde am 4. Rovember der Lebramtsassessor Georg R e i m h e r r auS Beerfelden zum Oberlehrer an der Oberrealschule in Alsfeld mit Wirkung vvm 1. Oktober 1921 ab, am 5. Rovember der Lehramisassefsor Dr. Friedr. Knieriem auS Dad-Rauhclln zum Oberlehrer an der Ernst-Ludwig -Schule ^Realschule) in Bad- Raudeim, der Lehramtsassessor August S c h - b o l d aus Dilbel zum Oberlehrer an der Realschule in Grünberg. — Überträgen wurde am 4 Rovember dem Schulamtsanwärter Johann Adam G a n ß aus Groß-Zimmern eine Lehrer- stelle an der Dollsschule zu Zellhausen, Kreis Offenbach. — Übertragen wurde am 10. Oktober dem Lehrer Georg Hahn zu Erbes-Büdesheim die Lehrerstelle an der DoÜSschule zu Hangen- WeiSheim, Kreis WormS.
•• Eine allgemeine DolkSzäh lu na für daS Deutsche Reich ist für den Monat Mai 1922 in Aussicht genommen.
•• Zur Erhöhung der Beamten- besoldungen wird mitgetellt. baß die infolge der Berliner Beschlüsse erhöhten Brzuge den Reichsbeamten schon in der näch ten Woch: auS- oezahll werden. Da durch Landtagsbe ch.uh auch das hess.sche Ministerium ermäch.itt ist. In Fa le einer Gehaltserhöhung durch da.» Reich 'ich den dortigen Der hält nissen anzripafsen, durfte wohl die Anordnung des Finanzmini!terS zur Auszahlung der -Beträge auch ai die hessischen Beamten nicht mehr lange auf sich warten lassen. Der Zusammentritt des 'Ber.in^ Schiedsgerichts zur Beurteilung der verschlbenen Beanstandungen in der hellischm Eingruppierung ig noch nicht bestimmt, doch weill zur 3cd ein Bertttter des Hess sc^en Finan m nifteriuml In ‘Berit, um durch mündliche Derhandlunzen die fa.ttigen Punkte zu crlb gen. Man ho ft mit Bestimmu>ell, daß hierdurch ine grojc Mehr^hl der -urückge- totefenen Forderungen auf gütlichLM Wege bei« gelegt wird, so daß schließlich nur noch ein llciner Teil unbefriedigter Punkte verbleibt, der allerdings barm auch vor dem Schiedsgericht keine Gnade finden durfte.
" Meldepflicht der Ausländer Wie das Ministerium bei Innern bekannt macht, hat der Landtag die Dirordnung über bic Melde» p licht der Ausländer vom 12. August 1921 (2e- gictungSblatt Selle 194) gemäß Arti/el 9 der Hessischen Derfassung vvm 12. 5>c^tinber 1919 de- stättgt
r,5>ieÄartoffeI«rnte. De diesjährige Kartoffelernte bezi'frrt sich auf 25 813 000 Tonnen gegen 28 248 000 Tonnen im Dorjahre und 45 ÄUlconen Tonnen im letzfen Dorkr.egsjahr. Tiefer um 1 ’/• MMionen Tonnen gegen daS Dorjahr geringere Ertrag würbe auf einer um 10 größeren Anbaufläche erzielt. DaS ungünstig» SraebniS ist auf tle Dürre des letzten Sommers und Herbstes zurückzuführen.
•• Heber die Straßenbeleuchtung wird uns von zuständiger Stelle mit» geteilt, daß mit Rücksicht auf die Kohlenknapp- yett zunächst nur die wichtigsten Richtungslampen angebracht worden sind, unb der Ausbau der Beleuchtung nach und nach erfolgen soll. Die Einrichtung einer Anzahl von Sttaßen- lampen steht noch aus, z. B. an der Ost-An- lage, OswaldSganen, Sud-Anlage, Ällnil* straße, Schützensttaße usw.
** Gießener K o n z e r t v e r e i n. Wens daS 2. Kon ert (QD alter Dieseking -Abend) eine interessante llebersicht über die moOeenen Kompositionen bot, unter denen die Gründ tbkeit deutfchrr Arbeit mit Max Regers Bach-Da'Nationen am deutlichsten -um Ausdruck kam. fo kommt in tem Kammer-Orchester-Abend am 13. Rovember eine für Dießen neue E nrichtuna. lediglich alle Musik zum "IBort in der bfc Entwicklung ter Orchrflermulik au3 ter Äammer- fonate und der Suite g-rfeiqt werden wird Mll Ioh.Seb Bachs ßl-Mo l Suite fürStretchorchester und Soloflöte beginnt der Abend: es folgt eine Sülle von Bachs Zellgenosfen D Phll. Tele- m a n n (1681—176f), ter ci .e Zell ang in Si'enach und Frankfurt und zuletzt In Hamburg tärif war unb eine erstaunliche Sille von Dullen (es sind mehrere Hundert!) geschriben batte. Darauf so gt eine redende Weiynuchtsmusik von Manfredi n i, einem Zeitgenossen des großen Eorelsi unb Divaldi: von ihm erschien 1713 eine Serie von Concerti grossi für Orchester und So'vze ge, eine in her damaligen Zeit (17. auf 18. Jahrhundert) sehr bellbte Form, welche unS in höch ter Der- vollkommnung H ä n d e l In f einem Conceit g rosst hinterließ, von welchem daSje^iag in -Dur (für zwei Sologeigen und Stretchorch^ler) ben Abenb beschließt. Gerade dieser lleberblick über dfe nan< eigenartige Orchesterschuluna jener Zeit mit ihrem Reichtum an Melodien und der streng formalen 'Verarbeitung der Themen wird icdem Musikfreunde einige schöne Stunden bereiten. Zwischen ben Orchesternummern werden von der hier Don früher her wohlbekannten Sopranistin Sran Eahnbley-Hinken auS Würz^u'g einige weltliche Gesänge auS der Zeit und in Stile j n?r KomposilionSsorm gelungen, so daß man auf einen nicht nur vom mu'i.historischen, sondern auch rein musikalischrn Standpunkte aus hoch nterelfanlen Kunstgenuß gefa'.t fein darf DaS Orchei'ter. unter Leitung von Professor Trautmann, fehl sich zusammen aus M tz iedem der Bad-Rauheimer Kurkapelle, des Frankfurter Opernorchesters sowfe einer Anzahl hiesiger Kräfte. Diese Einrichtung, bei welcher auch dilettantische Kräfte in be.rächt- licher Zahl mitwirken, hat sich in anderen Unl- veriität-städten (T hingen, Marburg, Göl Ingen) sehr bewährt. ES ist zu hoffen, daß dieser erste Dersuch einer Orcbcfterauff ibrunq in der Au a bei den bctonnLidb g msltgcn akustischer Derhä p.ilsen gut gelingen wird. Das Orchester, etwa 34 Musiker, setzt sich zusammen auS 2 So'ogcigen (Mll- glicber deS Fran f jrter OpernorchesterS,. 13 ersten Ge gen. 8 »tDefeen Geigen. 8 Brat ch-n. 5 Gellls, 2 Kontrabässen, 2 F ölen, allo e nt für ein Strbb- orchester febr ansehnliche Besetzung Da die Bad- Rauheimer Kurkapeile. wie schon im letzten Konzerte durch den Dorsitzenden angefagi wurde, tun 7 Uhr im Theater in der Operette beschäftigt UL muß mll Rücksicht hierauf da3 Konferi diesmal unbedingt um 4 Uhr püntt i h beg nnen Kurten sind bei Ernst Lhallier (MufLalienLandung) und an der Kaste zu haben.
stellen und erklären, daß man es nicht drucken kann. llebrigenS, wenn die Iuninummer durchgeht, werde ich weiter nichts mehr zu fürchten haben Jetzt noch ein bezeichnender Zug: es haben sich bei Ihnen über 2000 Rudel für meine Arbeiten angefammelL Dor zwei Wochen fchrib ich an Ljubimofs die Bitte, mir diese 2000 zu- schicken zu wollen. Ich erhalte die Antwort, daß die Kasse des .Rußki Westnik" zur Zell mll einigen Schwierigkeiten au kämpfen hat, weshalb mir diese 2000 nur im Laufe des SommerS oder bis zum Herbst zugestellt werden können (AD., und dabei werde ich bis zum Herbst für weitere 2000 geschrieben haben!), während mir jetzt un- verfügt ich 1000 Rubel gesandt werden sollen. Gut, ich warte — und nun sind schon zehn Tage verstrichen, ohne daß ich LttoaS erhalten hätte, tret bem ich ihnen geschrieben, daß ich Rot leid«. So sah ich mich gestern abenb gezwungen, die Bitte au wiederholen - es kommt noch so heraus. daß ich nicht daS meinige fordere, da- ich erarbeitet habe, sondern sie um einen Dorfchuß anslede. DaS ist ihre Art. sich zu geben. Ich nchmc cS ihnen weiter nicht übet Sie sind nun schon einmal so, fo ist ihre Art, fo sind sie beschaffen."
AuS EmS schreibt er dann am 23 August über die Karamasows: .Ich v r päte mich h.er mit meiner Arbeit In einer Weife, die ich nicht vorausgefehen habe; zum 12. unseres September
mutz sich a 11 c s an den .Rutzsi Westnik" für baS September heft schicken, und Ich bin auch mll der Hälfte fertig. Ich Nhe «rill und b «Ile mich, veil ich bald non hier fonfahren und die' Arbell aus ungefähr 6 Tag« unterbrechen muß. Wenn ich in Rusta ankomme, mutz ich, statt mich zu erholen, mich sofort wieder an die Arbeit setzen. Das entspricht meinen Kräften nicht und trägt nicht -u meiner Gesundheit bri. Dazu kommt, daß das Schreiben mir letzt mühsam zu werden beginnt, ich schreibe langsam, drei Zeilen zu schreiben ist mir ein« Qual " Unb zum Schluß heißt es: .Run, und dfe 40 Mk. wollen Sie mir Virk- lick) nicht Aurüdgeben‘f Dlltor Feofilowitsch. was hoben Sie mit mir angefangen 7 Denn Sie wüßten, wie sehr ich in Rot bin. möglicher» weile bleibe ich ohne Geld, und Sie Haden «S mir doch hoch und heilig versprochen und Ihr Ehrenwort gegeben! Um EHristi Willen v«o- gelsen Sie mich nicht und ballen Sie daS RLtigr bereit." Am 24. Oktober erklärt er. er sei .ganz wirr im Kopf von der SträsiingZarb^i' an der Karamasow." und am 21. Oaiuar 1 8) b k egt er wieder .die entferl che 8. rä fing »arbeit, bu über meine Kräfte geht," und teilt mll. daß er jetzt mit bem letzten Teil deS Romans beginne.


