Ausgabe 
10.11.1921
 
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Nr. 26 f

Der Gletzearr Lizeioer erscheint täglich, nutzer Sonn» und Aeierlao» »o,a'llch<Se"""p" f« TI* &-50 «hi|d)L Träger, lob", durch die Post Mk 6.50 eiulchl. Bestell. Mit, auch bei Nichterlchei- aza eüuelntr Slummtrn iusolge höher« Gewalt. Aeruiprech-Lasch tafle: ferbifS*rifiUauMll2; fflr Drucherei, vertag «ab Ge chasi.slelle 51. »nlchrrs, für Drahtnach- richten Lazeißer Otetze».

pel1*ed1oeit: firewfiurt a. w. UM*.

Erster Blatt

m. Jahrgang

Donnerstag, 10. November 1921

SietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

druck buö Verlag: vnihl'fche Univ.-Voch- mb Strinbruderd H. Lange. Sd)dftldtmg, -eschLftrftelle unb vruderet: 5chnlftrafse 7.

Lnnaymk »sn La,elge» ftr bie lageinueimrr bi» tum Nachm Nag vorher ebne jede tlerbinbUd)heiL 5rei» ftr l mm höbe für n,eigene 34 mm Breite brllid) 55 Pf, auewArt» 65 Dl: für N.KIame« Lnzeigen eon 70 mm Steile 250 VI Bei Vlah- »odd)nti20* .Lus chtag. Haupischriftleitcr: Lug. QmcX Verantwortlich für Poli'.ik Äug. Goey. tar den übrigen Teil: Karl Walther: für dea Anzeigenteile Han» Bech, sämtlich in ®lefjee.

Polnische Treue und Ehrlichkeit.

Die Protestnote der deutschen Legierung Sn die Bvtlchaftcrkonferenz über die Behand­lung beurfdier Ansiedler in Destpreuhen unter Silnlscher Herrschaft ist eine AnNage. die von echt- wegen in der aanzen Welt einen Sturm der Entrüstung und den einhelligen Ruf nach Mstellung deS Aebels veranlassen mühte. Wan darf sich aber keiner Täuschung darüber dingeben, daß auch dieser Prvtestrus der deut­schen Legierung und deS deutschen Volkes un- öehön verhallen wird, denn wir sind macht- WS. und wer sich nicht wehren kann, über den schreitet die Tage-aeschichte erbarmungslos hinweg. Mit einer Nichtachtung der Bestim­mungen deS Bersailler Friedensvertrages, der mit uns abgeschlossenen Vereinbarungen über die Behandlung von Deutschen in den zwangs­weise abgetre'enen Gebietsteilen, wie man sie selten In der Weltgeschichte findet, hat die pol­nische Legierung über tausend deutsche An- Iiebler in Destpreuhen einfach aus ihrem Be­ltz htnauSgeworfen. Binnen wenigen Wochen, «iS zum ersten Dezember, müssen sie ihre Grundstücke räumen, sonst werden sie gewalt­sam entfernt. Vollkommen zutreffend hat un­sere Legierung in der Protestnote ausgeführt, daß das Vorgehen der polnischen Legierung feder LechtSgrundlage entbehrt, denn die Sou­veränität über die abgetretenen Gebiete würde erst mit dem Inkrafttreten des FrtedenSver­trageS rechtskräftig. Licht der ll.Lovember 1918 ist maßgebend für die Berechtigung zur Ansiedlung, sondern der Tag der Tlnterzeich- nung deS FrtedenSvertrageS. Die Polen ha­ben aber trotzdem ein EnteiqnungSgesetz ange­nommen und sofort rücksichtslos durchgeführt, vor dessen Härte alle unter preußischer Herr­schaft erlassenen, ader fast nie zur Anwendung gebrachten EntelgnungSgesetze für die preu- hisch-polnischen LandcSteile verblassen. Wo bleiben heute diejenigen In der ganzen Welt, die so gewaltig über preußische Mißwirtschaft. Junkertum und KaiferiSmuS geschrien haben? Do ist heute die flammende Entrüstung, mit der man damals solche Vorkommnisse beglei­tete, um gegen Deutschland zu hetzen? ES ;fleht fast wie eine Ironie der Geschichte auS, daß heute in Deutschland und in Preußen ge­rade diejenigen Parteien mit am Luder sind, die damals die preußische Gesetzgebung am meisten angefetndet und den Gegnern Mate­rial zur Verunglimpfung Deutschlands gelie­fert haben, und die sich nun In fruchtlosen Pro­testen über polnische Willkür erschöpfen. ES find ja zum Teil dieselben Leute, die durch ihre unglaubliche Haltung nach dem 9. Lo­dernder 1918 verantwortlich dafür geworden sind, daß Posen widerstandslos in die Hände der Polen fiel und daß dadurch erst bei den Verhandlungen in Paris die Möglichkeit für den Verlust WeftpreuhenS und später Ober­schlesiens geschaffen wurde. Die jüngsten Auf- llärungen über die Vorgänge während der Pariser Verhandlungen vor der Aufzwtngung deS Friedensvertrages haben darüber Licht genug verbreitet.

Loch ein zweites Moment ist der Beach­tung wert. Die ganze Falschheit und Unehr­lichkeit der Polen, ihre Rücksichtslosigkeit und Gewissenlosigkeit wird in der Protestnote un­serer Regierung gebührend gekennzeichnet. Wie will eS diese selbe Regierung rechtfer­tigen. wenn lie mit eben diesen selben Polen ein Wirtschaftsabkommen über die 15jährige Regierung der wirtschaftlichen Verhältnisse im vberschlcsischen Abstimmungsgebiet treffen will? Die Folge wird sein, dah wir uns in den uns verbleibenden Teilen Oberschlesiens zu gewissen Maßnahmen verpflichten, die wir auch ehrlich durchführen werden und die in­folgedessen den Polen wirtschaftliche, allge­meine und sozialpolitische Vorteile bringen. Die Polen werden sfch zu gleichen Zugeständ­nissen in dem ihnen zufallenden Teil Ober- schlesienS verpflichten. keinS dieser Zugeständ­nisse halten und uns schweren Lachteil zu- fügen. Statt DerhandlungSkommissare zu ent­senden. deren Tätigkeit in der Endwirkung fruchtlos sein wird, sollte unsere Regierung Neber unter besonderem Hinweis auf das Ver­halten der Polen in Weftpreuhen und in ähn­lichen Fällen der ganzen Welt erklären, daß mit einem Staat wie Polen derartige Verträge auf die Dauer abzuschliehen unmöglich ist. weil man in Polen so etwas wie Treu und Glau­ben, Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit über­haupt nicht kennt.

Tine französische Kammer­debatte über denSturz derMark.

Paris, 9. Lov. <WB.) In der heutigen Kammerstnung ergriff bei der Beratung ter K» ncrt^Jagc Frankreichs der Berichterstatter des 5t- nanzausscknistes. de 2afiehrie. das T^crr Sr trfläitc. er spreche nur, um dic Regierung yi

Frs. von

die

bis

den t>ter- 1000 Mk.

Englische Einwendungen gegen das Wiesbadener Abkommen.

London, 9. Lov. (Wolff) DaS britische Auswärtige Amt hat gestern abend den Bericht des britischen Dll?gier!en in der R e parationSkornrnifs ton, Sir Iohn Brad- bury, über vaS Wiesbadener Abkom­men vom 6. Oktober 1921 veröffentlicht. ES heißt darin, das Abkommen würde bebcutett, dotz DcuIrland zu der ihm von der ReparationS- kcmmisfion unter dem FrtedenSvertrag auferlcg'.en Lost noch eine neue übernommen habe. Wenn man in Betracht ziehe, was in Deurschland ge­sagt und geschrieben worden sei, nicht nur vom allgemeinen Publikum, sondern von verantwort­lichen Mitgliedern der Regierung über die Schwte- cigteit der Durchführung der Deutschland auferleg- ten finanziellen Berpstich ungen. so sei es be- merkens wert, dah Deutschland jetzt auS freien Stücken bereit fei, diese neue Saft zu übernehmen. Zweifellos befinde sich unter den Gründen, welche die deutsche Regierung dazu veranlaßten. der bevechtigte L^unfch, die durch die Ruinen in Frankreich gefchasfenen Wunden zu beseitigen, towie der (wahrscheinlich wvhlbegrüntete) Glaube, dah die industriellen und firan-iellen Verhältnisse Deutschlands augenblicklich derart seien, dah es

zahle, zahle der Franzose 520 FrS.. das fei zehnmal mehr. Wenn man ater betenfe, daß so entwertet

und durch d e Gebietsabtretungen leträcht ich ver­mindert. Die Rlederlage hat die durch den Krieg verursachte wirtschaftliche Äri'c ungeheuer ich ter- schärst: Die HandelSf.otte vernichtet! D.e Kolonien verloren! D.e Filialen und Liederlasfungen ter deutschen Industrie, der Banken unb Handels­häuser im AuSIande liquidiert und der deut'che F.skus gezwungen, die Betroffenen zu entschä­digen! Des Prestiges beraubt, den Haß der gan en Welt gegen sich gerichtet, unüberiteigliche Zo l- barrieren al» Abwehr gegen die deutsche Etn- uhr, der Bezug von Rohstof.en nahe u unmöglich nfo.ge der Markentwertung, deren Bai fe unauf­haltsam zur Katastrophe tre.bt! Dazu dann nech die politischen und sozialen Wirren, ter Klassen- kampf, der 'Verlust reicher Gebiete im Osten unb Westen, die Besetzung eine» großm Teile Z deut- chen Gebiete» durch fremde Truppen, die Ge­fahr eines neuen ÄrieaeS und end.ich ter Zwang, um militärische Sanktionen zu vermeiden, in kurzen Zwischenräumen enorme 'Beträge au» än- bischer Devisen auszukaufen, um die Reparario- nen bezahlen zu könnens das ist die wahre wirt- chastlich? Lage Deitsch'andü! Wenn Deutschland unter d.e'en Ämständrn Wirtschall.ich prof.eriercn könnte, bann müßte dieses Land nicht von ge­wöhnlichen Menschen bewohnt sein, sondern von ülebermenschen, die würdig wären, dieWe.t zu regieren 1

Aber, so fährt Gaston Zeze fort. eS wäre eine verhängnisvolle Illusion, wenn man glauben wolle, Frankreich würde angesichts des deut- chen Zusammenbruchs auch nut einen Teil seiner Ansprüche aufgeben. Auch selbst wenn daS. wo» Ieze selbst bereiten zu müssen glaubt, politisch und wirtschaftlich ter ei tzig vernünftige AuSweg wäre, es würde sich in Frankreich leine Regierung finden, die ihn zu gehen wagen würde, weil sie scher sei, von der Entrüstung ter Masse weggefegt zu werden. Man müsse sich darüber klar werten, die Rettung Deutschlands dürfe, selbst wenn Frankreichs Schicksal davon abhänge, nicht durch neue Opfer Frankreichs erlauft werden. ES sei mehr alS wahrscheinlch daß unter dem Drucke ter öffentlichen Meinung die Zahlung».i'.stellung Deut ch a te sehr energ ische militärische Maßnahmen Frankreichs zur Flge ha­ben würde. Ds sei nkte minder wahrscheinlich, daß ter Erfolg solcher Maßnahmen sehr zwei el- bafter Ra:ur sein werte und nur die wirlschast- liche Weltkrise weiter verschlimmere Troy dieser Erkenntnis werde die militärische Aktion kommen, denn daS französische Volk, am Ende seiner Kon­zessionen und verzweifelt, sei CBcrnunftgrün- ben nicht mehr zugä nglich An England und Amerika sei e» diesmal, Europa und die Welt vor einer neuen Katastrophe zu bewap-en.

Frankreichs Heer.

Paris, 9. Lov. (WTB.) Der HeereS- ausschuß ter Kammer nahm heute nachmittag ten Bericht Fabrys über die Gesetzentwürfe betr. die Organisation deS Heeres, über CadreS und ten Effektivbestand entgegen und nahm hierauf eine Entschließung an, in der der Wunsch ausgesprochen wird, daß die Regie­rung sobald wie möglich ein Ministerium für nationale Verteidigung schaffen möge. In einer zweiten Resolution wurde fest- gestellt, daß besonders über das Organisations- geseh weitgehende Meinungsverschiedenheiten bestehen. Der Regierungsentwurf verkoirkliche die allgemeine Organisation des Landes für die nationale Verteidigung nicht. Der Ausschuß beschloß, die Regierung über diese Frage zu vernehmen. In einer ergänzenden HavaS- meldung heißt eS, Deutschland könne nach den Bestimmungen des Friedensvertrages nur sieben, eventl. vierzehn Divisionen aufstellen. Ein von dem Ausschuß auSgearbeiteter Re- vrganisationsplan sehe die Bildung starker Di­visionen vor, um in ter Lage zu sein, jedem deutschen Angriff siegreich zu begegnen. Der Plan habe nur den Zweck, Deutschland jede Revanchelust zu nehmen, indem man ihm zeige, daß ein derartiger Versuch zu -einem Miß­erfolg führen werde.

Mark im Inneren nicht stellten die 520 fünffachen Betrag

dar. Angesichts dieser Lage müsse die Garantie- kommission funktionieren, um die Kontrolle ter

mir ten geldlichen Banken»:t Deutschlands, nicht ater den wirtschaftlichen Bank-rott herbei ühren. vx-il Deutschla d sei e gesamte wirt chtsüi c 2Lu« rüstung bewahre Der Bankerott werte ernste innerpolitische Folgen in Deutschland haben, denn durch ten Sturz der Mark werde ter Mittelstand grausam in Mitleidenschaft gezogen und zeige die Tendenz, auS Verzweiflung sich ter ertremen Linken oder Rechten anzuschlieten. In Deutsch­land gäbe es mir einen Teil ter Bevölkerung, der die ödrulten Deutschland» begleichen könne, aber die Alldeutschen unternähmen alles, was sie könn­ten, um die Ausführung der Verpflichtungen, die Deutsch and übernommen habe, unnüg ich zu machen. Was wolle die Regierung unterneh­men, wenn Deutschland baldigst die Anwendung de» Artikels 234 deS FriedenSver- trage« verlanget Der S'.urz ter Mark fei nicht auf die Reparationen zurückzuführen. Frank­reich habe damit nichts zu Um. Im Gegenteil, eS habe vvrgefchlagen. Deutschland entgegen- zukommen, aber andere Alliierte hatten verlangt, daß vieles öntgegentommen dazu diene, daß d e Summen bezahlt würden, die man ihnen schalte. Von diesem Tage an fei die Mark gefallen. Frankreich habe nicht nur nicht» getan, um den Sturz derbeizusühren, es habe im Gegenteil durch da« Abkommen von Wiesbaden viel zur Er­leichterung der geldlichen Lage Deutschland- ber­get ragen. Die Haupnirsache de« Marksturze» sei die Einordnung der deutschen Finan­zen. Die Zahl der Beamten sei beträcht­lich erhöht, namentlich. um ehemalige Offiziere unterzubringen. Wenn da» deutsche Budget ein Defizit habe, so sei es nicht d^halb. well man eine Politik des wirtschaftlichen Wiederaufbaues in großem Stile betreiben wolle. Die deutschen Steuern feien noch basiert aus dem deutschen Einkommen von 1918. Man dürfe stch also nicht wundem, daß ste nicht« einbrächten. Die in­direkten Steuern seien zu gering im Ver­gleich zu Frankreich, namentlich was Getränke. Zucker und Kaffee anbeträfen, de Lasteyrie sprach auch von der Inflation und erflärte, ter Fran­zose zahle drei- oder viermal mehr Steuern, al­ter Deutsche. Wenn ter Deutsche 1000 Mk. be-

Steuereinnahmen und des gesamten Devisen­hantel« in Deutschland sicherzustellen. Für ten nächsten Verfallstag müsse Dcu.schland im AuS- lante die Kredite erlangen, die eS nötig habe. England und Amer.ka lebten unter einer wahr­haften Blockade te» Wechselkurses. Sie schwäm­men im Dolde, litten ater unter Arbeitslosigkeit Die Alliierten hätten direkt nach dem Kriege eine Politik der Finanzsolidaritat betreiben müs­sen. Entweder Deutsch and bezahle, oder Frank­reich müsse bezahlen. Einen Mittelweg gebe eS nicht. Ich verlange von ter Regierung zu wissen, schloß de Lasteyrie, wie sie die Zahlungen sicher­zustellen gedenkt.

Pariser Pressestimmen.

Pari», 7. Lov. Der .TempS" schreibt: .Deutschland mit seiner hochentwickelten Industrie, feinem starken Geburtenüberschuß und seiner ar­beitsamen Bevölkerung sei sicherlich nicht außer­stande. auf dem Wege ter steuerlichen Erfassung des Einkommen» und deS Besitzes nach und nach die nötigen Mittel zusammen zu bringen, um sich seiner Reparation-schuld zu entkbigen. Dagegen müsse e« ausgeschlossen erscheinen, daß Deutschland in den nächsten Jahren genügend Gold oder ausländische Zahlungsmittel auf bringen könne, um die jeweils fälligen Annuitäten in bar zu be­zahlen. Es gebe deshalb nur die eine Lösung: Sämtliche Gläubiger Deutschland- müßten fid > verpflichten, innerhalb einer noch sestzuseyenden Anzahl von Zabren nur einen Bruchteil der ihnen von Deutschland geldhulteten Summen in bar anzufortem Sie mühten sich vielmehr nad> dem Beispiel Frankreichs für eine gewiße Zeit begnügen, ten größeren Teil ihres Guthabens in Form von Materiallieferungen zu empfangen. Das Matt schließt, Frankreich habe sein Opfer bereits gebracht durch ten Abschluß ter Loucheur- R<rthenau-Verträge. Wer Deutschlands finan- ziellen Schwierigkeiten ernstlich Rechnung tragen wolle, brauche nur diesem Beispiel zu folgen.

3n ter .Sre Rouve 11e" stellt Gaston Zeze die in Frankreich verbreitete und in ten weitesten Kreisen geglaubte Legende von dem ungeahnten wirtschafllichen Aufschwung, den Deutschland nach dem Krieg genommen hat, richtig:

. Infolge ter jahrelangen und r goro en Blockade war Deutsch'and gezwungen, alle ver» | fügbaren Reserven auf umehren, fe n industrieller Apparat ist abgenutzt, fein Boden erlchövft. Seine l Arteitertevölkerung leidet noch heute unter den

fragen, welche Maßnahmen sie m» Auge faste I Folgen der jahrelangen Unterernährung, feine angesicht» ter Lage, wie sie in Deutschland Gefarnttevöllerunq tat sich durch dir Äricg«her- durch ten mehr ober weniger gewollten Mark - I lüfte,, durch die Wirkungen ter Hungerblockade stürz Herbeigeführt wurde. Es sei nicht zweiset- - - -

hast, daß. wenn Deu:schiand seine DTrpllicht^n- gen erfüllt hätte, die schwebende Schuld Frank­reichs um &0 Milliarden geringer wäre, und daß. wenn man sicher gewesen wäre, daß Deut chiand bezahle, die Finanzlage Frankreichs weitaus besser wäre. Frankreich habe g-o^e Lpser ge­bracht, um von Deitschland eine selbstherabgesetzte Zahlung zu erlangen. Es hatte auf ein Viertel Ieiner Forderungen verzichtet D.e Reparations- kommisfion sei au» ihrer Lethargie erwacht und nach Berlin gereist Der S:urz ter deutschen Mark, wie der der'österreichischen Krone, würden

Vorteile habe, eine Erleichterung Vn ter Be­schaffung ausländischer Devisen IclM mittel» einer mehr al» gleichwertigen Verpflichtung, die durch die Ausfuhr von Waren erfüllt werten könne, zu erkaufen. Die Tatsache bleite jedoch be­lieben, daß der potentielle Umfang der hinzukvmmenden Lasten so groß I e L daß es unklug sein würde, anyinebmei. bib ste ohne Schaden für dic Erfüllu g ter Deutschland durch den Zahlungsplan auferlegten Verpfl ch- tungen ertragen werten könnten Wenn e n^pr- mafen Grund zu ter Annahme bestehen würde, daß die Verpstichungen unter dem Zahlungs­plan aufrecht erhalten werten konnten. Io mürbe es nicht unvernünftig sein. Frankreich den vollen Vorteil in ter Beschleunigung und in ter Be­zahlung ter ReparationSantelle zu gelt al ten. D.e Verpflichtungen te» ZahlurgSplane» leien ,edrch erst im letzten Mai festgestellt Worten und hätten damals nach Anfcht der Reparallonskommisston und der alli.erten Regierungen d e höchste Last dargestellt, die Deut'chiand nach ten vorllegenden Angaben ,u tragen in der Lage fei.

Der Bericht fährt fort: Ais die Bezahlung der ersten Rate von einer Milliarde Dvldmark trat eine starke Entwertung der Mark ein. Die Arbeiten deS GarantieauSschusse» haben noch nicht einen Punkt erreicht, in dem die Bezahlung ter übrigen Raten selbst für ba» laufende Repara­tionsjahr al» gesichert angesehen werden könne. Für den Fall, daß die teitsche Reiterung tpe.'.en der daraus folgenden Rate in Schwierigkeiten kommen sollte, fei e» unvermeidlich (ma? auch immer die Absichten des Aigenbllck) sind), daß die hinzukornrneiden. Frankreich gegen"'ber ü5er- nommenen Ver: fllchtungen nicht nur al« Grund für eine Rücksichtnahme gellend qema cht werße» würden, sondern daß d e Derpsticht ingen tnt L h- lich einen Beweisgrund zugun'ten einer soich n Rücksichtnahme darstellen würden, der von dxn alliierten Regierungen nicht außer acht gelassen werden könnte. Die Folgen te» Abkommen t könn­ten fein, daß während eine» sehr beträchtlichen Zeitrqum» eine Aenderung zugunsten Frank­reichs und -um Lachteile unterer 2 liierter in der Derteiluna der verfüabaren ReparativnSeln- fünfte zwischen den Alliierten erfolge W nn di- anderen alliierten Mächte nicht bereit leien, bie mit Frankreich bestehenden VrrtragSvervf.ichtun- gen und interalliierten Dereinterungen bet e lenk die Prioritäten hinsichtlich der Reparationsein- Fünfte ab uönbern. Io leien weitere Bürgschaf er erforderlich Die Bürgschaften, die Bradburtz und die italienischen und belgischen Kolleaen in ter ReparationSkommi ston vorgesch'aten haben. Im| ersten-, dah nach Ablaus des Aus!chubS feine neue Aufschiebung des Debet» gesta'tet sein soll, unb daß d c Abtragung be! beste he oben au'gescho'. enen Debet« durch regelmäö gc Raten tego.inen wer­den soll.

Die genaue Dauer diese» Zeitraum- soll be­stimmt werten nach ter Zeit, die notwendig ist. um das Hauptwerk de»Wiederaufbaues durchzuführen unter Berücksichtigung der Zeit, die Deutschland benötigt, um die nottreibigen Lieferungen auSzu- führen. Der vorgeschlagene Zeitraum soll sie­ben Zähre nicht überschreiten. Zw l en» darf unter feinen Umständen ter Gesamtbetrag de« ausg.fchrbenen Debet» den gegenüber Fran> reich vorgeschriebenen Betrag von etwa vier Mil­liarden Goldmark überschreiten. Dritten» soll eine Bestimmung etngefügt weeten. terzu olge Frank­reich von Zeit zu Zeit in da» allgemeine Repa- rationskonto Beträge einzahlt, um ten andere» Alliierten ihren Antell an ten von Deutschland nach dem Zahlungsplan geschuldeten BetiLgen zu sichern. Wenn diele Bürgschaften etngefügt wer­den. kann daS Wiesbadener Abkommen zur Be­sch '.euni^ung der Lösung des ReparattonSprcblemS auf breiter Grundlage in einer für Frank ich vor­teilhaften Weife beitragen, ohne daß dadurch die 3n le reif en der anderen MLche geschädigt werden.

Aus diesem Grunde hat die ReparationSkom- mission das Abkommen dem all irrten Re^i -rungeu einstimmig zur Prüfung empfohlen. Wenn die alliierten Regierungen da» Abkommen mit ten notwendigen Bürgschaften genehmigen sollten, müßte die Reparationskommission noch weitere Punkte erwägen, u. a die besonderen Ab­machungen bezüglich der Kohlenlieferungen und bezüglich ter Preise, die gutgeschrieben oder zur Last geschrieben werten sollen.

Das Wiesbadener Abkommen im Reichswirtschaftsrat.

D e r l t n, 9. 2lov. (WTB.) Der Lepara- tionSauSschuß des ReichSwlrtfchaftSratS be­schäftigte sich in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Kohlenausschuß mit dem Rathe- nau-Loucheurschen Abkommen. Ra- tHenau erläuterte und verteidigte das 2Tb- kommen in seiner Eigenschaft als Mitglied des ReichSwirtfchaftSratS. In der Erörterung kam zum Ausdruck, daß es stch in erster Linie dar­um handele, oo es mdglich fei, ein Produk­tionsprogramm aufzustellett, durch welches Deutschlands WiNschaft sich aus der konsum­tiven in eine produktive verwandele oder min­destens eine Balanzierung der Handelsbilanz eintrete. Ohne Einschränkung des LuxuSgüter- verbrauchs in Deutschland sei d.eses Ziel nicht zu erreichen. Besonders günstig sei das WieS- badener Abkommen, das der Industrie Be­schäftigung auf eine lange Frist gewährleiste.

Lloyd Georges Optimismus.

London, 10. Dov. (WTB) In einer Rede Ibeim Guild Hall-Bankett au« Anlaß der Ein­führung de» neuen LordmayorS führte Lloyd George etwa folgendes aus: Obwohl ter Hirn-