Ausgabe 
10.1.1921
 
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Vol ck und Oskar Feigel

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Das verhängnisvolle Tüpfelchen.

Komödie von Karl Daniel.

Wer den Theaterzettel gelesen hatt^, mufete Ort der aus der Taufe zu hebenden Komödie

Abends bewährte, muh als absolut vollkommen bewertet werden.

Das F-Dur-Quartett von Haydn, Opus 77 Nr. 2, ist eryuickende und sicherlich unvergängliche Musik. Tas Menuett sprüht und fesselt. Eine fonterhQ) ticsgehende Wirkung wird insbesondere im Andantesatz nicht erzielt unb auch kaum beab-

Aus Stadt und Land.

G i e ß en, den 10. JÖn. 1921.

Die Regelung des Verkehrs mit Nährmittel«.

Dom Reichs Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft wird mitgeteilt:

Wie bisher, erhält die Nährmittelindustrie die erfvrLerlic^n Mengen, an Brotgetreide, Hafer und Gerste zugewiesen; bte Regelung des Absatzes hat dagegen insofern eine Acnderung erfahren, als nur noch Grieß, Keks, Zwieback und Kindergerstenmehl amtlich zur Verteilung gelangen, wahrend die üb-

und auf die Handwerkerliste (die miteinander ver­bunden waren, entfielen 10 564 Stimmen, auf die Listen der beiden sozialistischen Parteien zusammen 10 118 Stimmen. Somit haben sich die bisherigen Mehrheitsverhaltnisse in der Stadtverordneten- Versammlung verschoben, in btc nunmehr eine bürgerliche Mehrheit einziehen wird. Tie Stadt- verordneten-Persammlung bestand bisher aus 20 bürgerlichen Mitgliedern, 10 Mehrheitssozralisten und 12 Kommunisten. Das neue Stadtparlament wird ebenfalls aus 12 Kommunisten, aber nur aus 8 Sozialdemokraten bestehen, bic zwei Man­date verloren haben. Dieser Verlust ist den bürger­lichen Parteien zu .statten gekommen, die nun­mehr 22 stall bisher 20 Mandate besitzen werden 300 000 Mark Reklame.

sw. Wiesbaden, 9. Jun. Infolge des dauernd sinkenden Fremdenverkehrs hat die Stadtverwaltung beschlossen, in diesem Wmler eine grosszügige Reklame zu unternehm.ar. Für diesen Zweck wurden 300000 Mark zur Verfügung ge­stellt.

Mark 533, 810, 788 834, 384, 390 397, 402, 407, 412, 395. für Flocken 410,

Ter Groß- und Kleinhandel darf zu dieser! Preisen Zuschläge berechnen, die aber über ttne an­gemessene Berdtenstspanne nicht hinausgel^en dür­fen. In dieser Spanne haben sich auch mehrere Händler zu testen, vorausgesetzt, daß im einz.lnen Fall ein derartiger Handel überhaupt zuläsiig ist. Ten Verbrauchern kann nur an geraten wer­den, in allen Fällen, in denen sie sich übervorteilt glauben, insbesondere in denen höhere als die oten angegebenen Preise gefordert werdm, sich be- schwercheführend an die zuständigen Preisprüsungs--- stellen zu wenden. Tiese werden geg'n alle gegen die Richtpreise verstoßewxn Betriebe oder Händ­ler vorgehen und sie den Wuchergerichten zur Be-

' Hauptwirkungen des' Licht-Luftbades haben sich bald bei den eurer solchen Kur unter»

Gießen

Urkunde^

. . durchsichtige Angabekleiner Sitzungssaal des Ministeriums zu Tambach" gelesen haben.

Wenn man dann gar noch aus Bornollzen wußte, daß der Autor in Büdingen lebt, war wohl fein Zweifel mehr möglich, daß "bie .Komödie in der hessischen Residenz sich abspielen soll. Es soll einegeschichlliche Tatsache" zu Grunde liegen, hört man die .Kundigen im Zuschauerraum, nämlich die Verwechslung von Namensvettern bei einer Ernenmmg. Dieser Ver­wechslung ivirb in der Komödie eine geistreiche Pointe gegeben in der Gestalt eines Fliegen­tüpfelchens, das in dem entscheidenden Akten­stück den Namen Tamel in Daniel verwandelt und so einen gairz aussichtslosen Bewerber zu dem Posten eines Oberbauvats verhilft. Die witzige Anekdote übt die vechängnisvollste Wirkung auf den Gemütszustand eines Staatsrates aus, der in dem nachträglichen I-Tüpfelchen eine bewußte Aktenfälschung wittert und alle Hebel in Bewegung setzt, um den böswilligen Urbeber zu fassen. Tiescr wird denn auch von einem Chemiker überraschend aber einwandfrei in der juristisch nicht faßbaren Person einer Fliege festgestellt.

Tie Komödie hat Wi^ und Humor und verrät in außerordentlich scharf charakterisierten Eesta'ten einen Mcmn, der sich unter Fachgenossen auskemtt. Trotzdem weitet die Behandlung denFall" über

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rigen Näbrmiltel, insbesondere Graupen, Hater- flocken und Teigwaren im freien Verkehr abgesetzt werben können. Um die Einhaltung angemessener Preise zu sichern, sind die Hersteller und Händler verpflic^et morden, nicht zu höheren als den von den AussichtsbehvtLen genehmigten Preisen abzu- setzen. Tie Ueberschreillmg dieser Grenz: ist nach Maßgabe der Preiswucherverordnung strafbar. Tie Kleinverkaufspreise werden je nach den örtlichen Verhältnissen von einander abweichen; als Regel- preise werden für Hafer- und Gerstenerzeugniner die nachstchenden zu gelten haben:

Für je 100 Kilogramm:

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(Siebener Stadttheater.

Tanzgastspiel und Uraufführung.

Gießen, 9. Jamiar 1921.

Der Samstag scheint für Gießen kein Theater- tag zu sein. Man denke sich, welche Anziehungs­kraft die Kombination Ärrtzgastspiel und Urauf- fühiung in jeder anderen Stadt ausgeübt hätte. Tas Gießener Publikum schien anderweillg fest- aelegt. Parkett und Ränge wiesen mrgewohnte Lücken auf. 1

Tanzgastspiel Hilte Schlager.

Die Tanzdarbietungen hat en einen besonderen Abend verdient. Die Unterbrechung durch die Ur­aufführung einer mit ihnen stilistisch mcht in Ein­klang zu bringenden Komödie verlangte vom Zu­schauer eine starke Umstellung^ Hstde Schlager erwies sich gleich im ersten Tanze Puppe von. E. Schütt als eine unserer intelligentesten Tänze­rinnen, tvobei Intelligenz nicht als Raffinesse mißverstanden werden darf. Sie verfügt über eine .staunenswerte technische Durchbildung des Körpers, die den letzten Schein von Muskelanstrengung hin- wcgnirnmt und dem Tanze gewichtlos schwebende Anmut verleiht. Hinzu kommt eine ungewöhn­liche Intensität musikalischer Einfühlung, die ans Hellerauer Schule hinweist. den Charakter ihres Tanzes aber ganz persönlich bestimmt. Mle Tänze trugen den Stempel eines ganz persönlichen Stil­willens und »oaven daher Charaktrrtänze im besten Sinne bed Wortes. Mit ihrem ausgeprägten Stil ist Hilde Schlager ivohl eine unserer charakteristisch­sten Ktmsttänzerinnett. Der begeisterte B-ifall war denn auch von ihr ehrlicher verdient als von ge­schickten Blendern, wie beispielsweise Ruth Schwartzkopf und letzten Endes vielleicht auch Hannelore Ziegler Denn Hilde Sckstager ver- millLlt den persönlichen Ausdruck eines künstleri­schen Erlebnisses, wo jenen die g'atte Routine viel jach das Erlebnis ersetzt. Nicht leicht zu vergessende Erlebnisse wurden dem Zuschauer die bereits erwähnte Puppe, der Ungarische Tanz von Brahms unb Boise triste von Stbelius. Die Eindringlich­keit der Tänze wurde durch reizvolle Kostüme /unterstützt, die von P. Mav, Wien unb Lotte Pritzel, München entworfen waren. Wenn in

man dien entscheidenden Momenten ein letzter Im­puls fehlte, der Tanz und Tänzerin mänadenhaft Über sich selbst hinausreiht, so darf man dies wohl dem Notorchester zuschreiben, das auch unter der Leitung Karl Schlagers der Künstlerin nicht immer die erforderlich Unterstützung zuteil werden lassen konnte. Ein weiterer Mangel war der rote Bühnenrahmen, der vielfach in schmerzen­der Disharmonie zu den Farben der Tanzkvstüme stand und auch die Effektbeleuchtung ertötete. Tiefer Mangel war schon bei früheren Tanzdarbietungen vorhanden. Der einzig wirkimgsvolle Hintergrund zum Tanze ist ein einfacher dunller Stoffbehang.

teigt; 1_ die Gewöhnuug an b« Luftströmungen, als Abh ä rtung; 2. dir Beeinflussung krank­hafter 3ufinnbe durch dre Belichtung der Haut: 3. stärkere Muskeltätigkert durch dre Brfrerung des Körpers von dem Druck der föetbung. So be­richteten in Franffurt alle Eltern im Frü^ing nach dem ersten Luft-Lichtbadekuren, daß ihre mn- ber im Winter weniger an Kartarrhen glitten hatten, als sonst, und von Schnupfen und Husten meist ganz verschont gerieben find. Skrovhulose wurden in zahlreichen Fällen so günstig beemslutzt, daß alle Drüsenschwellungen, Augenentzündungen und das gedunsene Aussel-en der ftranfen nach einigen Monaten verschwunden waren. Jnsolge des freieren Spieles der Muskulatur wurden schon nach wenigen Wochen Ausdehnungen des Brust­korbs um 25 cm beobachten.

Solche Luit- und Lichtbadkolonien lassen sich ohne großen Aufwand von Geldmitteln errichten. Wenn demnächst, wie zu hoffen ist, das Spiel- und Sportwesen durch Anlage eines ge­eigneten Jugendspielplatzes aesimdheits- gernäß geregelt wird, so wäre es leicht, im An­schluß daran oder in Verbindung damit auch die Luft- unb Lichtbadpftege der Jugend in geordnete Bahnen zu leiten. Geeignete Person- lichtsten, die die sachgemäße Aufsicht und An­leitung der Jugend und der Kinder übernehmen, werden sich ohne Zweifel leicht finden.

Dr. Walger.

Veranstaltungen.

Montag: Stadttheater, 5Vs Uhr, Don Car­los. Volksl-ochschule, Wstderbe-ginn der Arbells- gemeinschaften usw. (Safe Leib, 7Vr Uhr, Kon­zert und Vorstellung der Chiemfeer. Lichtspiel­theater wie gestern.

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für Grütze

in dem Werke spiegelt. Das Dvorzaks E-Dur- Öuartett Opus 80 darf ebenfalls als wertvoll, aber nicht allzu gewichtig bezeichnet werden. Die beiden alten Sätze bleiben hinter den entsvrechen- den des bekannten F-Dur-Quartetts dieses Mei­sters entschieden zurück. Zumal rm ersten Satz wird zwar der hinreißende Schwung des F-Dur- Quartetts auch hier erstrebt, aber zufolge einer gewissen Eintönigkeit der Erfindung bei aller Schönheit der Ausstattung doch mcht erreicht. Dagegen bietet der letzte Satz eine reichliche Ent­schädigung: er ist feurig und packend und zugleich klassisch vornehm gehalten.

Als Hauptaufgabe hatten die Vortragenden sich die Wiedergabe von Beethovens CiS-Moll-Quartett Opus 131 gestellt. Dieses gewaltige Werk erhebt in jederlei Hinsicht genxrlttge Anforderungen, und die Ausführung durch das Schörg-Qnartett erheischt die rückhaltloseste Bewunderung Alles wurde aus­geschöpft: Ter erhabene Ernst der Anfangsfuge, die in kunstvollen Verschlingungen verhüllte Inner­lichkeit der Variationen im Arüxmte, die glitzernde Pracht des Presto, die ergreifende Klage des kurzm Adagio und die sellstbewußte, gesunde Kraft des Finale. Welche Art von seelischem Erleben diesm Schöpfungen zu Grunde liegt, ist freilich schwer zu besttmmen; uno das kann nicht Wunder neh­men, wenn man bedenkt, daß es sich um die letzten Offenbarungen eines Mannes handelt, welcher, b«r Einsamkeit seiner überragenden Größe voll bewußt, dazu durch röllige Taubheit von der Mitwelt nahe­zu abgeschlossen war. Jedenfalls heißt es dem Genius nicht nahe kommen, wenn Paul 93effcr sein philosophisches Etikettchen einerspekulativen Er­kenntnis der Einheit von Wollens- und Schicksals­macht" auf das Eis-Moll-Quart eit klebt.

Tie Künstler wurden von der zahlreichen Zu­hörerschaft sehr herzlich gefeiert. R,

wünschen.

** ,^echnvker und Wiederaufbau" lautet das aktuelle Thema eines öffenllnchm Vor­trags mit anschließender freier Aussprache, welck?es die hiesige Ottsgvuppe des Bundes tschnischrr An­gestellten und Beamten am Dianstag den 11. Ja­nuar abends 8 Uhr im RestaurantAgimrium" (Eingang Wetzsieinstvaßei veranstaltet. Wie aus dem Anzeigentell der Samstagsnummer erstchtlich, sind dazu alle techmischen AiHgestellten und Be-

werkskammer in Liegnitz.

Landkreis Gießkn.

x L i ch, 9. Jan. Am Sonntag sprach int überfüllten Steins-Saalbau der Bürgermeisterkan- didat Stadtbaumeister Heimami Walz aus Vilbel, ein geborener Lich-er, über die bevorstehrnde. Wrger- meisterwahl. Dre Ausführungen des Kandidaten waren sachlich und überzeugend und legten der Einwohnerschaft Zeugnis ab von einem durchgrei­fenden, theoretischen und praktischen Wissen in Be­zug auf die Kornmunalverwaltung. Man erkannte aus den Ausführungen des Herrn Walz, daß er als Kenner lleinstädttscher Verhältnisse in Vilbel, welches bekanntlich doppelt so gnoß ist als Lick), eine gute Schule genossen hat, die es ihm ermög­licht, in alle Zweige der Gemeindeverwaltung' Ein­blick zu gewinnen. Selbst Mihänger dep Kandidatur Völker-Friedbery haben nunmehr unumwunden zu­gegeben, daß nur ein geborener Lichn in Frage kommen könne.

Kreis Büdingen.

.)(. Ortenberg, 7. Jan. An Weihnachten wurde hier von Bäckermeister Richard Carl und August Beitz ein schr schön eingerichtetes Cass eröffnet und damit einem schon lange besonders bet den vielen auswärtigen Besuchern unsere- Städtchens vorhandenem Bedürfnis abneholsen. Sanitätsvat Emrich, ein geborener Ortenberger, lieft sich nach langjähriger Tättgkeit in Emerichen- hain im Westerwald hier im Hause ferner Mutter als praktischer Arzt nieder.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 7. Jan. Das Landesftnauzamt Darmstadt hat die Herren S ch ü tz, M a r x, D a h- men, Weinz in Friedberg und Metzger in Butzbach zu Oberfteuersekretären ernannt.

Starkenburg und Rheinhessen.

sw. Heppenheim, 9 Jan. Zwischen Wein­heim und Lützelsachsen werden gegenwärtig durch die Deutsche Petwleum-A.-G. Bohrungen nachPetroleum DorgenDirtmien, über deren Er­gebnis bisher nichts bekannt wurde.

Hessen-Nassau.

Eine bürgerliche Mehrheit im Hanauer Stadt- parlament.

X Hanau, 10. Jan. Da die preußische Re­gierung infolge des bekannten Konfliktes zwischen der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung ud der bürgernlichen Mohrheü des Magistrats zur Auflösung der Stadtvervidnetenverammlung ge­schritten war, fanden am gestrigen Sonntag Neu­wahlen zur Stadtverordneten-Ver- sammlung statt. Es hatten sich zu einer Ge­meinschaftsliste verbunden die tuet bürgerlichen Parteien (Deutsche Bollspartei, Deutschmattonale Pattei, Zentrumsparttt und demokrattsche Partei). Ferner trat der Handwerker- und Gewerbestand mit einer selbständigen Liste hervor, die jebod) mit der genannten Gemeinschaftsliste verbunden war Es lagen ferner eine sozialdemokratische und eine kommunistische Liste vor. Die Wahl hatte folgendes Ergebnis: auf die bürgerliche Gemeinschaftsliste

Die golLene Gans.

Fd. Soden (T.), 9. Jan. In.einem Nach­barort fand ein dorttger Einwohner, als er eine gemästete Gans zum leckren Braten zubereiten wollte, im Magen des Vogels zwei blinkende eng­lische Halbpfund st ücke. Tie Gans hat dem Manne besonders gut und billig geschmeckt.

die Enge einer Berufskomödie aus. Technische Un­zulänglichkeiten im Aufbau kann man bei der guten Laune, in die man versetzt wird, nicht tragisch neh­men. Tas Sttickchen erhielte starken und ehrlichen Beifall. Tet pseudonyme Autor (er nannte sich nach dem Fliegenglückspilz seines Stückes Karl Taniel mit I-Tüpfelchen) wurde wiederholt por die Rampe gerufen.

Unter der Leitung von Karl Bol ck wurde die Tarstellung den Wsichten des Autors vollkommen gerecht. Hervorragende Leisttmgen boten Harry Noebert als Staatsrat Grübler, Rudolf Goll als Kranzleidiener Fröhlich, Paul Mehnert als Kanzlist Becher und Richard Hellborn als ©bemiftr Tr. 9tata>n. Die übrigen Rollen versahen mit Geschick Cläre Türk, Karla 'S? e 11 e r, Karl

Sietzeser Uonzertvereln.

Gießen, 9. Januar 1921.

Schörg-Quartett:

Haydn, Dvorzuk, Beethoven.

Zum zwetten Male in der diesjährigen Gießener Saison ließ sich das Würzburger Quar­tett hören, und den betonteren Erwartungen, welche man der hohen Kunst dieser Bereinigung entgegengebracht hatte, wurde durchaus ent­sprochen. 3d)er der vier Herren bringt ein vorzüg­liches technisches fröimen mit, das von einem tief­ernsten musikalischen Empfinden gelenkt wird. Auf dieser Grundlage hat sich die technische wie musi­kalische Einheitlichkeit des Zusammenspiels unter der ebenso unmerllichen wie sicheren Führung des ersten Geigers zu einer seltenen Höhe entwickelt. Im ersten Satze des Anfangsquartetts schienen einige Passagen beim Auslaufen ein wenig ge­rüttelt; nachdem man sich aber warm gespielt hatte, hätte auch der anspruchsvollste Kenner nur Schönheitsfehler von verschwindender Bedeutung anmerten können. Wohl aber erzielten die Künstler dank ihrem hingebenten Fneinanderaufoehen ein traumhaft gedämvftes Pianissimv das Den Atem anhalten ließ. Tie rhythmische Unbeirrbarfeit, wie sie sich an manchen sehr schwierigen Aufgaben des

amten eirrgdaben. .

** Der Reichsbund der Kriegs­beschädigten und Hinterbliebenen veranstaltet am Diens.ag, 11. Januar, abends 8 Uhr, im großen Saille des Cass Leib eine öffentliche Versammlung. Es sprechen Frau Weller, Wiesbaden und Gau-ekretär Eichinger Frankfurt a. M. über die Notlage der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen und die Noiwendigkeit der Organisa ion.

* Lichtspiele, Seltersweg, bittet uns mitzuteilen, daß auf vielseitigen Wunsch, beute außer dem festgesetzten Spielplan noch em mal Der am Donnerstag den 6. ds. Mts. gegebene Film Gesprungene Saiten" mit E.her Carena zur Vorführung gelangt. Näheres siehe Anzeige.

** Seine Meisterprüfung bestand Herrn. Merschroth aus Gießen vor oer Hand-

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ftrafung anzeigen.

Unserer Jugend mehr Sonne.

Kreisarzt Medizinalrat Dr. Walger schreibt uns:

Die Anregungen, die unlängst in Jbrem Blatt wegen Errichtung von Licht- und Luft­bädern gebracht worden sind, habe ich mit Freuden begrüßt. Mögen sie dazu dienen, ein Schreiben wieder in Erinnerung zu bringen, das ich in gleicher Angelegenheit am 7. S e p - tember 1919 an die Stadtverwaltung ge­richtet habe, und das folgendermaßen lautet:

Unserer Jugend mehr Sonne!

Mehr beim je güt es heute, unsere Fürsorge der leiblichen und geistigen Gesunderhaltung un­serer Jugend zuzuwenden, denn wir müssen ein gesimdes und kräftiges Geschlecht heranbilden, das unser Vaterland aus der Not der Zeit einer licht­volleren Zukunft entgegen führt. Alle Hilfsmittel müssen zu diesem Zweck praktische Verwendung finden und da wird der hellkräftige Einfluß der -Sonne auf den menschlichen und namentlich lugend- lichen Organismus immer mehr als außerordent­lich segensreich erfannt. Gerade heute, wo uns . Geldmittel fehlen werden, um Erholungsheime, Heilstätten usw. zu bauen, ist uns in der Aus­wertung der Sonne überall ein Mittel gegeben. * das zurnNesUnterhaltung ter Jugend und nament­lich auch zur oorbeugenten Bekämpfung ter Tuber­kulose bei richtiger Anwendung Hervorragendes zu leisten im Stande ist. In die weitesten Kreise sollte die Erkenntnis getragen werten, daß kein Sonnenstrahl unserem Volke unnötig verloren gehen darf. Der berühmte Arzt Rollver, ter die Sonnen behandlung ter Knochentuberkulose mit außerordentlichem Erfolg in seinem Schweizer Sa­natorium durchgeführt hat, spricht es aus, daß die Sonne den Organismus kräftigt und ihn in einen Verteidigungszustand gegen Krankheit setzt; sie beugt ter Krankheit vor, sie verhindert ihre Ent­wickelung bei allen denen, die für sie prädisponiert sind und ist dadurch von einer großen sozialen Bedeutung. Schon hat man auch in verschiedenen

mc. Frankfurt a M., 9. Jan. Ter Demo- bilmackungslommissar stellt alle diejenigen Ar­beitnehmer und Arbeitgeber unter schwere Strafe, die liebe r ft unb en ohne Eriaubnis machen resp verrichten lassen. Mit dieser Verordnung soll b:e Wirkung verbunden sein, die noch in großer Za-hl vortentenen Arbeitslosen zu vermintem. Tie Gastwirlsangestelltm haben im übrigen beschloßen, abwechselnd zu Gunsten ihrer erwerbslosen Kol­legen acht "Tage in Urlaub zu gehen.

mc. Frankfurta M., 9. Jan. Im Jichre 1920 waren bei sämtliclren Frankfurter Sparkassen 310930 Sparguthaben eröffnet mit einem Einlagen bestand von 330 921 903 Mk.

mc. Frankfurt a. M., 9 Jan. Frank­furt, das seither die achte Stelle unter den deutschen Großstädten einnochm, ist von Essen iRuhr^ überflügelt worden. Essen zählte Oktober 1920 475 300 Einwohner, Frankfurt dagegen nur 465 000. Tie nächste Stadt nach Frankfurt ist Düsseldorf mit 415 300 Einwohnern.

fb. Frankfurt a. M., 9. Jan. Der frühere Straßburger Professor Arthur Schneider wurde zum ordentlichen Profes­sor an dec hiesigen Universität ernannt.

Qocbfcbttliiacbridtirtt«

dd. Frankfurt o. M, 9. Jan. (Emem Meldung.) Der preußische Kultusminiüer Hö­nisch besuchte am Samstag in Begleitung des Finanzministers Lüdemaun, des Staatssekre­tärs Becker und des Geheimrats Menzel btc Universität. Der Rektor Schö n fl ie s konnte in seiner Begrüßungsansprache darauf Hinweisen, daß nunmehr die Anglieterimg einer Arbeiter aka- demie an die Universität gefiebert sei. Ein Bar- tretet der Studentenschaft gab die Erklärung ab, daß die Studentensckmft den festen Wlllen habe, die soziale Kluft zwisckMt Arbeiterschaft und Stu­dentenschaft zu überbauten. Minister Säuisch gab die Versicherung, daß die junge Universität sich stets seines Wohlwollens und seiner Förderung er­freuen dürfe, zumal diese Hochschule berufen sei, ein Bollwerk gegen die kulturelle Propaganda ter West Völker zu wetten.

mc. 5 tan tfurt a M., 9. Jan. Auf den Lehrstuhl für Chemie an ter Universität ist anstelle Pros. Tr. Freunds der Direktor an ter Landwirt­schaftlichen Hochschule Berlin Tr. Julius von Braun berufen worden. Tr. v. Broun war schon früher bei Errichtung des Georg Speher-HauseS in Frankfurt tätig.

0 Göttingen, 7. Jan. Tem früheren Pro­fessor am Union Seminary in Neuyork, T. C. Hall, ein bekannter Förderer des Teutschtums im Auslande, der während des Krieges ganz nach Teutfchlaud übersiedelte, wurde eine Profeffur in der philosophischen Fakultät ter hiesigen Univer­sität auf deren Antrag ütertragen. Tie theo­logische Fakultät der Universität Marburg hat den Gelehrten in Anerkennung ferner großen Ver­dienste um die Wissenschaft zum Dr. theol. er­nannt.

Nchmtta^ ivÄr Ium wegen Ä fcfontn in Anff kl unb bet Stu tvbacbtet, wie si urft, mit mch fcntn Ta Sh öl verbreitete )i Nehl hort »M ternttiben" fäit Uje-en, einen A «myeiM, einer Ifunb Kehl,id

** Tie Literarische Gesellschaft hielt am Tonnerstag Abend ihre fällige Jahres­versammlung ab. Der erste Vorsitzeiche erstattete zunächst Bericht über das erste Vereinsjahr. Lang­sam aber auf gesunder Grundlage ist die junge Gesellschaft zu einer Mitglvä>erMchl von über 225 angewachsen und konnte unseren hiesigen Li- teraturfreunten manchen genußreichen Abend brin­gen. Der Bericht zeigte, mit welchen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen war und dankte noch­mals allen Spendern, die -durch ihre Opferffeudig- keit an dem Auffau mitgeholfen haben und bat sie, auch weiterhin ter guten Sache treu zu bleiben. Tie Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Zum ersten Vorsitzenden wurde stud. iur O. Henning wietergewählt, zum zweiten Vorsitzenden Fräulein Tr. Bieber und zum Schriftführer Dr. Huch. Der Beitrag wurde auf 8 Mk. festgesetzt, wofür den Mirltedern wcit^hendste Vcrgchnstignngen bft ten jeiveiligen Veranstaltungen gegeben weiten. Zum Schluß wies der erste Vorsitzende noch kurz auf die kommenden Vortragsabende hin: Sonntag, 16. 3a- nuar: Ludwig Wüllner aus Berlin Freitag, 28. Januar: Waldemar Bensels von Ambach. Freitag, 11. Februar: Kasimir Vschmid aus Tannstadt (Vortrag: Haersum die skandina­vische Literatur ter nordische Mensch die Repräsentation germanischer Rasse). Ende Fe­bruar : Mitglieder-Abend. 28. März: Freiherr von Münchhausen.

** Eigentümer gesucht. Seit vor Weihnachten wurde ein zweicäderiger Hand­wagen mit Holzlattenboden in einer hiesigen Hofreite stehen gelassen. Der Wagen hat ein neues und ein repariertes Rad. Das Obett- gestellwar ehemals braun angestrichen. Eigen­tümer wollen sich aus der Kriminal-Abtev- lung tmelöen.

Die Verarbeitungsgebühr der Molkereien bei Lieferung von Vollmilch ist vom Hessischen Lantes-Ernä^hrungsamt bei An­lieferung pasteurisierter und tiefgefühlter Vollmilch auf 40 Pf. für das Liter erhöht worden.

** Kriegsreifeprüfung. Gegen den Beschluß des Hessischen Landesamtes für das Bil- dungswesen, welches als Endtermin ter Meldung zur Kriegsreifeprüfung den 12. Januar 1921 fest­gesetzt hat und bann nur noch bis Ostern ds. Js. Gelegenheit geben will, das Examen abzulegen, wenden sich die Kttegsteilnchmer Hessens. Ter Ausschuß h.ssisl'Lr Kftiegsceifepcüfui'gs-Bewerber, Mainz, Martmssttaße 15, nimmt ine Adressen aller

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