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10.1.1921
 
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firanffiirt a. M. HM6

Erster Blatt M. Jahrgang Montag, sO. Januar

Q /\ Anu-qme von Anjetgen

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GlehenerAnzelger

General-Anzeiger für Oberhessen AM

vruck ttnö Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch unö Zteindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftrstelle und vruckerei: Schulstraße 7. sämtlich in Dießen.

Englandfeindliche Stimmung in Amerika.

Aus Neuhrk schreibt uns ein gelegent- ,cher Mitarbeiter:

In Amerika macht sich eine immer lebhaftere Antipathie, ja feindselige Stimmung. gegen Eng­land bemerkbar, deren Ursprünge weit hinter das I ZkrieaÄahr 1914 zurürkreichen. In den zwei letz­ten Jahren (ft sie derart heftig geworden, daß man in ihr geradezu ein politisches Problem von weittvagmder Bedeutung erblicken muß. Es ist bezeichnend, daß z. D. in der letzten Woche in Neuyork einige blutige Zusammenstöße vorgekom­men sind, weil ba-5 Publikum über die englische Flagge laut sein Mißfallen äußerte. In einem an­deren Fnrie versurlchen etliche taulenb Leute, die einer zu Einen des verstorbenen Bürgermeisters von 5ork abgebaltenen Gebäcktnisfeier beigewobnt hal­len, ein' Klubhmls zu stürmen, xruf dem die eng­lische Flagge webte Tie, an und für sich schon »esnannke, Situation wird durch das oft taktlose Verhalten der Engländer, der diplomatischen Ver­treter, besonders aber der Journalisten, noch er­heblich verschärft, die sich über derartige Vor- fläng? einfach hrüwegsetzen und es an Rückricht- vabuic für die Empftirdimgen des amerikanischen Volkes fehlen lassen

(seit dem Ende des StricgeS, in'dem England, Japan und Amerika eine Art von Welthegemonie erlangt haben, ist England für den/ Amerikaner wirtschaftlich rote militärisch, der schärfste Rivale geworden, und dies feindselige Gefühl hat sich an­läßlich der i rrs chen Frag? noch erlEick* rerstärkt. Man darfhidst vergessen, daß ungefähr 20 Millio­nen Bürger irischer Herkunft in den Vereinigten Staaten leben Rur so sind vom strikten internatio­nalen Reutralitätsstandpnnkt die halb ofn*-teilen Svmpatbiekundg?bungen für Irland zu erklären. Das gmg so weit, daß im Kongreß ein Gefetz ein­gebracht wurde, man möge eine konsularische und diplomatische Vertretung nach der irischen Republik entsenden. Die Versuch: des Prä­sidenten der mfdjrn Republik De Valera, der vor einigen Monaten in Amerika weilte, den Präsi­denten Wilson zur Anerkennung der irischen Repu­blik zu beweg-n, sckxnnen erfolglos geblieben zu fein; es hat sich aber ein Komitee, bestehend aus den hervorragendsten Amerikanern gebildet, das die Situation in Irland einer genauen Prüfung unterzieht, und auch britische Vertreter zur Teil­nahme aufgefordert hat.

Ein weiterer Grund der gegenwärtigen ameri­kanischen Mißstimmung gegenüber England ist die allgemein verbreitete Ansicht, daß England sich im Friedens vertrag den Löwenanteil an der Bente ge­sichert habe. Tiefe Mißstimmung äußerte sich be­sonders lebhaft in einer Konferenz der amerika­nischen Petroleum-Gesellschaft und anderer an der Oelfrage Interessierten, wo man energisch dageg'n protestierte, daß während sich England über die meisten reichen Oelländer des fernen Ostms ein Mandat verschafft habe, es Amerika mit einem Mandat über Armenien ab.zusp'isen versuche. Richt zuletzt ist man in Amerika darüber verärgert, daß England in diesem Jahre 6 000 000 000 Tol- far auf seine Ftotte verwendet, von seinen Schul­den jedoch, die über 4 000 000 000 To klar betra­gen, nichts zurückgezahlt Tat. Die Regelung dieser Angelegenheit wird Aufgabe der neuen Regierung fern. Man darf aus Ine weitere Entwicklung der englisch-amerikanischen Beziehungen, die Ueker- taschungen keineswegs ausschließt, äußerst gespannt fern.

*

Amerikanischer Kredit für Deutschland?

Berlin, 8. Jan. (MTB.) DerVos- sischen Zeitung", die kürzlich einen Bericht derMorning Post" über Verhandlungen brachte, vic wegen Vermittlung eines Kre­dits an Deutschland in den Ver­einigten Staaten stattgefunden hätten, wobei der deutschen Regierung die Absicht un­tergeschoben wurde, sich der Amerikaner zu bedienen, um den Schuldzahlungen an die En­tente zu entgehen, wird von zuständiger Seite mitgeteilt: Mit W. W. Brauer haben aller­dings wegen Vermittlung eines Kredits sei­tens der War Finance Coorporation an Deutschland für den Bezug von Rohstoffen und Lebensmitteln aus den Vereinigten Staa­ten Verhandlungen stattgefunden, die bereits längere Zeit zurückliegen. Daß Brauer ein Vertreter der deutschen Regierung ist, ist nicht richtig, ebensowenig daß die deutsche Regig- rung verlange oder verlangt habe, daß bei Zahlung der deutschen Schuldbeträge an die Entente die amerikanische Anleihe einen un­bedingten Vorrang erhalten müsse. Dieses Verlangen geht vielmehr von amerikani­schen Kreisen aus, die diese Kreditprojekte bearbeiten und naturgemäß das Bestreben ha­ben, die Kredite möglichst mit Vorrechten aus- zustatten. Die deutsche Regierung steht diesem Verlangen aber vollständig fern.

Streik int Industriegebiet.

Berlin, 8. Ion. Blätterrneldunre-i aus Essen zufolge ist gestern die August Thyffen- Sütte vollständig stift gelegt worden, da itt nur wenige Arbeitswillige meldeten. Der Streik hat puck auf die DhysW-Zecke in .Hamborn über» gegriffen. Gestern ist nur die frälftc der Morgen- schickt angefahren.

(?in Aufruf ber gewerkschaftlichen Organisationen zur Vernunft.

Essen, 8. Jan. (Wolff.) Die ReichszeMvale für £*eunati)ienft, Landesabteilung Esten, meHrt zum Streik im Namborner R e vier: Da die Streiklage feljr ernst ist, erließen bte vier Bergarbeiterverbände solgmden Ausruf an inc Bergarbeiter des Ruhrreviers:

ftäfntDaben! Unverantwortliche und gewissen­lose Elemente versuchen augenblick.ich die Berg­arbeiter in einen angeblichen Svmpathie- streit zu Heyen. Tie Arbeiter der Thysl en Hütte m Samborn sind zunächst durch unverantwortliche Personen in den Streik getrieben worden, der von den maßgebenden Gewerlsckaften nicht anerkannt ist. Jetzt sollen ihnen die Bergarbeiter folgen, ?tot und Elend in noch größerem Maße in die Arbeiterfamilien eindringen, nur um die politischen Ansichten jener Akute zu erfüllen. Die unglaub­lichsten Gerüchte werden von jener Seite verbreitet, um mit Gewalt die Bergarbeiter in den Ausstand zu treiben. Bald sollen die gesamten Estenbahnen stilliegeu, bald soll die Einführung einer verlän­gerten Schick,tzeit im Bergbau beabsichtigt fein; ja, es wird iogar behauptet, daß die unterzeich­neten Bergarbetterverbände einer Verlängerung der Schichtzeft zirgestimmt hätten. Das ist unwahr.

Kameraden! Laßt Euch nicht täusck>en. Tie Absichten jener dunklen Ehrenmänner sind zu durch- sichtig. Nicht auf die wirtschaftliche Bcfierstellw'.g der Arbeiter kommt es ihnen an. Diese praktische Arbeit überläßt man recht gern anderen.

Kameraden! frört auf Eure g werlschaftlichen Organisationen. Lehnt c? grundsätzlich ab, in einen Streik riuzutrefn, der nicht von den gewerk- sckvftlicken Verbänden geführt wird. Haben die Unterzeichneten in allen Wi tt'chaftsftagen die In­teressen der Kameraden bisher vertaten, so wird dieses auch in Zukunft geschahen. Keine Arbefts- zeitvcrlängLrung wird eingeführt werden können, lofangc die Kameraden hinter ihren Organisationen stehen.

Kameraden! Behaftet Ruhe und Würde, be­teilig t Euch auch nicht an Putschen, an denen nur jene Personen ein Interesse haben, denen eine Niederlage der Arbeiterkfaste erwünscht ist. Ruhe und Besonnenheft sind in dieser Zeit notwendiger denn je. Lehnt jod' wilde Stteik- beteiltgurg ab und folgt nur den gewerkschaftlichen Organisationen."

Deutscher SergarirrtTrerbrrth, B o chu m g z.) Hufemann. Gewerkverrin christlicher B'tg- arceiter Deutschlands igcj.) Imbusch, Pol­nische BerusSvereinigun g (gez.) Kolpacki, Gewerkvereiu Hirsch'-Tuncker, Abteilung Berg­arbeiter (gez.) Schmidt.

Gewerkschaftskongreß über Kohlen- sozialisierung.

Duisburg, 9. Jan. (WTB.) freute vor­mittag fand hier eine von mehreren hundert Ver­trauensleuten aus dem rheinischwestsälischen In­dustries .'biet besuchte Versammlung des Deutschen Gewerkschaftsbundes statt, die sich mit der Frage der Sozialisierung des Kohlenbergbaues leschäftigte. Ter Vorsitzende des Gewerkvereins christlich r Berg­arbeiter, Reich.stagsabgeordneter I m b u s ch, sprach sich gegen eine Verstaatlichung des Kohlenberg­baues. wie sie mit dem Wort , Vollsozialisierung" gemeint sei, aus Die ganze Wirtschaft müsse viel­mehr in mcp'Wt vollkommener Weise der Volks­gesamtheit dienstbar gemacht werden.

Folgende L e i t P u n k t e wurden als im gegen­wärtigen Zeitpunkt erreichbar aufgestellt: Tie im Boden vorhandenen Schäle an Kohlen werden in den Besitz der Volksgemeinschaft übergeführt Tie Ausbeutung wird den bisherigen Besitzern weiter überlassen, von denen eine dem Wert der Sager* statten an gepaßte Abgabe erfjob.m wird. Die tm Bergbau beschäftigten Personen sind an der Pro­duktion zu interessieren. Unberechtigt Hobe Gewinne im Bergbau müssen der Volksgesamtheft dienstbar aematft werden, Schaffung einer befriedigenden Stellung für die im Bergbau beschäftigten Arbeiter und Angestellten Das Betriebsrätegesetz muß sinn­gemäß durckigeführt und eventuell verbess rt wer­den Hinzu kommt noch- eine Aenderungf des Aktven- recktes, insbesondere die Einführung von Klein- attien. _. , ,

Verbandsvorsitzender Wieder-Duisburg verurteilte in scharfen Worten den wilden Streik auf der Thvssen Hütte in Ham­born, der zur Schließung dieser Hütte geführt hat und wandte sich gegen die Be trebungen den Streik aut weitere Betriebe m icheripck>-MesttäK- schen Industriegebiet auszudehnm. Dadurch würde nur Not und Elend in tausende won Arbeiterfami­lien hincnigetragen und den linksradikalen .Hetzern Vorschub gclcrtet. In einer einstimmig angenom­menen Entschließung wurden die verschiedenen Leit­sätze Jmbuschs angenommen.

ttommuniftenhetzerei in Berlin.

Berlin, 8. Jem. Tie Vereinigte Kornrnu- nistische Patter Deutschlands ist heute mit ihrer ersten Aktion feit der Verschmelzung mit den Links- unabböngigen in die Oeffentlickkeft getreten. u.ie Zentrale der Partei veröffentlichte heute m der Roten Fahne" einen offenen Bries an du politischen und gewerkschaftlichen Organisationen aller Richtungen, roorin i're die Adressaten zu einer gemeinsamen Aktion ci labet. Als Grundlage die­ser Aktion wurde bezeichnet:Er ileituug von ein hcftlichen Lohnsätzen., wobei die Lohnsätze der Eisen­bahner, Beamten und Ve gleute, sow e der anderen Industrie- und Landarbeiter zu einer grsÄlosfenen Organisation verbunden werden sollen: Maßnah­men zur Verbilligung der Lebenshaltung durch Ab­gabe verbilligter Lebensmittel auf Kosten des I Reiches und Beschftrsmhme aller zur Verfügung

stehenden bewohnbare' Räume, sowie zwangswnc Ausauattierung fi einer er Fami'.ieii aus größeren Wohnungen: Maß: iah inen zur Btreftsteftmig von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen durch Mon trolle aller Rohmaterialien, ber Etttte und des Verkaufes von Lebensrnfttcln: sofortig^ Entwaff­nung all'r 'gerlickx ' Se0"'sck nnor aamsattoneii und Bcw. f nung ter 'Iroldarier; die sos r .ig A n nähme der Beziehungen za 'JtuuJanb " Als Dermin für die Beantwortung dieser Einladung wurde in dem offenen Briefe der 13. Januar angegeben. Zu­gleich wurde angekündigt, daß nn Falle der lehnüng der gemeinsamen Mtion duvck e N geladenen Organisationen die Koimministische Par­tei den Aampfallein führen werde

Berlin, 8. Jan. (Priv-Ttl.> Auch die Freiheit" sprickft anläßlvckt des Momnurniftcn auf ruf es von einem neuen. Trick und lagt: Tie unsinnige Radaupolitik und verbreck^nsckie Putsch- technik der Vereinigten kommuniskisck-en Partei öff­net immer breiteren Kreisen der Arbeiterschaft die Augen über die verderbliche Taktik deck kommu­nistischen Führer

Berlin, 8. Jan. (WTB? Im Lustgarten fanden heute vormittag zwei D c ' s a m m l u n - gen statt Um 10 Uhr vormittags stellten sich von den organisierten 60000 Eisenbahnern etwa 3Q00 ein. Ein kommunistischer Redner forderte sie un­ter Beschimpfung der Regierung auf, sofort in den Streik einzutreten. Tie»e wurde saft ohne B'i- fall ausgenommen. Eine Stunde später rückten in fünf Zügen etwa 15 000 Llnhänger der beiden kommunistischen Parteien an, um gegen die Flensburger Vorgänge zu demonstrie en. U. a. sprach Mwls Hoffmann, freitigec Regen ver­anlaßte zahlreiche Temonstmnten, sich schlemiigst davon zu machen. Auf ber Gvanitschale cor dem Museum kam es dann zu einem Faustfamps zwi­schen einem Redner der kornmunisttschen Arbeiter­pattei und einem Redner der kommunistischen Par­tei, b.T mit dem Siege des ersteren .mdete. Aber es war ein Pyrrhussieg, berat als er sprechen -wollte, stimmten bte Kommunisten die Internationale an, worauf sich die Versammlung auflöste.

DerVorwärts" über kommunistifche Dumm­heiten.

29er Iin , 8. Jan. lPrivattelegr.) Zu der Veröffentlichung der Kommunistischen Partei Deutschlands, in der zu einer ge­meinsamen Aktion zur Einleitung von ein­heitlichen Lohnkämpfen und zur Be­waffnung des Proletariats aufgefordert wird, und zwar in Form eines Ultimatums, äußert derVorwärts": Wir möchten den Kom­munisten dringend raten, auf solche Späße zu verzichten und sich einmal mit den Vertretern der großen Arbeiterorganisationen zu ver­nünftigen Verhandlungen an einen Tisch zu setzen. Vielleicht wäre es auf diese Weise mög­lich, die neuen Dummheiten zu verhü­ten, die die Kommunisten zum Schaden der Arbeiterklasse zu begehen im Begriff sind.

Die Wiederaufnahme der Brüsseler Konieienz.

Berlin, 8. J-an. iWB.) Nach neueren Ent­scheidungen ist die für dm 15. Januar gwfante Wiederaufnahme der Brüsseler Sach­verständigenkonferenz bis zu der nach dem 19. Januar fta tfinbenben Zusammenkunft der Minister der Enteiltemäck-te. v e r ta g t worden.

Eine Bölkerbnndskonferenz in Mailand.

Berlin, 8. Jan. (Wolff.) In Mai­land beginnt, wie die deutsche Liga für den Völkerbund mitteilt, am 12. Januar eine von der italienischen Liga für den Völker­bund veranlaßte Konferenz, auf der Deutschland, Oesterreich, Ungarn, Bul­garien, Frankreich und England vertreten sein werden. Als Vertreter der deutschen Liga für den Völkerbund gehen Reichsminister a. D. Dernburg, Professor Dr. Jaeckh und Johan­nes Tiedje nach Mailand.

Französische Treibereien in der Entwaffnungssrage.

Paris, 8. Jan. (Wolff.» Ter ,,Petit Pari- sien" schreibt, in zuständigen Kreisen habe man immer mehr das Geruht, daß die englislye und die französische Regierung sich über alle Einzelheiten der Entwaffnung Teutschlands ver­ständigen tonnten und müßten. Man habe Eng­land eine Art Gleichgültigkeit ober vielmehr Un­gläubig keft gegenüber den durch die Einwohner­wehren bestehenden Gefahren zugeschriekm. Tiefer Skeptizismus lyabe tatsächlich bestanden, sich aber nickt halten tonnen gegenüber ber Tatsache, baß die Organisation und der Aufbau dieser angeblichen Einwohnerwehren rein militärisch fet Tie Offiziere ber interalliierten Kontrvllkommission hätten zwei­los festgesteift, daß hinter der Orgesch und allen Einwohnerwehren Ludendorf f und mit ihm der ganze trübere kaiserliche Generalstab stehe

Paris, 8 Jan. ^We'lff. W.e derChicago Tribüne" aus Waihmgton gemeldet wir), beabsich­tigt Präsident Harding, alsbald nack der Uebenutijme seines Amtes am 1 März eine inter­nationale Konferenz zur Beratung der Ent­waffnungsfrage nach Washington rinzu- benrfen. Zu dieser Konferenz würden alle Mächte einberufen werden. .

Neu York, 7. Jan. Wie hiesse Zeitungen aus guter Ouelle melden, bat <rranfretd) sondiert, wie die amerftanische Regierung sich zu der Frage der Besetzung des Richrgebiets stel '. Ter «uttUche Lmnt«m/t ist idjon durch oüiiiöie.

Mungebungen betanntgegeben worden. Tie Zeittm« gen sagen, daß Wilson den svanzösischen Wüv sck)en Widerstand entgegengesetzt habe

Paris, 8. Jan. Nach einer HavaSmelbui'-r aus Washington erflärte der französiicke Botsckai ter in Washington, daß Frankreich niemals durck seinen Botschafter in Washington Den Vereinigten Staaten belanntgegeben habe, daß es die Be se tz - un g des Ruhrgebiets ins Auge fasse

Der deutsche Botschafter in Pari».

Berlin, 8. Jan. (Wolff.) Von zustän * biger Seite wird festgestellt: Die durch die deutsche Presse gehende Nachricht, der deutsche Botschafter in Paris, Dr. Mayer, sei amte Müde, trifft nicht zu. Dr. Mayer hatte un- sprünglich die Absicht, nur ein Jahr in Paris zu bleiben. Er hat sich aber auf die Vorstel­lung der Rcichsregierung entschlossen, auf sei­nem Posten zu bleiben.

Italien und Deutschland.

R o m, 8. Jan. (Wolff.) Wie dieAgenzm Stefani" mftteilt, wurde ein Dekret ver­öffentlicht, demzufolge die Regierung die von der deutschen Regierung mrt. Bezug auf bas italienische Eigentum ergriffenen Maßnahmen begrüßt und auf bas Italien nach dem Vertrage von Versailles zustehende RechtderBeschlaynahmedeutschen Eigentums verzichtet, soweit dessen nach ber gegenwärtigen Marttlaae zu messen- ber Wert bie Summe von 50 000 Lire nicht übersteigt. Die Bewertung umfaßt lediglich bas Eigentum beutscher Staatsangehöriger in Jialten und den Kolonien. Falls jedoch bie beutschen Staatsangehörigen über ein nicht unbeträchtliches Eigentum int Dus- lanbe verfügen, jo soll ihr in Italien befinb- licher Kleinbefitz nicht fteigegeben .verben. Die Bewertung geschieht ausschließlich durch den italienischen Staat, ohne daß ein Rechts­mittel zuläsftb ist. Bei der Freigabe sollen die Rechte Dritter geschützt werben. Die Frei­gabe kann an Bedingungen geknüpft sein, wobei besonbers, unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Wohnungsnot, an die im Eigentum Deutscher stehenden Häuser und dergleichen gedacht wird.

Der neue Vizekönig von Indien.

London, 9. Ion. (Havas.) Laut amtlicher Mitteilung ist Lord Reading zmn Brzekönrg von Indien ernannt worden.

Aus ö«?m Reiche.

Das Gesetz gegen die Kupitalflucht.

Berlin, 8. Jan (WB.) Ter ,Reichs- an^eiger" veröffentlicht das Gesetz gegen bt< Kapitalflucht.

Em WirtschaftSverbaud MitteldeutschlanoS.

Weimar, 8. Jan. (Wolff ! Tie gestern tn riikimar Derfammellen außerordenllbchen Inter- ciienoerrteter für Handel, Industrie, Handwerk und Landwirtschaft ber Provinz Sachfen und der Frei- staoten Sachsen. Thüringen, Anhalt und Braun- sci roetg laben sich zu einem Wirtschaflsver- band M i t te ldeutschland u ammeige<6io)* fcn. Ausgabe des Verbandes soft es lein, die In- teteilen des m t'.efaeutfäjcn Wiriftl« tslelenS ae- schlosien und koastvoll zu verrieten. Für t>ie wer­tere Bel:a dlung der Angelegestheft wurde ern Ar­beitsausschuß ein gelebt.

Schließung einer Fabrik.

B e r l i n , 8. Jan. (Wolff.) Wie die Blät­ter melden, hat die Direktion der Firma Lud­wig Löwe wegen Arbeiterobstruktionen die F a b r i k g e sch lo sse n und sämtliche Arbei­ter entlassen. Tie Arbeiter hatten gefordert, daß das Einkommen der Kurzarbeiter dem der .Vollarbeiter gleichgestellt werden müsse. Als 'die Firma dies ablehnte, erschienen die Ar­beiter .stets vollzählig zur Arbeft und setzten bie stillstehenben Maschinen eigenmächtig in Gang, so baß ber Firma kein anderer Weg übrig blieb, als die Werke zu schließen.

Volksentscheid in Bremen.

B r e m en, 9. Jan. WB.) Bei der heute statt- gefundenen Volksentscheidung in d r Fvrrge Soft ber Senat zurucktceten?" wurden m ins- gefamt 131 Bezirken 73 778 Stimmen mit Jo und 99 569 Stimmen mit Nein abgegeben. Em Beritt'steht noch aus.

Au» Hessen.

Wieoereröffnung der Opelwerke.

Mainz, 8. Jan. (Wolff.) Der Arbeit­geberverband Mainz teilt mit: In einer vom Vorsitzenden des deutschen Metallarbeiterver- banbes, D i ß m a n n - Stuttgart, geleiteten Versammlung ber Belegschaft ber Opel- werke nahm diese fast einstimmig bie Grund»- lagen der Firma für Wiedereröffnung des Betriebes am Montag, den 10. Ja­nuar, an. Hiernach wird bie Forderung einer Wirtfchaftsbeihilfe ober bergt zurückgezogen und die Arbeiter übernehmen die volle Ga­rantie für Ruhe, Ordnung und Sicherheit in bem Betrieb imb bie Einhaltung ber Tarife. | (Sine Zahlung für die Streiktage findet nicht statt Das Werk wird am Montag, 10. Ja-

Inuar, in volle« Um lauge wieder eröffnet.