Ausgabe 
9.11.1921
 
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Der Reisende, ohne ssch vtTrher vorzusehen, tm Besitze eines solchen Stückes sein dürfte.

* Zuchterfolg. Aickählich der vom 4. bi« 6. Aov zu Cöarbirg ftatuiefunbenen 7. Hess. Öu n g a e f lüg e l s ch a u. die mit 1452 Zuchtstäm- men unD Einzelrieren beschickt Dar. erhielten die Mitglieder b-ti Viehener Gejlügelzuchwere.ns Hch. Meyer (Wieseck) au| Ar. 4 Eis- und F--reuen- tauben vier erste Preise und Hch. Schmidt (Sie- tkn) auf Ar. 7 Mäusertauben zwei Ehrenpreise, »wet erste Preise und drei -weite Preise.

Landkreis Giessen.

* L r o h e, 6. Aov. Am ©am 3tag abend hielt Lehrer Roth auS Trais-Horloff In der Wirt­schaft Seck>p einen Vortrag über das Theater- spseien auf dem Dors. Er erklärte allem Kitsch. Eouplet« und anderen sinnlosen Mach­werken den Krieg und empfahl nur größere Stücke zur A.i'f ährung. Den so häufig an'chiiehen- den Tanz bekämpfte er aufs heftigste. weil er die tiefe Wirkung deS gesptrlten Stückes zerstöre. Vck>llkblich gab unS der Vortragende lehrreiche Minke und Rat'ch ägr zur V hneneinrichtunn u w. Eine rege Aussprach.' sch'oh sich an, und die Grün­dung eines VolksbildungSvereinS wurde in Er­wägung gezogen.

Kreitz Schotten.

Feldkrücken bei Ulrichstein, 6. Aov. 3m »Dies). Anz." war unlängst berichtet wor­den, dctz in Dodenhausen sich Schnake nge­zeigt hätten, wahrscheinlich eingeschleppt. Wir können dies bestätigen. Auch bei uns haben sich diese bösen Plagegeister gezeigt, die hier früher ganz unbekannt waren. Sie sind höchst­wahrscheinlich durch das sog. Prehstroh einge- schleppk worden, das aus der Provinz Star­kenburg massenhaft in unsere Gegend einge- führt wurde. Gegen daS abscheuliche Unge­ziefer sollten allgemeine Maßregeln durchge­führt werden, denn jetzt ist noch Zeit zur Ver­nichtung. Haben die Schnaken sich völlig ein- genistet. dann ist eS zur Vertilgung zu spät.

Freienseen, 6. Aov. Man hatte früher daran gedacht, auf dem alten Friedhof, in der Umgebung unserer Küche, ein Ehren­de n k m a l für unsere gefallenen Heldensöhne xu errichten. Man ist jetzt von diesem Ge­danken abgekommen und hat beschlossen. daS Lhrendenkmal auf dem sog.Heilluch", fünf Minuten östlich von unserem Marktflecken, zu errichten. Die ganze Umgebung und die An­lage dieser Anhöhe passen weit besser für das DedüchtniSmal. Die prächtigen Daumgruppen des Heilluch werden einen sehr geeigneten Hintergrund für daS Denkmal bilden.

Starkenburg und Nhcinhcssen.

dta. Alzen. 7. Aov. Sin Lehrer- Kriegerdenkmal. DaS Denkmal. daS die hessische Lehrerschaft ihren au- dem Alzeyer Lehrerseminar hervorgegangenen und im großen Weltkriege gefallenen Kollegen weihte, ist in feiner Ausführung dem Darmstädter Dildhauer Wilh Götz übertragen worden Da- Denkmal, da- am Eingang des Seminars aufgestellt wird, enthält die Damen von 150 gefallenen Lehrern und Seminaristen.

fpb. M a i n z . 7. Aov. 6 1 n ZirkuS zU - sammenge stürzt D.r Sturm weh'e am Sonn­tagnachmittag daS Zelt deS Zirkus Hc-lzmÜller auf dem Halleplatz um. Ehe der Dau zusammenbrach, konnten die Desucher sich rechtzeitig in« Freie flüch­ten. Auch die Siallzelte wurden ein Opfer deS . Sturme- Die Pferde brachte man in der Stadt ater. Die Raubtiere belieb man in ihren eisernen .Käsigen unter Bewachung auf dem Platze.

Hessen-Nassau.

I mc. Frankfurt a. M.. 7. Aov. Fahr­lässige Tötung. 3m Januar diese« Jahre- ^ veranstaltete der Handwerkersparverein in Dad Homburg tm Saalbau Römer eine Festlichkeit, wo- ' bei eine Frau in eine schlecht abgedeckte Mistgrube . stürzte Dabei verletzte sich die Frau so schwer, daß sie einige Tage daraus verstarb Aun standen der Gastwirt Peter Kleemann und sein Sohn Otto 3ofc| vor der hiesigen Strafkammer, die den Vater wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Monaten, den Sohn aber zu sechs Alonaten Gefängnis verur» teilte Der Vater wird bedingt begnadigt.

diz. Vom Westerwald, 6. Aov. Dei Schlebusch wurde daS Postsuhrwerk, daS einen bedeutenden Geldbetrag mit sich führte, von Räubern überfallen Die Täter schossen da« P erd nieder und versuch en rann, ten Wa en aiiszuplundern. konnten aber durch das Ein­treffen von Hilfe rechtzeitig daran gehindert werden.

fp. Frankfurt a. M., S. Aov. Zum Ehrendoktor ernannt. Dr. Arthur von

Swinner-BerNn ffi tw bet Aaturwifsen- schastlichen Fakultät der Untberlttät Franks utt a Main für leine grvtzen Verdienste aus dem Deb.ete de. Ml.«aiogie, Dev'.vg.e uad Them.e zum Ehrendoktor er.xr.mt worden. Arckhur von Gwinner, der betonnte frühere Direktor der Deut- Vt/en Ra ick. hat lern Sei.cke.chergischen Museum im Laufe der letzten Jachrzehnie eine Fülle der wertvollsten Mineralien u.id naiurwifsenschaft- lichen Seltenheiten zu geeignet.

Turnen, Sport und Spiel.

Olejnik Lhampionreiter. Die am Sonntag in Dortmund abgeschlossene deutsche Flachrennzeit 1921 brachte einen fortwährenden Kampf um die Führung in der Liste der erfolg­reichen Flachrennreiter. AuS diesem ist der Lr- winsche Ltalljockey Anton Olejnik mit nur un- merklichem Vorsprung vor tem vorjährigen Eham- pion O. Schmidt beroorgega^tgen, der, wenn die Weinbergschen Zweijährigen ftrüher an der Oef- sentlichkeil erschienen waren, sicher den stolzen Titel auch in diesem Zähre heimgcbracht hätte. Die Rennen in Dresden am 31. Oktober hatten die Situation geklärt, und zwar dadurch, bah Olejnik an diesem Tage drei Rennen gewann und am darauffolgenden Tage In Hvrst-Gmlcher ein wei­teres. Dieser Vorsprung war kaum mehr einzu­holen. O. Schmidt unternahm den Versuch am letzten Renntag In Dortmund, aber er konnte den Lewinschen Stalljockey nicht mehr von der Spitze verdrängen. Zweimal flieg Schmidt in den Sattel und zweimal gewann er. Olejnik verdankt feine 68 Erfolge in 237 Rennen in erster Linie Ordens- iäger und König Midas, fein Durchschnitt ist mit 3,4 der weitaus beste. O. Schmidt kehrte 67mal in 274 Ritten alS Sieger zur Wage zurück vor M. Zentzsch. der in der zweiten Hälfte der Saison längere Zeit in Front lag, dann aber den An­griffen von Olejnik und Schmidt welchen mubte. 3n 253 Rennen steuerte er 65 Siege.

Der Ungar G. Zanck, jetzt an den Stall des Hauptgeslüls Gradih fest verpflichtet, brachte eS auf 45 Siege in 178 Rennen und steht somit an vierter Stelle vor Zimmermann, der bei 161 Ritten 38 Rennen gewann. Den sechsten Platz hat sich Rastenberger trotz der langen Ruhepause mit 37 Erfolgen nicht nehmen lassen. Der ehe­malige Gradiher Stalljvckey sta'te m diesem Zahre reichlich Pech Richt genug, bab er für Gradih in der ersten Saisonhälfte nicht« zu tun hatte, war er später auf einige Wochen kalt gestellt und ist jetzt noch feine Stellung am Gröditzer Stall loS- geworden Aur einen Sieg weniger, nämlich 36, erzielte W TairaS, der Stalljockey deS Gestüts Weil bei 164 Ritten gegen 139 von Rastenberger. Bleuler Staudinger und Reib folgen hinter dielen mit 32 bzw. je 29 gewonnenen Rennen vor Kasper mit 27 Siegen, der das Schicksal Rastenberger« teilen muhte. O. Müller und Behr konnten je 22mal als Sieger zur Wage zurückkehren. Weiter­hin waren Danek 20, Huguen in 15, Kaiser 14, Brown 14, <5arie 13, llnrub 12. E. ßünebu rger 12, Zachmeier 12, Matz 12. F. Conrad sowie A. Seif- fert je 11 mal erfolgreich.

Reitturnier t m Sportpalast. Der AennunqSschlub zu dem vom 17.19. No­vember im Berliner Sport-Palast stattfinden­den Reitturnier ist recht gut ausgefallen. Von Grost-Derliner Ställen beteiligen sich vor­nehmlich Prinz Friedrich Sigismund von Preußen, Steencbeck, Grote-Hasenbala.Punge und Ebner und von auswärts Pulvermann, Frhr. v. Lüttwiy und Graf Trautvetter.

Rütt im Aeuhorker24-ötun- den-Rennen. Zu den zehn für das Aeu- Yorker 24-Stundenrennen am 16. Aov. ver­pflichteten Mannschaften sind noch 2 weitere Paare hinzugekommen. Darunter auch Welt­meister Walter Rütt zusammen mit dem Ame­rikaner Eoburn. In Coburn hat Rütt einen sehr starken Partner gefunden. Der Ameri­kaner belegte tm ersten Aeuyvrker Sechstage­rennen 1921 mit Brocco den ersten Platz und im zweiten ebenfalls mit Brocco den zweiten Platz hinter Egg van Kempen vor Rütt- Lorenz.

Vermischtes.

'DieEinäscherungen In den deutschen Bestattungen nehmen fortgesetzt zu. So sind im September wieder 242 Einäscherungen mehr vor- aenommen worden als in demselben Monat des Vorjahres. Es wurden eingeäschert in Augs­burg 4 Leichen, in Baden-Baden 8. Berlin 373. Braunschweig 27, Bremen 56. Ehemnitz 53, Lo­burg 18, Danzig 9, Darmstadt 1, Dessau 17, Dres­den 75. Eisenach 17. Gelingen 7, Frankfurt a. M. 18. Freiburg i. B. 6. Friedberg 5. Gera 29. Göp­pingen 3. Görlitz 10, Gotha 49, Greifswald 2,

Hagen 8. Hakle 17. Hamburg 62. Heidelberg 14, Heckbrvnn 4, Hirschberg 5, Jena 25, Karlsruhe 15, Kiel 7, Königsberg L Pc. 18, Konstanz 2. Krefeld 9. Leipzig 82, Lübeck 7. Mainz 13, Mannheim 27. Mem.ngen 8. München 44. Aürn- berg 25, Offenbach 14. Pforzheim 8. Plauen 19. Pöbneck 15. Reullingen 2. Rudolstadt 5, Sonne­berg 9, Stuttgart 34, Tilsit 3. Treptow 116, Ulm 7. TBeimar 22, Wiesbaden 17, Zittau 19, Zwtckau 14. 3m ganzen find dies 1434 Ein­äscherungen.

Da« .trockene" Amerika tröstet f i ch m i t O p i u m. Buschs Weisheit .Wer Sor­gen hat, hat auch Likör" gilt in dem .trockenen" Amerika nicht mehr, sondern must zeitgemäß ab- güixmbtfi werden in den ©ah: .Wer Sorgen hat, hat Opium". Aach den Enthüllungen, die der oberste Gesundheitsbeamte der Stadt Aeuvork. Dr. Royal Lopeland. im .Aew Bork American" gemacht hat, verbrauchen die Amerikaner zwölfmal mehr Opium als irgend ein andere« Volk der Welt. Mehr alS 750 000 Pfd. dieser Droge werden jedes Hahr nach den Vereinigten Staaten ein- geführt, wobei etwa 2tzr Gramm auf den Kopf der Bevölkerung kommen. Aach den Berechnungen Lopelands beträgt die Opiummenge, die zu gcseh- mäbigen Zwecken verwendet wird, nicht mehr als 70 000 Pfund im Hahr Wie sehr die Opium­sucht in Aeuyork zugenommen hat. beweisen auch die Angaben des Gefängni-arzte« Dr. Amos Squiere. der anführte. bab in dem groben Aeu- hortcr Stadtgefängnis Sing Sing in den letzten drei Hahren die Zahl der Gefangenen, die wegen unerlaubten Opiumgenusses eingeliefert wurden, um 78Ö Prozent gestiegen ist.

Sandel,

Die deutsche Einfuhr.

London, 9. Aov. (Reuter.) 3m Un­ter b a u f e teilte Baldwin mit, bab die Ein- fuhr Deutschlands in den ersten neun Monaten 1921 rund 15 Millionen Pfund Ster­ling betrug gegenüber 20 Millionen im glei­chen Zeitraum deS Vorjahres.

Verwendung inlänb;,t«r Mokvrkraftstoffe.

Wir führen grobe Mengen Benzin au« dem Auslände ein; daS ist wirtschaftspolitisch betrach­tet ein durchaus unerwünschter Zu stand, da das Benzin durch das im Jnlanbe erzeugte Benzol für motorische Zwecke vollkommen erseht werden kann. Allerdings steht Benzol zur Zeit wegen der Zwangslieferungen an Frankreich und infolge der B.seyung des Saargebiets und der stark nieber- gebrüdien Erzeugung des oberschlesischen Revier- nicht in genügenber Menge zur Verfügung; diesem bedauerlichen Umstand wirb aber dadurch abgehol­fen, bab unsere Denzolvorräte durch Beimischung von anderen Kraftstoffen gestreckt werden können. Ortsfeste Motoren kcnmen mit bestem Erfolg Gemische verwenden, die je zur Hälfte aus D e n- z v l und Spiritu« bestehen, für fahrbare Mo­toren (Automobile) eignet sich in ausgezeichneter Weise ein anderes Gemisch. .R e i ch s k r a f t- st o f f", ber aus 50 Teilen Benzol, 25 Teilen Spiri­tus und 25 Teilen Tetralin, einem ebenfalls im Inlande bei der Steinkohlendestillation ge­wonnenen Kraftstoff, zusammengesetzt ist. Das Benzol-Spiniusgem sch für ortsfeste Motoren hat sich leit langer Zeit in ber Praris aufs beste be­währt, mit dem Reichskraftstoff sind in eingehenden Versuchen ber Versuchsanstalt für Kraftfahrzeuge an ber Technischen Hochschule In Charlottenburg und bei der Telegraphen-Versuchsanstalt in Beilin (Prüfungsstelle für den Automobilbetrieb ber Post Verwaltung) äufrerft günstige Ergebnisse erzielt worden. Beide Gemische sind als den bisher ver­wandten ausländischen Kraftstoffen mindestens gleichwertig zu bezeichnen, für den Automobilisten bietet der Reichskraftstoff sogar den Vorteil, bab bie gleiche Menge Betriebsstoff bem Fahrzeug einen bedeutend erweiterten Aktionsradius ver­leiht. Aachdem jetzt auch vorn Dranntweinmonopol- amt für Weingeist zu Motorzwecken ein verbillig­ter Abgabepreis gewährt worben ist. ist zu hoffen, bab die Verbraucher von Mo torckraftst offen von ter Verwendung von Aue landsstoffen möglichst ganz abkben und die inländische Erzeugung unterstützen werden

Frankfurt a. M., 9. November.

Marknotierungen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Dalum: 1.7.14. 7.10. & 11.

Zürich Fr. 125 40 1,86 1,70

Amsterdam Fl. 59.20 0.96

Kopenhagen Kr. 88 80 2, - 2. -

Prag Är. 117 80

Stockholm Kr. 88 80 1,70 1,50

Dien Är. 117.80

London Sh. 97.80 6,45, -

Paris Fr. 126.40 4,84 4,60

Aeuyork $ 23.80 -.37

Berliner Sevtlenmarkl.

Geld B.-tef Geld Bttek Datum: 7. Nor. 8. Nov.

Amster dam-Rotterd. 10489,5 10510,5 10589,4 10610,6 Vrüstel-Antwerpeir 2^67,90 2)'2,1) 2172,8) 2177 70 LhriMania..... 4095,90 4104,10 4250,70 4259,10

Kopenhagen 5544 4? 5'S' ,55 5544,15 5655 r>S Stockholm 6643,35 0656 6'» 6^43,15 6856,81 Helstngfvr« 56 >,40 56 , 40 58.4,40 590,60 Italien........ 1248,75 1251,26 1273,70 1276,30

London 112',85 1131,15 1178.80 1181,20 Aeuyork 286,72 287,29 309,69 310,31 Pari« 2197,80 32/2,20 2237,75 2242,21 Schweiz 574 , 5 5755,78

Spanien4165^04174,20 Dien (alte«) ....

Deutfch-OeKerr.. . . 8,43 8,47 8,58 8,62

Prag 3^,65 350,35 324,55 825^5

Budapest 26,97 27,03 2^,47 29.93

Buenos Aires ... 91,90 92.10 97,90 98,10

Bulgarien

Äornantiiwpel ...»,

Züricher Devisenmarkt. h. 11. Lil.

Wechsel auf Schweizer Frank»,

Holland 100 Fl- = ltk.75 184.50 Deutschland 100 Alk. = 1.75 1.95

Wien 100 Kr. = 0.19 0.19

Prag 100 Kr. - 6 50 5 80

Pari« 100 Fr. = 38. X) 38.75

London 1 m« 2LII 11.02

Italien 100 2. 22.25 22^5

Brüste!........100 Fr. 3tt.O 37 80

Budapest 100 Kr. = 0-5» 0.478

Aeuyork 100 > = 536.- 533 -

Agram 100 Kr.3 136 1.30

Bukarest 100 2. - 2-50 3.-

' 1!»

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.)

Sine Botschaft Briand« an da« anterikanisch« Dolk.

Pari«, 8. Aov (WTB) Aach einer HavaS- melbung auS Aeuyork richtete Briand nach sei­ner Ankunft in Aeuyork eine Botschaft an ba« amerikanische Volk, in der erklärt wird, Frankreich sei bereit, alle seine Anstrengungen darauf zu ver­wenden. neue Kriege zu verhindern, vorausgesetzt, bab eS nichts für feine Sicherheit zu befürchten habe. Die Botschaft fügt hinzu, gerade weil Frank­reich mehr als ein andere« Land durch den Krieg gelitten habe, sei eS bereit, an der Abrüstung«- Konferenz teilzunehmen in einem zur Aufrecht­erhaltung deS Frieden« sehr günstigem Sinne.

England und der franzcs sch-kemalistisch« Derlrag.

London, 8. Aov. (WTB) Die .Mor« n i n g p o st" meldet, bat) in amtlichen britischen Kreisen immer noch die Ansicht herrscht, bat) der französisch-kemalistische Vertrag von leiten Frankreichs einen Bruch de« Londoner Ab'.om« mens barftclle. 3n amtl ch:n britischen Kreisen sei nichts von dem Vorschlag bekannt, bah Groy- Britannien sich Frankreich bei bmt Vertrage mix Mustapha Kemal anschlieyen solle.

Allgemeiner Streik in Saarbrücken.

Saarbrücken. 8. Aov. (WTB, Die städtitchen Arbeiter stehen seit gestern im Streik. Die Beamten habm s.ch dem Streik angeschlcssen. DaS Fernsprechnetz stell: nur noch Verbindungen für Aerzte und Krankenhäu er her. Um 11 Mbr wirb eine Sitzung des Stadtrate« stattfinden, um au der Angelegenheit Stellung zu nehmen. ES (st anAunchmen, bah der gesamte Stadtvat sein Amt nieixrlegen will.

Beschlagnahmte (Zagden.

fpd. AuSRHeinhessen,?. Rod. Dt< Franzosen haben neuerdings wieder eine Anzahl der besten Jagden links und rechts vorn Rhein tm besetzten Gebiet be­schlagnahmt und lassen dort die Jagd durch französische Offiziere ausüben. So hat der kommandierende General der Rheinarmee die Osthofener (Zagd für die Offi­ziere der Iagdgcsellschaft der Garnison WormS beschlagnahmt. Die Bürgermeisterei hat sich in einem Anschreiben an die Iagd- aesellschaft gewendet, indem sie um AuokunfH darüber bittet, welchen PachtpreiS die Dejell- schäft zu zahlen gedenkt.

ileberfafl auf ein Dorf.

Berlin. S. Aov. Der .Berl. Lokalanz.* berichtet: Bei dem Ueberfall aus (Dutenger- menborf bei Löwenberg, ber von einer 1 5* köpsigenRäuberbande auSgelührt wurde, die mit Revolvern und Handgranaten Die Bewoh­ner einschüchterte, fielen Den Banditen 300 000 Alk. bare« Geld und verschiedene goldene Herren- und Damenuhren in die Hände. Man vermutet, bab es sich um eine Berliner Verbrecherbande handelt.

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