Ausgabe 
9.12.1921
 
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Nr. 289

Ter »tetzener a«jei«er erlernt täglich. autzer Sonn- und 3<tertaq

TUi &SO em|d)L Iriq«. lob*. b*rd) die Tolt Ttt. 7JO rinfd>L Selitü. gelb, auch beiTiid)ted*<i' nm ctnjelnrr Nummern infolge höher« ®ewolt. 5 e r n I p r e d) Lnfchlkkie: für bi» Sdinttlruung 112: ftr TruAerei, uerloq unb ®etchöfl»stelle 61. »»schrift ffir Trahtnach- nchten Li.jeiger »letze«.

petfdXdftet*: treatfirt «. Bl. U6M.

Sreitag, 9. Dezember 1921

Lrfter Blatt

M. Zahrgaag

;«m Nach«.nag vorher ohne jede VerbindlIchheit. Preis für l mm höht füi Anzeigen v 34 mm Vreiit ärtltd) SS *Pf-, auomör« 65 Pf.. für NeKIame. Anzeigen von 70 mm Sreue ^TI. Bei Platz- vorschnstR' Auf chlag F>oupi(d)ri filetier ; Aug. (voetz VeronivoNUch ftrPolitik: Ang. Goey; ftr den übrigen leih Karl Walther; für den Kntetcenlcil )>an» Tech, sämtlich in ®ie(jen

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vnick enb Verlag: vrühl'fche Umv.'vich' unb Sttinbniderei R. taiße. $d)riftlethieg, -eschäftrpelle unb Driderel: 5chülstroste 7.

Berlin. 8. De- (OBolffj Da« vvn tw- fdfym unb jugollawifchen Unterhändlern Anfang 1921 txrembartc Wirtschaftsabkommen, da« deutscherseits bereit- unterzeichnet war. ift

toten 4 genehmigt unb durch tbre Vertreter unterzeichnet worden. Es «oll nach der 7-eneh- migung durch die beiderseitig en parlamentarische» Körperschaften unb darauffolgender LatisUatto« in Kraft treten.

terefle de« ganzen Volles würde es sicherlich mehr entsprechen, wenn der erstere Weg gewählt würde. 5X1« tmire der Anfang einer wirklichen Besserung. Die Reichsregierung sollte hier mit kräftigem Sntschluh die Sübrung übemebmen und den Weg weifen, der unbebingt gegangen werden muh Sonst geraten wir vollständig in wirtschaft­liche Sklaverei. Tie Entscheidung muh aber bald gefaxt werden, denn wir find offenbar an einem Wendepunkt unserer De'chichte angelangt

B e r l i n. 8. De^ (Privatt^.l Wie der . Lokal- Anzeiger" mitteilt, sand heute vormittag zwischen dem Reichskanzler. dem Reich«'inan-minister. dem Reichswitschaftsminister Schmidt, dem Reichs- bankpräfibenren Havenstein und dem deutschen Botschafter in Pari« eine Besprechung über die Reparationsfrage statt

Die .Boss. Zig " bringt die Ausdehnung des Londoner Aufenthalts Rathenau« in Zo- sannnenbang mit der Reise Loucheur« nach London, die auf eine Anregung Lloyd Georges eurüdsufübren sei. Loucheur werde in London zu- pächst mit dem englischen Schotzkanzler dann mit Robert Hörne unb Rathenau gemeinsam konfe-

intettiüiierten Kontrollkommtstion txrdorgen wor­den seien.

3n der Fortsetzung der Debatte sagt B a r - t b o u, die modernen Mittel, von denen Oefenre gesprochen habe, feien tatsächllch vorhanden. E n- xelne Pan »erzuge habe man in Oberoche­nen an der Arbeit gesehen Seit 1918 habe Deu t tchland zwei neue Maschinen­gewehre konstruiert.

9« entsteht eine Aus'packe zwischen tie­fe P re unb dem Abg Klon, ob vor Beginn des Krieges genügend Mittel vorhanden waren, am die militärVdx? Ausrüstung ficherzuslellen Ve* fevre verneint das Klotz widertpricht. Lefevre tagt, ein Doll habe nicht ixi« Recht, seine Sicher­heit auf Hvpvthe'en aufzubauen. Frankreich könne leine Politik nicht auf der Voraussetzung eine# in Deutsch a-'d rorbanber.en pazifistischen G>t es ausbaue i. besonders nicht nach der öntbe-tjr.g von Detborfler.cn Kanonen uns JUal-Xii cn- gewehrcn. Lefevre halt der uusterften ti.nfen vor. bah ihre Genossen 500 Kanone" verborgen hatten, um sie für die Revanche auszuheben. Ulan l*e- sinde sich einer Ration von 60 MiUronen. ja so­gar von 70 Milllonen gegenüber, wenn man b;c Deutsch-Oe 'ei reicher bi z.^ähle Deuilch and sct die einzige Hatton in Europa. Oie b za bien könne, aber fie schaffe sich setzt JDaffen, um ntcht zu be­zahlen Denn man von der moral tschen 9nt- toaffiiunfl Deutschlands spreche, dann dürfe man nicht vergessen, cah die 2Lrb?iter von Heidenau Kanonen fabriziert und s.e verborgen hatten, um sich tcrfelben gegen Frankreich zu bedienen Schllehlich crgreifi im tiaufe der Debatte Abg Eastelnau da« Wort und fteilt in Aus Hdl, bah. wenn demnächst die R??rg tnlkationo- Dlunc des französischen Heeres zur Debatte ban­den, er das Dorr in der von tiefem-e ange'chnst- inrcn Sache ergreifen würde. Hierauf eyt die Kammer die Fortsetzung der Beratung über die einzelnen Budgetmittel fort.

Frankreichs Beziehungen znm Vatikan-

Paris. 8. Dez. 3n der heutigen Rachmit- tagsslhung des Senat« interpelliert Abg. H e r y über die Wlederantznüpfung der Be­ziehungen au m D a 11 f a nC Die Regierung habe diese diplomatischen Beziehungen nur nach Zustimmung der Kammer wieder ausgenommen. Es mühten Gründe vorhanden sein, die zu dieser Haltung geführt hätten. Er gibt zu. dass die äuhcre Politik Frankreichs ein Interesse an der Wieder­aufnahme der Beziehungen habe, er müsse aber aus die Rückwirkung Hinweisen, die diele Wiederauf­nahme auf die öffentliche Meinung in Italien ausübe, denn Driand sage er würde die italieni­schen Freunde nicht dadurch beleidigen, bah er an­nehme. das; ein diplomatischer Akt dieser Art irgendwie al« wenig wohlwollend gegen fie ge­deutet werden könne Hertz fährt fort: Wenn ich

Die Washingtoner Konferenz.

Paris. 8. Dez. (WTB.) HavaS meldet aus Washington, Japan habe den Vertrag, betreffend etnSinvernehmender vier Mächte über die Frage des Stillen Ozeans, angenommen.

Grohe Hetzreden in der französischen Kammer.

Part«. 8. Dez. (WTD) In der Rach- mittagvflhung der f ranzöf is chen Kammer, in der daS Kriegsbudget durchberaten wird, ergriff Andre Lefevre das Wort zu einer heftigen Anklagerede gegen Deutsch- land ör habe ehemals crflärt, bah Deutsch- lanb bie Mobilisierung von 7 Millionen Mann vorbereite. Diese Ziffer fei von Briand auf ge­griffen worden. Das hatte gar nicht anders fein können, well sie der Wahrheit entfpreche. Jen­seits des Rhein- sei die Mobilisierung von sieben Millionen vorbereitet. Die Zahl habe sich übrigen« seither vergröbert. Andre Lefevre ver­liest die Liste sämtlicher sogenannten militärischen geheimen Organisationen und beschwert sich da­rüber. dab der Friedensvertrag die K a s e r n e n g e u de in Deutschland habe bestehen lassen. Die Reichswehr fei im Falle der Mobilisierung nicht dazu be­stimmt. sofort etnzugceifen. Sie werde sich ver­teilen. um die nötigen Labres für alle die Frei­korps zu liefern, die in Deutschland vorhanden seien, wie sie zu den Jetten des Dreibigiährigcn Krieges bestanden hätten. Die Ausrnarschlinic fei hinter dem Schwarzwald. Bon Stuttgart nach der Schweiz seien die Linien verdoppelt worden. Deutschland führe bedeutende Arbeiten aus. Man bereite eine Mobilisierung und Konzentration vor. Wie viele Menschen hätten Waffen, die man all­mählich entbede. Die Kommission Rollet ent» bede von Seit zu <jeit Waffen- und Munitions­lager Lesevre erzählt die Geschichte von dem Iagdkarabiner, der in 30 Minuten in ein Insanteriegewehr umgetoan- bclt werden könne. Er erwähnt bie Anklage­artikel bei .Times" sowie ferner die Kanonen- rohrfunde in Sachsen Die groben Kanonen von Modell 77 habe man nicht entdeckt. Das deutsche Heer habe sogar ein Reglement veröffentlicht, dem ein Dorwort des Generals T e e ck t beige­geben sei. Darin werde gesagt, dab das Heer alle die Mittel besitzen müsse, die die deutsche Armee vor dem Waffenstillstände besessen habe, damit sie zur Offensive schreiten könne. General von Seeckt schreibe also offiziell, bah baS deutsche Heer sich für eine Offensive mit allen modernen Mitteln vorbereite.

Es entsteht infolge eines Zwischenrufs des Abgeordneten Blum eine Zwies prache zwi­schen verschiedenen Abgeordneten. 3m Laufe der­selben flellt der Abgeordnete richtig, dab das Dokument Seeckt vvrsehe. dab die Funllion bee deutschen Heeres so erfolgen mffffc, als ob das jetzige Heer die Mittel eines groben Heere- be­sitze. Ss sage aber nicht, dab es sie besitze Der Abgeordnete de Moro-Giasseri ruft da­zwischen Dieses Dokument sieht die Offensive vor. das ift Ernst. Erinnern Sie sich doch an Bern­hardt.

AndrS Lefevre fragt, ob man denn einer Gendarmerie, wenn fie nicht dazu bestimmt sei. einen Bestandteil eines zahlreichen und ausge­bildeten Heeres zu bilden, ein derartiges Regle- ment gebe v Seeckt und Ludendvrff hätten zur Grundlag» die Sffektivbestände eines groben Heeres genommen.

Der Abg. Blum widerspricht nochmals.

Hierauf ergreift Krtegsmintster Bar- tbou das Wort AI« Andr4 Lefevre Kricgs- mtnifier gewesen fei, habe er immer erklärt, bab er nicht ba<u berufen fei, den Friedens vertrag von Versailles aus führen 8U lallen. Dieselbe Sprache mülle er als Kriegsminisier ebenfalls führen. Aber er zögere nicht, heute unter Bor- bebalt der Folgerungen, die man daraus rieben Derbe, zu erklären, bahes keine Tatsache, kein Dokument gebe, das Andrs Le­fevre vorbrachte, was nicht von strengster Richtigkeit wäre. Sr füge in Abwesenheit des Ministerpräsidenten, der mit her Kontrolle der Ausführung des Zriedensver-

Der irische Freistaat.

London. 8. Dez. (WTB.) «Star" will wissen, dab der Herzog von Dors mdglicher- toetfe ein geladen werden wird, der c r ft e Generalgouverneur des irischen Freistaats zu werden.

Belfast. 9. Dez. sWTB.) Rach Be- schlub einer "Versammlung der untonistisck^n Partei von Alster die unter bem Vorsitz von (*raig tagte, wurde ein am ?imnunl- que bekanntgegeben, in dem es beistt, dab die Frage des zwischen der britischen Regierung und den Sinnfeiner-Delegierten abgefd-(offe­nen Abkommens einer Prüfung unt.rzo- flen werde. Die Versammlung kam zu dem einstimmigen Beschluß, Graiq solle heute nach London reifen, wo er mit Lloyd George zu­sammenzutreffen hofft.

(»in Handelsabkommen mit Portugal.

Berlin, 8. Dez iWolff.f Rach langen Ver- banbltmgen kam durch einen Rotenaustausch ein deutsch-portugiesisches Abkommen zustande, wodurch Portugal deutschen Waren mit sofortiger Wirksamkeit die Melstbegünstig- gung zunächst für ein Jahr zusiche" Die por­tugiesische Regierung verpflichtet sich weiterhin alSbald eine Verordnung zu erlaffcn wonach die deutschen Staatsangehörigen zukünftig in Portu- gal und seinen Kolonien die gleiche Behandlung gcnichen wie die Angehörigen aller anderen Lander Sie sagte fernerhin zu. die bisher noch in Kraft befindliche Kri. g« icletzgebung gegen Deutsche aufzuheden Weiter in verpflichtet fü­hle portugiesisch' Regierung, die bewe ilichen unb unbeweglichen Güter der beutschen Bartholomäus- Wobltätigkeitsgesellfchaft zurück>ugeben, bk beut­schen Kirchen und Schulen, die beschlagnahmt unb verkauft wurden zweck« Rückgabe zurückzukaufen, oder im Falle des Mistl'ngen«, die Grundstücke und da« bewegliche Vermögen derselben durch andere gleich- "Berte zu ersetzen. Privatpersonen gebörende Effekten au« deutschen, bei Kriegsaus­bruch in Portugal beschlagnahmten Dampfern, deren Freigabe die portugiesische Regierung prin- zipiell schon zugestand, vvn der Zahlung aller Kosten für die Lagerung und Verwaltung zu befreien und die Versteigerung deutscher Güter einzustellen Die portugiesisch- Regierung erklärt auherbem, bah sie nicht beabsichtige, von ber Er­mächtigung des bekannten Paragraphen 18 zu Anlage 2 zu Teil 8 des Friedensvertrages Ge- brauQ zu machen, bah fie vielmehr bem Parla­ment einen Gesetzentwurf vorlegen wird, wodurch auf dieses Recht verzichtet wirb 2luherdem er- klärte sich die portugieftfche Regierung prinzipiell bereit. gegen wirtschaftliche Iugeständnife Deutschand das noch nicht liquidierte bewegliche und unbewegliche deutsche Eigentum in Pc-rtugul und seinen Kolonien zurückzuerstatten. Die Seh- fenung der Sinzelbeiten über diesen Punkt bleibt weiteren Verhandlungen Vorbehalten.

Dah die Regierung selbst um ein Mvrato- rtu hat nachsuchen müffen. ist an sich nicht weiter überraschend Jedem verständigen Menschen muhte eS von vornherein flar sein, und das hat ja auch Dr. Wirth selbst wiederholt in aller Förmlichkeit erNärt, bah bie uns im Friebens- vertrag von Versailles unb im Londoner Ulti­matum auf erlegt en Iahlungsverpflichtungen ein­fach unerfüllbar find Wenn sich innerhalb der Entente eine Relgung zur schliehlichen Bewil­ligung eines Moratoriums leise geltend zu machen scheint, so ist das nur ein Anzeichen dafür, dah inan nicht auf die Dauer feine Augen vor unum- st östlichen Rotwenbigkclten verschliesten kann. Was aber Sir Roben Home in seiner Rede mehr angebeutet Hat. schallt au« Frankreich mit groh- tem Rachdruck Herüber Wir können nur bann auf Zugeständnisse rechnen, wenn wir mit Ernst unb festem Willen daran gehen, den Haushalt de« Reiche«, der Länder und der Gemeinden in Ordnung zu bringen. Die Entente verlangt vor lst die Tätigkeit unserer Roten-

Die englischen Arbeiterorgani­sationen für Abänderung des Friedensvertrages.

L o n d o n. 8. Dez. IW27D.) Auf der Heute i Hier eröffneten Konferenz des Rationalen De- metnschaftsrats. des Gewerkschaftskongresses I

allen Dingen, baL----. -----

presse eingestellt werde, an sich mit vollem Recht. Vom Standpunkt der Entente au« bat ein Mo­ratorium und eine vernunstgemähe durchgreifende Aenderung aller Besttmmungrn de« Frieden«- vertrages von Versailles und des Londoner illtl- atums. die Herabsetzung unserer Schuldverpflich­tungen auf ein erträgliches Mast nur bann einen Sinn, wenn Deutschlanb sich selbst in bie Lage ttetfeM. überleben zu können, was es überhaupt zu leisten unb zu zahlen imftanbe ist. Wenn weiter so planlos fortgewiflfchastel wird wie bisher, und wenn Immer wieder bie Rotenprelle in Tätigkeit gesetzt wird, bann ift eine Gesundung unseres Finanzwesens undenkbar Vor allen Dingen muh dafür gesorgt werden, bah In ben groben Reichs- und Staatsbetrieben wirtschaft­lich gearbeitet wird Der Wirrwarr in der Reichseifenbahnveruxtltung. der zu einer völligen Verstopfung des Güterverkehrs und damit in weiterer Folge zum Kohlen- und Äartoffelmangel geführt bat. ist nicht gerade danach angetan, die Sache derjenigen zu fördern, die sich so leidenfchafllich gegen jeden Versuch wehren, durch Einführung privatwirtschaftlicher Betriebsmetbo- den Besserung zu schaffen. Leider gibt der Frie­de ns vertrag von Versailles ber Entente reichlich Mittel an die Hand, eine tiefgreifende Kontrolle über unkte gesamte Fwanzgebarung au«zu- üben Das ist in mancher Hinsicht, wenn auch nicht vor der bqpiten Oeffentlichkeit. schon in die Erscheinung getreten. Die Beamten. Tinge- stellten und Arbeiter ber groben Betriebe sollten doch selbst einmal mit sich zu Rate gehen, was für sie vorteiihaster ist: Selbstzucht walten zu lassen, die Forderungen etwas zurückzuschrauben, die Arbeitszeit den DerhälMillen entsprcchenb zu regeln unb eine Verminderung des übermäßig hoben Personalbestandes selbst herbeizuführen ober unter bem Diktat, unter ber harten Faust der Entente ganz anders angefaht zu werden. Der Würde des Deutschen Reiches unb bem 3n-

Snglander wäre, würbe ich Anhänger ber Wieber- aufnabme ber Beziehungen zum Heiligen Stuhl sein, denn Englanb ist ein protestantisches Volk Auch Spanien habe Bsziehungen zum Heiligen Stuhle. Diesmal sage ich nicht, wenn ich Spanier wäre, würbe ich bie Aufrechterhaltung blefer Beziehungen wünschen. Aber ich verstehe Tie, denn Spanien ist eine offizielle katholische Macht. Für Frankreich trifft das nicht zu Das triftige, das wahre Dokument. baS man für die Wiederauf­nahme ber Beziehungen zum Vatikan vorbringt, ist, bah er eine grohe moralische Kraft sei. Ich bin weit davon entfernt, das in Zweifel zu ziehen Aber eS gibt gewisse Tatsachen, die ge­schichtlich sind. Senator Hertz erinnert an bie Stellung des Papstes während bes Weltkrieges Habe er die Verbrechen Oesterreichs gegen Ser­bien. die Verbrechen Deutschlands gegen Belgien aebranbmarft? Habe er den U-Boot-Krieg, die Attentate gegen die Richtkombattanten verurteilt, habe er gegen die Kriegsschuldigen at»d) nur ein Wort gesagt? Hertz spricht sodann von ber Sou­veränität bes Heiligen Stuhles im internatio­nalen Sinne bes Wortes, »r schneidet alSdann die Frage der Kultusvereine unb ber Diözesen­vereine an. Gr spricht die Hoffnung aus. bah diese Frage nicht außerhalb des Parlaments ge­regelt werbe. Des ferneren spricht er von ben Kongregationen unb sagt schllehlich Die katholi­schen Organe in Frankreich waren schon wieder­holt gesinnt, ihre Anstrengungen gegen die repu­blikanischen Gesetze zu richten Man proflimiert von der Parlamenlstribüne die Laisngefeye als unantastbar, aber man wendet sie alchl an Der Interpellant beendet seine Rede, indem er an den Burgfrieden erinnert, und beschwört die Re­publikaner. Fvankreich zu verteidigen. Hieraus wird die weitere Diskusston auf Dienstag nach­mittag vertagt.

Das schwarze Heer Frankreichs.

Paris, S. Dez. (DTV.) Dach einer Mitteilung des3DumaT waren unter den 818000 Soldaten, die Frankreich am 1. Cf- tober besah, 1 1 7 000 Eingeborene aus Do rdafri ka und 1 10 000 Mann aus den anderen Kolonien; im ganzen 227 000 Mann Kolonia!truppen.

trage« beauftragt fei. hinzu, bah er In Wa­shington keine anbere Sprache als die Andr^ Lefevre geführt habe. Die meisten Tat'achen und Dokumente, namentlkfc das Zirkular des Generals Don ocetm feien vom Minlst erpräsidenten angeführt worden.

Gr lei sicher, bah Lefevre mit ihm ber wach- tarnen Aufmerksamkeit und dem Mute des ®cne-

2o n b o tl 8 Dez. (WTB.i Loucheur hatte rals Ro 11et Anerkennung zolle. Gegen-der dem »«m« ^mittag «ne Benutzung I XbgenrMetcr, T(um «ufr er «Haren, dal er

Um bas Moratorium.

9tne Rede, bie ber britische Schatzkanzler Sil Robert Hör ne in Manchester gehalten hat bringt uns die Überraschende ^achrlcht. bah bie deutsche Regierung um ein Morato­rium bei ber Entente nachgesucht har Es ist ein wenig erfreulicher Zustand, bah wir auf diese Weise über die wichtigsten Schritte unserer Regierung unterrichtet werden, unb selbst jetzt hat die Regierung nichts über ihre Pläne be­kanntgegeben Aus ben verschiedensten Privat- nachlichten einzelner Blätter kann man sich nur insofern ein Bild von der wirllichen Sachlage machen, bah es festzustehen scheint, unsere Re- gIrrung habe auch die Bank von England um Bewilligung einer Anleihe vvn 25 Millionen Pfund gerbten, bie zur Ableistung der Zahlunacn bienen soll, bie am 15. Januar unb 15. Sehr, fällig werden Ss wäre wirllich an ber Zeit, bah die brutsche Reich«regierung sich entschlösse, bem deutschen Volk klaren Wem elnzuschenfen über da«, was fie getan hat, unb was sie zu tun beabsichtigt Psychologisch ist es ja schllehlich verständlich, bah da« Kabinett einer öffentlichen Absprache über die ganze Frage solange wie mbglich au« dem Wege geht, denn erfreulich kann fie für ben Reichskanzler Dr Wirth nicht werden S« liegt in dem in London getanen Schritt da« Eingeständnis, bah bie von ihm be­triebene Art ber Erfüllungspolitik vollständig bankrott gemacht hat.

die französische Regierung oeranlabt haben, dieses Abkommen abzuschlieheiL

Pari«, 8 Dez. (WB, Das .Journal Des D^bats" schreibt, offenbar halbamtlich becin- futl. gewissen Gerüchten zufolge, die man für Begründer zu halten 2lnla'i hab.-, hätten heute wichtige Untenebungen zwischen Ulmi '.er tiou- <teur unb dem englischen Schaykanzler ftatlgefun- ben, um das Sartain vvrzud?reiten für demnäch­st ige interalliierte Konferenzen, au! denen d,e Rcparationsfrage bebir.brit ttxr>e: solle D e Londoner Besprechungen dienten dazu, einen Ausgleich zweier cntgvgengesetzier Standpunkte zu bxtpcttflelliflcn, der dann auch nicht unwahr- schrinlich fei. In der Tat wäre c 6 möglich. Tah cs den Flnanzlrci cn Frankr i tzs u rd Eng­lands mit Hllse verbundener 'Op^ia:Ionen, einer Kombination des Anleihesystem- mit e i n epi kurzen Moratorium gelin­gen werbe, die Zahlungssählgkcit Deutschlands zu erhöhen unb dabei gleichwohl bie Interessen Frankreichs ebensogut zu wahren, wie es durch da- Zahlungsstatut gefcheden wäre.

und der Arbeiterpartei zur Erörterung der ArbeitSlosensrage wurde eine Sm- (cbllchung gefasst, in der die auaendUckliche in» buftridle Lage Gnglands In Hoyern Maste auf die auswärtige Politik der Regierung, insbe­sondere gegenüber Rustland unb Mitteleuropa, zurückgeführt wird. On der Snlschliestung wird bie Abänderung des Friedensver­trags. des Reparationsabkom- mens unb der Kriegsschulden gefor­dert sowie die Stabilisierung des Wechselkur­ses unb bie Beseitigung aller politischen Hin­dernisse für ben internationalen Handel. Der Vorsitzende des Generalrats des Gewerk­schaftskongresses erklärte in einer Rede, die Arbeitslosigkeit in England jeige keine Ab­nahme. 3n anderen Landern herrsche Hun­gersnot, Bankrott, Krieg und wirtschaftliches Ghaos. Die Arbeiterklafse habe dauernd ge­gen den Friedensvertrag protestiert, in bem Deutschlanb unerträgliche Saften, aufflebürbet würden. Die herrschenbe Ar- beüslofigkeit sei auf ben schmählichen Fr iebenSvertrag zurückzuführen und auf den Versuch. Deutschland zum Zahlen zu zwingen. Es gebe nur einen Ausweg: eine in­ternationale Konferenz für Wiederaufbau, die Verteilung der Rohstoffe und die Finanz­fragen.

mit Sir Robert H o r n t, bie sich auf bie Zahlung | ben Ernst bes Dokumentes nicht sprechen könne in natura unb bas Wiesbadener Abkommen bezog. Der Ernst liege nicht nur in b.*r Austastung des wobei Loucheur die Gründe ausetnandersetzte, bie | Dokuments, sondern in ber Entdeckung von Ma- ** - - schuiei-.grwehren unb der 500 Kanonen, die der