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Nr. 267

Der eieetner Mwjeitet edd)eint tdgli*. auher Sonn, und 3<<ertaas. Btonai1l*<8fxn««vre1<: Dl» 5.60 emid)L Irdger- lohn, d»rch die Dost ML. em'chl Bestell- fe!b, auch bet Dichterschei- <n einzelner Dummern befolge höherer (Bemalt »er nipred).ln|d; lu|)e: ftirbieSAnHletluna 112; fflr Druckerei, Verlag und Q>eid)afi«fteDe 51. lnld)rtft für Drahtnach­richten lijelgtr tieften.

psAscheckfnto: trainiert a. M. 11686.

Erstes Blatt

Ub Jahrgang

Dienstag, 8. November 1921

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Dnid enö Verlag: vrvhl'sche Univ, vuch« enb Stelnöruderel R. Lange. Schriltlettvng. SefchSftrstelle und Drnderet: Schuistratze 7.

mndoee von Hnjeigen für die lageenummer Dir jum Dachrn nag vorher o!'ne jebe l» er bin b 11 d) l< c tt Preis für 1 mm QSbelui Anzeigenv 34mmBrfite örtlich 55 Df. auemarH 65 Dl-, für Delllame« Anzeigen von 70 mm Suite 250Di Bei Dlatz. worfdinh 20 Auf chlag. Haupifchriftleiter Aug. U-oen 'verantwortlich fllr Doltith: Aug. Goe z; für ben übrigen Teil." Pari öalibtr; für be» Anzeigenteil: f>ano "bedi, jämtlid) in Dietzen.

Valuta und Arbeitslosigkeit.

3n DeutWonb, das unter der S trrrtung Per deutschem Wart, unter der fötttauemhen Preissteiaerung und der tncdifenben Teuerung emi>flnNi<b leidet tfl vielfach "bl* 2bmabme t>er- dreitel. es gehe den t>a!u ah arten Ländern be­ten heri gut; ein Trugschluß, der sich nur daraus trflärt. datz man sich über die weltwirtschaftlichen Zulammen hänge, die enge Tterfledi'.ung der ein- jefnen Win'chastSlö'per und die tnterr.atonaten 2tfidtt>trfug<m ter WäbrungSvorgä^g' richt im fiaren ist. »In T$Ild auf Die Zustämde z der Bereinigten Staaten V brf u S. bah die Wirtschaft Amerika« unter nichts mehr leibet. atS unter dem Hochstand der eigenen TäOning Sie hat förmlich eine Schu zvllmauer um baS Land gelegt ©rote Teile ncrt (Suropa. fast da« aekrmte Wittelruropa, sch iden infolge te$ Tief- stanbes der eigenen Währung alS Abnehmer amerikanischer Qryugntfte auS Dai hat to eberum die empfindlichsten Rüdwirku gen auf ber. Stand deS 2 r be i t « m a r k t e« derjenigen Länder, die auf den Deport nach Ouroba anae- teHrien sind, und deren Industrie infv'ge der 2B>,anno-fu-'fl »U fta-ten 'Betrieb* tnf<f ränlungcn und arbeiterentaffurgen ge'to-mgen ist.

®tnen interessanten Ueb'rblld wie sich die ArbeitSmarkt'age in den Valutastarten Ländern in der lohten 3ett gestaltet hat. gibt daS Reichs- arbeit-b'att in der -zweiten Oftohermimmer. 3m ersten Bierteljahr 1920 war ein Tiefstand de- Markwertes dng*hrten. und wenige Wonate da­nach fehle am Weltmarkt die groste allgemeine Ablatzstockung ein, die die Sieaerstaaten nicht minder hart alS die anderen Volkswirtschaften betroffen bat 3m März 1920 wurden in Eng­land 139 000 Arbeitslose gezählt in Rolland 31 000. selbst in der Schwel» 2970. Obwohl nun fett Monaten immer wieder in den Bachrichten au- dem Ausland betont worden ist. dast der Tief­punkt ber AbwäriSch weau"g erreich! ober über­schritten sei, erbrachten doch die Tatsachen einen Beweis für eine wirkliche Wendung »um Besseren nicht. 3mmer bandelte es sich nur um Anzeichen einer vorüber geben dm Besserung für einzelne In­dustrien oder für Teilgebiete. Durch den neuen Sturz der Mark ist eine neue schwere Be­lastungsprobe für bte Weltwirtschaft em getreten. DaS bewei'en die A beitslosm-Statistiken der einzelnen Länder 3dre Sohlen find Xwar nicht Dötllg vergleichbar. sie bieten vor allen Dingen nicht überall den glei­

chen Grad von Bollständigk -ii in ber Er­fassung tx*r Arbeitslosigkeit ES tarnt aber meist einwandfrei die Dntwicte'u^gSlinie innerhalb eines Staates verfolgt werden. Betrachten wir dir Arbeitslosigkeit von Ländern mit höbet Va­luta. z. B von Grohbritannien, Belgien, der Schweiz, in ben letzten Monaten befl 3abre< 1921, und vergleichen wir diese Ziffern mit den An- fangSmonaten desselben Jahres. so werden wir finden, bah in England im September 1921 1 485 000 ber gesetzlichen Versicherung unterlie­gende Arbeitslose gegen 977 000 im Januar ge­zählt wurden. 3n Belgien betrug die 3abl Der Arbeitslosen Im Juli d 3- 147 232, im Ja­nuar 117 751 In der Schweiz stieg die Zahl der Arbeitslosen von Januar bl# September von 34 652 bl« 6« 646; ihre Zahl hat sich also fast Derbobbelt Für einzelne Länder wie Arne- rifa und Frankreich, können genaue Ziffern nicht gegeben werden. Die Zahl ber Arbeitslosen in Den Bereinigten Staaten von Amerika war bisher auf fast 6 Milttonen von amtlicher Stelle geschätzt worben; jetzt werden Ziffern ge­nannt. die bi« auf 12 Millionen hinaufaeben. Auch über 3 t a 11 c n , das unter der Arbeits­losigkeit embfindlich zu leiden hat. liegen nur unvollständige Nachrichten vor Amtlich ist die Zahl ber Arbeitslosen für Ende Avril d 3- auf 250 145 Ende Juni auf 333 744 und für Ende September auf 425 000. barunter etwa 100 000 5rm«<*n geschätzt worden.

Diete kurzen und. wie Irme-ft worden ist. nicht immer vollständigen Zusammenstellungen zeigen, wie sowohl die Sieger- wie die neutralen Staaten, die Länder, deren Valuta wesentlich günstiger als die unfrige ist, unter den Aach- teilen biec« Vorzuges zu leiden haben Tat­sächlich hat der Tiefstand irr deutfchen Wäh­rung zu der auf ben ersten B'id barabor anmuten- ben Grsche n n i gef ührt, bah die Arbeitslos stell bei uns erix'blich nachgel affen hat. Dazu hat in erster Reihe die aufterprbentflf) gesteigerte Erporttätiak'it beigetragen. bmebzn a'-er in terter Zeit die geradezu ung Neuerlich auftretenbe Kauf­lust des inländischen Publikums. ba8 'ich au# Be- forgni« vor weiteren Preissteigerungen auf mög- llchst lange Sicht mit Warm e mubeden lucht D efe QS'rgänneinben ihrrn A i#brui in ber Tat­sache. bah im Monat September die Zahl der Vollerwerbslosen Hnterftürung4cmb'änacr in Deutschland sich von 233000 auf 189 400 ver­mindert 6at. Daraus. Ute in Zriten wirtschaft­lichen Gleichgewichts. Rück ch'üll- auf ei^eWi-der- erftarfung deS deu'lchen W ri chaft^körpers rieben zu wollen, wäre aber, wie sich aus dem Gesagten ergibt, verfehlt.

(Eine deutsche Note an die Botschafterkonferenz.

Berlin. 7. Aov. IWTB ) Der deutsche Botschafter in Pari« üb reichte b ute ber Dotschaf terkons erenz sollende Qlote:

Das polnische Ansi.'dlungsam: in Po'en bat am 19 Cf ober etwa ICO? deutschstämmigen An- fteblern, die in den von Deutschland an Polen abgetretenen GanbcSteilcn an lässig lind, amtlich titaeteilt, Last der polnische Staat nach polnischem ©efcb nom 14. Zull 1920 als Eigentümer dieser

Anliedlu g*n e n et a en ist TI? 2 fiebler haben I bis zum 1 Lezcmkec Ihre ®runbftedc zu räumen. I Widrige,fa.IS wird ihnen die Ermittle^ u^gSllae angedroht. SS handelt sich bei bte.en Ansiedlern größtenteils um solche die nach dem 11. Dovcmber' 1918 an gesiedelt worden sind zum Teil auch um Ansiedler, die z'var schon früher, in vielen Fällen auch jahrelang früher, angesiedell find, aber bis ,um 11. Rovember 1918 die Auslassung nicht er­hallen babvn Der polnische Staat stützt sich bei keinem Borgehen auf das Geich vom 14. Juli 1920, das in Artikel 2 vorschribt. bah Te.äuhcningcn und Deränderungen an Grundstuden und bing- Uchen Rechten, bte nach dem 11. November 1918 nom preustIschen FiSkuS zugunsten dritter Per­sonen vorgenommen worden Hab, ungültig seien Diese Dorlchrift entbehrt jeder Rechtsgrundlage. Qimna! ist e« ein allgem-in anerkannter völker­rechtlicher Grundsatz, bah bei Gebietsabtretungen ber Erwerberstaat sich jede« rückwirkenden Ein­griff« in die bis dahin rechtsmästig begründeten ptiraten Rechtsverhältnisse enthält. Die Souve­ränität über die abgetretenen Gebiete ging aber erst mit dem 3nfrafttreten deS Friedensvertrages an Polen über. Wenn ber Friedensvertrag In Artikel 51 für Elsaß-'Lothringen die Bestimmung trifft, bah die Souveränität bereit« mit dem 11. atoDcraber 1918 an Frankreich übergehe, so handelt e« sich hier um eine Ausnahmebestimmung zugunsten Frankreichs. Polen hat durch den Frledcn«vertrag keine Handhabe erhalten, für sich aus dem Datum des 11 Rovember irgend­welche Rechte herzuleiten. Auch auf die Bestim­mungen b?« Waffenstillstandsvetrages kann sich die polnische Regierung nicht berufen, weil die deutsche Regierung durch ihn nicht

gehindert wurde. privatrechtliche Berkäuse vvrzunehmen, denn der Waffenftllllstand

bezwedte nicht, einer Veränderung, sondern einer Verminderung deutschen Staatsbesitze« vorzubeu­gen Entbehrt so daS Vorgehen DolenS gegen die erwähnten Ansiedler jeder Rechtsgrunkläge, fp darf >te deutsche Regierung ebenso die Aufmerk- famfett ber Dvtfchasterkonferenz auf die bei- spiel«lofe Härte lenken, die darin Hegt, tausend deutsche Familien zu zwin­gen. innerhalb sechs Wochen Haus und Hof zu verlassen. Wo und wie für diese Familien in so kurzer Zeit bei den schlechten Woh­nung«- ynb Unterbringung-Verhältnissen, die in Polen ebenso wie in Deutschland bestehen und des­halb ber polnischen Regierung genau bekannt find, Unterkunft geschaffen werden soll, ist einstweilen gar nicht abzusehen. Dah die vertriebenen Fami­lien au herbem eine schwere Einbuhe an ihrem Pri­vateigentum zu befürchten haben, ist nach den Mahnahmen, die die polnische Regierung gegen daS Privateigentum der Domänenpächter getrof­fen hat und bte einer einfachen Wegnahme von Pritxit -igentum gleichkommen, leider anzunehmen.

Die deut'chr Regierung legt gegen diese« un­erhört grausame, jeder Rechtsgrundlage entbeh­rende Vorgehen der polnischen Regierung schärf­sten Einspruch ein und bittet die Dotfchafter­kons erenz dringend, bet der polnischen Regierung darauf hinzuwirken, dah sie von diefon Wahnah- men absieht.

Stegerroalb über seinen Rücktritt und die neue Koalition.

Berlin, 7. Aov. (Wolff.) 3n ber heu­tigen Rümmer der Tag^s^itung ,Der Deutsche" veröfsenUicht Mtnisterpräs.dent Stegerwalb unter ber Ueberfchrift ,M ein Rudtritf einen Artikel, in dem er zunächst feststellt, bah er dem Ministerium Braun nicht angehören werde, auch nicht als WohlfahrtSml- n l ft c r; er werbe wieder in der christlich- nationalen Gewerkschaftsbewegung Unb daneben im Reichstage tätig f«W.

Er sei in den letzten 23/4 Zähren sehr ge­gen feinen Willen ptruhifdier Minister ge­wesen. Bei der Billung brr preußischen Re­gierung r.ad) ber Revolution habe er stch erst in letzter Stunde zur Annahme de« Wohifahrts- ministeriums und zwar unter dem ausdrücklichen Vorbehalt de« baldigen RüdtrUtS bewegen Taffen. Rur nach stundenlangem Drängen ber Zentrums- fraktion deS Landtages habe er stch nach bem 5^app-Putfch bestimme i lassen, nochmals in die preuhifche Regierung eingutreten Die Lanbtags- wahl vorn 20. Feb uar 1921 te eine bebej- tenbe Schwächung ber alten Koalition gebracht. BIS zum 9 Aprll fei daher keine Koalition und keine Regierung zu Stande zu bringst ge­wesen *dm diese Zeit sei er von führenden Mitgliedern des Dcu schen Gewerkschaf Sbrrbe« und auf bem Lande bestürmt worben, zur Mi- nisterpräfibentfchaft *u kandidieren. Die Sitzung ber ZentrumSfraktivn in der gleichen Angelegen­heit ki ähnllch verlaufen wie jene gelegentlich deS Kapp-Put'ches. unb fv habe er kandidiert.

Bi« jetzt gilt,agt Eteg'rwald w:iter, eine breite politische Koalition, tn der so­wohl die 2kbeitedd)aft wie die geistig und toirl- schafllich fübrenben Äräfte de« L«r b s stark ver­treten traten, für eine staatliche unb beulfte Griften^frage. Der Zug zur Zkoalit.on mühte ge­sucht werden bei der Partei, die rechts vorn Zentrum ftanb. Mit einer b'ohen Verbreiterung ber Koalition nach link« wäre das staat:notwen- bige Ziel, das deu11che Volt vor feinem Untergange z u retten, nicht erreicht ge­wesen. Mit Parlamentsmehrheiten allein läfjt sich noch keine Politik machen Die Kreditwürdig- kei: Berlins ist trotz ober tt>egen feiner sozialisti­schen Mehrheit erschüttert. Wenn solche Beob­achtungen schon bei ber Verwaltung und in allen I Städten fest»ustellen find, wie glaubt man baue mit einer b o'-en Parlamen^mehrheit ein Reich von 60 Millumen Menschen regieren zu körnten.

besten Staats- und Finanzkraft völlig zusammen- I Seb rochen und da« daneben noch von ben öicger-

oaten auf da« äuHerste gcfnebclt unb gcfel-1 feit ist.

M t .Fr.-undfchaft" undÄa^l a i muS' fa e die von ihm er treble .groh: A >a'Uion nichts «u tun gebal t 34) ge x. ert ärt S.cgerwaid. vem h von ber Frage au«: Wie kann dem deutschen Volte bei ber geknechteten daS naftt Leben gerettet werden. De Dvlar stehe t<ute auf 250, die Rotenp veste arbeite urausgeseyt

weiter; man brauch: kein Prophet zu fein, um bestimmt lagen zu können, bah nach ber Reicht- tagswahl vom 3uii 1920 eine grobe reglerungS- fäh ge Regierung^koa ition mit cnt chlo 'euer Fih- i-ung zustanbe gekommen wäre Sell bem Dor- falCter Vertrag seit Zantar 1919 hatte bas Reich, von einer kurzen Unterbrechung abgesehen, fast stets Minderheitsregierungen: bah bamit keine durchgre fende initiative Po itik grmacht werden kann. liegt auf ber -Hand Achtatt eine solche zu betreiben, wird nun fd>Di feit 3 Zähren bie Frage aufgeworfen und ber Drrsuch gemacht, rechts oder links die Schuld an unserem groben Zusammen- bruch zuzumosfen Dam t verbauen wir un S auch den Weg über die Erkenntnis und die Beweise deZenigen Schuld an ber Katastrophe, die auf andere Länder entfällt

Wir aber arbeiten mit solchen Methoden den Gegnern Deutfch'.ands direkt In bie Hände zur Aufrechterha tunz des 03er aller Di.tats 3n einer solchen S.tuation war es fir mich bestimmt kein Reiz, an ber Spitze des arähten Landes zu stehen unb fast ohnmächtig zufeoen zu mäffen, wie durch daS Verhalten ber Parteien im Reichstage es beständig bergab ging. 3ch habe trotzdem mich zurückgehalten und fortwährend für eine breite Koalition gekämpft unb opfere mich jetzt persönlich gern diesem groben politischen Ge­danken Ich habe in den letzten Tagen unter allen Umständen auf meine Kandidatur zur Mi- nisterpräfidentfchaft verzichtet, well mir daran lag. dast die grobe Koalition, die sehr schwer einzuführen fein wird, nicht durch die Art ihrer Ausführung wieder in kurzer Zeit zerschlagen werden könnte. Aus allgemein polltifchtn Grün­den möchte ich folgende Erwägungen anftellen: Ich war Ministerpräsident in einem Uebergangs- fabinett und habe daher nicht nur au« Anhänglich­keit und 3ntereffe, sondern auch der unlieberen politischen Lage wegen ben Vorsitz im Deutschen Tewerkschastsbund und bem Gesamt verband der christlichen Gewerkschaften bnbebalte.i, 3n beer Doppelstellung, bie al« Dauerzustanb ein Un­möglichkeit ist, würde ich In meinen politischen Sntschkiehungen nicht völlig frei fein. Drn christ­lichen Gewerkschaften gehören bekanntlich Mit­glieder In grober Zahl an, die sich zu den Rechts­parteien bekenrren. Run könnte mir niemand zu- muten, bab ich tn meiner Eigenschaft al« rorüber» gehender Ministervräf.dent meine cigent iche L - bene-arbeit, ben Deutschen Gewerstcha tirunb u.ib bte christlt4>en Gewerkschaften auseinandermanö- Deriercn oder zerschlagen sollte, unb das wäre etngetreten, wenn ich, nachdem ich im April gegen die Sozialdemokratie gewählt worden war. die Sozialdemokratie g'atttceg >ur Regierung heran- gezogen hätte. Datz ich zu einer so.chm Unmoralt- tät auch an sich nicht fähig war. brauche ich kaum besonder« zu betonen. Sine Reuwahl aber hätte uns vor bem Dörliher Parteitag feinen Schritt weiter gebracht.

Stetigkeit in ber deutschen Politik ist das erste Erfordernis gegen Deutlch'aadS völ­ligen Untergang ohne Stetigkeit ist kein grö­berer politifch?r Erfolg möglich; ohne ötctigtelt können sich keine Kräfte finden, die willen« Imd, mit voller Hingebung dem Staat und Volk zu dienen. Siegerwaid fährt fort, als Minister- präsidetll habe er sich im Aprll neben der Führung der laufenden Geschäfte eine« Derwaltungsstaates dreierlei zum Ziele gemacht: 1. mit allem Rach- brud und aller nur denkbaren Zähigkeit die grobe Koalition zu schaffen; 2. habe er zu verhindern gefudit. bah durch feine vorübergehende Minister- präfidentschaft die christlich-nationale Gewerk­schaftsbewegung zerschlagen oder auSejnander- manövriert werbe; 3. habe er auch nach Been­digung seiner fchwierigen Mission nach allen Set­ten hin al« anständiger Mench dastehen wollen. Dem deutschen Volle aber möchte er zurulen: Wache auf au« Deinem poll.ti'chen Stzlaf! Da« gegenwärtige deutsche Parteielend bringt dich, toexn eS anbauert, restlos in ben Abgrund I

Der Reichskanzler über dasNull unb nichtig".

Berlin, 7. Aov (WTB ) Der Auswärtige AuSfchuh kes ReichSratS behandelte in feiner heutigen Sitzung bte oberschlelifche Frone. 3m Verlaus der Aussprache erklärte der Reichskanzler, er möchte fest stellen, bah durch die Antwort der Dvtschafterkonferenz die Tatsache der Einlegung der RechtSverwabrung nicht auS der Welt geschafft wird. Unsere Rechts Verwahrung wich nicht dadurch befri'.igt. dah sie zurüdgewiefen wird Sie bleibt vor der Geschichte für alle Zell bestehen

Der englische Protest gegen das französisch-türkische Abkommen.

Paris. 7. Aov. (WB ) Aach einer Havas- melbung auS Cotbon ist bem franzölr schen B o t s cha fter gestern im Tluger.bld seiner Ad- reife nach Pari« eine Denkschrift über ba«

bei der Regcluia ber Cricntfrage Hervorrufe» würbe, narnenuich in dem Zuge b if. 11 dem England sich im E nverr: «tzme.i m.t 5 unke 4) bemühe, ben Konflikt zwischen > r ^ur c. und Gnechenlanb >u lösen. 0 ach Tlä termdbungen kann ber fvanzöstfchr Bollchaster Dover noch nicht verlassen, well uxgen des f!ürmll<D?i 2Pet:cr« bie Reife u nn>g.ich geworden 11 DiS Memo» ianbunt ist also in Part« noch nicht bekannt ge­worden.

Die französisiche Antwort an 2owjet Nnülanb.

Pari«, 7. Aov. <WTB.) Dir Sonderbs» richlersta ter der Havana tur rne'd l von Bord de« Tampfer«CafaiyMte". Mtnll'erpräfident Driand has« d m Quai.d Oriay d.eAntwort auf bie Hüte ber Sowjetregierung übeimUtelt 'Der Sonderberichterstatter glaubt, bah die französische Regierung i i der Aote von der Anerkennung der Schulden der früheren russischen Regierung b?t den Alliierten Äcnntni« nimmt, aber Garantien fordert, die vom wi tschaftlichen Gesichtspunkt au« ernst genommen wi.tschastlichen Geüch'.Spunkt ernst genom t en w r- ben und bie Siäx*ilK'it geben konnten bah die gegenwärtigen Führer Ruf.lands sich den Inter- naionalc.i Gebräuchen der zivili ieriro Völker an- paslen werden. Aur wenn Mete Bcdin, u g erfüll! witd. werde die fran*5flfd>e Regierung b.c Wie­deraufnahme normaler Beziehungen mit Ruh- lanb in Betracht ziehen können.

AnS ber französischen Kammer.

Paris, 8. Avv. (WTBI HavaS mel­det: Der Finanzausschuß der Kam- mer hat ein GxposS des Ilbgevrdneten De Lasteyrie über das Sonderbudget der von Deutschland wiederzuerstatteuden Ausgaben entgegengenommen. Der Berichte stntrer lenkte die Aufmerksamkeit auf die fortschreitende Baisse des Markkurses und ihre mög­lichen Folgen. Der Berichterstatter machte dar­aus noch mehrere Angaben über die Abkom­men von London und Wiesbaden. Eine strengeKontrollederdeutschenFI- n a n z e n durch die Alliierten sei nötig.

Von ber (Genfer Arbeitskonfi renz.

Genf, 8. Aov. (WTB.) Die Vollsitzung der internationalen Arbeitskonferenz nahm am vergangenen Sonntag den Bericht entgegen, den der englische AegierungSvertre- ter Sir Samuel Hüll über die bisherigen Arbeiten der ersten landwirtschaftlichen Kom­mission erstattete. Die Kommt ston behandelte die Frage der Bekämpfung der Arbeitslosig­keit und Ausdehnung der Unfallversicherung. Zur Frage der Arbeitslosigkeit bereitete die Kommission eine Empfehlung vor. um die Ar­beitslosigkeit saisonweise zu verhindern. Die Regierungen werden nun ersucht, die empfoh­lenen Maßnahmen zu prüfen.

(Sine österreichische Anleihe.

Wien, 7. Aov. (WTB.) Die ..Reue Freie Presse" meldet: Wie verlautet, ist die Anleihe von 250 Millionen Mark für Oesterreich zustande gekommen.

Aus dem Reiche.

Der 9. Aodembev

Freihett- undVorwärts" veröffent­lichen einen gemeinsamen Aufruf der S. P. D., der U. S. P. D. und der Berliner Gewerkschafts-Kommission, sowie einen Aufruf des Afa-Bundes. 3n diesen Aufrufen wird die Berliner Arbeiter- und Angestelltenschaft anläßlich deS 3. Jahres^, tage« der Revolution aufgefvrdert, in Ver­sammlungen unter freiem Himmel zu demon­strieren. Um 2 Uhr nachmittags sollen die Arbeiter die Betriebe verlassen und geschlossen zu den DersammlungSplätzen marschieren. ,

Erhöhung ber Umsatzsteuer für gewisse Börsengeschäfte.

Berlin. 8. Aov. IWTB ) Der Reich«- r a t stimmte bem au« ber Initiative de« Reichs­tags heroorgegangenen Gesetzentwurf zu. wonach bie Regierung ermächtigt wird, die Umsatz­steuer für getotfte Börsengeschäfte sofort zu erhöhen. Wie ber Berichterstatter mitteilte, er- Härte bie Regierung am Montagvvrmittag bei einer Verhandlung mit Börseninteressenten, bah sie nicht beabsichtige, die Stempelfätze bi« zur vol­len S5öbc des Initiativantrages dr« Reichstage« *u erhöhen. Für Aktien. Kuren unb foihtge Divi- benbentoerte solle es vielmehr bp ben Sätzen blei­ben, die im KapitelveriehrSsteuergeteh vorgrichla- gen sind Dri aui ländischem Delde gehe die Absicht dahin, 14 vom Tausend bei Hän l r. e'chästen und 3 vom Taufend bei Kundengeschäften zu erheben.

Da« Ende be« Kellnerstteik«.

Berlin, 7. Dov. sWolfs.) Vlad) schwie­rigen Verhandlungen gelang eS. die ftretten« den Parteien im GastwirtSgetoerbe auf eine einigende Formel zusammenzubringen. Die Kellner erhalten eine feste Garantie­summe und einen lOprvzenti^en Zuschlag von der Rechnung der Gäste. Angestellte, die sich während deS Stteiks ftrafbarer Handlungen schuldig gemacht haben, toetden aus ihren früheren Bettieben ausgeschlossen. Wenn hie läge, sich diesem

französisch-türkische Ad.ommen von Angora übtgeben öorbjn. 3.i bi'fer ziem­lich langen DeiÄchrift wurde eine Reihe von Einwendungen erhoben, deren hauptfäch- lichste die Befürchtung ber englischen Regie ung tei. bah das Abkomme» ge&nffe Schwiertgtellen streikende Partei ihre