Ausgabe 
8.8.1921
 
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(Wolff.) Dem

enthalten- die Abdrücke der

oder

Ent- Die dem

Steuerabzug für Aebcrstun - den. Bei vielen Landwirten bestehen noch Zweifel, ob Überstunden dem Steuerabzug vom Arbeitslohn unterliegen. Die Landwirt - wirlschastskammer in Darmstadt macht des­halb. um Unklarheiten zu beheben, darauf auf­merksam. daß gemäß den gesetzlichen Bestimm

Berlin, 6. Aug. (Priv.-Tel.) Wie das Derl. Tgbl." aus K a t t v w i tz meldet, ergab die von deutscher Seite angestellte Untersu­chung, daß es sich bei dem als Mörder des Majors Montal^gre verhafteten Ioschke um einen polnisch gesinnten Oberschlesier handelt, der längere Zeit in polnischen Diensten ge­standen hat.

bekannt geworden sind, stammen offenbar von schlecht unterrichteten Stellen.

Kein Ersatz der Bcsatzungskosten für Amerika.

Paris. 6. Aug. (Wolff.) Aach ber ^Ehicago Tribüne" hat die Reparationskommission beschlo,- sen, an Amerika keinen Grlatz für desien Be- iahungskosten in Deutschland zu leisten, da die Bereinigten Staaten den Versailler Vertrag nicht ratifiziert hätten. Um Ersatz dieser Kosten, die sich gegenwärtig auf ungefähr 2,75 Millionen Dollars belaufen, zu errangen, mühten die Ver­einigten Staaten mit Deutschland direkt ver­handeln.

.tzorfanty.

London, 6. Aug. Aeuter Paris. Auf Wei­sung der britischen Regierung verweigerte der britische Botschafter K o r f a n t y, der nach Lon­don zu gehen wünschte, um dort für die pol­nische Sache zu wirken, das P a ß v i s u m.

Aus dem Reiche.

Em Weißbuch über die Leipziger Prozesse

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 8. Aug. 1921.

Wettervoraussage

für Dienstag:

Wolkig bis heiter, trocken, nacht- kühl, West­winde.

Auf der "Rückseite des über Skandinavien ab­ziehenden TiesS dehnt sich von Südwesten her hoher Drrul wieder stärker auS. so bah zunächst wieder trockene- Detter verüerrsch« wird.

vom Reichsgericht auf Grund des Ge­setzes zur Verfolgung von Kriegsverbrechen und Kriegsvergehen bisher erlassenen Urteile, vorgelegt worden.

Em kommunistischer Aaubüberfall.

Berlin, 5. Aug. (Wolff.) Die umfassenden Ermittlungen der Abteilung la des Berliner Polizeipräsidiums haben zur Aufklärung des bei Oberst Freyberg verübten Aktenraubes ge­führt. Das gestohlene Aktenmaterial, das wahr- scheinlich ins Ausland geschafft worden ist, konnte allerdings nicht aufgefunden werden, doch )inh sechs Personen festgenommen worden, die als Täter oder Anstifter In Betracht kommen und zum Teil auch g e st ä n d i g sind. Die Fest­genommenen sind Kommunisten oder stehen im Dienste oder Solde der Vereinigten Kommu­nistischen Partei Deutschlands. Aach Abschluß der polizeilichen Ermittlungen werden jeyl die Vor­gänge an die zuständige Staatsanwaltschaft ab­gegeben und die Fest genommenen dem Unter­suchungsgefängnis zugeführt.

Gefamtautfperrrmg in der Braunschweiger Metallindustrie.

Braunschweig. 6. August. (WTB.) Wie dieBraunschweigische LandeSzeitung" meldet, erfolgt am Montag in sämtlichen Be­trieben der Braunschweiger Metall- i n d u st r i e die Gesamtaussperrung, nach­dem die Arbeiterschaft der einzelnen im Streik befindlichen Betriebe die auf Veranlassung des SlaatSministeriumS von den Organi- sationsvertretern der Arbeitgeber und Ar­beitnehmer gemeinsam gemachten Vorschläge für eine Einigung ablehnte.

Berlin, 8. August. Von der heute be­ginnenden Aussperrung tn der braun­schweigischen Metallindustrie wer­den lautLokal-Anzeiger" 1520 000 Ar­beitskräfte betroffen.

Einigung im Mecklenburger Landarbeiter­streik.

S ch w e r i n, 6. Aug. (WTB.) Die Preß­stelle des Mecklenburg-Schweriner Ministeri­ums berichtet: Das Staatsministerium Schwe­rins beraumte auf den 5. August abermals eine Sitzung mit Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer an. worin eine Einigung im Landa r beiter st reik herbeigeführt wurde. GS wurden Vereinbarungen über Lohnzulagen getroffen, die vom 1. August ab gelten. Ferner bietet der Landbund seine Ver­mittlung an, um die ausgesprochenen Kündi­gungen tn geeigneten Fällen wieder rückgängig zu machen, oder um zu versuchen, daß die ge­kündigten Arbeiter anderweitig untergebracht werden.

Berlin. 7, August.

Reichstag ist vom ReichSjustizminifter ein Weißbuch.

Paris, 6. Aug. (Wolfs.) Wie die ,Chi- cagv Tribüne" aus Washington meldet, be-

satzungSzulage von 44 Mark. Ein ent- gegen kommender Vorschlag der Prinzipale 1 wurde von den Gehilfen abgelehwt.

der letzten Warenausgabe.a eile angeborene Ti ockenmilchpulvei h nw i en Di.tts Pulver, das aus Milch hcrgeslelll ist, werde ärztlich empfohlen und ersetze nach Anrührunc mit Wasser die beste Vollmilch und sei auch genau wie solche zu behandeln. Der Kauf des Pulvers könne daher nur empfohlen werden.

Eingriff in Me Dermögensfnbstanz unvermeidlich machen. Der Entwurf will aber jeden Zwang zu unwirtschaftlicher Abgabe von Teilen der Substanz vermeiden, es vielmehr der eigenen wirtschaftlichen Entschließung überlassen, in welcher Weise der Steuerpflichtige die regel­mäßig nicht aus seinen Ginflüssen tragbare Steuerlast abbürden will. Zur Grundlage der Wertermittlung soll grundsätzlich der gemeine Wert, wie ihn die Reichsabgabenordnung um­schrieben hat, gemacht werden. Da aber in einer Zeit ständiger Bewegung der Mark mit den herkömmlichen Mitteln der Wertberechnung nicht auszukommen ist, sollen für die Dauer des Zu­schlages für alles Vermögen, das nicht wie das Kapitalvermögen der Aufwärtsbewegung der Mark folgt, besondere, der Geldwertbewegung angepaßte Dewertungsgrundsäyc gelten. Diese Grundsätze sollen von dem Reichsminister der Finanzen nach Anhörung des Reichsi^.ts sowie von berufenen Vertretern der verschiedenen Er­werbszweige sowie unter Beteiligung des Reichs- wirtschastsrates mit bindender Kraft erlassen werden Sie sollen dem Wertstand der Mark Rechnung tragen und bei dem Betriebsvermögen insbesondere auf Gewinn und Umsatz des Unter­nehmers Rücksicht nehmen. Dabei soll angeordnet werden können, daß der Wertberechnung feste Durchschnittssähe zugrunde gelegt werden. Das Ziel der Bewertungsvorschriften sott und muh sein, die Sachwerte doll und ganz in entsprechen­der Weise zur Abgabe heranzuziehen. Insoweit Zahlungen über den beschleunigt zu entrichtenden Tell des Reichsnotopfers hinaus geleistet wor­ben sind, sollen sie unter entsprechender Ver­zinsung auf die Vermögenssteuer angerechnet oder auf Antrag in den gleichen Zahlungsmitteln er­stattet werden, in Denen sie entrichtet worden find.

14. Entwurf eines Vermögenszuwachs­steuer ae s e h e s. An die Stelle des gel­tenden DesitzÜeuergesehes sott im Anschluß an die unter Ziffer 13 erwähnte Vermögenssteuer eine Dermögenszuwachssteuer treten, bei D:r die Wertung des Vermögens nach den gleichen Grund­sätzen wie bei der Vermögenssteuer erfolgen soll. Vermögen, die nicht mehr als 100 030 Mark be­tragen, und ein Zuwachs, Der 25 000 Mart nicht übersteigt, sollen von der Steuer frei bleiben. Der Steuersatz soll mit 1 v. H. für die ersten 100 000 Mart beginnen und bei Iuwachsbeträgen über 6 Millionen Mark den Höchstsatz von 10 v H. erreichen.

Der Parlamentskonflikt in Danzig.

D a n z ig, 6. Aug. (WTB.) Der Vvlks- t a g beschäftigte sich in seiner Sitzung mit dem Antrag der Mehrheitssozialisten auf Haft­entlassung der kommunistischen Abgeordneten Rahn und Schmidt. Die bürgerlichen Parteien gaben eine Erklärung ab, in der diese sich mit dem Vorgehen des Senats einverstanden erklärten. Die Polen und die Linksparteien machten dem Senat den Vorwurf, daß er die Verfassung und die Gesetze gebrochen habe, und erklärten, im Falle der Ablehnung des mehrheitssozialistischen Antrags sich an den weiteren Arbeiten des Parlaments nicht mehr beteiligen zu wollen. Der Antrag auf Haft­entlassung wurde mit 52 gegen 41 Stimmen abgelehnt. , Die sozialdemokratische Partei brachte einen weiteren Antrag auf Auflösung des Parlaments und Neuwahlen zum 30. Ok­tober ein. Mit diesem Antrag wird sich das Plenum am Mittwoch beschäftigen. Ferner wurde ein Antrag auf Einsetzung eines Unter* suchungs - Ausschusses gegen den Senator Schümmer von den Linksparteien einge­bracht. Der Präsident des VolkStages, Mal- tbai, gab während der Sitzung die Absicht bekannt, sein Amt niederzulegen

Breitscheid über Deutschland.

Paris, 6. Aug. iWvlff.) ReichStagsabge- orbneter Dreitscheid, der sich augenblicklich in Paris aufhält, veröffentlicht heute imP opu» lair e" einen Artikel, in dem er erklärt, die augenblickliche deutsche Regierung teile die Auf­fassung seiner Partei über die Notwendigkeit zu reparieren. Obzwar die Unabhängigen die innere und die Finanzpolitik des Kabinetts Wirth nicht billigten, müsse man doch anerkennen, daß die Reichsregierung den ernsten Wunsch habe, die Verpflichtungen zu erfüllen, die der Friedensvertrag von Versailles Deutschland auf­erlegt habe. Die Regierung habe nicht das Ulti­matum einzig und allein deshalb angenommen, um das Land aus einer vorübergehenden gefähr­lichen Lage zu retten und um Zeit zu gewinnen, ondern weil sie von dem aufrichtigen Wunsche beseelt sei, endlich die Politik der kleinen Machen­schaften zu verlassen und resolut den Weg zu gehen, den ihr das Gewissen und der Vertrag vorschrieben. Man werde in Frankreich gezwungen sein anzuerkennen, daß die Regierung Wirth sich nach dieser Richtung nicht damit begnügt habe, Worte zu sprechen, ohne ihnen Taten folgen zu lassen. Die Regierung habe auch ihre Unterschrift nicht unter das Ultimatum gesetzt, um Ober- chlesien zu retten; sie habe einfach getan, was ie für nötig gehalten habe In einer Rede in Bremen habe der Reichskanzler Gerechtigkeit verlangt, aber er habe nicht gesagt, daß Deutsch­land bas Recht habe, Oberschlesien ungeteilt zu verlangen. Deutschland hoffe aber, daß der Oberste Rat eine Lösung finden werde, die das Ergebnis der Volksabstimmung berücksichtige und Deutsch-- land die Möglichkeit zum Leben lasse. Breitscheid sagt schließlich, die Alldeutschen würden bet allen bürgerlichen Parteien Unterstützung finden wenn der Oberste Rat eine Entscheidung treffe die das Industriegebiet Polen zuerkenne. In diesem Falle wäre das Schicksal der Regierung Wirt besiegelt: Entweder würde sie sofort durch ein rechtsstehendes Kabinett erseht werden oder eS würden neue Reichstagswahlen ftattfinben mit der Parole Oberfchlefien. die für die Natio­nalisten besonders günstig ausfallen würden. Es handle sich keineswegs um eine Personenfrage Wenn Reichskanzler Wirth jetzt verschwinde dann bedeute dicS eine Ermutigung für alle reaktio­nären Kräfte tn Deutschland. Breitscheid schließt einen Aussatz, indem er sagt, die Pazifizie­rung Europas muffe das politische Ziel aller Staaten sein und Die Reinigung Der fran- zösisch-deutschen Atmosphäre sei Deren grund­legende Bedingung

Parts, 6. Aug. (Wolff.) In feinem heu­tigen Leitartikel im ,Povulaire" schreibt der unabhängige .sozialdemokcalischo Reichskaasabge- ordnete Breitscheid noch, daß au den Fragen die zur Herstellung normaler Benetzungen zwischen Dem französischen und Dem deutschen Volk führen könnten, die Regelung der Frage der Sanktio­nen und Der in Avignon zurückgehaltenen deutschen Kriegsgefangenen gehöre.

Das Hilfswerk für Ruhland.

Eine Note Tschitscherins nach Washington.

Paris, 7. Aug. (Wolff., Wie die »Ehtcago Tridune" au- Washington meldet, erhielt daS Staatsdepartement eine Note Tschitscherin», worin mttgetetlt wird, daß alle a m e r t f a n i - Ab en Gefangenen in Rußland freigelas - f e n feien.

werden, die Art des Beitrags erörtert, den Frank­reich dem internationalen Lebensmittellager Zu­fuhren soll. Große Lager von Reis und Bohnen seren verfügbar. Auch in anderen Lebensrnitteln tonne geholfen werden. Nach Dem .Petit Pa- rifien" werde die Hilfsaktion sehr bald tn Er­scheinung treten.

Englische Hilfe für Rußland.

London, 7. Aug. (WTB.) Wie der poli­tische Berichterstatter derSenday Times" mcl»

von diesem verfolgt. Während der Dersolgung drehte sich da- Kerlchen plötzlich um und ging mit gezücktem Messer auf den Beamten los, dem es schließlich mit Mühe gelang, den Gegner au überwältigen und der Slation zuzuführen.

Kreis Friedberg.

spd. Dorheim (Wetterau). 7 Aug Der vierjährige Snkel des Landwirts Heinrich Schutt stürzte vom hvchbeladenen Erntewagen und geriet unter die Räder. Das Kind wurde <k* tötet.

Starkenburg und Rheinhessen.

Duchdruckergehllfrnstreik in Mainz.

Mainz. 7. Aug. (WTB.) Die Buch» druckergehilfen haben in einer Versammlung am Samstag beschlossen, sofort tn den Streit zu treten. Sie verlangen für Mainz außer der vom 1. August an erhöhten monatlichen Wirt- choftsbeih.lfe. welche tn Verbindung mit dem Reichsarbeitsministerium vom Tarifamt bei »rutschen Buchdrucker in Berlin festgesetzt wurde, neuerdings eine wöchentliche B e -

" Ortsfernsprechnetz. Vom 1 0k tober^ ab betrögt Die Grundgebühr für jeden an das OrtSnetz Lollar herangeführten Fernsprech» anschluß jährlich 420 Marl.

Seine silberne Hochzeit feuert morgen da- Ehepaar K. 0 t a r f unb Frau Elisa­beth. geb. Heim, Weserstraße 15.

** Sein 25jäyriges Arbeit-- jubiläum in der Firma Andreas Euler feiert heute Herr Karl Hof in Gießen.

Bornotizen.

- Tageskalender für Montag: Postteller. 8 Ahr, 'Bezirksversammlung her Schuhmacherzwangsinnung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße,Zigeunerblut". - Astons lichtspiele: ..Entgleist", undDie fündige Vestalin".

Aus dem Stadt theaterdureau Nochmals fei dringend auf Die morgen Diensmg 9. August, stattfindende Aufführung Der Äomnhic Potasch und Perlmutter" hingewiefen Die Kostüme Der Modenschau stellt ein bekanntes Nauheimer Haus. Die Vorstellung beginnt um 7 Mfcr.

Eine Ftlmvper im Lichtspiel­haus. Als modernste Errungenschaft der heu­tigen Kinokunst bringt das Lichtspielhaus ab heute eine Filmoper heraus Der Film führt den Tll.ll 3igcunerb[u t", Die Gesanzspartie i Hatzen, wie in Den Anzeigen gesagt wirb, erste Gesangs krafte vom deutschen Opernhaus in Eharlollen bürg übernommen. Außer Den Der Handlung eingefügten Gesängen sollen auch Einlagen Opern zum Vortrag kommen, ferner ist Gelegen beit geboten, große Ballettaufführungen des Ehar- (otten burger Opernhauses zu sehen Es finden täglich zwei Vorstellungen statt, nachmittags 4.30 Ahr und abends 8 Uhr.

Landkreis Gießen.

Unrentables Kohlenbergwerk.

fpd. Hungen, 7. August. Vor etwa Jahresfrist erwarb die Frankfurter GaS-Ge- sellschaft die in der hiesigen Gemarkung be- legene GewerkschaftF r i e d r i ch^. Die gewonnene Kohle sollte in den Frankfurter Gasanstalten ausgiebige Verwendung finden. Wie nun in der letzten Frankfurter Stadtver­ordnetenversammlung mitgetetlt wurde, hat sich der Betrieb der Grube derart unrentabel gestaltet, daß die Gasgesellschaft von ihrem Reingewinn in Höhe von sieben Millionen Mark nicht weniger als vier Milltdnen zu Abschreibungen für die GewerkschaftFried­rich" verwenden mußte und daß sich dadurch der Reingewinn der Gesellschaft auf nur drei Millionen beläuft. Die Stadt Frankfurt er- warb neulich eine zweite Braunkohlengrube bei Elm en und hat eine dritte in Pacht ge­nommen. Ob sich diese auch so schlecht ren­tieren, wurde nicht gesagt.

tt. TreiS a L., 5. Aug Gestern nachmittag stürzte Der 4iährlge Ludwig WlSken beim Spie­len In die Lumba und wäre wahrscheinlich ertrunken wenn ihm nicht sein 8jäbriger Bruder, der Den Anfall von weitem beobachtete, kurz enr schlossen nachgesprüngen wäre und den mteber Aus tauchenden mit eigener Lebensgefahr solange hochoetzalten hatte, bis der in der Nähe arbeitende Landwirt Wilhelm (Suter auf oaS Geschrei dm Kinder aufmerksam wurde und die beiden dem Wasser entriß. Die mit dem schon bewußtlosen Kleinen angestellten Wiederbelebung-Versuche hatten den gewünschten Erfolg so daß der eilig ü betbcigerufenc Arzt nicht mehr in Tätigkeit zu treten brauchte.

Kreis Büdingen.

fpd Stockheim, 7. Aug. Ein vierzehn­jähriges Dürschchen aus Frankfurt. daS als blinder Reisender hetmlahren wollte, ent­wischte dem Schaffner an. Der Sperre und wurde

15. Entwurf eines Gesetzes über Die Abgabe vom Vermögen6zuwachs aus Der Nach­kriegszeit. Die Entwertung Der Marl leit dem Zahre 1919 hat auf Der einen Seite manchem Vermögen nur einen Bruchteil feiner früheren Kaufkraft gelassen, auf der anderen Seile riesen­hafte Gewinne geschaffen, riesenhaft selbst unter Berücksichtigung des Amstandes, daß eS sich nicht um wertvolle Goldmark, sondern um entwertete Papiermart handelt Diese Gewinne müssen zur Besteuerung heranaezogen werden trotz des 'Be­denkens, das hierdurch eine verstärkte Steuer- 'md Kapitalflucht oder eine sinnlose Verschwen­dungssucht. oder- sonstige unproduktive Wirtschafts­führung herbeigeführt werden könne. Es sollen m erster Linie die großen Gewinne, Die in dir etter oder indirekter Nachwirkung des Krieges gemacht worden sind, zur Steuer herangezogen w«den. Dabei muß ebenso tote bei Den Kriegs- flefotnnen von einer Begriffsbestimmung Dec Rach- trWgsgewinne abgesehen werden und die Besteu­erung unter Schonung des mäßigen Iuwachses den in der Nachkriegszeit entstandenen Vermögens­zuwachs erfassen. Vermögen bis zu 200 000 Mart sollen von der Abgabe befreit bleiben, Ebenso ein Zuwachs von nicht mehr als 1 00 000 Mark. Die Steuersätze sollen sich zwischen 5 und 30 vom Hundert bewegen und die Bewertung sott'bei den Kapitalvermögen und dem umlaufenden Betriebskapital nach Dem ge­meinen Wert, das Grundvermögen und das stehende- Betriebskapital Dagegen nach Wahl des Steuerpflichtigen mit dem gemeinen Werte mit Den Gestehungskosten angeseht werden

Die unter Ziffer 1 bis 3 bezeichneten würfe I reg en Dem Reichstage bereits vor übrigen Entwürfe sind entweder bereits _____

Reichsrat oder ReichswirtschaftSrat vorgelegt, oder werden diesen Körperschaften in den nächsten Tagen vorgelegt werden. Die vorstehend unter Nr. 8, '11, 12, 13, 14 und 15 aufgeführten Ent­würfe wollen Die Belastung des Besitzes soweit als irgend möglich auSbauen. Ztehi man weiter in Betracht, daß der Besitz auch noch von den Ertragssteuern der Länder und Gemeinden erfaßt wird, so ergibt sich, daß Die Gesamtbelastung durch direkte Steuern gegenwärtig unb künftig mit der Belastung durch indirekte Steuern im Gleichgewicht steht und danach Dem Grundsatz einer ausgleichenden steuerlichen Gerechtigkeit Rechnung trägt. Ob und inwieweit eS möglich ist, noch auf anderem Wege als Dem der Be- fteuerungden Defitz zu den Lasten DeS Reiches tzeranzuziehen, unterliegt noch der eingehenden Prüfung des Kabinetts.

bet, überreichte eine Abordnung Der russischen Handelsdelegation in London LloH? Sr)tae einen Appell der Sowjetregierung, In v^n diese um Hilfe bei der furchtbaren Hungersnot bittet.

Der Internationale Arbeitsverband der sozialistischen Parteien veröffentlicht einen Ausruf zur Hilfeleistung in Rußland. In dem Aufruf heißt es: Wir haben stets den Irrtum der bolschewistischen Regierung mit Bezug auf die wirtschaftlichen Bestrebungen und die Möglich­keiten der Nachkriegsperiode für ein großes An­glück für die soziale Revolution gehalten. Der Sedday Expreß zufolge hat die britische Re­gierung über die neue eichgültige Politik zur ilnterftütjung Rußlands auf Dem Gebiet Des Handels einen Beschluß gefaßt und wird den Aeberseekreditplan auch auf Ruß­land ausdehnen. Die britifdr Regierung wird auch den Beschlüssen des O»ersten Rates mit Bezug auf die Organisation hfer Sendungen für Rußland zustimmen.

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Ein neuer Vertreter der Sowjet- regierunq in Berlin.

Berlin, 6. Aug. (Priv.-Tel.) Wie die Dtsch. Allg. Ztg." von unterrichteter Seite erfährt, wird der bisherige Vertreter der russi­schen Sowjetregierung in Berlin, Viktor Kopp, voraussichtlich nicht auf seinen Posten zurückkehren. Als sein Nachfolger wird der Leiter der Berliner Sotvjethandelsabteilung oder der frühere Volkskommissar Krestinski, der bekanntlich aus Bayern ausgewiesen wurde, genannt. Dem gleichen Blatt zufolge wird sich die Aebersiedelung des neuernannten deutschen Geschäftsträgers in Sowjetrußland, Dr. Wiedenfeld, nach Moskau noch einige Zeit verzögern.

Ein neuer Grwaltversuch Frankreichs.

7. Aug. (Wolff.. Pertinax teilt im -®$°. de BariS" mit, Marschall Foch und die wllttärlfche Kommission von Verfallles hätten einen Plan auggearbeitet, um Deutschland zu vcr- hindern. lelnH a n d e I S l u f t s ch i f f m a t e r i a l mKriegSslugzeugeum zu wandeln und einen Kontrottorganlsmu- zu schaffen. D:r nach Beendigung Der Tätigkeit der jetzigen Gntwafs- nungSkommission ausrechterhalten werden folle Vor zwei Monaten habe sich Die englische Re­gierung geweigert, diesem Plane ihre Iuftimmung zu geben, und erklärt, nach Artikel 213 deS Frie- venSvertrageS fa Der Völkerbunds rat al- I? *rt d e rech t i g I A. b?rwach n ,ei auszuüben Auch Der Botschasierrat habe Den Konflikt nid'* [en können und Die Angelegenheit an Den Obersten Rat weitergegeben.

Der Friede mit Amerika.

P a r i S, 6. Aug <Wolff.) Rach einer Mel- düng bei .Chicago Tribüne" hat Präsident Aar» ding endgültig erklärt, er werde die Prokla­mation des Friedens mit Deutschland »-st nach seiner Rückkehr nach Saibinqton unterzeichnen.

Paris, 6. Aug. (Wolff.) DieEhieago Tri- hunc" meldet aus Washington, in Re- gierungskreifen werde bestätigt, daß Verhand­lungen zwischen Den Vereinigten Staaten unh DeutschlanD über den Abschluß eines Zriedensverträges im Gange seien. AVer Den Inhalt dieser Verhandlungen verlautet jedoch nichts. Die Mittettungen, die bis zetzt Darüber

steht Handel-,ekretar Hoover Darauf. Dan mit|* Jur Milchvcrforgung läßt das

der Sowjetregierung fclb;l ro.hande.t wird, Lebensmittelamt bei der gegentrur i j ..errlchenLen bevor das amerikanische Httfswerk für die Hungers- s Milchknappheit nochmals auf das ber'ite in not in Rußland in Kraft gesetzt wird. Nach * ' "

Hoovers Ansicht ist die Sowjetregierung die ein­zige Stelle, die Den Schutz unD Die Freiheit her Ameritaner in RußlanD garantieren könne

Paris, 6. Aug. (Wolff.) Laut .Petit Pa- risien" tourDe gestern abend in Voraussicht der Besprechungen, die im Obersten Rat bezüglich Der Hungersnot in Rußland statt,ind^n

mungen die Besteuerung des Aeberstunden- LohneS in Derselben Weise staltfindot wie die­jenige des gewöhnlichen Arbeitslohnes.

Oesscnrliche Bücherhakle Im Juli wurden 1506 Bände ausgegeben. Davon komn-.cn auf Erzählend« Literatur 934. 3ci<- schristen 62, IuaenDschriften 117, Literaturge­schichte 11, Gedichte unb Dramen 30, Länder» und Völkerkunde 40. Kulturgcschicht? 14, Geschichte unD Biographien 80. Kunstgc chichte 26 Tiatur- wisienschast und Technologie 61. Harrs- unb Land­wirtschaft 16, Heer- und ©ecmefen 4, Gesundhetts- lehre 7, Rettgwn und Philosophie 18, Staats- Wissenschaft 5. Sprachwissenschaft 12. Fremdsprach­liches 19 BäriD«. Nach auSwartS tarnen 22 Däne: