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.Lavertisfe," "brüllte er, »zum Teufel, werde ich doch wenigstens hopp nehmen."

Mit beträchtlichem Gepolter stürzte er Treppe hinunter, um nach Mr. Lavertisfe

Sin Mannequin, ein Mannequin . . . kein Selbstmord, al|o . . ", sie sprang rot Sntrüftung auf. aber trotz alledem mit einem fühl der Erleichterung. Ah. er hatte also

Dann tarn ein leerer Raum von einigen Zeilen, dem ein zierlich adgefaßtes P. 8- folgte.

Ich Will, bah mein Staub am MSlarstrank! ruhe, unter dem schwedischen Bolle, das ich so heiß geliebt."

Fräulein Holten sah hastig auf, denn Mr. Kenyon hatte einen Tigersprung auf die Ture zu gemacht.

mit ihr gescherzt- mit ihrer reinen unschuldigen Weiblichkeit. Gr hatte sie also durchschaut, wah»

nordöstliche Winde. Das Hoch hat sich südöstlich bewegt und liegt mit seinem Kern vor dem Kanaleingang. Vorerst ist noch mit meist heiterer, trockener Witterung zu rechnen.

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fahnden. Aber es war zu spät. Der treue Diener war längst dem Beispiel seine« Herrn gefolgt und mit ihm Mr. Kenhon und seinen Handschellen ent­eilt. unbekannten Schicksalen entgegen.

Aus allen Punkten geschlagen, ganz rot vor Erbitterung, kehrte Mr. Kenyon zu dem noch wunderlich niedergeschmetterten Fräulein Holten zurück.

..Lind jetzt. Miß Holten." sagte er barsch, .haben Sie die Güte und steigen Sie in diesesj Auto. Wir haben noch ein Wörtchen über beit Falt Collin zu sprechen."

sDe! iahen Mrich be Itatn Eva mit dem @ cinSirh lauenen Ä langiaM:i'i mit, vähre «elibie't SarbiehN txrlitl eben

ra. ho Htg «Wl di würdig« 'Hamen von

(Sine öffentliche Sitzung bei Stadtverorbneten--Bersammlung i.t auf Donnerstag, den 7. Juli, nachmittags 5 Ahr

Eine Empfehlung ... ja. von Professor Pelotarb, das heißt. ich . .

Professor Pelotarb, ah, eine nieblidje Sache! Seien Sie so gut unb lesen Sie, Misrr Lesen Sie das!"

Sie nahm bas weihe Kärtchen unb las:

Dear Mr. Kenyon. Ich habe mir bic Frei­heit genommen, Ihnen eine lunge Freundin, Miß Holten aus Schweben, zu schicken, die mich mit Ihrer Hilfe zu arretieren wünschte. Ich bitte Sie, zu tun. was Sie können, um ihren Wunsch zu erfüllen, und ich versichere Ihnen, bah ich nicht im geringsten ironisch "bin, wenn ich sage, bah Sie wahrscheinlich wie die Patrouille der Äarabinieri kommen werden immer zu spät. Denn schon lange habe ich daran gedacht, der Gerechtigkeit zuvorzukommen, wie die Zeitungen sagen, es war auch sonst eine der wenigen Maximen meines Lebens, dies immer zu tun. Heute abend mache ich einem unwürdigen Dasein ein Ende, in dem Sie, lieber Kenyon. einer der wenigen Lichtpunlte waren. Ich wünsche Ihnen eine glückliche Zukunft, opfern Sie manchmal einen Gedanken Ihrem unglücklichen Freund

Professor Pelotard, alias Philipp Collin."

sich in die Kunstgeschichte eingliebetn. unb immer wieder auf neue Schönheiten an Häusern unb Toren hinwies. Auf dem Heimweg zeigte es sich- wie hochbefriedigt die Teilnehmer waren, und es ist wohl keiner unter ihnen gewesen, der nicht auch etwas wie Freude darüber empfunden hatte, wie Schönes die deutsche Kunst selbst in

bäuerlich sei, bah so viele Mitglieder der bürger­lichen Parteien sich zu diesem Mißbrauch hätten einsangen lassen.

Abg. Thiel (D. Vpt.) stimmt der Dorlage an sich zu, nicht aber den Abänderungsanträgen unb bedauert, bah die bürgerlichen Parteien sich zum Teil ebenfalls für die Anträge entschlossen hätten.

Abg. Bartz (Corn.) erkennt den Grundsatz des Gesetzes als richtig an. Die Regierung solle auch nicht vor den Schranken der Gesellschafts- ordnung halt machen, denn eS gäbe keinen Unter­schied zwischen Arbeitern und Angestellten und Beamten. Aus welchem Grunde müsse überhaupt eine Grenze nach oben gezogen werden? Der Redner fordert Angliederung des Angestellten- versichernngsgesehes an das Invalidenversiche- rungsgesetz.

Abg. Hoch (Soz.) sagt, die Ausführungen der Derlreter der Rechtsparteien hätten feinen anderen Zweck, als die Sachlage zu verschieben. An der Regulierung der Angestelltenversicherung werde durch die Anträge durchaus nichts ge­ändert.

Abg. Andre (Z.) tritt her Befürchtung ent­gegen, bah die provisorisch angesetzten Beiträge den Anforderungen nicht genügen könnten.

Abg. Schwarzer (Bayer. Dpt.) tritt für eine rasche Erledigung der Vorlage ein.

Abg. Karsten (HSP.) erklärt, die Ange­stellten seien auch davon überzeugt, daß eine Er­höhung der Beiträge notwendig sei.

Abg. Erkelenz (Dem.) gibt in seinem Schlußwort noch eine Hebersicht über die Tätigkeit der Abgeordneten Lambach unb Thiel im Aus­schuh. bic eine Verständigung stets durch Regie­rungen unmöglich machten.

Artikel 1 deS Gesetzes wird einstimmig an­genommen.

suchungshaft hat Iagow selbst an seine Vertei­diger geschrieben, die Untersuchung ist für mich mit der Ermordung gleichbedeutend. (Heiterkeit links.) Ich muh kalte Abreibungen machen und feit der Pferdeabschaffung laufe ich täglich eine Stunde Trapp (stürmische Heiterkeit). Ich muh hier den Kranken Iagow dem gesunden Iagow mit aller Deutlichkeit gegenüberstellen. Gs ist nicht aus der Welt zu schaffen, bah Iagow sich auf der einen Seite als kerngesunder Mann vorstellt, und auf der anberen Seite, wenn es sich um Unter­suchungshaft handelt, wehleidig wird. (Zuruf Adolf H o s f m a n n s: Raja! Und wann wird er verhaftet?) Seien Sie doch nicht so blut­dürstig! (Zuruf Ad. Hoffmanns: Ich möchte ja blob, bah Sie es noch erlebten (Heiterkeit), und bah nicht er Sie verhaftet. (Gröhe Heiter­keit.) Diese Heiterkeit entspricht nicht meinen Anschauungen. Sie haben alle Ursache, den Ernst der Angelegenheit auf sich wirken zu lassen, sie hat eine furchtbare Bedeutung. Die Blätter, von denen ich spreche, meinen allerdings, dah^Herr von Iagow nur der gegenwärtigen Regierung ein Schnippchen geschlagen habe. Das ist ein gewaltiger Irrtum. Es handelt sich um einen Derstoh gegen den Staatsgedanken unb den Staat überhaupt. Herr Iagow stürmt gerade fo gegen den Staat, wie die Herren der äuherften Linken. (Zuruf links. Sie wurden ja auch verhaftet!) Aus Herrn von Iagow spricht der Geist seiner Vorfahren, als sie den Staatsgedanken vernein­ten. Herr von Iagow machte sich doppelt schul­dig. indem er als Mann in hervorragender Stel­lung die Grundlage des Staates zu untergraben versuchte. Kraft meiner Objektivität ist noch da­raus hinzuweisen, bah der Verstoh des Herrn von Iagow auch noch andere bedenkliche Folgen haben muh. Iagow hat gegen die Verfassung verstoßen, unb diejenigen Herren, die mit Herrn von Iagow einig gehen, müßten sich vor Augen halten, wie ein derartiger Fall auf das Ausland wirkt und zwar zu einer Zeit, wo derartig wich­tige Prozesse vor dem Reichsgericht schweben. Der Minister geht bann auf Einzelheiten des Prozesses gegen Iagow ein und erklärt, bah am

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Wilhe'.mstrahe 2, b) Daugeluch des Franz Bette für Mäusburg 10, c) Baugeuch der Zttma Zur- buch für bas Grundstück in den Eichgärten, hier: Dispenserteilung, d) Anbringung eines Firmen- j schildes am Hause Plockstraße 10, e) desgleichen am Hause Plockstraße 2, f) Einfriedigung für das Grundstück Frankfurter Straße 42. g) desgleichen der Siedlung an der Licher ©trabe (Baugenossen­schaft von 1894), h) desgleichen für das Grund­stück Wehsteingasse 33, entlang b?r Kirchstraße, i) Trennung der Hofreite Kaiser-Allee 47. 2 Ent-

Herrn Collins Abenteuer.

Roman von Frank Heller.

(Schluh.)

..Dem Toten," schrie Mr. Kenhon auber sich -Hier haben Sie Ihren Toten, Mist Holten." Und er schleuderte den zusammengesunkenen Körper aus dem Fauteuil in die Höhe. Er beschrieb einen meterhohen Bogen durch die Lust und siel mit bumpsem Ausschlagen vor Fräulein Haltens Fübc nieder. Ein Regen von roten Tropfen flog dabei aus dem Kopse. Beinahe hysterisch starrte fie den schlaffen Körper an, die hilflos fallenden Glieder und den formlosen Kops, dis sie Plötzlich mit einem schrillen Lachen vornüber aus den Schreibtisch siel: ein Mannequin, em ge­wöhnlicher Künstlermannequin, dessen Kops von eingetränkter roter Oelsarbe triefte, die ui fetten Tropfen auf den Boden floh.

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weil erild hvMiidle' D schon v KM!" (

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renb sie ihn so gut hinters Licht geführt zu haben glaubte. Er hatte bieses ganze Mekobrarna ar­rangiert, bie Effekte berechnet, sie nut Reue er­füllt, mit Gewissensqualen, mit Tränen, um sie bann burch biete lächerliche Szene zu bemütigen

..Ah. ich verabscheue ihn, ich hasse ihn!" ne, sic. unb mit einem schrillen Lachen warf fie bas Briefchen, das sie in ihrem eigenen gesunden hatte, Mr. Kenyon zu.

»Ein Dries an Vie, Mr. Kenyon, lesen Sie doch!" rief fie, und Mr. Kenyon, der mit ver­nichtenden Blicken ihre Gemütsbewegung nut- angesehen hatte, nahm den Brief unb ritz ihn auf, ohne ihn anzusehen. Aber nach einem flüch­tigen Blick bar aus machte er einen förmlichen Sprung auf Fräulein Holten zu unb schrie mehr als er sagte:

-Ah, jetzt fällt mir etwas ein! Jetzt ahne ich, warum ber Rame bieses Mr. Collin mir so be­kannt vorkam. Den ganzen Tag hatte ich bas Gefühl, bah ich ihn schon gehört haben muh. Sie hatten boch eine Empfehlung von jemanb, nach bem ich zu fragen vergas), wie er hieh? Antworten Sie?"

Ganz erstaunt starrte sie ihn an, bis sie sich plötzlich erinnerte.

Aus Stobt und Land.

Dietzen, ben 6. Juli 1921.

Hiittenberqer Tracht und Hnttenberger Bauernhaus.

4. Der Ausflug, den bie Hessische Ver­ein igungsürDolkslundecin vergangenen Sonnabend in den Hüttenberg unternahm, und ber bei zur Abfahrtzeit gerade einsehenden Regens halber nicht viele Teilnehmer gesunden hatte, machte auf Dinge aufmerksam, die den aller­meisten ©iehenern selbst nicht bekannt und doch der höchsten Aufmerksamkeit wert sind. In Lang- Göns wurde bie Eigenart des Hüttenberger Bauernhauses gezeigt, die, im Verein mit

22. März 1920 das Verfahren gegen Iagow er­öffnet worden ist. Auch die Beschlagnahme des Vermögens des Herrn von Iagow sei beschlossen worden. Herr von Iagow selbst sei aber damals nicht auffindbar gewesen. Inzwischen habe der Verteidiger des Herrn von Iagow- Iustizrat Gordon, den Antrag gestellt, auf Grund des Amnestiegesei' das Verfahren gegen Herrn von Iagow ein^ufteUen, was aber abgelehnt worden sei. Schlietzlich sei gegen die Stellung einer Kaution in Höhe von 500 000 Mark von der Ver­hängung einer Untersuchungshaft Abstand ge­nommen worden, aber eine erneute Aufhebung des Verfahrens abgelehnt worden. Die Staats­anwaltschaft sei zu diesem Entschluß gekommen, weil ein Fluchtverdacht nicht borgelegen habe. Herr von Iagow wurde darauf im Mai dieses Jahres vor den Untersuchungsrichter geladen, unb er ist dieser Aufforderung auch nachgekommen. Er hat damals fein? Wahimn; als in Potsdam liegend angegeben. Hier glaube ich. bah ein Mangel in dem Verfahren liegt, unb zwar darin, bah der Oeffentlichkeit von dieser Vernehmung des Herrn von Iagow keine Mitteilung gemacht wurde. Dann wäre diese Irreführung der öffent­lichen Meinung vermieden worden. Auf Grund der Aussagen des Herrn von Iagow bei seiner Vernehmung im Mai wurde zunächst noch ein weiterer Zeuge vernommen. Am 9. Mai war die Voruntersuchung abgeschlossen worden, wobei die Akten der Staatsanwaltschaft übergeben wur­den. Roch in ben letzten Wochen gingen An­fragen des Untersuchungsrichters ein. Die Justiz­verwaltung wirb alles tun, um das Verfahren so bald wie möglich zum Abschluß zu bringen. (Beifall bei den Bürgerlichen, Lärm bei der Linken.)

Abg. Radbruch (Z.) betont, nicht die Ehre des belanglosen Junkers Iagow veranlasse die heutige Interpellation, sondern die Aehnlichkeit mit einem anderen Ehrenmann namens Hölz.

Inzwischen ist von den Kommunisten ein Mißtrauensvotum gegen den Iustizminister ein- gebracht worden.

Die Abstimmung über dieses Mißtrauens­votum wird morgen erfolgen.

Darauf vertagt sich das Haus auf morgen vormittag 11 Uhr.

Schluß der Sitzung 7,30 Uhr.

wurf einer- Gebührenordnung für die Tut g'eii der Baupolizeibeamten der Stadt (Sichen. 3. Erhöhung der Anerkennungsgebühren. 4. Festsetzung der Ge­bühren für die Mitglieder der Wohnungskom- mission 5 B scha s rng d? h Isen für dir Reiche, - frauen. 6. Rachträgllch? Kr.bitbcw Iliguag für bie Reparaturen am Haute Reu stabt 22. 7. Herstel­lung einer Wohnung im nordwestlichen Torhaus an ber Walltorsi räße 6. Beschaffung von Er a> schlauchen für die Fmerwehr. 9. '^Tbtreten ber Einricht'ngs egenstä, b? kec Desinse ti n aif a t an die Verwaltung des Kreises. 10. Gesuch brr städtischen Arbeiter um Zahlung eines Vorschußes. 11. Zahlung eines vollen Tagelohnes an bie Ro- standsarbeiter für bie Vor.age an Ostern unb Pfingsten. 12. Rechnung der S abt und des Stabt- erweiterungsfonds 1917. 13. Erhöhung des Mir- glieberbeitrages zu bem Verbanb ber Hil §sch i.en Deutschlands. 14. Voranschlag des Realgymna­siums unb ber Oberrealschule für bas Rechnungs­jahr 1920, hier: Krediterweitrrung. 15. G s ch des Gießener Radfahrer-Vereins 1885 E. V. um Gewährung einer Zuwendung zu dem diesjährigen Gausommerfest. 16. Gewährung von Darte en an Sportvereine, a) an den Männerturnverein, b) an den Sportklub von 1900. 17. Entschädigung der Mitglieder der Stadtverorbneten-Ve'tommtung und der städtischen (Beamten brr Unfällen. lb. Antrag drs Rachlaßverwalters ber Hrichrlheim- schen Stiftung aus Veräußerung der Lombardilchcn Prioritäten. 19. Zuschuß für bas Säuglingsheim. 20 Erhöhung ber Wochenmarktgebühren. 21. Auf­hebung bes Verbots über ben Einkauf von Obst unb Gemüse auf bem Wochenmarkt burch Hänbler. 22. Erhöhung bes Stanbgelbes auf bem Vieh- und Krämermarkt. 23. Erhöhung der Schlachthof- gebühren. 24. Genehmigung b?r neuen Ku" lhaus- orbnung unb bes Kühlhaus-Vertrages. 25. Mit­teilungen. Hierauf nichtöffentliche Sitzung.

Die Erhöhung des Gehaltssatzes auf 30 000 Mark wird einstimmig angenommen. Darauf wird der Rest der Vorlage mit großer Mehrheit an­genommen, ebenso die rückwirkende Kraft bis fum 1. Januar 1921.

Die dritte Lesung des Gesetzes erfolgt morgen.

Darauf werden noch folgende Haushalts- ^tats angenommen: ReichserNäbmngsministe- rium, Rcichsveikehrsministerium. Bei dem Haus­halt des Auswärtigen Amtes werden Anträge auf Schlietzung der Zentrale für den Heimatbienst abgelehnt. Der Ausschußantrag auf eine Um­stellung wird angenommen.

Ls folgt die zweite Beratung des Gesetzes zur Ueberwachung des Verkehrs mit Bost Paketen. Der Ausschuß 'ntrag wird un­verändert angenommen. Schließlich wird das Ge­setz auch in zweiter und dritter Lesung genehmigt.

Da Wehrmachtversorgungsgesetz ?ur Versorgung der Angehörigen des Rcichs- heeres und ber Reichsmarine, sowie ihrer Hinter­bliebenen wird ohne Debatte in dritter Lesung angenommen.

Qlunmebr folgen die vorher zurückgestellten beiden Interpellationen zum

Fall Iagow.

Abg. Dr. Spahn (Z.) begründet kurz die Interpellation der Koali ionsparteien, ist aber auf der Tribüne kaum zu verstehen.

Abg. Dr. Rosenfeld (USP.) begründet die Interpellation seiner Partei. Warum sei nicht wenigstens die Untrrsuchungsha't über He'rn von Iagow verhängt worden? Das Attest eines Hausarztes habe doch keinen Wert, selbst ber , ärmste Arbeiter in Deutschland müße in einem solchen Falle das Attest eines Kreisarztes be= ^schaffen. Die Justiz habe Herrn von Iagow ein­geredet, bah er krank sei. Herr Eulenburg habe , wenigstens so getan, als ob er tränt sei, aber Herr von Iagow übertreffe ihn noch. Er s i m u» lierc Gesunbheit. (Stürmische H?it?rkcit - In Frankfurt a. M. ist der Arbeiter Lehmann tm Gefängnis crblinbet und lahm geworden und em ärztlicher Entlafs-ngsantraq sei unberückßch igt geblieben. Der Minister habe getagt, bie Rürn- berger hängen keinen, sie hätten ihn benn. Ja. Herr von Iagow habe ja gesagt, wo er wohnt, warum fasse bie Regierung benn nicht zu.

Rcichsjustizminister Schiffer: Ich habe im Falle Iagow Zurückhaltung üben müften, weil es ''ch um ein schwebendes Versah ei banbet'e Wenn man bie Worte Iagows in gutes Deutsch überseht baß er seit März 1920 nicht krank gewesen sei so heißt baS: Wie kommt ber Iustizminister beim mich e ls krank zu bezeichnen Ich bin e n vollständig gesunder Mann unb der Minister hat meinen tet- denden Zustand r.ur h'rvorgehoben. um die Un­tätigkeit und die Unfähigkeit der Justiz zu ver- decken. Darin liegt eine grobe Verhöhnung der Justiz. Tatsächlich spielt aber der Gesundheits­zustand deS Herrn v. Iagow in dem Verfahren eine große Rolle, denn wenn er sich jetzt auch als einen kerngesunden Mann hinstellt, so hat doch sein Verteidiger, zu dem er wohl halten wird, ihn als einen schwer leidenden Mann hinstellen lassen Aus den Akten geht hervor, dah Iagow in der Jugend eine schwere Tuberkulose überwunden hat, deren Folgen aber immer) «noch vorhanden sind, so daß diese Krankheit leicht zu jeder Zeit wieder akut werden kann. Dazu kommt nach den Akten noch eine Leberanschwellung, ferner ein akutes Gallen- blasenleiden und anderes. Während seiner Unter­

geschaffen.

Wettervoraussage für Donnerstag: Vorwiegend heiter und trocken.

bürg und Geheimrat Prof. Dr. Friedr. Panzer in Heidelberg Vorsitzender der Gesellschaft. Er ist durch vorzügliche Arbeiten über ben deutschen Unterricht bekannt geworden. Die Gesellschaft will in weiten Kreisen Anteilnahme an Fragen der Erziehung und des Unterrichts wecken und fördern. Männer und Frauen fast aller politi­schen Parteien haben sich in ihr zusammengefun­den zu gemeinsamer Arbeit an dem klar er­kannten Ziel: der Erziehung unseres Rachwuchses zu bewußtem Deutschtum. Das Deutsche im wei­testen Sinne: deutsche Literatur und Sprache, deutsche Kunst, deutsche Geschichte, deutsche Volks­kunde, Kunde ber beutschen Lanbschaft, das ist es, was in den Mittelpunkt unseres erziehenden Unterrichts gestellt werden soll. Dem Heran­wachsenden Geschlecht soll in erster Linie nicht ein Wissen übermittelt werden, sondern die g ein Wissen übermittelt werden, sondern die ge­nannten Unterrichtsgegenstände sollen dazu die­nen, Verstand, Gemüt und Willen, also den ganzen jungen Menschen, gleichmäßig zu bilden. Mit anderen Worten, die deutsche Kultur soll die Grundlage bilden für die Erziehung unterer Kinder. Dabei bestehen keinerleiphantastische Ansichten" über dieOriginalität" unterer deut­schen Kultur, ebensowenig wie über die reine Ur­sprünglichkeit jeder anderen hohen Kultur. Unter der durch das Thema gegebenen Beleuch­tung wird Direktor Bojunga über die Ziele der Gesellschaft sprechen, deren Gründung zum qrohei Teil fein Werk ist.

* Amtliche Pcrsvnalnachrich. ten. Am 25. Juni 1921 wurde der Forst­meister der Oberförsterei Grebenhain Wil­helm Lipp zu Grebenhain in gleicher Dienst-' eigenschaft in die Oberförsterei Aiddo ver­setzt. Erledigt sind die Stellen der Vor- stände der Obersörstereten Grebenhain, DvrrnS unb vom 1. Januar 1922 ab der Oberförste­reien Eberstabt, Langen unb Eudorf.

** Gin Einbrecher H ft genom­men. ber Racyt zum verflossenen Montag wurden in Großeu-Duseck mittels Einbruchs fünf Gänse und ein Fahrrad gestohlen. Gestern gelang es nun der hiesigen Polizei, den Dieb in der Person eines Jakob Rüser aus Worms, der sich stellenlos in der hiesigen Gegend umhertreibt, feftzunehrnen. Vier Gänse und das Fahrrad wurden noch in seinem Besitz vorgefunden und konnten dem Eigentümer wieder zurückgegeben werden.

" Zuckerbezugsschein c. Dte Gewerbe­treibenden werden erneut daraus hingewielen. ihre Zuckerbezugsscheine für Monat Juni bis spätestens 8. ds. Mts. auf dem Lebensmittclamt, Zimmer 8- in Empfang zu nehmen, andernfalls verlieren fie ihre Gültigkeit.

** Heberfeetctegramme zu hal­ber G e h r sind vom 1. Juli an wieder zugelassen. Die Telegramme müssen ganz in offener Sprache abgefaht sein unb dürfen Ziffern. Handelszeichen und abgekürzte Aus­drücke nicht enthalten. Zahlen mässen ganz tu Buchstaben ausgeschrieben fein. Heber die wei­teren Bedingungen und die Ausdehnung des Verkehrs geben die Telegraphenanstalten Auskunft. Die Telegramme können den Draht- Weg oder den Funkweg benutzen, werden aber erst nach den gewöhnlichen vollbezahlten Tele­grammen und nach den Pressetelegrammen befördert.

** Der 3 Ordentliche Verbands- tag der Polizeibeamten Hessens fin- bet am 2. August ö. I in Gießen tm Hotel Ein­horn statt, wozu bic -Vertreter ber Gendarmerie unb Schutzpolizei eingeladm werben

Lichtspielhaus Der Henny-Por- t e n - I i l mDer Schirm mit bem Schwan" läufi nur noch heute (Mittwoch).

Borrrotizerr.

Lageskalender für Mittwoch. Stadttheater. 7 Ahr. Gastspiel des Mainzer Stadttheaters: Der letzte Walzer. Lichtspiel­häuser: Wie gestern.

Gießener Hochfchulgesellfchaft. Aus der ordentlichen Hauptversammlung der Go- sellschast (Sonntag ben 10. Juli) hält Herr Prof Dr. G. So denwaldt einen Vortrag: 2>er Ausbrucksgehalt in der antiken Plasti l". Der Vortrag findet um 11 Uhr pünkt­lich int großen Hörsaal 7e; Universität statt. Zu dem Vortrag haben Gäste freien Zutritt.

Der Verein für Luftfahrt tn Gießen veranstaltet am Freitag den 8. Juli, 81/2 Ahr, im großen Hörsaal deS physikalischen Instituts, Stepdanstraße 24, zwei Vorträge mit Lichtbildern: Flugzeugführer Leutnant der Re­serve. ftub. meb Zechmcister gibt einen Heberblick über bas beutsche Flu.-jwcsen unb seine Entwick­lung : Pros W. König spricht über: »Fragen bes Gleit- unb Degclstuges".

Gesellschaft für beutsche Bil­dung (Ortsgruppe Gießen). Rächsten Freitag, den 8. Juli, abends 8* \ Hhr, to'rb Oberftubien- direktor Dr Klaubius Bojunga im großen Hörsaal der Hnivcrsität überSchule uni Volkstum" sprechen. Direktor Dr. Bojunga ist neben Geheimrat Prof. Dr. E. Elster in Mar-

auf Donnerstag, ben 7. Juli, nachmittags 5 Hhr mit folgenber Tagesordnung anberaumt: 1. Bau- fachen: a) Baugesuch des Edmund Richter für

der Hüttenberger Tracht und dem Hütt-rnbcrger Rationalstvlz bekräftigen, bah ber Huttenberg einen eigenen Hnterftamm ber Franken umschlos­sen haben muh Auf bi? in sich geschlossene Hof­reite. wie vor allem auf bas charakteristische Hof­tor, bas an sich schon ein Kunstwort ist unb bas nur im Hüttenberg vortomml. wurde aufmerksam gemacht. Es wurde als wahrscheinlich htngestellt, dah das Haus mit diesem Hoftore ursprünglich das Haus des Bauern dargestellt hab«, während das Haus ohne dieses das des Taglöhners unb Handwerkers gewesen fei. Auch auf die neuzeit­liche Erweiterung des Hauses (Heberbau des Hos- torcs) wurde hingewiesen. Aber zugleich wurde auch darauf aufmerksam gemacht, wie die Rahe der Bahn und Stadt ungünstig, in Lang-Göns auf das Fachwerkhaus (Bewertung) und das Hostor (eintöniger Anstrich) eingewirkt habe. Also vor­bereitet zog die kleine Schar in die beiden Dörfer des Hüttenberges, die in Haus und Tor sich bie alte Eigenart am besten bewahrt haben, Rieder- k l e e n und Oberkleen. Hier herrscht noch heute die Farbe unb der Bewurf fehlt. Es war für viele Teilnehmer etwas wie eine Offenbarung, als sie solche wundervollen alten Fachwerkhäuser sahen, wie das des Gemeindevorstehers aus 1620 in Rie- derkleen oder das gant »mziqartige ..Haus mit ben Herzen" aus 1691 in Ober leen. HnS m nch?r bat sich gefragt, warum in Gießen diese Schönbeiten deutscher Baukunst, die, wenigstens auf dem Lande weit herum, nicht ihresgleichen haben, so un­bekannt sind. Aber daneben fallen noch viele an­dere Häuser in die Augen. An einzelnen Stellen in Oberkleen hatte man direkt das Gefühl, als schritte man durch ein Dorf aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. War in Lang-Göns Pfr. Schulte der Führer gewesen, der geschichtlich und volks­kundlich in die Sache einführte, so war hier Prof. Rauch der Erklärer, der in äußerst anregender Weise nun zeigte, tote diese herrlichen Bauten

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