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Dr. Rathenau über den Wiederaufbau.

dieser Beziehung kann er seine Aufgabe nicht er­füllen. Der Strom wird gestaut, aber nicht ge­hemmt. Die Nebenwirkung hat der Index außer­dem, daß er bei jeder der aufeinanderfolgenden deutschen Regierungen Zweifel auslösen muß dar­über, ob es wünschenswert sei, die Einfuhr und Ausfuhr zu steigern oder sich mehr und mehr aus die Dinnenwirtschaft zu konzentrieren. Die einzige Funktion, die der Index restlos erfüllt, ist die, daß er unsere Zahlungsmengen vergrößert. Doch er ist nicht das Mittel, das unseren Gegenkontrahenten und den mit uns leidenden Böllern nützen kann. Es ist das Verdienst der französischen Staatsmänner daß sie diese Wirkung erkannten. Trotzdem sind gerade in Frankreich die Tendenzen sehr lebendig, die darauf hinzielen: Laßt nur den Goldstrom kommen, er wird alles heilen. So sind

die Verhandlungen in Wiesbaden

rung flieht in Massen westwärts. Die über die Grenze gegangenen Insurgenten-Ver- bände stehen, regulär zusammengefaßt, hinter der Grenze und hallen dort militärische Hebun­gen ab. Die im Aufstandsgebiet zurückgeblie­benen Insurgenten und Hallersoldaten sind nur bis zum 17. Juli beurlaubt; auch be° ziehen sie ihre Löhne weiter. Es ist ihnen aufqegeben worden, sich für einen baldigen Ruf bereit zu halten. Alle diese Anzeichen deuten auf einen drohenden vierten polnb» schen Aufstand hin, der am 10. Juli durch einen Generalstreik eingeleitet werden soll.

mögen sie es wollen oder nicht.

Es ist nicht zu verhehlen, daß von den Bewohnern dieses Planeten 3M Millionen als Konsumenten ausgeschaltet sind. Es ist nicht zu verhehlen daß durch die Geschehnisse dieses Krieges und durch eine Folgen eine Umschichtung unter der Bevöl­kerung stattgefunden hat, die l e i d e r a l l z u chwer den Ständen der Intelligenz m i t s P i e l t e. die dadurch aus dem Konsumkreis ausgeschieden sind. Eine Umstellung des Produk­tionsprogramms der Welt wird hierdurch er- orderlich, eine Umstellung, die nicht in wenigen Zähren vollzogen werden kann.

Wenn wir diese Uebersicht der Gebunden­heiten an uns vorüberziehen lassen, so sollten wir glauben, daß keine Minute des europäischen und Weltlebens verloren ginge, in der nicht die Sachverständigen und Kenner des Wirtschafts­lebens der Welt zusammentreten, sich begegnen und von früh bis spät beraten, wie diese Krank­heit zu heilen sei. (Sehr richtig!) Geschieht das» Wenig ist davon zu sehen. Die wahre Sicherheit der Rationen und

ihm behandelten großen Ausgaben aus denk Staatsdienst auszuscheiden. Seine Be­rufung in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank trete erst von dem Zeitpunkt des Ausschei­dens aus dem Staatsdienst in Wirksamkeit.

Die Steuerpläne der Regierung.

In Meldungen derDeutschen Allgem. 3tg. aus Oppeln wird der polnische Rückzug in Oberschlesien als eine Komödie be­zeichnet. Nachrichten über die Bildung pol­nischer Banden hinter den Linien der alliier­ten Truppen treffen immer mehr ein. Tags­über verhalten sich die Banden, die in den Wäldern vxrsteckt sind, ruhig. Nachts Über­fällen sie die Häuser der Deutschgesinnten, verschleppen die Deutschen, plündern und rau­ben. In den Wäldern um Gleiwitz wimmelt es von schwer bewaffneten Insurgenten. In den Kreisen Rybnik und Ratibor haben sie in einer Reihe von Ortschaften wieder die Ge­walt an sich gerissen. Die deutsche Bevölke-

Deuthen, 5. Juli. (WTB.) Die Nacht ist im allgemeinen ruhig verlaufen. Unter hem verschärften Belagerungs­zustand wird die Strahenaufsicht auf das strengste durchqeführt. Der Straßenver­kehr ist von 6 Uhr abends bis 6 Uhr früh verboten. Niemand darf die Stadt auf der Eisenbahn oder mit der Straßenbahn ver­lassen. Bei den gestrigen Vorgängen in der neuen Kaserne wurde ein französischer Ba- taillonSkommandeur durch Kopfschuß getötet und ein Sergeant verletzt. Auf deutscher Seite wurden vier Mann und ein Schulmädchen getötet. Die Zahl der Verwundeten steht noch nicht fest. Gestern abend wurde das deutsche Plebiszitkommissariat in Beuthen von den Franzosen durchsucht. Einzelheiten sind dar­über noch nicht bekannt. Der Redakteur der Morgenpost- in Königshütte wurde ver­haftet und nach dem Lager von Neuberun verschleppt. Die deutschen Parteien unb_ die Gewerkschaften mahnen die deutsche Bevölke­rung dringend, weiter Ruhe zu bewahren und alles zu vermeiden, was der deutschen Sache schaden könnte. Der KreiSkontrolleur und der Militärkommandant Beuchens" warnen durch öffentliche Anschläge vor Zusammenrottun­gen, da Ansammlungen gewaltsam ausein­andergetrieben werden würden.

(Ein Stimmungsbild aus Oberschlesien.

Der nette italienische Minister des 9! nswärtiaen.

Herr Zoh. Balch. R o l l in Gießen sendet uns folgende interessante Notiz:

Ein GeschäftSfteund von mir. aus dem Kreise Ratibor (Oberschlesien) schreibt mir unterm 2. Juli unter anderen geschaflllchen Mitteilungen folgende wortgetreue Schllde- nma aus dem ÄufstandSgebiet:

Wir waren 7 Wochen lang unter dem furchtbaren Terror zügelloser Horden und Koben schreckliche Tage verlebt. Jetzt sind die Banditen abgezogen, und man kann weniq- stenS wieder frei aufatmen. In der Nacht vom 12. auf 13. v. M. tobte 2 Stunden lang schweres Artilleriefeuer. Das Bahnhofs­gebäude erhielt 2 Volltreffer. In meinerWoh- nung sind viele Gegenstände zertrümmert wor­den.^ Der Schaden beträgt ca. 3000 Mk. Auch 6 Kisten Zigarren gingen dabei zu Mus, vermischt mit Putz und Staub. Haussuchungen und Erpressungen seitens der Banditen waren an der Tagesordnung. Trotz tiefstem Versteck haben sie 10 Kisten Zigarren gefunden. Hohe Kontributionen wurden erhoben. Mir wur­den 5000 Mk. bei Vermeidung so­fortiger Verprüqelung aufgebrummt. Ich bin fünfmal abgeführt worden. Was das bei den Horden bedeutet, können Sie sich nicht vorftellen. Alte angesehene Leute sind furcht­bar verprügelt worden. Die Schrecken schreien zum Himmel! Deutschland hat sich sehr versündigt, daß es nicht sofort die Räuberbanden an­griff und aus Oberschlesien hinauö- warf. Die armen Deutschen in Oberschlesten haben schrecklich gelitten. Schon allein die gemeine Prügelstrafe und der brutale Raub ieseS deutschen Landes sowie die offensicht­liche Unterstützung der Banden seitens Kon- areßpolens und besonders der Franzosen mußte jede Rücksicht beiseite schieben. Lloyd George hatte eS ja den Deutschen ziemlich genau angeraten. Aber Rathenau lieh sich in Wiesbaden gehörig einseifen und stieß Lloyd George vor den Schädel. Am b.Mai passierte hier schon der erste Panzerzug aus Leblin, und ich sah am 5. Mai zahlreiche Kisten mit Munition aus Warschau. Am 8. Mai traf mein Nachfolger aus Krakau ein. Am 5. Mai wurden hier 2 Wagen, ge­füllt mit wertvollen Postpaketen, vollständig ausgeraubt. Am 10. Mai ist ein Eisenbahn­zug mit deutschen Flüchtlingen ausgeraubt worden. Diele wurden zu Tode ge- p r ü g e l t und der Rest interniert, selbstredend erst ausgeplündert. Die Front war 6 Wochen lang ca. 3 Kilometer von meiner Wohnung entfernt. In jeder Nacht wurde gekämpft; immer hofften wir auf den Durchbruch seitens der Deutschen. Aber die tapferen Leute durf­ten ja nicht, auf höheren Befehl!"

Aus dem Reiche.

Rücktritt des Ltaatssekretärs Bergmann.

Berlin, 5. Juli. Blätter erfahren von zuständiger Stelle: Der Staatssekretär Berg­mann beabsichtigt nach Erledigung der von

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die wahre Sicherheit des Weltfriedens aber beruht nicht auf individualistischer Grund­lage sie beruht auf dem Gefühl der Verflochten, heit sämtlicher Glieder der Welt zu einem Ganzen, und die Welt wird dann am sichersten und ge­sündesten sein, wenn die Lebensnotwendigkeit eines jeden erkannt toirb,* und wenn es niemanden mehr gibt, der gegen die Lebensnotwendigkeit des kleinsten und größten Volkes im individua­listischen Streben verstößt. (Sehr richtig!) So hat sich in den meisten Geistern unter denjenigen Na­tionen, mit denen wir im Kriege lebten, der Ge­danke festgesetzt, es könne ein Goldstrom ent­springen, gestaut und gefangen werden, der, von Deutschland ausgehend, alle anderen zur Ge-

Auf eine Anfrage des Abg. Kunst er (K., wegen der Beratung des Valtikumaben- teuers und der strafrechtlichen V'rfolgunz des Grasen von der Goltz und des Leutnants Roßbach wird regierungsseitig erwidert, dei Graf habe im Auftrage der Reichsregierung ge> handelt und sich den Anoronungen niemals totber- setzt.

Auf eine Anfrage w^gen des g'ferwidnaen Transportes des äl-Voot-Leutnants Boldt nach Leipzig wird erwidert, der Vor ab habe An- lab fair Anstellung von Ermittlungen gegeben, die noch nicht abg s hl s en seien. Dir Antwort werde schriftlich gegeben werden.

Es folgt d'e Interpel ation der Koalitions- Parteien über den Stand des Verfahrens gegen Herrn v. Iagow und der Unabhängigen über den­selben Fall.

Die Interpellation wird noch heute erledigt werden.

Die Interpellation des Zentrums über bie Verlehrsnot im Kreise Monschau w rd inner­halb der gesetzlichen Frist bean'wortet werden.

Eine Reihe klernerer Vv'lagen wird sodann den zuständigen Ausschüssen überwiesen, bzw. an- genommen.

Es folgt die zweite Beratung des Entwurfes über die Gewährung von

Beihilfen an die Rentenempfänger aus der Angestelltenversicherung.

Hierzu liegen eine Reihe von AbänderungS-- anträflen der Koalitionsparteien vor. Die Ver- sicherungsgrenze soll von 15 000 auf 30 000 Mk. festgesetzt werden. Es sollen drei neue Klassen im Versicherungsgeseh für Angestellte geschaffen werden. Klasse K mit einem Einkommen von 500010 000 Mk. und 33 Ml Beitrag. KlaffeL mit einem Einkommen bis 15 000 Mk. und 40 Mk. Beitrag und Klasse M mit einem Einkommen über 15 000 Mk. und 43 Mk. Beitrag. Das Gesetz soll zum Tell auf den 1. Januar 1921 zuruck, datiert werden.

Abg. Lambach (Deutschn.) betont, daß die Novelle zum Angestelltenversicherungsgefeh auf diese Weise Gesetz werden solle- denn der Antrag sei identisch mit dem Kern der Vorlage. Im Ausschuß zur Beratung des Versicherungsgesetzes sei zunächst infolge des Widerspruches der An- gestellten die ganze Vorlage gescheitert, anderer- seits aber sei es den Sozialdemokraten gelungen, das Ziel ihrer Wünsche, die Ausdehnung der Versicherungspflicht, in diesen Rentengesetzentwurf hiuewzuschmuggeUi. -ve-

Deutscher Reichstag.

131. Sitzung, nachmittags 1 Uhr.

Berlin, 5. Iuli 1921.

Haus und Tribünen sind bdi Beginn dei Sitzung nur schwach besucht. Aus der Tagesord- nung stehen zunächst Anfragen.

Auf eine Anfrage des Abg. G r ä ,"(D'fchntl.> wegen der schweren Gefährdung des AnsebenS der deutschen Gcrichtr durch wid re licheö Brr- halten der Qlngellagten, wie z. B tm P r o * e t Holz wird regierungsseitig erwidert, daß diest Frage bei der allgemeinen Reform des Straf­rechtes mit zu prüfen sei.

Aus Hessen.

rm. Darmstadt, 6. Iuli- Bei der Kam­mer sind verschiedene Regierungs­vorlagen, darunter eine solche über die Neckarkanalisierung und den Ausbau der Neckarwasserkräfte, über die Abänderung des Volksschulgesehes sowie über die Erstreckung des Finanzgesetzes für 1921 eingraufen Ein Antrag der Abg H a 11 e m e r und Knoll fordert Die Erhöhung der Pflegesätze für die Wa tf en kl n - der Ein Antrag So Herr wünscht Aufhebung der Zollerhöhung bei Ausfuhr von Flaschenwein vom besetzten in das unbesetzte Gebiet. Derselbe Abgeordnete fragt wegen Ueoernahme von Lehr­kräften an Privatschulen an. Der Abg. Herbert beantragt die vierteljährliche Bor auszah- lungderGehaltsbezügeandie hessischen Beamten im Falle der bargeldlosen äleberwelsung.

entstanden. Ich darf sagen, daß sie in der ab­gelaufenen Woche durch Vertreter, die ich ent­sandte. fortgesetzt wurden, und daß sie fort- schieiten, zwar langsam, entsprechend der großen Schwierigkeiten der zu behandelnden Gegensätze, aber mit Stetigkeit, und daß sie die äleberzeu- gung in uns erwecken dürfen, daß von der Gegen­seite der Wunsch gehegt wird, mit uns em Leistungsprogramm zu vereinbaren, an­stelle eines Zahlungsprogramms. (Bravo!) Es ist ferner zu hoffen, daß den großen Staat jenseits des Ozeans seit gestern em hof­fentlich ewiger Friede mit uns verbindet (Bravo!), und daß dieses Land, dessen Schwert auf die Wagschale ebenso entscheidend gelrc cn ist wie ferne Feder bei dem Derantwortlichkeitsgefühl. das feinen Bürgern innewohnt, erkennen wird, daß die Zustände nicht geheilt werden kön­

ne i wenneinKomplexvondrrRicsen- größe Europas sernbleibt. (Sehr rid)agl) Nur wenn wir erkennen, daß die Dinge, die uns auferlegt sind, ein ganzes Land fordern und ein ganzes Voll, nur wenn die Erkenntnis best.hen bleibt die sich ausdrückte in den Worten des Herrn Jung, der ergreifend sprach von der Un- verbundenheit des Westens, zu der ich auch nen­nen möchte die unverbrüchliche Verb 'ndenheit des Ostens (Bravo!), nur wenn diese Erkenntnis uns bleibt sind wir imstande, die Lasten zu tragen, bie uns auferlegt sind. Dann aber werden wir sie tragen Wenn Deutschland zusammengeschweißt wird sei es durch Not, sei es durch schwere Iahre, so ist'dieses Sobdaritätsgefühl, dieses Verwachsen- heitsgefühl zwischen Landesteil und Landesteil, zwischen Ständen und Ständen ein unvergänglicher Schatz, der zu teuer nicht bezahlt werden kann.

Ur. 155

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5 - einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mari.5 75 eim'chließlich Bestellgeld, 'lern'prech - Anschlüsse: ttrdieSchriftleitung 112; tot Druckerei, Verlag und töeschtflsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: »«Zeiger Lietzen, poßscheckkonlo:

Sreimirt a. M. 11685.

aufgebracht werden.

Reichsbesoldungsgesetz.

Berlin, 5. Juli. (WTB.) 3m Reichs- tagsausschuß für Beamtenangelegen­heiten wurde die zweite Lesung der AuS- führungSbestimmungen zum Besoldungs­gesetz fortgesetzt und mit einigen Aende- rungen erledigt. Es wurde bestimmt, daß daS Diätariendienstalter der Beamten mit Hoch­schulstudium beginnt; wenn ein Hochschul­studium von drei Jahren vorqeschrieben ist, soll das Diätariendienstalter mit dem 1. Ja­nuar des auf die Ablegung der Prüfung folgenden Jahres beginnen. Sodann wurde eine Entschließung von Abg. Breunig (Ülnabh.) angenommen, wonach für die Be­amten mit eigenem Hausstand, die infolge des Krieges gezwungen sind, ihren bisheriger Dienstort in abgetretenen oder besetzten Ge­bieten zu verlassen, für die Zeit der Füh­rung des doppelten Haushalts eine Regelung getroffen werden soll, durch welche die Schä­digung vermieden wird.

funbung führt.

Wir Deutschen sind verpflichtet durch unsere Unterschrift und durch die Ehre unseres Namens, den wir unter Verträge setzen. Wir werden erfüllen und werden bis an die Grenze unseres Könnens gehen, um die Ehre unseres Namens zu wahren, der als Unterschritt unter den Verträgen steht, deren Verbindlichkeit wir betonen, auch wenn sie nicht unseren Wünschen entsprechen. Das hindert uns aber nicht, offen davon zu sprechen, daß die Formen, in denen die Erfüllung von uns verlangt wird, nicht dem Kraftzustand des Landes entspre­chen. und daß sie nicht unseren deutschen Ver­hältnissen angepaht sind. (Sehr richtig!) Wir tonnen nur zahlen mit der Arbeit unserer Hande und unseres Geistes und'werden es redlich tun. Wollen wir vier Milliarden in Arbeitswerten zahlen, so haben wir die zu verbinden mit sechs Milliarden Stoffen. So erreicht die Ausfuhr, die erforderlich ist, um vier Milliarden Arbeit zu exportieren, den Betrag von 10 Milliarden Ein solcher Betrag ist nahezu so groß, wie unsere ganze Friedensausfuhr war. Ein solcher Betrag kann nicht auf Mäckte geleitet werden, ohne daß dadurch schwere Wirkungen ausgelöst werden bei allen Nationen der Erde. (Sehr wahr.)

Der Index hat rnehrererlei Funktionen. Er soll einerseits sein ein Wahrzeichen der deutschen Entwicklung im Sinne einer Besserung. Die zweite I Funktion war offenkundig die. daß er den Dum­ping Influh. d. h. das Ausströmen der Waren auf dem Markte der Welt, hemmen sollte. Auch in

Hamburg. 5. Iuli. (WTB.) Der Ham­burgische Ausschuß für den Ausbau der Friedenswirtschaft hatte die Vertreter der Presse anläßlich der Tagung des Reichsverbandes der deutschen Presse zu einem Gesellschaftsabend, an dem die Spitzen der Hamburgischen Behörden und des Hamburgischen Handels teilnahmen, nach dem Parkhotel an der Flottbecker Chaussee etn- gelaben. Bei dieser Gelegenheit machte Minister Dr. Rathenau u. a. folgende Ausführungen:

Cs ist kein Land, das heute nicht verschuldet wäre, mit Ausnahme jener großen Reiche ien- seits des Ozeans. Der Generalgläubiger der Welt ist Amerika, der Generalschuldner Deutschland, und zwischen ihnen eingeschaltet, sind somttiche Nationen gleichzeitig als Schuldner und Gläubi­ger jeder dem anderen verpflichtet und ver­bunden. (Sehr richtig!) Weiterhin aber sind die Länder verflochten durch die Entwertung ihrer Geldmittel. Sodann sind die Staaten unterein­ander verknüpft durch den Begriff des Wieder­aufbaues, dessen alle bedürfen. Zerstört sind alle in ihrem wirtschaftlichen Lebern von der äußeren Zerstörung der sichtbaren Guter, von der Zerstörung der Städte und Landschaften aus­gehend. bis zur Zerstörung des Unsichtbaren des Kredits und der Beziehungen der wirtschaftlichen Zusammenhänge. Diese Vernichtung schweißt die Nationen zusammen zu einer

Interessen- und Notgemeinschaft,

Berlin, 6. Iuli. Das Reichskabinett hach den Blättern'zufolge, seine Beratungen über die Oteuerfraoe gestern abgeschlossen. Der Reichskanz­ler Dr. Wirth, wird heute dem Reparationsaus- schuh des Reichswirtschaftsrats und nachmittags voraussichtlich auch in der Plenarsitzung des Reichstages über die Finanzlage des Reiches und das Steuer- und Reparationsproaramm sprechen. DieVoss. Ztg." teilt mit, daß sich der Gesamt­betrag, der jährlich durch bestehende, erweiterte oder neue Steuern aufgebracht werden soll, aus etwa 80 Millionen Papiermark be­läuft. Diese Summe soll etwa zur Hälfte durch direlle, zur anderen Hälfte durch indirekte Steuern

erftes Blatt _ M- 3«l>rgang

GietzenerAnMger

General-Anzeiger für Gberheffen

Paris, 5. Juli. (WTB.) DerFi­garo" schreibt: Wie sein Vorgänger, so halte auch Marquis della Torretta den Anschluß Oesterreichs an Deutschland für eine schwere Gefahr für Italien. Er gehöre nicht zu denen, die in der Consulta die Tradition des Dreibundes wahrten. Er werde wahr­scheinlich die VersöhnungSpvlittk des Grafen Sforza im Orient und in Oberschlesien fort­setzen und auf die Verstärkung des italieni­schen Einflusses in Mittel-Europa hinarbeiten. Der neue Minister habe seine Karriere zum Teil in Rußland gemacht, wo er sich 18 Jahre, zuerst als Attache und dann als Botschafts­sekretär und schließlich als GeschästSttäger auf­gehalten habe. Er sei also Spezialist für russische Fragen.

ImOuevre- wird gesagt: Marquis della Torretta, den man oft in Paris gesehen habe, sei für die Alliierten immer ein loyal geschickter Mitarbetter von sehr offenem Ver­stand gewesen. Seine Ernennung werde in Paris und London mit aufrichtigem Ver­gnügen ausgenommen werden.

DieEre nouvelle" schreibt: Mar­quis della Torretta werde wie sein Vor­gänger eine Politik des europäischen Wieder­aufbaus auf der Grundlage eines engen Einvernehmens mit Frankreich be-

Mittwoch, 6. Juli 1921 Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummtr bi» -um Nachmittag vorher ohne jebe VerdinblichkeU. preis für l mm höhe für Anzeigen v 94 mm Breite örtlich 40 Pf , auswärts 50 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite l80Pf Bei Platz- voflchrift20° n2luf|d)lag. Hauptschriftlciter: Aug. Goetz Derantwortuch für Politik: Aug. Goetz; für ben übrigen Teil. Dr. Remholb Zenz; für den Anzeigenteil: Hans Beck, vr« un<> Verlag: vrühl'sch. Unw.-Vuch- und Steinbruderei N. Lange. SchrW-lNmg. S-,chä,.-stell- nnd vruck-r-I: Schulstrahe 7.__I-m,Uch