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Aus Hessen.

fnr T <n m ü a b t, 3. Ju.li Tic Bergungen ves Finanzausschusses 'des Hessischen ^mbtages tarnen heute vormittag mit der erstmaligen Tutch- bemhmg des Haupt Voranschlags |um Schluß. Tann rtTurb'* in btf Beratung mir der Negierung eingetreten. Zu Beginn stellt- der Finanzministtr einige Ergänzungen zu dem Boran schlag in Aus­sicht. Bei Besprechung der X)ut»rationte» rung wirb bic Regierung ermächtigt, die Ver- orvnung, soweit dies angängig, nur noch für Min­derbemittelte in Anwendung zu bringen. Bei Ka- fepitel 8 Landestheater rottfc die Beabsich- tigung der DiLeLhertichtung unb der Ausbau ves Interimscheaters besprochen und mitgeteilt, daß Verhandlungen mit der Stadt Tarmstadt ge­pflogen werden, nach welcher bic mit etwa 000 O(XJ Marl veranschlagten HerstellungsloNen von der Stadt Tarmstadt getragen werden. Kapitel 7 Bad-Nauheim rfnbet ohne Aussprache Er­ledigung In Kapitel 109 stellt tu Negierung eine Vorlage über die "Neuorgani'ation des Bau­wesens in Sicht unb soll eine Aussprache hierüber später stattfinden. Nächste Sitzung Tienstag »or- mittog.

Neuregelung öes Lohnabzugs

Bei Einkowrnen bis 24000 9)t a rf keine Veranlagung mehr.

Tie neuerdiiigs durch die Tagcsprcsse gehenden Mitteilungen über eine geplante Neuregelung des Steuerabzuges vom Arbertset»kom- men bedürfen einer Ergänzung und RttttirgUel- lnng. Tatsaclx ist, daß die sfinanzvernmltung be­absichtigt, die Besteuerung des Arbeits­einkommens demnächst auf eine ankere Grund­lage M stellen, und zwar soll versucht werden, eine vereinfachte Handhabung des Äbzugsverfahrens möglichst schon ab 1. Juli 1921 ein treten zu lassen. Es handelt sich im wesentlichen darum, das bisherige Berfahren, das bei allen Lohn- und Gehaltsempfängern eine spätere Abrechnung (Veranlagung) bedingt, in die endgültige Abtragung der Steuerpflicht für das Artettsern'kvnünen gleich cm der Ouelle (bei der Lohnans'zachlnng' umzmoandeln. Tie Vorverhandlungen, $u denen Arbeitgeber- und ArLeitnelTmerkreise hinzugezogen imirben, stellen, mc wir hören, vor dem i'ldschluß, uiti) es wird ui der allernächsten Zeit eine Novelle zum Einlom- mensteuergesetz den gesetzgebenden Körperschaitn zu- gshen Turch die vereinfachte Besteuerung des Arbeitslohnes soll erreicht werden, daß 'bei 'Ar­beitseinkommen unter' 24 000 Mark (Löhn oder Gehalt einschließlich aller Nebenbezüge- kerne Veranlagung wehr nötig sein wird. Das wird schon deshalb leicht erreicht werden, weil die gesetzlichen Versicherungsbeittäge, weiterhin die sich aus 8 13 des Einkommensteuergesetzes ergebenden Steuerfreien Posten (z. B. Lebensversicherungs-, Gterbekassenbeittäge, Beiträge für Berufsvereini­gungen usw.) und die sogenannten Werbungs­tasten Fahrgeld Arbeitskleidung usw - in Zukunft mit einem Pauschalbetrag voraussichtlich 1800 Mark jährlich abgegolten werden sollen. Eine Veranlagung wird berat nur nach forderlich »fein, wenn dieser Pauschalbetrag wesentlich "über* schritten Wirt», ober wenn ein Arbeitnehmer durch besondere wirtschaftliche Notstände, wie Krank- ''beiten in der yanrilie, Unfälle usw. in mißliche Verhältnisse geraten ist. Eine weitere Erleichterung für Löhn- und Gchaltsempfänger ist in Fällen geplant, in denen mittellose Angehörige vom Arbeitnehmer unterhalten werde müssen. Für diese wird gleichfalls ein bestimmter Betrag von der Steuer in Abzug gebracht werben können, lieber die Sätze für Werbungstasten, persönliche Steuerfreiheit, das bisherige steuerfreie Existenzminimum usw. läßt jich vor Ab­schluß der Beratungen nichts Endgültiges sagen. Im wesentlichen dürfte aber die Höhe der bis­herigen Sätze unverändert bleiben. Tie geplante Umstellung des Al'znqsversahrens besteht also ledig­lich darin, daß nicht mehr vom Einkommen -Lohn öder Gehalt' entsprechende Teile vom Abzug be­freit werden, sondern daß von sedeni Brntrover- dienst zunächst 10 Pw». errechnet und von bteTem Betrag die durch die Novelle festzusetzenden Ab­schläge (b. b. die steuerfreien Trile) gekürzt werben.

Tie bisher dem Arbeitgeber obliegende Feststellung, welche Beträge vom Löhn oder Ge­halt abzugsfrei zu belassen sind, fällt künftig fort. Tas wird in SuEintft Sache der Behörde sein. Tem Arlieitgeber wird künftig nur der glatte Betrag des Mschlagcs bekwmtgegeben werden, den *r von dem lOprvzentigen Lölnrteil abzuseyen l>at.

lieber die Einzelheiten tes Verfahrens Näheres mftzuteilen, ist im gegemvärttgen otabium nicht mögt ich: wir werden ims damit noch eingehender beschäftigen. Soviel ftebt jedenfalls fest, daß für alle Beteiligten sBehörde, Arbeitgeber und Ar­beitnehmer) durch bic Neuregelung des Lotmad- zuge-o weenttide Erleichterungen erstrebt und aller Wahrscheinlichkeit nach auch rr.ueli werde» Tie aui 'diese Weise ersparte Ar eitskrait wird, was in Zeiten stärkster ivirtschaftlicl^r Anspannung be- tanders notwendig erscheint, zur besseren Erfasimig der Eintammen der freien Beimw verwendet wer­den können.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den b. Ium 1921

Ein Gcwittersonntag.

Der nach ben Cfcnnttetn der letzten Woche für Sonntag eine lllbttlhlung erwartet batte, wurde schwer enttäuscht. Älwn in den ersten Morgen­stunden brannte die Smuw mit io unerhörter Oie- »alr berab. daß man sich selbst für fernen sonn­täglich.» -Schmorbraten halten tomitc Tas Ther­mometer. das anr Samstag fchon 30 itzrad im schotten gezeigt batte, detterte am Sonntag vor­mittag nocd um einen Grad höher N.'itteldr-utsch- land batte teilweise 'Tempkwatuwn bis zu 3h WvjIk iie Sbcttcivnumnbli dien 'nürten am Sonntag mor­gen gleich das tammenbe Gewitter in urrrn >rfto- chen, und gaben norsvchtsbalber ihren Sonntags- ausstug^auf. ok^en dir Mittagsstunde rollten die ersten 4,ioinui. Bvn te ab gewitterte cs ununter - drochen bis nach DtUternadu 3irlnu rn Beglei­tung von nvUenbruchartigeni Arg-»

Tic meteorologische Erklärung m der ungewöhnlichen Gewitterbö u nm g gibt der Gießener Wetterdienst ime folgt Tie Tevrc'mnen deren 3urnörtnrbcl in den letzten Tagen lebhafte Gewittertattgkeit verursachten, sind in nordöstlicher Richtung abgezogen. Tie starke Erwärmung der letzten ^agc hat somu ihr Enbc gehmben und damit auch bic Gewittcrbildung. Durch die Ge­witter deS gestrigen Tages fielen in Gieße» 29,8 Millimeter Rege» Tie Niederschlagsmenge ist außerordentlich l-och unb erreicht etwa die Hälfte

des gesamten Monats durchs chnrtts Die Gewitter entstanden durch einen Einbruch kalter nördlicher Luft tn unsere überhitzte Atmosphäre. Aus diesem Grunde waren die Gewitter stellenwei'e antzer- ordentlich heftig. Die Gewitter tarnen diesmal aus östlicher Richtung im Gegensatz zu den sonsti- gen Gewittern, die entstehen, lucnn sich im Sommer eine Tevrcssion mit ihren Gewitter sacken von Westen, alw von England her nähert. Nunmehr dürfte die (öewfttertättgteft ihr End: erreicht haben, da durch den Einbrnch bet kalten Nordwinde starke Abkühlung eingetreten ist. Das Hock liegt nördlich von England und wird uns für die nächsten Tage wolkiges, meist trockenes, etwas kühleres Wetter mit twrdwestlichen bis nördlichen Gewittern bringen.

Wie in Gießen, gingen auch in der näheren und weiteren Umgebung in den letzten Tagen chtoere Gewitter nieder. Aus den zahl- rriden Meldungen, die wir hierüber er falten haben, heben nrir folgende Einzelheiten hervor.

3n Rüddingsha usen schlug der Bliy am Freitag in die stvohgesüllte Feldscheuer des Giitspächters Engel und zündete. Die Scheuer brannte in kurzer Zeil bis auf die Grundmauern, nieder. Eilt anderer Blitz^ traf, ohne zu zünden, den Schuppen der Witwe Seipp.

)n Queckbvrn fuhr am Freitag ein kälter Blitzschlag in den noch nicht bewohnten Neubau des Heinrich MMer II. und richtete an Dach und Wänden Schaden an. Die geschlossenen Fenster wurden eingedrückt.

In der Gegend zwischen de» Dörfern Roth und Niederwalgern wurden eine Anzahl Fernleitungsmaste umgeworfen, in Wenkbach lichtete ein kalter Schlag an einem kaufe große Schäden an.

Bei Ober-Weimar traf der Blitz das vom Felde zurückkehrende Gefährt das Landwirts und Metzgers Maus. Tie auf dem Wagen Sitzen­den, der alte Herr Maus und feine Frau, sowie eine Nachbarin, wurden heruntergeschleudert und trugen Lähmungserscheinungen davon. Der 22= jährige Sohn wurde samt den beiden Pferden ge­tötet.

Ein schweres Unwetter bei M a r b u r g führte ein Zeitweises Versagen der Licht und Wasser leitung herbei. Um dieselbe Zeit ging über die Gemarkungen Weiters ha usen und Nessel b r u n n so starker Hagel nieder, daß am anderen Morgen noch die Eisstücke Herumlagen.

Von einem Wolkenbruch wurde das Nidder­tal bernoffen. Die Wassermassen stürzten mit so ürebtbarer Gewalt zu Tal, daß an einzelne^ Stellen größere Teile von Aeckern weggeschwemMt wurden. Auf der Sttaße Ortenberg Wip­pe n b a ch waren an einer Stelle durch Sturzbäche zentnersä-rvere Felsblöcke zu Tal geschwemmt wor­den, so daß die Straße längere Zeit nicht befahrbar war. In Bobenhausen blieb die Schafherde in den verschlammten Feldwegen stecken und tarntte nur mit größter Mühe gerettet werden. Vielfach wurden die Transso tinatvmij"tat io neu außer Tätig­keit gefetzt Der .Hagelschlag lyielt nur kurz an.

Bei den Freitaggewittern wurden über dem Untermaingebiet und Frankfurt 30 Einschläge gezählt. Die ungeheuren Wassermengen verursachten in Sachsenhausen schwere lieber* clyvcmmungen, zu deren Beseitigung die Feuer- oehr alarmiert werden mußte. Schwere Unwetter- chäden werden aus dem Kin'zigtal gemeldet.

Tas Dors Unterwaldbehr un gen bei Wüvchurg wurde innerhalb acht Tagen dreimal von Wolkenbrüchen schwer heimgeiucht, die an Ge­bäuden und 'Fluren unermeßlichen Schaden an- richteten.

Ein großer Teil des rheinisch-westfälischen Industriegebietes und der landwirtschaftlichen (Ve= biete des Regierungsbezirks Arnsburg wurde von schwerst Wolkenbrüchen und iöagelgewittem be- tnoffen. Der Schaden in Feldern, Gärten und Wäldern ist beträchtlich.

Große Wetterkatastrvphen werden aus den österreichischen Alpenländern gemeldet. Salzkammergut und Oberösterreich schweben in ,S?odynafiergefabr. Zwei Frairen und zwei Kinder fanden ben Tod.

Nack, einer Havasmeldimg sind in Pueblo (Colorado) bei einer Ueberfchwemmungskata stvöphe nach Wolkenbrüchen 130 Menschett ertrun Ten. Die Stadt Pireblo ftanb ganz unter Wasser. Der Schaden wird auf 4 Millionen Dollars ge­schätzt.

Jägerndorf, 4. Juni. CWTB.) Eine W i n d h o fe , die in der Nacht zum Freitag über das Ostrau-.starwiner Kohlengebiet hiw- wegging, richtete in den Orten P o r e m b a, Peterswald und Radwanitz große Verheerun­gen an. Die Gegendgleichteinem ein­zigen Trümmerhaufen. Die Tele- phon-_und Telegraphenleilungen sind zerstört. Der Straßenbahnverkehr und die Ueberland- bahnen sind vollständig lahmgelegt, da die Ge­leise unterwühlt sind. Gleichzeitig mit dem Wirbelwind ging ein Do lkenb r u ch nieder. Die Felder sind vollständig vernichtet und zahlreiche Däuser sind gänzlich zerstört oder abgedeckt. In der! Euaenkolonie bei Peters-- wald allein wurden 16 Prioathänser und 12 der Berg und Hüttengesellschaft gehörende Gebäude zum Teil vernichtet oder schwer be­schädigt. Sämtliche Bäume längs der Stra­ßen sind entwurzelt. Die Wiederaufnahme der Grubenbetriebe sowie des Verkehrs dürfte vor 14 Tagen unmöglich sein.

Reitthalten der Straßen.

Seit einiger Zeit ist wieder bte Unsitte ent* geriffelt, Papier, Obstschalen, Obstkerne unb son­stige Abfälle au Bürgersteige und Fahrbahn m roerfen. £>ieti>ucd> Werften nicht nur bi? Straßen renrnreinigt, fpnbcm and) Gcstchre» für Passan­ten Itenwrgcntteu. die durch Ausqlriten am CbfO- reiten unb berglricken zu Fall? kommen und sich rrtetiid' verletzen könne» Tas Polizeramt er» loartct, daß es mir dieses Hinweises Lebarr, um den IL lk-Iftanb abwftrflen, andern-alls bic Bolt- Ktbeamten mit Strörmizeiien vorgeben müffr.m

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** Dr. -Ing. ehrenhalber. Herrn Bergrat Alfred G r o c b I c r , Generaldirektor der Budernsschen Eisenwerke Wetzlar, ist von der Technischen Hochschule Darmstadt in erkennung seiner Verdienste um den deutschen Bergbau und das Ersenhürtenwesen und in Würdigung des ziel bewußten und weitaus- fttiauenben Ausbaues der Buderusschen Eisen­werke die Würde eines T r. - I n g ehren­halber verliehen worden.

Regierungsr at Dr. Liegert vom Gießener Kommimaloerbcrnd, der dieser Tage zum Direktor des Offenbacher Polizei­amts ernannt wurde, wurde am Freitag in Gegenwart aller Beamten in sein treues Amt eingeführt. Gleichzeitig nahm der bisherige Leiter, Regierungsrat Gebhardt, der als üreisdirektor nach Dieburg versetzt worden ist, Abschied.

** Ernennungen. Oberzahlmeister Welsch vom Stab I. R. 15 wurde zum Stabs­zahlmeister unb Zahlmeister Seifer t vom 1/15 zum Oberzahlmemer ernannt.

* lieber Ziele und Wege dermusi- kalt scheu Völker künde sprach am Mitt­woch Prof. Tr. E. v. Hornbostel aur Ein­ladung der Gießener Hochschulgesell- schäft. ZähIreid'0 Lichtbilder, in denen die man­nigfachsten Musil-rnstrumente, fast ausnahmslos m der Hand des Spielers gezeigt würben, und eine große Anzahl von Phonogramm- u. Grammophon- lüden, die woht manchen Hörer durch ihre Form überrascht haben, begleiteten seine Älusführimgen. Auch die musikalische Völkerkunde sei wie die Völkerkunde überhaupt, von der Vergleichung jxr materiellen zriilturerzeugnisse ausgegangen Tre Uiftcrfuchung der Tonwerkzeuge l-abe weitgehende Ueterein Hinrnumgcn in entfernten Gebieten ans Lickt gebracht und damit die Wanderung ganzer Kulturen nachaewiesen. Sie habe auch zur Auf­stellung von allgemeinen EntwicLuugsgeietzen ge­führt und dadurch auch eine gewisse Ehronologre ermöglicht. Aber nicht nur die Form, auch ^>ie Spielweise läßt eine Entwicklung erkennen Tie Beachtung der Spielweife eines Instruments fet daher für die vergleichende Forschung von größter Wichtigkeit. Ei>i neuer und besonders fruchtbarer Weg eröffnete sich, als man daran ging, die Inter­valle uno Leitern der Instrumente mit fester Ab­stimmung zu messen. Tadurch erwies sich z. B. die schottische Sackpfeife als ein Abkömmling der arabischen, es rourben die temperierten gleich- tuftgen Leitern der Siamesen und Javaner ent- >edt. Ganz ergiebig für die Feststellung von Kul- turzusammenhnngen irmtoe aber die Messung her absoluten Tonliöl>en der Instrumente Tie .Her- tunft des afrikanischen Xylophons aus CItalien, der gemeinsame Ursprung melanesischer und bra» süiani scher Panpf eilen konnte so ehtroanbrm nach- gewiesen werden Eine »löchrige Bereicherung er­fuhr die nrusikalische Völkerkunde durch ine Ein­führung des Phonograpl-en. Es gibt Völker, die keine Musikinsttumente haben, aber tem Volt ohne Gesänge Melodieführung, Sttmmfärtemg, Vor- tragsweife find vorzügliche ethnologische Weg­weiser geworden. Ter Phoiwgraph liefert uns das Material auch Mir Lösung eines ganz anderen Problems: Tie Entstellung der Musik zu erfor­schen ist nicht möglich, da es ganz musiklose Völker nicht gibt, wohl aber kann man dem Ursprung der mehrsttmmigen Musik liachgshen, die manchen Völkern sogar dem oersischi-arabischen Kültur- lreis) fthlt So Fonimt die musikalische Völker­kunde aud) der Musikgeschichte zu Hilfe. Ter äußerst lehrreiche Vortrag des bekannten Forschers war gut bemdit und fanö großen Beifall St.

** Maschinenbauschule Gießen. Ge- legattlich einer technischen Exkursion ins Sieg- tal hatten die beiden oberen Klassen der vrer- semestrigen Maschmkmbauschule Gießen Gelegen­heit, ine bekannte Lvkomotioftibrik '2lrn. Ju ri g bei '.Kirchen a d. Sieg zu beiiditigen. Unter sach- hmbtger Führung wurde der Fabrikatronswerde- gang großer «taarsbahnlokomotiven sowohl als kleiner Schinalspur-Jndustrielokomotiven in ben einzelnen Stadien der Hentellung gezeigt. Ten Besuchern bot sich beim Durcstschrciten der einzel- nen Werkstätten, Schmiede, Schweißerei, Steffel* bau, mechanische Werkstatt, Montage rntb Straft» zentrale, rin vorzüglicher Einblick in ine Einrich­tung irrob die melgestalttge Organisation eines mo­dernen Bririebes.

** Landwehr-Insanterie-Regi- ment N r. 116. Die Regimentsverrinigung lftelt im PostkeUer eine gut bemditc Mitgliederversamm- lintg ab. Der Vorsitzende »rächte Mitteilung über bic Zusammenkunft bes Regiments 116 am 21. August in Gießen Auch das Landwehr-Regi­ment wird sich daran beteiligen. Es finden Treib» «zottesbienst, gemeinsefaiftiches Essen und tamerab- sckaftlidies Zusammensri» statt. Regimentsabjutant Cbcrleutnanr Rühl ist beauftragt, eine Regiments- geschichtc herauszugeben. Tic Borstandswabl er­gab bic Wiederwahl der bisherigen Kameraden.

Pornotizen.

Tageskalenber für M on ta g: Gewerkschaftshaus, 7 Uhr, Versammlung der In­validen . Alters- »nb Uniallrcntenemptänger. 5?otel Einhorn, 8 Uhr, Er verimentalabenb Ma- rello - Postkeller, 8l/2 Uhr, Versammlung bet Sdnihmacherzwaiigsinnung Lichtt'piclbaus, Figaros .Hochzeit". LichNviele, Seltersweg, Das Tal öer Bcrgeltttng" undDas Meister­werk".

De r Bund z u r P f le g c v o n M u si k unb Literatur wird nächsten Frefta.i fernen zweiten Aberrd iu<nntften der Gebacdtnis- spende geben. Dazu wird uns geschrieben: Tre Beteiligung des ersten 'Jtbenb» und dessen fftnit- lerischer Erfolg bietet wobt bic Otewähr, baß and) diele Veranstaltung ihren Zweck erreichen wird. Ein deutscher Äbend ist tarier Kunstabend krittelt und soll ein Bekenntnis für icriteite Streife unserer Gießener Bevölkerung ohne Unterschted der Partei sein zu unserem bcundten Bolksttan! Ter Stolz auf unser Vaterland und Mutterspvache, auf mrictr deiitscbe Musik undLtteratur, auT rnrfere deutschen Btrister soll uns stark werden bassen zur Hoffnung aur eine bessere Zukunft. Ter Bund war bestrebt, um diesen Abend recht eindrucksvoll zu gestalten Künstler von fadem Ruf Mi gewinnen. (Siehe Anzeige. >

**'Marello-Abend. Gestern unb heute gastier! im Eirfarwaale derPsrxfaloge irnd Menterqrbantenleier Movello". Bei den gestrigen Vorftchrungen löste Morello zunächst eine Reihe rom 'Pullitum gestellter Aufgaben in bester Seife In der cweiten '.Ibtetlimg suchte er in verhältnis- rnäßi«i tarier Zeit alle bet einem fingierten Raub­mord beteil gren 'Lerftnen und f^ccTenftänbe. Tie emylnen Exprr mente, die sämtlich mit Kontakt IVriihrung audnehrim wurden, zeigten, daß Ma­rei tt tut dem Gebiete der Tetevarhte Gedanten- Iritn öiuttf rn leisten vermag De» Schluß HL- bete» Tutgeümtwnr Erveri mente mit einem hyp­notisierten Medium

Von d?n Lichtspielen Selters­weg wirf) uns unrgetrilt: Das heutigen Pro- grannnDas Tal der Vergeltung", Wili>» tariffilm in 6 Akten unb ,,T a s Meisterwerk", Lustspiel in 3 Men. gelangt nicht wie wnsr bis Donnerstag, sondern nur bis einschließlich Mitt­woch zur Vorfübrung, da schon von Donnerstag

ab der dreueÜige Harr v-Di el-FilmDer Reiterohne Kopf" beginnt. Das ursprünglich festgelegte ProgrammTer Feuerrefter" gelangt nicht zur Bormbrung.

Landkreis Girtzen.

m Hungen, 3. Ifaft Mehrere, an ver­gebenen Stellen unserer Gemarkung stehende mächtige alte Eüfaäuiae, die Freude fefas Natur- reundes, wurden von rudfater Hand so beschädigt, daß sie unbedingt absterben müssen.

X Wieseck. 4. Juni. In der gestrigen Ge­meinderatssitzung wurde ein vom Kreis- bau amt auf Ersudren der kirchlichen Behörden aus­gearbeiteter Voranschlag über Wiederherstellungs­arbeiten im P f arr hotis über etwa 14-000 M. der BautaUttnisswn überwiesen. Es handelr sich u. a. üm Arbeiten, wie sie in normalen Zeiten vor dem Aufzug eines neuen Psarrers üblich find und 1918auf bessere Zetten" verschoben wurden. Wegen Erhebung der Svrunggelder wird nochmalige Rückspoacke mit öer Behörde beschlossen und bic Versetzung von Bordsteinen an Stoatzenübergangen zu Einfahrten genehmigt Ent- sprachen wurde einem Gesuch über Hilfsbe­dürftigkeit, ein weiteres an eine andere Ge­meinde gewiesen Genehmigt wurde die Umwand­lung eines K a s s e b a r l c h e n s von 30 000 Mk in ein Umottisarionsdorlehen und 'dem Ferdinand Seibert und Konsorten rin Gesuch um Sau- kvstenzuschuß. Tte Milchversvrgung ürnerhalb der Gemeinde soll probeweise dem freien Handel überlassen werben.

Kreis Friedberg.

S Friedberg, 4. Ium. In bei gestrigen tverorbnetensitzung wurden die Rechnungen der technischen Werke geprüft und von den Stadtverordneten unterfchrteben Tie Korbweidenanlage, die als Notstandsarbeit aus­geführt werden soll, verursacht ehren Kvstenauf- ivand do» etwa 17 000 Mk : davon übernimmt das Reich V«, Hessen -/< und die Stadt 1/6. Es wurde beschlossen, den Ortszulchlag für die An­gestellten unter 26 Iahten von 80 auf 100 Proz. zu erhöhen Die Frage des Baukostenzuschusses für die BaugenofsenschaftDaheim" wird zur Klärung her fftianziellen Lage an ben Finanzaus­schuß verwiesen. Es würbe einstimmig be­schlossen, auf den einen Bau der Mnsterschule ein Stockwerk aufrubciten. Die Kosten, etwa 265000 Mark, wurden bewilligt. Die Atbettcn sollen an die Friedberger Iimungen vergeben werden, nach dem Beschluß der Mchrhett. Der Plan zum Ausbau eines Stockes auf den Settenbml der Schiller- schule wurde zur Aufstellung eines genauen Dor- anschlag es an den Bauausschuß übentriefen. Die Fowernng der $)totftanfaarbeiter, den erhöhten Skundenlohn von 4.20 Mk rückwirkend vom 1. Avril zu erhalten, wurde gegen die Stimmen der beiden Rechtsparteien angenommen.

4 Bad Nauheim, 3. Juni. Jin musi­kalischen Leben unseres Bades, das int Laufe der Saison doch immer mit einer ganzen Reihe fünft - letlicher Veranstaltungen aufwarten Tann, bedeutet bet gestrige Liederabend von Elaire Dur rin ganz besonderes Ereignis Die bedeutende Künst­lerin, die vor Antritt ihrer Gastrrise nach Ame­rika hier zum letztenmal öffentlich in Deutschland auftrat, lang u a. Lieder von Schubert, C. M. v. Weber, Wolf. Der starke Beifall deS Publi­kums gestaltete sich wiederholt zu stürmischen fitanb- gebungen für die Sängerm.

Kreis Wetzlar.

Wetzlar, 5. Juni. Ter Semrnariit Deid>- mann von hier wurde auf Bem Heimwege von einem Ausflug am Junker Iöhannesplatz von zwei Männern awfahalten, die ihn dann zwängen, mehrere Tage hmduvch mit ffmen unter peinlichster Vermeidung menschlicher Siedlungen in westlicher Richtung zu marschieren Bei Vallendar erst Le- lang eS dem lungat DÜanue ckraft) Zufall, )td) aüs den Händen seiner Entführer zu ferneren Tre Leute, die bewaffnet waren, wollten ibn zwei- ftltas in die Fremdenlegion versckLeoven

Hessen Nassau

Schließung der frankfurter Lichrimrltheater^ fpd. Frankfurt a. M, 5. ^Uni. Samt liche Frankfurter Lichtfpieltheatn. mtt Ausnahme der Ufa Bühne im Strinweg, haben sich unter dem Druck der ungünstigen wirtt'chaftlicben Der- faltninc genötigt gp'ehen, ihren Angestellten >um 30. Juni zu kündigen und vom 1. Juli ab die Theater zu schließen. Die Betriebe müfitn 40 $rov ihrer (lrinnahmeiT in Form der Billettsteuer an die Stadt ab führen, außerdem muffen sie Um satz-, Gewerbe und Einkommen ft euer entrichten, haben also ein Mehrfaches an Dovvelbesteuevotg mthub ringen. Durch bic Schließung werden mehrere hundert Personen brotlos.

mc. Frankfurt a. M. 5 Ium Bor ernt'* gen Wochen beschloß bet Magistrat, daß in den fsomtltcnbäbern während bet Badezeit der Schuljugend die Benutzung bet Badeanstalten bunt* Personen verschiedener Gerechter nicht erlaub: sei Das Bcweantt führte fedoch tariert Besck.lusi nicht durch, Wjtaur Lehrerinnen verschiedener Schn - len sich weigerten, ihre Schülerinnen m Dem Bata- unb Schwimmunterricht in talcfr Anstalten zu begleiten Der Magistrat beschloß daraufhin in seiner gestrigen Sitzung, daß dieienigen Schüler und Schul ernt» en bzw deren Eltern, ebenso das Lehrverional, welckte sittliche Bedenken n?e- acn des Badens in Familienbädern baten, vom Besuch dieser "Badeanstalten befreit bleiten sollen

fl Marburg, 4. Juni. Die das stüdti- sche Gaswerk bekannt macht, wird Dom näch­sten Montag ab die Gasabgabe wegen geringerer Koh lende lieferung, die auf 'Den Aufstand in Schlesien zurückzuführen ist, ein gefchränkt Auf dein heutigen Wochen- markt wurde zum ersten Male nach langer Zeit Butter angeboten Das Pfund kostete 26 Mark.

** Kurze Na chri ch ten aus Hessen unb den Nachbarstaaten. I^i Lich stutd am Sonntag eine mit gutem Züchtermaterial reich ltth beschickte große Ziegenßdau statt. Ein Festzug bewegte sich nad) dem Fest platz, woselbst die Tier Ptämtiemng erfolgte In Burkhards ft'r der alte "Brauch, daß Die Gräber von Freunde» der Bersiotbenen aufgeraoricn wurden, ab geschafft. Zum Totengräber unb Friedhofswätter hat die (Gemeinde den Kock Dolph angenommen. Aui Veranlassung ter Frauenqrupve Des Deutschen Vol7sPartei sprach am Frettag in Bad Na i beim und am Samstag m Fried berg Frl Tt. D e r n a p s überTie deutsche Familie und die 'Ifolink" Aus dem Avignon-Lager ist nad* 4' jähriger französischer Gefangenschaft ThanSar Strauß in 'eine Heimat gemeinte Nieder ' Qöllftadk iuuidgeflebrt In Vilbel fuanb tiefer Tage am Etsriibahnüdetgang an der Fi>f>