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rtunq der 8e rmciilerc- hort-- t Mchmigung folgt: ufgehoben.
Tage der Ber-
z u m 1 4. I u n i unterbrechen. Man hofft, daß die parlamentarischen Arbeiten nach Wiedern aufnahme der Sitzungen bis 5. Juli erledigt sein werden.
Die Lage in Gberschlefien.
London, 4.Juni (£233.; Ste Reuter nritaeteilk wird, zeigen hier eingegangene Trabrmeldnngen aus Lberschlesien kerne Bessereng der Lage. Tie Insurgenten sprengen Brücken und verhindern den I.urch-
mvnks- unb rch tincn nach ans scstgeieht. ige der- Kr
irigung hessi- tfjoben:
mignng Swii* llaris erlassen:
Dar Vertrauensvotum für dar Kabinett vr. Wirth.
befuhr^
>ng der Ofe, 'eisterädori Jcncbmiguno Igt:
a»sgehoben.
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Französische Presscstimmen.
Paris, 5. Juni. (MD.- Qhtittwe Lerne bespricht in der ,,$tctoirc" die gestrige A b- slimmung im Reichstag, (irr weist baraut hin, daß Kriegsmrrrrster Barchau die Entlassung der Jabresklasse 1919 für Ende Juni in Aus üht gefreut habe. Tas »ei eine intelligente DoliNk. Lews tritt auch für die Aufhebung der Sanktionen am Rhein etn, die gegen das reaktionäre Teundiarib Simons ergriffen worden seien. ScMurB-if»schlägt« vor, dem neuen- Teutsch- land in Oberschlesre« eine Prämie zu gewähren. Sie müsse nicht in der Zurechnung des gesamten Lberschlesien, sondern in der Uebev- tragung der Hallte des Industriegebiets bestehen Deutschland solle 20 Millionen Tonnen Kohlen von 40 Millionen Torrnen Jahreswrderung erhalten. Denn dreie Maßnahme auch nicht das alldeutsche Teun'chland befriedige, werde sre doch vom bemofratikhen Teuv'ckland als ein (Entgegen* ko MUI en anqefeyen werden
Ter „Gaulois" sagt, die gestrige Abstimmung in kein Lieg, sie sei nicht einmal ein Er- iola, sondern erhalte das Ministerium Brrrn tn einer vrckären Lage dank einer Zufallsmehrtrit, bu man deshalb erzielte, weil 'überlegte Leute vor der Ge'sichr einer Aenderung der französischen Politik gegen TeutWanb zurückschrecken Ttese Haltung rxxf*icrtipe sich aber bann, tun die augenblickliche Regierung denke, Frankreich werde daran' verzichten, die volni'chen Interessen m Lberschlesien zu iarten"ntfcen. Es ser klar, baB dies die 'karte sei, 'auf die die Gemäßigten in Teutichland festen.
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Vie Neuregelung der Vrotversorgung.
Berlin, 4 Juni sWolfz.) Im Reichstagsausschuß für Volkswirtschaft erklärte der Reichsernährungsmini st er in einer Tebatte über die Regelung der Brot der» s o r g u n g u. a., er sehe das Umlageverfahren als einen durchaus nützlichen Notbehelf an, das mit vollem Nachdruck durchgeführt werden müsse. Tie Politik des Ernäyrungsmini- steriums habe bereits im Februar zu einer bedeutenden Erleichterung geführt. Ein wer» lerer planmäßiger Abbau der Zwangswirtschaft niüsse angestrebt werden Ter Brotpreis stehe nicht im Zusammenhang mit dem Umlageverfahren, doch sei mit der Erhöhung des Brotpreises zu rechnen, und zwar schon deshalb, weil der Abbau der Zuschußwirrschaft unumgänglich notwendig sei Demnächst werde eine Kabinettssitzung diese Frage behandeln. Der Standpunkt des Ministers sei hierbei, daß die Belastung der Berbraucherschaft erträglich bleiben müsse.
Mißtrauensvotum zu beteiligen und sich in diesem Passus der Stimme enthalten
Abg Crispicn illnabb । leimt den Passus über Lberschlesien ab. Dem Vertrauens- Dotu m werden wir zustimmen, wenigstens seinem ersten Teil.
Abg. Schul» Brvmbcrg Teutschnat : Wir werden alle brei Teile des Vertrauensvotums ablehnen, auch den Passus über Oberschlesien
TaS Vertrauensvotum Müller- Fran ken 05.) besagt: Ter Reichstag nimmt v.'n der Regierungserklärung Meimtnid, erklärt sich bannt eünxTftmibcn, daß die Regierung ahe? da ran setzen wird, die üLenuimncncn Vervstidtungeu gegenüber den Alliierten zu erfüllen Ter Reiäp.- tag billigt die £ialtung der Reickgsregierung in der ol'ersck^esisäfen Frage.
Ter Mißt rauen-antrag der Ko turn um st en wird sodann in einfacher Abstimmung a b g e I c ’b n t.
Ter Mißtrau ensant rag ter Ten t i d> nationalen »vird in namcntlidjcr Abstimmung mit 261 gegen 77 Stimmen abgelehnt. Ta- für Ttimmen die Tcntschlnaiionalcn und die Kommunisten.
Tas Vertrauensvotum irnrb in f(t icin ersten Teil (ohne den Passus über Oberschlesten- in namentlicher Mstimmung mit 213 gegen 7 < Stimmen bei 48 Enthaltungen angenommen. Eine Stimme war ungültig
Ter Passus überOberschlesien wird sodann gegen oie Stimmen der äußersten Rechten angenommen.
Abg. Schul»-Brvmberg (Teutschnat.) bestreitet, daß bannt der Gesamtanrrag angenommen sei und verlangt eine nxfomalige Abstimm nng.
Präsident Löbe bittet' das S?aud, sich selbst schlüssig zu werben. Ein Zwang zu einer nochmaligen Abstimmung lüge tischt tor
Abg. Schul z- Bromberg bemüht 'ich unter wachsender UnrulK des Haases an seinem Standpunkte festzuhalten und l>ehauptet, eine Wdje Wiederholung sei bei Gesetzentwürfen schon vor- gekommen.
Präscheitt Löbe entgegnet, bei Anträgen sei es ledenstckls noch nicht geschehen.
Abg. Koch (Tema meint, zweifellos habe sich der Antragsteller selbst schlüssig yi werden
Nach einer längeren Geick-äftsbecatte, deren Abschluß laute Schlußrufe sordero, b-schließt das Shnic* gegen die Teutchnationalen, einige Volks- partriler und Kommunistat, daß eine nochmalige Abstimmung nicht nötig sei.
Ter Antrag der Ko mmnnisten aut Erlaß einer allgemeinen Amnestie, wurde gegen die Stimmen der Kommunisten abgelehnt.
Tosgleichen ein Antrag der USP. aut Gewährung von Straffreiheit.
Ter Antrag Müller-Fran ken aut Nackv- vrüfung der Urteile der Sondergerichte wird durch die Sozialisten, das Zentrum und die äußerste Linke angenommen.
VUIc anderen Anträge werden a'gHefynt-
Nächste Sitzung am 14. Juni nachm. 2 Uhr Anfragen, kleine Notizen.
Schluß der Sitzung 5y3 Uhr.
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bormiUafl noch einen Rücktritt des Kabinetts Wirth oder gar eine Auflösung des Reichstag- als nicht unmöglich erscheinen ließ, ist in den Samstagnachmittagstunden eine unerwartete Lösung der Vertrauensfrage gefolgt. Die Regierungsparteien brachten un letzten Augenblick noch eine Art von Vertrauensvotum für das Kabinett Tr. Wirth zustande. Eine Gefamtabstimmung ihres Antrags konnten sie jedoch nicht hörbeiführen. lieber beide Teile des Antrages wurde besonders abgestimmt. Für den ersten Teil, in dem sich der Reichstag damit einverstanden erklärt, daß die Regierung alles daran setzt, um die den Alliierten gegenüber übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen, stimmten außer den Koalitionsparteien auch die Bayerische Volkspartei und die Unabhängigen, dagegen die Kommunisten und Deutschnationalen, während sich die^Dentsche Volkspartei der Stimme enthielt. Für die Demokraten bedeutet dies eine Enttäuschung, da sie damit gerechnet hatten, in der Deutschen Volkspartei eine Stütze zu finden. So ist nur eine verhältnismäßig schwache Mehrheit von 213 gegen 77 Stimmen bei 48 Stimmenthaltungen und einer ungültigen Stimme zustande gekommen.
In einfacher Abstimmung wurde der Mette Teil des Antrags angenommen: „Der Reichstag billigt die Erklärung der Reichsregierung über Oberschlesien". Eine Gesamtabstimmung des Antrags und damit eine eigentliche Bertrauenskundgebung war nicht durchzusetzen. Obwohl der deutschnationale und oer kommunistische Mißtrauensantrag abgelehnt wurden, hat sich die Hoffnung Dr. Wirths auf eine breite Basis für fein Kabinett nicht verwirklicht.
Berlin, 4. Ium.
Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt Präsident Löbe mit, daß nach Mitteilung des Ministers des Aeußern es den Vereinten Bemühungen von Reichstag und Reicl^reglerimg gelungen ist, Ate Freilassung des Abg. Dr. Hartmann l>ard>* Plfctzen
Tas deutsch-britische Abkommen über die Durchführung des Abschnitts 4 wm 10. Teil des Friedensvertrages betreffend bte Entschädigung dcutseher Gläubiger bet der Rückgabe beseblagitahmten britischen Eigentums wird in erster unb zweiter Lesung genehmigt und desgleichen in bitter Lesung.
Zn dem Gntn-un eines Gesetzes stier d.e Verlängerung der (V-dtnngvbauer des Kapital- ^luchtgesetzes bis zum 30. Ium 1922 begründet '?lbg. Gothein (Dem - emen Zusatzantrag, der auch den Grundbesitz ein ziehen null unb beantragt ftumrnisfionSbe ratung Das Haus beschließt demgemäß.
Zu der fortgesetzten
Besprechung der Regierungserklärung ist nxb ein Antrag der Teutschnatwnalen eingegangen, der über den deut sch nationalen Mißtrauensantrag namentliche Abstimmung verlangt Außerdem liegt etn Mr tz- tr auen San trag der ft j m m u n i it e n vor wegen der Arbeiterseindlich^eit der Regierung sowie ein Antrag Rosenfeld (USPZ, der auch für Württemberg die Aufhebung dec Sondergericbte torbert
Abg. Böhm ^bayr. Volksrariri) sagt der Re- gtennig rooblivofienbe Neutralität zu und spricht den Emwohnerwehren ivärmsten Tank aus
Abg. Gräfe Tcut dxunj greift die Reichs- vegierung an, well sre üuer verschiedene vorge-, legenc F-ragen nickL gcannrurt.'t Haie So habe der ReichSkMizler sich nickt geäußert, ob mit seiner Besteuerungsabsicht der ("Ajlbrentc etwa die Vor- idüägc gemeint feien, di das Reick sivirtt'chafts- minifterium ausgestellt hole. Jedenfalls bedeute dieser Weg eine Derdrei achung der Besteuerung und somit'Harakirr der ganzen Pvoduknon. Wolle man die Erfüllung des Ultimatums mit der Auslieferung des Grunbbesitzos und der deutschen Ar» beiter ermöglichen, so ruiniere man nicht nur das letzte deutsche Besitztum, sondern man treibe auch die Arbeiter i-i Lohnsklaverei Ter Reichskanzler dürfe sieb aber nicht zum Gerichtsvollzieher der Entenic machen lassen. Beifall und Protest.) Auch die neueLeuck^e desftabinetts, Herr Rathenau, habe nick t sagen Tännen, wie er ine Frage der Qua- bratierung des Zirkels seines Ressorts lösen wolle. Es bartixlc sich nicht um ti? C'VröEe bei Not ' Deutschlands, es handele 'sich eimach um Tod und Leben Ten von den höchsten Gerichten anerkannten Standvunkt der bayeri-chen Regierung in ber Sache der Lr<?.'ckorganisatton Val; der Rcicks-- kanzler sich gescheut, zu unterstützen, um sich keiner diplomali'chen Niederlage auszusetze.i. Habe es jemals eine größere Niederlage gegeben, als die Unterzeichnung des Ultimatum?9 ^ie Koalition mache übrigens einen eigenartigen Eindruck. Auf der einen Seite locke Herr Petersen bte Deutsche Volkspartei auf seine Seite und aut bn anderen Seite stehe Herr Wels mit einem dicken . Knüttel. Wie kann Herr Petersen denn von uns »erlangen, daß wir, die tvir gegen bte Unterschrift waren, setzt feigen sollen, wie die Bedingungen des Ulrimatum-3 erfüllt werden ollen? Wir haben uns von Herrn Wilson nicht tauschen lassen, wie das bei ber Demokratie so gut gelungen ist.. Wir versagen der Regierung das Vertrauen,
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aang von Lebensmittelzügen nach dem In- dustriebezirke Polnische Truppen richten Schüsse aus Pionierabteilungen, die mit der Ausbesserung von Schäden beschäftigt sind Tarnowitz ist van Polen umzingelt, und die Eisenbahirstation von ihnen genommen, ob« wohl französische Truppen in der Stadt sind Tic englische Regierung wartet nunmehr den Bericht von Sir Harold Stuarts, dessen Eingang demnächst entgeaengeseben wird, ab. Es ist nicht wahrscheinlich, daß der Oberste Rat früher als in l t Tagen zusammentretcn wird.
Oppeln, 5. Juni (WTBZ Die Kampf- handlungen find an der von den Aufständischen gehaltenen Linie in den Kreisen Groß Strehlitz und Cosel zum Stillstand gekommen Die von den Insurgenten gehaltene Linie verläuft nunmehr in den 'kreisen Groß^StrehIitz und Cosel Oderhafen über Kleduitz — Kandrezin — Bahnhof Slawentzitz »lndSlawentzitz—Ferdinandshof—iOlschenau - Kalinow Im Kreise Ratibcr würd' von den Insurgenten die Schichowitzei Brück sprengt und angesteckt. Im übrigen ist die Lage unverändert.
nr. 129
Der Lieheoer Lnzeiget mit der -Dienstagsbrlage .Sport Umschau" er. scheml täglich, außer Sonn, und Feiertags. Moaatllche vezuarvreise: Mark 5.- einschliehlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschliehlich Bestellgeld. Fernsprech.Anschlüsse fürdieSchristlestung 112; für Druckerei, Der lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Ameiaer »iehen.
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Kranksnrt a. w. 1168*.
Polnische liebergriffe in Posen.
Posen, 5. Juni. (WTB) In Ostrowo fanden am 2 Juni Straßendeinonstrationen gegen deutsche (^schäfte statt Die Woh- nungen wurden geplündert Von ber polnischen Arbeiterschaft wurde di.' Eni^ lassung aller deutschen '.arbeitet der Waggonfabrik erzwungen. Ter deutschen Bevölkerung wurden weitere Plünderungen angedrvht, wenn sie nicht sofort answandere Tie Polizei hat sich als machtlos erwiesen Erft am Abend wurde die Ruin: durch Militär wieder liergestellt. Es scheint, daß die Ereignisse in Ostrowo die Vorboten einer größeren Beweguirg gegen die Deutschen sind.
tum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Drtii fir l mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite i'rihd) 40 *Pf, auüwLrlo 50 Pf.; für Reklame« Anzeigen von 70 mm Brette ItzOPs Bei Platz. vorschr>st20' Ausschlag. Haupischristletter: Aug. (Roch Tlerantwortllch für Polink: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteck, tzano veck, sämtlich in Bietzen.
Tie Zahlung der „«iedergutmachung".
Berlin, 5. Juni. (Wolff.l Der Repa- rattonskommissiotl wurden am 31.5 als zweite Rate auf die erste Milliarde Goldmark 5 0 Millionen Goldmark angeboten Dieser Betrag ist nunmehr in gleicher Weise tote die erste Rate von 150 Mi Ilio, nen Goldmark der Federal Reserve Bank in Neuyork in DoNars über* wiesen worden.
Tic Abschätzung der abgcliefcrtcn Schisie.
Paris, 4. Juni. ^Wolff.) Da die. Kriegslastenkommission über die Abschätzung der von Deutschland ab gelieferten Schiffe gehört zu werden verlangt hatte, wird die Reparationskommission heute die mündlichen Einwendungen der deutschen Sachverständigen entgegennehmen.
«uüliefcrung eines Zeppelin».
Friedrichshafen, 4 Jmri (Wolff j In Erfüllung des Ultimatums wird Ende nächster Woche das in der hiesigen Werft liegende Passagiei>Luftschiff „Nordstern" an Frankreich ausgeliefert werden Ueber die gleichfalls hier liegende „Boden- f e e" ist ein endgültiger Beschluß noch nicht erfolgt.
Tevtfchlands Ausnahme in den Vdlkcrbuud.
Paris, 5. Juni (Wolff.) Havas meldete Eine Depesche aus London an die Zeitun- gen meldet, daß im Laufe des gestrigen Tages eine Sitzung des Rates des Völkerbundes stattgefunden habe, in der mit großer Stimmenmehrheit ein Antrag angenommen worden fei, nach dem Deutschland bei der nächsten Sitzung in diesen auf genommen werden würdt
Wir eM-ichen uns aber der Vervflichtlmg nicht, im Rahmen unserer Leistungsfähigkeit an der Erfüllung, der Lasten mitzuarbeiten Wir appeilinen an alle, welche an die Ilnausrührbarkeit des lllti- matums glauben, für den Antrag zu stimmen. (Beifall rechts und Proteste links.)
Abg. Müller- Franken (S.): Die antisemitische Frage hier aufjurollen, sei ein Skandal. Tobet stehe seit, baß man aus dem ganzen Mühldamm keinen Juden finden werbe, der frecher fei als Herr von Gräfe. Wir hätten doch das Ultimatum nur schweren Herzens unterschrieben und unter dem Zwange des verlorenen Krieges. Die Tiutfdinalioralen, die doch die Schuls an allem tragen, sollten sich hüten, diese Frage immer wieder aufzurvllen. Wir verlangen in erster Lime direkte Steuern. Aber wir werden infolge des verlorenen Krieges auch mit erhöhten indirekten Steuern auf Alkohol unb Tabak einverstanden fein. Uns wäre es am liebsten, wenn die Partei des Abgeordneten Henke in die Regierung eintreten würde. Ihre jetzige Neutralität ist keine wohlwollende, sondern eine bewaffnete, die gefährlich ist. Den Erllärungen des Ministers Ra- thenau stimmen wir zu. Wir sind mit der Deutschen Volkspartei ganz einig, ivenn sie erklärt, sie wolle nicht in die Regierung Nun kommt der demokratische Abgeordnete Petersen und stört unsere Harmonie. (Heiterkeit.) Die neue Regierung will das deutsche Volk retten vor dem Unheil, in das es die vorige sozialistemeine Regierung geführt hat. Wir wollen keinem die Tür verriegeln, der sich an diesem Rettungswerk beteiligen will. Aber an das Steuer gehören nur die, die einen klaren Kurs wollen. Die deutschen Arbeiter würden sich dasExperiment einerMischmaschregittung mü einer antirepublikanischen Partei nicht gefallen lasten. Wir arbeiten nur mit den Parteien zusammen, zu denen wir das für ein 3jfammenarbeiten notwendige Vertrauen haben. Wir unterstützen darum das Kabinett Wirth in der Erwägung, datz es wie bisher sei >en Warten, Taten folgen läßt (Beifall bei den Soz.).
Abg. Kurtage (Zentr.): Tte Deutsche Volks- Partei solle sich doch einmal die Folgen überlegen, die eingetreten waren, wenn die Mehrheit mit ihnen gemeinsam gegen das Ultimatum gestimmt hätte. Redner schließt ferne An Rührungen mit einer Polemik gegen bte Teutschnationalen und verliest unter wach'enden Entrüsttmgsrusen d.r Mehrheit Zeittmgsarti'el, die die deutichnalionale, aber auch die volksparteiliche Presse gegen die Regierung richtet, die er als schamlos und erbarm* lich bezeichnet.
Abg. Crtspien (USP.) pvotesttert gegen die anttsernikischen Angriffe des Wg. Gräte. Ueber ferne Stellung zar Regierung brauche er nach den gestrigen Ausführungen des Al"i Henke nichts mehr zu sagen. Redner unterftüBi noch ermnal bte Anträge seiner Partei 'über die Abhebung ber Sondergerichte und die Amnestie Tann wendet er sich gegen >ie Absicht, das in das Ausland verschollene ftapital dadurch zurückziibringen, daß bs unter Zusicherung der Abgabeireiheit, zur Tecfung ber ©nienteforberungen lenutzt 'werde. Redner polemisiert fobarat gegen die Orgesch- organiiatianen. Tte Aburteilung der Kriegsver- brtxher in Leipzii iei nur eine gerechte Sühne. Es bestehe kein Aitlaß sie als Helden zu feiern, rote es die Preise der Rechten tue. Weiler fordert er die energische Jnangii,Niabme der Sozialisierung, die auch aut die Landwirtschaft ausgedehnt werden mußte. Bisher hätten bie Reckes ozialisten in dieser Frage völlig versagt. Unser Mi:rintrill in die Regierung tvar unmöglich, weil wir nicht mit bürgerlichen Parttim zusammenarbeittn können. Tte ietzige Regierung wird sich vielleicht noch ein Weilchen hatten, von Tauer rotrb sie nicht sein und fann sre auch nicht sein. £tne starke Regierung rotrb cs erst irt'ber geben, wenn bie Arbeiter selbst bie Regierung bilden. Tte kommunistische Bewegung sei bereits zusammen- gebrochen und kein Arbeiter mache sich heute nod) etwas aus ihr. Seine Partei lehne bie Anträge des Mißtrauensvotums für die Regierung ab und lehne es ab, sich von den reaktionären Parteien als Vorspann tum, Sturze der Regierung mißbrauchen zu lassen. sBeifall.s
Abg. Külz (Dem.): Wir wollen nicht die Hände in die Hosen stecken unb zuiehen, wie bte Hoffnuno des deutschen Volkes zusammenbricht. Ein Vertrauensspruch des Herrn von Gräfe hätte der Regierung nur schaden können Normalisierung, Thvisieiung und Sozialisierung sind schließlich doch nur Erverimente. Dafür ist in ruhigen Serien vielleicht die Möglichkeit einer Erörterung. Heute lehnen rotr sie ab. Wir brainben starke demokratische Bundesgenossen, deshalb wollen wir die Deutsche Bolksvartei in bie finalitron hinein- gieren, ohne au» bte "Mitarbeit ter Mehrheirs- sozialdemokratie zu verzichten. Kritik sind wir auch unter den Kvalitionsvarteien gewohnt. Es faini ruhig einmal ein offenes Wort gesagt wt^n. Wir halten fest an den gcstr gen Ausiührimgen des Abgeordneten Peter'en Ob wir das Uli’.matum craiüen können, hängt auch von dem Gegner von gestern ab.
Abg. (»Jener <Ä.): Leine bürgerlickv Reale mng ist in ber Laie, bie Sozialisierru>a durchs führen. Tas kann mir die ziÄbewußte beiiericßan Tie Sozialdemokraten, Ute sich mit den Bürgerlichen eingelassen haben, haben das Gefühl für die Solidarität ber Arbeiterschaft verloren, sonst hätten sie nicht in der Frage der Amnestie die Arbeiter gegen den weitzen Terror im Sticke gelassen
Abg. Stresemann Deutsche Bolksp. ■ gibt bie Erklärung ab, daß feine Partei sich durch feine Angriffe in ihrer Stellungnahme hindern lassen werbe. Der Erllärung über Oder- schlesren roerbe feine Partei zustimmen. Im übrigen werbe sie aber Unterlasten, sich we be r a n e i n e_m $ertiauenä^ noch an einem Miß-
Erstes Blatt Hl. Jahrgang ( Montag, 6. Juni Ml
JJJJF d luabaic »«■ Anzeiger.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
Drnd und Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- und Zteindruckerei IL Lange. 5chriftleinmg, -efchäftrstelle und vruckerel: Zchulftratze 7.
Vertagung deS Reichstags.
Berlin, 4. Juni. lWolff.) Reichstag wird heute feine Arbeiten


