Ausgabe 
2.6.1921
 
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Dred nn6 Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch. und Skinöruderei K. Lange. Schrlflleitnng, Stschijslrftelle uu6 Druderel: Lchnltzratze i.

Programm der neuen Regierung

Das

ein

schaftsklassen gebe prüfen fein. Daß

botene Rücksichtnahme wird zu

wir um den

Milliarde Goldmark

recht-eilig geleistet.

Berlin, 1. Ium 1921.

HauS und Tribünen sind sehr stark besucht. Am 9teaierungStisch lind neben den anderen Ver­tretern de- Kabinetts auch die neuen Minister Dr. Rosen und Dr. Rat Henau erschienen.

Auf der Tagesordnung steht die Entgegen­

nahme einer Erklärung der Reichsregierung

Neichstanzler Dr. wirlh: Man erwartet von der neuen Regierung

Nr. \2b

Der *irheiet Aozeiger mit der Dienstayrbeilage .Zport-Umlcha»- er- schein', tdgltd), außer Sonn- und Feiertagc. Monatliche Sezuarpresse: Marli 5.- einschließlich Trägerlahn, durch die Posl bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Aernipre'ch - Anschlüße: für die Schristleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten. Unielger Liehen.

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den tonten, bie durch mW OZehaltSabzüge ihre Steuern begleichen, eine lebhafte Bcunrutn- gung fcnxngerufen worden ist. Ich mutz beit Appell an alle Kreise richten, diese Erregung nicht Stulititom Unordnungen ausivach en zu lassen.

ir müssen alles nm, rasch die Be.itzsteuern auch bei denen zur Durchführung zu bringen, die die Produktion in der vand haben. (Rufe b.t den Kommunisten: Ta werden Sie sich schön bte Finger verbrennen!) Eine gewisse Reserve liegt vielleicht auch noch in der Nachlaß st euer. Tie hm- sichtlich in der Besteuerung weiterer Berwand'.-

davon 150 Millionen (Goldmark in bar und der Rest durch SchatzroEel, die nach dem Wunsche der Reparationskommission das Indossement von vier deutschen Großbanken tragen. Ich darf nicht unterlassen, zu erwähnen, daß diese Bankinstitute in äußerst dankenswerter Weise der Regierung ihre Unterschrift zur Verfügung gestellt haben. Die e rtrocAfet sind bis zum 31. August cmzu- lösen. Das ReichSnnmtzministerium hat die er­forderlichen Vorbereitungen und Anordn 'n gen gc- troffen, um die Einlösung innerhalb dieser Frist sicherzusteUen. Am 31. Mai und d:r Revarations- Kommission weitere 50 Millionen Goldmark in Devisen angeboten roorben. (Zurufe bei den Kom- niimisten:9teben Sie von her Amnesire!" llnrjfe rechtS.'»

In der

Abrustungs frage

haben rort uns durch bie Annahme des Ultimatums den EntwafmungSbestimmmigni ber Pariser Note vom 29. Januar auf militärischem Gebiete, wie auf dem der Marine und des Luftwe'ens gefügt. Die Noten, die zur Durckführmig des Ultimatums mrt der von General Nollet geleiteten Militär - kontrollkommission und den anderen >lommissio nen gewechselt sind, werden in der üblichen Weise Dem Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten zu geben Tie bisher abgelaufenen Fristen sind auch auf bieiem Gckiiete cmgcbalten worden. Tie Reichstgierimg ist einmütig ber Ansicht, daß die Frage ber Entwafmung zu keinen weiteren 91 ei- knmgen führen, geschiveige denn Anlaß zu Sank­tionen geben darf. Was an uns ist, werden wir deshalb tun, um unser Versprechen in voller Lo­yalität einzulösen. (Zuruf des Ab-geordneten $)off- mann: ..Erst können vor Lachen!") ."berr Ab- aeordncter Hoffmann' Für diesen Zuru' erhalten Sie Amncnic! (Stürmische Seitrfe.t , Biiher ist von der deutschen Regierung in Erfüllung ber Entwaffnungsbedingungen unter anderem folgen­des veranlaßt roorben: Tie von der Militär - kontrollkomm ission festgesetzten Löchstbntände für die Bewaffnung und Ausrüstung des 100 000- Mann-Heeres sind unter Aufgabe des bis­herigen deutschen Wider spruchs von uns anerfamti roorben. Die Befehle zur Liefe­rung des dadurch überschüssig roerbenben Mate­rials sind erteilt. Tie Ablieferung ist im Gange. Tie sofortige Abgabe der von ber Kontroll kommissttm nicht zugestandenen Bestückung und sonstigen Ausrüstung der Lanbfestun- gen eiiisctztEich Königsberg, Lätzen, Boven und Küstrin ist angeordnet und wird unverzüglich durch' geführt. Tas gleiche gilt für die Küftenbe Festigungen. Die von der Kommission auf­gestellte Liste der zur Herstellung des Geräts für das 100 000-Mann-Heer ermächtigten Fabriken ist anerfamtt. Tie nichtzugclasstnen Fabriken werden geschlossen. Tie in den Pariser Beschlüssen ent halt mm Forderungen, die sich auf Marine und Lu ftfahrt beziehen, sind teils bereits erfüllt, teils in schleuniger Durchführung begriffen. Tas Gesetz, das den Bau von Flugzeugen und Flugzeugmororen verbietet, gebt in den nächsten Tagen dem Reichsrat zu. Ein Verbot der Ausfuhr von Luftmaterial ist erlassen., 2er Kontrollwmmission ist mitgeteilt worden, daß -mr die Unterscheidung der zivilen Luftfahrt von j)er Untersagten militärischen Luftfahrt anerkennen. Tie

fctDgramin. Ich will dieses Programn^ in kurzer Form zusammensassen in drei Worten. Sie heißen:

Verständigung, Wiederaufbau, Versöhnung

lAbgeordneter Hoffmann ruft:Amnestie!"». Mit dieser Formel soll ausgcdrückt werden, baß wir alle unsere Kraft daran setzen roeröen, das deutsche Staalsschiff aus den klippenreichen Wogen ber Krisen und Katastrophen in das ruhige Fahrwasser friedlicher Entwicklung durch Werke des Fnedons imb durch einen Aufbau nach außen und innen wollen wir zeigen, daß es un5 ernst ist mit heil Bemühungen, unseren Verpflichtungen dis aufs äußerste n a ch z n kommen und durch Arbeit und Leistungen die Freiheit des Vaterlandes $u erkämpfen.

Durch bte Annahme des Ultima­tums ist eine Art Schlußstein auf bie bisherige Entwicklung gesetzt roorben. Die Absicht der Reichs- ttgterung ist eindeutig und klar. Sie will über­nommene Verpflichtungen gewissenhaft und loyal erfüllen. Sie will zeigen, daß )te den Mttt hat, auch vom ganzen deutschen Volk zu verlangen, daß eS sich anftrengt, Leistungen allerhöchster Art zu vollbringen: denn nur bann, wenn man mit solchem Dillen an die Leistungen herangeht, kann man Höchstes vetlangen Hierin crblidi die Rcichs- regierung die einzige für Deutschland mögliche Politik. Nicht akademische Erörterungen, sondern aßein praktische Anerkennung des Leistungsprinzips, die für Deutschland und seine Lage Verständnis in der Well bewirkt Das Ultimatum stellt uns kurze Fristen. Einige finb schon obgefaufen. Wir haben sie ein­gehalten. (Bravo.) Auf

finanziellem Gebiet

tft bte bis zum 30. Mai *u zahlende eine

Ausbau der indirekten Steuern nicht werden herum kommen können, ist uns allen klar. Mehrere Gesetzentwürfe sind ui Vorbereitung. Tabet spiLt das Branntwernmonopol, bu Btersteuer, bte Beteiligung der lei der T a - bat ft euer beftefrmben Vergünstigungen eine Rolle, ferner die E rhöhu ng der Zucker- steuer einschließlich der Süßswffsteuer, bet der bie Frage emes Raffinerie Monopols ent­schieden werben nnrb. Ber beit inbirelten Steuern, wird großes Gewicht darani zu legen fern, daß bte Steuer ohne Steigerung des Verbraucherpreis'^ ju tragen ist. (Zurufe: Wie? ^Lachen.) In einer Konferenz mit denLandesfinanzministern ist darüber beraten roorben, wie die Erträge de S Grund und Bodens in eine moderne Steuerst)rm zu bringen finb. Auch hier liegen noch manche Steuer­quellen für die Länder vor. Tie Ausschäpiung dieser Quellen wirb nötig sein, damit bte gleich­zeitige Finanznvt im Reich, den Ländern und Ge- mernben beseitigt werden kann. T« Arbeitder Notenpresse bedrückt einseitig die Lohn- und Gshaltsempsängcr und die öemen Rentner. Tie Last darf nicht borzugsweise aut dreie «chultern gelegt roerben. Die Regierung will sie sobald iotc möglich von diesem ungeftmben Mittet check Noten­presse befreien. Neben ber unvermeid.'ichen Be­lastung des Verbrauchs müssen wettere Einnahme- quellen gesucht werden. Ich denke in erster Linie an bat von ber Geldentwertung minder betroficmi Besitz an sachlichen Werten, bte sog. Goldwert:, die von der Aendenmg des Papiergelbwertes niit Betrogen worden sind, vottviegend solche, in bene* Gewinne sind aus Koniunlluren ober aus der Angleichung an die Weltmarktpreise. Es mutz verhindert werden, datz zu dem Kriegs- und Revolu ttonsgewinnler sich der Reparationsgewinnler ge­sellt. (Sehr aut!) Sodann muß die Z u s ch u ß> wirtschaft des Reichs zur Stützung der So - zialroirtschast tfn b ber Verkehrsver- roaltungen möglichst rasch abgebaut tver- den, abgesehen von den Ausgaben zur Schäftung wirtschaftlicher Werte. Erst später f t das große Problem der Währungsfrage in Angn' s zu nehmen. Heute ist es bet dem labt en Zustand unserer Volkswirtschaft dazu noch nid*t Zci:

Im engsten Zusammenhang mtt dem Finanz- Programm steht das Wirtschaftsprogramm. Wir müssen unsere Volkswirtschaft einrichten auf höhere Produktion und National­wirtschaft liche Sparsamkeit.

Wenn wir die Reparationsleisrungen ausbringen wollen, müssen wir nicht nur im Jnlande höhere Werte erzeugen, sondern auch unsere Einfuhr einschränken. Wir müssen alle Aktivposten ber deutschen Zahlungsbilanz steigern, die Passiv­kosten Niederhalten. Was wir im Jnlande erzeugen können, müssen wir auch im Jnlande selbst Her­stellen. Die Einfuhr von Luxuswaren muß durch zollvvlittsche und steuerliche Maß­nahmen beschränll werden Sehr rich.ssa!» Man muß aber der deutschen Regierung die Verfü­gungsgewalt über die Zollgrenzen geben, damit sie Ordnung halten und ihre Ver­pflichtungen erfüllen kann Es darf fein neues Lochim Westen geschafft werden Sehr richtig.

Unsere Landwirtschaft muß auf die höchste Produktion eingestellt werden. Das ge­lingt nur, wenn die ganze Landwirtschaft sich energisch an diese Ausgabe madn. Tie Kultur- böden müssen durch rationelle Bearbeitung und Düngung vorbereitet werden. Tie Ausgaben hier­für sind nicht Verschwendung, sondern produk­tive Anlagen. Weitgehend müssen Motoren an Stelle der Zugtiere benutzt iverden. Tie agrarische Bodenssäche muß vermehrt werten. Tie Oedländereien müssen energisch und rasch kultiviert werden. Tie Beschäftigung der Ar­beitslosen wird dadurch tnobufrio. Maschinen und Gerätschaften müssen geschossen werden Tie landwirtschaftlichen Genossenschaf­ten müssen rasch und großzügig wett er entwickelt werden. Untere gesamte Wirtschaftspolitik muß auf größtmögliche landwirtschaftliche Produk- lionssteigerung emgeftellt werden Dadurch wird um'ere Ernährung gebessert und von der Aus­landsversorgung unabhängig. Wir müssen den In­landsmarkt mebr fördern als unsere Anstrengun­gen auf roeltwirtschaftlichemGebiete. Wir müssen aus dem Boden herausholen, was er her geben kann.

Tas gleiche gelt für Salz, Kohle- und Erzkammern im heimischen Boden, auch für die rationelle Ausbeutung uniever Forst- bestände. Das Verkehrswesen im In­nern des Landes muß ausgebaut werden zur technischen Höchstleistung Tazu kommt der Aus­bau der Handelsflotte und der Ausbau von Kanälen. Wir müssen un'ere Erwerbslo'en produktiv beschäftigen. Das Siedlungswesen muß gefördert werden. Unsere gesamte Indu­strie muß auf Höchstleistungen nach Quantität und Qualität eingestellt werden, Normalisie-

Ablieferung der überschüssigen Waffen der Po­lizei ist durchgeführt. Tie Anordnung, bte deutsche Polizei auf 150000 Mann zurückzuftchren, ist erlassen. Tie geforderten Maßnahmen zur Äenderungdes Wchrgesetzes und bett, die Ein- und Ausfuhr von Kfttegsgerät gehen dem­nächst dem ReichSrat zu. Tie Entwaffnung der Einwohnerwehren wird von ben Landesregierungen ungeordnet. Tie bayerische Regierung stand vor einer außerordent­lich schwierigen Situation. Ich habe diese nicht verschärfen wollen, bin aber nicht untätig ge­wesen. Tie bayerische Regierung hat inzwischen die bekannte Erklärung abgegeben. Wenn danach die beteiligten Kreise sich zu den unabwendbar ge­wordenen Entschlüssen durchgerungen haben, so Oerbienen sie Tank (Gelachter links). Ich spreche namens der Reichsregierung die Erwartung aus, daß die Wafsenabgabe pünktlich innerhalb ber ge­setzten Fristen erfolgt. Tie freiwillige Ent­waffnung ist eine wichtige Tat auch für Deutschlands innere Einigkeit. In ber Frage ber Auflösung ber Organisationen glaubt bie bayerische Regierung, daß nach erfolgter Waffenabgabe die bayerischen Einwohnerwehren nicht mehr unter die Arttkel 177 und 178 des Friedensvertrages fallen; aber die Reichsregierung steht vor dem Ultimatum vom 5. Mai, und dies ermöglicht ihr nicht, die Einwohnerwehren von ber Liste ber aufzulösenden Organisationen auszunehmen. Tiefe Liste, die wir überreicht haben, mußte bie Ein­wohnerwehren unb die Organisation Escherich ent­halten. Wir haben diesen Eingriff in das eigene Vcreinsrecht nur unter dem Truck der Alliierten vvrgenommen.

Ich komme nun zu den Aufgabar, die sich auS dem wirtschastlichenTeildesUltimatums ergeben. Das Programm ist weit ausladend und laus "lange Sicht gestellt. Es gliedert sich in das finanzielle, das Wirts chaftspro- grernnt unb bie sozial-ethischen Auf­gaben. Wenn wir 1921 dieselbe Ausfuhr haben, rote 1920, haben wir über 3Vi Milliarde^ Goldmart $u leisten. Tiefe Summe ist außer - ordenllich groß: aber ein theoretischer Streit dar­über, ob wir sie leisten können, führt zu nichts. Wir müssen zu Taten schreiten unb beweisen, wie groß unsere Leistungsfähigkeit i st. Die Sache der Frei hei t ist selbst mtt schwer­sten Opfern nicht zu teuer erkauft. «"Beifall, Ge­lächter aus ber äußersten Rechten und auf der äußer­sten Linken.) Ein forgiältiger und genauer Zah­lungsplan muß aufg.ft.llt und dem Garanti' -rungs- komitee not gelegt werden. Wir müssen, um die De­visen der Annuitäten zu decken, bestimmte Steuerquellen bezeichnen, die wir für Rc- paration szweckc zur Verfügung stellen kön­nen. Wir werden uns in kurzer Zeit über diesen Plan mit dem Garanttekomitee unterhalten müssen. Der Aus s'u hri ndc x ist unglücklich, brutal und roh. Die Wirkung aus die Welt­wirtschaft wird dies bald zeigen. ES wird nach emem neuen Inder geforscht werden müssen. Ob er ge­funden werden kann, ist noch nicht abzutz-hen. Tie Arbeiten in dieser Beziehung sind im Gange. Jeden­falls müssen wir danach streben, auf irgendein« Weise eine Summe als Einnahme zu schassen, die gleich hoch ist wie die schwankende Ausfuhrabgabe. Ich will nicht verfehlen, an dieser Stelle bei dieser wirtschaftlich bedeutunysoollen Angelegenheit bar- aus hinzuweisen, daß die Stunde des Reichs- wirtschaslsratSzurMitarbeitandem deutschen Geschick.gekommen fern wird.

Heute noch besteht eine starke Spannung zwi­schen der Kaufkraft des Geldes im Jnlande und Lllislande Diese Spannung wird ausgenützt werden müssen. Es wird Sache des Reichswirtscha tsratS lein die Vorarbeiten in bie,er Richtung alsbald fertigsirftcllen. Wir müssen sehen, die Reparations­summe als jährliche ZluSgaben auszubringen. Halt man Ausschau nach

neuenSteuerauellen, bann lenkt sich zunächst der Blick aur die Sohle. Ter heutige KoYlenpreiS i t bei uns Diel niedriger als der Weltmarktpreis. Tas wäre nid* möglich, wenn bei unS nicht tv. freie Kohlenwirtsckxrft durch- geführt wäre. Durch diese Zuitrnde liegt etne Reserve vor uns, die, wenn nottg, rur bte Repara­tionsleistungen eingesetzt iverden kami. xw ä t> a n- nunq zwischen Inland- und Welt­marktpreis muß ieben falls au-ge- niitzt werden. Es fragt sich mir, nne tvs geschehen kann. Ties wird demnächst zu klaren sein. Es muß ein Weg gesunden iverden, der cre Differenzierung zwischen _ v a u s - b'rand - unb Industriekohle gestattcft Im übriqc.i eilt es, auch bt: übrigen Steuern auszu- tauen, so bc:" sie hinreichend sind, Rarara- ttonskosten zu decken, aas Be'tteoen der Rcichs- fman$Derrr-aInmg nnrb habet von dem Gesichts- ruuft geleiter, datz die De sitz steuer^da, wo dies onne Schädigung des WreNchattsprozeffes durchgefichrt werden kamt, auegebaut werden mutz. Ich denke dabei an den Au sbau der Korpe r- 1 cha ftssteu e r, ei en ftärferm Aus bau der Bors en st euer uick> dann daran, daß Nicht allem neue Steuern beschosst werden, sondern bap, auch 2 urchftrhrung ber bereits verabfa redeten Steuern füxrrgeMt wird. (Sehr rissMS') Durch Ausbau der entsprechenden Organs anon können mehrere Milliarden noch gefördert roerben. Es tat eine große Menge von Geduld dazu gehört, un Lause eines Jahres fcte Veranlagung der B:-- , r'tz- und Einkommensteuer zu überwachen. Dir sind vorwärts gekommen, be'onders rt den leften zwei 'I*L>naten sind erfreu.! he Erolge er- Nell worden. Sie dürfen ni>ht D*fennatz daß m

3nnd^mt von Nnzrigen für bte Taqernummcr bi» iym 'Jlad)tn Nag vorher o!iN«jebeLeidinbl>chl.tft. Preis Ihr I nun höbe für Anzeigenv 34 mm Breil« örtlich 40 *Pf. auirolrH SO Vf., für Rtblame. Anzeigen von 70 mm «BiciuiSO'pf Bei Platz. öorfd)nft 2011 . Aufichiag 5aupi|d)ri(tlctter: Auq. Cvoetz verantwortlich für Politik: Aua. Goetz; für ben übrigen Teil: [)r. Remholb Ienz; für ben Anzeigenteil: ?,an»veck, sämtlich in Gtetzen.

ru ng und Typisier un g werden dadet eine große lkiolle spielen. Qualttä.Sleistungen ans allen Gebieten find für uns unbedingte Voraussetzung, tvtim wir allmählich in btt itVlttoirudwi bin ein- wachsen wollen. Durch QualltäiSleistnugen, nicht burd) Schleuderartikel iverden mir dra.ttzen Ab satz bekommen, ronm die Valutabedrängni' iiady lätzt. Ter Werkbundgedanke, ber schon Fortschritte gemackst hat, muß neu belebt werben. Nicht minder wichtig jft die Organisation unseres Wirrschastslcbens. In ber Industrie haben sich im Kriege unb nach dem Kriege EntwicklunirStormen berau»gcbilbct, die auf bad nachdrücklichste in ihrer Bedeutung für die gesamte Volkswirtschaft geprüft roetben müssen. Die Nationalwirtschaft und produktive E f f e ft ft e i g er it n g müssen planmäßig gefördert werden. Hier und da hött nran, Deutschland müsse wieder ein Agrar- float werden. DS ist vollkommen unmöglich Nicht Agrarstaat ober Industriestaat heißt die Parole, sondern Aararstaat und Industriestaat (Beifall.) .ES muß eher eine Industrialisier rung ber Landwirtschaft erfolgen im Sinne einer stark gefteigelten Technik, nie ober ein Zurückgreifen auf eine überwundene Wirt­schaftsform. Im übrigen dürfen Landwirtschaft und Industne sich nicht gegen üb crftrbeii alS Feinde, sondern als Brüder, die sich bewußt find, daß jetec in seinem Teile beitragen muß zur Ue6envinbung unserer Ivirtschaftlicheu Nöte

Ein gewaltiges ArbeitSsslb für viele, viele Inlroc ist mit die eil kurzen Erwägimgen gegeben. Dos Urogramm kann nur gelöst roe den, wenn auch die richtige sv'zial-ethifche Einstellung der deutschen Volksseele genronneu wer­den kann, imo das ist ein Problem des sitt­lichen Wiederaufbaues ber Nation

Wir müssen soweit nrit möglich bie inneren Gegensätze zur Ückstel len, dürfen uns nicht unsere besten Kräfte zerreißen An die Stelle ber Mutlosigkeit uno Vevzaallicit muß baS Bewußt­sein treten, baß ent Volk von der gefdndxtlüfxm Vergangenheit und den rotttschastlickfen Leistungen wtt das deutsche auch bte Notzeit überwinden Tarnt und imstande ist, trotz harter Lasten sein Schicksal zu meistern. Dazu ist notromdia, baß in ollen Kreisen des VvllvS der soziale friedfertige Geist platzgreift, der unbedingt niürocnbig ist, um ben sozialen Fortschritt zu erhalten, und die Arbeits fteudigkeit zu heben. (Erneute Zurufe der Abgo .Hossmann unb Höllern: Amnestie' LLmuestie! Prä« fibent Loebe: Akerne Herren, lassen Sie hoch den Herrn ReichS7an>'ler aussprechen: vielleicht kämmt er noch auf dieses Thema! Große HeiterLett, er­neute Zurufe von ben Kommunisten. Amnestie' Der Abg. Remmel wird wegen fortgesetzter Zuruss zur Orbnung gerufen, s-

In den letzten Wochen unb Tagen ist unser Blick nach Südosten gerichtet gewesen, wo unsere oberschlesischen Brüder

unter dem Truck korfantyscher Banden unerträg­lich zu dulden haben. 2llS bie Abstimmung ben Polen nicht ben erhofften Sieg btachte, al<3 bie überwiegende Mehrheit des oberschlesischen Volkes sich für Teutfchland entschied, hat 'lorfanto ben Versuch unternommen, sieh mtt Waffengewalt in den Besitz des Landes zu setzen. Ttr deutsche Regierung hatte dies kommen sehen und eS an Warnungen nicht fehlen lassen Trotzdem kamen Kampfmittel in gewaltigem Umfange über die polnisch-' Grenze, trotzdem wurden 80 000 Polen von diesseits und jenseits der Grenze be­waffnet. Ter Auf st and war bi - inS ein­zelne vorbereitet unb brach auf ein Lo­sungswort aus Nicht um eine spontane Volks­bewegung handelt cs sich hierbei, sondern um eme künstl ich entfachte und von außen gestützte Rebellion. (Lebhafte Zustimmung.) Und was ist die Folge? Terror, Verwüstung, Plünderungen der polnischen Insurgenten unb Eindringlinge spotten jeder Beichreibmig. Uner­meßlicher Shaden ist an gerichtet. Tie Landwirt­schaft liegt darnieder. Ttt Ernte ist auf das schrverste gefährdet. Gruben- und Hütten- betriebe stehen vor dem Zusammen­bruch. Schon macht sich in den von OberschlesM, belieferten Gebieten der schwerste Ävhlenma^E bemerkbar. So sieht das Land aus, im Februar vorigen Jahres im^W stand des Friedens und Gedeih! ber interalliierten Kommiss treuen Händen über geben -Hört? hört!) Tie verlassene oberfchleii^ völkerung hat zur Selbsthilfe g?grÄ t-au» und Hof, Weib und Kind ;u äußerster Notwehr bat sich ein obfl Selbstschutz gebildet. Ihrer Selbstbehe^I i'ie bisher bewahrt hat, bringen roiÄ Bewunderung entgegen. Das heuÄ schiessen vorg-ht, muß um so verdcM dem erscheinen, der die Geschichte de^M bie ich Ihnen hier nicht zu roiebeO Insurrettion kann nie Recht fcha® nie zu pottnsschem Gebiet etn seit 700 Jahren keinem polmscher^W angehört, uno in dem eS »gar nacÄ herDorragenber Polenführer nie Nationatisten gegeben hat. Noch dem Krieg hat btt Reichstagswah« deutschen Charakter des Lanbes^^I roenip bie mit ben gröbsten

Mlni'che Aqitotüni hieran ändern IH ine große 2lbstimmung ergeben, nis für «'ie noch sicherer zu machen, Polen, die die Emigrantenobsttmm^W Sie hoben sich getäm cht- Ttt T a gegen die Polen ausgeschM möchte nxm die Stimmen der (rm.Ä

Erster Blatt M. Jahrgang ' vonnerstag, 2. Juni 192|

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhesten