Ausgabe 
2.5.1921
 
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1980 tnf Ler^DniS ziemlich gut, wesentlich ge­ringer war bic Zahl ber Erkrankungen an bcn akuten InskktwnZkrmlkheiten, wie B. Diphtherie und Scharlach wir im Vorjahr«. Die Diphtherie- fälle waren so zsemlich auf beit ganzen Krers ver­teilt, während btt Schariachfälle zu Anfang des iIalwe4 in bern südlichen Teil des Kreises, honpt- fääiltch m ^Tciarftet an, Obe -TOjo3 u b Metz x^ Gehaag auf traten. Zu Ende des Jahres herrich'e in Ilbeshausen eine Scharlarliepibemie. TyvlstiS" fälle kamen 3 m Landenbausen in einem £xmfe bcr. Im Li lang des Jahres trat b e Errpte ui «nr-elnen Orte.« der Kreises stark am, es starcen an derselben 17 Personen.

Gerlchtssaal.

0 Marburg. 1. Mai. Dor eirriyer Zeit Wirtete sich ein Fuhrhalter in Ziegen Harn einen fremden Kutscher namens Richmann, der bas in ihn gesetzte Vertrauen schwer mißbrauchte. Als er einen Rri senden nach Treysa an bte Bahn fahren sollte, fuhr er mit den höben Pferden samt dem Wagen nach Staffel nub suche dort baJ Gespann M verkaufen. Sem Herr kam noch gerade zur rechten Zeit. Der Kutscher wurde vor einiger Zeit verhaftet und gestern vom Landgericht zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt

Vermischtes.

* Stern lo se Welten. In alten Märchen auf niedrigster Kulturstufe stehender Volker wird berichtet, die Sonne fei so unbe­scheiden gewesen, immer scheinen zu wollen. Da habe man nun die Nacht zu Hilfe gerufen, um die Sonne wenigstens von Zeit zu Zeit zudecken zu können. Daß es aber Wellen gibt, m denen keine Nacht die Sonne verdecken und den hypothetischen Bewohnern Dunkel bringen könnte, ist wohl wenigen bekannt. Die moderne Astronomie hat Beweise erbracht, und zwar find es diemehrfachen Sterne". Der* fgnntcfle ist wohl betDäumling" im Him­melswagen Heule wissen wir, daß dort, on die 100 Lichtjahre von unserem Erdenball ent­fernt, fünf leuchtende Sonnen gemeinsam ihren Neigen tanzen. Ein System von fünf machtvoll strahlenden Sonnen. Welch ein Schauspiel für die Planetenbewohner dieses Sternenreiches. Ein Wettstreit des Glanzes. Ewiger Tag in unerschöpflicher Fülle der Er­scheinungen und Bewegungen miteinander wetteifernder Sonnen. Und nie würde durch die Atmosphäre eines bewohnten Planeten das Flimmern auch nur eines Sternes bringen. Was mögen wohl biefe fonnenüberfluteten Be­wohner für Begriffe und Empfindungen von Licht und Finsternis haben, da sie doch nur das Dunkel in der Tiefe des bewohnten Bodens kennen? Und was haben diese Planetenmen- 'schen wohl für Möglichkeiten und Formen, die erhabenen Gedanken an eine Unendlichkeit zu bilden? Es wäre der Phantasie eines Verne oder Lüßmitz würdig, ein Bild dieser Sternen- kullur zu malen.

yandet.

Berlin, 30 April BörsetestisttmungA- bild. Die Haltung ber Börse schwankte. Die Hbgabeneiaung überwog vorübergehend. Dann waren aber leichte Besserungen bemerkbar, da immer wieder die Meinung zum Vorsä-ein Tarn, daß man nicht aNe Hoffnung auf Vermeidung drS SchlmrmNen aufzugeben brauche, da sich immer noch die TOögüdyteit von Verhandlungen u-ine. Die Kur-veräiiderungen bewegten sich zumeist im Nalmven von 25 Prozent Stä.f^r gebdkft waren Däfch, die 14 Prozent und Th. Gvlbsäpnibt die

17 Prozent tiettovett. PhSnir verloren 8, Nhrin- metall 9 und Oren stein u. Koppel 6 Pro^nt Da­gegen waren Gebr. Böl^ler um 10 Prozent höher. Bun Koloiiialwerten erfuhren Olcannrrnen betrachte liche Steigern 115m. ' Deutsch-lie^ersee und (Sliftri» zitätsuktien büßten den vorüberael,enden Gewinn von 13 vollständig wieder eia. Am Anlagemarkt bi d tc die St tg TJit^ter 3 pro- Deutsche 9 ei: i- Lnleche um P/» Prv^iu eine auffallende Erschei- irung. 3^ xpoozentige Reichsanleihe gewann 31/« Puvzent. Ungarische Anleihen Logen durchweg et» was an. Die Tevisenpreise ne. Isen stch höher. Ter Verkehr darin vollzog sich unter Schwan­kungen.

Frankfurt a. M., 30. April. Bör- senstimmungsbild. De po iii chen Sor­gen beherrschten auch am Wochenschlusse die Börse. Es bestand daher eine große Geschäfts­stille. jedoch blieb die Grundstimmung vor­wiegend behauptet. Selbst der Devisenmarkt war gestern abend wesentlich ruhiger und die erziehen Steigerungen einzelner ausländischer Zahlungsmittel neigten zur Abschwächung, be­sonders Neuyork. Bon Auslandswerten wa­ren Mexikaner unregelmäßig. Deutfch-Uebec- fee ruhiger, aber behauptet. Schleppend volb- zogen sich wiederum die Umsätze in Montan­papieren. doch war die Tendenz eher etwas ge­bessert. Phönix unterlagen mäßigem Ange­bot und gaben zum ersten Kurs 7 Proz. nach. Daimler-Motoren verloren 2 Proz. Benz la­gen schwach. Die Werte des Anilinkonzerns waren vorwiegend gut behauptet. Badische Anilin schwächer. Die übrigen Jndustriewerte zeigten ein ruhiges Aussehen. Schuckert be­gehrt, plus 3 Prozent. Aber Licht und Kraft, AEG. und Bergmann abgeschwacht. Unter Be­rücksichtigung der ungeklärten politischen Lage blieb der Gesamtverkehr bis Schluß lust­los. Schiffahrtsaktien gaben nach. Theodor Goldschmidt $0 Prozent niedriger. Privatdis­kont 33/< Prozent.

fd. Frankfurt a. M., 1. TO it Wie wir erfahren, hat der finanzielle Teil des diesjährigen Frühjahrsmeffegefchäftes einen uite erwartet günstigen Abs chluß gebracht.

Frankfurt a. TL, 2. Mal

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief Datum: 29. April. 30. April.

914.05

915,95

916,55

918,45

16,89

88,47

26,78

16,85 88,27 26,72

140,15

315,35

260,55

63,89

501,55

138,40

316,3

262,30

66,19

513,05

17,27 90,10 30,03

17,23 89,90 29,97

138,10

315,65

261,70

66,05

511,9-5

Amsterdam. Notlerd. 2305,15 2309,85 2317,65 2122,35 Brllssel-Antwerpen . 501,45 502,55 511,45 512,55 Thristiania 102',45 1023,55 1023,95 1026,05 Kopenhagen 1183,501191,20 1195/01198,20 Stockholm . . . . . 1520,95 1524,05 1544,45 1547,50

Helsingfor». ..... 139,85 " ""

Italien........314,65

London 259,95 'Jleunork 65,75 Pan» 500,45

Schweiz 1147,35 1149,65 1154,80 1157'20

Spanten ... Wien (altes). Deutsch-Oesterr. Prag Budapest. . . Bulgarien . . Konstantinopel

Marknotierungen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt!

Datum: 1.7.11 29.4. 30.4.

Zürich

Amsterdam Kopenhagen Vraa Stockholm Men London ..... .

Varis Neuyork

Fr. 125,10 8,75

Fl- 59,20 4,35

Är. 88,80 8,60

Är. 117,80 112,75 Ar 88,83 6,70

Ar 117,88 1012,-

Sh. 97,83 7,35

Fr 125,40 19,84 I 23,80 1,47

8,65

432

8.45

6,60

7'35

10,62

1,51

VSrienkm-se.

Frankfurt Berlin

Ebenb- Schluß- Schluß- Schluß- KnrS Kurs Kurs KnrS

71,50

Boch Gußstahlwerk .

295.

283,

195,50

230,

398,

295,

315.

73.

405,

175.25

145,-

509,- 427,50

29 4. 77L0

30.4.

77,50

620,50

508,-

484,-

D.-Luxemb. Bergw.. Gelsen Kirch. Ber gw. . harpener Bergbau . Oberschles. Eifenb.-B. Oberjchlei. Lifenind. . Phönix-Bergb -Ajtt.. Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerke. Elektr.A.E.G Schuckert-Werke. . . Fellen-GuUleaume. . Daimler Bud.- Eisenw.» 2lkt. . Adlerwerke s'/a Heff.Slaotsanl. . Elektron Griesheim .

Datum:

5\ Disch. ÄrieysanL 4 ®/e D>lch. ReichsanL 3e/e Dtsch. Beichsanl.

4e/e Preutz Äon(oli Darmstädter Bank. Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschast Dresdner Bank. . . Nationalbank f. D. . Mitleid. Lreditbank.

170,50 H.-Amerik Pakets. .

Norddeutscher Lloyd.. 149,50

29.4. 30.4. 77,50 77,50 68,60 68,80 70,50 72,10 68,60 68,30

180,- 180, - 293,50 292,- 246.50 246,- 211,- 210,50 189,- 188,75 179,50 179,- 176,- 174,- 146,- 140,25 430,-

296. 294,- 318,- 314,25 434,75 426,- 286,- 285,25 261,12 257,25 633,50 620,50 510,- 512,- 433,- 429,50 280,50 280,- 239,75 235,25 529,75 525,25 192,75 191,50 545,- 540,- 230,- 227,25

74,- 72,25 400,75 400,-

Züricher Devisenmarkt.

30. 4. 1.4.

Wechsel auf: Schweizer Franken

Holland........100 FI. = 20?L5 200.25

Deutschland 100 ML. = W 3.625

Wien 100 Är. = 1.49 1.50

Prag 100 Är. = 7.70 7.75

Paris 100 Fr. = 44.20 44.-

London \ £ = 22.60 22.56

3taüen 100 ß. 27.35 27.25

Brüssel 100 Fr. - 44.- 44--

'ßubapeft 100 Ar. = L45 2-625

NeuyorK 100 I = 571.- 569.-

Agram 100 Är. = 4.- 4-

Bnkarest 100 ß. = 9.20 9.25

(3n einem Teil bei Auflage wiederholt.) (Eine öeutjdiefiote übet öie unzulängliche Arbeit des Wiederherstellungsausschusses

SerliiL 30. Aprü. tWTB.l.Am 24. April übergab die Krtegslastcnkommiffion ber Reparationskommisfion eine Note, m ber es heißt: Nachdem der zur Prüfung des Scha^ dens gebildeten deutschen Delegation Gelegenheit gegeben worden ist, sich zu bcn Forderungen der alliierten Mattste zu äußern, beehrt sich bte deutsche Regierung, ber Repa.atlMtsL-mmis.ton zur Frage ber Reparationsoerpilichtungen folgende Mittei­lung zu machen: Tie von den alliierten Regierun­gen der Reparationskornmission eingereic^en Schadensrechnungen sind zum überwiegenden Teil in einer Weise ausgestellt worden, btt es nicht gestattet, zu einer klaren Erkenntnis der berechneten edwöen und ihre Bewertung zu gelangen. Sie enthalten in sehr vielen Fällen nur die Eird-iffern der einzelnen SchadenSgruvpen. Das voräelegte Matenal blieb für eine umfassende und systema­tische Stellungnahme un»ulänalich. Fn einer beträchtlichen Zahl von Fällen ist der Nachweis gelungen, daß die Schaden posten zu Unrecht ein» gesetzt oder zu hoch bewertet ober mehrfach in Rechnung gestellt worben sind. Damit ist die materielle Zuvrrlässigkrit der Schadensrechrrungen ernstlich erschüttert worben. Die beutidje Re­gierung kann mit Rücksittst aus b:e Unzulänglul)- feit ber Un-uverläsiigieit des ihr zugäng tch ge­machten Materials und mit Rücksicht aus bte Stürze der ihr zur Aeußerung gelassenett Zeit nicht an-

wi«berch)lt Verwahrung ringc-egt

ber

Nle4tr110e 11 allen Xf HMcllei

fchädigungsforberung gegebenen Zeit nnb bte Unzulänglichkeit ber Unterlagen tarier

gegen F)v- roote

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ertemren, 6of chr in Dreier Sberaus Wmtfomen Frage billiges Gehör int Sinne des Artikel- 233. Absatz 2 des Versailler Vertrages gewährt warn den feu

Aut Deistmg der deutschen Negiertmg t>3m 28. April ist seitens der Striegsla::enk)mmt7!tan eine Erklärung äbersardr worden, wo. in es hrrßt, datz sich die txmtfdic Regierung n id>t in der Lage fidit, am 29. Aprr. über den Zah^ lungsplan zu verhandeln. Tie deutsche Regierung habe vor wenigen Tagen der amen* konischen Regierung einen neuen Brün übte* mittell, auf rockhcn die Antwort noch ausltche. Tie deutsche Regierung möchte es unter bteiai Umständen zunächst bet Reparation - )ommis s ro« überlassen, ih.e.serts einen Plan auszuste l-n. tw sichtlich dessen sie seboch alle Vurb^chalte macht. 6te verweist habet aui bte bet beu Verhandlungen über bte Höhe der Entschädigungssumme von thrae Vertretern abgegebenen Erklärung.-«, at welchen bte Unzulänglichkeit der ihr zur Prüfung bet Ente

den ist.

Auf Weisung der ReichSregierung tnnf 28. April hat dieKriegslasten t j m m t f| toi das mit ber Note vom. April bjn der Ra» v<nations'>onrmisfü.ni gestellte Verlangen eui liebed< fübumg ber G o l d m r l l i o r be ber Reichs« bank aus bte Bank be France mit einem Schreiben beantwortet, in bem es heim: Tte deutsche {Re­gierung glaubt, daß das in ber Note ber 5Repara* tisnsvommission vom 22. April enthaltene Ersuchen auf 'Ablieferung von einer Milliarde ©olbauxrf in die Gewölbe ber Bant von Frankreich, aiT dessen rechtliche und tatsäch.rche U bu.ch ikhrbirfc-ü hier nicht nochmals angegangen we b.m soll, nicht aufrecht zu erholten ist. Ter Reichs t aa txit ferner ein Gesetz befchloffen, bas aus bte Verfü­gung über Gold weiterhin dis zum L Oktober 1921 verbietet und strafbar macht.

Abänderung Der deutschen Vorschläge?

Pari 30. April. iWTB.) HavaS meldet an8 Neuyork: Die allgemeine Meinung g« ht doh n, daß die Revarations.rage der Ha uptg-gen stand gestrigen Beratungen des Kabinetts war. Qu er. wissen Kreisen redmet man damit, baß dir bt schenBor schlage derart a b ge u «. tt den, baß fie für bie Verbandsregrerungen uxxd* Wiederaufnahme der Bcrhanblungen annehmbar werden können.

Ein Attentat in Riga.

Riga, 29. April. (WTB-) Bei einer Schule in der Nähe von Baus? wurde, demTOemrieii Dampfbvot" zufolge, auf das Automobil des Mi­tt i st e r p r ä f i de n t e n, der zu einer Volksver­sammlung fuhr, eine Handgranate geworfen. Der Mimstervräsitant b.L'b unverletzt. Dec Atten­täter, der Solbatenklcidung .trug, konnte bisher nicht verhaftet werden.

Aus der Kommuniftenpattei.

Berlin, 30. April. ^Zriv.-Tekegr.) Nach einer Meldung des Derl. Tageblatts au5 Halle veröffentlicht der Landtagsabgeordnele Höttge anläßlich feines Ausscheiden- aus der kommunistischen Partei einen Auf­satz, in dem er mitteitt, daß die kommunistp- sche Partei in Deutschland nunmehr eine Sekte fei. In Anhalt, wo die kommunistische Partei stärker gewesen fei als in fast allen aro­heren Gebieten Deutschlands, feien TOaffate auStritte erfolgt. Es lägen Abmeldungen garo- -zer Ortsvereine vor.

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Van 10 Uhr ab können einzelne Wünsche berfldte sichttgt werden. 5068

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Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Billingen für 1921 liegt vom 4. Mai L 3- ab eine Woche zur Ein. sicht von Interessenten auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters offen. Einwendungen Können während dieser Jett schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, die auf den Wert der Gebäude nebst Zubehör und Baupältze, auf die land» und forstwirischafilich ge­nutzten Grundstücke und Rechte sowie auf bas Be­triebskapital ausaefd)lagen wird. Zu dieser Umlage werben auch bie Ausmärker herangezoge«.

Versteigerung.

Mittwoch den 4. Mal, nachm. 2 Uhr, wird auf unterzeichneter Bürgermeisterei der Gemciudc» bikgkudod (Saaner Nasse), 2 Jahre att, zum Sprung nod) sehr gut geeignet, wett Inzucht, meiftbieienb versteigert.

Geilshausen, den 1. Mai 1921.

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Gietzen, den 30. April 192L

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