Ausgabe 
2.5.1921
 
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Nr. W Zweiter Slatt

Vle neue zcrnsprechgebührenordnung.

DaS Reichspost Ministerium hat Linen Gesetzentwurf fertiggestellt, der eine grundlegende A e n d e r u n g der jetzigen tzernsprechgebührenordnung bedeutet, die in ihrer bisberigen Form weder den Anforderun­gen der Vostverwaltung, nod) denen der Teil­nehmer am Fernsprechwesen Genüge leistete.

Bor Vertretern der Presse gab im Reichspostmuseum Ministerialdirektor Feierabend einen Ueberblick über die Grundzüge und wesentlichen Bestimmungen deS Gesetzentwurfs, der in allernächster Zeit den Reichsrot und den Reichstag beschäftigen wird. Auf Grund eines Beschlusses der Natio- nalversammlung vom 24. April 1920, eine baldige Nachprüfung der Gebührenordnung unter Berücksichtigung wirtschaftlicher undfo- zialer Gesichtspunkte vorzunehmen, hat sich die Reichspostverwaltung nach umfassender Vor- arbert zu einem neuen Entwurf entschlossen, der an die Stelle der Pauschgebühren einen reinen Einzelgesprächstarif setzt.

In der Begrürrdung des Entwurfs wird die Pauschgebühr als unsozial und unwirt­schaftlich verworfen, da sie die Denigsprecher zur Tragung der Kosten, die durch die Viel- sprecher verursacht werden, heranzieht. Die Vostverwaltung wolle durch die Neuregelung reine Ueberschüsse erzielen. Sie betrachte es aber bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage als ihre Ausgabe, dos bisher tägliche Defizit von 2 Vi Millionen Mark durch Einnahmen in Höhe der Selbstkosten zu decken. Ta nur 4,4 Prozent der erwerbstätig gen Bevölkerung und 17 Prozent der Gesamt­bevölkerung den Fernsprecher benutze, gehe es nicht an, die durch einen kleinen Teil der Steuerzahler verursachten großen Kosten der Allgemeinheit aufzubürden.

Wie aus den weiteren Darlegungen des Regierungsvertreters hervorging, setzt der neue Entwurf an die Stelle der Pauschgebüh- ren eine dreifache Kostenberechnung durch die Postverwaltung: eine einmalige Ge­bühr für die Einrichtung des Fernsprechappa- rotes, eine jährliche Gebühr für die Miete des Apparates, seine Unterhaltung und seinen An- schloß und die Gebühr für das einzelne Ge­spräch.

Die neu hinzutretenden Teil- nehmer werden in Zukunft zwei Drittel der Anlaaekosten zu zahlen haben, und zwar 200 Mark bei einem Hauptanschluß, 100 Mk. Lei einem Nebenanschluß in demselben Hause, und 300 Mk. bei einem Nebenanschluß in einem anderen Gebäude. Die Grundgebühr soll in Stufen von je 50 Mk. gestaffelt werden, bei Aemtern mit mehr als 1000 Teilnehmern in Stufen zu 60 Mk. Da eine gewisse Anzahl von Gesprächen durch Versagen des technischen Apparates nicht zustandekommt oder getrennt wird und sich deshalb Ungenauigkeiten nicht vermeiden lassen würden, so sollen deshalb bei den Aemtern bis zu 1000 Teilnehmern drei Prozent, bei denen bis zu 10000 Teilnehmern 5 Prozent der zu zahlenden Gebühren nicht zur Anrechnung kommen. Teilnehmer, deren Anschlüsse überlastet sind, sollen von der Telegraphenverwaltung aufgesordert wer­den, einen weiteren Apparat aufstellen zu lassen. Falls dieser Aufforderung nicht nachge­kommen wird, sollen die betreffenden An­schlüsse gekündigt werden. Aemter mit mehr als 1000 Teilnehmern werden ununterbrochen Tag und Nacht Dienst unterhaUen. Es wird aus die Erhebung einer besonderen Gebühr für Nachtaespräche verzichtet, dafür aber ein Zuschlag von 20 Mk. auf die Grundgebühr erhoben werden. Die Gesamtverteuerung der Fernsprechgebühren wird 60 Prozent betra­gen: allerdings werden die Vielsprecher hieran mehr beteiligt sein, als die Wenigsprecher. Die PostverwaUung rechnet bei der Durchführung des neuen Gesetzes mit einer Kündigung von Anschlüssen bis zu 10 Prozent, und mit einem Rückgang der Gespräche bis zu 20 Prozent. Sie glaubt indessen, daß dies nur zu enter Reinigung des Verkehrs und zur Abdrosselung der überflüssigen Gespräche führen wird, die jetzt einen erheblichen Teil aller geführten Ge­spräche ausmachen.

Im übrigen sieht der Gesetzentwurf die Aushäung der bisherigen Beschränkung vor, wonach nicht mehr als fünf Nebenstellen an einen Hauptteilnehmer angeschlossen sein

Herr« Collins Abenteuer.

Roman von Frank Heller.

6. Fortsetzung- (Nachdruck verboten.)

Es war, als härte Mr. Bateson geahnt, i»B sein Feind in der Näbe war, dem m demselben Augenblick, in dem Philipp tut erbltdte, sprang er in das Aull, und d cses flog das Em da» km ent entlang. Seine rückwärtige Laterne war ango zündet, und in ihrem Lich e las Phrrov btt Num- mer 12 M 1000.

Mit einem plötzlichen Entschluß stürzte Philipp im Laufschritt dem Feinde nach, aberdcr Lamm war zu ungleich, und das» ickeoarze Pa.lha.dauU wäre schon längst außer ^ebwei.e gcroeien, trenn nicht im richtigen Augenblick ein Taxt amgeraucht wäre. Er sprang hinein und gab dem Ehauiseur Ordre, nachzufahren: aber er konnte nicht lange sitzen bleiben. Gleich hinter Waterloo B.rdie bog das Auto 12 M 1000 in eine Quergai e, die nach dem Strand führte, wo der A.endverkchr zu un­geheuren Proportionen angewachsen war. 3nt letzten Augenb.ick, ehe noch bnr <m ber ede voMerte Polizeimann den Arm hatte Helen können, pretzch fick Mr. Baresons Auto aus den etranb, ir d hmm schloß sich die Lücke im Lerkehrssttvm w'.d r hermetisch. Wütend ü er dieses Pech man Philipp seinem Chauffeur einen Schilling zu und tauchte unter dem Kopfe eines großen Ardennerv e b-'5 tn dem Abendrerkehr des Strands unter, um seinen Feind zu verfolgen Aus die Gefahr, jefcm Augen­

Giehener Anzeiger (Gencral-Anzeiger für Gberhessen)

Montag, 2. Mai 1921

dürfen. Im F e r n v e r k e h r ist die Neuerung beabsichtigt, bei Entfernungen von mehr als 100 Kilometer bei liebedd,reiten der ersten drei Minuten nicht mehr weitere drei, sondern nur die einzelnen Minuten anzurechnen. Im Ortsverkehr wird sich eine Sprechverbinoung auf ungefähr 20 bis 25 Pfennig stellen. Im Fernverkehr sollen bei Entfernungen bis zu 500 Kilometer 9, bis zu 1200 Kilometer 12 Mark gezahlt werden. Durch Vervollkommnung der technischen Ein­richtungen werden in Zukunft sowohl die An­lagen- als auch die Betriebskosten wesentlich vermindert werden können. Tte Einführung der Lautverstärker seit Erfindung bei Dynamomaschine vielleicht die wichtigste Er sindung im Fernsprechtvesen gestattet z. B den Durchmesser der Kupferleitungen ganz er­heblich herabzusetzen.

Au» Liessen.

Die neue Ortsklasscueinteilung.

dz. Darmstadt, 30. April. Außer den vor furaem in höhere Ortsklassen versetzten Orten Mainz, Worms, Neu-Isenburg, Lam­pertheim und Viernheim ist nun nach hierher gekangten Mitteilungen noch eine Reihe wei­tere Orte durch das Reich neu eingestust lvor- den. In die Klasse B wird eingereiht: Bingen, nach C kommt neben einer Anzahl Orte in der Provinz Starkenburg Vilbel; nach D kom­men u. a.: Bad Salzhausen, Nidda, Grün­berg, Heuchelheim, Hungen, Klein-Linden, Lotbar, Wieseck, Büdesheim.

Bus dem besetzten Gebiet.

Scharfe Zollkontrolle.

mc Frankfurt a. M., 1. Mai. Die Franzosen nehmen es mit der Verzollung der Güter äußerst genau. Seit gestern wird auch die Waldbahn von Frankfurt nach Schwan­heim auf das genaueste kontrolliert. Sechs Marokkaner und ein französischer Zoll­beamter durchschreiten Wagen für Wagen, wobei sie einzelne Reisende auffordern, ihr Gepäck zu öffnen, das dann verzollt werden muß, wenn es nicht unter das sog. Freigut fällt. Die Züge erleiden durch die sck)arfe Kontrolle nahezu eine halbe Stunde Aufent­halt.

Saarbrücken, 30. April. (Wollff.) Die Saarbrücker Landeszeitung meldet: Die englische Regierung hat offiziell er­klären lassen, daß alle aus vem S a a r g e - biet stammenden Waren durch die Sank­tionen nicht betroffen werden, sofern die Zollhehörden aus den Papieren (lh> sprungszeuanis usw.) die Ueberzeugung ge­winnen, daß es sich um saarländische Erzeug­nisse handelt. Die hiesige französische Zollbe­hörde und die Reaierungskommission einer­seits U7td die englischen und belgischen Be­hörden andererseits sind in Verhandlungen eingetreten, um den französischen Zollbehör­den das Recht zu übertragen, auf Fragen der genannten Regterungen bte Legalisierung der Ursprungszeugnisse vorzunehmen.

§Itzung5bericht fer Handelskammer Eiehen.

Auszug.

Bezüglich der Neuordnung deS Eisenbahnwesens vertritt die Handelskam­mer die Auffassung, daß an dem bisherigen Syslrm der beutfd/C.i Eisenbahnen grundsätzlich feityutjal- len sei und daher Vorschläge, welche auf eine lle&ertührung der Reichseisen bahn in gemein» wirlsck?astliche oder gar privatem rlschoftliche triebe abzie'en, bekcMrpft werden rnüisen. . Eine gesunde Dezentralisation sei' in dem Sinne an» zustreben, daß angemessen große Eisenbahn-Ver­waltungsbezirke eine größere Selbständigkeit er­halten.

Tie Handelskammer lehnt die Bildung von Wirtschaftsprovinzen nn Sinne sich ab­schließender, eine einheitliche Wirtscl-astsvolttik des Reiches verhindernder Neubildungen ab. Hin­gegen tritt sie nach wie vor für die in der Reicks- Verfassung verankerten Berirkswirtsck-aftSräte ein, deren Aufgabe in der Wahrung der sp-Kifisch rv- gionalen Jntere'sen der leweiligen Wtrtschafts- gebicte hefteten müsse.

In Begutachtung eines Gesetzentwurfes über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Auslande haben sich int hessischen Han­delskammern in einem gemeinsamen Bericht an

klick Automobil rädern oder Pferdrhu en zum Opier zu fallen, gelang es ihm, dem feindlichen Auw bis zur Ecke von Aldvych zu fo gen. Ter wrrnjT war so dickt, daß 12 bl 1000 fick immer nur ern Da ar Räderl äugen vorwärtsvressen bann e Ent- lick fchwenkre sein Chaufteur, der interna iltn gc- sckickr zu fein schien, einem Autobus und etiem Lastwagen gerade vor der Nase nach A.doych hinaus; Phllipp machte einen kühnen Sprung, leitete sich vor einem blu dürftigen Ltvton xe r- verv-Auto m ein freundlich summendes freies Auto- taxi, uni) die Jo b wurde unter gleichmäßigeren Verhältnissen Kingsway hinunter nach Hotborn fortgesetzt. Aut d«n Trottoirs von Holborn, und Oxsorv-Strect yojen tausend böpsige»ren nack Westen; aus den Swtionen der unten d'.'ck-en Eisenbahnen wurden d e Menschenma sen ftoß-oeise hinausgesckteudrrt, ganz so wir das Warer aus einem gebrochenen Leitungsnohr strömt; und zwi­schen dar. Trottoirs war die Straße ein etutier dröhnender Rararaft von Fu^rwe ten, über benen der Benzmrauch in weißen Wirbeln sprühlr nn? der Sckaum eines Wasserfalles. Ter Abendllimmei darüber war gelbrot. wo er nickt von den Bogen­lampen zu grünblau gebrochen Würbe.

Plötzlich schwenkte 12 M 1000 in eine Ouer­gösse und blieb da stehen; u b Phi ipp stuckte, als er sah, daß seine ganze Jagd ihn nur $u_bem wohl bekam'.en öaire Nummer 118b Do d-S treet gerührt hatte. Mr. Bateson sprang heraus, aber während Philipp seinen Chaufteut bezahle,^bestieg er wieder jpin Auto und setzte sich an das Steuer.

bas LondeS-Arbeits- und Wirr schäft Samt babin ausgeiprvckrn, baß s» sich her Notwendigkeit emer besseren Ausgestaltung bet Statistik des Warenverkehrs nickt verschließen, daß aber bei einer Neuordnung des statistischen Verfahrens dem Handel und der Jnduftr« nicht neue Ers'ckwemn - gen durck eine zeit- und arbeit raubende Beant roortung non allerlei Fragen in den ftattftftckc-n Anmeldcfchemcn erwachsen dürfen; im einzelnen haben sie eine Reihe von Berbeiferungsvvrschlägen gemacht.

In Begutachtung eines Erlasses des Reick» verkchrsministeriums über dir beabsichtigte Be- schrenkung der Haftpflicht txr Eifenbahr» auf 20 M. pro Kilogramm haben sich dic dessifchen Handels- rammrrn dem Beschlüsse deS Verkehrsausschusses des Deutschen Industrie- und Handclsrages an geschlossen, in welchem vor der Durchsüdrung einer olckm das Ansehen Deutschlands aufs '"cktttrste sckädmcnden Nkaßnahme gewarnt wird. Bezüglich brr Versicherung des Frachtguts gegen Verlust, Minderung und Beschädigung dürse diese erst von der Grenze ab eintreten, bis zu welcher- die Haftung der Eisenbahn als gesetzliche Pstickt bestehen bleibt, d. h. von 20 Mk. für ein Kilogramm Waren­wert ab.

In ihrer gutachtlichen Stellungnahme zu den von der 2>tab t Gießen geplanten Steuern hat sich die Handelskammer gegen eine Einführung einer F r e m de na bg a bc als Der kehrsleindlich ausgesprochen, ebenso hat sie die Verbrauchsabgaben für Trauben-, Obst­und Brarmtwcin ato handelsfeindlich grundsätzlick abgelchnt, hingegen die Warenhaus- und Filialfteüer zum Schutze des ortsansässigen Kleinhandels gutgeheißen.

In Unterftützima einer Eingabe der hessi­schen Arbeitgeberverbande für das Baugewerbe an den Landtag wird die Haiib.'lskammer gegen bte Vergebung von staatlichen Bauarbei­ten an die Bauhütte in Frankfurt a. M. Ein­spruch erbeben.

In Wahrung der Interessen der Elektro- Installationssirmen ihres Bezirks bat die Handels­kammer gegen die Vergebung von elektro- technischen Lieferungen durch die Eien- bahndirektion Frankfurt unter Ausschluß jeder Konkurrenz an zwei Frankfurter Firmen im Be­trage von jährlich 6 Millionen Mark Protest eingelegt.

Aus Anregung ihres sachverständigen Mit­glieds hat die Handelskammer den Vorort des hessischen Handllskammcrtags gebeten, namens der hessischen Handelskammern gegen dic einseitige Bevorzugung der lanbwirtscha tlichen Genossen­schaften zum Nachteil des Handels bei der sogen. M aisaktivn entschiedenen Einspruch zu er­heben.

Tie Handelskammer wird inGemeinschaft mit den übrigen hessischen Handelskammern sich für eine Erhöhung der Wertgrenze bei Postaus- trägen von 800 auf 3000 Mark, für eine Beschleunigung in der Herstellung von P o ft - scheckkontenver zeichnissen sowie für eine Beseitigung von offenbaren Ungleichheiten bei der Frachtberechnung von Warenladungen in 10-, 12Vz- und 15-Tonnenwagen einfetzen.

Tie hessischen Handelskammern haben ge­meinsam gegen die Uebertragimg der letzten W e tn- zuckerverteilung an die Landwirtschaftliche Zenkralgenossenschaft Emspruch erhoben.

Tas Landes - Ernährungsantt hatte in einem Rundschreiben an die Kranken- und Heil­anstalten des Landes diese aufgefarbert, auch nach Aufhebung der Eierbewirtschaftung den Eierbedan bei derjenigen Finna zu decken, welche im vergangenen Ja hie die Geschäfte der Landes- Eierstelle geführt hat. ©caen diese einfeitige Be­vorzugung einer einzigen Firma zum Nachteil des Handels haben die hessischen Handelskammern Widerspruch erhoben.

(Schluß folgt.)

An» Stabt ttnb Catib.

Gießen, den 2. Mai 1921.

Eine Mahnung an die S-aturverwüster.

Gegen zweckloses Sammeln von Tieren und Pstanzen wendet sich die bekannte Zeitt'chriftKvS- moS" in den folgenden beherzigenswerten Worten: Wir möchten bei die'er Gelegenheit wiederholt betonen, daß ein Sammeln nur dann Wert hat. wenn cs fustenratisch nach wissenschaftlichen Grund­sätzen erfolgt Gegen die finntote Sammelwut, bie leidec besonders einen nur allzu großen Teü her Sckickjugend erfaßt hat, müssen wir energisch Front machen und erachten eS als Ehrenpflicht ledcs einsichtigen Naturfreundes, namentlich der dazu in erster Linie berufenen Herren Lehrer, hier­gegen anzukämpsen. Turck die Jagd nach seltenen Arten sind manche der Gefahr vollständiger AuS- rot hing nahegebracht. Es gilt d,es ebenso vorn Schmetterling- wie vorn Käser- und Pslcnr^niam- meln Nur wer durck Einsicht in das Natu heben d n i'ckul ig 'n Re v kr vv. >e ne, LebenSäi ß rnngat

?eit»mten hat, Mitt zur Anlagt einer Sanrrnliny ^rtcktigt va- bloße Legion gen und Aup spießen ober Abreißen und Pressen der Natuvobjektt du.ig ij lutuig r?:c nedxnit dK< 2lneignLn von totem Gedäcktm-kram!'

Prämien für da» Freimachcn von Wohnungen.

Eineii neuartigen Weg zur Gewinnung ix>n Wohnräumen Ixit die Stadtverwaltung inLiegnitz beschritten. Sie gewähr! für ba-5 Freimucken von Wohnungen Prämien nach folgenden, von der Zentral stelle des beul schon Städtetages bclanni gegebenen Grund­sätzen: Wer eine selbständige Wohnung Küche inne hat uiid sie dadurch freimacht, daß er seine Haushaltung mit einer anderen ver einigt, so daß zwei Haushaltungen in einer Wohnung geführt werden, unb wer auf bte Dauer von fünf Jahren auf den Anspruch auf eine neue Wohnung in Lieanitz ver­zichtet, bann eine Prämie aus Mitteln bet Stadtkasse erhalten. Tie Prämie famt auch auS freiem Antrieb nach aus­wärts ziehenden Familien und einzelstehen den Personen mit eigenem Hausstand gewährt werden, wen« dadurch die Wohnung für das Wohnungsamt verfügbar und auf fünf Jahre auf die Zuweisung einer Wohnung in Lieg «itz verzichtet wird. Die Prämie für jeden freiwerdenden Wohnraum beläuft sich bis auf 300 Mk. bziv. bei Wegzug bis auf 500 Mk

** Werbungen für dic Fremden^ legion. Am Frcitoo berichteten wir kurz, daß ein junger Mann aus Freienseen bei Lauback sick zur Fremdenlegion anwcrben ließ. Hierzu erfahren wir nock folgende Eir.zckbeitcll, die über daS skruvcllo'e Vorgehen der franMiicken Aatnten Auft'chlutz geben und zugleich als Warnung Diener mögen. Seit einigen Wochen hielt fick in der Faorik des Rheinlandes, in der der Freienfoener alS Heizer arbeitete, ein besser gekleideter Herr auf. Er verfachte verfchiedentlick junge Leute durck große Versprechungen, Kneipereien usw. zu be wegen, mit ihm nach Hamburg zu fahren, nro er angeblich ein Schift b'säßc. Mtt dnn Fretensaencr schloß erFreundfcha t" und veranlaßte ihn, sich mit ihm auf ein Schiff zu begeben. Er erzählte dort, auf dem Schiffe erhalte er nach einem Jahre Dienst^ik 70 000 Mk. und könnte e5 außerdem bis zum Kavitän bringen. Der junge Mann fiel auch auf diese Bersvrechilng.h'nein unb benab sich zu dem Agenten. Seit dem 22. Avril find bKde verschwunden. Die Angelegenheit ist der Staats­anwaltschaft in Duisburg übergeben worden

Landfrris Gicßcn.

o-o. Heuern, 50. April. Im Gegen» satz zu früheren Jahren wird schon 'jetzt fleißig Holz eingefahren, da die alten Dor- täte meistens aufgebraucht sind. Aber die Zuweisung des diesjährigen Hol zeS durch ben Gemeinderat ist gering. Jede Haushaltung erhielt gleich große Mengen an Scheit- und Stockholz und Reiset und bte mit Viehwirtschaft noch Reiser oder Stockholz Im Gegensatz zu unterem Ort und einigen der Nachbarschaft soll die Holzzuteilung tn der Gründerger Gegend ausreichend sein

LrciS Düdlngen.

" Büdingen, 30. April. Am letzten Somv tag wurde hier her Kreisseuerw^ hrtag tieranftaltd Aus dem ausführlichen Bericht des Kreisieucrwchr- infpektors Göckcl war ersichtlich, daß im lkreis Bü­bingen 5153 Feuerwel)ricute den Feiterlöschdtenft oerfeben, davon 737 freiwillig und 4416 bet der Pflicktfeuerwehr und Hilfsmannfckoft. Im fitucr- lösck)dienst stehen 118 Spritzen, 51 mit unb 67 ofrv Saugvorricktung An Schläuchen sind vorhanden 12 610 Meter, gegen 11 906 Meter im Hahrv 1913 Mechanische Schiebeleikern stehen im Kuns 11, trag­bare Schiebeteikern mit Stützen 34, Leitern mit Stützen 30, ohne Stützen 96. Hakenleitern 126 unb Tachleitern 50, neu angefchafft wurden zwei Leitern mit Slützstongen, selbsttätigen Fallhaken mit AuS liebfeil. 43 Orte besitzen Wasserleitung. Seit dem 1. April 1919 sind 21 Brände gemeldet worden

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 1. Mai. Nach bet Statt» stik des AreigesundheitSamteS für bar Jahr 1920 sind im Steife Lauterbach 386 Per tonen gestorben; die Sterblichkeit hielt sich un aefähr auf der Höhe der letzten Jahre, der Durch schnitt der letzten 10 Jahre betrug 391 Lebend geboren wurden 698 Amber. ES oleibt also ein Geburten übe richuß von 312. Aus 1000 Emwohnei kamen 23 Geburten und 13 Sterbefälle. Im Jahre 1919 sind 450 Linder lebend geboren unb 386 Personen gestorben. Tai ergibt einen lieber schuß von 64. 1918 sind 277 lebend geboren, ge­storben 541, HebersÄuß 264. 1917 sind 305 lebaii geboren, gestorben ö6v, lieberschuß 62. Der Ge lundhectSzustand der Bevölkerung war im Jahve

Mit einem kurzen Wink den lebergeflribeten Chmp- Tcur oerabsck'edend, rollte er fort. Onenbar hatte d-.eser 4ür den Tag frei bekommen. Nach einem Augenblick des Zögerns beftLotz Phi'üw, bte Ver­folgung des Herrn aurxugelten; der Diener tn- terqf:erte ihn augenblicklich mehr.

WonS! Zum Angrisi aut seine Tugend!"' murmelte Herr Lollm unb eilte ihm nachBevor die Nackt um ist, muß ich mit ihm im klaren sein."

Lange vor Mitternacht war es, und gegen i/,l Uhr war Mr. Bateson ohne nennenswertes Zögern mm feinem Teer.tr verkauft. Lesest so lautete der Name des Chouiteurs erwies sick als ein intelligenter junger Pa.fer, der in­folge einer imeriebigten Angelegenheit mit M.- pine genötigt war, im Auslande zu leben, ein Umstand, den Mr. Bateson dozu ausgenükt batte, um ihn im Notfälle zum Gel-orfam einNischüchtern. Mr. Bateson lenkte fall nie selbst, und Lescot halte eben erfahren, daß er in nächster Zeit un­möglich frei bekommen konnte. Fo g ick war ia fo gut nne sicher, daß er bet der Ausführung von Mr. Batefvns Plänen gegen Mr. Wa ter- Mitwirken sollte, und er lauschte mit offenem Munde, was Philipp über diese zu erzäbsen hatte. Vor die Wahl zwischen einem fetten Bis en und lebenÄänglickem Zuchchaus gestellt, zögerte er nicht lange. Bevor er und Wiliw sich trennten, batte er Herrn Collin Treu und Glauben geschworen, mit wenig Gewissens.'i fen, berat er liebte Mr. Bateson ungefähr cben^djr nxe lein eener Herr.

Und nun kommt die Erzählung von Philipp Collins Rache an ben Brillern Bat non.

Ter Freitag des 26. Februar 1906 brach tn London mit einem gelbgrauen Nebel jener spe­ziellen Art an, die man dort Erbsen fuhren n ebd zu nennen pflegt. Ue'e.alL b:innen in ben Häu­sern wie draußen aus den Straßen, brannten bi*- Gaslaternen unb die elektrischen Lampen m rot- gelben unb grünb auei Tumtfreifen, aber ver­breiteten nickt mehr Licht, als wären cS Talg- dock-te gewesen. Ter frühe Margenoerl'ehr der Straßen wickelte sich im Schneckentempo ab; man sah kaum einen Meter vor sick: unb in dem fiebrigen Brei, der bte Trottotrö b deckle, arbeiteten sich die Fußgänger mühsam durch, Lei einer urnrut hörlichen Begleitung von brüllenden, singenden und hustenden Autohuven. Hie urb ba tauchte ein Riesen schatten im Nebel über dm Köpfen der Wanderer auf, und em hilfloser Jfatvous prallte mit einem Kxach an ben Trotrotrranb. Wegweiser und Fackelträger beeilten sich, chr Geschäft zu beginnen, unb sie verdienten gut, berat nur ,chr geübte Fußgeher urb Rutscher konnten ben De? frühen. Nachdem sich der Nebel gegen ri-9 Uhr noch etwas verdichtet hatte, lichtere er sich eve halbc Stunde später wieder, aber er hmr nock schwer genug über bet Stickt, um es allen, hie nicht erbgesesfene Londoner waren, unmöglich zu machen., sich allein vorwärts zu bringen.

(Fortsetzung folgte