Ausgabe 
2.6.1921
 
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Hbfltninumg übo&ravt nicht gdten hüten. Ich frage, war die Abstimmung so geweim, daß sie mrr bamt die Entschcümng bdn-^n. sollte, wenn ''re »ugvnfkn BolenS andWaia. T« Abstimmung -at uns eme Mehrheit von V* Million Stimmen gebracht. Tas Ergebnis ivLve noch viel günstiger .gewesen, wenn nicht alle erft nach 1904 Zuge- ÄOfltncm von der Abstimmung ausgeschlossen wor­den waren Tie Polen beziffern die dadurch für Teutschlan" verloren gegangenen Stimmen aus 120000. Aber schon aus dieser Abstimmung er­gibt sich

das deutsche Recht auf Oberschlesieu.

Auch geographische und wirtschaft­liche Gesichtspunkte weisen nach derselben Rich­tung. Jede Teilung Oberschlesiens würde bei der Kompliziertheit der pnrttchaftlickrcn Organll sation m Oberschlesien den Ruin der abgetretenen Teile nach sich ziehen, die nur in engster Bcr- bmdung mit dem Deutschen Reich: bestehen können. Selbst von /freunden der Polen ist die Unfähigkeit dieser Volkes, ein so hoch entwickeltes und kompli­ziertes Wirtschaftsgebiet verwalten zu können, zu­gegeben worden. Auch die Ansicht, daß Polen etwa wirtschaftlich durch Oberschlesien genesen könnte, oder daß es möglich sein könnte, durch Oberschle­sien Polen vor dem wirtschaftlichen Chaos zu bewahren, ist irrig. Würden Teile Oberschlcsiens vonisch, so würden diese auf den Tiefstand des fcihtifdjen Wirtschaftslebens herabgedrüat werden. Polen hat zu seiner wirtschaftlichen Entwick- nmg Oberschlesien gar nicht nötig, denn es verfügt selb st über reiche Kohlen- und Erzfelder, die es nur zu entwickeln braucht, anstatt seine Land nach fremder, hochentwickelter Industrie auszustrecken. Zudem hat Deutschland sich bereits in seiner Note vom 1. 4. 1921 bereit erklärt, den Polen unter Vorzugs­bedingungen die für seine Wirtschaft erforderlichen Kohlen und sonstigen Erzeugnisse aus Overschlesien zu liefern, solange die polnischen Kvhlengebiete noch nicht erschlossen sind. Ferner hat Deutschland in der gleichen Note weitgehende Hilfe bei der Erschließung der polnischen Bodenschätze an geboten. Gestützt auf ttnser gutes Recht und auf das Abstimmungsergebnis und auf die zwingende Logik der wirtschaftlichen Tat­sache, bat das Volk Oberschlcsiens und ganz Deutschlands alle Herausforderungen, an denen es auch schon vor dem Aufstande nicht gefehlt hat, Ruhe und Besonnenheit entgegengesetzt. Erst als durch den Aufstand Leben und Eigentum der deutschen Bevölkerung des Abstimmungsgebietes unmittelbar bedroht war, hat sie zu dem unerläß­lich notwendigen Mindestmaß der Abwehr Zu­flucht genommen. Die Regierung hat ihrerseits ihre Hcütimg durch die Notwendigkeit bestimmen lassen müssen, alles hintanzuhalten, was unseren Geg­nern Gelegenheit geboten hätte, unsere gerechte Sache zu verdunkeln imd das eigene Unrecht aus­zumerzen. Tic Regierung hat die Grenze imtf) Oberschlesien gesperrt. Die polnische Grenze nach dem Abstimmungsgebiet - ist n o ch offen. Daß Has deutsche Volk mit leidenschaft­licher Hingabe an seinem Oberschlesien hängt, haben viele Kundgebungen der letzten Zeit, am eindringlichsten die des vergangenen Sonntags im Berliner Lustgarten bewiesen. So hat das deutsche Pvlk in voller Einmütigkeit eine Selbstbeherrschung entfaltet, wie sie sich wohl selten finden läßt. Aber nun verlangen wir auch, daß dieses alte deutsche Land unlösbar bei dem Deutschen Reiche verbleibt, das durch die Geschickstc und seine Leistungen An­spruch darauf hat (Sehr wahr!), und daß dem gesetzlosen Missetäter vom 3. Mai die nachdrückliche Lehre erteilt wird, daß es nicht genügt, durch einen Ausstand sogcmannte vollendete Tatsachen zu schaffen, um einen Zustand von Tauer und Recht herbeizuführen. Die Demokratie hat ihren Aus druck gefunden im Plebiszit. Dieses Plebiszit in Oberschlesien kann nicht umgan­gen werden, besonders nicht von Mächten, deren Vcisassnng einen demokratischen Charakter hat. (Sehr gut.) Der Hexenkessel In Obcrichlcsien muß üt Ordnung gebracht werden unter gerechter Würdigung und Wahrung des Plebiszits, sonst wird aus Oberschlesien ein neuer Brandherd, der Europa aufs neue in Brand setzen kann. (Beifall.) Die Verhandlungen in den französischen gesetz- gebend'm Versammlungen haben wir mit äufierfter Spannung verfolgt. An Worten hat es nicht ge­fehlt, an Worten fehlt es überhaupt nicht aus der Welt. (Sehr wahr! und Heiterkeit.) Eine Frage möchte ich doch an die Gegenseite richten. Wie denkt sich Frankreich die Lösung der von Briand angeregten Frage: Der demokratische Geist muß sich in Deutschland entwickeln?

Sollen etwa die Sanktionen der letz­ten Zeit, die R heiu'zvl l g r en * e, die Besetzung roei ter en den tschen Gebie­tes und deutscher Städte und das Fra­ternisieren französischer Truppen in Oberschlesren "den demokratischen Geist in Deutschland stärken können? ^Beifall.) ©tchtmttn nicht ein, daß all dieses das Gegenteil von Dewvkratte ist? Legt doch end lich bte Flinten weg, wir haben ja kaum so viel, uün den Verbrechern entgegen treten zu können. Briand spricht in feinem Svott von der äugen-- Müfiichen Regierung in Deutschland, indem er flirre Dmrer anspielt Cs ist das Ziel t wahren Patrioten endlich eine Regierung bekommen, die aus eine breitere parla- ,i arische Mehrheit sich stützt. Diese kvrr gefunden durch röte sachliche Politik, V' alle, die guten Willen» sind, uw ein ( Programm rm* Laufe her nächsten Wock'e k das Ideal dieser Regierung wird sein Et Verwirlliclnmg einer friedlichen Tk- V m deutschen Volle da« Lel>m rettet, 11 ient und bomit dir Wettwin- , 1 bringt. Wenn da» auch da-

P und Frnnbreichs ist. so haben sie die , (Z^nise der den Kommunisten: Aw deS Ptättdenten). den demokratischen 5 tragen und im Cittid^nd -der dn Willen der Bevölkerung zu ent- ech demvkratisch-n Grundsätzen uim ist Die innen- itolitiT ist M Bolllrk ans» änfo-rstr verknüpft ^ordneten Remwele rfibinmunifl , Dräsiderrten tzweinro! tur Ordnung Rirrirt auS dew Zentrum Tic Hipe |n den Köpf geitiegm Unruhen [totrb sich die Regierung I mög11 di der Mittel be- S die ordentlichen Gesetze Jhnbgeben. Der Au-nah m e I 6)roß-D awbu rg wird Votort krben. Die Regierung beabsichtigt Mhntichurstände möglKw't! schnell au1 Mic noch bestchm. Die Regierima

ijt darüber tn Berhonolungen mtt den Landesregie­rungen getreten.

Der schrittweise Abbau der Zwangs­wirt s ch a f t hat zunächst eine Preissteigerung zur Fr^ge gehabt. Tas wird voriLergchen. Mij allen Mitteln muß die landwirtschaftliche Produktion ge­hoben werden. Das einzige Mittel, um den Schro­ll rgeist nied^rzudrücken, ist ein Gleichgewicht zwi­schen Angebot und Nachfrage yu schaffen, um da­durch die Preissenkung zu erleichtern. Das deut­sche Volt bat manchmal im Lause »einer Ge­schichte auf Stimmen ausdern Auslande gehört, ja sogar solchen Stimmen Vertrauen ge­schenkt. Dieses Vertrauen ist leider oft schmählich betrogen worden. Trotzdem läßt das deutsche Volk die Hoffnung nicht sinken, daß in der Welt der Sinn für Recht imd Unrecht nicht auch für unser Bolt für immer erloschen ist. Lloyd George hat neulich erklärt, er wolle fair play gelten lasse n für Deut s ch- land. Warum will man nicht noch einen Schritt weiter gehen? Das demokratische Deutschland bat durch ine Annahme des Ultimatums eine ungeheure Last auf sich genommm. Wir erwarten, daß Eng­land und seine Führer uns das einräumen, was England fair chances nennt. Sie wissen, daß 'das beutftbe Volk eine schwere Ausgabe übernommen hat, und desl-alb sollten die Alliierten in ritter­licher Weise einem Volke entaegenkommen lLachen rechts), das unmenschliches geleistet hat. Lachen Sie nicht, der Gedanke für Recht hat in Oberschlesien dahin geführt, daß die Entente den im Kampf für das Recht gefallenen Soldaten und Offizieren die Särge mit Blumen überschüttet hat. Wir erwarten, daß die Wliierten in ritterlicher Weise dem deut­scher Volke, das Unmenschliches geleistet hat, fair djangeS geben werden, um nichtz die Schwierig­keiten zu vergrößern, denen nnr gegenüber stehen. Die siegreichen Völker sollen nicht ohneweitercs den Gedanken von sich weisen, wie ihnen zuMute wäre, wenn sie nach j>en ungeheueren, unmensch- lichenLeistungendeSKriegesauchdcn Leidensweg gehen müßten, den das deutsche Volt gehenmuß.

Welche wirt sckiaft liehen und finanziellen Re­formen notwendig sein werden, läßt sich zur Stunde in allen Einzelheiten noch nicht sagen Reformen fallen nicht vom Himmel, sie müssen mit Fleiß durchgeführt werden. Goethe sagt: Ist wirklich das Bedürfnis zu einer Reform in einem Volk vorhanden, so ist.Gott für sie und es ge­lingt? Diese Reformen können nicht damit be­ginnen, daß, wie man mir schnöderweise vorwirft, man beit nationalen Sinn im Volke untergräbt Die Unterdrückung irgendeiner Na­tion hemmt die Gesänchte der Welt und ihrer Kultur und zerstört Menschheitswerte. Die freie Entfaltung einer Nation kann die gesamte Mensch­heit höheren Zielen entgegen führen. Der na­tionale Gedanke kann sich aber nur auf wirklich demokratischer Basis entfalten, der sich loslöst vom Machtprinrip. (Rufe bei den Kom­munisten: Amnestie! Amnestie! Wir haben die Macht nicht mißbraucht. (Lebhafte Rufe: doch!'»

Zum Schluß rufe ich alle ohne Bntex schied der Partei auf (Abg. Bros: Gewährt Amnestie), unS zu helfen. Das Reichskabi"''tt ist ergänzt worden durch die Er- uen-mng Dr Rathenaus zim Wiederaufbau­minister. Diese Wahl ist erfolgt frei von allen parteipolitischen Gesichtspunkten, nur aus dem Ge­danken heraus, eine organisatorische Kraft zu ge­mimten, die sich im Kriege bewährt hat. (Adolf Hoffmann ruft: Eine Krähe macht noch feinen Sonimerft.Ich darf Sie nochmals bitten, helfen Sic uns, damit wir nicht zu einem unbedeutenden, ausgebeuteten Ländchen in Mitteleuropa herab­finken. Helfen Sie uns, die großen Leistungen, die wir übernommen haben, 51t erfüllen. Ich richte diese Bitte auch an diejenigen, die bisher gegen die Unterzeichnung des Ulttmatums waren. Sie werden uns zuerkennen, daß wir für daS Wohl deS Landes nach bestem Ermessen ent­schieden haben. (Beifall, Rufe bei den Kommu- nisten: Amnestie, Amnestie. Große Unruhe, demon ftratiber Beifall bei den Reaierungsparteien.l

Pr äl ident Loebe schlägt vor, bie 'Aus­sprache über die Regierungserklä-- rung aus morgen mittag zu vertagen. Naci» langer Gcschä ftsordnungsdebatte, in der Abgeorll- neter Lcbcbour beantragt, auch den Ausschuß­bericht über bte Aufhebung der Sondergenchte und über die Amnestie mit dieser Aussprache zu ver­binden und in der ferner Abg. S t'm 0 n (USP.- teantragt, den Ausschutzbericht über eine einmalige Beihilfe für Erwerbslose, die länger als 26 Wochen erwerbslos fmb, vor der Regierungserllärung zu besprechen, wird die Tagesordnung für Donners­tag 1 Uhr wie sollt festgesetzt: Interpellation der Deutschuationalen und Demokraten betreffend Oberschlesien, Beihilfe für Erwerbslose und Be­sprechung der Regierungserllärung in Verbindung mit brr Amnestie und den Sondergerilsten. Schluß 3/<6 Nbr.

Pie Stellung der Parteien.

Berlin, *. Juni (Priv.-Telegr.) La.it Bvsssischer 3eitung"Jtn6 gestern «nmittelbar nach der stiebe des Reichskanzlers bie Fraktionen zusammen getreten, um zu der Regierungserllärung Stellung zu nehmen. Die Fraktion der Deut­schen B 0 l k S p a r t e 1 hat noch keine bindenden Beschlüsse gefaßt. Das Blatt glaubt aber aus dem Umstande, daß sie auf dem Standpunkt steht, daß das einmal unterschriebene Ultimatum auch loyal durchgeführt werden müsse, die Möglichkeit inner Unterstützung des Regienmgspnogramms durch die Deutsche Volkspartei schließen zu dürfen. Mit Rücksicht auf die Teut'che Bolkspart.n habe man iimerchalb der Kvaliironsparteien aus die Einbriut- ,7ung eines ausdrücklichen BertrauenSvo- tums verzichtet und sich aus ttne Formel .weinig t, di- ungesShr dahin laute, daß'der Reicht? tag dir Crllärungen der Regierung zur .Mtnnrni* nehme und sich damit cinverstanden erlläre, daß dir 'Negierung alles daran setzt, um die übernomme­nen Pflichten ertz'illen Wie M-? Aatt glaubt, dürften für diese Formel auch die Uimbhänsrigen stimmen. Es scheine TH j eine Mehrheit für das RegiermigSprogtajmm gesichert zu fern

Pressestimmen zur Regierungrertlärung.

Berlin. 2 Priv.-Telegr.) Die

gefrtge Pvog-ramwred? des Reichökantzkrs Wirch fiiibct die unriitgef cfrrftntte Zustimmuna der Ü 0aliti0n-pref se. Germania betont man habe durch die Rede den überzeugten Eindruck tvii der dntidjat Energie gewonne^i, mit brr bte Regierung des 10. Ma: an die Eiwpftmg ihres Wortes Herangeht, und 'hrfft, daß nc*) im cemichen Bowe eine Mchrheft findet, die der Vernunft und damit dem Vaterlanbe zu dem Erfolge >wrhüst.

mu dem ttcr uns nun curmal aus absehbare Zeil Fufneden geben müssen.

Das9 er I. Tageblatt" sagt: Tie Rede des Kanzlers ist rin Bekenntnis zur Tat, zur Be­reitwillig teil in systematisch auflxiuenber Arbeit Deutsäfland stark zu machen, um Genevatümen bin- durch die Wredergutmacl. ttngsschuw ab tragen zu können.

Ter vorwärts" beizeichne! als einheit­lichen Gedanlen der Rede, daß die Annahme des Ultimatums viel mehr sein müsse als eine bloße (Scste, daß Leistungen voUbro.üt werden müß­ten, die jedem Zweifel an Deut'chlan» gutem Willen, seinen Verpflichtungen ttad, ut nimen, in der Welt ansvotten. Das Blatt fimrint diesem Grundgedanke,! Lu und sagt: Seine energische Aus­führung ist die Vvraus'eyuna aller writerenPvlitik. Für lange Zett Iiinaiis wird frinc deutsche iRegi> rung von ifrrrt ab'veichcn können, ohne das Land, dessen Gesckncke ihr anvertrmtt sind, in allerschwcr- sles Unheil wu stürzen.

lieber die Stellung der beiden Randparteien der RegierungsLoalitton, der Deutschen Bol ks Partei und der Unabhängigen, aus deren Unterstützung die Minder heitsregieuung an­gewiesen ist, geben sowohl bie beiden volkspartri- udKii Organe, die Deutsche Allgemeine Zeitung und Tägliche Rundschau, als auch die unabhängige Freiheit feinen Mfschlliß. Das letztere Matt er­klärt, daß das Regierungsproaramw wohl manches richtige und zutreffende enthalte, daß es jedoch weit hinter bent zurüeDleibc, was die Unabhängigen als MindesLpwaramm formuliert haben.

Während dieTägliche Rundschau" sich mit einem Stimmungsbild begnügt, beschränkt sich dieD eu tscheANgeineine Zeitung" in ihrcim Kommentar auf eine Inhaltsübersicht der Rede und betont nur, daß Dri Wirth keinen Zweifel gelassen habe, daß es seiner Regierung daraus an» fommt. die gegangenen Verpflichtungen in ge­wissenhafte!, loyaler Weise bis zmn äußersten zu erfüllen, uM durch Arbeit und Leistungen die Frei­heit des Vaterlandes wieder zu gewinnen.

Die deutsch-nationaie Presse letynt den Teil der Rede, der sich auf die Erfüllung des MtimüttMls bezieht, schvoft ab und findet nur zu­stimmende Worte für die Aussühumgen über Cb-er- s chlesien.

Etttentedruck auf Bayern.

Berlin, 1. Juni. Nach einer Meldung der Täglichen Rundschau" aus Münckfen gab der englische Botschaftsrat S e c d s in Abwesenheit des bayrischen Ministerpräsidenten, dessen Stell­vertreter, dem Kultusminister, folgende Erklärung ab: Ich bin beauftragt, kategorisch zu erklären, daß dicAnwendungvonSanktionen nur ver­mieden werden kann, wenn die von Bayern im Ultimatum geforderten Bedingungen restlos erfüllt werden. Die Bedingungen enthalten die Forderung sowohl der Entwaffnung, als auch der Aus­lösung der Einwohnerwehr. Der f r a n fische Gesandte gab bereits am Montag eine ähnliche Erklärung ab.

Oberschlesien- Selbstverteidigung.

Berlin, 1. Ium. Tie Bos ische Zeitung" meldet aus Breslau: General Höfer ontmortete auf hie Forderung der Deputation der interaHiier^ ten Kommission, oen deutschen Selbstschutz zurilck^ zuziehen u. a.: Tie deutsche Bevölkerung mußte zur Selbstverteidigung fchrriten, da die Machtmittel der interalliierten stvinmisston zu ihrem wirksamen Schutz nicht ausreichen. .Ter Selbstschoitz tritt für den R echtsz ustand em, für desson Wiederherstellung die restlose Vertret- bung der polnischen Aufrührer vom oberschlenschen Bodcn Bedingung ist. Ti? Forderung, den Selbst­schutz aus feiner jetzigen Stellung zurückzuztc'hen, bevor der Rcchtszilstmid in Obcrichleften wi?der­ber gestellt sei, ist nndurchführlwr. Sr stellt den in berechtigter NvtioM 'handelnden Selbstschutz den polnischen Insurgenten gleich und solche Glcick>- fteUung mit jenen, die oen Rechtszustand in fri­volster Weise brachen und Elend und Not über unsere oberschlesische Heimat brachten, wird von der dcutschgesinnten Bevöllerung Obrrschlesiens mit tiefster Entrüstung abgelchnt.

Ter geschästsführende Ausschußderdent- schen politischen Leitung unterstütztc beim Gkncral Levond die Antwort Höfers in dring­lichen Darlegungen.

Nach derBosiifchen Zeitung" veritärkte stch die Anariffstätigkeit der Polen auf der ganzen Lime weiter. Bei "Rotenberg wurden ak­tive Hallerfoldaten gefangen genommen. Nach ihren Aussagen sind das 16. und 27. polnrsck?e Jnfanterieregimem in die dortige Front cingc- gliedert. Nach weiteren Aussagen soll sich auch das 80. Regiment dort beft'nden. In Lublnntz haben neue Tnippenauslabungen von über die Grenze gekommenen polnischen Freiwi ligen Ttatt»

Da- ?lusbleiben der oberschlesischen Kohle.

Berlin, 1. Juni Die Reparativns- ko m m i s s iv n bestätigte den Äättern zufolge den Empfang der deutschen Note vom 21. Mai über das Ausbleiben der oberschlestschcnl Kv h l c infolge des Aufstandes Mit dem Bemerken, daß sie die Wichtigkeit der Frage würdige und sich mit der oberschlesi>o'ien Plebiszit kvminis- sivn darüber in Verbindung setzen werde.

Demission der österreichischen Regiernng.

Wien, 1. Juni. ^Wolff.) Nationalrat. Nach Erlediguna des Einlaufes bringt Tr. Weißkirchner folgende Zuschrift des Bundeskanzlers zur Kennt­nis des Hauses: Die Bundesregierung bat sich vei> anlaßt gesehen, dem Herrn Bundespräsidenten die Bttte um Enthebung vorn Amte zu unter- breiten. Der Bundespräsident hat die Bundes­regierung ihres Amtes enthoben und gleichzeing die scheidende Bundesregierung unter meinem Bvr sitz mit der Fortführung der Geschäfte bi4 zur Bildmig einer neuen Regierung btraui. Ter Präsident bemerk:, die Zuschrift werde dem Haupt- aus'chuß zur ivritcren Behandlung angewiesen und er halte es im Einvernehmen mit den Parteien btv NationalralcS nicht für angängig, heute in weitere Berhandlunaen einzutreten. Tie nächste Sitzung werde auf schriftlichem Wege cinbemfen.

Aur Hessen«

Der llächste hessische Laudlag.

an. Darm stadt, 1. Juni. Der yeMcüe r-r .tuog wird vv7Misnh:llch bis arm 21. d. Mts. cmbmifon werden, da bis ba2kn die Berattpiaen des BoranfttzlagS bottchigt üein dürften

An» 5taM und Land.

Gießen, den 2. Ium 1921 Die erste Landbutter auf dem Wochcnmarkt.

Nacktoern die Butterzwangswirlschaft >ei ge­stern aufgehoben ist. wurde aui dem ituhgen Wochen markt die erste Landbutter zum ^er» kam'gebracht und mit 24 und 2b Mart abgeletzt. Man erwartet, baß der Preis für Butter, wie tt andereil StLdrcn, aud> in Gießen zurückgcht

Tic Donnerstags-Wochcnmarktc, die bisher scdwack: befahren waren, werden ti neuerer Zeit immer reicher beschickt. Tic Preis für Frischgemüse, Spargel und Irschen blullii am derselben Höhe wie am verivngenen Sam>.ag

Feste Milch und Butterpreise sind in Alsfeld zuslandegetzornMsn. Tic Stcw: Verwaltung schloß mit der dortigen Molkerei einen Vertrag auf Weiterbriieferung ixm Milch und Butter für die Bevölkerung Dee Molkerei Der pflichtete sich, die Milch nicht teurer als 2,20 Mk das Liter, und das Pfund Butter nicht hoher all 23,50 Ms. zu verkaufen.

Wettervoraussage

für Freitag:

Borwiegeno wolkig, zeitweise Niederschläge, kühl, nordöstliche Winde.

Das nordwestliche Tief ist über Skandinavien abgezogen, lieber England hat sich hoher Druck aus- gebreitct. Bon Südosten her dehnt sich ein Tiefdruck­gebiet über Mitteleuropa aus, das uns mit seinen nordöstlichen Winden schon starke Abkühlung ge­bracht bat und zeitweilig auch Niederschläge" ver urfadjen wird.

** Der Boranschlag der Stadt Gie­ßen für das Rechmoiasjahr 1921 schließt mtf 19 525 015 Mk. in der 4ktriebe und 10 159 53t Mark 'in der Bcrmögensrechmaig ab. Ae Gesamt- summe b'trägt demnach 29 684 552 Mk. gegen 29 029 688 Mk in 1920 Ungedeckt ist ein Fehl­betrag von 4 700 145 Mk.

' Zum Polizeidirektor von Offen- bach ivurde Kreisamttnann Dr. Siegert, der Leiter des Gießener KommunalverbandS, ernannt.

** Die ZuckerbezugSscheine für Ge­werbetreibende sind morgen auf dem Lebensrnittel amt, 8immer 8, in Empfang zu nehmen.

Bornotizen.

Tageskalender für Donners­tag: Turnhalle, Oswaldsgarten, 8V4 Uhr, öffent­liche Versammlung der drittschen Bolkspartei. Physikalisches Institut, 8V4 Uhr, Vortrag über Goethes Farbenlehre. Schühenhaus, 8 Uhr, Militärton?,ert. Katholisches VeveinShauS, 8^2 Uhr, Vortrag überStudent und AuSlaichS' polittk. Postkeller, 8T/3 Uhr, Zusammenkunft deS L. I. R. 116. Hotel Kobel, 9 Uhr, Hauvwer- sammlung der 168cr-Bersnrigung. Lichtspiel­theater, wie gestern.

Aus dem Stadttheaterbureau Am Tomierstaa, 9. Juni, findet wiederum ein Gastspiel "des Nauheimer KurtheaterS statt, unk zwar wird diesmal das neue LüftspielBetti­nas Verlobung" von Leo Len^ gegeben. Es sei schon jetzt auf die reizende Komödie hingenncsen. die am Bad-Nauhrimer Kurthcater, tne alS eine der ersten Bühnen das Werk brachte, den bisher größten Erfolg der Sommerspielzeit zu verzeichnen hatte. Wir werden noch näher auf daS Stück zu rückkommen, machen aber heute schon nachdrücklich darauf aufmerki'am, daß Borbestellimgen, bie der Post aufgegeben find, stets an bie Kasse des StadttheaterS imb nicht an ,^as Stabttheatcr" zu richten sind. Wirb die AnschriftStabt- tbeater" gewählt, so wird von der Post aus die Bestellung nach Nmiheim nachgeschickt, was unlieb fame Ber/ögerungen zur Folge hat.

Wir madm nochmals au, den vom Verein der Gießener Kun st freunde heute abend 8>, Uhr MnMich im Physi:'ali"chen Institut, Ein­gang Stephanftraße, veranstalteten Vortrag de- Geh. R. Prof. Tr. Koenig über Goethes Farbenlehre aufmerksam. Turd> OftwaldS neue Farbentheorie ist der Streit um die Farben­lehre aufs neue entbrannt. Die Newton die Goethe, hic Ostwald. Hie Künstler, hie Gelehrter: Ter Eintritt zum heulrgen Vortrag ist frei, Gäste sind wlllkommen.

Tas wegen der Erkrankung ber Sängerin ausgefallene Wohltätigkeitskonzert von E. Felchner zum Besten hilfSbebürfttger Kran­ken der Chirurg Univ.-Klmik finbet nunmehr am 19. Juni 'abends 7Vg Uhr in ber großen Aula der Universität statt. Karton ftnb im Vor­verkauf bei E Ehallier zu baben.

Eine Bufam mcnF 11 nf i^Ucr An­gehörigen des ehemaligen Großh he ss'is chen Res.-In f.-Regt-. 254 findet air 21 August in Gießen statt Anfragen ftnb an Herrn bürstav Petri, Gießen, Bleichstrnße, 30, Tr lephon 55, yu richten

T ie sozialdemokratische Par tei veranstaltet am Freitagabend im Easö Leib eme öffentliche Bersamrnlung Laut Anzeige wer­den Reichstagsobgeordnete'. Otto Hu6 über bic Grundzüge bet -sozialisieiung" und ReichStaao abgeordneter Löffler (Oberschlesien) überti" ckbi-rschiriische Frage und ben volmicden Terror' sprechen

Kreis Büdingen.

A Büdingen, 31. Mar. In der H a u p t» Versammlung des Tie r schütz v e r ei n S für Hessen begrüßte ber an Stelle des au» Gesundheitsrücksichten zurückgctretenen Geb. Ober» schulrats Dr. Sch^uermami neugewählte 1. Vor sitzende, Ministerialrat Tr. Bach au6 Darmstadt die .whlrrich erschienenen Mitglieder. Gerade bpi Tierschutz könnte dazu beitragen, auf den Willen und die iiksinnnng bet Menschen, namentlich bei Jugend, rinzuwirken, gegen Selbstsucht, Drutali tät und Genußsucht. Ten Jahresbericht erfarttcK der 1. Schriftführer, Pwfefsor Völz ing au. Darmstadt. An Okfdxmton erhielt der Tiersckmtz verein im letzten Vereins fahre 999,10 Mk. Tic Mitglieder zahl hat erfreulich sugarommen und bc trägt jetzt 4502. Tie Zeitschrift erscheint in rinn Auflage von 6500 Stück. Tierfd)iißLiienbcr wui den 226 Exemplar« abgesetzt. Minifterialober sektetät Kratz auS Darmstadt trug alSdann bic Rechnung für 1920 vor, die geprüft und richtft befunden worden war. Bei Feststellung des Bor anschlags für 1921/22 wurde beschlossen, anftati bet geringen Geldprämie für hervorragende Ver­dienste um den Tierschutz künftig Ehrendiplome zu verteilen. Im vergangenen Jahre erhielten 12 Erwachsene und 2 Schulkatder Auszeichnungen. Ferner wurden d« Verdienste mehrerer Kreis- fchulräto, darunter aus Oberhessen Tr. Alle-, Gießen, und Süß, Friedberg, durch Ehrenurkun­den «würdigt. Hieraus hielt Lehrer Hofmann aus Büdmgen änen Vortrag über -TaS Geistes-