stimmig bestimmt. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt.
• Klein-Linden. 30. Ott Bei dem am Sonntag in Worms stattgehabten Bundestag des Hessischen Sängerbundes wurde dem Ehrenvorsitzenden des Gesangvereins-Harmonie" zu Klein-Linden. Heinrich Wahl, in Anbetracht seiner über 25jährigen Vorstandsmitglied- schäft im Gesangverein „Harmonie" und seiner hervorragenden Tätigkeit als Förderer des deutschen Männergesangs von dem Bundesvorsihen- den. Ministerialrat Dr. Stegert, die Auszeichnung des Hessischen Sängerbundes mit der Aufschrift „Für Berdienste" nebst entsprechender Urkunde verliehen. Herr W a h l wurde bereits im Mai d. 3. mit der silbernen Dundessängernadel für seine über 40jährige aktive Sänoertätigkeit im Gesangverein „Harmonie" ausgezeichnet. Der verdienstvolle Sängerveteran, der fast 70 3ahre alt ist, besucht heute noch regelmäßig jede Singstunde.
Die elektrische Bergstraßenbahn wirb gebaut.
WSA. D a r m st a d t. 29. Oft. Aach 17jährigen Verhandlungen wird nunmehr der Plan einer elektrischen Straßenbahn von Darm- ftadt nach der Bergstraße verwirklicht. Nachdem das Ministerium den Bau der Bahn gestattet hatte, konnten sich die beteiligten Gemeinden über die Zinsgarantie und die Geländefragen noch immer nicht einig werden. Aunmehr fand unter Teilnahme der ministeriellen und krcisamtlichen Vertreter eine gemeinsame Sitzung der Gemeinderäte von Malchen, Seeheim und Jugenheim statt, in der nach fünfstündigen Verhandlungen auch die letzten Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt wurden. Wie Direktor Bohn en berger von der Heag mitteilte, wird mit dem Bau der Bahn sofort begonnen, da die Vermessungen erfolgt sind und alles Material bereits gebrauchsfertig daliegt. Mit den ersten Fahrten wird bereits im Frühjahr begonnen werden können.
Aus der provinzialhauyisiabt.
Gießen, den 31. Oktober 1929.
Die Handelskammern gegen Stiftungen für Vereine.
Die Industrie- und Handelskammer Darmstadt hat bereits im August d. 3. in einer Zuschrift die Vereinsvorstände ihres Bezirks ersucht, die Anforderungen an Firmen des Handels und der 3ndustrie zu unentgeltlichen Stiftungen für Feste und Veranstaltungen der verschiedensten Art einzuschränken, wenn nicht ganz zu unterlassen. Da mit dem beginnenden Winter sich solche Veranstaltungen au häufen pflegen, sind die hessischen 3ndustrie- und Handelskammern darin übereinge- kommen, den Schritt der Industrie- und Handelskammer Darmstadt als mit ihrer Auffassung vollkonimen überein st immend zu billigen. *
Die Industrie- und Handelskammer Darmstadt hat ihr Ersuchen folgendermaßen begründet: „Industrie und Handel und nicht zuletzt der ©iiuel- handel sind bekanntlich mit vielfachen und drücken- -den Lasten derart überbürdet, daß ohne ernste Schädigungen der Betriebe den Anforderungen aus unentgeltliche Hergabe von Erzeugnissen oder Waren nicht annähernd in dem üblich gewordenen Umfange entsprochen werden kann. Insbesondere muß es angesichts dieser Tatsache als außerordentlich bedenklich und geradezu verständnislos bezeichnet werden, daß es in manchen Fällen, besonders beim Cinsammeln von Geschenken und Stiftungen, nicht unterlassen wird, mehr oder minder deutlich auf die nachteiligen Folgen für das einzelne Geschäft hinzuweisen, falls es dem Ersuchen um unentgeltliche Heberlassung von Gegenständen nicht entspricht. Durch solche meist zwar versteckt gehaltene Doykottandrohun- gen wird ein unverantwortlicher unzulässiger Druck auf manchen Geschäftsinhaber ausgeübt, dessen heutige Lage es nicht mehr gestattet, ein gleiches Maß von Freigebigkeit zu entfalten, wie es früher möglich war und wie der Betreffende es unter anderen Verhältnissen auch heute gern noch üben möchte."
Äesen Ausführungen treten die hessischen Industrie- und Handelskammern durchaus bei und erwarten von der Einsicht der leitenden Persönlichkeiten der Vereine und der sonst in Frage kommenden Stellen, angesichts der überaus schwierigen Wirtschaftslage, Würdigung und Verstehen ihres Ersuchens.
Briefumschläge
mit unzulässigem Aufdruck.
2m Postverkehr werden vielfach noch Briefumschläge verwendet, die auf der Außenseite über das zulässige Maß hinaus mit Angaben bedruckt |ino. Die Deutsche Reichspost macht daher erneut darauf aufmerksam, daß über die Anbringung von Absenderangaben und Reklamen auf den Briefumschlägen usw. folgendes gilt:
1. Bei gewöhnlichen und eingeschriebenen Drief- sendungen sollen Absenderangaben, sowie Werbeanzeigen auf die Rückseite und das linke Drittel der Vorderseite der Briefumschläge usw. beschränkt bleiben. Zu den Briefsendungen zählen hierbei Briefe, Drucksachen, Warenproben, Geschäftspapiere, Mischsendungen, Briefpäckchen sowie sonstige Päckchen. Die Bestimmungen beziehen sich nicht nur auf Briefumschläge, sondern auch auf Streifbänder (für Drucksachen), Taschen (für Warenproben), auszuklebende Anschriftzettel und dergleichen.
2. Umschläge usw. mit Aufdrucken, die sich über die ganze Rückseite erstrecken, müssen am oberen Rand der Rückseite einen mindestens 2,5 Zentimeter breiten freien Raum haben. Der freie Raum an dieser Stelle wird postseitig nicht in Anspruch genommen, wenn sich auf der Rückseite nur Absenderangaben befinden ober an anderer Stelle der,Rückseite ein entsprechend großer Raum freigelassen ist.
3. Für Fensterbriefe besteht folgende Ausnahme: Umschläge mit einem Fenster, das in das linke Drittel der Vorderseite hineinragt, können bis auf weiteres in dem Raum oberhalb des Fensters bis zur Hälfte des Umschlags und in dem Raum unterhalb des Fensters bis zum linken Drittel des Umschlags mit Absenderangaben und Werbeanzeigen bedruckt werden. Die Anschrift kann in der ganzen Breite deS Fensters erscheinen.
Für das Aufbrauchen der Briefumschläge usw., j die über das zulässige Maß mit Angaben bedruckt sind, war eine Frist von 21 t Jahren — laufend vom 1. April 1926 bis . September 1928 — gewährt worden. Da sich aber in Der- senderkreisen immer noch erhebliche Bestände solcher unzulässigen Briefumschläge befinden, ist die Ausbrauchfrist nochmals biszum31.Dezember 1 92 9 verlängert worden. Mit einer Verlängerung der Aufbrauchsfrist über diesen Zeitpunkt hinaus ist nicht zu rechnen. Aach diesem Zeitpunkt müssen Briefumschläge, die den Postordnungsbestimmungen nicht genügen, von der Postbeförderung ausgeschlossen werden.
Kreistag des D. H. D.
Der Deutschnationale Handlungsgehilfen - Verband. Kreis II (Mitte l h e s s e n) hielt am Sonntag in Dillenburg seinen Kreistag ab. Um 10 Uhr wurde die Tagung vom Kreisvorsteher Reuter im Schloß- Hotel eröffnet und die Abgesandten der 16 Ortsgruppen begrüßt. Hierauf wurde der Jahresbericht von dem Kreisgeschäftssührer B r z e z i n s k i (Gießen) gegeben, an den sich eine rege Ansprache an schloß, lieber die Bildungsarbeit im Kreise berichtete der Obmann Emil Wißner (Marburg). Die Aussprache zeugte von starker Anteilnahme und Sorge um das Schicksal der deutschen Kaufmannsgehilfen. Aach der Entlastung des Vorstandes und Aeu- wahlen nahm der Kreisgeschäftssührer Brze- z i n s k i das Wort zu seinem Vortrag über „S o - zialpolitik und G e w e r ks ch a s t sp o l i - t i r. Die behandelten Fragen: Sonntagsruhe, Ladenschluß, 5-Uhr-Schluß am We hnachtheilig- abenb, Angestelltenversicherung, Bellicbsrätc- wesen. Rechtsschutz und Tarisabschlüsse lösten starkes Interesse aus. Der Gaujuae dführer K u - baute (Frankfurt a. M.) sprach über den Ausbau der Jugendarbeit in den Ortsgruppen. In einem zündenden Schlußwort faßte Gauvorsteher Auerbach (Frankfurt a. M.) die behandelten Fragen zusammen und stellte die wichtigsten Punkte nochmals heraus.
Aach dem Kreistag fand ein Festabend der Ortsgruppe Dillenburg statt. Den herzlichen Degrüßungsworien des Vorsitzenden Schuch folgte die Festansprache des Gauvor- stehers Auerbach. In stark wirkenden Worten zeichnete er den Weg der deutschen Kaufmannsgehilfen vom Jahre der Gründung des Verbandes bis zur jetzigen Aotzeit. Die Aufwärtsentwicklung des D. H. V. sei parallel gegangen mit der Entwicklung eines stolzen Stan- desbewußtseins der deutschen Kaufmann igehilfen. Der Redner zog einen scharfen Trennungsstrich zwischen Marxismus und Rationalismus. Daß der D. H. V. so gewaltig werden konnte, beweise den gesunden Sinn der Kaufmannsgehilfen. Das gelte zugleich auch für die gute Entwicklung des D. H. V. in Mittelhessen. In der vorderen Zeit sei das Bekenntnis zum D. H. V. ein großes Wagnis gewesen. Der Opfermut der Kaufmannsgehilfen und ihr Gemeinschaftswille, gepaart zum Kampf gegen soziale Mißstände, hätten die Kaufmannsgehilfen im D. H. V. zu einer Macht werden lassen, die in der heutigen Wirtschaft einen bedeutsamen Faktor darstelle, lieber allem Wohl des einzelnen, der Rot und Sorge der Familie oder des Standes stehe aber das Leben des Volkes, seine Ehre und Freiheit, seine Große und Zukunft. Aus dem stürmischen Beifall wuchs das Deutschlandlied, das begeistert gesungen wurde.
*• Landsmannschaft der Hessen in Hamburg. Wie man uns berichtet, bemüht sich die „Landsmannschaft der Hessen v. 1896 in Hamburg" (Vereinslokal: Hotel Mau. Holsten- wall 19). wahre Heimatpflege zu treiben und bei allen ihren Mitgliedern das Gedenken an die Heimat wachzuhalten. Die Vereinigung will eine Brücke schlagen zwischen Heimat und der Ferne. Alljährlich kommen Vereine, Reisegesellschaften, Sportsleute usw. aus Hessen nach Hamburg, denen die Hamburger Landsmannschaft der Hessen gerne zur Verfügung stehen und ihnen auf die uneigennützigste Weise dienlich sein will. Zuschriften an diese landsmannschaftliche Vereinigung werden an Otto May, Hamburg 36, Ame- lungstraße 15. erbeten.
♦* Der Evangelische Arbeiterver- e i n feierte am Sonntag sein 37. Stiftungsfest. Aach gemeinsamem Kirchgang am Vormittag in der Stadtkirche, wo der Frauenchor des Vereins mitwirkte, fand am Abend im Vereinslokal ein sehr gut besuchter Familienobend statt. Aach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden H. Kirchner trugen musikalische und sonstige Darbieuntgen sowie Gesangsvorträge des Frauenchors unter der bewährten Leitung von Frau M. Schäfer, wesentlich zur Verschönerung des Abends bet. Die Festansprache hielt Pfarrer Linden st ruth, Butzbach, der in eindrucksvollen Ausführungen auf die weitgehenden Aufgaben der Evangelischen Arbeitervereine und ihre Bedeutung für die evangelische Kirche hinwies.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
OO Klein-Linden, 30. Oft. Dieser Tage ging ein größerer Transport Lebensmittel und Feldfrüchte aller Art als Erntedank- fe st gäbe unserer evangelischen Kirchengemeinde an das Elisabethenhaus in Darmstadt ab.
* Grüningen, 30. Oft. Der Landwirtschaftliche Konsumv er ein feierte am Sonntagabend sein 40jähriges Bestehen, zu dem die Mitglieder mit ihren Frauen als Gäste eingeladen waren. Die geräumige Turnhalle war voll besetzt. Der frühere langjährige Direktor Wilhlem Heinrich Leidichl. hatte die wirtschaftlichen Verhältnisse aus der Gründungszeit und die Geschichte des Vereins in sehr interessanter Weise niedergeschrieben. Da er wegen hohen Alters und geschwächter Gesundheit am Erscheinen verhindert war, verlas der jetzige Direktor Ehr. LeidichlV. die Abhandlung. Die Glückwünsche des Revisionsverbandes überbrachte Oberrevisor Hartmann, der auch über Genossenschaftswesen im allgemeinen sprach und die Mitarbeit der Frauen lobend anerkannte. Ra- mens der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft sprach Geschäftsführer Jung, für die Lieferanten Kaufmann S e i p p e l, Butzbach. Herr Weil, Lang-Göns, und eine junge Dame aus Grüningen sorgten für schöne Musik. Herr Mohn brachte mehrere humoristische Darbietungen. Samtllche Redner sprachen sich lobend über Die Führung des Konsumvereins aus, insbesondere wurden die langjährigen Führer Wilhelm Heinrich Leidichl., Adam Lorenz Dingel und Ehr. LeidichlV. geehrt. Die Feier, an der
über 200 Personen teilnahmen, nahm einen wohlgelungenen Verlauf.
§ Alten-Buseck, 30. Ott. Am gestrigen Dienstagabend veranstaltete der hiesige Frauen- Missionsverein einen interessanten Licht- bilderabend, der sich eines außerordenllich starten Besuches erfreute. Nach einer kurzen Ansprache des Ortsgeistlichen hielt Missionar Be ck - mann, der 23 Jahre in Indien gewirkt hatte, einen fesselnden Vortrag über die religiösen Sitten und Gebräuche dieses Landes. Die packenden und leichtvcrständlichen Ausführungen machten auf die Anwesenden tiefen Eindruck. Nach dem Vortrag sprach der Ortsgeistliche Missionar B e ck m a n n den Dank der Gemeinde aus und stellte die Anschaffung eines Lichtbilderapparates für den Frauen-Mif- fionsverein in Aussicht, um der Gemeinde öfters Gelegenheit zu derartigen Veranstaltungen geben zu können. Die Kollekte ergab einen ansehnlichen Be- trag und bewies aufs neue die bekannte Opferfreudigkeit unserer Einwohnerschaft.
Bg. G r o ß e n - B u s e ck, 30. Oft. Wie bei der letzten Gemeinderatswahl, werden auch diesmal wieder vier Listen vorliegen, von denen der Bauernbund zvei aufgestellt hat. Spitzenkandidaten des Bauernbundes sind S). Wagner, H. Scheid, B. Pfeffer, $). Hof, A. Huber, H. Mootz. Die Sozialdemokratische Partei hat F. Herber, H. Schneider und A. Dörr für die aussichtsreichsten Plätze vorgesehen. Die Mittelstandspartei hat Ph. Henß, H. Gans und W. Pfeiffer die ersten Plätze eingeräumt. Von den Genannten waren seither Hof, Mootz und Dörr noch nicht in der Gemeindevertretung.
* Grünberg, 28.Okt. Die Zimmermei- sterzwangsinnung für den Kreis Gießen hielt am Samstag im „Prinz Carl", dahier, eine Jnnungsoersammlung ab. Nach einer kurzen Begrüßung durch Obermeister C. Rinker (Nonnenroth) erstattete Geschäftsführer Kirchner (Gießen) Bericht über die Tätigkeit der Innung im letzten Vierteljahr. In einem anschließenden Referat wies er auf die außerordentlich ungünstige Lage im Zimmerhandwerk hin, das durch die schlechte Wirtschaftslage, den außerordentlichen Konkurrenzkampf und das Borounwesen schwer zu leiden habe. Der Redner hält einen weitgehenden Zusammenschluß aller Berufskollegen in Oberhessen und Schaffung einer Arbeitsgemein- schaftallerZimmermeister-Organisa- tionen in Hessen für bri” end erforderlich, damit auch dem Zimmerhandwerk eine einflußreiche Vertretung in den maßgebenden Körperschaften gesichert wird. Die anschließende Aussprache gab Gelegenheit zur Besprechung weiterer schwebender Jn- nungsfragen. Als Tagungsort für-die nächste Jnnungsoersammlung wurde Gießen bestimmt.
)( L i ch, 30. Oft. In festlich geschmückter Kirche und unter Mitwirkung von Cyvrschule, Frauenchor und Posaunenchor feierte am Sonntag die sehr zahlreich erschienene evangelische Gemeinde ihr diesjähriges Erntedankfest. Stiftsdechant Kahn sprach im Anschluß an das Evangelium Johannes Kap. 6, Vers 24 bis 29 über den rechten Erntedank. Am Rachmittag feierten die Kinder im Kindergottesdienst. Mit Blumen und Aehren geschmückt zogen sie unter Führung ihrer Helferinnen und von Orgelklängen begrüßt, ins Gotteshaus ein. Die größeren Kinder führten ein schönes und sinniges Erntespiel auf, das von Kleinen und Großen beifällig ausgenommen wurde. Eine Kollekte für die Mission ergab 85 Mark. Am Rachmittag wurde das Erntedankfest in ebenfalls reich und schön geschmückter Kirche in Rieder-Bessingen gefeiert. Die Ernte- gaben für die Mission betrugen hier 40 Mk.
s. Hungen, 28. Okt. Am 1. Rovember findet hier der bedeutendste unserer Jahrmärkte, der weit und breit bekannte Allerheiligen- markt, statt. 3m vorigen 3ahre wurde zum erstenmal mit dem S chw e i.n e m a r k t ein Schafmarkt abgehalten, der sowohl bei den Schäfern, wie bei den Schafzüchtern und den Händlern der näheren Umgebung auf großes 3nteresse stieß. Deshalb soll der Schafmarkt auch in diesem 3ahre und weiterhin beibehalten werden. Dem Vernehmen nach wird der Landwirt- schaftskammer-Ausschuh für Oberhessen wieder eine Anzahl Muttertiere zum Verkauf bringen. Cs ist anzunehmen, daß der Markt auch mit Schlachttieren wieder gut beschickt wird.
s. Aus der nördlichen Wetterau, 26. Oft. Unsere Landwirte sind zur Zeit hauptsächlich mit dem Ernten und Verfrachten der Zuckerrüben beschäftigt. Die Aktienzucker- fabrif „Wetterau" in Friedberg hat den Versand in der Weise organisiert, daß an vorgeschriebenen log» Abnahmestellen, wie Berstadt, Echzell und Wölfersheim, die einzelnen Ortschaften ihre Rüben wagenweise direkt vom Acker aus an festgesetzten Wochentagen anfahren können. Daneben ist es aber auch zulässig, daß größere Landwirte ihre gesamte Rübenernte in einem besonderen Waggon an jeder beliebigen Station verladen, in welchem Fall die Fabrik ebenfalls die Frachtkosten trägt. Die Ortschaften der näheren Umgebung Friedbergs fahren die Zuckerrüben per Achse in die Fabrik und erhalten in diesem Falle als Fuhrlohn die Frachtkosten vergütet. Durch genaue Einteilung wird einer Ueberfüllung des Betriebs vorgebeugt. Die in sonstigen 3ahren wegen der Rässe oft sehr beschwerliche Zucker- rübenernte geht Heuer sehr glatt vonstatten. 3n- folge der Trockenheit sind auch die prozentualen Gewichtsabzüge für anhaftende Ackererde wesentlich niedriger. Während diese in manchen 3afjren 10 bis 13 Prozent betragen, bewegen sie sich in diesem Herbst zwischen 7 und 10 Prozent. Die Ernte ist trotz der langen Dürre als gute Mi ttelernte anzusprechen. Der Anbau hat in manchen Gemarkungen zugenommen, da die anfallende große Blättermasse sowohl, wie die von der Fabrik zurückgelieferten Grünschnitzel, bzw. Trockenschnitzel als Futter sehr geschätzt sind und letztere billig berechnet werden. Bei Rücklieferung von 40 Prozent Grünschnihel werden am Rübenpreis 24 Pf. per Doppelzentner gekürzt. Bei Rücklieferung von 4. Prozent Trockenschnihel werden außerdem geringe Trockenkosten in Abzug gebracht.
Kreis Friedberg.
* Butzbach, 31. Oft. Zu der im „Gieß. Anz" Rr. 254 vom 29. Oktober veröffentlichten Meldung über die Autoverkehr G. m. b. H. Butzbach und Umgegend wird uns von der Leitung dieses Unternehmens mitgeteilt, daß jene Rachricht auf einem Irrtum des Berichterstatters beruht. Der gemeldete Verlust von annähernd 10 000 Mark sei nicht in der Zeit vom Juli bis September 192 9 entstanden, sondern stelle tatsächlich den bilarzmähi- gen Gesamtverlust vom Zeitpunkt der Betriebseröffnung im Dezember 1926 bis zum 3 0. September 1929 dar. Dieser Gesamtverlust für nahezu drei Jahre belaufe sich au 9905.58 Mark und verteile sich auf fünf be
fahrene Linien. Die seitens der Gemeinden zu leistenden Carantiezuschüsse seien in erster Linie zur Verbilligung der Arbeiterfahrkarten be- timmt.
I Steinfurth, 30.Oft. Unsere Gemeinde er« hie.t nun auch eine Krankenschwester. Sie ist im Alle ekraakenh aus in Darmstadt aus gebildet worden. Die Verhandlungen waren schon im Spätherbst letz le a Jahres gepflogen Worten und gelangten im Frühjahr und Sommer zum Abschluß. Schwester Elisabeth Kämmerer aus Londorf bei Gießen wurde uns zu diesem Dienste gesandt. Sie war seither im Krankenhaus in Bad-Rauheiin tätig, und hat jetzt die seit 1914 hier unterbrochene Schwcsternarbeit an den Kranken wieder ausgenommen. Die Kirchengemeinde war infolge der Rot der Zeit und d-cs Mangels an Schwestern nicht in der Lage, diesen Dienst unter ihrer Leitung einzurichten. Sie hat aber die ehemalige Einrichtung der Schwestern- wohnung und Krankenpflege, soweit sie ntxf) brauchbar war, leihweise zur Verfügung gestellt und auf diese Weise zum Zustandekommen dieses notwendigen Liebesweries beigetragin- — Als Rcvchfolger für - den jetzigen Polizeidiener Huber ist von der Gemeinbetter trehing Karl Rühl vorgeschlagen wor.en. Das Kreisamt will aber, daß die Stelle mit einem Polizeidienstanwärter besetzt wird. Die Gemeinde bleibt jedoch bei ihrem Beschluß. Auf dem Wege des Verwaltungsstreitverfahrens wird Wohl bald die Frage entschieden werden.
Kreis Schotten.
X Schotten, 30. Ort. Die Freiwillige Feuerwehr Schotten hielt am Sonntag in Verbindung mit der hiesigen Sanitäts- kolonne vom Roten Kreuz eine großangelegte Inspektionsübung ab. Reg.°Rat © d) to a n vom Kreisamt, Med.-Rat Dr. Orth vom Kreisgesundheitsamt und die Stadtverwaltung wohnten der Hebung bei. Ein sehr instruktiver Drandangriff auf die Zigarrenfabrik Weber wurde vorgeführt. Alle Gerätschaften, Mctor- spritze, Rauchmasken, Schlauchlcitir, drei mechanische Leitern wirkten mit. Im Anschluß an die Hebung sand auf der Schützenhalle eine Rachsitzung mit Besprechung der Hebung statt. Die Musikkapelle der Wehr spielte zur Rachfeier. — Zur Zeit werden die großen Treibjagden abgehalten, bei denen sich überall in unserer Gegend herausgestellt hat, daß die befürchtete Dezimierung des Wildbrstcmdes durch die langanhaltende große Kälte im letzten Winter nicht eingetteten ist. Die geschossenen Strecken auf den Jagden waren überall gut.
□ Laubach, 30. Oft. Die Arbeiten an unserem Schwimmbad in der Rordwestecke des „Obersees", auf der Westseite des Ramsberges, die das Baugeschäft Ioh. Friedrich Rühl übernommen hat, sind schon weit vorgeschriiten. Das Becken ist ausgehoben, und die Wände bereits hergerichtet. Die Betonierung des Bodens soll in den nächsten Tagen in Angriff genommen werden. Die Maße der Anlage sind durch Beschluß des Gemeinderats vergrößert worden. Hrfprüng- lich war eine Länge des Deckens von 30 Meter bei einer Breite von 12 Meter bestimmt worden. Jetzt hat man beschlossen, das Becken zu 50 Meter Länge und 15 Meter Breite bei einer Tiefe von 4 Meter anzulegen. Das Becken für Richt- schwimmer hat eine Tiefe von 1,20 Meter und neigt sich bis 1,50 Meter. Bei der Ausgrabung fand man im Bächlein eine Anzahl Krebse, die in den hiesigen Gewässern seit der „Krebspest" von 1895 sehr selten geworden sind. — Die Winterfrucht steht vorzüglich. Das Korn h. t sich schon kräftig entwickelt, und auch der Wi. t r- weizen hat schon ganz schön ausgeschlagen. — Die diesjährige Jagd bietet ein gutes Hasenjahr. Auch die Rebhühnerjagd ist wesentlich besser, als in den verflossenen Jahren.
-4- Ober-Schmitten, 30. Okt. Der Anschluß der hiesigen Papierfabrik an das Heberlandwerk macht $ine völlige Verlegung der S t a r kst rom le i t un a-innerhalb deS Dorfes nötig. Es werden zur Zeit eine Anzahl neuer eiserner Masten aufgestellt, durch deren Anlage die Zuleitung des elektrischen Stromes durch mehrere Stromkreise möglich ist. Damit ist eine Hnterbrechung der Maschinenarbeit durch Ausbleiben des Stromes weitgehends aus- geschaltet.
Kreis Alsfeld.
fr* Alsfeld, 30. Ott. Als einziger Verhandlungsgegenstand beschäftigte die gestrige Stadt- vorstandssitzung die Wohnungsangelegenheit des zweiten Geistlichen der Stadt Alsfeld, die schon wiederholt Gegenstand der Erörterung gewesen ist. In der Zwischenzeit hat auf der Bürgermeisterei eine Verhandlung zwischen dem Landeslirchenamt in Anwesenheit des Prälaten D. Dr. Diehl, des Oberkirchenrats Dr. Horn und des Superintendenten der Provinz Oberhessen, Oberlirchenrats Wagner und der Stadtverwaltung zwecks Regelung des Konflikts zwischen der Stadt und der Kirchenbehörde stattgefunden. Bei dieser Verhandlung war eine Vereinbarung getroffen worden, wonach die bürgerliche Gemeinde Alsfeld die Verpflichtung anerkennt, ein den besonderen Verhältnissen des Pfarramtes entsprechendes zweitesPfarrhauszu stellen, s o b a l d e s die, Verhältnisse gestatten. Unter der Voraussetzung, chaß die Stadt die vorgenannte Verpflichtung anerkennt, erklärt sich das Landeskirchenamt mit der jetzt gegebenen Zwischenlösung einverstanden, wonach der erste und zweite Stock des städtischen Hauses am Bahnhof dem derzeitigen zweiten Geistlichen als Wohnung zur Verfügung gestellt und von der Stadt entsprechend umerhallen wird. Die Vermietung der Mansardenwohnung in dem genannten Haus erfolgt im Einvernehmen mit dem Landeskirchenamt. Die Baulommission hat bei der Beratung dieser Vereinbarung den Vorbehalt gewünscht, daß die Verpflichtung der Stadt, ein zweites Pfarrhaus zur Verfügung zu stellen, unter der Voraussetzung erfolgt, daß der Inhalt des von dem Oberkonsistorium mit Schreiben vom 31. März 1915 dem Evangelischen Kirchenvorstand Alsfeld vorgelegten Aktenauszugs über das zweite Pfarrhaus in Alsfeld rechtlich unanfechtbar ist. Der Stadtvorstand genehmigte einstimmig die getroffene Vereinbarung mit dem von dec Baukommission gemachten Vorbehalt. Damit dürfte der Konflikt zwischen der oberen Kirchenbehörde und der bürgerlichen Gemeinde Alsfeld in einer beide Teile befriedigenden Weise sein Ende gefunden haben.
T Kirtorf, 30. Ott. Der Männergesangverein von Ruttershausen bei Gießen i benutzte das schöne Herbstwetter, um ein schon


