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MittWoch, 30. Oktob. 1929 7” abds.
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Ministerialdirektor Dr. Schwarz
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die dümmsten agitatorischen Anträge stellen könnten. Der Reichstag mutz unter allen Umständen die Entscheidung des Finanzministeriums revidieren können.
fettige Kenntnis, insbesondere auch auf dem Gebiet des sozialen und wirtschaftlichen Lebens und vor allem seine reiche Erfahrung sicherten ihm einen matzgebenden Einflutz auf das hessische Iustizwesen und die übrigen Landesverwaltung. Auch in Reichsjustizangelegenheiten fand seine Mitwirkung hohe Anerkennung. Durch sein hilfbereites freundliches Wesen sicherte er sich bei allen Beamten uneingeschränkte Anerkennung.
sondiert, 'um zu erfahren, ob es möglich wäre, in dieser Sache mit anderenLän- dern zu einem Einvernehme n zu gelangen.
„Daily Rews" verbreitet sich in einem Leitartikel über das gleiche Thema und meint, der praktische Wert der kostspieligen Spionagedienste. die von den meisten Ländern unterhalten würden, sei sehr zweifelhaft. Auf der anderen Seite verursache die Spionage zwischen den beteiligten Ländern unvermeidlich böses Blut. Es wäre daher ein wesentlicher Beitrag für den Weltfrieden, wenn es gelänge, durch Verhandlungen einen allgemeinen De r- zicht auf die S p i o n a-g e zu erreichen. Hoffentlich werde Schatzkanzler Snowden im Unterhaus eine befriedigende Erklärung hierüber abgeben föimeru
Darmstadt, 3d. Okt. (Priv.-Tel.) Ami. November d. 2. trit. wegen Erreichung der Altersgrenze der Ministerialdirektor im Ministerium der Justiz Dr. Otto Schwarz in den Ruhestand.
Dr. Karl Cuötoig Otto Schwarz wurde 1864 als Sohn des Rechtsanwalts Dr. Georg Schwarz in Gießen geboren. Rach Ablegung der Staatsprüfungen wurde er Gerichtsassessor. Er war viele Jahre im hessischen Justizdienst bei verschiedenen Behörden beschäftigt, vorübergehend auch im Ministerium der Justiz. 1894 wurde er Amtsrichter in Darmstadt, 1900 Landrichter und 1903 Landgerichtsrat beim Landgericht der Provinz Starienburg, 1910 Oberstaatsar^walt in Mainz. 1912 ging er in der gleichen Ctgenschaft nach Darmstadt. 3in Jahre 1915 wurde er als Ministerialrat in das Ministerium der Justiz berufen, wo et 1920 zum Staatsrat befördert wurde. Seit dem Jahre 1924 leitete er als Ministerialdirektor die Geschäfte des Justizministeriums und gehört dem Gesamtministerium als beratendes Mitglied an.
Rach dem Gesetz über die Altersgrenze der Beamten hätte Dr. Schwarz schon im Mai aus dem Staatsdienst ausscheiden müssen. Da dringende Rücksichten der hessischen Staatsverwaltung es erforderten, wurde seine Versetzung in den Ruhestand bis jetzt hinausgeschoben. Die Verlängerung seiner Dienstzeit ist eine besondere Anerkennung der wertvollen Dienste, die Ministerialdirektor Dr. Schwarz dem hessischen Staat geleistet hat. Insgesamt war er nahezuvierIahrzehnte im hessischen Staatsdienst tätig. Sein scharfer Verstand, seine umfassende juristische Bildung, seine viel-
dadurch leicht die FinanAbureaukratie zum Diktator über den Reichst macht. Das würde zur Folge haben, datz die Parteien, da sie keine Verantwortung haben,
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Reichspost und Berufsbeamienium.
Berlin, 33. Ott. (WB.) Reuerdings werden wieder Gerüchte verbreitet, wonach die Deutsche Reichspost einen allgemeinen Abbau des Berufsbeamtentums plane und bereits Maßnahmen in dieser Richtung vorbereite. Hierzu erklärt der Re i ch s pvst m in i ste r , datz an allen diesen Gerüchten kein wahres Wort ist. Er werde auch weiterhin für die Erhaltung des Berufsbeamtentums eintreten, das die Deutsche Reichspost zur Erfüllung ihrer Ausgaben nicht entbehren kann.
Die Kohlenkrisis in England Die Pläne der Labourregierung für den Bergbau.
Krestinskis Aufgabe in Berlin.
Sowjelrußland und die deutsche AZestpolitil.
Paris, 30. Okt. (Privatmeldung.) Der ehemalige Pariser Sowjetgeschästsführer Besse- d o w s k i seht im „Matin" seine Betrachtungen fort, und zwar durch eine Charakteristik der Persönlichkeiten, die sich in Moskau mit Außenpolitik beschäftigen, und der diplomatischen Persönlichkeiten, die im Ausland tätig sind. Lieber den Sowjetbotschafter in Berlin, Krestinski, den er zu der Kategorie derer rechnet, die Einfluß besitzen, äußert sich Bessedowski wie folgt: Krestinski, ein so sehr intelligenter Mann, habe sich in Berlin gute Beziehungen zu schaffen gewußt, aber die Direktiven, die er von dem Politischen Bureau in Moskau erhalte, ließen sich schwer verwirklichen. 3n den letzten Wochen habe er den Auftrag gehabt, die Locarnopolitik Strese- manns und alsdann den Boung-Plan zu torpedieren. Krestinski könne hierzu nur in den Reihen der deutschen Rationalisten und der Deutschvöltischen Verbündete finden. Er führe diesen Auftrag so gut er könne aus, aber er habe Moskau davon in Kenntnis setzen müssen, datz die Beziehungen zu dem offiziellen Deutschland durch dieses Abenteuer nur kompromittiert werd en könnten. Das habe genügt, um ihn sowohl bei Stalin, wie auch bei Molotow mißliebig zu machen.
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London, 31. Okt. (WTD. Funkspruch.) Die Pläne der Regierung für die Kohlenindustrie wurden gestern den Vertretern der Bergwerks- befitzer und der Bergleute schriftlich zugestellt. Den Blättern zufolge decken sie sich mit den früher veröffentlichten Voraussagen, d. h. sie umfassen folgende Punkte: 1. Herabsetzung der Arbeitszeit um eine halbe Stunde von Anfang April nächsten Jahres ab. 2. Rationa- lifierunst der Regalien mit Entschädigung für bie Besitzer. 3. Das Recht, die Genehmigung zur Gewinnung von Kohle und anderen Mineralien zu erteilen, wird in Zukunft ausschließlich von der Regie» rung ausgeübt. 4. Gesetzesvorlagen sollen eingebracht werden, um die Pläne der Derg- werksbesitzer für eine Koordinierung und Regulierung der Erzeugung durchzu- führen. 5. Durch Abgaben auf die Förderung, die an eine Zentralstelle gezahlt werden sollen, beabsichtigt die Regierung die ~ ' lenausfuhr finanziell zu unterstützen.
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wir freilich nicht auf die Steuerreform, denn der Finanzminister schlug bereits neue Steuern vor. darunter die Bi er st euer. Das muß bei uns auf schärfsten Widerstand stoßen.
Abg. Graf Westarp (Dtl.) beantragte, daß der Reichsminister zahlenmätzige Unterlagen geben soll 1. über die Entwicklung der Kassenlage und der kurz- und langfristigen Kredite, 2. soll ein Gesamtüberblick der Einnahmen und Ausgaben des Rachtragsetats. und 3. über den Finanzresormplan dem Ausschuß vorgelegt werden. Wir brauchen Llebersichten über die beabsichtigten Ersparnisse, die Abstriche an Ausgaben und über die Summen, welche die Arbeitslosenversicherung verschlingen wird. Auch wünschen wir zu wissen, wie der Minister^ sein Finanzprogramm im einzelnen durchzuführen denkt.
Abg. Er sing (Z.) hielt die ganze Diskussion über ein noch gar nicht abgeschlossenes außenpolitisches Problem für überaus schädlich. Es sei schon sehr bedauernswert, daß aus innenpolitischen Gründen eine große Pressekampagne mit allen Gründen für und gegen den Voungplan eröffnet sei, ohne daß hierbei von den Gegnern die geringste Rücksicht auf die schwebenden außenpolitischen Verhandlungen genommen worden sei.
In der Abstimmung wurden dann die Anträge des Abg. Graf Westarp (Dtl.) gegen die Stimmen der Deutschnationalen, der Wirtschaftspartei und der Kommunisten abgelehnt.
In der Beratung des Gesetzentwurfes zur Aenderung der Reichshaushaltsordnung führte Berichterstatter Abg. Dr. Schreiber (Z.) aus: Die Rovelle zur Reichshaushaltsordnung ist zu begrüßen. Aber wir stehen der Vorlage kritisch gegenüber. Die Stellung des Reichsfinanzministers ist haushaltsrechtlich schon sehr stark. Man wird sich hüten müssen, das Schiff der Reichshaushalts- vrdnung zu stark zu belasten.
Aba. H e r g t (Dnl.) bezeichnete die Beratung der Novelle als unzeitgemäß. Eine übermäßige Diktatur des Finanzministers verbiete sich, solange das parlamentarische System und parteimäßige Bindungen eine Abhängigkeit des Finanzministers ermöglichen. Seine Freunde stän- Den daher dem Entwurf im ganzen ablehnend gegenüber.
Abg. Dernhard (D.): Gesunde Reichsfinanzen sind keine Parteifrage, und die Vollmachten des Finanzministers dürfen nicht danach bemessen werden, welche Persönlichkeit er gerade ist. Trotzdem bin ich aber gegen zu weitgehende Vollmachten für den Finanzminister, weil man
Die Spionage.
Englische Stimmen für Abschaffung des Geheimdienstes.
London, 31.Okt. (WTB. Funkspruch.) Der politische Korrespondent der „Daily Mail" schreibt: Durch das Streben der spzialistischen Regierung nach Ersparnissen ist der politische Geheimdien st gefährdet. Im Etat des Fvreign Office sind alljährlich 250 00 0 Pfund Sterling eingesetzt, über die nur selten Anfragen gestellt werden, und über die seitens der Regierung niemals Auskunft erteilt wird. Beamte des Fvreign Office, des KriegSamtes und der Admiralität sind gegen jeixm Versuch, den Geheimdienst abzufchaffen, der während des Krieges großartige Leistungen erbracht hat. Man Erwartet, daß die Regierung ein Kompromiß schließen wird. Staatssekretär Hender- son hat. wie verlautet, in diplomatischen Kreisen
Vor Beginn der Beratungen des Gesetzgebungsausschusses des Hessischen Landtages fand zunächst zu Ehren Ministerialdirektors Dr. Schwarz eine kleine Abschiedsfeier statt. Der Ausschußvorsigende Abg. Schäl schilderte in beredten Worten die großen Verdienste des Scheidenden, sowohl in seiner langen richterlichen Tätig» Feit, wie als Leiter des hessischen Justizministeriums. Im Namen des Ausschusses sprach er den aufrichtigen Dank aus und überreichte ihm eine prächtige Llumenspende. — Ministerialdirektor Dr. Schworz dankte sichtlich überrascht für diese Ehrung. Er er- klärte, daß seine Tätigkeit im Landtag ihn außerordentlich befriedigt hätte und zur schönsten und unvergeßlichsten Zeit seines Lebens gehöre.
Landtagspräsident Delp hat im Namen des Landtags an den Scheidenden ein in herzlichen Worten gehaltenes Schreiben gerichtet, in dem es beißt: Die engen Beziehungen, die zwischen dem Inhaber Ihres Amtes und dem Landtag und feinen Ausschüssen naturgemäß bestehen, vermochten Sie durch Ihre umfassenden Kenntnisse, Liebenswürdigkeit und stete Bereitschaft zur Mitarbeit erfolgreich für die Arbeiten des Landtages zu gestalten, und dafür sage ich Ihnen herzlichen Dank.
Das Kohlenkontmgent im polnischen Handelsvertrag.
Beunruhigung in Lberschlesien.
Beuthen, 31. Okt. (TU.) An das Auswärtige Amt und Reichswirtschaft Zministerium ist von den Magistraten der drei oberschlesischen Industriestädte Beuthen, Gleiwitz und Hindenburg und von den oberschlesischen Landgemeinden des Jndustriebezirks das folgende Telegramm gesandt worden: „Die im Zndustriebeziri verbreitete aus ausländischen Quellen stammende Rachricht, daß die Handels- Vertragsverhandlungen zwischen Polen und Deutschland mit der Einräumung eines gewaltigen Kohlenkontingents zum Abschluß gebracht werden, hat infolge der dadurch mit Sicherheit kommenden Wirtschaftskrise im oberschlesischen Jndustrierevier eine solche Beunruhigung in der Bevölkerung hervorgerufen, daß wir um eine amtliche Erkl ä- rung über den wahren Stand der Angelegenheit bitten müssen."
Landwirtschaft
und polnischer Handelsvertrag.
Wie vom Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft mitgeteilt wird, hat der landwirtschaftliche Generalfachverständige für die deutsch-polnischen Handelsvertragsver- Handlungen, Generallandschaftsdireltor von Hippel (Königsberg), angesichts der Entwicklung, die diese Verhandlungen genommen haben, sich veranlaßt gesehen, sein Amt als General- sachverständiger niederzulegen.
Aus aller Welt.
Zusammenstöße in Danzig.
Im Innern der Stadt kam es zu Zusammen- stöhen - wischen Erwerbslosen undPo» l i z e i, als diese eine vom Polizeipräsidenten verbotene Erwerbslosendemonstration auflösen wollte. Ein zweites Mal mußte die Polizei eingreisen, als ein Erwerbslosenzug zum Dolks- tag marschieren wollte. Der Zug konnte vor der Bannmeile aufgelöst toer'ven. Im Volks - tag führte bas Verbot der Erwerbs osendemon» stration zu heftigen Kundgebungen der Kommunisten. Der Präsident mußte die Sitzung infolge der Ruhestörung zweimal aufheben. Der kommunistische Abgeordnete Pleni- kowski wurde wegen grober Verstöße gegen die Hausordnung für acht Sihungstage ausgeschlossen.
Vrandkalaslcophen im abgetretenen weslpreußen.
3n dem Dorfe Lubowitz im Kreise Lautenvurg (Weichselkorridor) brach auf einem Grundstück dessen Gebäude noch mit Stroh bedeckt waren, Feuer aus, das, durch den Wind begünstigt, auf die Rachbarhäuser Übergriff. Innerhalb weniger Stunden wurden 39 Gehöfte ein Raub der Flammen. 300 Personen sind durch die Brcmdkatastrophe obdachlos ge
Abg. Dr. Cremer (DDP.): Die Vollmacht des Finanzministers muß sich beschränken auf die Feststellung der Einnahmen und Ausgaben, die dann vom Reichstag zu sanktionieren sind. Gegenüber den anderen Ressorts muh er also eine gewisse starke Stellung haben. Vielleicht würde es überhaupt angebracht fein, die ganze Aufstellung des Haushaltsplans aus dem Finanzministerium herauszunehmen unb einen besonderen Haushaltsmini st er' zu bestellen, der auch die Anleihegebarung, Kas- sengebarung, die Reichsschuldenverwaltung usw. zu betreuen haben würde.
Reichsfinanzminister Dr. Hilferding er» flärt den Vorschlag des Dr. Cremer für nicht durchführbar. Wie soll der Ctatminister seinen Etat, der dann nur Ausgaben enthält, begründen, wenn er nicht gleichzeitig auch feststellt, auf welche Weise die Ausgaben gedeckt werden sollen. Umgekehrt ist es unmöglich, für den Steuerminister, festzu stellen, welche Einnahmen er Vorschlägen mutz, wenn er sie nicht selbst mit den Ausgaben in Einklang zu bringen Hai. Die Frage der Stärkung der Stellung des Finanzministers ist akut geworden durch die Schwierigkeit der Finanzsituation nach dem Kriege. Vieles, was jetzt verlangt wird, kann vielleicht später wieder fortfallen. Augenblicklich aber sind die Sicherungen notwendig.
Der GNarekskandal.
Das Verlangen des Oberpräsidenten auf Amtsenthebung des Berwaltungsrats der Stadlbank.
Berlin, 31. Okt. (Priv.-Tel.) Der Ober» Präsident hatte, wie erinnerlich, den Oberbürgermeister von Berlin ersucht, den städtischen Körperschaften eine Vorlage zu einem Beschluß über die Amtsenthebung der dreiMit- glieder des Verwaltungsrats der Stadtbank, Rosenthal, Mühlmann und Dunge, zu machen. Der Magistrat hat daraufhin in feiner heutigen Sitzung einen Beschluß gefaßt, in dem es heißt:
Der Magistrat nimmt von dem Ersuchen des Oberpräsident Kenntnis und beschließt, eine Dringlichkeitsvorlage an die Stadtverordnetenversammlung mit dem Anträge auf E i n- setzung einer gemischten Deputation von 25 Mitgliedern zur Beratung und Entscheidung der Frage der Abberufung von Stadtverordneten aus dem Kreditausschutz und Verwal» tungsrai der Stadtbank zu machen. Zur Amtsenthebung der drei Mitglieder des Verwaltungsrates der Stadtbank ist gemäß § 31 des Gesetzes faber die Bildung einer neuen Stadtgemeinde ein Gemeindebeschluh erforderlich.
Ein kommunistischer Mißirauensanirag aegen Böh.
Berlin, 31. Okt. (Priv.-Tel.) Die Kommunisten haben gegen den Oberbürgermeister Böß folgenden Antrag eingebracht: Der durch die Sklarek-Affäre auf das Schwerste belastete Oberbürgermeister Böß genießt nicht das Vertrauen der Stadtverordnetenversammlung. Die Stadtoerordnetenoerfammlung verlangt die sofortige Amtsenthebung des Oberbürgermeisters ohne Gewährung einer Pension. — Praktisch hat dieser Antrag selbst bei seiner Annahme keine Bedeutung. Der Oberbürgermeister braucht zu seiner Amtsführung nicht das Vertrauen des Stadtparlaments, da er auf 12 Jahre festangestellt ist und nur auf Grund eines Disziplinarverfahrens seines Amtes enthoben werden kann. Er könnte lediglich bei einer solchen Situation von sich aus die Konsequenzen ziehen. Ob der Oberpralident eingreifen wird und auch gegen das Ltadtoderhaupt ein Diszi» plinaroerfahren einleitet, muß abgewartet werden.
Das Programm des Zaszismusr.
Rom. 30. Olt. (TU.) Das faszistische Verordnungsblatt gibt die neuen Satzungen der Partei bekannt. In der Einleitung zu den Satzungen heißt es: Die Faszistische Partei ist eine bürgerliche Miliz im Dienste der Ration und ihr Zweck ist die Größe des Faszismus. Von ihrer Gründung an, die zusammenfällt mit der Wiedergeburt des italienischen Selbstbewußtseins und mit dem Siegeswillen bis zum heutigen Tage, hat sich die Partei stets im Kriegszustand befunden, erstens, um diejenigen niederzuschlagen, die den Willen der Ration unterdrückten, und zweitens, um die Macht des italienischen Volkes zu verteidigen und zu fördern. Der Faszismus ist nicht nur eine Grupp.erung der Italiener um ein bestimmtes Programm, sondern vor allem ein Glaube, in dessen Zeichen das neue Italien kämpft.
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Tag für: Hölzer in b aber, wievii telchen enth nicht gleich Hand ist: Qi man nun be E-Hachteln Z werden, jede leM Hölz wcht weiten ^rchschnittliö Stunde usw. Lehrer aus d
worden. Die Feuerwehren waren infolge Wassermangels völlig machtlos. — In Kulm an der Weichsel geriet die große Aktienbrauer e^ in Brand. Ein großer Teil der Brauereigebäude fiel den Flammen zum Opfer. Der Schaden beträgt eine Million Zloty.
Raubüberfall auf einen Lohngeldtransport.
2n Gerolstein wurde ein verwegener Raubüberfall auf einen Lohngeldtransport unternommen. Mit dem O-Zug, der 12.20 Ufjr von Trier eintrifft, kamen Lohngelder in Hohe von 120000 Mark an. Das Geld wurde vom Stationsvorsteher in Empfang genommen, der es zum Stationsbureau bringen wollte. Vor dem Eingang des Bureaus trat ihm plötzlich ein Mann mit hocherhobenem Revolver in der Hand entgegen und versuchte ihm das Geld zu entreißen. Es entspann sich ein verzweifeltes Handgemenge. Dahn» beamte eilten zur Hilfe herbei, und es gelang ihnen, den Räuber zu überwältigen, der der Polizei übergeben wurde.
(Ein Lehrer beim Unterricht tödlich verunglückt.
In Cronenberg (Rheinland) stürzte der Zeichenlehrer der Realschule, Hugo Knapp, der beim Unterricht in der Untertertia einen Zeichengegenstand genauer vorführen wollte, indem er ihn aus dem Fenster hielt und dabei das Uebergewicht bekam, aus dem dritten Stock aufdieStrahe. Er war sofort tot.
Erlebnisse der deutschen Himalaja-Expedition.
Aus Kackulla kommen nähere E.nz.lyeiten über die Erlebnisse der deutschen Himalaja-Expedition Danach begrub eine Lawine auf dem höchsten Punkt, der bei der Ersteigung des Kin- chinyunga erreicht wurde, das Lager und trennte drei Männer von den übrigen E>peditionsteil- nehmern. Sie waren deshalb gezwungen, eine Rächt ohne De cken und Schlafsäcke in einer Gletscherspalte zu verbringen. Ein Mann wurde schneeblind und alle hatten unter dem starten Frost zu leiden. Um die Expedition wieder zu erreichen, mutzten die drei Bergsteiger schließlich acht Stunden lang Eisstufen ein* schlagen, um die Gletscher passieren zu können. Dr. Feigel liegt mit schweren Frostderlehungen in einem Krankenhaus in Kalkutta.
Pockenepidemie auf den Molukken.
Auf der Insel Sangir (Molukken) ist eine Pockenepidemie ausgebrochen. Bisher sind 550 ernsthafte Erkrankungen festgestellt, wovon 6 0 bereits tödlich verlaufen sind. Ausgedehnte Vorbeugungsmaßnahmen wurden getroffen: Kirchen und Schulen sind geschlossen. Die Abhaltung von Jahrmärkten wurde eingeschränkt. 10 000 Personen sind bereits geimpft.
Frau Stresemanns Dank.
Die Gattin des verstorbenen Reichsaußen- minifters, Frau Käte Stresemann, bittet um Veröffentlichung folgender Zeilen: „Anläßlich des Hinscheideas meines geliebten Mannes, des Reichsmini st ers Dr. Gustav Stresemann, sind mir aus weilen Kreisen des deutschen Volles so zahlreiche Beweise liebevoller Anteilnahme zuteil geworden, daß ich nicht in der Lage bin, allen, die meiner gedacht haben, persönlich zu antworten, wie ich es gern möchte. Ich bitte deshalb, auf diesem Wege denen danken zu dürfen, die mir und meinen Söhnen ihre Anteilnahme bekundet haben."
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Wettervoraussage.
Ein Hochdruckgebiet erstreckt sich heute morgen 00m Südwesten über England bis über Skandinavien. Sein Kernaebiet liegt über den britischen Inseln mit Barometrständen von über 773 M llimeter. An seiner Vorderseite hat eine Nordwindströmung eingesetzt, die uns von Skandinavien her Kaltluft- massen zuführt. Bei ihrem Vordringen werden dl« Temperaturen noch weiter zurückgehen und nachts Gefrierpunktsnähe erreichen. Die Wolkendecke, die zunächst noch ziemlich dicht ist, wird bei der Ostwärtsverlagerung des Hochs noch dem Kontinent hin zeitweise durchbrochen. Niederschläge werden kaum, höchstens noch in ganz geringem Maße, auftreten. Im Nordwesten, im Raume von Island, greift jedoch schon ein neues kräftiges Tief an, wodurch die Hochdruckwetterlage gefährdet wird. Mit einer größeren Beständigkeit des Wetters dürfte daher nicht zu rechnen fein.
Voraussage für Freitag: Teils wolkig, teils heiter: Temperaturen, besonders nachts, noch weiter zurückgehend, Rachlasfen der Riederschläge.
Aussichten für Samstag: Rach vorübergehender Besserung erneute Eintrübung und Temperaturanstieg.
Lufttemperaturen am 30. Oktober: mittags 11 Grad Celsius, abends 6,1 Grad: am 31. Oktober: morgens 6,9 Grad. Maximum 11,3 Grad, Minimum 5,2 Grad. — Erdtemperaturen m 10 an Tiefe am 30. Oktober: abends 10 Grad: am 31. Oktober: morgens 7,2 Grad Celsius. — Niederschlag 1,8 mm. —
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