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Fn'edensverhandlungen zwischen Nanking und Moskau.

Deutschland vermittelt im russisch-chinesischen Konflikt über die Ostchinabahn.

sowie Deutschland abgeschlossen worden sind. Diese Regierungen werden in Hebereinstimmung mit dem Verfahren handeln, das feststeht, und mit den Rechten, die aus diesem Abkommen hervorgehen.....Es herrscht weiter Einverständ­

nis darüber, daß jede der Mächte, die den Locarno-Vertrag vom 16. Oktober 1925 zwischen Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien und Italien unterzeichnet haben, das Recht be­hält, jede Schwierigkeit zu jeder Zeit in Hcber- einstimmung mit Art. 4 dieses Vertrages vor den Rat des Völkerbundes zu bringen.

Nachdem auch hierüber von den Außenmini­stern ein Dokument unterzeichnet wurde, fuhr 'Henderson fort: Meine Herren! Die Anterschrift, die Sie gegeben haben, wurde mit einer Feder vollzogen, die uns heute morgen zum Geschenk gemacht wurde; ich halte es für meine Pflicht und glaube damit den Wunsch jedes Mitgliedes tzer Delegation, die an dieser Konferenz beteiligt ist, zum Ausdruck zu brin- S, wenn ich den Vorsitzenden, Herrn Iaspar, belgischen Ministerpräsidenten, bitte, diese Feder als ein ZeichenunsererBewun- derung über die Art, in der er die Geschäfte der Konferenz geführt hat, anzunehmen.

Vorsitzender 2 a s p a r: Ich danke, Herr Hen- derson, Ihnen und allen für Ihre Zustimmung zu Herrn Hendersons Worten. Ich nehme diese wertvolle Gabe dankbar an nicht nur wegen ihres tatsächlichen Wertes, sondern auch we­gen ihrer symbolischen Bedeutung. Denn sie ist das materielle Zeichen eines großen Versöhnungs- und Friedensaktes zwischen den Völkern. Belgien ist an einem solchen Ergebnis vielleicht mehr interessiert als irgendein anderes Land. Ich werde immer diese Feder in meinen persönlichen Besitz behalten, und sie wird durch das belgische Volk als ein unwiderlegbarer Zeuge eines bedeutenden Wendepunk.es in der Geschichte der westlichen Völker betrachtet werden»

Henderson: Ich möchte mich gegen Miß- Verständnisse schützen, wenn ich diesen Feder- hcnlter hiermit zurücknehme; denn ich tue das nur zu dem Zweck, um auf ihm eine geeignete Inschrift anbringen zu lassen.

Endkamps im Finanz-Komitee.

GrundsützlicheZustimmuttgzumAoungPlan Unerledigte Lrganisationsfragen.

Haag, 30. Aug. (WB.) Die heute um 15 Ähr begonnene Sitzung des Finanzkomitees dauerte bis etwa 20.15 Ähr. In ihr wurde der Text des Schlußprotokolls über die Regelung der finan­ziellen Fragen eingehend erörtert, doch konnte oie Beratung über diesen Gegenstand noch nicht zum Abschluß gebracht werden. Von den beteiligten Regierungen wurde ihre Zustimmung zum Vvung-Plan be­reits ausgesprochen. Hierbei wurden von mehreren Mächten, u. a. von Iapan, Polen, England und Deutschland, von den beiden letzt­genannten in bezug auf die Regelung der zwi­schen beiden schwebenden Liquidativnssragen, Vorbehalte vorgebracht, die jedoch die prin­zipielle Annahme des Voungplanes nicht beein­trächtigen. Eine längere Aussprache ergab sich ferner über die Errichtung der verschiedenen Organisativnskomitees, die die In­gangsetzung des Voungplanes vorbereiten sollen. Hierbei wurde u. a. die Einsetzung eines be­sonderen Ausschusses für die Hcbcrlei- t'ung der Dawes-Organisation auf die Internationale Bank sowie eines Iuristenausschusses für die Regelung der zahl­reichen Rechtsfragen beschlossen. Die D i s k u s - sion, an der sich deutscherseits die Reichsmini­ster Dr. Curtius und Dr. Hilferding beteiligten, war sehr lebhaft. Ihr Fortgang war da­durch erschwert, dah noch verschiedene neue Texte zur Vorlage gelangten, von denen eine Anzahl Delegationen bisher keine Kenntnis hat­ten. Da sich die Arbeiten sehr in die Länge gezogen hatten, wurde beschlossen, daß das Fi­nanzkomitee morgen vormittag 10 Ähr er­neut zus ammentreten soll. Bis dahin soll dann der endgültige Text des Schluhproto» kolls fertiggestellt sein.

Das Saargebiet.

JmTePtcmberncueBcrhandlungcninParis

Haag, 30. Aug. (TH.) Zwischen der deutschen und der französischen Abordnung si»d am Frei­tag Roten über die Aufnahme der Ver­handlungen in der Saarfrage ausge­tauscht worden. In diesen Roten wird festgestellt, dah die beiden Regierungen übereingekommen sind, in der zweiten Hälfte des Sep­tember gemeinsame Verhandlungen über die endgültige Regelung der Saarfrage zu eröffnen. Als Tagungsort ist zunächst Paris in Aussicht genommen worden. In dem Rotenwechsel heißt es, daß die Ver­handlungen ausgenommen werden sollen unter dem Vorbehalt der bestehenden Rechte der Bevölkerung des Saarge­bietes. Diesem Passus des Rotenwechsels wird auf deutscher Seite keine entscheidende Bedeu­tung beigelegt, obwohl darin vielfach der Hin- weis auf die Möglichkeit einer Dvlksab- st i m m u n g im Saargebiet gesehen wird. Es scheint jedoch, daß diese Frage in den Verhand­lungen keine Rolle spielen wird, da das Er­gebnis einer Volksabstimmung im Saargebiet zugunsten Deutschlands n i ch t z w e i f e l h a f t ist. Französischer Chauvinismus

in der Schule.

Ein Beitrag zur Gcfamtliquidierung des Krieges.

Berlin, 30. Aug. (Priv.-Tel.) Gerade in diesen Tagen, wo im Haag erneut die Friedens­posaune sehr hestig geblasen worden ist, erscheint es angebracht, auf eine Blüte des französischen Chauvinismus hinzuweisen, die beweist, daß man an vielen Stellen in Frankreich noch immer nicht eingesehen hat, dah die Politik ihrer ver­antwortlichen Führer der Befriedung Eu­ropas gilt. Da wird in der letzten Zeit in elsässischen Schulen an fleißige Schüler ein Bilderbuch verteilt mit dem TitelD a s elsaß-lothringische Alphabe t". Es enthält Bilder, die die einzelnen Buchstaben des Alphabets veranschaulichen sollen. Der Buchstabe B wird dargestellt von dem Wort Boches. DerVolkswille" beschreibt nun das diesen Buch­staben erläuternde Bild folgendermaßen: Ein deutscher Iunge im Lodenrock und Infanterie­stieseln, mit Gemsbart am grünen Hütchen. Au der Kartoffelnase sitzt schlecht eine riesige Drille. Er schielt hinterlistig nach einer kleinen

Kowno, 31. Aug. (TH.) Der deutsche Bot­schafter in Moskau, Dr. v. Dirks en, über­mittelte dem Außenkommissariac der Sowjetunion eine Rote des chinesischen Gesandten in Berlin, in der die chinesische Rationalregierung in Nan­king sich bereiterklärt, den russisch-chinesischen Konflikt beizulegen und bittet sofort Ver­treter zu ernennen, um eine russisch-chine­sische Konferenz zu eröffnen. Die Note ent­hält weiter folgende Vorschläge:

1. Alle Streitfragen sollen auf Grund des Ab­kommens von 1924 geregelt werden.

2. Die Sowjetregierung soll Kandidaten für den Posten des Leiters der chi­nesischen O st b O h n und seines Stellvertre­ters ernennen und durch die 'chinesische Regierung bestätigen lassen.

3. Alle russischen und chinesischen Staatsange­hörigen, die sich in sowjetrussischen oder chinesi­schen Gefängnissen befinden, sollen sofort auf freien Fuß gesetzt werden.

Der stellvertretende Auhenkommissar Litwi­now hat dem deutschen Botschafter mitgeteilt, daß die Sowjetregierung folgende gemeinsame russisch-chinesische Deklaration zur Regelung des russisch-chinesischen Konfliktes vorschlage:

Beide Teile erklären, dah sie sämtliche zwi­schen beiden Teilen schwebenden Streitfragen gemäfj der Abmachung von 1924 lösen und insbesondere die Bedingungen des Ankaufes der Ostchinabahn ge­mäß Artikel 9 der Nankinger Abmachung ent­scheiden werden. Beide Teile ernennen unver­züglich in gehöriges Weise Bevollmäch­tigte für eine Konferenz zur Regelung aller im vorangehenden erwähnten Fragen.

Beide Teile glauben, dah die nach dem Kon­flikt entstandene Lage der Ostchinabahn ge­ändert werden muh, und zwar gemäh den Pekinger und INukdener Abmachungen von 1924 in der Anerkenntnis, dah alle derartigen Aenderungen durch die im voranstehenden oor-

Neuyork, 30. Aug. (WD.) Heute war der offizielle Zeppelin-Tag in Neuyork. Dr. Ecke­ner, der um 11 Hhr mit dem deutschen Ge­schäftsträger Dr. K i e p im Flugzeug aus Wa­shington nach Lakehurst zurückgekehrt war, be­stieg mit seiner Begleitung einen Sonderzug nach Verseh City, wo er von dem städti» schen Empfangszug abgeholt und nach Battery Place, der Südspitze Manhattans, ge­bracht wurde. Währenddessen überflog das Ma­rineluftschiffLos Angeles", das aus Cleve­land zurückgekehrt war, die Ehrengäste und die riesige Zuschauermenge. Am Battery Place hiel­ten Dr. Eckener und Lady Hay kurze Ansprachen durch den Rundfunk. Dann bewegte sich ein Automobil-Paradezug langsam den Broadway aufwärts nach dem Rathaus, flankiert von Tausenden und aber Tausenden brau­senden Beifall spendender Neuyorker und Neu- yorkerinnen. Weitere Tausende lagen in den Fenstern der Wolkenkratzer und überschütteten den Festzug mit den üblichen Papier- schniheln und Konfetti regen. Heber den Köpfen aller begleitete dieLos Angeles" den Paradezug zum Rathaus. Die Parade war eskortiert von Abteilungen der Bundesarmee, der Marine und der Polizei.

Im Rathaus angekommen, wurden Dr. Eckener und die Ehrengäste von Bürgermeister Walker begrüßt. In seiner Ansprache an Dr. Eckener führte Bürgermeister Walker aus: Kein Besuch war hier willkommener als Sie, der Sie einen bisher unmöglichen Weg einschlugen, um hierher zu kommen. Sie haben Neuyork und Amerika abermals Gelegen­heit gegeben zu Anerkennung und großer Be­wunderung. Es sind mehr Deutsche in Neuyork als in irgendeiner Stadt Deutschlands außer Berlin. Daher kann Ihnen in Deutschland fein herzlicherer Willkommen bereitet werden als hier." Die Kapelle stimmte hierauf das Deutsch­landlied an, nach dessen Beendigung der Vor­sitzende des städtischen Empfangskomitees, Wha- len, die für Dr. Eckener bestimmte Ehrenurkunde verlas.

Dr. Eckener dankte für den herzlichen Emp­fang, der ihm zuteil ward, und sagte, er erblicke in diesem Empfang nur den Ausdruck der freundschaftlichen Gesinnung gegen das deutsche Volk und hoffe, daß die wun­derbare Zusammenarbeit Deutschlands und Ame­rikas während des Weltfluges auch andere Ge­biete des menschlichen Fortschrittes eröffnen werde.

Walker überreichte Dr. Eckener sodann d i e Goldene Medaille der Stadt Neu- York; die Passagiere und die Mannschaften er- hieften ebenfalls Medaillen. Dr. Eckener zeichnete hierauf seinen Namen auf einen Globus, auf dem alle bisherigen Weltfahrten eingetragen sind und der von Dr. Sendlay als dem Präsidenten der American Geographica! Society präsentiert

Elsässerin hinüber, die ihn, mit einer Trikolore in jeder Hand, wie ein rä­chender Engel aus dem Paradiese vertreibt. Neben dem Iungen läuft seine Gefährtin her, genau wie er angezogen. Sie trägt eine Standuhr, die natürlich, entsprechend der Kriegslegende, in einem französischen Schlößchen gestohlen worden ist. Man darf wohl erwar­ten, daß mit dec endgültigen Liquidierung des Krieges auch die französische Schulpolitik von den verantwortlichen Herren der Außenpolitik entsprechend beeinflußt wird.

Deutscher Jlottenbesuch in Schweden.

Stockholm, 30. Aug. (TH.) Freitag vor­mittag um 10 Hhr trafen die beiden Linienschiffe »S chlesw ig-H vl st e in" undHessen" sowie

gesehene Konferenz entschieden werden sollen.

Die Sorojeftegierung empfiehlt einen Direktor und einen stellvertretenden Direktor der Ostchinabahn, die von der Ver­waltung der genannten Bahn u n - ver; üglich ernannt werden.

Die Sowjetregierung wird die Ostchinabahn- An g e ft e 111 e n , die Bürger der Sowjetunion sind, anweisen, die im Artikel 6 der Abma­chung von 1924 enthaltenen Bedingungen streng elnzuhalten. Dieselbe Anweisung ergeht von der chinesischen Regierung an ihre örtlichen Behör­den und oberen Organe.

Beide Teile lassen unverzüglich sämtliche im Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Zwi­schenfall, bzw. nach dem 1. Mai 1929 verhafteten Personen fr e i.

Gleichzeitig erklärte Litwinow dem deutschen Botschafter, die Sowjetregierung sehe keine Veranlassung zur Ernennung eines neuen Direktors und eines neuen stellver­tretenden Direktors der Ostchinabahn, wie dies im chinesischen Deklarationsentwurf vorgeschlagen werde, an Stelle der seinerzeit rechtmäßig er­nannten Direktoren, die ihre Funktionen in stren­ger Hebereinstimmung mit den Verträgen er­füllt hätten. Falls jedoch die chinesische Regie­rung einen neuen Vorsitzenden ernennen werde an Stelle des gegenwärtigen, der die unmittel­bare Verantwortung für die Hebertretung der durch die Verträge festgelegten Ordnung an der Ostchinabahn trage, so werde das Auhenkommis- sariat, gemäß der unveränderlichen Friedens­politik der Sowjetunion und um dem Wunsche der chinesischen Regierung entgegenzukommen, bei der Sowjetregierung die Frage der Ernen­nung eines neuen Direktors und eines neuen stellvertretenden Direktors anregen. Diese Ernennung müsse selbstverständlich gleichzeitig mit der Hnterzeichnung des Textes der gemeinsamen Deklaration erfolgen.

wurde. Der Globus wird im Museum der Ge­sellschaft aufgestellt. Nach dem Abschluß der Feierlichkeiten im Rathaus begab sich der Festzug ins Hotel Astor zum Frühstück.

Die Begeisterung Der Neuyorker.

Der schwierigste Teil der ganzen Reise."

Neuyork, 30. Aug. (WTB.) Die breitesten Schichten der Bevölkerung zeigen für Dr. Eckener und seinen Weltflug unverhohlene Bewunderung. Die Begeisterung äußerte sich in mannigfacher Weise überall, wohin Dr. Eckener mit seiner Mannschaft die Schritte lenkte. Schon bei der Ankunft in Jer­sey-City wurden sie von einer großen Menge be­geistert empfangen. Die Musikkapelle spielte un- unterbrocken bis das StadtbootMacorn" nach dem Battery Place fuhr. DieMacom" war während der kurzen Fahrt über den Hudson Gegen ft and lärmender Begrüßung durch zahl­reiche Schiffssircnen. Die Sirene derMa- com" mußte unaufhörlich zum Danke zurücktuten. Als Dr. Eckener bei der Annäherung an den Bat­tery Place die ihn erwartende Menschenmenge er­blickte, lächelte er und erklärte auf Anfrage Um­stehender, daß ein solcher Empfang vielleicht der schwierig st e Teil der ganzen Reise sei. Inzwischen hatte ein großes Polizeiaufgebot auf dem Battery Place die größte Mühe, die Men­schenmenge, die viele Kopf tief die Bürgersteige der benachbarten Straßen füllte, in Ordnung zu halten und Raum für d i e Automobilparade zu schaffen, die sich sodann durch die Menschenmenge des Unteren Broadways nach dem Rathaus be­wegte.

Ein Zeppelln-TransozeanDienst.

Eckeners Besprechungen in Amerika.

Neuyork, 30. Aug. (WB.) Associated Preß er­fährt aus Akron (Ohio), daß Dr. Eckener im Laufe der nächsten Woche bie Good Year Tire and Rubber Company besuchen und mit dem Prä­sidenten Litchfield und anderen Beamten der Ge­sellschaft in Verhandlungen eintreten werde. Cs dürfte sich dabei um die Besprechung des Planes handeln, den Dr. Eckener bei seinem letzten Besuch in Amerika Präsident Litchfield gegenüber dargelegt hat und der die Einrichtung eines Trans- ozean-Passagier- und No st dien st es mit Zeppelin-Luftschiffen betrifft. Es wird dabei an die I n d i e n st st e l l u n g von vier Lu s t s ch i f f e n gedacht, von denen zwei in Akron und zwei in Deutschland gebaut werden sollen. Auch die Einrichtung eines Zeppelin-Luftdienstes über den Stillen Ozean ist bereits erwogen. Dr. Eckener hat vorgeschlagen, die neuen Luftschiffe in einer Größe von 6,5 Millionen Kubikfuß zu bauen. Sie würden damit de n r n f 3 e p p e 11 n" an Größe übertreffen und ungefähr die Aus­maße der beiden Zeppeline erhalten, die zur Zeit in Akron für die amerikanische Marine gebaut werden.

eine Torpedobootsflottille in Stockholm ein. Nach der Landung stattete der Geschwaderchef, Vizeadmiral O l d e k o p, dem schwedischen Kriegs­minister, dem deutschen Gesandten sowie den Be­hörden den üblichen Besuch ab. Am Abend fand beim deutschen Gesandten von Rosenberg ein Essen statt; gleichzeitig gab der Verein der schwedischen Marineoffiziere ein Festessen mit Tanz für die deutschen Kameraden. Am Samstag­abend hat die deutsche Kolonie 500 Offiziere und Mannschaften zu Tee und Tanz in der blauen Halle des Stockholmer Rathauses eingeladen. Am Sonntag finden in der deutschen evangelischen St. Gertruds-Kirche und in der katholischen Kirche Gottesdienste statt. Am Abend sind die deutschen Offiziere Gäste der schwedischen Marineoffiziers­gesellschaft auf Hasselbacken. Am Montag hat die Stadt Stockholm 550 Unteroffiziere und Mann-

Neuyork feiert Dr. Cckener.

3m Automobilparadezug über den Broadway. Empfang im Rathaus durch Bürgermeister Walker. Oie Goldene Stadtmedaille für Eckener.

schäften zu einem Festessen auf ietS ©fünfen ein­geladen. Gleichzeitig gibt der schwedische Flotten­chef, Admiral Riben, ein Gabelfrühstück für Admiral Oldekop und seinen Stab. Am Donners­tag verläßt das Geschwader Stockholm.

Ernste Lage in Palästina.

Ierusalem, 30. Aug. (Reuter.) Gestern - abend brachen in S a f e ö Unruhen aus. Bevor militärische Verstärkungen herbeigezogen wer­den konnten, griff eine Truppe von Arabern jüdische Häuser an, tötete 9 Iuden, verletzte 20 und steckte die Hauptstraße des jüdischen Viertels in Brand. Die Devölkesrung Ierusalems ist heute in großer Aufregung. Wegen des moham­medanischen Sonntags find die Araber in den Moscheen versammelt. Man be­fürchtet, daß es nach dem Gottesdienst zu Un­ruhen kommt. In Ierusalem wurden weitere 35 Iuden in den Straßen verwundet, starke In- fanteriepatrouillen durchzogen mit ausgepflanztem Seitengewehr die Straßen. Truppenabteilungen wurden von drei im Hafen von Haifa liegenden britischen Kriegsschiffen zum Schutze jüdischer Ko­lonien entsandt. Erst jetzt treffen Einzelheiten über die Grausamkeiten ein, die in Motz a, der jüdischen Molkerei in der Nähe von Ierusalem, begangen wurden. Araber griffen die Kolonie an und setzten die Ställe in Brand. Das darin befindliche wertvolle Vieh kam in den Flammen um. Die Leichen der kleinen Kinder, die während des Angriffes getötet wurden, wurden in die Flammen geworfen. Sowohl in Damaskus, als auch in Beirut fanden am Abend er­neute Kundgebungen statt. In Beirut bleiben die Läden weiterhin geschlossen. Es herrscht große Erregung. Auch in A k k o n, 12 Meilen nördlich von Haifa, fanden neue Unruhen statt. Eine starke Abteilung britischer Truppen ist aus Haifa dorthin gesandt worden.

Englische Girasmaßnahmen.

Arabische Bauern greifen jüdische Siedlungen an.

Ierusalem, 31. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der jüdische Vorort T e I p i o t h auf dem Wege nach Bethlehem, der schon einmal von Ara­bern geplündert worden war, wurde erneut von ihnen angegriffen. Die Regierung begann Strafmaßnahmen gegen die bewaffneten Bauern, die die jüdischen Vororte von Ierusalem bedrohen. Vorgestern früh beschossen Flugzeuge und Panzerwagen das Fort S u r d a k i r , dessen Einwohner einen Teil von Telpioth geplündert und eingeäschert hatten. Die britischen Truppen stürmten dasDorf mit dem Bajonett und nahmen eine große Anzahl bewaffneter Dorfbewohner gefangen, die sich jetzt im Ge­fängnis ijx Ierusalem befinden. Englische Luft- ftreitfräfte unternahmen einen Demonstrati­on s f l u g , indem zwölf Flugzeuge kurz nach 12 Uhr mittags, also zu der Zeit, wo die Mo­hammedaner nach dem Freitagsgebet die Omar- Moschee verlassen, über der Stadt kreuzten. Londoner militärische Kreise halten dafür, daß, um in Palästina die Ordnung wieder herzu- stellen und die über die Grenze kommenden Ara­ber zu vertreiben, beträchtliche Streit­kräfte aller Waffengattungen er - forderlich sein dürften. DerDaily Expreß" fordert, daß nach Wiederherstellung der Ord­nung die Rolle Englands in Palästina überprüft wird. Cs sei jetzt in tragischer Weise klar ge­worden, wie absurd ein weiteres Verbleiben Englands in Palästina sei.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das britisch^ Tief hat sich weiter vertieft und be­sonders nach Süden hin an Ausdehnung gewonnen. Der hohe Druck wird somit nach und nach abgebaut. Da wir zunächst bei südlichen Winden ziemlich trockene kontinentale Luftzufuhr erhalten, hält das meist heitere Wetter noch etwas an. Beim Weiterzug der Störung werden die Winde jedoch mehr nach Westen umdrehen, so daß unserem Gebiet bann feuchte ozeanische Luftmassen zufließen, die einen Witterungsumschlag bedingen. Allmählich wird Be­wölkung aufkommen, die Gewitterstörungen heroor- ruft, wobei stellenweise auch Niederschlagsneigung besteht. Die Temperaturen, die anfänglich noch sehr hohe Werte erhalten, werden später etwas zurück­gehen.

Wettervoraussage für Sonntag: Zunächst noch meist beiter und sehr warm, später aufkommende Bewölkung mit Gewitter- und Nie­derschlagsneigung.

Wettervoraussage für Montagt Wolkiges Wetter mit vereinzelten Niederschlä­gen, Temperaturen schwankend.

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