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mente rann Der Verfasser die esn-zelnen Phasen der militärpolitischen Verhandlungen zwischen den Generalstäben der Dreibundstaaten schildern. Von besonderem Interesse ist die Schilderung der Persönlichkeit des Chefs des italienischen Generalstabes, General P o l l i o , dem Graf W a l d e r s e e während der Verhandlungen freundschaftlich nähergetreten ist. Beachtenswert ist die Anschauung Graf Waldersees, es seien Indizien vorhanden gewesen, daß General Pollio eines unnatürlichen Todes gestorben sei.
3m gleichen Heft findet sich ein Aufsatz von Oberst a. D. S ch w e r t f e g e r, der die unter dem Namen „conventions anglo-belges" bekannt gewordenen militärischen Verhandlungen zwischen England und Belgien im Jahre 1906 zum Gegenstand hat und gleichzeitig die allgemeine Lage zur Zeit der ersten Marokkokrisis schildert.
Der bekannte Wiener Professor P r i b r a m be- schäftigt sich mit dem Werk von Sidney B. Fay: „The Origins of the World War", wobei er besonders zu Fays Beurteilung der österreichischen Vorkriegspolitik Stellung nimmt Für die Beurteilung der Vorgeschichte des Krieaes ist ein bis- her unbekannter Bericht des russischen Militär- ogenten in Paris im Fahre 1912 Grafen Nostiz von Bedeutung, der der sowjetistischen „Moskauer Rundschau" entnommen ist. 3n diesem Dokument wird die friedliche Gesinnung des Reichskanzlers Bethmann - Hollweg hervorgehoben und gleichzeitig auf kriegerische Absichten bei Frankreich und Rußland hingewiesen. Schließlich enthält das Heft noch Dokumente aus den russischen Geheim- archiven über die diplomatische Vorbereitung des Balkankrleges, deren Veröffentlichung in den nächsten Heften fortgesetzt werden wird.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linden, 28. Juli. Nachdem bereits für Dienstag, 22.3uli, zu einer Gemeinderatssitzung eingeladen worden war, diese aber wegen Fernbleibens einiger Gemeinderatsmitglieder nicht beschlußfähig wurde, fand am lebten Freitagabend erneut eine Sitzung statt. Anwesend waren neben dem Bürgermeister und Beigeordneten fünf Gemeinderatsmitglieder. Dor Eintritt in die Tagesordnung stellte Bürgermeister Fung fest, daß sämtliche Gemeinderatsmitglieder ordnunas- oemäß und mit ausdrücklichem Hinweis auf die Artikel der Hessischen Landgemeindeordnung eingeladen seien und daß die heutige Sitzung auch ohne die Zweidrittelmehrheit beschlußfähig sei, da die vorliegende Tagesordnung bereits Gegenstand der Beratung in der vorigen Sitzung war. Die fünf ersten Punkten beschäftigten sich mit der Amtsniederlegung der Gemeinderatsmit- glieder Philipp Germer, Friedrich Jung, Friedrich Weigel II., Friedrich Weber und Heinrich Reu schling, die als Protest gegen das Urteil des Oberlandesgerichts in Darmstadt in der Sitzung vom 10. Juni l. I. beschlossen hatten, jede Mitarbeit in Gemeindeangelegenheiten zu versagen, wurde nach längerer Aussprache über den Gegenstand folgender Beschluß einstimmig angenommen: „Dem Ersuchen der fünf Gemeinderatsmitglieder auf Entbindung von ihren Aemtern soll, um eine ordnungsmäßige Wahrung der Interessen unserer Gemeindeangehörigen, sowie einen ordnungsmäßigen Geschäftsgang unserer Gemeindeverwaltung für die Zukunft gewährleisten, statt- gegeben werden. Es sollen die Ersatzmänner alsbald festgestellt und eingeführt werden." — Schon während der Feldbereinigung waren einigen Interessenten in der Frankfurter Straße Bauplätze zugeteilt worden. Das Schiedsgericht der Feldbe- reinigungskommission hatte jedem der Interessenten auf diese Plätze 650 Mk. Zuschlag aufgebürdet. Bereits seit 1924 wird gegen diese Zuschläge Beschwerde geführt. Da nun der Gemeinderat in -einer früheren Sitzung zweien der Antragsteller je 300 Mk. nachgelassen hatte, so glaubten auch die übrigen Anlieger Anspruch auf Ermäßigung der Zuschläge zu haben, und sie hatten erneut Antrag an den Gemeinderat gestellt. Nachdem der Feldbereinigungskommissar Kenntnis von dem Beschluß des Gemeinderats, der im Widerspruch mit der Entscheidung des Schiedsgerichts der Feldbe- reiniguna steht, erhielt, verlangte er Aushebung des Beschlusses. Der Gemeinderat wünschte die Angelegenheit von dem Kreisausschuß entschieden zu haben. — Infolge des starken Frostes im letzten Winter ist das Bedürfnishaus der hiesigen Schule total zerstört worden und bedarf einer
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Vornan von Edgar Wallace.
41. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„DaS stimmt", sagte Emma eifrig. „Ich weiß, ich muh furchtbar aussehen, aber ich habe niemals Gelegenheit bekommen, mich zu waschen. Ich bin nicht eine gewöhnliche Frau. Sir. wenn ich auch als Aufwärterin gegangen bin. Ich wav Kindermädchen und habe ein kleines Mädchen grohgezogen, Sir — die Tochter meiner Herrin. Ich habe sie erzogen wie eine seine Dame, Sir, die kleine Clarissa Stuart."
„Clarissa Stuart?"
„Ich habe sie Clarissa genannt, Sir", sagte Emma. „Wenn ich sie doch nur noch einmal sehen könnte."
„Sie haben sie Clarissa genannt?" sagte Larry langsam. „War denn das nicht ihr eigentlicher (Harne?“
„Doch, Sir", entgegnete die Frau. „Clarissa Diana, aber ich nannte sie gewöhnlich Clarissa."
Larry fuhr zurück, als hätte ihn der Schlag getroffen.
„Wie heißen Sie denn?" fragte er mit heiserer Stimme.
„Emma Ward, Sir. Ich habe das junge Mädchen Diana Ward genannt, aber ihr wirklicher (Harne ist Diana Stuart, und ihr Vater ist jetzt in London."
„Diana Stuart!" wiederholte Larry langsam. „Dann ist also Diana Stuart die Erbin, der Stuart sein ganzes Vermögen vermacht hat. Diana Stuart!" wiederholte er verdutzt. „Diana Stuart! Meine Dianal"
36.
Mrs. Emma Ward hatte ihm so ziemlich alles, was Über sie selbst zu berichten war, mitgeteilt, bevor noch der Wagen vor seiner Wohnung angelangt war.
Sie war es gewesen, die versäumt hatte, die Geburt von Diana und ihrer Zwillingsschwester eintragen zu lassen, und merkwürdigerweise war es diese Hn.terlaffung, die ihr das Leben gerettet hatte. Als die (Lande entdeckt hatte, und -war
Renovierung von Grund auf. Die Arbeiten wurden dem Wenigstnehmenden, Maurermeister M a • aold von hier, übertragen. — Der Gemeinderat stimmte einer Generalreinigung und Korrektur der hiesigen Kirchenorgel zu, nachdem seit Erbauung der Orgel im Jahre 1866 keine größere Instandsetzung mehr vorgenommen worden ist. Die Arbeiten wurden der Firma Förster 8t Nico - laus in Lich für den im Voranschlag festgelegten Preis von 330 Mk. übertragen. — Der Gemeinderat beharrt auf seinem Beschluß vom 21. Mai o. I., wonach die vom Kreisoeterinäramt Gießen gemünzte Anschaffung eines dritten Gemeindebullen abgelehnt wird, da nach statistischen Fest- stellungen die Rindviehhaltung in unserem Dorf zurückgeht. — Der Erwerb eines Grundstückes, pro Quadratmeter werden 4 Mark gefordert, zur Erbauung eines Transformatorenhauses wurde ebenfalls abgelehnt. Es soll versucht werden, ob das Elektrizitätswerk Gießen nicht mit einem Gemeindegrundstück auf dem Schildberg oder der Pfingstweide als Bauplatz für das Transformato- renhaus verlieb nehmen kann. — Die Gemeinde- kaffe übernimmt die vorlagsweise Auszahlung der Kosten für die Erweiterung des Orts- netzes des Elektrizitätswerkes. Die vorgelegten Beträge sollen von den Interessenten zurückerhoben werden. Es handelt sich um drei Erweiterungen, deren Kosten mehr als 800 Mark betragen. — Am Schüsse der Sitzung teilte der Bürgermeister mit, daß in der nächsten Gemeinderatssitzung der Vertragsabschluß mit der Stadt Gießen wegen der zu erbauenden Wasserleitung zur Beratung gestellt wird.
Q] ß o 11 a r, 30. Juli. Der Betrieb im ehemaligen Deutschen Steinbruch am Lollarer Kopf ruht seit etwa 14 Tagen. Die Arbeiter sind entlassen worden. Wie man hört, ist die Stillegung auf ein polizeiliches Verbot zurückzuführen, das eine größere Abschrägung der Druchwände fordert. Die Gemeinde Lollar hat vor einigen Monaten nach längeren Verhandlungen die Abgabe eines etwa 10 Meter breiten, insgesamt etwa einen Morgen großen Geländestreifens des Lollarer Kopses an dem Steinbruch zum Zwecke der Ausbeutung beschlossen. Der zwischen der Gemeinde und dem Druchbeslher abgeschlossene Vertrag bedurfte der behördlichen Genehmigung, die jetzt, wie der (Bürgermeister im Anschluß nn die jüngste Gemeinderatssihung mitteilte, erteilt wurde. Die Genehmigung ist gegeben worden mit der Ankündigung, daß eine weitere Geländeabtretung aus forstwirtschaftlichen Gründen nicht in Frage kommt. Die Uebertoeifung des Geländestreifens an den Steinbruchbesiher hat noch nicht stattgefunden. — Don den (Bewohnern des oberen Ortsteiles, der sich in den letzten Jahren beträchtlich erweitert hat, wird es schmerzlich empfunden, daß keine Möglichkeit zur direkten Heberschreitung der Lumda gegeben ist, um schnell in den Wald zu gelangen. Es wird allseitig der Wunsch laut, daß die ®rk richtung eines Steges beschlossen werden möge.
+, ©rünberg, 30.Juli. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats unter dem Vorsitz des Beig. Keller waren neun Gemeinderäte an- wesend. Zu Beginn der Sitzung war Baurat Wagner vom Hochbauamt Gießen als Sachverständiger zugegen. Er erläuterte den D r t s b n u • plan für das Heegviertel, der insofern wohl einer Aenderung bedürfe, da er zu viele Straßen vorsehe und dadurch zu kleine Baublocks schaffe, den Stadtsäckel daher durch den Ausbau überflüssiger Straßen unnötig belaste. Insbesondere gab er anheim, die westlich der Bismarckstraße vorgesehene Weiterführung der Diebsturmstraße aufzuheben und die Bismarckstraße in gerader Linienführung weiterzu- leiten. Nach längerer Aussprache wurde mit acht gegen zwei Stimmen folgender Beschluß gefaßt: die Revision des im Jahre 1921 aufgestellten und genehmigten Ortsbauplans für das Heegviertel, besonders wegen der westlich der Bismarckstraße verlängerten Diebsturmstraße, wird beschlossen, und das Hochbauamt Gießen soll ersucht werden, alsbald geeignete Vorschläge zu machen. Der Teil der Diebs- turmstraße nach der Heege, an welchem die beiden Reichsfinanzbeamtenhäuser zu stehen kommen, soll bestehen bleiben. Aus Anfrage eines Gemeinderates gab Baurat Wagner noch die Erklärung ab. daß nach der allgemeinen Bauordnung kein Anlieger wegen Aenderung des Ortsbauplanes Schadenersatz- ansprüche stellen könne, r— Bezüglich der Ortssatzung über Erhebung von Kanalbenutzungsge- b ü h r e n ist vom Kreisamt der Beschluß des Gemeinderates vom 25. September 1928 beanstandet worden. Der Beschluß lautete: Die Kanalbenuhungs-
gebühren betragen Ms zu 30 v. H. der vier ersten Ziele des Wassergeldes. Das Kreisamt wünscht Streichung der beiden Wörtchen „bis zu". Der Gemeinderat beschließt in diesem Sinne. — Nach Mitteilung des Beigeordneten hat die Stadt den von Bürgermeister I ö ck e l gegen die Firma K. Bock angestrengten Prozeß am Landgericht Gießen verloren. Es dreht sich um Forderungen der betreffenden Firma aus den Arbeiten bei der Kanalisation der Londorfer Straße. Laut Urteil muß die Stadt an das Bauaeschäft Bock rund 1300 Mark nebst Zinsen nachzahlen und außerdem die Kosten des Streitoerfahrens tragen. Der Gemeinderat nimmt das Urteil zur Kenntnis und beschließt gegen eine Stimme keine Berufung einzulegen. Der Bei- geordnete hat sich die T r a ß st r a ß e bei Hartmannshain angesehen und hält diese Art der Stra- ßenherstellung auch für die Instandsetzung der Bahnhofstraße für geeignet. Er hat aber den Wunsch, daß auch einige Gemeinderäte sich erst an Ort und Stelle ein Urteil über die Straße bilden möchten, ehe ein endgültiger Beschluß in dieser Sache gefaßt wird. Drei Gemeinderäte erklären sich zur Besichtigung bereit und werden in der nächsten Sitzung Bericht erstatten. — Der Beigeordnete teilt weiter mit, daß laut Schreiben die Brandversicherungsanstalt zu dem Bau eines neuen Spritzenhauses, das zu 8800 Mark veranschlagt ist, 10 v. H. zu den Kosten beitragen werde. — Das Baugesuch des Obersteuersekretärs Krämer, der abseits der Frankfurter Straße einen Neubau errichten will, wird unter der Bedingung genehmigt, daß er auf Legung der Wasserleitung und Kanalisation seitens der Stadt verzichtet. — Die Stadt übernimmt die Zwischenbürgschaft für ein staatliches Baudarlehen in Höhe von 10 000 Mark bis zur Eintragung der hypothekarischen Sicherheit.
V Watzenborn-Steinberg, 30. Juli. Einer Einladung eines Gönners und Freundes in Kloster Arnsburg folgend, hatte am letzten Sonntag sich der Kirchengesangverein Watzenborn-Steinberg dieses schöne Ausflugsziel erwählt. Der der Ankunft fand er im Anstaltshof den Kaffee tisch freundlich gedeckt. (Hach eingenommenem Kaffee trug der Verein im Anstaltshos den Schwestern und Kindern des (Rettungshauses eine Anzahl geistlicher und Volkslieder vor, welche die jugendlichen Sänger erfreut mit einigen schön vorgetragenen Weisen erwiderten. Man trat nun unter kundiger Führung des Gastgebers einen lehrreichen (Rundgang durch die Klosteranlagen an, der Verein sang in der Kirchenruine ein Loblied zur Ehre dessen, dem in diesen Hallen einst gedient worden war, und hatte dann die Freude, der gräflichen Fa- mllie und ihren Gästen drei Chöre vortragen zu können. Mit einem geistlichen Abendliede im Anstaltshvfe verabschiedete man sich von den liebenswürdigen Bewohnern, die uns freundlichen Einblick in die Anstalt gewährt hatten. Aach einer kurzen Rast in Lich, wo der Verein noch einmal seine Weisen erklingen lieh, fuhr man mit dem Abendzuge, hochbefriedigt von den reichen Eindrücken des Tages, der Heimat zu.
D Lich, 30. Juli. Die Tagesordnung der jüngsten Gemeinveratssitzung wies ausnahmsweise nur wenige Verhandlungsgegenstände auf. Zunächst stand eine Vorlage zur Beratung, die sich mit Unter Hal tu n g sar- beiten an dem Dachbett der Wetter befaßte. Gelegentlich der diesjährigen Dachschau durch das Hess. Kulturbauamt Giehen in Gemeinschaft mit dem Wiesenvorstand ist neben kleineren llnterhaltungsarbeiten an dem Dachbett eine Verbreiterung desselben an der gemeinschaftlichen Dachstrecke mit Aieder-Dessingen als dringend erforderlich erachtet worden. Der höheren Kosten wegen wurde der Gemeindevertretung vvrgeschlagen, die Arbeiten auf zwei Jahre zu verteilen. Auf Vorschlag des Dürgermeisters beschloß der Gemeinderat, vorerst das Hess. Kulturbauamt Gießen mit der Aufstellung eines Kostenvoranschlags zu beauftragen. Aach den weiteren Ausführungen des Dürgermeisters haben sich bei der Dachschau in der Gemarkung Kolnhausen mehrere Anstände ergeben, insbesondere wurde eine defekte und ausgespülte Uferbefestigung durch Flechtzaun unterhalb der Schleuse beanstandet. Während die Llnterhal- tungsarbeiten von dem Inhaber dieser Gemarkung auszuführen sind, hat die Stadt nach Anlegung der Schleuse, die zur (Beseitigung der Hochwassergefahr in der Gemarkung Lich vor mehreren Jahren mit verständnisvoller Zustimmung des Gemarkungsinhabers, der Standes- herrschaft Solms-Lich, durch die Stadt Lich ein
nur wenige Stunden früher als Larry, daß Gor- don Stuart ein enormes Vermögen seiner Tochter hinterlassen hatte, deren Existenz ihm in einem ganz zufäUigen Zusammentreffen mit der Aufwärterin in Aottingham Place mitgeteilt wurde, verlor sie nicht einen Augenblick Zeit, um sich des einzigen Zeugen zu bemächtigen, der die Umstände und Rechtmäßigkeit von DianaS Geburt beweisen konnte.
Aiemals hatte sich Larry für irgend etwas so beglückwünscht, wie für den guten Gedanken, eine Anstandsdame für Diana engagiert zu haben. Schon einmal war die Pflegerin sehr nützlich gewesen, und auch jetzt nahm sie die unglückliche Frau unter ihre Obhut, die Larry zum Skandal der ganzen Aachbarschaft in seine Wohnung gebracht hatte. Aach einer Stunde — Wasser, Seife und frische Handtücher hatten Wunder gewirkt — betrat eine einfach und sauber gekleidete Frau, die sich überall sehen lassen konnte, sein Wohnzimmer.
„Ich gehe jetzt, um Miß —" er scheute beinahe vor dem Wort. „Miß Stuart aufzusuchen," sagte er.
Die Frau suhr hoch.
„Wissen Sie denn, wo sie ist?"
„O ja," entgegnete Larry. „Ich weiß eS sehr gut. Sie war mit mir viele —“ er war im (Begriff, „Jahre" zu sagen und war im Augenblick selbst davon überzeugt, bis er sich mit einem merkwürdigen Gefühl der Ueberraschung und des Erstaunens klarmachte, daß „Wochen", und noch dazu sehr wenige Wochen die Dauer seiner Bekanntschaft und Freundschaft mit „Miß Diana Ward" genauer bezeichnen würden.
Erst hatte er daran gedacht, ihr diese (Heuig* feit telephonisch mitzuteilen, aber irgend etwas in ihm drängte ihn, persönlich mit Ihr zu sprechen: und dann gab es noch viele andere Dinge, die er ihr zu sagen hatte — schon das Denken an diese war schmerzlich und bitter für ihn. Auf seinem Wege nach dem Präsidium überdachte er alles noch einmal. Diana Ward, arm und abhängig, war etwas ganz andere- wie Clarissa Stuart, die Millionenerbin. Wohl konnte er Diana Ward bitten, ihn zu heiraten und konnte mit Freuden an das Gluck einer Vereinigung denken, wo ein jeder von ihnen al- einziges Ver
mögen den großen Schatz seiner Liebe beisteuerte. Aber Diana Stuart war eine reiche Frau. Aicht einen Augenblick zweifelte er, daß sie im (Bewußtsein ihrer Liebe edel und großmütig wünschen würde, daß die Heirat stattfände: aber bald, sehr bald würde es ihr zum Bewußtsein kommen, welche ungeheuren Möglichkeiten der Besitz eines so riesigen Vermögens schaffen könnte. Lind dann würde sie ihren Schritt vielleicht bedauern, ohne ihn dies fühlen zu lasten, sagte er zu sich selbst. Er verteidigte sie im gleichen Augenblick, wo er sie beschuldigte. Lind das war das Ende des Falles Stuart. Belohnungen, Auszeichnungen würde er erhalten, obwohl er überzeugt war, selbst den geringsten Anteil an dem Erfolge zu haben: die immer wieder hinausgeschobene Rangerhöhung — auch diese würde kommen, und als Assistent des Kommissars würde er in seinem Bureau sitzen und seines Amtes walten. Aber all diese Erfolge, die er davongetragen hatte, hatte er in Wirklichkeit Diana zu verdanken. Ihr findiger Kopf hatte dieses verwlckeltste aller Probleme gelöst, hatte dieses Gewirr von Spuren und Anzeichen in eine klare, erkennbare Dahn gebracht.
Merkwürdig war es, daß er nicht auch diese letzte Entdeckung ihrem Wirken zuschrieb. Vielleicht war es die natürliche, in jedem Mann schlummernde Eitelkeit, die ihn so eifersüchtig den Anspruch auf den einen Erfolg bewahren ließ — die Entdeckung ihrer Identität.
Das Ende des Falles Stuart! Lind das Ende aller seiner Hoffnungen — er wußte es. In der ganzen Welt gab es nicht ein zweites Mädchen wie Diana Ward. Sie war die erste in feinem Herzen, sie würde die letzte fein. Als er vor der Tür deS Zimmers 47 stand, die Hand auf dem Drücker, und kaum wagte, diesen herunterzudrücken, hatte er auf sie verzichtet, einen grauen Schleier vor die Zukunft gezogen, mit seinen Hoffnungen abgeschlossen. Lind seine ersten Worte brachten den Gedanken zum Ausdruck, der diesem kurzen Zaudern folgte.
„Diana." sagte er, „ich bin der größte Egoist, den man sich denken kann."
All ihre weißen Zähne blitzten in schweichendem Lachen auf.
»Ich habe über eine Stunde auf dich gewartet!"
gebaut worden ist, zugesagt, die fragliche Ufere befeftigung, die starke Hinterspülung auftoteÄ, standsicher zu verbauen. Cs hat sich jedoch ergeben, daß ein Flechtzaun in dem steinigen Boden sehr schwer und nur mangelhaft anzu- bringen ist, so daß Llferausspülungen nicht zu vermeiden und immer laufende Unterhaltung notwendig sein würde. Zur dauernden Deselti- gung dieses Mißstandes wurde daher von der Verwaltung vorgeschlagen, an dieser Stelle eine leichte Detonmauer zu errichten, deren Kosten von der städt. (Bauleitung auf etwa 500 Mk. veranschlagt sind. Der Vorschlag fand allseitige Zustimmung und wurde zum Beschluß erhoben. Der Wechsel im städt. Faselvieh durch An- und Verkaufe fand die nachträgliche Zustimmung des Gemeinderats. — Im Anschluß hieran wurde eine Vorlage über die Instandsetzung eines Feldweges nach lebhafter Debatte von Der Tagesordnung abgesetzt. Anschließend gab der Bürgermeister bekannt, daß der Ausbau der Jahnstraße mit Chaussierung, Rinnenpflaster und Fuhsteigherstellung nach den, Submissionsergebnis einen Aufwand von etwa 5100 Mk. erfordere, dem Wenigstfo^dernden der Zuschlag erteilt und mit der Ausführung in Kürze begonnen werde. — Die Anlieger der Straße „Am Wall" fordern in einer Eingabe die Beseitigung der Vorschrift der Ziffer 6 des § 33 des Entwurfs einer Ortsbausahung, die folgenden Wortlaut hat: „Die Gebäude (In der Straße „Am Wall") sind in einheitlicher Weise als einstöckige Doppelwohnhauser auszuführen. Sie sind in einfachen, gefälligen Formen zu errichten und müssen sich ihrer Umgebung, namentlich in den Llmrißlinien und Baustoffen, harmonisch einfügen.“ Diese Vorschrift lasse bauliche Veränderungen nur beschränkt zu und benachteilige die Antragsteller. Auf Vorschlag der Daukonnnisslon beschwh bet Gemeinderat, dem Gesuch dadurch zu entsprechen, daß der Vorschrift als nächster Absatz noch zugefügt werden soll: „Don dieser Vorschrift kann im Einzelfall auf Vorschlag des Gemeinderats von der Baupolizeibehörde De- freiung erteilt werden."— Der Gebührentarif zur Friedhofs- und ‘Begräbnis t>r 6 nu n g wurde unter Belassung der seitherigen Gebühren dahin abgeändert, daß bei Erbbegräbnisstätten für die Folge die übrig- bleibende Erde auf Kosten der Beteiligten auf einen von der Bürgermeisterei zu bezeichnenden städtischen Platz zu verbringen ist.
s. Hungen, 30. Juli. Der Jahresbericht des Dekanatsausschusses des ev. Dekanats Hungen enthält neben vielen anderen für das kirchliche Leben feiner 27 Gemeinden bedeutungsvollen Angaben auch eine beachtenswerte Aufstellung über die innerhalb eines Jahres durch freiwillige Liebestätigkeit aufgebrachten Kollektenbeträge. Im Jahr 1928 wurden, nach verschiedenen Zwecken getrennt, geopfert: für die Heidenmission 10 680 (10 288) Mk., für die Innere Mission 6951 (6854) Mk., für den Gustav- Adolf-Derein 10 483 (11 443) Mk., für allgemein erhobene Kirchenkollekten 4331 (4781) Mk., für die Ortsarmen 2342 (2261) Mk., für sonstige kirchliche Zwecke 6495 (7581) Mk. Insgesamt ergibt dies die Summe von 41 462 (43 208) Mk. bei einer Seelenzahl von 21 615 (21 537) Evangelischen. Die in Klammern beigefügten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 1927. Auf den Kopf der Erwachsenen umgercchnet ergibt dies eine Leistung von 2,82 (2,67) Mk. im Jahr, auf den Kopf der Evangelischen überhaupt beträgt die Jahresleistung 2,13 (2,07) Mk. durchschnittlich. Dabei sind Gemeinden vorhanden, in denen auf den Kopf der evangelischen Bevölkerung durchschnittliche Jahresbeträge von sogar 7 bis 9 Mk. sich errechnen. — Der Kirchenbesuch schwankt in den 27 Gemeinden zwischen 85 und 10 Prozent der Erwachsenen, der Abendmahlsbesuch zwischen 200 und 53 Prozent. Größere Wiederher- stellungsarbelten wurden vorgenommen an den Kirchen zu Eberstadt, Gambach und Grü- ningen sowie an den Pfarrhäusern in Lich und Villlngen.
Kreis Friedberg.
pb. Butzbach, 30. Juli. Am Samstag und Sonntag fand hier der 4. Hess. Kleingärtner t a g des Landesverbands der Kleingartenbauvereine (Sitz Offenbach) statt. Die Tagung begann mit einem Degrühungsabend am Samstag im Deutschen Haus. Hiebei hielt der l.Vors. des Landesverbands, Studienrat F i s ch e r, Offenbach, einen Lichtbildervortrag über Ziele, Wege und
„Allmächtiger," stammelte er. „Wir wollten ja zusammen essen."
„Ja," nickte sie. „Das meintest du doch?"
Er schüttelte den Kopf.
„Ich wünschte, weiß Gott, es wäre so," sagte er. „Da bin ich nun wieder, denke nur an mich selbst, bin furchtbar traurig für mich selbst, anstatt Gott auf den Knien für das Glück zu danken, das er dir beschert hat."
Sie sprang auf.
„Du hast Emma gefunden!"
„Ich habe Emma Ward gefunden," sagte er langsam. „Lind ich habe — Clarissa Stuart gefunden."
Mit ausgestreckten Händen ging er auf sie zu.
„Liebling, mein Liebling," sagte er. „Ich freue mich von Herzen für dich."
Sie ergriff seine Hände und legte die eine an ihre Wange.
„ Freust du dich nicht auch für dich selbst?"
Er schwieg, und sie blickte schnell zu ihm auf.
„Larry," sagte sie, „ich habe das alles schon feit Tagen und Tagen gewußt — schon feit dem Tage, als ich in Rottingham Place ohnmächtig wurde. Erinnerst du dich nicht?"
Er zog die Stirn zusammen.
„Ratürlich erinnere ich mich, aber wieso —" „Wieso, du Dummhut," sagte sie, „ich wußte doch, daß es Tante Emmas Ring war. Ich habe immer .Tante' zu ihr gesagt, wenn sie auch in Wirklichkeit nicht meine Tante war. Lind dann vermutete ich, wer Gordon Stuart wirklich war. Lim nichts in der Welt hätte sie ihren Trauring auf gegeben. Weißt du, wohin sie in solcher Eile gegangen ist?"
Larry schüttelte den Kopf.
„Lim mich zu suchen," sagte sie einfach. „Ich fühlte das, vermutete es. Instinktiv habe ich das gefühlt, bevor ich noch von dem Ring gehört hatte. Mein Vater hatte ihn ihr gegeben. Wie oft hat sie mir erzählt, wie sie sich verheiratete, als sie noch in feinen Diensten war, wie mein Vater ihr den eigenartigen Trauring in Anerkennung all ihrer Verdienste um meine Mutter schenkte."
„Du wußtest das?" sagte er verwundert. „Aber warum hast du mir nie davon gesprochen?"
(Fortsetzung folgt)
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