Ausgabe 
31.7.1929
 
Einzelbild herunterladen

Buntes Allerlei

troffen.

Preußen.

. Kreis Biedenkopf.

XX Rodheim a. d. Dieber, 30. Suh. Das Sahresfest unserer Kleinkinderschuie war vom herrlichsten Wetter begünstigt und wurde wie immer unter reger Beteiligung der Gemeinde gefeiert. Den Auftakt bildete der Um­zug durch die Dorsstraste, wobei den festlich ge­schmückten Kindern der hiesige Posaunenchor vor­anschritt und fromme Weisen spielte. Die Schule, welche durchschnittlich von 60 bis 70 Kindern besucht wird, ist für die vielen Mütter, die täg­lich ihrem Verdienst in den Zigarrenfabriken nachgehen müssen, zu einer segensreichen Einrich­tung geworden, auf die niemand mehr ver­zichten mochte. Den Raum für die Dewahr- anstolt der Allerkleinsten stellt die Krrchen- gemeinde in ihrem freundlich gelegenen Schwe­sternhaus in der nur wenig vom Verkehr be­rührten Dehberger Straße.

SteinbruchRote Ku h", welcher der Mit­teldeutschen Hartstein-Sndustrie A.-G. Frankfurt am Main gehört, die hier ebenfalls am Hohen Derg einen sehr großen Steinbruch besitzt, ist für Pflastersteinmaterial erschöpft und soll in den nächsten Tagen geschlossen werden. Etmge Steinrichter sind freiwillig gegangen, anderen wurde gekündigt. Durch Schließung des Betriebs werden viele Arbeiter brotlos.

Rheinhessen.

IDet bekommt die Tugendrose?

3n gut unterrichteten Kreisen des Vatikans wird berichtet, daß Papst Pius XI in diesem Jahre wieder die Segnung der ..Goldenen Rose vollziehen wird, um sie einer katholischen Königin zu schenken. Die Weihe und Verleihung der sog. Tugendrose gehört zu den ältesten Riten des päpstlichen Zeremoniells. Bereits Papst Leo IX. soll diese Goldene Rose verliehen haben, aber geschichtlich sichere Rachrichten sind erst seit dem 14. Jahrhundert vorhanden. Die goldene, nut Diamanten besetzte Rose wurde zunächst nicht nur Frauen verliehen, sondern gewöhnlich dem Präfekten von Rom zum Zeichen der Achtung der Päpste vor der ewigen Stadt überreicht. Dann aber wurde die Rose zur Auszeichnung von fürstlichen Personen benutzt. Unter den Emp­fängern dieser Ehre befanden sich zahlreiche Kö­nige und auch, Herrscherinnen, wie Katharina von Medici, Anna von Oesterreich, die Kaiserin Moria Theresia und die Gemahlin Philipps V. von Spanien. Der päpstliche Kammerherr von Miltitz überbrachte 1518 die Goldene Rose dem Kurfürsten Friedrich dem Weisen, um ihn für die Unterdrückung der Lehre Luthers zu ge­winnen. Auch an Städte und Klöster ist sie vom Heiligen Stuhl verliehen worden. Leo XIII. verlieh dieser Zeremonie noch eine besondere Bedeutung, indem er den Posten desTragers , der Goldenen Rose" schuf, den durch viele Sahre der Graf Edoardo Soderini innehatte. Aus un­bekannten Gründen ist aber von feinen beiden Rachfolgern Pius X. und Benedikt XV. die Rose nicht verliehen worden. Erst der jetzige Papst nahm den Brauch wieder auf, indem er me Tugendrose der Königin von Spanien sandte. Man nimmt nun an. daß nach der Dersohming das Papstes mit dem italienischen Herrscher­hause der Heilige Vater diesmal die Goldene Rose der Königin Helena von Italien verleihen wird.

zu leisten vermag.

Kreis Büdingen.

* Ridda. 30. Juli. Der hessische Staat er­warb das hier in der Raun gelegene Ein­familienhaus des Zimmermeisters August Pfaff, dahier, für 10 020 Mk. Dem Vernehmen nach soll es als Dienstwohnung des Försters deS Forstwartbezirls Ridda Verwendung finden. Bisher wohnte dieser Beamte in Miete, und die Stelle wurde durch einen ledigen Dienst- antoärtcr feit dem Kriegsende verwaltet. Run hofft man, daß bald wieder hier ein Förster end­gültig angestellt wird. Gestern weilte die Staatsanwaltschaft hier und nahm in Sachen des gemeldeten Mordversuchs Ver­nehmungen und eine Ortsbesichtigung an der Ridda vor. Der Täter Mandel wurde in das Untersnchungsgefängnis nach Gießen verbracht.

nd. Ridda, 29. Juli. Gestern feierten die Sechzigjährigen des Kirchspiels Ridda hier eine Wiedersehensfeier, wozu mehrere aus der Ferne gekommen waren. Sie besuchten gemein- schaftlich den Gottesdienst, in dem Pfarrer Laut in einer zu Herzen gehenden Predigt auf dic, Altersvereinigung besonderen Bezug nahm. Die eigentliche Feier des Wiedersehens fand im Hotel Zur Traube" statt. Von 49 Altersgenossen, die vor 46 Jahren hier konfirmiert waren, waren 22 zur Feier erschienen. Die übrigen sind fast alle schon gestorben.

rl. Bleichenbach, 30. Juli. Unsere Schule beschloß am Sonntag ihr Sommer-Vierteljahr mit einem Iugendfest in größerem Ausmaße. Das Wetter war ihr günstig. Schon um 7 Uhr früh begannen die turnerischen Wettkämpfe der Buben und Mädchen auf derSchönau", dem schönen Waldtal der Bleiche, Va Stunde oberhalb des Dorfes. Um 1 Ahr wurde auf dem Turnplatz im Dorfe ein bunter Festzug ausgestellt: Voran ein Schulknabe auf geschmücktem Pferd, die Fort­bildungsschülerinnen auf reich bebänderten Rä­dern, die Trommler- und Pfeifergruppe des Turnvereins, die Musikkapelle unseres jungen Musikvereins, die V.-D.-A.-Schulgruppe, die übri­gen Schulkinder mit Fahnen und Blumen, Krie­ger-, Tum- und Gesangverein hinter ihren Ban­nern, am Schluß der geschmückte Leiterwagen für die ältesten des Dorfes. Auf unserer Freilicht­bühne an den Fischteichen eröffnete ein Schüler­chor die Feier. Rach kurzer Begrüßung der zahl­reichen Festgäste aus Dleichenbach und Umgegend durch Lehrer Schnier le spielten Schüler der 1. Klasse unter Mitwirkung des Gesangvereins eine eindrucksvolleWaldfeier", denen sich wei­tere Dorträge und Spiele anschlossen. Die Pausen füllten der Gesangverein unter Leitung von Lehrer S inner und die Musikkapelle aus. Staffellaufen und Darspiele um große Brezeln, Sacklaufen und Wurstschnappen beschlossen den Rachmittag. Bei der Preisverteilung an die Sieger der Wettkämpfe des Vormittags konnten dank der Geldspenden der Einwohner, der Zu- schüsse der Gemeinde und des Raiffeisenvereins sowie der Stiftungen des Turn- und des Gesang­vereins gerahmte Bilder, Turnschuhe, Haushal­tungsgegenstände usw. verteilt werden. Alle Kin­der bekamen Brezeln und Würste.

Kreis Schotten.

chaffen hat. Auch die Stoffe, die bei der Herrcnklci- >ung verarbeitet werden, sind meist dicker und chwercr als die der Frauenkleider, und fclbft wenn >er Mann im Sommer hellere und leichte Stoffe be­vorzugt, so wird dieser durch das dichte und glatte Futter zunichte gemacht. Im Winter befolgt dic Frau ebenfalls eine bessere Methode, sich gegen Kälte zu schützen als der Mann; sie vermeidet im Gegensatz zu früher die schwere Unterkleidung, son­dern trägt den Kälteschutz in Mantel oder faft ausschließlich über dem Kleid, während der Mann noch immer an dem Kältcschutz unter dem Anzug sesthält. Die Frau besitzt den ungeheuren Vorteil, in den geheizten, ja oft übermäßig erwärmten Rau­men sich in leichter Toilette bewegen zu können, während der Mann, der ja seine warme Unterklei­dung nicht oblegen kann, nun übermäßig warm wird und sich dadurch leicht erkältet.

-4- Rainrod, 29. Juli. Sein 50. Jubiläum be­ging am gestrigen Sonntag der hiesige n n er- gefangoeretn. Es beteiligten sich daran die Bundesvereine des Niddatal-Sängerbundes, die ver­schiedensten Gastvereine, sowie eine große Festge­meinde. Vom Kreisamt waren Kreisdirektor Dr. Jo nn und Regierungsrat Dr. Helm re» ch, außerdem die beiden früheren Dirigenten, Lehrer Spieß (Friedberg), und Lehrer Schmier (Lau­terbach), erschienen. Ein Festkommers am Vor­abend leitete die Feier ein. Dabei wurde die Ehrung verschiedener älterer Sänger vorgenommen. Am Sonntagmorgen folgte eine Gedächtnisfeier für die gefallenen und gestorbenen Mitglieder des Ver­eins. Der Festzug bot das übliche farbenreiche Bud. Die Feftjungfrauen trugen blumengefchmückte Gir­landen, die Schulkinder Fähnchen in den hessischen und deutschen Farben. Auf dem schön gelegenen Festplatz entbot der feftgebenbe Verein den Will­kommengruß durch den Bundeswahlspruch und einen Begrüßungschor. Der Chorleiter des Vereins, Leh­rer L e h m e r, hatte es übernommen, die zahl­reiche Festoersammlung, sowie die Ehrengäste zu begrüßen. In anerkennenden Worten gedachte er der acht noch lebenden Gründer des Vereins und betonte die einigende Kraft des deutschen Liedes, das das Volksleben vor Verödung und Verein- samung bewahre. Die Grüße des Kreises uber. brachte Kreisdirektor D. J°nn, der Gesang und Musik als seelisches Bedürfnis würdigte. Der Vor­sitzende des Niddatal-Sängerbundes, Schäfer (Eichelsdorf), entbot die Grüße des Bundes und legte dar, daß das Wirken der Gelangvereine Kul- turarbeit im wahrsten Sinne des Wortes fei. Ehrengabe überreichte er einen Fahnennageb Bür­germeister Dechert (Rainrod) beleuchtete die Wir­kung des Liedes in den Derfd)iebenften Lebe - lagen. Weiter sprachen noch 2htburgermeift Vie hl im Namen der Gründer (goldener Fahnen­nagel!), Lehrer Spieß im Namen der ehemaligen Dirigenten (Fahnennagel!), der Beauftragte> de Turnvereins (Fahnennagel!), Anschließend folgten

Kreis Wetzlar.

XX W i h m a r, 29. Juli. Während die S ch u l e zu Krosdors erst durch das Eingehen der ein­klassigen Schule in Gleiberg zu einem großen Schulsystem mit sechs Lehrkräften ausgebaut wer­den konnte, hat jetzt auch Wißmar infolge ferner starken Kinderzahl diesen Aufstieg zu einer gleichen Dollanstalt erreicht. Aus diesem Anlaß wurde auch hier als Leiter ein Rektor ernannt und diese Stelle dem beseitigen Hauptlehrer Görnert übertragen. Lehrer Holderer ist zum 1. April von hier nach Bockenau (Kreis Kreuznach) und Schulamtsbewerber Z oh, bisher in Bockenau, nach Wißmar verseht. Die Klassen- räume, auf drei Gebäude verteilt, reichen bei dem steten Anwachsen der schulpflichtigen Kin­der schon lange nicht mehr aus.

Q Lützellinden, 29.Juli. In seiner letzten Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat in der Hauptsache mit der Beratung des Haus - Haltsplanes für das Rechnungs­jahr 19 29. Der Gemeinderat beschloß, zur

Mittel in der Arbeit des Kleingärtners. Anschlie- , ßend fand gemütliches Zusammensein statt, wo­bei der Arbeitergesangverein Harmonie mehrere Lieder vortrug. Am Sonntagvormittag fand im Saale des Hessischen Hofes die Eröffnung des Kleingärtnertages statt. Rach der Begrüßung durch den Dorsihenden des Butzbacher Vereins, Beigeordneten Wittig, und den Dorsihenden des Landesverbandes, Studienrat Fischer, dankte Kreisdirektor R e ch t h i e n namens der Kreisverwaltung für die Einladung und betonte, daß seitens der Kreisbehörde die Bestrebungen der Kleingärtnervereine jedmögliche Förderung finden würden. Auch der Vertreter der Stadt, Beigeordn. P l o ch, sprach sich nach einem Will- Dmmengruh dahin aus, daß die Stadtverwaltung der Sache der Kleingärtner im Rahmen des Möglichen Unterstützung angedeihen lassen wolle. Hierauf hielt Schriftleiter Groth den Fest- Dortrag, in welchem er die Ziele und Bestre­dungen des Landesverbandes eingehend darlegte. Darbietungen der Gesangvereine Eintracht und Harmonie, sowie der Feuerwehrkapelle umrahm­ten die Tagung. Am Rachmittag fand eine De- lichtigung der Anlagen des Butzbacher Vereins Itatt, woran sich in der Festhalle ein gemütliches Beisammensein anschloh, bei welchem ein 3u- Lendspiel mit Liedern und Tänzen aufgeführt wurde, das allgemeinen Beifall fand. Außerdem land in der Turnhalle eine Rosenschau der Steinfurther Rosenzüchter statt, bei welcher 1000 Rosen in allen Farbenzusammenstellungen aus­gestellt waren, die sich eines starken Besuches erfreute, und die den vielen auswärtigen Klein­gärtnern zeigte, was die oberhessische Rosenzucht

festgestellt. _____________

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

K.M. in G. Für die Zeichenlehrer-Laufbahn ist neuerdings bas Maturum erforberlich. Wir emp­fehlen Ihnen, sich an bie Akabemie in Raffel zu wenben, von wo Sie alle Unterlagen über den Aus- bilbungsausgang erhalten können.

5. Ir. Wir empfehlen Ihnen, sich bie vom Reichs- ausfchuß für Leibesübungen herausgegebene Bro­schüre über bie Erlangung bes Deutschen Turn- und Sportabzeichens (erhältlich im Sportartikelhaus Schwan, Mäusbury) zu beschaffen, woraus Sie alles Nähere erfahren können.

Berliner Börse.

Berlin, 31. Juli. (WTB. Funkspruch.) Dis Tenbenz des heutigen Frühverkehrs ist ruhig. Ge­schäfte find bisher noch nicht abgeschlossen worben. Man ist aber, ohne Kurse zu nennen, ziemlich freund­lich gestimmt. Vor allem hofft man, baß auch an biesem Donnerstag keine Erhöhung ber Conbonq: Diskontrate vorgenommen wird,

wird dies durch ein vollkommen überflüssiges Beklei­dungsstück, bie Krawatte, auf bie ber eitle Mann o hohen Wert legt, noch gehindert. Auf biefc Weise zcschicht alles, was möglich ist, um beim Manne, m Gegensatz zur Frau, bie Ventilation burch bie Kleibung am Halse zu erschweren. Die Vorteile, bie bie Frauenkleibung hier bietet, müßten auch dem Manne zugute kommen. Das ift besonbers wichtig mit Rücksicht auf bie körperliche Betätigung auch außerhalb bes Sports, ber sich ja, frei von ungc- unber Prüderie, seine zweckmäßige Kleidung ge-

Deckung der lausenden Gemeinbebedürfnisfe auf die staatliche Steuer von Grundvermögen, sowie auf die Gewerbekapital- und -ertrags- steuer einen Zuschlag von 200 Proz. du er« heben. Dic Abteufung von Dersuchsschachten im oberen Durbachtal zwecks Gewinnung von Wafscr für eine Geineindcwafferlet- tung foll sofort vergeben werden. Die Ver­gebung soll durch öffentliche Ausschreibung er­folgen. Ferner beschloß der Gemeinderat die Herstellung einer Riederdruckdampfheizungs- anlagc für die vier Lehrsäle in der neuen Schule. Es tollen verschiedene Spezialfirmen aufgcfordcrt werden, einen Kostenanschlag em- zurcichen. Die Aeberprüsung der Kostenanschläge soll durch den Kreisbaurat in Wetzlar erfolgen. Die Beschlußfassung über die Vergebung der Arbeit behielt sich der Gemeinderat vor. Für Wegcbauzweckc wurden 5000 Mk. zur Derfü- gung gestellt, lieber die Verwendung dieses Be­trages will der Gemeinderat später be­schließen. Die im Laufe der letzten Jahre neu ausgebaute Ditzenstrahc soll in Krcisunterhal- hing übernommen werden. Ein entsprechender Antrag wurde an dic Krcisverwaltuna ge­richtet. Um wieder, wie in der Vorkriegs­zeit, einen eisernen Bestand zu schassen, wurde die zinsbringendc Anlage eines Betrages von 500 Mk. beschlossen. Für die Einfriedi­gung deS Kriegerdenkmals wurden 200 Mark zur Verfügung gestellt. Die Ausführung der Einfriedigung wurde dem Kricgerverein, der auch das Denkmal gebaut hat, übcrlaffem Dre zur Zeit zur Erhebung gelangenden Strom- gelber und Anschluhgcbührcn sollen einer Rachprüfung unterzogen werden, wobei die Mög­lichkeit einer Senkung erwogen werden soll. Im übrigen wurde der Haushaltsplan in Einnahme und Ausgabe auf 83 500 Mk. festgestellt.

O Niederkleen, 30. Juli. Am letzten Montag stand unsere Gemeinde im Zeichen der Mission. Zu dem alljährlichen Missionsfest hatte das Presbyterium cingcladen, und recht viele Missionsgäste aus der Rähe und Ferne waren der Einladung gefolgt. 3m Festgottcsdienst um 2 Uhr hielt Missionar Maus von der Rhein. Missionsgescllschaft in Barmen die Festpredigt. Er sprach von der Kraft und Macht des Evan­geliums, welches sich über die ganze Welt und auch das Heidenland ausbreitet. Rach einer Kafseepausc fand die Rachversammlung statt. Einer kurzen Begrüßung durch den Ortsgeist- lichen, Pfarrer Kulke, folgte dann ein längerer Bericht von Missionar Maus über die Mis- sionsarbeit in China, wo er lange 3ahre al« Missionar gestanden hat. Pfarrer Helder, Dorlar, früher Missionar auf der Insel Samoa, berichtete dann von der MissionSarbelt unter den Papuas. Gegen 7 Ahr erreichte Da® schöne Fest sein Ende. Unser ncugebdbeter Kir­chenchor sowie zwei Chöre von Lang-Gons (ein Posaunenchor und ein Gesangschor, beide unter ber Leitung von Karl Boller, Lang-Gons) wirkten beim Feste mit durch Darbietung von wirkungsvoll vorgetragenen Gesangs- undMusik- vorträgen, die die Ansprachen umrahmten und das Fest verschönten. _ .

O Dornholzhausen 33 3uh- 3n feiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Ge. m e i n d e r a t mit der B e r a t u n g d e s H a u s- haltsplanes für das Rechnung«!ahr 1 9 29. Mit Rücksicht auf die hohen Kosten der Unterhaltung der Wafserleitung wurde de. schloffen, folgenden, Wasser-in« zu erheben: 1 von jedem Hausbesitzer eine Grundgebühr von 6 Mk.: 2. von jedem Ortseinwohner ohne Rück­sicht auf das Lebensalter eine Gebühr von 1 Mk.: 3 von jedem Stück Vieh einschließlich Kleinvieh eine Gebühr von 2,50 Ml. Der Zuschlag auf die staatliche Steuer vom Grundvermögen, sowie auf die Gewerbckapital- und .ertragsteuer wurde von 250 auf 300 Prozent erhöht. Die Er­höhung erwies sich als unumgänglich notwendig, weil die Gemeinde für Wegebau-Wecke, die Ein­lage eines neuen Friedhofes und die Instand­setzung der Kirche größere Aufwendungen zu machen hat, dic sic aus laufenden Mitteln nicht bestreiten kann. Trotz der Erhöhung der Am. laae mußte noch die Ausnahme eines kurzfristigen Kredites von 3500 Mk. beschlossen werden, um den Haushaltsplan überhaupt ins Gleichgewicht bringen zu können. Bei dem Abschnitt gaben* wurde beschlossen, das obere Back, haus zu weihen. Der Ausbau des Weges im DistriktWäldchen" wurde dem Bauunternehmer Zöller zu Dornholzhausen zu seinem Kosten, anschlage übertragen. Der Schulvorstand hatte beantragt, neue Schulbänke zu beschaffen. Der Antrag mußte jedoch wegen Mangels an Mitteln bis zum nächsten Jahre zuruckgestellt werden. Der Kirchengemeinde wurde zu den Kosten der Ausbildung einer K r anken, schwester ein Zuschuß von 150 Mk. bewilligt. Für die innere InstandsehungderK i r ch e wurden 3500 Mk. zur Verfügung gestellt. Die Arbeit soll öffentlich ausgeschrieben, zur Ver. gebung soll das Presbyterium zugezogen werben. Der Friedhofseingang soll nach dem Kosten, anschlage des Kreisbauamtes zu Wetzlar aus. geführt werden. Die Vergebung der Arbeit soll durch öffentliche Ausschreibung erfolgen. Fort­bildungsschulunterricht soll, wie im Vorjahre, so auch in diesem Jahre zusammen nut den Gemeinden Riederkleen und Ebersgöns in Riedcrkleen abgehalten werden Zur Schaf­fung eines eisernen Bestandes wurde die zinsbringende Anlage von zunächst 330 Mk. beschlossen. 3m übrigen wurde der Haushalts­plan in Einnahme und Ausgabe auf 40 650 Wk.

«SSSÖS mibe M «

ff 'ffA ÄjS *

M

er bet

Die h

ibetn in IC9er bet

inet OthC Mer S V. r^,at)ung,

L

kudolizeibehvrde , Gebühren. S' und CBcgtäb« er Belassung ber feit- Mindert, bah bei \ Folge bie übrig. ' der Beteiligten aus lsteret zu bezeichnen­verbringen ist.

Der JahreSbe« i s s ch u s s e s bei ev, neben vielen anbeten leinet 27 Gemeinden auch eine beachtens« innerhalb eines Iah. itöligleil aufgebrachten )t 1928 wurden, nach enni, geopfert: für die 88) Mk., für die In« Mk., für den Gustav« i3) Wk., für allgemein 4331 (4781) Mk., für 51) Mk., für sonstige 1) Mk. Insgesamt er« n 41 462 (43208) M. !1 615 (21537) ©Danac- n beigefügten Zablor -1921. Aus den N t ct ergibt bleicu tt. im Jahr, auf'm bechauhi. beträgt h

M. durchschnittlich cf)ernten, in denen auf en Bevölkerung durch« von sogar 7 bis 9 M -chenbesuch schtvankt chcn 85 und 10 Prozent ndmahlsbesuch zwischen Here Wiederher- wurden Dotgenommen ibt, Sambach und Srü« irrhäusern in Lich und

edberg.

uli Am Samilag und Hess. Aleingart« ands der Kleingarten« I statt. Sie Tagung be« ws-b-nd °m Smw ibiett d-r l.W. M lt giftet,01** g jiete, Wjg

,eintet» lrt1 t «««'» ""iS"*1*

WSN. Worms, 30. Juli. Durch eine von der Stadtverwaltung bei ber städtischen Betrieb s- kran kenkasse angeordnete unerwartete Revi- ion wurde festgestellt, daß ein zum Ankauf von Marken für die Angestellten- und Jnvalibenvcr- icherung bestimmter Betrag von etwas über 1 4 0 0 Mark nicht feinem Verwendungszweck zu- gefübrt war. Ein unterer Beamter, der sich wäh­rend der Revision vom Dienst entfernt hatte, hat abends in seiner Wohnung einen Selbstmord­versuch gemacht. Die Stadt hat Vorkehrungen zur Sicherung gegen gleiche Vorkommnisse ge-

Hemmnisse zu entledigen. Daß die Tracht des Mannes heute das Vielfache von der der Frau wiegt, daß sie die Wärmeregulierung vcrhin- bert unb bie Funktionen der Haut stört, ist eine allgemein anerkannte Tatsache. Besonders im «Som­mer werden die Herren der Schöpfung so recht zu Sklaven ihrer Kleidung und bewegen sich in diesen wärmenden, fest anliegenden Bedeckungen wie im Tropenklima, während die Frau in ihren leichten, lockeren Gewändern Demgegenüber wie in der küh­len, trocknen Luft der Höhen wandert. Aber der Mann ist in seiner Kleidung nicht nur wie in einem«chwitzkasten" eingesperrt, sondern er lebt auch in einem Kerker, in den kein «strahl des Lich­tes bringt. Der bekannte Berliner Hygieniker, Prof. E. Friebeberger, hat unsere Bekleidungsstoffe ein- gehend aus ihre Lichtdurchlässigkeit untersucht, und an zahlreichen männlichen und weiblichen Personen, denen er lichtempfängliches Papier auf bie nackte Haut klebte, festgestellt, daß bei der modern beklei­deten Frau die Lichtstrahlen im großen Umfange bis auf bie Haut gelangen, aber so gut wie gar nicht beim korrekt angezogenen Mann. Abgesehen von ben großen Hautflächen, bie beim weiblichen Ge­schlecht an Hals, Rücken unb Armen vielfach völlig frei liegen, wird auch burch bie Bekleidung ber übrigen Körperteile gesorgt, baß bas Licht ständig Zutritt hat. In den dunklen Kerker ber Männer- fleibung aber bringt nichts von bem segenreichen unb heilsamen Einfluß ber Sonnenstrahlen. Unter ber Macht bes Sportes haben sich bie Männer frei­lich schon von ben schlimmsten Vorurteilen losge­macht. Der hohe steifeStehkragen" ist ebenso Der- schwunben wie die pralle Hemdbrust, aber der größte Teil der Unsinnigkeiten besteht noch fort, und zwar auch in der männlichen Alltagstracht. Noch immer kann der größte Teil ber Männer sich nicht von ben hochgeschlossenen Westen trennen. Auch er sollte durchbrochene Schuhe tragen, bie eine große Fläche des Fußes freilassen; ebenso würde, wenigstens im Sommer, eine kurze weiße Hose ge­nügen, bie, je nach dem Wetter, ben Unterschenkel mehr ober weniger frei läßt. Der Arm kann, wie bei ber weiblichen Tracht, im Sommer völlig frei­bleiben. Das gleiche gilt für ben Hals. Es gibt kaum ein unzweckmäßigeres Kleibungsstück, nament­lich für ben Sommer, als ben Herrenkragen. Ist er heute auch weich, niebrig unb hygienisch im Ver­gleich zu dem Kragen, der noch vor 10 Jahren ge­tragen wurde, ein großer Fortschritt, so ist doch jeder Kragen unzweckmäßig. Der Kragen muß, wenn er passen soll, dem Hemd und dieses wieder dem Hals eng anliegen. Das hindert aber den Ab­zug der warmen, feuchtigkeitsgefchwängerten Luft nach oben. So besteht an der wichtigsten Körper­fülle, die bei der Frau völlig frei ist, beim Mann ein doppelter Engpaß durch Die Diefe des Hemdes und durch den oberen Rand des Kragens, von dem Druck beider auf die Halsgefäße ganz zu schweigen. So weit durch die Bewegung die Enge zwischen Kragen und Hals etwas gelockert werden könnte.

ben! . iai( et

-2 S*8111 *

id) fit nV? ®f'

dte W I*

ä * xu- - sagte $$ habt ^ Wg <je au} »;

ort'" ',e , Ich

-i-

Die Iflännerlleibung ein Kerker.

Wenn auch bie leichte, so viel vom Körper frei- lassende moderne Frauenkleibung bas Stirnrun- Acln so manches Sittenrichters hervorruft, so finbet ie boch bafür bie uneingeschränkte Anerkennung >er Hygieniker, unb je mehr die neue Tracht der Frauen, bie sich so entschlossen von allem Be- engenben unb Bedrückenden befreit hat, gelobt wirb, desto strengerer Beurteilung fällt bie Männer- tlcibung anheim, der es noch so wenig gelungen ist, sich der lästigen Hüllen und unbequemen

die Massenchöre des Niddatalsängerbundes, sowie bie Einzelvorträge der verschiedensten Bundes- und | Gastvereine. Bei schönem Festwetter entwickelte sich auf dem weiten Platze ein frohes Festtreiben, üsur die Zukunft empfiehlt es sich, die Massenchöre sofort nach Eintreffen des Festzuges auf dem Festplatze zu singen. Dann sind alle Sänger zur Stelle, und eine Verzögerung im offiziellen Teil wirkt sich nicht auf die Beteiligung am Massenchore aus.

ld. Lllr ichst ein. 29.3uli. Viele Landwirte, die im Zeitalter der Umstellung der Vogelsberger Viehzucht in diesem Jahre eine Hühnerfarm be­gründeten, haben einen schweren Anfang, denn die V e r l u st e bei der A u f z u ch t d e r K u ck e n sind in diesem Sommer weit höher als dem Durch­schnitt der Vorjahre. Es ist dies keine Er­scheinung. die vielleicht auf Zütterungsfehler zurückzuführen wäre, denen kein Anfänger ent­geht. sondern eine überall, auch bei erfahrenen Züchtern zu beobachtende Tatsache, die als Folge des abnormen Winters 1928/29 angesehen wi^>, die sich in geringen Schlüpfergebmssen, Schwäch­lichkeit und hoher Sterblichkeit der Kücken be­merkbar macht. . o

)( Ruppertsburg, 30. 3uh. Unter Lei­tung des Landwirtschaftsassessors Dr. Ott, Grünberg, fand dieser Tage em Gern ar - tunqsSr unbgang statt, an dem sich cme größere Anzahl Ruppertsburger Landwirte be­teiligte. Man besichtigte zunächst das Winter- getreide. das durchweg einen guten Stand zeigte. Auf einigen Aeckern konnte beim Weizen ein stärkerer Befall mit Sternbrand festgestellt werden, der durch ein sachgemäßes Beizen der Saatfrucht zu bekämpfen ist. Gerste und Hafer versprechen einen guten Körnerertrag. Haser war stellenweise von der Fritfliege angestochen. Dann wurden die Hackfrüchte besichtigt. Zum Schlüsse hatten die Teilnehmer noch Gelegendert, einen Weizensortenanbauversuch von Pachter Müller und einen Kartoffeldüngungsversuch des Landwirts Konr<^ H ö g Y IV. zu besichtigen.

Id Aus dem Vogelsberg 30. Juli. Außer von Deercnsammlern sind unsere Walder eben von zahlreichen Qlrbciterirmen belevt, die mit dem Schneiden des Grassa mens beschäftigt sind. Auswärtige Unternehmer über­nehmen die Grassamennuhung ganzer Forst- ämtcr, lassen die gesuchten Grasarten schneiden, an die Wege tragen und von Fuhrwerken sam­meln und heimfahren. Der Ausdrusch e^olgt durch die Dreschmaschine. Das gedroschene GraS erhalten die Fuhrleute, und es ist besonders in diesem Jahre als Streckmittel der allzu knappen Heuvorräte sehr begehrt. Die egen- ar m u t dieses Sommers hat btc zahlreichen kleinen Wasserläufe unseres Gebirges faft zum Versiegen gebracht und dadurch den FNch- be ständen großen Schaden zugefügt. Wo die Fischereipächter nicht rechtzeitig eingriffen, sind große Werte der Vernichtung anheimgefallen. Außerdem sind Trockenzeiten dazu angetan, Un­berechtigte zum Fischen zu berjeiten. ^n. ber Fang ist in den wenigen verbliebenen Tumpem ohne Schwierigkeit durchzuführen.

Kreis rllsfcld.

X Rieder-Ofleiden, 30. Juli. Der an der Straße Homberg-Büßfeld gelegene Bafglt«