Ausgabe 
31.1.1929
 
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statt enabteilungen geschloffen haben, können und müssen noch weitere geschlossen werden. Es ist auch nicht zu vertreten, daß wir 30 R e i ch s - bahudirektionen haben, von denen die größte zehnmal so groß ist, als die kleinste. Will man aber einer Stadt die Direktion nehmen, so wachsen die Widerstände ins Gewaltige. Hier ist aber ein Zusammenwirken mit den Restarts der Reichs» und Länderregierungcn erforderlich, damit nicht etwa durch Häufung der Ersparnismaßnahmcn eine Stadt zum Erliegen kommt. Die nächsten fünf Jahre wer­den für die Reichsbahn in finanzieller Hinsicht be­sonders kritisch sein. Wir werden diese schwere Periode mit unserem Personal überwinden, wenn wir recht bald l a n g f r i st i g e A n l e i h e n zu er­träglichen Bedingungen bekommen, wenn uns die aufcrlegten Lasten Erleichterungen gewäh­ren, wenn wir in unseren Rationalisierungsplänen nicht gehemmt werden, wenn uns der Wett­bewerb mit anderen Verkehrsmitteln unter gleichen Lasten und gleichen Rechten freigegeben wird, wenn dis deutsche Öffentlichkeit mehr Verständnis dafür hat, daß wir nicht mehr die reiche Verwaltung der Vorkriegszeit sind und uns in der Ausstattung un­serer Bahnanlaaen einer größeren Beschei­denheit befleißigen müssen, wenn Reichstag, Personaloertretung und Schiedsrichter ihre Forde­rungen für das Personal den finanziellen Möglichkeiten anpassen. Wir leben und sterben mit der deutschen Wirtschaft: denn wir sind keine Produzenten, sondern Transporteure von Produkten.

Das Warlestandbeamtengesetz.

Die zweite Lesung.An den HaushaltS- ausschutz zurückverwiescn.

-Berlin, 30. 3on. (V.D. Z.) Auf der TageS- otftmmg steht die zweite Beratung des Warte- standsbeamtengesetzes. 3m Haushalts­ausschuh ist die Regierungsvorlage in verschiede­nen Punkten günstiger für die Wartestands- beamten gestaltet worden. So soll nach der Aus­schuhvorlage der Wartestandsbeamte nur zur Ueb-ernahme eineS solchen Amtes verpflichtet f-zin, das »richt einer niedrigeren Besoldungsgruppe zugeteUt ist als der nächstniedrigeren Besoldungs­gruppe seiner bisherigen Laufbahn. Die Zwanas- pensionierung soll nach den Ausschuhbeschlüssen unterbleiben, wenn sie eine unbillige Härte be­deuten würde. 3n einer Entschließung ersucht der Ausschuh die Regierung, dafür besorgt zu fein, daß Wartestandsbeamte, die längere Zeit auher- planmähig beschäftigt werden, wieder planmäßig angestellt werden.

Abg. Laverrenz (Sn.) erklärt, die deutsch- nationale Fraktion halte den vorliegenden Gs- setzentwurf für verfassungsändernd und für eine nicht unbedenkliche Verletzung der ver­fassungsmäßigen Grundlagen des Derussbeamten- tums. Der Redner verliest aus einer früheren Rede des jetzigen Reichsjustizministers Koch Ausführungen, die sich gegen das jetzige System der Annahme versassungsändernder Gesetze rich­ten. Der Redner beantragt schliehlich die Herbei­zitierung des Reichsjustizministers und des Reichsinnenministers. Dieser Antrag wird gegen die Stimmen der Deutschnatiomalen, der Kommunisten, der Christlich-Rationalen Bauern­partei und der Rationalsvzialisten abgelehnt.

Abg. M o r a t h (D. 93p.) erklärt sich grundsätzlich gegen verfoffungsändernde Gesetze. Hier aber han­dele es sich darum, die Rechtsverhältnisse der Warte- staudsbeantten au» dem Zu st and des Pro­visoriums in dendcsDeftnitivums zu überführen und die Wartestandsbeamten i n den Dienst zurückzuführen. Die Ausfüh­rungen des deutschnationalen Redners hätten eine Berechtigung nur gehabt gegen die ursprüngliche Regierungsvorlage. Die vom Ausschuß verbesserte Vorlage finde aber die Zustimmung der Beamtenspitzen-Organisationen. Die Regierung sollte jedoch durch eine Erklärung die Sicherheit schaffen, daß die Verpflichtung zur vor- übergehenden Dienstleistung nicht zu Schi­kanen benutzt wird. Die Dolkspartei werde der Vorlage zustimmcn.

Abg. Bernhard (Dem.) bezeichnet das Ge­setz in der Ausschuhfassung als eine toefent» l i che Verbesserung Les bisherigen Rechts­zustandes. Die Demokraten würden aber nichts dagegen einzuwenden haben, toenn das Gesetz zur nochmaligen Lieberprüfung an den Ausschuh zurückverwiesen wird. Bei dieser Gelegenheit könnte die Regierung auch erklären, aus welche Weise eine Schädigung von Arbeitern und Angestellten als Folge der Reuregelung ver­mieden werden kann und wie die Verhält­nisse bei der Reichsbahn zu regeln sind. Der Redner beantragt die Zurückverweisung an den Ausschuh.

Abg. Groh (Zentr.) betont die Rvtwendigkeit einer Aenderung des bisherigen RechtSverhält- nisseS der Wartestandsbeamten. Die Personal­abbauverordnung habe sich als ein Fehlgriff erwiesen. Das jetzt vorliegende Gesetz werde hoffentlich so durchgeführt werden, dah nicht neue Deschwerden daraus erwachsen. Be- sanders mihlich seien die Verhältnisse bei der Reichsbahn. Mit der Zurückverweisung an den Ausschuh würde das Zentrum einverstanden fein.

Abg. Rohmann (Sog.) erklärt, das Bedürf­nis für eine Aenderung des Rechtsverhältnisses der Wartestandsbeamten fei von allen Parteien anerkannt worden. Die Sozialdemokratte stehe zu dem Artikel 129 der Reichsversassung, der von den wohlerworbenen Rechten der Beamten spricht. Der Göhenkult aber, der mit diesem Artikel getrieben wird, und der jede le­bendige Reform des Beamtenrechts u n m ö g - I i ch machen will, liege nicht einmal im 3nter- effe der Beamten.

Reichsfinanzminister Dr. Hilfer- d i n g erklärt, der vorliegende Entwurf habe leineswegs die Wirkung, die Verfassung zu ändern. Hier solle doch eine Verbesserung der Verhältnisse einer Kategorie von Beamten erreicht werden. Bei der endgültigen Reurege» lung des Beamtenrechts werde die volle Anrech­nung der Wartezeit möglich sein, jetzt aber fei sie wegen der finanziellen Wirkung nicht mög­lich. Eine Ablehnung der Regierungsvorlage würde nur eine Verschlechterung der Lage der beteiligten Beamten bedeuten.

Damit schließt die allgemeine Aussprache. Rach )rblehnung der Aenderungsanträge der Oppo- iilionsparteien wird 8 1 der Vorlage mit ein­facher Mehrheit angenommen. Für § 3, der die Zwangspensionierung der 60- jährigen Beamten ausspricht, wurden 252 Stim­men, dagegen 137 Stimmen abgegeben: 16 Ab­geordnete der Bayrischen Vollspartei üben Stimmenthaltung. § 3, der versassungsändernd

Frankreich und die elsässische Aulonomiebewegnng.

Jiicflin antwortet auf poimar^ö Kammerrede.

Paris, 30. 3an. (WB.) DerStraßburger Kurier' veröffentlicht einen offenen Brief Dr. Ricklins an Poincare, in dem es heißt: 3ch mache Ihnen jedes Recht ftreitig, in der Kammer in meiner politischen Vergangenheit als Untertan des De u t s chen Reiches herumzustöbern. Für meine Handlungen während dieser Zeit bin ich Frankreich keine Rechenschaft schuldig. Frankreich hatte nach dem Frankfurter Vertrag sein Dis inte res se- ment an Elsaß-Lothringen erklärt und das Clsah konnte sich nicht ewig in der Pose der trauernden Witwe gefallen. Rotwendig- ketten wirtschaftlicher und besonders politischer Art brachten es mit sich, daß die Elsässer und Lothringer selber die Derteidiguirg ihrer 3nter- essen in die Hand nahmen, und Frankreich wird anerkennen müssen, dah unsere Kämpfe nicht unfruchtbar getoefen sind. Denn

außer dem wirtschaftlichen Aufschwung Elsaß- Lothringen» unter der deutschen Verwaltung eroberte es sich in hartem Kampfe ein Det- fassungsstotut, da» an» im Rahmen des Deut­schen Reiches eine Freiheit und politische Unab­hängigkeit sicherte, die weit entfernt sind von der unwürdigen Sklaverei, in der wir seht gehalten werden.

Sie, Herr Ministerpräsident, hoben hervor, dah ich im Elsah-Lothringischen Landtag eine Rede mit dem Ruf:Cs lebe Elsaß-Lothringen, es lebe Deutschland, es lebe der Kaiser!" beendet habe, und haben dadurch den Eindruck erweckt, als ob es sich um eine im elsah-lothringischen Parlament vor meiner Präsidentschaft ungebräuch- ttche Kundgebung gehandelt habe. 3n Wirklich­keit aber schlossen auch die Reden meiner Vor­gänger bei Beendigung der Legislaturperiode mit der gleichen Formel:Es lebe der Kaiser!" 3ch war es. der als erster dieser Formel eine demo­

kratische Wendung hinzufügte, indem ich ein Vivat für Elsah-Lothringen und für die deutsche Fraktion, von der wir ein Teil waren, aus­brachte. Was die sogenannten separatistischen Tendenzen betrifft, die Sie den von mir am 8. Rovember von der Kammertribüne gesproche­nen Worten unterstellten, so wiederhole ich:

Diese Bewegung hat nichts verbrecherische». Separatistisches, und darf sich nach meiner unerschütterlichen Ueberzeugung nur im Rahmen der unantastbaren französischen Legalität ent- wickeln. Elsaß-Lothringen ist entschlossen, das Schicksal Frankreichs zu teilen, und bleibt ein unlösbarer Bestandteil der französischen

Republik.

Dr. Ricklin erinnert dann daran, dah er am 23. Oktober 1918 im Reichstage für die Tren­nung des Elsaß Dom Deutschen Reiche eingetre­ten sei und im Rovember folgende Formel für die Beitrittserklärung zu Frankreich vorgeschla- gen habe:

Elsaß-Lothringen kehrt in den Schoß Frank­reichs zurück mit der Versicherung, daß seine Muttersprache, seine religiösen Einrichtungen ihm verbleiben und daß seine wirtschaftlichen 3nteressen gewahrt werden." Dies sind, so fuhr Dr. Ricklin fort, die Hauptforderungen der autonomistischen Bewe­gung, und Sie, Herr Ministerpräsident, wagen von mir. der ich mein Leben im Dienste des Elsaß verbracht habe, zu fordern, dah ich mich der politischen Bewegung gegenüber gleichgültig zeige, die im Begriffe steht, den letzten Kampf gegen die Affimilierungsbestrebungen zu liefern, der auf die Vernichtung alles dessen abzielt, was uns am teuersten und heilig st en ist. Tiefes Opfer, Herr Ministerpräsident, werde ich nicht bringen. 3ch werde die elsässische Be­wegung nicht im Stich lassen.

Großer Warenhausbrand in Berlin

Das Warenhaus Tietz in der Chausseestraße ein Raub der Klammen.

Berlin, 30.Ian. (WTB.) In dem Warenhaus von Tietz in der Chausseestraße im Norden Berlins ist heute abend gegen 8.30 Uhr Feuer ausgebrochen, das einen so großen Umfang annahm, daß die Feuerwehr mit 14 Zügen ausrücken mußte. Da auch die Nachbarhäuser gefährdet sind, wurde deren Räumung verfügt. Das Warenhaus bildet um 9.15 Uhr abends vom Erdgeschoß bis zum Dachstuhl eine riesige Feuersäule. Die Flammen schlagen 10 bis 15 Meter über das Doch hinaus. Der Brand ist bereits in der mittleren Friedrich- fkraße sichtbar. Ungeheure Menschenmaffen haben ich in der Chauffeestraße zusammengeballt.

Sämtliche Stockwerke sind vollkommen In Flammen gehüllt: da» hau» ist nicht mehr zu retten. Die Feuerwehr hat große Mühe, die Dachstühle der angrenzenden Häuser zu schützen. In da» brennende Gebäude einzudringen oder auch nur Leitern anzulegen, ist vollkommen unmöglich. Die Wehr muh sich daraus be­schränken, die umliegenden Gebäude zu schützen.

An der Rückseite des brennenden Warenhauses liegt ein großer Neubau. Das ganz« Waren- haus sollte in der nächsten Zeit umgebaut werden. Von diesem Neubau stürzten um 22.30 Uhr unter großem Getöse die Eisenträger der Dachkonstruktion zusammen. Wenige Augenblicke vorher waren die dort arbeitenden Feuerwehrleute zurückgezo­gen worden, die sonst unweigerlich von den nie­derstürzenden Gebäudemassen erschlagen worden wären. Von Zeit zu Zeit stürzten mit lautem Krachen Decken des brennenden Gebäudes ein, ebenso die Zwischenwände in dem alten Gebäude­teil, der demnächst abgerissen werden sollte. Gegen 23 Uhr hatte das Feuer auch auf d i e o b e r ft e n Stockwerte des alten Hofgebäudes übergegriffen, die bis dahin verschont geblieben waren. Auf dem Hofe hatte das Feuer reiche Nah­rung an dem noch stehenden Baugerüst des Neu­baues gefunden.

wie stark gefährdet auch die dem brennenden Gebäude gegenüLerliegeuden Häu­ser sind, geht daraus hervor, dah dort ganz plötzlich die valkone uachgaben und auf d i e Straße stürzten. Der Polizei­präsident lieh darauf sofort die ganze Straße vor diesen Häusern räumen. 3n einigen Woh­nungen singen die Gardinen Feuer, so daß man schliehlich sogar die Vorderräume der gegenüberliegenden Häuser räumen lassen muhte. Die wobei konnten nicht in Sicherheit gebracht werden, da man sie vor Hitze nicht anfasseu konnte.

Durch die geborstener Fensterscheiben bringt der durch den Wind niedergedrückte Rauch em und

zwingt die Bewohner, ebenfalls die Vorderräume zu verlasien.

Um 1,30 Uljr nachts stürzte mit großem Krach der Rest des inneren Geoäudes in sich zusammen. Es steht jetzt nur noch die Vorderwand, die aber gleichfalls einzustürzen droht, so daß auch die Straße weiterhin gesperrt bleiben wird. Das ganze Gebäude bildet nur noch einen riesigen Trümmerhaufen, aus dem andauernd Flamrnen- garben emporschlageir. Ganz besonders gefährdet ist immer noch das RedenhauS Ar. 12, daS deshalb sehr stark von der Feuerwehr besetzt ist und seit Stunden dauernd unter Was­ser gehalten wird. Auf eine Löschung des Brandes selbst hat man bereits seit längerer Zeit verzichtet, da es Wahnsinn wäre, Menschenleben aufs Spiel zu setzerr. Dis in die frühen Morgeir- stunden war es den übermenschlichen Anstrengun- den der Feuerwehrmannschaften gelungen, den Brand in der Chausseestraße zu löschen. Hm 4,37 Hhr gab die Brandleitung die Meldung Feuer aus".

Die Ursache des Brandes.

Soweit sich bisher ermitteln läßt, ist das Feuer im Gebäude des Warenhauses Tietz in der Ehausseestraße gegen 20 Hi;r Im Erdgeschoß ent­standen. Mehrere Angestellte, die um diese Zeit dort beschäftigt waren, haben plötzlich bemerkt, daß an der Decke die elektrische Lichtleitung sowie Stoffe und Papier in Brand geraten waren. Das Feuer hat sich dann so rasch ausgebreitet, daß die Angestellten das Gebäude flucht­artig verlassen mußten. Es waren gestern an dem Haufe riesige L i ch't r e k l a m e n für die »Weiße Woche" angebracht worden, die heute abend zum ersten Male versuchsweise be­leuchtet wurden. Dadurch ist wahrscheinlich eine starke Heberlaftung des Licht- nehes entstanden, die zum Kurzschluß führten. Auch die Bausachverständigen, die während des Brandes anwesend waren, hielten diese Version für das Wahrscheinlichste.

Daß der Brand in kürzester Zeit das gesamte Gebäude ergriffen hat, hat wohl feinen Grund darin, daß in einem Trep- penschacht in der Mitte des Gebäudes H o l z- verschlüge bis zum Dach gebaut worden waren, die man mit Dekorations ft offen z u Reklamezwecken bespannt hatte. Auch die große Anhäufung an Weiß- und Woll­waren zurWeißen Woche" hat die Ausbreitung des Feuers sehr begünstigt. Aus dem brennen­den Gebäude hörte man in gewissen Abständen Detonationen, die wohl aus dem Parfü- merielager kamen.

ist, würde also nicht mit qualifizierter Mehrheit angenommen fein. Artikel 1 des Gesetzes wird mit einfacher Mehrheit ange­nommen.

Zum Art. 2 begründet Abg. M o r a t h (D. V.) einen Antrag für die volle Anrechnung des Wartegeldes, diese volle Anrechnung aber soll beim 3nfrafttreten des neuen Reichs- beamtengesetzes erst wirksam werden.

Reichsjustizminister Koch erklärt, er Ijabe niemals gesagt, dah das bei dem vorliegen­den Gesetzentwurf und schon feit dem Bestehen der Weimarer Vecsafsung immer angewandte Verfahren der Annahme versaffungsändernder Gesetze verfassungswidrig sei. Er habe die Forde­rung aufgestellt, daß solche OLenterungen in der Verfassung selbst zum Ausdruck ge­bracht werden. Bis Aur Durchführung dieser ge­setzt stechnischen Tcrbelferung könne man aber die Annahme des vorliegenden Gesetzentwurfes nicht aufschieben.

Der Antrag Morctth wird angenommen und mit dieser Aenderung auch der Art. 2 der Vor­lage. Der Rest der Vorlage wird in der Aus- schußfasfung mit einfacher Mehrheit an, enom nen. Der Antrag Bernhard (Dem.) aus Zurück­verweisung der Vorlage an den Haushaltausschuß wird mit großer Mehr­heit angenommen. Donnerstag: S^euervereinhZi» lichungsgefetz, Handwerksnovellc

Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtages.

D a r m st a d t, 30. 3an. 3m Finanzausschuß wurde eine Eingabe des Gewerkschaftsbundes der Angestellten auf Maßnahmen zum Schutz der älteren Angestellten durch die Regie- rungsantwvrt für erledigt erklärt, zumal da sich der Landtag in seiner Weihnachtstagung eben­falls mit dieser Frage beschäftigt und Beschlüsse gefaßt hat. Ein Antrag Dr. Werners (frak­tionslos) auf Befreiung der Blindenhunde von der Hundesteuer wird durch die zustimmende Regierungsantwort für erledigt erklärt. Voraus­sichtlich wird aber ein Antrag auf gesetzliche Fest­legung der entgegenkommenden Haltung der Re­gierung im Hundestenergesetz eingebracht werden. Ein vollspartellicher Antrag, bei Holz - Verkäufen durch den Staat die früheren Zahlungsbedingungen, d. h. zinslose Stundung, bis zum Ende des Rechnungsjahres einzuführen, wird angenommen; ebenso ein Zentrumöantraz, die Zahlungsbedingungen dahin abzuändern, daß die 0i<a etftellung des Kausbetrages bis zu 250 Mar? durch nur einen Bürgen und dann erst durch zwei Bürgen zu erfolgen hat. Don der Regierung wird dazu erklärt, daß sie gegenwärtig an einer im entgegentommenfcen Sinne gehal­tenen Umänderung der Derkaufsbedinzungen bei ! den staatlichen Holzverkäufen arbeite Zum

Schluß wirck> ein Antrag Angermeier (Korn.) bet Regierung zur Berücksichtigung überwie en. nach dem die Einziehung von rückständigen Ge­fällen und Steuern durch Postnachnahme verboten werden soll. Ein Tell der Ausschuß- mttglieder vertrat jedoch einen gegenf eiligen Standpunkt.

Aus aller Welt.

Das Eisenbahnunglück bei Sünching.

Regensburg. 30. 3an. (TU.) Die Staats-, anwaltschast Regen-burg hat gegen den Führer des verunglückten Schnellzuges, Oberlokomotiv­führer Kümmel aus Regensburg, Haft­befehl erlassen. Kümmel ist ein Mann anfangs der 50er Jahre, der immer ein besonnenes und ruhiges Wesen an den Tag legte und großes Vertrauen bei feiner vorgesetzten Behörde genoß. Er gehört feit 1924 dem Stadtrat Regensburg an. Auch in feiner Berufsorganisation hat er sich 3ahre hindurch in führender Stellung be­tätigt. Rach einem Sonderbericht der , Münch. Telegrammztg." ist der Schnellzug mit einer Geschwindigkeit von etwa 60-Stunden-Kilometer in den Güterzug hineingerast. Vom Güterzug find vier Wagen ineinandergefchoben, in die sich die Schnellzugslokomotive h neingebohrt hat. Die Wagen find auseinandergetürmt. Die Aufräu­mungarbeiten waren gegen Mittag beendet. Der Lokomotivführer beruft sich darauf, daß die Signale infolge deS dichten Rebels nicht sichtbar waren. Erst als das ihm entgegen^:ei!tc Bahnpersonal mit roten La­ternen winkte, sei er auf die Gefahr auf- merkfam geworden und habe dann sofort ge­bremst. Leider befand sich der Zug nur noch 50 Meter von dem haltenden Güterzug entfernt, so dah der Zusammenstoß nicht mehr zu ver­hindern war.

Schwerer Verkehrsunfall Im Verner Oberland.

Ein Lastautomobil mit Baumaterialien fuhr bH stark ansteigende Landstraße von Thun nach Gol­tz i w i l zu. Verschiedene Schlitten hatten sich trotz des bestehenden Verbotes angehangt, um sich hinaufziehen zu lassen. Bei einer Kurve geriet da? Auw, obwohl es mit Schneeketten versehen roar, ins Schleudern und rutschte rückwärts. Etwa fünfzehn Personen, die sich auf den Schlitten be­fanden, wurden gegen die Straßenwand gedrückt. Drei Personen waren sofort tot

Ein Tunnel unter (ßa» gesetzt.

Der 3 nhalt eines Eifenbahn-Tank- wagens, nämlich Chlorwasserstoff. auf dem Privatgleis einer Ehlorsabrik in Estaque (Süd- frankreich) ist ausgeströmt und hat sich In einem in der Rühr gelegenen Eisenbahntunnel verbreitet. 3nfolgedesien konnten die Personen züge den Tunnel nicht passieren. Die Reisen- den wurden durch Lastautos weiter befördert. Di« Güteyüge passierten den Tunnel, nachdem die Eisenvahitbeamten vorher Gasmasken ver­sehen worden waren.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Wettervoraussage für Freitag: Tefh wolkig, teils ausheiternd, Frost, jedoch tagsüber milder, trocken.

WitterungsaussichtenfürEam»tag: Wenig Aenderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 30. Januar: mittag»3,1 Grad Celsius, abends- 2;5 Grad Celsius: am 31. Januar: morgens6,3 Grad Celstusi Maxi­mum 2,2 Grad Celsius, Minimum 12,8 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter lieft am 10. Januar: abends2,5 Grad Celsius: am 31. Januar: morgens2,1 Grad Celsius. Son nenscheindauer 3% Stunden.

wintersportnachrichten der hesi. Wetterdienststelle.

Vogelsberg (Hoherodskopf): Heiter, 10 Grad Celsius, 30 bis 35 Zentimeter Schnee, gekörnt, Sport Möglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Herchen Hainer Höhe: Heiter,10 Grad Celsius, 30 Zenti Meter Pulverschnee, 5 Zentimeter Neuschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Odenwald (Tromm): Heiter, 10 Grad Tel sius, 50 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr flut Neunnrchen: Heiter,12 Grad Celsius, 50Lentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr flut.

Taunus (Kleiner Feldberg): Heiter,4 ©rat Celsius, 58 Zentimeter Schitee, etwas verharscht, Ski und Rodel gut.

Saucrlond lWinterberg)' Heiter, 5 Grad Celsius, 50 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut

Schwarzwald (Feldberg).' Wolkig, 0 Grad Celsius, 125 Zentimeter Schnee etwas verharscht, Ski und Rodel gut Ru h e ste i n: Heiter, 3 Grad Celsius, 68 Zentimeter Schnee, stark ver harscht, Ski und Rodel sehr gut

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