Donnerstag, 3t. Januar 1929
179. Jahrgang
Nr. 26 Erster Blatt
Der Militärputsch in Spanien niedergeschlagen
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inftitut für landwirtschaftlichen Realkredit unL Desitzbesestigung. das Zenttalinstitut für Siedlung und B o den ve r beste rung unter gerne infamer Ge- famtleihmg, im einzelnen selbständig, ihre Auf«
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Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr bis zum Nachmittag vorher.
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Chefredakteur:
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil Kurt §illmann, sämtlich in Biegen.
gaben erfüllen.
2. Bildung regionaler milchwirtschaftlicher Organisationen, in denen die milch- wirtschaftlichen Delieferungs- und Dcrurbeitungs- einrichtungen zusammenzufassen sind.
3. Auf dem Gebiete des Viehabsatzes sind die vorhandenen Organisationen auszubauen und mit den gleichen Aufgaben zu betrauen.
4. Einrichtung einer Zentralstelle für Getreidebewirtschaftung, die die Aufgabe hat, ohne Ausschaltung deä inländischen Getreidehandels bei inländischem Lleberangebot re- gelnd einzugreifen und die ruinöse Wirkung der Weltmarktbreisschwankungen auf di« deutschen Getreidepreise abzumildern.
5. Beseitigung der Lkmsahsteuererleich- terungen, die der Import der ausländischen Agrarprodukt« gegenüber dem inländischen Handel heute genießt.
iß-it il.g § iv.Z 61,<8 13,4 73-13
Initiative des Reichspräsidenten?
Oie Parteien wieder einmal festgefahren. - Reichskanzler Müllers Koalitions Verhandlungen auf dem toten Punkt.
gehen.
Die Mißstimmung der spanischen Artillerie» offiziere hat noch einen weiteren, sehr tiefgehenden Grund. Spanische Artillerie ist bei den Kämpfen in Marokko nur verhältnismäßig wenig eingeseht worden, deshalb ging sie bei der Verteilung der Ehren leer aus und deshalb wurde sie auch gegenüber den anderen Waffen in der Beförderung benachteiligt. Auf alle Fälle ist es ein schweres Problem, das der spanische Diktator zu lösen h.it, das aber gelöst werden must, wenn sich die inneren Verhältnisse des Landes festigen sollen.
General Orgaz in Ciudad Real.
Die meuternden Offiziere verhaftet
Madrid, 30. 3an. (hcwas.) General Orgaz ist heute früh um fünf Uhr, die von Madrid mit Last, autos abgefandten Jnfanterietcuppcn um neun Uhr in Ciudad Real angekommen. General Orgaz begab sich safort in die Kaserne, in der sich die Offiziere des Regimentes, das sich erhoben hatte, befaliden. General Orgaz Hal sofort die kom- incmdogenm'st über die Stabt übernommen. Sämtliche Offiziere des meuternden Artillerieregimentes wurden verhaftet. Der Oberstkommandiercnde dec Zivilgarde, General San jur ju, befindet sich auf dem Wege nach Ciudad Real, um eine Untersuchung der Meuterei einzuleiken.
Die Regierung hatte durch Flugzeuge Aufrufe mit folgendem Wortlaut über der Stadt abwer- fen lassen: „Ganz Spanien ist ruhig! Ergebt euch sofort und kehrt in eure Kasernen zurück. Anderenfalls werdet ihr morgen bombardiert werden!" Eine halbe Stunde später nahmen die Artilleristen das ganze Material, das sie an verschiedenen strategischen Punkten der Stadt unter- gebracht hatten, wieder an sich und zogen sich in ihre Kasernen zurück. Die Zivilbehörden übernahmen wieder die Gewalt in der Provinz, und die Zustände wurden wieder normal Auch die verbindungcn nach aucroärta wurden sofort wieder hergestellt. Augenzeugen haben erklärt, das; die Flugzeuge von der Bevölkerung der Stadt
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Oie Forderung der deutschen Bauernschaft. Berlin. 30. Ian. (WTB.) Am 29. und 30. Januar fand im Gebäude des Reichsrates Oie Dertretertagung des Deutschen Bauern- rates statt, die sich vornehmlich mit der Neuregelung der Preis- und Absahver- h ä l t n i s s e für landwirtschaftlich« Produkte befaßte. In der hierzu gefaßten Entschtte^ng heißt es: „Wir fordern vom Staate die Einleitung einer Wirtschaftspolitik, deren Ziel es ist, zur Stärkung der Landwirtschaft und zur -Bet* best'erung der deutschen Handelsbilanz den Sn* landbedarf an Agrarprodukte n in erster Linie aus der Snlandproduk- tion zu decken. Zu diesem Zwecke ist die Einfuhr aller derjenigen ErzeugnMe. Oie m ausreichender Menge und Beschaffenheit t in S n= lande berg« ft eilt werden, zu erschwere n." ,
Zu den einzelnen Forderungen der deutschen Bauernschaft gehören:
1. Zusammenfassung der bestehenden großen landwirtschaftlichen Kreditinstitute zu einer Z en - tralanstalt. in der das Zentralinstitut für Personalkredit und Absatzwesen, das Zentral-
Berlin, 31. Jan. (prlo.-IeL) 3m Anschluß an die heutigen Koalilionsbesprechungen der Reichskanzlers mit den verschiedenen Parteiführern, u. a. mit Herrn von Guerard, wird heule iu parlamentarischen Kreisen verlautbart, daß der Herr Reichspräsident den Reichskanzler Hermann Müller empfangen wird, um von ihm einen Bericht über die bisherigen Koalitionsverhandlungen ent- gcgenzunehmen. Es scheint sestzuslehen, daß der Reichspräsident die Znitiative selbst ergreifen wird, allerdings weiß man in parlamentarischen Kreisen noch nicht, nach welcher Richtung hin sich diese Initiative erstrecken wird. 3m übrigen wird uns aus volksparteilichen Kreisen milgeleilt, daß in Preußen noch keinerlei Fühlung mit der Bolfspartet genommen worden ist. Die Koalitionsverhandlungen sind, wie uns bestätigt wird, heule auch um keinen Schrill weiter gekommen.
Verhandlungen miidemZenirnm.
Die BolkSpartei
soll auf ihre Bedingung verzichten.
Berlin, 31. San. (DDZ.) Sm Reichstag wurden heute die Verhandlungen um die Regierungsbildung durch eineDesprechungzwi- schendem Reichskanzler und dem ^n- trumsminister Dr. v. Guerard fortgefuhrt. Im Anschluß daran fand eine Sitzung des Vorstandes der Aeichstagsfraktion des Zentrums statt. Muter der Lieberschrift „Rotwendige Klärung" schreibt die „Germania" u. a.: Wenn das Zentrum bei der Umbildung der Reichsregierung einen seinem politischen Gesicht entsprechenden Einfluß verlange, so sei dies eine Selbstverständlichkeit, die ihm niemand bestreiten tonne; niemand, der überhaupt den Willen zur Zusammenarbeit habe, könne in ihr einen Hinderungsgrund für die Koalitionsbildung erblicken. Auch nicht die Deutsche Volkspartei, die ihre Forderung auf Eintritt in die preußische Regierung noch immer mit den Koalitionsbe<pre- chungen im Reiche verquicke. Die „Germania" hält es nicht für angängig, daß man sich im Rcicke auf diese Forderung immer wieder als auf die letzte und entscheidende Bedingung zu- rückziehe. Die preußische Angelegenheit auf die vom Reiche her doch nur durch private Mittel eingewirkt werden könne, sei um so sicherer geregelt, je eher die Dinge im Reiche geordnet seien. Das sollte auch die Deutsche Volkspartei veranlassen, das ihrige zu der notwendigen Klä- nmg im Reiche beizutrazen. Sm übrigen habe der Reichskanzler am Mittwoch mit dem preuhi- schen Ministerpräsidenten Braun verhandelt. Ministerpräsident Braun sei die zuständige Stelle, seine Aufgabe sei es, zu handeln.
Brarm lehnt die Initiative ab.
Ergebnisloic
Besprechung mit dem Reichskanzler.
Berlin, 31. Jan. (DDZ.) Am Mittwoch hielt sich auch hartnäckig das Gerücht, daß Reichskanzler I jji ü 11 e t mit dem preußischen Ministerpräsidenten
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oder eine Erklärung der Aufständischen end- decken können. Der König hat seine Reisepläne in keiner Weise geändert. Er wird am Freitagabend wieder in Madrid eintreffen.
Verhaftung
von politischen Führern.
Madrid, 30. San. (W.T.B.-Funkspruch.) Die Generaldirektion des Sicherheitswesens teilt mit: Heute mittag wurde der Führer der Konservativen, 3 o f e Sanchez ©uerra, der in Begleitung seines Sohnes Raffael gestern abend 10 Uhr mit dem aus dem französischen Hafen Bendre kommenden Dampfer Onsala in Valencia eingetroffen und unter falschem Ramen an Land gegangen war, verhaftet, als er versuchte, einige Teile der Garnison zu verleiten, sich der mißglückten Bewegung in Ciudad Real anzuschließen, ©uerra wurde mit seinem Sohne ins Militär- gefängnis von Valencia übergeführt. Aus dieser Verhaftung kann man entnehmen, so schließt die Mitteilung der Sicherheitsbehörde, welcher Art der Ursprung der Amsturzbewe- gung ist.
Aus San Sebastian wird gemeldet,_ daß an der spanischen Westgrenze eine äußerst scharfe äleb e r w a ch u ng , Zensur und Paßkontrolle ausgeübt werde. Als Führer des gescheiterten Aufstandes werden, außer dem bereits verhafteten General Sanchez ©uerra, Alexander Leroux . Felix © a m b o a und Alba genannt, die sich zur Zeit in Frankreich befinden. Der frühere Kriegsminister A g u i I e r a , gilt als das Haupt der Bewegung, er soll bereits verhaftet worden sein.
Primv de Rivera, Spaniens Diktator, hat seinen guten Grund gehabt, als er sich von den Aerzten wieder gesund schreiben ließ, denn ein noch längeres Derweilen auf dem Lager der Grippe hätte Um seine Stellung kosten können. Man kann sich von den merkwürdigen Verhältnissen in der spanischen Armee bei tms keine rechte Vorstellung machen, da die Voraussetzungen für eine solche Spaltung des Offizier k o r p 6 , wie sie in Spanien Tatsache tst, bei uns völlig fehlen. Das Offizierkorps der spanischen Artillerie setzt sich fast ausschtteß- llch aufl den Angehörigen des Adels zusammen. ES ist streng exklusiv und stellt die Herr- schaftSansprüche einer Gesellschaftsschtchl dar, dte sonst in Spanien nicht mehr anerkannt werden. Snsbesondere wäre es völlig falsch, Primo de Rivera selbst für einen Vertreter solcher Sn» leressen und Sdeale anzusehen. ,
Schon mehrfach hat die spanische Artillerie sich gegen den Diktator erhoben. Der gefährlichste Ausstand war Ende des Sahres 1926. Damals gelang es Primo de Rivera und besonders dem König, durch geschicktes Verhandeln zu verhindern, daß in der Armee Bruderblut vergossen wurde. Denn gleichzeitig mit dem Todesurteil, das damals den Aufrührern verkündet wurde, gab man ihnen die königliche Begnadigung bekannt. Aber versöhnen konnte Primo de Rivera die artilleristische Fronde nicht. Sie wühlte im Lande weiter und hatte offenbar vor, in diesen Tagen zu einem entscheidenden Schlage auszuholen.
Prima de Rivera kannte dtesen Plan und hatte seine Gegenmaßnahmen getroffen. Eine Garnison ist offenbar vorgeprellt und konnte leicht überwunden werden. Die zwei Regimenter Infanterie, die der Ministerpräsident alsbald in Marsch setzte, brauchten gar nicht mehr ein* zugreisen, da die Aufständischen inzwischen in ihre Kaserne zurückgekehrt waren. Zwar ist die Rachrichtenzensur in Spanien augenblicklich ziemlich streng, aber trotzdem darf man Wohl der äleberzeugung fein, daß nichts Ernsthaftes mehr passieren wird. .
Diesmal werden die Kriegsgerichte voraussichtlich nicht so milde urteilen, denn einmal muß die Staatsautorität sich gegenüber diesem Geist des Aufruhrs durchsetzen. Ratürlich ist der Auf- ruhrherd nicht dadurch erstickt, daß man dre Rädelsführer aus den Sandhaufen stellt. Der Ministerpräsident hat schon angelündigt, er wolle durch organisatorische Maßnahmen Wandel schaffen. Gemeint ist wahrscheinlich eme we.tgresiende ilmorganifation der Armee, durch die die bisherige kastenmäßige Abgeschlosseichrtt der Arttllerie beseitigt wird; eine Alahnahme, die sich um so mehr für Primo de Rivera empfiehlt, als sie im Zuge der Zeit liegt, denn dte modernen Armeen gehen bei der veränderten ^attu ber IRachkriegszeit immer mehr dazu über, ihren Offiziersnachwuchs nicht nur spezialisttsch auszubilden, sondern in a l l e Waffengattungen einzuführen. Da heute schon jeder Zugführer fast der Befehlshaber eines gemischten Departements der verschiedensten Waffen ist. hat Primo De Rivera auch ein sachliches Docht für sein Bor-
Ciudad Real mit Begeiferung begrüßt worden sind. Die Rlaschinen flogen in so geringer höhe, daß man die an die Meuterer gerichteten Rufe der Piloten, sich zu ergeben, deutlich vernehmen konnte.
Oer Diktator ist zufrieden.
Ter Aufstand ist erledigt.
Madrid. 30.3an. (WTB.) Primo de Rivera, der nach Beendigung der Sitzung der Rationalversammlung die Sournalisten empfing, _be* ftätigte dabei erneut seine günstigen Eindrücke über die Lage in Ciudad Real und fügte hinzu: General Orgaz, der mit drei Bataillonen nach Ciudad Real aufgebrochen ist, wird dort das Kommando übernehmen. Der Befehl zur Entsendung von Kavallerie ist von mir wieder rückgängig gemacht worden. Die Rebellen haben ihren Platz nicht behauptet und die Bahnhöfe und öffentlichen Gebäude, die von ihnen beseht worden waren, wieder geräumt — Schließlich fügte Primo de Rivera, dessen Gesicht tiefe Gemütsbewegung zeigte, noch hinzu: Welche Torheit! Sch empfinde schmerzliches Bedauern für diese armen Leute; denn die Folgen Dieser Ereignisse werden sehr schmerzhaft sein. — Primo de Rivera machte dann noch Wttellung davon, daß er gemeinsam mit dem Finanzminister, mit dem Gouverneur der Bank von Spanien und dem Vorsitzenden der Börse eine Unterredung über eine etwaige Intervention auf bem Devisenmärkte gehabt habe, falls sich im Gefolge der derzeitigen Ereignisse eine solche als notwendig ertoeifen sollte. Primo de Rivera erklärte weiter: Der Aufstand ist vollständig beendet. Wir haben nicht einmal das Programm
Professor Cassel zum ReparaiionsproSlem.
Gegen Aufhebung des Transferfchutzcs und Kommerzialifierung der Reparationsfchuld
Berlin, 31. San. (Priv.-Tel.) Sm Wirt- schaftsbericht der Commerz- und Privatbank ver-, öffenllicht der bekannte schwedische Rational- > ökonom Prof. Cassel einen längeren Aufsatz, in dem er sich mit dem Transferproblent beschäftigt und bemüht ist, die Irrtümer, bei der internationalen Diskussion des Repara-^ ttonsproblems aufzullären. Er betont wieder.^ daß der Dawesplan bisher In feinem Punkte eine wirkliche Klärung d -Sj Transfervroblems herbeigeführt habe, da, die DaweSzaylungen ganz und gar mit Hilf« von Auslandanleihen vollzogen worden seien. Rach seiner Ansicht wäre es vollständig unverantwortlich, den Transferschutz, der in seiner Bedeutung bisher nicht hätte hervortreten können, aufzuheben, ehe nicht sämtlich« realen Schwierigkeiten des Transfers genau aufgeklärt seien. Arn Schluß seiner Betrachtungen wendet sich Cassel gegen eine vollständige Kommerzialisierung der Reparationsschuld, was in Betracht komme, sei nur eine partielle Kommerzialisierung, über deren Aussichten angesichts der gegenwärtigen Verhält nisse er sich jedoch recht skeptisch äußert. Gr kommt zu dem Schluß, daß man besser daran tue, den Gedanken auf eine Kornmerzialisieruna ganz aufzugeben und sich damit vertraut zu machen, daß der Transferschutz bet- behalten werden müsse.
Der amerikanischsHandelSattachö zur Lage der deutschen Wirtschaft. Keine günstige Entwicklung im vergangenen
Jahr.
Washington, 30. San. (WTB. Funkspruch.) Der soeben veröfsentllchte aus Berllu dem 11. Januar datierte Bericht des Han- delsattachös der amerikanischen Botschaft faßt die Darstellung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands im Sabre 1928 dahin zusammen, daß sie weniger befriedigens war, als 1 92 7. Gut gehalten haben sich, so heißt es weiter, die chemische, die Kali- und Seide- und Elektrizitätsinduftrien. Auch sie jedoch konnten die Vorjahresziffern nicht erreichen. Die Daumwvll-, Woll- und Leder- Sndustrien seien erheblich zurückgegan- gen. Diese Entwicklung dauere sogar noch bis zum Berichtsdatum fort. Sehr gelitten hatten die Wersten und die Eisen- und Stahllndustrie durch Aussperrungen und Streiks. Der Zinsfuß sei hoch geblieben zum Teil wegen des fundamentalen Mangels an Snland- anlagekapital, wodurch insbesondere das Baugewerbe und ganz allgemein der Prozeß der Rationalisierung der deut.chen Sndustrie behindert werde. Die Zahl der Konkurse unb der Geschäftsaufsichten sei erheblich höher als 1927 gewesen. Der Außenstände l habe sich günstig entwickelt, zeige jedoch immer noch eine starke Passivbilanz und bilde weiterhin ein schwieriges wirtschaftliches Problem.
Die Lage der Reichsbahn.
Generaldirektor Dorpmüller kündigt weitere Rationalisierung an.
Berlin, 30.San. (WB.) Der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahitgesellschaft, Dr. Dorp- müller, kündigte bei einem Presseempfang die Herabsetzung der Arbeitszeit vor allem durch Erweiterung des Begriffes des besonders anstrengenden Dienstes an und fuhr fort: „Damit ist bann aber die Grenze dessen erreicht, was wir unter den jetzigen Umständen erreichen können. Wir hoffen, daß unser Personal Verständnis dafür hat. Wir stshcn 1929 vor einem schweren Fahr, ebenso i wie die gesamte deutsche Wirtschaft. Sch glaube, - wenn eine Verwaltung in der Rationalisie- : rung vorangegangen ist, dann sind wir es. Aber, - obgleich wir schon 19 Werkstätten und 48 Werk'
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Börse.
irlich zittern die gestri- ‘igzn Wrse ncch nach.
5 zu 'Lrziim bei den ErwnAngrn des beruhter, da dec- ttag bei ben. Dmlm nhn W- die sich mit ,cn beschäftigte und die, tabc, daß man gemißt I intervenieren. Hierauf ( ion gedeckt, zumal die I üiufsausträze M der ’cn. Der 0rbei£em*<mg mal, das Geschäst dar« I ipirvrn sehr tie'.n. nur' 15 lebhafteres Geschäft einen nicht cinbritlich. ialtoerten Kurs- 5 Prozent durchsetzen, fielen aus die gestem ■ änderte Avid^de ton1 f und lagen 35 Pwzett ^cn, in denen nun noch ma Katz & Döhlauer bie Ware verhäüms- Rutsche Anleihen ruhlg. KimdbriesmiiÄ rMg.i end ® eibmittt tocitcr.
7 Prozent, Monats'! ©clb über Ultimo 6,75 rchsel etwa 6,5 ProM, edrr rechi uneinheulich einheitliche GnltoÄ KD., SchuckertLSab ^ransradio weitere l bis * vcrl°m die an- n Derte, W 6*.1 löemberg ww
AusmaßL sttttHsb» i
Dr. Braun eine Unterredung über die Möglichkeit der Großen Koalition in Preußen gehabt habe, die bekanntlich von der Deutschen Volkspartei im Reiche als Voraussetzung für eine feste Koalition im Reichstag bezeichnet wird. Sn preußischen parlamentarischen Kreisen hält man es für möglich, daß dieses Gerücht zuttifft, denn man ist der Meinung, daß Reichskanzler Müller fein Mittel unversucht laßt, das ihn bet seinen Bemühungen um eine Reichs- foalition einen Schritt roeiterbringen könnte. Ein Erfolg war aber nach der lieber- zeugung maßgebender preußischer Parlamentarier von einer solchen Besprechung von vornherein nicht zu erwarten, da Ministerpräsident Braun kaum von seinem schon öfter präzisierten Standpunkt abgehen dürste. .
Braun ist nämlich der Meinung, daß die Sni- tiatioe zur Bildung.der Großen Koalition vom Reiche ausgehen müsse unb daß Verhandlun- qen über die Große Koalition in Preußen erst möglich seien, wenn diese Parteikonstellation sich im Reiche zum mindesten gefestigt hätte, so daß man ein weiteres gedeihliches Zusammen- arbeiten zwischen Sozialdemokratie unb Deutscher Volkspartei in beiden Parlamenten erwarten könnte. Braun hat in diesem Zusammenhang darauf hinge- wiesen, daß ja bie Deutsche Volkspartei früher einmal in der Preuhenregierung war und diese Beteiligung freiwillig aufgegeben hat. Außerdem hat der Ministerpräsident auch mehrfach erklärt, daß er nicht zur Einleitung von Verhandlungen mit der Volfspartei berechtigt sei, sondern daß dies Sache derRegierungsparteien sein müsse, die ja mit der Deutscken Volkspartet zusammenarbeiten sollten. Von solchen Besprechungen zwischen den Regterungsparteien unb ber Preußensraktion ber Deutschen Volkspartei ist aber im Landtage heute nichts bekannt geworden.
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General-Anzeiger für Oberhesien
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