Ausgabe 
30.10.1929
 
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schwere Arbeitskämpfe ausbrechen können, die das Schlichtungswesen erneut auf die Probe stellen, ist der Reichsarbeitsminister nicht geneigt, seiner­seits diese Frage ieht aufzurollen, wobei Wohl vor allem der politische Gedanke eine Rolle spielt, die ohnedies nicht sehr einheitliche Regierungs­koalition nicht durch neue Streitmöglichkeiten zu belasten. Auch in Wirtschaftskreisen ist man vor­wiegend der Ansicht, daß jetzt nicht der gegebene Augenblick zur Aufrollung dieses Problems ist.

Das deutsche Eigentum in England.

Freigabedebatte im britischen Lberhaus.

London, 29. Oft. (£11.) Im britischen Ober­haus fand eine Aussprache über die F r e i - gab« des beschlagnahmten deutschen Eigentums statt, die durch folgende Enffchlie- hung von Lord Duckmaster eingeleitet wurde: Wie hoch ist der in der Hand der Regierung befindliche Heberschutz aus dem Erlös des verkauften und beschlagnahmten feindlichen Eigentums und wie will die Regierung diesen Heberschutz zur Durchführung der Entschließung des Oberhauses vom 6. April 1922 verwenden? (Diese Entschließung sah vor, daß die Bestim­mung der Friedensverträge über das beschlag­nahmte Eigentum keine Verwendung fin­den soll auf Summen von 5000 Pfund und weniger, wenn der Besitzer entweder britische Eltern hat oder vor dem 4. Aug. 1914 mehr als 25 Iahre in Grohbri - tannien ansässig war.) Lord Buckmaster sagte in Begründung seiner Entschließung, daß sich nach seiner Information 240 bis 300 Millio­nen Mark in den Händen der Regierung be­fänden. Er erfuchte um Auskunft, was hier­mit geschehen soll.

Lord P a ß f i e l d antwortete im Ramen der Regierung, sie habe sich bereits auf der Haager Konferenz bereiterklärt, das nicht liqui­dierte Eigentum deutscher Staatsangehö­riger freizugeben. Die Regierung habe be­schlossen, das Eigentum gleichzeitig mit dem In­krafttreten des Doungplanes unter gewissen Vor­behalten freizugeben, wo Derkaufkontrakte schwe­ben oder wo es notwendig sei, das Ergebnis von Prozessen abzuwarten. Die Regierung könne nurmitderdeutschen Regierung ver- handeln, die das Verfügungsrecht über das Eigentum zur Weitergabe an die rechtmäßigen Eigentümer erhalten werde. Der Heberschutz aus dem Erlös des beschlagnahmten Eigentums nach Befriedigung aller britischen Ansprüche betrage nicht etwa 220 bis 300 Millionen Mark, viel­mehr sei die Summe, die für die Befriedigung von begründeten Ansprüchen zur Verfügung stehe, schätzungsweise mit 60 Millionen QHarf einzusehen.

Oie Arbeit

der Rheinlandkommission.

Berlin, 29. Oft. (Priv.-Del.) Die Rheinland­kommission hält es anscheinend trotz der Haager Konferenz noch immer für notwendig, ihre Exi­stenz durch Verfügungen zu beweisen. Diesmal richtet sie ihre Aktivität auf die Anwesen­heit ehemaliger Reichswehr- und MarineangehörigerimbesetztenGe- b i e t und sie gibt unmitzverständlich dabei zu verstehen, daß sie von ihren Machtmöglichkeiten und ihren Kontrollrechten in vollem Umfange , Gebrauch machen will. Die neueste Verfügung be­tont ausdrücklich, daß der Antrag ehemclliger Reichswehr- und Marineangehöriger auf Rück­kehr in die besetzten Gebiete 15 Tage nach seiner Absendung das Recht der Einreise verleiht,so­fern nicht der Oberbefehlshaber der alliierten Desatzungsstreitkräfte den Beteiligten dies untersagt hat. Die Bürgermeister sind verpflichtet, den Militär- behörhen jedes ihnen bekannte Dienstverhältnis anzuzeigen". Im übrigen wird darauf auf­merksam gemacht, daß es jedem Bewohner der 'besetzten Gebiete verboten ist, im unbesetzten Deutschland an irgendwelchen theoretischen oder praktischen Militär- und Marineübungen teil­zunehmen, wenn er nicht die in den Artikeln 174, 175 und 194 des Versailler Vertrages vorge­sehenen Dienstverhältnisse eingegangen ist. Auch die Rheinlandkommission hat ihre Sorgen.

Aus den Ausschüßen des Hessischen Landtags.

D a r m st a d t, 29. Oft. Im Gesehgebungsaus- schuß des Hessischen Landtags wurde ein Zen­trumsantrag, datz die Kosten für Heberfahr- t e n nach den Grundstücken bei Herstellungs­arbeiten an den Provinzial st ratzen auf die Provinzialkasse übernommen werden möge, der Regierung als Material überwiesen. Ein­stimmig angenommen wird ein Zentrumsantrag, der die obligatorische Haftpflichtver­sicherung aller Kraftfahrzeughal­ter verlangt, zu welchem Zwecke sich die hessi­sche Regierung mit der Reichsregierung in Ver­bindung setzen soll. Entsprechend der Regierungs­antwort abgelehnt wird ein kommunistischer An- trag gegen die Lockerung der Wohnungszwangs- wcrtschaft durch den hessischen Arbeitsminister.

Der 3. (P e t i t i o n s -) A u s s ch u tz ist für Montag, den 4. Rovember, und die folgenden -tage einberufen worden. Reben einer Reihe von Eingaben, die zum Teil den Ausschuh schon früher beschäftigt haben, sind namentlich Ver- kehrsfrügen und Mißstände auf einigen 2t e i q 3 b a h n st recken zum Gegenstand von Anträgen verschiedener Fraktionen gemacht wor­den. Auch mit einem Wohnheim st ätten- gefet}, das von den Sozialdemokraten verlangt wird, mit der 11 eb er sch r eitu n g der La­de nv e r k au f s z ei t und der Mitwirkung der Schule im Dienste der Absatzförderung (Stdeugniffe wird sich der Ausschuß befassen.

Aufdeckung her Bombenwerkstaii in Altona.

Hamburg, 29. Oft (WB.) Zur Auf­deckung einer Dombenwerkstatt in einem Atelier in Altona-Othmar­schen wird mitgeteilt, datz der Zugriff nach der Feststellung gelang, daß von verschiedenen Hotels in Altona aus Telepbongespräche über die Attentate und deren Vorbereitung nach Schleswig-Holstein und Hannover geführt wur­den. In dem Atelier in Othmarschen wurde zu°

Das Wahlergebnis in derTschechoslowakei

Die bisherige Regierungskoalition in her Minherheit. Eine rot-grüne Krönt?

Prag, 29. Oft. (Priv.-Tel.) Wer nicht mitten drin in der tfchechischen inneren Politik steht, der wird für das Durcheinander und Nebeneinander der Parteien kaum das nötige Verständnis auf­bringen: dagegen ist ja beinahe das deutsche Par- teiwefen noch einfach organisiert. In der Tschecho­slowakei haben wir es glücklich auf sieben tschechische und fünf deutsche Parteien gebracht, wozu noch die Slowaken, die Un­garn und die polnisch-jüdische Partei kommen, endlich die Kommunisten. Ein Ver­such, die Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen innerhalb der Nationalitäten aufzeich­nen zu wollen, wäre hoffnungslos, die Grenzen verwischen sich stark, und gerade auf deu t - sche r Seite spielt unser Erbübel, die Eigen- brödelei, eine gemeingefährliche Rolle. Mit Mühe und Rot ist es gelungen, weitere Absplitterungen zu verhindern, aber auch jetzt noch ist das Bild so bunt, daß man es dem Wähler nicht verübeln kann, wenn er die Unterschiede nicht begreift und sich schließlich in seiner Verzweiflung für das stärkere Schlagwort entfcheidet.

Das zeigt sich vornehmlich bei den großen Er­folgen Der Sozialdemokraten, Die tschechi­schen Sozialisten haben elf Mandate gewonnen, die deutschen vier, dazu kommt noch die national­sozialistische Denesch-Gruppe, die ungefähr in diesen Kreis hineingerechnet werden kann, mit einem Gewinn von drei Mandaten, sodann e i n sozialistischer Block von fast hundert Mandaten sich in dem neuen Parlament herauskristfflisieren wir . Dafür haben die Kom­munisten elf Sitze eingebüftt. Sie sind ja in jedem Falle ein totes Segment, weil mit ihnen

nicht zu regieren ist: immerhin ein Verlust von fast einem Viertel ihrer ©tärfe bedeutet schon eine starke Verschiebung in den Möglichkeiten der Mehrheitsbildung.

Regiert wurde zuletzt von einer Koalition, die sich aus den tschechischen Agrariern, Klerikalen und Rationaldemokraten auf der einen Seite, den deutschen Agrariern, den deutschen Klerikalen und der deutschen Gewerbepartei auf der an­deren Seite und endlich aus den Slowaken zu- sammensehte. Die Slowaken sind im Zu­sammenhang mit dem Tuka-Prozeh aus der Re­gierung ausgeschieden, haben alio die Mehrheit gesprengt, die aber ohnehin jetzt nicht mehr vorhanden wäre, da durch die Verluste der einzelnen Parteien das Kabinett in die Minder­heit gedrängt worden ist. Herr Mazarhk muh also eine neue Majorität bilden helfen. Das Ex­periment einer tschechischen Einheits­front gegen die übrigen Rationalitäten kommt wohl praktisch nicht mehr in Frage. Dagegen gewinnt der Gedanke einer Regierungs­gemeinschaft von Landwirten und Arbeitern und zwar deutschen wie tsche­chischen! stark an Boden. Das wäre außen­politisch unter dem Einfluß von Denesch leicht zu machen, aber innenpolitisch ist es nicht ganz leicht, die mittlere Linie zwischen diesen divergie­renden Meinungen zu finden. Aber nach den Zahlen ist doch die rotgrüne Front der erste Versuch, der gemacht werden mutz, oder wäre in jedem Falle ein interessantes Experiment, von dessen längerer Dauer man sich allerdings nicht allzu viel versprechen darf.

Die Sozialisten lehnen ab.

Der Rationalrat gegen eine Regierungsbeteiligung. Dalahier verzichtet auf hie Kabinettsbilhung. Brianh für ein Kabinett her Mitte.

Oer ablehnende Beschluß des Nationalrats.

DieKanimerfraktion verlangt Einberufung des Parteikongrefscs.

Paris, 29.Oft (WB.) Der Rationalral der Sozialistischen Partei hat sich heute mit 1590 gegen 1451 Stimmen gegen d i e Beteiligung der sozialistischen Parlamentarier an einem Kabinett Daladier ausgesprochen.

Etwa 60 Mitglieder der sozialistischen Kammerfraktion, die den Antrag Renaudels auf Beteiligung an der Regierung unterzeichneten, habe die durch die Entscheidung des Sozialistischen Ralionalrales geschaffene Lage beraten. Mehrere von ihnen sind dafür eingetreten, der Parlamenfs- sraklion ihre Absicht anzukündigen, entgegen demBeschluhdesRalionalrats, dem An­gebot Daladiers, an der Regierung teilzunehmen, $ olge zu geben, weil ihnen die gegenwärtigen Umstände für ein derartiges Experiment günstig zu fein schienen. Falls die sozialistischen Parlamenta­rier, die gegen die Beteiligung sind, diesen Stand­punkt nicht teilen, sollen einige Anhänger der Re­gierungsbeteiligung beabsichtigen, aus der Fraktion auszutreten. Jedoch dürste ein derartiger Be­schluß nicht sofort gefaßt werden, da einige Frak­tionsmitglieder sich bemühen, die einander gegen- übcrstehenden Ansichten auszugleichen. In einer von der sozialistischen Kammerfraktion abgehaltenen Sitzung, in der die Anhänger und Gegner eine Beteiligung der Sozialisten an der Regierung zu Morte kamen, wurde mit 43 gegen 11 Stimmen ein Antrag angenommen, der den Be­schluß des Rationalrafs mit Bedauern ver­zeichnet, weil er den fundamentalen Regeln und dem wahren Interesse der Partei und der Demo­kratie zuwiderlaufe. Der Antrag fordert die Einberufung eines TlationaHongref- fesberpartelfür den 25. Rovember, der zu der dem Rationalrat unterbreiteten Frage Stellung neh­men soll. Außerdem wurde einstimmig ein zweiter Antrag angenommen, der den Dank für D a l a - biers Angebot zum Ausdruck bringt und dafür eintritt, die Politik einer Regierung Daladier zu unterstützen.

Oaladiers Verzicht.

Paris, 30. Oft. (WTB. Funkspruch.) Die Havasagentur veröffentlicht nach 1 Uhr nachts Einzelheiten über die gestern in später Abend­stunde eingelretenen Ereignisse im Hinblick auf die Lösung der Regierungskrise. Aus diesen Nach­richten ergibt sich, datz, während gegen Mitter­nacht das Gerücht im Umlauf gewesen fei, Da­ladier würde nach dec Weigerung der Sozialisten nunmehr versuchen, ein Ministerium ohne diese Fraktion zu bilden und zu diesem Zwecke seine Beratungen am heutigen Mittwoch um 8 Uhr wieder auf.nehmen, Daladier um 1 Uhr nachts eine Erklärung abgegeben hat, wonach er endgültig da^iufverzichtet, den Auftrag der Kabinettsbildung auszuführen

nächst kein belastendes Material gefunden, doch konnte bald einwandfrei festgestellt werden, datz Schmidt und der flüchtige Kaphengst dort Bestandteile von Höllenmaschinen zusammensehten. Die den Höllenmaschinen mitgegebenen Gebrauchsanweisungen zeigen die Handschrift Kaphengsts, über dessen Mittäterschaft übrigens Schmidt bisher nichts aussagte.

14 Tohesurieile in Astrachan.

Moskau, 28. DEL (WB.) Das Gericht in Astrachan hat nach zweimonatiger Verhandlung 9 e g e n 12 9 Angeklagte, die der aktiven und passiven Bestechung sowie einer Schädigung der staatlichen Fischindustrie um elf Millionen Rudel durch unrechtmäßige Un- terstutzu ng der privaten Fischindu- strle beschuldigt waren, heute das Urteil verkündet. 14 Angeklagte, und zwar sieben Staats­beamte und sieben private Fisch­

und dies heute vormittag dem Präsidenten der Republik mitteilen würde. Daladier erklärte nach Havas, ec habe ein Ministerium der republikanischen Aktion bilden wollen. Trotz der sozialistischen Ablehnung schien die Möglich­keit zu bestehen, eine Regierung der re­publikanischen Aktion zu bilLen, die sich einzig und allein auf die Linkspar­teien stütze. Die verschiedenen Beistände, die er, Daladier, als feststehend angesehen habe, seien jedoch von politischen Bedingungen abhängig ge­macht worden, die es ihm unmöglich machten, seine Besprechungen fortzusetzen. Er sei vom An­fang der Krise an entschlossen gewesen, entspre­chend der einstimmigen Entscheidung seiner Par­tei, jede Bildung eines Konzentrationskabinetts abzulehnen. Er habe also auch von nieman­dem Hilfe im Hinblick auf die Bildung eines Mi­nisteriums der republikanischen Union gesuchL Diese Formel war das gewöhnliche Etikett der Ministerien, die sich auf die Rechtspar­teien oder deren Verbündete stützten. Aus diesem Grunde habe er sich entschlossen, auf die Kabinettsbildung zu verzichten.

Die Schwankungen in der Haltung Daladiers, die gestern abend zu beobachten waren, werden in gewissem Sinne durch Erklärungen Daladiers erläutert, die derMatin" wiedergibt. Dem Blatt zufolge hat Daladier heute nacht sich etwa in fol­gendem Sinne geäußert: Rach der Ablehnung der Sozialisten habe er sich zu Briand bege­ben und i£m mitgeteilt, daß er weiter f ü r das Zustandekommen eines Linkska­binetts arbeiten werde, selbst auf die Ge­fahr hin, datz er in der Kammer nicht die Mehr­heit erlangen könne, da er sich von einem solchen Versuch wenigstens eine Klärung der parla­mentarischen Lage verspreche. Er habe Briand gefragt, ob er hierfür seine Mitarbeit zur Verfügung stelle. Briand habe ihm statt dessen eine Erweiterung der Grundlage des Kabinetts nach rechts empfohlen. Dies habe ihn zunächst veranlaßt, die Mission der Kabinettsbildung ganz aufzugeben. Auf die Intervention parlamentarischer Vermittler hin habe er jedoch bei seinem Besuch im Ely- f 6 e, der gestern abend um 9 Uhr erfolgte, die bereits schriftlich aufgesetzte Erklärung darüber in der Tasche behalten. Bei seiner Heim­kehr habe ihn die Havasnachricht überrascht, in der Briand sich öffentlich bereit erklärte, feine Mitarbeit Daladier für ein Kabinett mit nach rechts hin erweiterter Grundlage zur Verfügung zu stellen. Da er, Daladier, in der borangegangenen Besprechung eine solche Kombination ausdrücklich abge- lehnt hatte, habe er darin nur einen Angriff sehen können.

Matin" fügt diesen Erklärungen hinzu, es sei nun Sache des Präsidenten der Republik, zu entscheiden, ob ein Radikaler, ettoa von der Nuance Steegs, nochmals einen Beriuch republikanischer Konzentration m i t einer etwas nach links verlagerten Achse machen solle, oder ob ein anderer, etwa Briand oder Tardieu ein Konzentra­tionskabinett bilden wolle, das gewissennaßen ein Kabinett Poincarä ohne Poin- c a r 6 darstellen würde.Echo de Paris" erwartet ein Konzentrationsministerium Briand-Tar- dieu mit gemäßigten radikalen Elementen, in I dem Maginot beibehalten werden soll.

Händler, wurden zum Tode verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden, mit Ausnahme von einigen, die freigesprochen wurden, zu Ge­fängnisstrafen bis zu zehn Jahren verurteilt.

Kunst und Wissenschaft.

Eine neue königliche Akademie in Rom.

21m Montag wurde durch den Ministerpräsi­denten die neue königliche Akademie von Italien, deren erste Mitglieder im März dieses Iahres ernannt wurden, eröffnet. Der Festakt fand auf dem Capitol statt, da die Far­ne s r n a, der bekannte Renaissancebau Peruzzis, der der Akademie als Sitz angewiesen wurde' noch im Umbau begriffen ist. Unter den zahl­reichen Akademien, die bereits in Italien be­stehen, soll die Akademie von Italien eine füh­rende Rolle spielen und nach dem Gründungs- gesetz die Tätigkeit der italienischen Wissenschaft, Literatur und Kunst zusammenfassen, ihren

nationalen Charakter wahren, und ihre 2tu8- breitung über die Staatsgrenzen hinaus fördern. Die Mitglieder der kgl. Aka­demie haben das Recht auf den Titel Exzellenz erhalten, da sie als Großoffiziere des Staates gelten. Sie tragen einen besonderen llniformfrack mit Degen und Zweispih. Der Präsident der Akademie ist Senator T i 11 o n i, Generalsekretär Professor Gioaccchino Volpe, Schatzmeister Vo- naldo Stringher, der Gouverneur der Dank von Italien.

Die deutsche Kanchanjanga-Expedition.

Die Gruppe deutscher Forscher, die versucht hat, den zum Himalaja gehörigen Kanchan- janga (8580 Meter) zu besteigen, ist nach hel­denhaften, wenn auch vergeblichen De- mühungen, bei denen sie eine Höhe von 7450 Meter erreichte, nach Darjeeling zurück- gekehrt. Alle litten beim Abstieg an Er­frierungen. Einer von ihnen, Dr. Seipel, so schwer, daß er getragen werden muhte. Er befindet sich jetzt im Krankenhaus in Kalkutta.

Dieder Rhodes-Stipendien.

In "Berlin hat sich in Anwesenheit des Prä­sidenten der Rhodes-Stiftung ©ir'Otto "Beit und des englischen Politikers Philipp K e r r derDeutsche Ausschuß für die Verleihung der Cecil-Rhvdes-Stipendien" konstituiert. Die Sti­pendien werden 1930 zum ersten Male feit dem Kriege zur Befeftigung der Freund­schaft zwischen der angelsächsischen und der deut­schen akademischen Iugend wieder an deutsche S tuden ten verliehen.

Aus aller Welt.

Deues schweres Schiffsunglück auf dem Michigansee.

Während eines heftigen Sturmes ist der DampferW i s k o n s i n" auf dem Michigan­see etwa sechs Kilometer vor Kenosha gesun­ken. Einige Mitglieder der Besatzung, die sich an ein Floh angeklammert yitten, wurden ge­rettet. Es ist festgestellt, dah mindestens neun Personen umgekommen sind, vier werden vermiht, 19 wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Bon diesen schweben mehrere in Lebensgefahr infolge der Erschöpfung. Der Ka­pitän ist mit dem Schiff untergegangen.

Graf Zeppelins" polarexpedttion.

Die Zeppelin-Gesellschaft hat beschlossen, dis Versicherungen und die Gehälter der Besatzung desGraf Zeppelin" zu erhöhen, sowie Siche­rungen in hygienischer Beziehung zu schaffen, so daß die Bedenken der 2Rannschaft gegen die Teilnahme an der Nordpolfahrt zum größten Teil zerstreut werden konnten.Graf Zeppelin" wird voraussichtlich Ende November eine Probefahrt machen, die auch über Nor­wegen und Schweden führen dürfte, um einen neuen Wetterbe st immungsappa- rat auszuprobieren, der die Möglichkeit gibt, Windrichtungen, Temperaturen usw. bis in Höhen von 10 000 Meter abzulesen.Graf Zeppe­lin" wird während der Dauer der Expedition durch eine eigene Funkanlage den amerikanischen und den norwegischen Funkstatio­nen täglich zuverlässige Wetterberichte aus der Arktis übermitteln können.

Bier Jahre. Gefängnis für einen betrunkenen Autofahrer.

Das Erweiterte Schöffengericht Potsdam ver­urteilte den Händler Erich Heyl aus Nowawes, der vor etwa vier Wochen in sinnloser Trunkenheit mit einem Auto den Tod einer Person und die Verletzung von drei weiteren Personen verschuldet hatte, zu vier Iah- ren Gefängnis.

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Wettervoraussage.

Mit dem Weiterzug des Tiefs kommen wir jetzt unter den Einfluß seiner Rückseite. Die Winde drehen dabei mehr nach Norden hin und führen uns später kältere Luftwaffen zu, die teils polaren Ursprungs sind. Mit ihrem Vordringen wird Luft- druckansUeg und auch Temperaturrückgang verbun­den sein. Jedoch werden beim Einströmen der Kalt­luft noch vielfach Wolkenbildung und auch verein­zelt leichte Regenschauer auftreten.

Wettervoraussage für Donnerstag: Wechselnd wolkig, vorübergehend auch aufheiternd, späterhin kälter, vereinzelt noch leichte Schauer, westliche bis nordwestliche Winde.

Witterungsausfichten für Freitag: Wetterlage unsicher.

Lufttemperaturen am 29. Oktober: mittags 11,9 Grad Celsius, abends 8,5 Grad: am 30. Oktober: morgens 7,9 Grad. Maximum 12,8 Grad, Minimum 4,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Oktober: abends 9 Grad: am 30. Oktober: mor­gens 7,2 Grad Celsius. Niederschlag 2,3 mm. Sonnenfcheindauer Stunden.

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