Ausgabe 
30.10.1929
 
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Wetterlage.

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eder bet S?Q 9ehn. »LL Uta VloJnn»en sind vier x;.?, Sn Krankenhäuser d^sen schweben mebtere ^ «her Erschöpfung. Der So- 4iff untergegangen.

!lin5 Polarexpediiloll.

$** « d°- 3Nuna )u erhöhen, sowie Licke. *c dhung zu schassen, so der Mannschaft gegen die ordpolfahrt -nm größten Teil konnten. »Graf Zeppelin" Ende November eine hen, die auch über Ao» Weden sühren dürste, um erbestimmungsappa« k der die Wglichkeit gibt, Temperaturen usw. bis in lketer abzulesen. .Gras Zeppe« ' der Dauer der Expedition jene Funkanlage den den norwegischen Funkstatio« issige Wetterberichte aus bet können.

Iah re, Gefängnis fruntenen ilutofafjttt. (Höffengericht Potsdam Set# Erich Hehl aus MvwaweL, : Wochen in finnlvfrr ät einem Qluto den Tod nnd die Lerlehung von drei verschuldet hatte, zu vier Iah«

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Gießen, den 30. Oktober 1929.

Weltspartag.

. wieder ist der 30. Oktober erschienen, der vor ichreren Bahren zim Weltspartag erklärt warten ist. An dieiem Tage wird von den Geld- und Spnrinstituten aus die Notwendigkeit des Sparens besonders hingewiesen und eine intensive Förderung der Spartätig- leit empfohlen.

Cs mag vielleicht manchen unter der obwalten- i i ai wirtschaftlichen Lage abwegig und zwecklos '»scheinen, daß immer wieder der Ruf erschallt: Sparei Bei der ungeheuren Kapitalknappheit, n einer Zeit, in der dem größten Teil des Volkes 1 n ur knapp das zum Leben Notwendige zur Der- fügung steht, wo politische Tributverpllichtungen n einem unerträglichen Steuerdruck ihren Nie­derschlag finden, mag die Entgegnung verständ­lich sein:Wovon, woran unö wozu sparen?" Aber hieße es nicht Vogel-Strauß-Politik trei- ben, wollte man sich mit dieser Resignation lxanügen?

Cs ist auf der Jndustrietagung in Düsseldorf in diesem Bahre erneut mit nachdrücklichem Ernst Xrauf hingewiesen worden, daß wir ein Schuld- n rrland sind und daß wir aus unserer bedrängten Oirtschaftlichen Lage nur durch Zusamme n - t assung aller erwerbstätigenKrafte M erhöhter Produktivität und durch ; eiserne Sparsamkeit auf allen Gebieten l)«rrauskommen können. Kapitalbildung ist und muß die Parole der Zeit sein.

Wie enorm groß der Kapitalvedarf xst, wurde auf dieser Bndustrietagung von Dankenseite ziffernmäßig nochacwiesen. Cr ist so groß, daß n>ir aus eigener Kraft nicht allein den Kapital- bsdarf befriedigen können, sondern gizwungener- inaßen das Ausland an unseren wirtschaftlichen Unternehmungen intcrcssieren müssen. 2n welchem Ausmaß dies geschehen soll oder muh, darüber gehen die Meinungen je nach Gefühl und politi­scher Einstellung auseinander. Jedenfalls geht aber aus diesem Zustand der Ueberfrem- dungsgefahr unbestritten die Notwendig­keit hervor, jeden verfügbaren Pfennig h e r a nz u z ie he n, um die Wirtschaft zu er­höhter Produktivität zu befähigen und ihre Selbständigkeit soweit wie möglich zu sichern.

Es kann nicht genug hervorgehoben werden, dah nur eine produktive Anlage aller verfüg- i toten Gelder einen Aufschwung der Wirtschaft und damit eine Besserung der materiellen Lage jedes einzelnen herbeisühren kann. ' Denn jeder, sei er Kaufmann, Beamter, Arzt, Jurist, Schriftsteller, Künstler, Angestellter, Ar eit.rolec scnrstwie tätig, ist mit der Wirtschaft so unlösbar verkettet, daß deren Schicksal auch sein eigenes iss. Darum ist auch das Sparen nicht eine An­gelegenheit, an der nur die Wirtschaft ein Bnter- Iesfe hat, sondern der Erfolg des Sparens fällt auf den Sparer unmittelbar und mittelbar zurück. Einmal unmittelbar: die Spar- und Depositen- ci irlagen werden entsprechend der großen Kapitalknappheit noch verzinst: sie bringen also dem Einleger direkt Früchte. Dann mittel­bar: die Spar- und Depositeneinlagen werden der Wirtschaft zu produktiver Anlage zugeleitet: |ic tragen zur Vermehrung der Produktion und damit zur Verbilligung des Güterumsatzes bei, die letzten Endes wieder dem Konsumenten zu- gute kommt. Darum ist jedes Sparen für den einzelnen ein Zwecksparen, und er schadet sich selbst, wenn er der Ansicht ist, der Aufruf, Eisparnisse der Wirtschaft zu produktiver Anlage ' zuzuführen, brauche ihn nicht zu berühren.

Rur durch Heranziehung aller verfügbaren Mittel wird die Wirtschaft befähigt, Groß- laten zu vollbringen, wie sie in diesem Bahre unser Vaterland zu verzeichnen hat, und die ! nicht nur uns, sondern die ganze Welt xn Staunen und Bewunderung verseht haben und uns die Achtung des Auslandes vor unserer Tüchtigkeit zurückgewinnen: dieBremen" und bic Schaffung und der Weltflug des® raf Z-eppeli n". .

Sollten diese Großtaten der Wirtschaft nicht awd) dem einzelnen das Vertrauen auf eigene Straft stärken und ihm den Beweis liefern, was d»rchSparsamkeit und produktiveAn- iNige geschaffen werden kann? Der restlose Verzehr des Einkommens kann wohl im Augen- blick befriedigen, aber niemals zu Wohlstand und Macht führen. Nur Ersparnisse kön- ". n«en eine Besserung de r materiellen 2:a g e und die Selbständigkeit herbei- stchren, die das Ziel aller vorwärtsstrebenden MIenschen bilden. Wünsche nach einem Eigen- h.erm, einem Auto und sonstigen Annehmlich» " feiten werden erst dann vhre Verwirklichung ii-nden, wenn auf dem Sparkonto die nötigen Nittel zur Verfügung stehen. _

Es ist jedem einzelnen die Möglichkeit gegeben, tarch Anlage seiner verfügbaren Gelder sich, b\-n Seinen und seinem Vaterland eine bessere Zukunft zu sichern!

Oie Zentral-lthren-Anlage in Gießen.

Don der Stadtverwaltung wird uns geschrie­ben:

Bn der heutigen Zeit ist das Vorhandensein eiixer einheitlichen, genauen Zeit­angabe ein unbedingtes Erfordernis. Diele Klagen aus der Bürgerschaft und Eingesandts inGießener Anzeiger" über den oft minuten- vreisen Unterschied in der Zeitangabe der öffent- IrHen Uhren veranlaßten die Stadtverwaltung, ieer Schaffung einer Zentral-Uhrenan» l ige näherzutreten. In den meisten mittleren und größeren Städten ist diese Einrichtung be- rtitS zum Nutzen und zur größten Zufrieden- ; httit der Einwohner getroffen worden.

Wie von dem Beigeordneten Dr. Hamm ge­legentlich der letzten Stadtratssitzung mitgeteilt trurde, ist der Uhrenfabrik C. Theod. Wagner 1 irr. Wiesbaden die Erlaubnis zum Bau und Be­trieb einer derartigen Uhrenanlage in der Stadt 1 Eießen erteilt worden. Die Zentralstation der 1 Uhrenanlage kommt im Mittelpunkt der Stadt, 1 in Alten Rathaus, zur Aufstellung. Don hier a.18 wird Freileitung (Ringleitungen) nach den r nzelnen Stadtteilen unter Benutzung der vor- . h mdenen, jetzt freiwerdenden Dachständer der . Post verlegt. Hierbei muß leider die Feststellung gemacht werden, daß einige Hausbesitzer, auf 1 taten Besitztum sich derartige Dachständer be- frixden, die Erlaubnis zur Benutzung dieser Stän- 1 tar verweigern, obwohl es sich nur um zwei Drähte handelt, die daran befestigt werden, ge° i gm eine große Menge Drähte, die von der Post Daran befestigt waren. Außerdem wird volle Drrantie für etwaige Beschädigungen übernom-

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Konzert des GesangvereinsHeiterkeit".

Die Pflege des echten guten Wännergesangs ist keine leichte Aufgabe. Zu leicht stellt sich bei vielen Dereinen ein starkes Bedürfnis nach gc- elligem Leben ein, und nicht selten geschieht es dann, dah die ernste Arbeit und damit auch die Leistung darunter leidet. Was aber bei auf­richtiger, bereitwilliger und gründlicher Proben­arbeit geleistet werden kann, zeigte das Kon­zert des GesangvereinsHeiter­te i t" mit aller Deutlichkeit. Die eifrige und aufmerksame Hingabe an die Sache geben ein Bild ernsten Strebens, im Dienste der Kunst eine Leistung zu erzielen, die ihrer würdig ist und den Verein weit über allen Durchschnitt erhebt. Dor einem Bahr hatten wir bereits Gelegenheit, den Chor zu hören, und heute können wir mit großer Freude feststellen, daß sein Können nicht unwesentlich gewachsen ist und daß er auf dem besten Wege ist, als ein maßgebender Faktor in diesem Kunstzweig angesehen zu werden. Ein besonderes Verdienst kommt dabei dem Leiter Wilhelm Schüttler zu, der den Chor zu einem diszipliniert und fein reagierenden 2n- trument ausgebildet hat und dessen Zeichen­gebung mit großer Genauigkeit gefolgt wird. Die dynamischen Abschattierungen sind vorbild­lich, das piano von ebensogroßer Zartheit, wie das forte von Wucht: letzteres jedoch stets ohne schreiend zu werden. Aber auch die Zwischen­register zwischen diesen Polen sind sorgfältig ausgebildet. Gute Tenöre und Bässe, sowie sichere Mittelstimmen sorgen für einen ausgeglichenen Klang. Der Chor singt kultiviert. Das ist der Generalnenner, auf den wir unsere ^Beurteilung bringen möchten.

Die Dortragsfolge war sehr geschmackvoll zu­sammengestellt, eixxzelnes daraus hervorzuheben,

geht bei der gleichmäßig guten Wiedergabe kaum an. Unö schien der Höhepunkt die beiden Chöre Andreas Hofer" undDer Schweizer Soldat": aber auch das spätereDie Mühle im Tale" wurde reizend gesungen. Sehr reicher und wirk­lich verdienter Beifall wurde gespendet, so daß das LiedLustige Hochzeit" wiederholt werden mußte. Der Verein kann auf den Erfolg des Konzerts mit Recht stolz sein in dem Bewußtsein, daß ernste Arbeit auch ihre Früchte trägt.

Als weitere Mitwirkende waren noch Frau Annie Schmidt-Müller, Frankfurt a. M., (Sopran) und Herr Peter Kehrmann. Gießen, (Flöte) gewonnen worden. Frau Schmidt- Müller sang Lieder von Schubert, Brahms und Pfihner. 2hre Stimme erwies sich als klar und tragfähig. Auch musikalisch gestaltete sie recht gut. Die Lieder mit lustigem oder fröhlichem Ein­schlag scheinen ihr am besten zu liegen. Bhre Leistungen wurden mit großem Beifall ausge­nommen, so dah Pfitzners LiedGretel" wieder­holt werden mußte. Herr Peter Kehrmann erwies sich als ein Flötist von beachtlichem tech­nischen Können, der den oft recht, schweren Auf­gaben der von ihm gespielten virtuosen Stücke vollauf gerecht wurde. Sein Ton ist rein und wohlklingend, ohne die durch das Bnstrument be­dingte Trockenheit hervortreten zu lassen. War die Wiedergabe des 6. italienischen Konzertstücks von Demersseman bereits eine recht gute Lei­stung, so begeisterten die Zuhörer die beiden an­deren Stücke zu verdientem, sehr reichen Beifall. Auch hier mußte zugegeben werden.

Herr Heinrich Blaß begleitete am Flügel dezent und mit Geschmack.

2m ganzen: ein Konzert von hohem künst­lerischen Niveau. B.

men, so daß keinerlei Risiko für den betreffenden Hausbesitzer besteht. Da die Schaffung einer Zentral-Uhrenanlage unzweifelhaft sehr im 2n- teresse unseres gesamten Gemeinwesens liegt, ist zu hoffen, daß diesem Umstand mehr Rechnung getragen und im Bedarfsfälle die nachgesuchte Genehmigung erteilt wird.

An die Zentral-Uhrenanlage werden nicht nur die Turm- und Schuluhren, die Uhren in städti­schen und staatlichen Gebäuden, in Hotels, Re­staurants, Cafes, Geschäften, Fabriken, sondern auch in Privathaushalten angeschlossen. Hier­durch wird ermöglicht, daß überall die Uhren die gleiche genaue Zeit auf- weisen und ein Zuspätkommen, fei es an die Bahn, zu Terminen oder ins Geschäft, vermieden wird.

Es wäre zu wünschen, wenn recht viele Ein­wohner von dieser Gelegenheit Gebrauch machen und sich elektrisch betriebene Uhren im Anschluß an die Zentral-Uhrenanlage beschaffen wollten.

Ze-n-Zahres-Je?er

-er Volkshochschule Gießen.

Die Volkshochschule Oberhessen hatte die Volkshochschulfreunde für Samstagabend zu einer Eröffnungsfeier des Winter­halbjahres 1 929/30 in der Neuen Aula eingeladen, mit der zugleich die Zehn-2ah- res-Feier der Volkshochschule Gie­ßen verbunden war. Oberstudiendirektor Dr. Baur begrüßte die außerordentlich zahlreichen Besucher, insbesondere den Vertreter der Stadt, Bürgermeister Dr. S e i b, sowie den früheren Leiter der Volkshochschule Dr. Werner, und verband damit gleichzeitig den Daxck für die seitherige Unterstützung durch Staat und Stadt, die hoffentlich auch zukünftig die finanziellen Sor­gen des Vorstandes zu mindern verstünden. Bür­germeister Dr. Seid überbrachte die Glück­wünsche der Stadt Gießen, dabei betonend, daß Staat und Stadt die Bedeutung der Dollshoch- schule in vollem Maße erkennen. Außerdem waren schriftliche Glückwünsche eingegangen von der Zentralstelle für Volksbildung in Darmstadt und dem Reichsverband der deutschen Volkshoch­schulen. Das Kammerorchester der Gießener Volkshochschule, das über gute Kräfte verfügt, brachte Boh. Seb. Dachs Brandenburgisches Konzert Rx. 4 0-Dur für Solovioline, zwei Solo­flöten, Streichorchester xmd Cembalo wirkungsvoll zum Dortrag. Der frühere Leiter der Volks­hochschule Dr. Werner schilderte dann in inter­essanter Weise den Werdegang der Volkshoch­schule Gießen, wies auf die teilweise recht großen Schwierigkeiten einerseits und die Opfexdreudig- keit einzelner Kreise anderseits hin, dabei be­sonders betonend, daß die Leitung der Dolks- hochichule den richtigen Weg gegangen sei, trotz aller Widersacher und Mihmacher. Die Festan­sprache hielt W. H e g a r, Leiter der Volkshoch­schule Oberhessen, der in tiefgehenden Ausfüh­rungen die Leitgedanken der Volkshochschularbeit zum Ausdruck brachte. Er wies auf die Schwie­rigkeiten der Volksbildungsarbeit nach der Re­volution hin, wo alle Kulturideen in einen Kampf verwickelt gewesen feien, und zeigte die Wege, auf denen man Persönlichkeitsbildung betreibe. Die Volkshochschule müsse den Menschen xhre Aufgaben zeigen, nach deren Erfüllung sxe sxch wieder als Menschen fühlen. Die Arbeit der Volkshochschule ruhe auf dem Glauben an den Menschen, sie müsse von der Einsicht xn die wirk­liche Lage des Menschen geleitet fein. Rach den mit reichem Beifall aufgenommenen Darlegungen remitierte Ludwig Rössinger, Frankfurt a. M. Friedrich NietzschesDem unbekannten Gotte in sehr wirkungsvoller Weise. Es folgten dann gesangliche Darbietungen des Gießener Singkreis, der mit einer Reihe netter, gut zum Vortrag ge­brachter Lieder aufwartete. Nach einem weiteren Musikvortrag des Kammerorchesters bot eine Frankfurter LaienspielscharDie Flucht zu Gott Epilog zu Leo TolstoisUnd das Licht scheinet in der Finsternis" von Stefan Zweig. Was f>ier an Stoff geboten wurde, war für die Besucher der Veranstaltung ein Erlebnis von tiefgehender Wirkung, die durch die einwandfreie Darstellung noch erhöht wurde.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater:Die Frau, die jeder sucht", 20 bis 22 Uhr. Volkshochschule:Das Wesen der Elek­trizität", im Physiksaal des Realgymnasiums. Z. d. A.: Lichtbilderoortrag, 20.30 Uhr, im Ge­werkschaftshaus. Gießener Eisverein: Mitglieder­versammlung, 20 Uhr, Eafs Astoria. Lichtspiel­baus, Bahnhofstraße:Asphalt". Astoria-Licht- spiele:Wenn die Schwalben heimwärts ziehn'

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das heutige LustspielDie Frau, die jeder sucht", beginnt um 20 Uhr. Freitag, 1. November, wird zum letztenmal Feucht- wanaers SchauspielVasantasena" (nach dem 2ndxschen des Sudraka) gegeben. (Spielleitung: Oberspielleiter T a n ne r t.) Die Premiere die­ser Woche wird der amerikanische SchwankHoch­zeitsreise" sein, der am Sonntag, 3. November, 18 Uhr als Fremdenvorstellung in Szene geht. Das Stück spielt auf dem schwankenden Boden eines Ozeandampfers, auf dem Promenadendeck und in Luxus Sabinen. Spielleitung hat zum ersten- mal Heinrich Hub.

Wenn Ihre

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dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf

Vom Konzertverein wird uns ge­schrieben: Nach der am letzten Sonntag in der Realschule stattgehabten Einführung in das Pro­gramm des bevorstehenden Konzertes folgt die Aufführung des ersten Orchesterkonzertes selbst am Donnerstag, abends um 7.30 Uhr, im Stadttheater. Sie bildet den Anfang der winterlichen Konzerte xmd als solche das erste der vorgesehenen drei großen Orchesterkonzerte. Als Orchester debütiert das von uns für dieses Vorhaben gewonnene Koblenzer städtische Orchester unter Leitung des Herrn Dr. Le­rne s v a r h. Zugleich ist es auch das letzte im alten Bahre, denn das zweite Orchesterkonzert findet erst gegen Ende 2anuar statt. Allgemeiner Zustimmung dürfte das klaffische Programm des Abends gewiß sein: Mczarts Symphonie in V-Dur, Beethovens Klavierkonzert in lls-Dur und seine 5. Symphonie in E-Moll. Das Solo im Beethoven-Konzert hat Herr Dr. Boh. H 0 - b 0 h m aus München übernommen, eine außer­gewöhnliche Künstlererscheinung, die sich, wie wir eben erfahren, das Staatskonservatorium in Würzburg durch Berufung als Lehrer an der Meisterklasse für Klavier gesichert hat.

Das Volksbegehren in Gießen. In der Stadt Gießen haben sich in die Listen für das Volksbegehren gegen den Voung- Plan insgesamt 470 Personen eingeschrieben. Zum Vergleich sei mitgeteilt, daß die Ziffer der Wahl­berechtigten bei der Reichstagswahl am 20. Mai vorigen Bahres sich auf 23 686 belief. Bm Kreise Gießen zeichneten sich insgesamt 2985 Personen für das Volksbegehren ein, während bei der Reichstagswahl im Mai 1928 insgesamt 67 653 Personen stimmberechtigt waren.

* Veränderungen im Ministerium. Auf Grund des Altersgrenzegesehes tritt am 1. November der Ministerialdirektor im Mini­sterium der Bustiz, Dr. Otto Schwarz zu Darmstadt, in den Ruhestand. Ernannt wurde der Regierungsbaumeister Regierungsrat Dr.» Bng. Friedrich Schnell aus Sprendlingen in Rheinhessen zum Hilfsarbeiter im Ministerium der Finanzen und Mitglied seiner Abteilung für Bauwesen mit der AmtsbezeichnungRegierungs­baurat", vom 1. Oktober 1929 an.

* Unser Bataillon trifft heute abend 7.25 Uhr, vom Truppenübungsplatz Ohrdruf kommend, auf dem hiesigen Bahnhof ein. Der Marsch zur.Kaserne geht, wie gestern schon kurz mitgeteilt, durch die Frankfurter Straße, Süd­anlage, Gartenstraße, Ludwigsplatz, Kaiserallee, Licher Straße.

* Dienstjubiläum. Am 1. November kann Frl. Elisabeth Müller auf eine 40jährige Tä­tigkeit als Hausangestellte im Hause von Sa­muel Rosenbaum, Westanlage 46,_ zurück­blicken. Dieses seltene Bublläum ist in glei­cher Weise ehrend für die Angestellte wie auch für die Familie, der die Bubilarin bisher vier Jahrzehnte lang chre Kräfte widmete.

* * Don der Reichsbahn. Der Personen- zug 784 GießenLang-Göns (Gießen ab 18.43 Uhr, Großen-Linden ab 18.52 Uhr, Lang-Göns

an 18.57 Uhr), der seither nur Wagen dritter Klasse hatte, wird ab 1. November auch Wagen zweiter Klasse mit sich führen.

* Dom Wohnungsbau am Kugel­berg. Die Neubauten der Gemeinnützigen Woh- nungsfürsorge-Gesellschast Hessen G. m. b. H. (Hegema"), Sih in Darmstadt, am Kugelberg, Licher Straße und Friedensstrahe gehen nun­mehr ihrer Fertigstellung entgegen. Dor Bahres- rist wurden die vier Häuserblocks, je drei Stock­werk und Mansarde, enthaltend 45 Drei- unb Dierzimmerwohnungen, begonnen und im Früh­jahr unter Dach gebracht. Die äußeren Derputz- ar beiten sind zum größten Teil fertig gestellt bzw. noch im Gange. Die inneren Arbeiten erlitten durch verschiedene Umstände eine Verzögerung. Die Häuser sind mit Zentralheizung ausgestattet. Die beiden Eckhäuser an der Friedensstrahe ent­halten je ein Ladenlokal, so daß auch Geschäfts­inhabern Gelegenheit geboten ist, sich in dem neuerstandenen Stadtteil eine E.istenz zu grün­den. Das freie Gelände um die Häuserblocks ist planiert und abgesteckt, um im nächsten Bahre als Rasenplätze und Vorgärten Verwendung zu finden. Die Häuser machen mit ihrem hellen Ver­putz und dem weihen und roten Fensteranftrich einen schmucken und freundlichen Eindruck. Bn dem Eckbau an der StraßeAm Kugelberg" sind bereits zwei Wohnungen bezogen, die übri­gen dürsten in der nächsten Zeit beziehbar fein.

Eine Reithalle für die berittene Truppe unserer Garnison (MGK.) wird zur Zeit auf dem Gelände der Reuen Kaserne errichtet. Aus der südlichen Seite des Kasemenhofes, zwischen der städtischen Kaserne und der Kaserne der Ma­schinengewehr-Kompagnie, erhebt sich neben der neuen Waffenmeisterei auf einem Betonsockel die Eisenkonstruktion der neuen Reithalle, etwa 25 bis 30 Meter lang, 12 Meter breit und 6 Meter hoch. Die Gefache der Cisenkonstruktion werden im unteren Teil zur Zeit mit roten Ziegeln ausgemauert. Die Eisenkonstruktion wurde von der Firma Danges in Darmstadt errichtet.

* Zusammenstoß zweier Motor­radler. Ein ernster Unglückssall ereignete sich gestern nachmittag gegen 6 Uhr auf der Land­straße GießenMarburg kurz hinter Lollar auf der Höhe von Kirchberg. Dort wollte der Obergefreite Albert Mäßige vom Bäger- Bataillon in Kassel, der sich mit seinem Motor­rad >auf der Fahrt nach Kassel befand, in einer Kurve ein Fuhrwerk überholen, als plötzlich ein aus Richtung Marburg kommendes Motorrad mit zwei Personen vor chm auf tauchte. Beide Maschinen stießen zusammen und die Fahrer kamen zum Sturz. Hierbei erlitt Mädi ck e einen schweren Schädelbruch, während die bei­den anderen Motorradler zum Glück uxxverletzt blieben. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen verbrachte den bedaxi- emswerten Soldaten nach der Chirurgischen Kli­nik in Gießen, wo er in lebensgefährlichem Zustand darniederliegt.

Bunte Reihe" eine Gießener Komposition. Der Gießener Komponist Willi v.Moellendorff hat, wie man uns mitteilt, vomMitteldeutschen Rundfunk" in Leipzig (Intendant GMD. Prof. Dr. Ludwig R e u b e d) den Auftrag zur Komposition einer größeren volkstümlichen Suite für Orchester er­halten. Das Werk wird den Titel führen: Bunte Reihe" und im November zur Urauffüh­rung gelangen.

** ZurBerichtigung. Bn unserem Bericht über die Feier der Qfcreinigung ehern. Gießener Realghmnasiasten muh es richtig heihen, dah Herr Kurt Michel als Partner der Tänzerin Ninon Guirlitt mitwirkte.

" Der Gewerkschaftsbund der An­gestellten (GDA), Ortsgruppe Gie­ßen, veranstaltete im Lichtspielhaus, Bahnhof­straße, eine Filmvorführung, der auch eine An­zahl Ehrengäste beiwohnten. Geschäftsführer Mack begrüßte zunächst die Besucher und wies auf die kulturelle Seite der Gewerkschaftsarbeit hin, die im besten Sinne des Wortes Dienst am Voll sei. Der Film zeigte die Entwicklung der Gewerkschaftsarbeit. Er gab zunächst interessante Einblicke in die Organisation und die Einrichtun­gen des GDA. Die Freizeit vor 50 Bahren, die Wandlung, welche heute als eine Selbstverständ­lichkeit empfunden wird, der Krieg, die Revolu­tion und Inflation, die Fabrikfriedhöfe in der Deflatioxxszeit und die Mitarbeit der Verbände beim Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft bil­deten weitere Abschnitte axxs dieser Film-Ge­schichte der Angestelltenbewegung. Wit den Ge­genwartsaufgaben beschäftigte sich ein weiterer Teil des Films, der aber vielfach nur Andeu­tungen zu geben vermochte, so mannigfach sind die Aufgaben des GDA Cs wurde weiterhin u. a. der Strukturwandel der Wirtschaft von der Individual- zur Gruppenwirtschaft und die da­mit einhergehende Verwirklichung des Mitbestim­mungsrechts durch Einrichtung von Betriebsräten, Bezirkswirtschaftsräten und die Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Reichs­wirtschaftsrat gezeigt. Der Film belegte eindrucks­voll, wie umfassend die Arbeit des GDA ist und wie sehr sie die Bestimmung hat, dem Ge­meinwohl zu dienen.

Strafkammer Gießen.

* Gießen, 29. OIL

Ein hiesiger Autoschlosser hatte im Oktober 1927 einem Elektromonteur den Kauf eines Last­kraftwagens vermittelt und für ihn mit einer Frankfurter Finanzierungsgesellschaft wegen der Beschaffung der Anzahlung verhandelt. Als diese an ihn einen Scheck über etwa 8000 Mk. für die Anzahlung sandte, ließ, er den Betrag feinem Konto gutschreiben und verfügte in den nächsten Wochen über das Geld. Als aber dann die Anzahlung geleistet werden sollte, war kein Geld mehr da. Das Schöffengericht hatte den Auto­schlosser wegen Unterschlagung zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafkammer sprach ihn frei; sie hielt seine Angabe, er habe ge­glaubt, er könne über das an ihn gesandte Geld verfügen und später Ersah, leisten, nicht für widerlegt.

Ende Mai 1929 kam es an der Margarethen- Hütte zwischen den Angehörigen zweier Fami- lien zu Streitigkeiten. Als der Stiefvater ejre De- Beteiligten feinen zu Boden geschlagenen mtrüftung sohn ins Haus holen wollte, erhielt er vo provoziert heutigen Angeklagten von hinten einen., die beiden wider den Kopf, daß er auf dem lixckceischgenusses, die Sehkraft verlor. Das SchöfsengerMilchreis und den Täter zu 8 Monaten Gefängndel und be­urteilt. Die Strafkammer bestätigte lgewalt au8 teil. Auch sie entschied, dah der Täter falls in Notwehr oder vermeintlicher q[ aus diese gehandelt habe, wie dieser glauben machen füglich be-