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zusrkedenge stellt und wir haben auf der anderen Seite durch die am Donnerstag getroffene Regelung eine Spannung mit Deutschland vermieden. Linser Ziel ist also erreicht. Rach den unerläßlichen technischen Arbeiten, bedarf es zum Abschluß der Konferenz nur noch eines in gehöriger Form abgefaßten Vertrages, der den Parlamenten zur Ratifizierung vorgelegt werden wird. Wir haben einen großen Schritt auf dem Wege des Friedens getan. Llnsere Genugtuung muh von sämtlichen Völkern verspürt werden. Opfer sind von der einen wie von der anderen Seite gebracht worden, und zwar um der Sache des Friedens willen. Wir haben sie nicht zu bedauere Bei diesen Verhandlungen hat es w e - der Sieger noch Besiegte gegeben.König Heinrich IV. hat gesagt' Paris ist Wohl eine Messe wert. Das .ist eine aus dem gesunden Menschenverstand sich ergebende Wahrheit, und ich bin glücklich, daß sie gesiegt hat.
Oie Meinung in Pans.
Unzufriedenheit der Rechtsblätter.
Paris, 30. Aug. (WTB. Funkspruch.) „Ere R o u v e l l e" erklärt, wenn wir das Rheinland bis Juni 1930 räumen, können wir nicht nur das Verdienst in Anspruch nehmen, großzügig gehandelt zu haben, sondern wir haben auch den materiellen Vorteil, der sich aus einer Entspannung der internationalen Beziehungen ergeben wird. — „Quotidien" schreibt: Man muh wissen, was man will. Wir wollen den Frieden und der Friede macht die Beendigung eines Zustandes des Mißtrauens, dessen offenbarster Beweis die Besetzung fremden Gebietes ist, zur Rot- Wendigkeit. — 2m sozialistischen „Populaire" schreibt Läon Blum über Briand: Er hat sich unbedenklich dem Vorwurf der Schwäche ausgesetzt, aber er ist nicht schwach gewesen. Er hat den wahren Mut gezeigt, der darin besteht, sich im Interesse des Friedens Angriffen auszusehen.
„Avenir" zeigt Unzufriedenheit über die finanziellen Zugeständnisse Frankreichs: Wir zahlen immer den höchsten Preis. Briand erinnerte an das Wort Heinrich IV.: Paris ist wohl eine Messe wert. Schön — aber warum Begnügen sich die anderen mit einigen Vaterunsern. Weiterhin unterstreicht das Blatt, dah die entente cordiale nicht mehr bestehe. „Figaro" sieht in der Liquidierung nur eine Verminderung der Reparationseingänge auf der einen, eine Herabsetzung der Sicherheit Frankreichs durch die Rheinlandräumung auf der anderen Seite. „Ami du Peuple" glaubt prophezeien zu müssen, daß nunmehr von deutscher Seite das Saarproblem, der Anschluß Oesterreichs und die Frage des Danziger Korridors unter Anrufung des Selbstbestimmungsrechtes der Völker und Zitierung der Formel „Weder Sieger noch Besiegte" aufgeworfen würden.
Das Llrteil der „Times".
London, 30. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter geben ihrer großen Befriedigung über das im Haag erzielte Liebereinkommen Ausdruck. Die „Times" schreibt: Das glückliche Ende der Haager Verhandlungen nach den etwas erhitzten Erörterungen der letzten drei Wochen und während des Schluhstadiums habe die versöhnliche Haltung der deutschen Delegation sehr erleichtert. Das Blatt verzeichnet das Abkommen über die Rheinlandräumung als befriedigend und begrüßt, dah die gemeinsam von den Alliierten begonnene Besetzung auch durch gemeinsame Aktion beendet wird. Darin erblickt die „Times" eine Widerlegung der Behauptung, dah Snowdeirs energische Politik zum Bruch der Entente mit Frankreich geführt habe. Das Blatt bemerkt weiter: Von den zeitweiligen territorv- alen Vereinbarungen des Versailler Vertrages bleibe nur noch die Saarfrage zurück, die nur durch eine besondere Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich geregelt werden könne. Diese Vereinbarung müsse von den übrigen Llnterzeichnern des Versailler Vertrages ratifiziert werden. Auch hier ist laut „Times" einiger Fortschritt gemacht worden. Es verlautet, sagt das Blatt, dah Briand und Stresemann im Begriff stehen, ihre Bereitschaft zu bekräftigen, in amtliche Verhandlungen zu treten, die, wie gehofft werde, bald zu einer endgültigen Vereinbarung sichren würden. — 2n Berlin beginne die Ansicht vorzuherrschen, daß einige Monate wenig ausmachen im Vergleich mit dem Bewußtsein, dah die Räumung des Rheinlandes zu einem endgültigen Zeitpunkt beendigt sein wird. Die Lösung bezüglich des Feststellungsausschusses werde auch den aktivsten Gegner der Regierung keine überzeugenden Beweggründe für ihren Feldzug bieten. Deutschland hat die beiden Ziele erreicht, in deren Verfolg die deutsche Delegation nach dem Haag gegangen ist, nämlich die Räumung des besetzten Gebietes und die Preisgabe des Feststellungsausschusses.
Echo der Berliner presse.
B e r I i n, 30. Aug. (Priv.-Tel.) Von den Berliner Blättern nimmt bisher nur ein Teil zu den im Haag getroffenen Abmachungen Stellung. Unter einer Riesenüberschrift „Der Erfolg vom Haag" sagt der „Vorwärts": Die Haager Konferenz schließt mit einem dreifachen Ergebnis. Erstens, der Poungplan tritt — vorbehaltlich der Ratifizierung durch die Parlamente — ab 1. September in Kraft. Zweitens, das besetzte Gebiet wird geräumt. Die Räumung wird Mitte September beginnen und spätestens am 30. 3uni nächsten Jahres beendet sein. Drittens, durch die Initiative der Arbeiterregierung hat sich das Verhältnis zwischen England und Frankreich fundamental geändert. Die Entente hat zu bestehen aufgehört. Gegenüber diesem dreifachen Ergebnis ist die Bedeutung gewisser Rebenfragen, über die großer Lärm gewesen ist, nahezu gleich Rull. Was die Haager Konferenz an Verworrenheiten und Unerfreulichkeiten im einzelnen gebracht hat, wird man bald vergessen. 2hr Ergebnis eröffnet einen neuen Abschnitt der europäischen Geschichte. — Die „Germania" schreibt: Wir lieben den Voungplan nicht. Aber wir ziehen ihn als das kleinere Uebel vor und als das Mittel, Deutschlands territoriale und finanzielle Souveränität wiederherzustellen und dadurch auf dem Wege zur Konsolidierung Europas und zur Wiederherstellung der Gleichberechtigung Deutschlands einen großen Schritt vorwärts zu tun. 2n diesem Sinne und mit diesem Vorbehalt begrü-
„Graf Zeppelin" beendet seine Wettfahrt.
3n Lakehurst gelandet. — Kunb um die Wett in 21 Tagen. - Begeisterter Empfang Eckeners. — Am Samstag Start nach Friedrichshafen.
Reuyork. 30.Aug. (WTB.) wie gestern schon kurz gemeldet, traf das Luftschiff „Gras Zeppelin" auf der letzten Teilstrecke seiner Wettfahrt am Donnerstag 13 Uhr (10 Uhr MEZ.) in Lakehurst ein und ist dort etwa 500 Meter vor der Halle gelandet. Er wurde darauf langsam zum Eingang der Halle gezogen, und zwar im rechten Winkel zur Längsachse der Halle, da der Wind quer auf die Halle wehte. Die 450 Matrosen der Landungsmannschaften wurden durch 100 Arbeiter verstärkt. Da der vodenwind die Landung ziemlich schwierig machte, konnten die Passagiere das Luftschiff erst verlassen, nachdem es in der schützenden Halle untergebracht war. Das Gerippe des Luftschiffes zeichnete sich unter der Außenhaut mit großer Deutlichkeit ab, es schien während seiner über dem amerikanischen Kontinent viel Gas verloren zu haben. Um 13.26 Uhr MEZ. lag der „Graf Zeppelin" quer vor der Halle mit der Spitze vor dem Eingang. Die Landungsmannschaften begannen nunmehr das Heck herumzuschwenken, bis das Luftschiff fich in der Richtung dec Längsachse der Halle befand. Um 13.30 Uhr MEZ. war der Bug des „Graf Zeppelin" in der Halle. — Die Bodenmannfchaft stand unter dem Kommando des Marineleutnants Peck und arbeitete musterhaft. Schritt für Schritt schob sich der Riesenleib des Luftschiffes in die Halle, die der „Graf Zepelin" diesmal ganz für sich hat, da sich sein Schwesterschiff „Los Angeles" auf dem Flug nach der pazifischen Küste befindet. Die Passagiere lehnten aus den Jenffern und winkten der Menge zu, die die Grüße jubelnd erwiderte. 3n der Halle drängten sich Zeilungsleute, Photographen und Kurbelleute, Marineoffiziere und Zollbeamte bunt durcheinander. Um 13.50 Uhr war das Luftschiff in der Halle untergebracht. Die Flugzeit von Los Angeles nach Lakehurst betrug 51 Stunden 59 Minuten und überbietet alle bisherigen Rekorde.
Eckener vom Präsidenten Hoover empfangen.
Besuch in Washington und Neuhork.
Lakehurst, 29. Aug. (WB.) Dr. Eckener wurde von der begeisterten Menge förmlich bestürmt. Auf die Frage, wie lange er im ganzen in der Luft war, erklärte Dr. Eckener: 2 8 8 S t u-n d e n. Er sprach seinen Dank für den wunderbaren, herzlichen Empfang aus, den er in Amerika gefunden habe. Das Luftschiff durchfuhr glatt jedes Wetter, nicht ein einziges Mal auf dem ganzen Fluge fetzten die Motors aus. Von den 89 Stunden des Pazifikfluges flog das Luftschiff 60 Stunden durch so dichten Nebel, daß man nur selten Himmel und W a s s e r s a h. In Zukunft ist für Langstreckenflüge von Luftschiffen eine VerbesserungdesWet- te r b i e n ft e s notwendig. Richardson und Commander Rosendahl wechselten sich in der Unterstützung der Zeppelin-Navigatoren während der Amerikafahrt ab.
Dr. Eckener flog um 13 iUjr nach Washington, wo er um 14 Llhr mit Dr. Kiep, dem deutschen Geschäftsträger, auf dem Landungsplatz der Marine-Luftstation landete, eskortiert von einem zweiten Flugzeug mit Marineoffizieren. Dr. Eckener wurde vom Adjutanten des Marineministers und vom Kommandanten der Flugstation herzlich begrüßt. Er erklärte dem Vertreter des WTB., er werde hehn Tage in Amerika bleiben, um in Afron mit der Goodyear-Zeppelin Company zu verhandeln. „Graf Zeppelin" wird am Samstag oder Sonntag früh Heimfliegen. Dr. Kiep und Dr. Eckener fuhren sodann nach der Begrüßung mit einer Polizeieskorte zum Weitz en Hause, wo Präsident Hoover den Kommandanten des Weltrundfluges beglückwünschte. Es folgte sodann der Besuch des M a r i n e m i n i st e r s, dem Dr. Eckener für die weitgehende Unterstützung des Fluges durch die Wetterberichte und für die Bereitstellung der Halle und der Mannschaften feinen Dank aussprach. 3m Staatsdepartement wurde Dr. Eckener in Anwesenheit Stirn s on s von Unter» staatssekretär Cotton empfangen und begab sich, da er der Ruhe bedürftig war. in die Privatwohnung des deutschen Geschäftsträgers, wo er bis morgen früh bleibt, um gegen 7 Uhr nach Reuhork zu fliegen. Die Flugzeuge von Lakehurst nach Washington und morgen nach Reu
York wurden von der amerikanischen Marineleitung kostenlos zur Verfügung gestellt.
Passagiere über ihre Eindrücke auf der Weltfahrt.
Am schönsten der Flug über Amerika.
Lakehurst, 29. Aug. (WB.) Die Zeppelin- Passagiere sahen bei der Ankunft in Lakehurst so frisch aus, als wenn sie nur von einer kurzen Fahrt zurückkämen, nicht von einem Weltflug. Der amerikanische Marineleutnant Richardson erklärte, obwohl der Zeppelin bei der Annäherung, an Japan Ausläufer eines Taifuns durchfuhr und zeitweise 500 Fuh fiel, hatte der Zeppelin die stürmischste Fahrtüber dem amerikanischen Felsengebirge. Lieber diese Sturmfahrt berichtete der Leutnant nicht; er erzählte nur über die Taifunfahrt. Er sagte lächelnd, dah das Luftschiff manchmal 5 0 0 Fuh fiel, dann wieder 500 Fuh stieg, dabei rollte es heftig. Die Abstürze erfolgten aber nie so schnell wie bei einem Flugzeug. Die Passagiere waren niemals in Gefahr. Leutnant Richardson erklärte, die Höchstgeschwindigkeit des Zeppelins auf dem Pazifik-Fluge habe 176,765 Kilometer betragen, und das Luftschiff habe den größten Teil der Pazifikstrecke in2000 Meter Höhe zurückaelegt.
Passagiere des „Graf Zeppelin" erklärten, die landschaftlich schön st e und denkwürdigste Strecke sei das amerikanische Festland gewesen. Alle sind sich einig darüber, daß nichts von dem, was sie in Sibirien gesehen hatten, mit den Panoramen vergleichbar sei, die sie zwischen Los Angeles und Lakehurst erblickt hätten. Die Passagiere schilderten dann d i e plötzlichen Temperaturunterschiede, denen sie zwischen Sibirien und 3a- p a n ausgesetzt waren. 3n der Rächt vor dem Verlassen Sibiriens war die Temperatur kaum über dem Gefrierpunkt, am nächsten Tage dagegen über 3apan wurden 32 Grad Celsius gemessen, und auch in Tokio herrschte drückende Hitze. Riemals seien sie, so betonten die Passagiere, der Szenen müde geworden, da die große Höhe stets eine weite Llebersicht erlaubte und die große Geschwindigkeit des Luftschiffes stets in wenigen Minuten einen neuen Anblick eröffnete.
Oer Heimathafen rüstet zum Empfang. .
Teilnahme des Reichspräsidenten.
Friedrichshafen, 30. Aug. (TL1.) 3n Friedrichshafen wird es bereits wieder sehr lebhaft. Dis ganze Einwohnerschaft und die anwesenden Fremden erwarten mit Ungeduld die Rückkehr des „Graf Zeppelin" von seiner Weltreise. Die Gasthäuser und Hotels beginnen sich wieder zu füllen. Don überall her kommen Zimmerbestellungen für die Zeit, in der das Luftschiff in seinem Heimathafen ein» treffen wird. Dein Luftschiff wird ein Empfang zuteil werden, wie noch nie zuvor. Der Touring- Klub lädt alle deutschen Kraftfahrer zu einer Plaketten-Zielfahrt^ nach Friedrichshafen ein. Wie wir weiter von zuverlässiger Seite hören, soll Reichspräsident von Hindenburg, der zur Zeit zur Erholung in Oberbayern weilt, beabsichtigen, an den Empfangsfeierlichkeiten teilzunehmen.
Neue Baupläne in Friedrichshafen.
Friedrichshafen, 29. Aug. (TU. Funkspruch.) Wie die TU. vom Luftschiffbau erfährt, ist Prof. Fritz August Brauhaus (Düsseldorf), der die Haupträume des Schnelldampfers „Bremen" des Rordd. Lloyd entworfen hat, vom Luftschiffbau Friedrichshafen damit beauftragt worden, die Innenausstattung der Fahrgast räume des neuen Zeppelin „L Z. 12 8“ in Gemeinschaft mit der Zeppelinwerft auszuarbeiten. Die Einzelheiten für die Konstruktion des neuen Zeppelin-Luftschiffes liegen noch nicht völlig fest. Jedenfalls dürfte das neue Luftschiff bedeutend größer werden, als der „Graf Zeppelin". Die Baupläne werden fertiggestellt werden, nachdem der Bau der neuen großen L u f t s ch i f f h a ll e beendet ist. Das wird im Spätherbst, möglicherweise noch vor dem Oktober, der Fall sein. Einzelheiten über den neuen Zeppelin werden vor diesem Zeitpunkt voraussichtlich nicht mitgeteilt werden können.
ßen wir das Haager Ergebnis als einen vp- ferrei chen, entsagungsvollen, aber positiven Schritt zum Frieden. — Das „D. T." verzeichnte die Befreiung des Rheinlandes von den fremden Truppen und von dem Gespenst einer ausländischen Kontrollkommission als ein erfreuliches Ergebnis. Das wirtschaftlich-finanzielle Resultat der Konferenz und das Ergebnis der ersten Besprechungen über die Befreiung des Saargeb ietes dürften jedoch noch Anlaß zu deutlicher Kritik geben. Trotzdem besteht aller Anlaß, das. was hier erreicht worden ist, als Erfolg anzuerkennen. Zum Schluß zollt die Zeitung der Leistung des deutschen Außenministers hohe Anerkennung. „Dr. Strese- mann hat seine geschwächten körperlichen Kräfte mit einer so beispiellosen Energie und einem so vorbildlichen Führerwillen in den Dienst der deutschen Sache gestellt, daß niemand ihm die aufrichtige Bewunderung versagen kann. Ein Volk, in dem menschliche Leistungen etwas gelten, muß die Politischen Taten eines solchen Mannes doppelt und dreifach prüfen, ehe es verurteilt. Stresemann hat eine neue Basis geschaffen, und diese Tatsache ist der Lohn für die*Aufopferung, mit der er hier gearbeitet hat.
Die „D. A. Z." erklärt unter der Ueberschrift „Deutschland gibt nach!": Wir haben den Voungplan mit seiner Belastung für zwei Generationen und seiner Entlastung für die nächsten paar 3ahre. Wir müssen sein 3nfrafttreten teuerer bezahlen, als es bei geschickterer Derhandlungstaktik und ohne die Vorbelastung durch die deutsche Demarche nötig gewesen wäre. — Der „Lokatanz." sagt ähnliches: Man hat in einer Weise nachgegeben, die man vor vier Sagen noch öffentlich als unmöglich bezeichnet
hat, und hat dafür einen französischen Räumungstermin bekommen, der kaum anders hätte ausfallen können, wenn man überhaupt nicht verhandelt hätte, weil ja schließlich die Engländer unter allen Umständen aus dem Rheinland g.hrn wollten und die Belgier zu dem gleichen Versprechen bewegt hatten. Die deutsche Delegation hat vermieden, dah der Voungplan in Scherben geht, aber sonst hat sie nichts vermieden. — Die „Deutsche Tageszeitung" nennt den Räumungstermin vom 3uni nächsten 3ahres eine neue Herausforderung Deutschlands und sagt: 3etzt bezahlen wir von neuem für einen erst nach vielen Monaten in Aussicht gestellten Abzug der Franzosen, und wir stimmen auch der ewigen Einsetzung der „Vergleichskommission" zu. Die Locamokommis- sionen erhalten jetzt ausdrücklich eine bestimmte Ausgabe: Ueberwachung des Rheinlandes, zugewiesen. Zugleich wird ihre Kompetenz auf die gesamte entmilitarisierte Zone, also auch auf die längst geräumte Kölner Zone und auf das entmilitarisierte Gebiet rechts des Rheins ausgedehnt.
Letzte Manöverspiele im Rheinland.
Berlin, 30. Aug. (Priv.-Tel.) Obwohl nunmehr die Räumungsdaten feststehen, werden im besetzten Gebiete, als ob es überhaupt nicht jemals eine Generalliquidation des Weltkrieges gibt, französische Manöver abgehalten. Die französischen Marschkolonnen bewegen sich durch die S ü d p f a l z, als ob sie die großen Politischen Verhandlungen überhaupt nichts angehen würden. Die Dörfer, die gerade bei den Ernte arbeiten sind, kommen dabei in schwerste Bedrängnis, indem sie ihre Scheunen und anderen Räume für Quartiere frei machen müssen
und auch sonst werden sie an der Bestellung ihrer Aecker dadurch, daß weite Ländereien abgesperrt worden sind, verhindert. Man darf sich dabei wirllich fragen, ob es noch notwendig war, solche Manöver abzuhalten, gerade zu einem Zeitpunkt, wo ihre Vermeidung einen bedeutend besseren Eindruck gemacht hätte.
Aus aller Welt.
(Ein weiteres Todesopfer des Buirer Eisenbahnunglücks.
Wie wir erfahren, ist die Gattin des estnischen Generalstabsoffiziers Mager, die bei dem Eisenbahnunglück in Buir schwer verletzt worden war, heute früh gestorben. Damit hat sich die Zahl der Toten auf 15 erhöht. Die Leiche der bisher noch unbekannten Ausländerin ist jetzt als die der Dänin Britta Seir Hanse aus Kopenhagen festgestellt worden. Rach Mitteilung der Relchsbahndirektion hat sich, das Befinden der Verletzten wesentlich gebessert. Wie uns von feiten der Post mitgeteilt wurde, wurden bet der Buirer Eisenbahnkatastrophe sämtliche zehn Bahnpo st beamten 'mehr oder weniger schwer verletzt, von denen sich acht im Marienhospital in Köln befinden. Einer liegt wegen Transportunfähigkeit im Krankenhaus von Buir und einer ist in feine Wohnung entlassen worden.
Eine Opiumkocherei in Hamburg St. Pauli.
Da sich Anwohner der Sckmuckstraße in St. Pauli über einen widerwärtigen Geruch beschwert hatten, der zeitweise aus einer Kellerwohnung der Straße herausdrang, wurde der fragliche Keller von Polizei- beamten unerwartet durchsucht. Dabei wurde eine vollständige Opiumkocherei oorgefunden. Die zur Opiumherstellung dienenden Gegenstände wurden beschlagnahmt, ebenso das zum Vertrieb bereitgelegte Opium sowie verschiedene Opiumpfeifen und Opiumlampen. Fünf in dem Keller angetroffene Chinesen wurden festgenommen.
Hochwasser des Indus.
Das Hochwasser des Indus hat zahlreiche Dörfer zerstört und die Ernte vernichtet. Man befürchtet, daß ungefähr 300 Menschen das Leben verloren haben. Ein Telegramm aus Attock besagt, dah zahlreiche am Llfer der Flüsse Indus und Kabul gelegene Dörfer vom Hochwasser weggeschwemmt wurden. Viele Personen sollen dort umgekommen sein. Die Strahenverbindungen zwischen Peschawar, Rawalpindi und Kaschmir sind durch Erdrutsche und Lieberschwemmungen unterbrochen. Die Regierung von Pundschab hat die Bevölkerung aufgefordert, sich auf Liebe r s ch w e m m un- gen vorzubereiten, wie man sie bis jetzt noch nicht gesehen.
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Wettervoraussage.
Noch immer beherrscht der hohe Druck die Wetter- läge. Sein Maximum hat sich nördlich verlagert und liegt heute morgen über Norddeutschland. Wenn auch über Irland sich wieder ein neues Tiefdruckgebiet zeigt, dessen Warmluft daselbst schon Niederschläge verursacht, so wird bei uns doch noch das schöne Ttzetter bleiben. Erst im Laufe des Sonntags dürfte zeitweise Bewölkung aufkommen und lokale Gewitterneigung Hervorrufen.
Wettervoraussage für Samstag:
Meist heiter, warm und trocken.
Wettervoraussage für Sonntag:
Aufkommende Bewölkung mit Gewitterneigung.
Lufttemperaturen am 29. August: mittags 26,1 Grad Celsius, abends 18,2 Grad: am 30. August: morgens 16 Grad. Maximum 26,6 Grad, Minimum 11,8'Grad. — Erdtcmperaturen in 10 cm Tiefe am 29. August: abends 24,2 Grad: am 30. August: mor-- gens 18,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer zehn Stunden.
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der amtlichen Wetterdienststelle Gießen.
Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern heißer Tag, meist heiter: heute morgen 15 Grad, Südwind, heiter. — (Berchtesgaden): Gestern heißer Tag, meist heiter, heute morgen 15 Grad, Ostwind.
Küste (Swinemünde): Gestern heißer Tag, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 19 Grad. Nordwestwind, wolkig. — (Borkum): Gestern warmer Tag, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 16 Grad, Südwestwind, wolkig.
Baden (Baden-Baden): Gestern heißer Tag, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 18 Grad, Windstille, wolkig. — (Freiburg): Gestern der Jahreszeit angemessene Temperatur, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 19 Grad. Südostwind, heiter.
Harz (Schierke): Gestern heißer Tag, meist heiter: heute morgen 16 Grad, Windstille, heiter. — Bad Sachsa: Gestern heißer Tag, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 16 Grad, Aordosl- wind, heiter.
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