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Schuhhaus Konrad Weidemann
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Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 30. August 1929.
Vorsicht — Adreßbuchschwindel!
Die Geschäftswelt wird zur Zeit wieder von Werbern für auswärtige Adrehbuchuntemeh- mungen überlaufen. Mit allen Mitteln wird gearbeitet, um bezahlte Empfehlungsc in träge für Adrehbuchausgaben zu erzwingen, deren Wert in keiner Weise nachgeprüft werden kann. Es konnte von uns selbst festgestellt werden, daß Fettdruck- bzw. Reklameeinträge in Ausschnitten vorgelegt werden unter Hinweis darauf, daß das Buch schon früher für Werbezwecke in Anspruch genommen worden sei. Es ist aber auch festgestellt, daß diese Angaben nicht den Tatsachen entsprechen, sondern daß es sich hier lediglich um einen Werbetrick handelt. Das ortsansässige, sowie das anständige Adreßbuchgewerbe überhaupt sind verpflichtet, derartige Machenschaften klarzustellen und auf diese Weise die Geschäftswelt und sich selbst vor Schaden zu bewahren. Also Dorsicht vor unbekannten Werbern und genaue Prüfung der Tatsächlichkeit ihrer Angaben!
Alarmübung der Freiwilligen Ganiiäiskolonne vom Hofen Kreuz.
Eine überraschende Alarmierung der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, durch den Inspekteur der oberhessischen Freiwilligen Eanitätstvlonne, Sanitätsrat Dr. Hahn (Dad- Rauheim) erfolgte gestern abend. Das Ergebnis der Alarmübung war — um dies vorweg zu sagen — nach jeder Richtung hin außerordentlich zufriedenstellend, wenn man bedenkt, daß von dem Dorhaben des Inspekteurs einzig und allein der zu strengster Verschwiegenheit verpflichtete Kolonnenführer und sonst niemand von der Kolonne eine Ahnung hatte.
Der Alarmruf erging sechs Minuten vor 21 Uhr von dem Inspekteur über den Kolonnenführer. Alsbald jagte die radfahrendeIu» gendabteilung der Sanitätskolonne durch die Straßen der Stadt, um den Kolonnenmitgliedern den Alarmruf zu überbringen; gleichzeitig wurde mittels Fernrufs an alle telephonisch erreichbaren Sanitäter die Alarmierung bekanntgegeben. Schon sechs Minuten nach 21 Uhr, also nach zwölf Minuten, erschienen die beiden Sanitätsautos mit sieben Kolonnenmitgliedern, dabei auch der erste Kolonnenarzt, Dr. Gros, als erste Hilssmannschaft auf dem Uebungsplahe an der Ecke Oswaldsgarten/Reustädtcr Tor. Aach weiteren sechs Minuten war die Zahl der zur Uebung erschienenen Kolonnenmitglieder bereits auf zwanzig angewachsen und das Verbinden der „Verwundeten" allenthalben in vollem Gange. 24 Minuten nach dem Alarmruf waren insgesamt 34 Kolonnenmitglieder zur Stelle, alle „Verwundeten" fix und fertig verbunden, und in die Sanitätsautos gebettet, so daß damit die Uebung bereits durchgeführt war.
Als Uebungsidee war folgende Unfallannahme gewählt: „Ein besetztes Verkehrsauto fährt, von Krofdorf kommend, durch die Bahnüberführung am Aeustädter Lor nach links in die Aord- anlage. Zur gleichen Zeit kommt ein Lastwagen aus der Aordanlage, dessen Fahrer durch die Geräusche eines vorbeisahrenden Zuges die Signale überhört hat und in die Aeustadt einbiegen will. Hierbei wird das Derkehrsauto von links ungefähren und stürzt, sich überschlagend, auf Oswaldsgarten, wobei eine Anzahl Personen zum Teil erheblich verletzt werden. Durch Straßenumbau sind an dieser Stelle die Lichtmaste entfernt, so daß die Unfallstelle im Dunkel liegt. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz wird zur Hilfeleistung alarmiert."
Der Inspekteur, Sanitätsrat Dr. Hahn, äußerte wiederholt seine uneingeschränkte Zufriedenheit mit dem Ergebnis der überraschenden Alarmierung der Kolonne. In der Tat stellt die gestern abend gczngte Schnelligkeitsleistung vom Zeitpunkt des Marins bis zum Eintreffen an der Unfallstelle die Schlagfertigkeit unserer Freiwilligen Sanitätskolonne ins beste Licht. Auch die Prüfung der um die „Derwundeten" bemühten Kolonnenmitglieder durch den ersten Kolonnenarzt Dr. Gros erbrachte den Beweis, daß die Schulung der Kolonne durch ihren verdienstvollen Führer Kratz und seine Mitarbeiter beste Ergebnisse gezeitigt hat und Anspruch auf volles Vertrauen erheben darf. Zu dem vollen Erfolge dieser überraschenden Alarmübung kann man, mit dem Inspekteur, allen Angehörigen der Kolonne, von der eifrigen
Iugendabieilung bis hinauf zum Kolonnenarzt und Kolonnenfichrer, nur die vollste Anerkennung aussprechen.
Gießen und Wiesecker Verkehrswünsche.
Um den Wünschen der Wiesecker und Alten- Busecker Benutzer der Kraftfahrlinie Wiescck—Gießen hinsichtlich des Uebergangs vom Auto- omnibus a u f die Straßenbahnlinie a m W a l l t o r Rechnung zu tragen, find seit einigen Wochen zwischen der Stadt Gießen und der Kraftverkehrsgesellschaft Hessen Verhandlungen geführt worden. Diese haben zu einer grundsätzlichen gegenseitigen Bereitwilligkeit geführt, den Anschlußverkehr so einzurichten und die Fahrpläne gegenseitig so abzustimmen, daß sich ein möglich st günstiger Umsteiaeverkehr für das Publikum ergibt. Hinsichtlich der Regelung der beiderseitigen Fahrpreise bestehen jedoch noch gewisse Schwierigkeiten. Die Stadt Gießen ist bereit, die Benutzer der Kraftwagenlinie bei Einzelfahrten zum Preise von 15 Pf. vom Wallto^ zu befördern, während der zur Zeit geltende Fahrpreis 20 Pf. für den Einzelfahrschein der Straßenbahn für diese Strecke beträgt. Diese Preisherabsetzung soll erfolgen, damit eine Erhöhung des Gesamtfahrpreises für den Fahrgast der Strecke Wieseck bzw. Alten« Buseck nach dem Bahnhof Gießen bei Benutzung der Straßenbahn nicht eintritt.
Hinsichtlich der Regelung des Fahrpreises für die Wochenkarten, die zu zwölf Fahrten an den Werktagen jeder Woche berechtigen, konnte bisher eine Verständigung zwischen der Stadt und der Kraftverkehrsgesellschaft Hessen noch nicht erzielt werden. Bei den Verhandlungen stellte sich die Tatsache heraus, daß die Kraftverkehrsgesellschaft Hessen ihre Fahrgäste zur Zeit von Wieseck bis zum Walltor für 1,50 Mark für zwölf Wochenfahrten beför- dert, während die Strecke Wieseck—Bahnhof Gießen nur 50 Pf. kostet, also insgesamt die Strecke Wieseck—Bahnhof Gießen 2 Mark. Das bedeutet, daß der erstgenannte Streckentell je Kilometer mit 50 Pf. berechnet wird, während im Stadtgebiet je Kilometer nur mit 24,7 Pf. veranschlagt ist. Hierin kann man nur eine Unterbietung der Straßenbahn bei der Tarifgestaltung erblicken, die seitens der Stadt Gießen nicht mitgemacht werden kann, weil darin eine Schädigung der Straßenbahn als städtisches Unternehmen erblickt werden müßte. Die Gießener Stadtverwaltung steht auf dem Standpunkt, daß durch die Neuordnung des Fahrpreises (Umsteigen vom Auto auf die Straßenbahn) eine Verteuerung der Fahrten Wieseck—Bahnhof Gießen für die Fahrgäste nicht e i n t r e t e n soll ; sie verlangt nur, daß sie im Verhältnis der Strecken an dem seitherigen Preis von 2 Mark beteiligt wird. Dadurch bringt -die Stadt ein Opfer für die Fahrgäste Wieseck—Bahnhof Gießen, weil dieser Tarif unter b em allgemeinen Straßenbahntarif liegen würde. Hoffentlich gelingt es bei den weiteren Verhandlungen, den auf bas Interesse der Fahrgäste ab= zielenben Stanbpunkt ber Gießener Stadtoerwal- tung in vollem Ausmaß zur Geltung zu bringen.
Bornotizen.
— Tageskalenber für Freitag. Licht- spielhaus, Bahnhofstraße: „Don Juan". — Astoria- Lichtspiele: „Der fliegenbe Cowboy".
** Schulgelberhöhung in Hessen. Wie man aus zuverlässiger Quelle hört, beabsichtigt bas Ministerium für Kultus unb Bilbungswesen, das Schulgeld in Hessen zu erhöhen, um es den jetzigen Verhältnissen etwas mehr anzupassen. Die Erhöhung dürfte jedoch nur mäßig sein und voraussichtlich ab 1. Oktober d.J. in Kraft treten.
*• Straßensperrungen. Mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Club E. V. (A. v. D.) Gießen: Die Strecke Aieder-Wöllstadt—Chausseehaus—Ilbenstadt im Zuge der Straße Rieder- Wöllstadt — Assenheirn wird ab 2. September d. I. für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Grohkarben und Bruchenbrücken. — Die Strecke Frechenhausen — Riedereisenhausen im Zuge der Straße Dillenburg — Lixfeld — Biedenkopf ist ab 26. August bis 9. September gesperrt. Umleitung über Bottenhorn — Obereisenhausen. — Die Strecke Mainzlar — Treis wird wegen Vornahme von Walzarbeiten ab 2. September gesperrt. Umleitung über Daubringen — Alten-Duseck bzw. Allendorf a. d. Lumda — Beuern. — Die Strecke zwischen Krofdorfer Straße und Hardtallee im Zuge der Provinzial- straße Gießen — Rodheim wird ab 5. September bis auf weiteres gesperrt. Umleitung bis zu 9 Tonnen Gesamtgewicht über Klein-Linden — Heuchelheim, über 9 Tonnen über Krofdorf.
" Konzert in der Chirurgischen Klinik. Eine große Freude bereitete gestern vormittag die Kapelle des 1. (Hess.) Batl. 15. Inf.-Regt. den Patienten und dem Personal der Chirurgischen Klinik' mit einem wohlgelungenen Konzert. Von herrlichstem Sommerwetter begünstigt, konnten viele Patienten in den wohlgepflegten Anlagen der Klinik den schneidigen Mär-
Adreßbuch
der Stadt unb des Kreises Gießen.
Der Abschnitt III ülit den Einträgen der Buchstaben
W bis 3
in das alphabetische Einwohner- und Zirmenverzeich- nis der Stadt Sichen liegt 3 Tage, vom Montag, dem 2.bis einschließlich Mittwoch, dem 4. September zu jedermanns Einsichtnahme in unserer Geschäftsstelle offen.
Oie zuständige Einwohnerschaft Gießens sowohl als die beteiligten Behörden und öffentlichen Körperschaften usw. werden um Prüfung der Einträge auf Richtigkeit und Vollständigkeit hiermit gebeten. Für Fehler und ün« richtigkeiten kann keine Haftung übernommen werden.
Oberhessischer Adreßbuchverlag Gießen
Schulstraße 7
Eingang von der Kaplaneigaffe aus.
schen und schönen Konzertvorträgen der unermüdlichen Kapelle unter Leitung ihres stellvertretenden Kapellmeisters Herrn Wan ihek, lauschen. Auch in die stillen Krankenzimmer hinein drangen die schönen Weisen, und ein dankbares Gedenken der Patienten und Kliniksangestellten ist der Kapelle gewiß. Professor D i 11 m a n n von der Chirurgischen Klinik brachte den Dank aller Zuhörer mit herzlichen Worten zum Ausdruck, und wünschte, daß man sich bald wieder an einem solchen Konzert erfreuen dürfe.
** Unfall beim Schulausflug. Bei einem Schulausflug nach dem Schiffenberg erlitt ein löjähriger Schüler beim Spielen eine schwere Verletzung des Knöchelgelenkes. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz brachte ihn in die Chirurgische Klinik.
** Schwimmprüfung. Am Samstag, dem 31. b. M., 18 Uhr, finbet eine Prüfung für bas Turn- unb Sportabzeichen im Schwimmen in ber Müller- fchen Babeanstalt statt.
** ßuftpoftfenbungen. Mit ben um 13.20 unb 12.20 Uhr auf bem hiesigen Flugplatz abgehen- ben Flugzeugen werben ßuftpoftfenbungen (gewöhn- liche unb eingeschriebene Briefe sowie Postanweisungen unb Pakete mit ber Bezeichnung „ßuftpoft") roeiterbeförbert. Schlußzeiten für bie ßuftpostsen- bungen in nörblicher Richtung (Kassel usw.) für gewöhnliche Briefe um 12.20 Uhr beim Postamt 1 (Bahnhofstraße) unb 13.10 bei ber Posthilfstelle auf bem Flugplatz, für bie übrigen ßuftpoftfenbungen um 12.10 Uhr beim Postamt 1; für bie ßuftpoftfenbungen in süblicher Richtung (Frankfurt am Main usw.) für gewöhnliche Briefe um 11.20 Uhr beim Postamt 1 unb 12.10 bei ber Posthilfstelle auf bem Flugplatz, für bie übrigen ßuftpoftfenbungen um 11.10 Uhr beim Postamt 1. Die mit ber ßuftpoft beförderten Senbungen erreichen ben Bestimmungsort wesentlich früher als gleichzeitig aufgelieferte Senbungen ohne bie Bezeichnung „ßuftpoft". Be- fonbers bei nach weiter entfernt (iegenben Orten gerichteten ßuftpoftfenbungen finb bie Zeitgewinne ganz erheblich. Auch mit ben ab 1. Juli eingerichteten Reichspoftflügen Berlin — Hannover — Essen, Mülheim — Köln — Amsterbam — ßonbon unb Stralsunb — Stockholm sowie mit ben zwischenstaatlichen ßuftpoftoerbinbungen Bremen — Hamburg — Kopenhagen — Malmö, Amsterbam — Paris, Stockholm — Helsingfors, Berlin — Danzig — Königsberg — Riga — Moskau, Hannover — Leipzig — Prag, Berlin — Wien, Stuttgart — Zürich — Genf, Frankfurt a. M. — Saarbrücken — Paris, Nürnberg — Prag — Wien — Bubapest — Belgrab — Sofia — Konstantinopel u. a. können ßufpostsenbungen nach bem Ausland befördert werden.
Oberhessen.
ernte scheint bei uns für den heurigen Herbst einen einigermaßen guten Ertrag zu versprechen. Aepfel- und Birnbäume zeigen einen durchweg guten Behang; doch find die Früchte durch die lange andauernde Trockenheit in der Entwicklung etwas zurückgeblieben. Dieser Schaden dürfte jedoch durch die Qualität wieder voll ausgeglichen werden. Guten Ertrag versprechen auch die jungen Zwetschcnbäume, während ältere fast gar keinen Behang zeigen.
—.— Großen-Linden, 29. Aug. Die bevorstehende Umgestaltung des hiesigen Bahnhofs hat die beteiligten Gemeinden in einige Erregung gebracht. Die Vertreter der Gemeinden tagten im Gasthaus zur Linde. Die Gemeinde Leihgestern Witt den Bahnhof auf die östliche Seite verlegt haben. Großen-Linden, Hörnsheim und Hochelheim sind gegen diese Veränderung und beantragen den Dau einer Unterführung. Rachdem Oberregierungsrat Heß (Gießen) und Cisenbahn-Oberbauinspektor Konrad vermittelt hatten, wurde beschlossen, eine Unterführung zu bauen, die etwa 40 000 Mark kosten wird. Die vier Gemeinden sotten dazu 20 000 Mark beisteuern. Auch eine Ramensände- rung für den Bahnhof wurde angeregt Die Gemeinde Leihgestern wünscht den Ramen „Bahnhof Großen-Linden-Leihgestern", die preußischen Gemeinden schlafen den Ramen .^Bahnhof Hüttenberg" vor.
Kreis Friedberg.
am. Staden, 29. Aug. Das Schmerzenskind unserer Gemeinde war seither unsere Wasserleitung, welche zugleich auch der Gemeinde Leidhecken dient. In der heißen Sommerzeit war jedoch fast jährlich die Gemeinde Leidhecken gezwungen, ihr Wasser aus den wenigen Brunnen iäs Ortes zu nehmen, weil die Wasserleitung versagte. Schon früher wurde an dieser Stelle der Vorschlag gemacht, Quelle und Hochbehälter direkt zu verbinden ünd aus den Hochbehältern die Orte zu speisen. Im vergangenen Frühjahr hat nun das Kulturbauamt Friedberg einen Rohrstrang um unfern Ort herumlegen lassen, so daß jetzt die Hochbehälter beider Gemeinden mit den Quellen verbunden sind. Früher ging das Rohr von der Quelle erst durch unfern Ort hindurch. Die Gemeind« Leibhecken erhielt badurch nur das in Staden nicht gebrauchte übrige Wasser. Die Reuerung hat sich in diesem Sommer bewährt. Selbst in den heißesten Tagen hatten beide Orte nicht über Wassermangel zu klagen. — Hier wurde gestern im Alter von 48 Iahren der Landwirt Hugo Grießmerzu Grabe gebracht. Pfarrer Ha m - b u r g e r sprach an seinem Grabe über Iesaja 53, 9 und 10, und schilderte den echten deutschen Charakter des Verstorbenen. Im Kriege hatte er eine schwere Verwundung erhalten, durch die er lange Zeit in Lebensgefahr geschwebt hatte. Der Kriegerverein ehrte sein Vorstandsmitglied mit einer Kranzspende und dem üblichen Ehrensalut. Auch legte ein Vertreter des Zweigvereins Echzell vom Vogelsberger Höhenttub einen Kranz nieder. Die große Teilnahme gab ein Bild von der allgemeinen Beliebtheit des so früh Verewigten.
Berliner Börse.
Berlin, 30. Aug. (WTB. Funkspruch.) Rachdem nun doch noch in letzter Minute im Haag alles in Ordnung zu gehen scheint, ist man im heutigen Friihverkehr weiter ausgesprochen fest gestimmt. Man glaubt mit neuen Käuferschi'chten rechnen zu dürfen und es ergaben sich bei den Kursen, selbst im Vergleich zu den hohen Rolle- rungen der gestrigen Abendbörse, weitere 1- bis 2prozentige Gewinne. Man nennt Farben 229 (Geld). Siemens 392,5 (Geld), AEG. 200,5 (Geld), Rheinische Braunkohle 290 (Geld), Stahlverein 123 (Geld), usw. Am Devisenmarkt hörte man London gegen Paris 123,87, London gegen Mailand 92,68, London gegen Spanien 32,92, London gegen Kabel 4,8475, London gegen Berlin 20,36
Landkreis Gießen.
X Wieseck, 29. Aug. Am 1. September kann Frau Elisabethe 0 ß w a l b geb. Erb, Wagengasse 12, hier, ihr 40jähriges Geschäftsjubiläum als Milchhänblerin begehen. Zu ihren Kunben gehörte seinerzeit ber in bem bamaligen Schülers Garten als Stubent wohnenbe letzte Großherzog. Ein Unfall, ben bie Jubilarin in biefem Jahre erlitt, läßt nun ihren Sohn bie in ben vielen Jahren zu aller Zufriedenheit geleistete Arbeit weiterführen.
V Mainzlar, 29. Aug. 'Bei der gestern stattgehabten ersten Grummetgrasversteigerung der Gemeindewiesen kann man die Preise trotz starker Beteiligung — mit einigen Ausnahmen — als niedrig bezeichnen. Auf den in trockenen Lagen gelegenen Wiesen ist fast kein Gras vorhanden, während in feuchten Lagen der Grasbestand durchweg gut ist. Da schon die Heuernte in diesem Iahre einen erheblichen Ausfall brachte, dürste dieser bei der Grummeternte noch größer sein. — Die Obst-
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