Ausgabe 
30.1.1929
 
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Diplomatisches Neuland. - Der Schiedsvertrag mit der Sowjetunion.

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Regierungsvorlage betie'fend Abänderung des Gemeindeumlagengesetzes. Hier soll den Gemeinden die Erhebung einer Zilial steuer gestat et wer'.e.r. doch soll diese Warenhaussteuer den betrag von 100 Prozent der Gewerbesteuer nicht übersteigen. Auch Der- sicherungs-, Dank». Kredit- und Warenhandels- unterrrchmungen sollen zur Zahlung einer Hi ifll* steuer verpflichtet werden können. Aus volks- parteilichen Antrag hin wurde schi ich lreVor- lage zurückgestellt, bis die steuerlichen Unterlagen über die Cewerbestruer, dir bis zum März erwartet werden. Vorlieben, auS denen sich dann ein Bild über die Auswirkung ei eZ prozentualen Zuschlages gewinne i läßt. Die Vor­lage wird also wahrscheinlich zusammen mit dem Etat erneut zur Beratung kommen.

Gegen die Stimmen des Bauernbundes ge- 1 nchmigte der Ausschuß dann die Regierungs-

am Rachmittag an den Bahnhof nach Deutschland übergeführt zu

Dienstag d.29.Järi.1929,7naDdS.

Zersetzung der steten Armee, ihre ge­genrevolutionäre Stretkvropaganda in den Betrieben, ihre sowjetfeindliche Agitation unter dem Bauerntum untericheide sich durch nichts mehr von der Tätigleit der Weiß- gar^i.len und Menschewiken. Die Ausweisung Trotzkis aus der Sowietunion fei daher ein not­wendiger Akt der revolutionären Selbstverteidi­gung.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichspräsident hat den Gesandten Dr. Roland K ö st e r im Auswärt.gen Amt zum deutschen Gesandten in D s I o, den Vertreter Deutsch­lands in Griechenland, Dr. Nenner, zum deutschen Gesandten in Helslngfors und Len Vertreter Deutschlands in Albanien, Dr. o. Kardorfs, zum deutschen Gesandten in Athen ernannt. Außer dem hat der Ne.chspräsident den Generalkonsul Dr. Roh zum deutschen Generalkonsul in Pretoria ernannt.

Der Nachfolger des Neichsgerichtspräsi d e n t e n Dr. Simons, der m t bun 31. Mär' aus dem Reichs enst scheidet, soll etwa Mitte Fe­bruar ernannt werden. DieVoss. Ztg." will wissen, daß der Min sterialdirektor im Reichsjustizmin.stc rium, Dr. Sumte, in Aussicht genommen ist. D.c Ernennung liegt verfassungsmäßig in den Händen des Reichspräsidenten, dem das Re.chskabinctt seiner Vorschlag macht.

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LautVoss. Zig." hat in der Sache Groener Denkschrift am Montagabend eine Haus- suchung bei der Berliner Zeitnotizen. Korrespondenz stattgefunden. Die Beamten der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten einen Teil des Vorgefundenen Materials.

Die Regierung brachte dem Ausschuß die Der­ber im letzten Jahr zur Unterstützung

für den Sommer geplante Große Kunft aus- .D e r schöne

Wettervoraussage.

Wettervorhersage für Donnerstag: Nebelig-wolkig, auch vielfach ausheiternd, 'Frost etwas abschwaä>end, jedoch noch Temperaturen un­ter Null, meist trocken.

Witterungsaussichten für Freitag: Immer noch Frostwetter.

Lufttemperaturen am 29. Januar: mittags3,7

Grad Celsius, abends - 10 Grad Celsius: am 30. Januar: morgens12 Grad Celsius. Marimmn 3,5 Grad Celsius, Minimum 13,5 Grad Celsius Erdtemperaturen am 29. Januar: abends2,3 Grad Eeli'us', an 30. Januar: morgens23 Qraö Celsius. Sonnenschcindauer IV- Stunden.

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Vorlage über die Schaffung des Landes- kriminalamtcs.

Heber den Antrag Dr. KellerDr. Riepoth, den Leitern derAealschulen zuAtddv. Ober-Sngelheim, AüfselShei m. DU - b e l und Schlitz die Amtsbezeichnung ^D i r e k - t o r" zu verleihen, entspann sich eine längere Debatte. Abg. Reiber (Dem.) wandte sich da­gegen, weil daraus finanziel e Konsequenzen ent­stehen müßten, denn dann würden auch die Lehrer an diesen Schulen Reallehrer und würden eine Besoldungsgruppe H57e: eingestust werden müssen. Diese mcttrr'.e le Belastung fällig aber bei den Leitern de: Schule weg. Ein Antrag Reiber wurde jedoch dadurch regenstandslos, daß die Antragsteller ihren Antrag zurückzogen.

Ausweisung Trotzkis aus der

Sowjetunion?

Berlin. 33. Jan. (Tel.) Wie die ..Bote Fahne" erfährt, steht die Ausweisung Leo Trotz­kis aus der Union der sozialistischen _ Sowjet­republiken bevor. Trotzki habe die Mög.ichkeit, mit seiner Familie einen Aufenthaltsort außer­halb der Sowjetrepubliken zu wählen. Die ge­tarnte Wirksamkeit der illegalen Gruppe, unter Leitung Trotzkis, namentlich ihre Versuchung zur

^.ugvertebrsunternehmungen in Hessen bewilligten 40000 Mark zur Kenntnis, was einmütig gebilligt wurde. Ebenfalls einftimm g ge­nehmigte der Ausschuß die von dem Innenminister gewünschte Zurverfügungstellung der Holste der Mittel, die zum Provinzial st raßenbau vom Staat gegeben werden, damit bereits jetzt die Baumaterialien angeschasft und Arbeitsmöglich-

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pallo - Vertrages bis zum Berliner Ver­trag und zuletzt den deutsch-russischen Wirt- schastsvereiliborullgLn d:s v:rgcngenen Sahres zurückgelcgl hat.

R unmehr ist auch die UitterzeiclMung ernes Avtommrns über dasSchlichtungsvers äh­ren zwischen Deutschland und Rußland zustande- gekommen. das an sich die SchiedSgerichlSoaiLett beider Staaten betriff! und in gewisser Hmsecht der Schiedsvertragspolitik Deutschlands entspricht. 'Die Verhandlungen über dieses Llbkommen waren mit aller .Heimlichkeit geführt wvrderr, so daß Unterzeichnung und Vertrag eine getet f.Uebcr» raschuna darstellen, wenn and? keiiwswegd eine politische Sensation. Der Vertrag liegt völlig un Rahmen der Politik, die seit Jahren, seit Ra- pallo. -wischen Berlin und Moskau, ohne Ruck- sicht auf antibolschewistische Sentiments gew:s,er anderer Staalen. aber auch ohne irgendwelche Spitze gegen sie gradlinig geführt worden ist. Inhaltlich unterscheidet sich das Aokommen von den zahlreichen Schiedsoerträgen, die Deutsch- land bisher abgeschlossen hat durch einige recht interessante Punfte. Es ist sonst üblich. Schlich- tungskommissioncn nur für den Fall vor- zusehen, daß irgendein Difserenzpuntt zwiieyen den beteiligten Staaten sich gezeigt hat. Die deutsch-russische Kommiision soll sich aber min­destens einmal jährlich regelmäßig versammeln. Das scheint eine Aeu^rlichkeit zu sein, ist aber mehr. Man hat davon abgesehen, ständige Mitglieder für die Kommission in Aus­sicht zu nehmen, und dadurch die Möglichkeit ge­schaffen. auch prominente Staatsmänner beider Seiten gelegentlich ungezwungen an den gemein­samen grünen Tisch zu bringen. So kann die deutsch-russisch? SchIichtunZ2kommi sio r e i n e A r 1 Ersatz der Genfer Dölkerbundsta- g u n g c n werden, indem sie der deutschen und der russischen Diplomatie Gelegenheit 3« einer regelmäßigen, persönlichen Füh- lungnahme gibt. Es ist zu hoffen, daß der neue Vertrag es erleichtern wird, die Schwierig­keiten auszugleichen, die dank ihres völlig ver­schiedenen Wirtschastssystems immer wieder em- mal zwischen Deutschland und Rußland auftauchen werden. Man wird wohl im Sommer dieses Jahres zum erstenmal Gelegenheit haben, die Kommission, und zwar wahrscheinlich in Berlin, in Tätigkeit zu sehen und dann die Prooe daraus machen können, ob die neue Gestalt, die man dem zwischenstaatlichen Sch.ichtungswesen hier gegeben hat. sich für die besonderen deutsch-rus,rsch^n Verhältnisse so bewährt, wie es beide Seiten hoffen.

Berlin, 33. San. Der Osten unterscheidet ich vom Westen schon dadurch, daß hier nach dem Kriege völlig neue Verhältnisse vorlagen, ja überhaupt erst ein Staaten- y st e m e n t st a n d e n war. das vorher gar nicht sistierte, während der Westen als solcher in einen staatlichen Verhältnissen fast unverändert geblieben war. So waren in Versailles die Staa­ten des Baltikums geschaffen worden, so war Polen neu entstanden, und so hatte sich in der Sowjetunion ein Staat entwickelt, der völlig neue Voraussetzungen für seine Beziehungen zum Westen schuf. Aus diesem Grunde muhte auch ganz von vorn angefangen werden, die ein­fachsten völkerrechtlichen Beziehungen der Rach­barstaaten untereinander bedurften neuer, zu­meist erstmaliger Festlegungen, und wenn auch' der Völkerbund, dem außer Rußland ja alle Staaten des Ostens angehören, eine gewisse staatsrechtliche Beziehung dieser Länder unter­einander und in bezug zum Westen schuf, so galt es doch gerade für Deutschland, das als nächster Rachbar des OstenS zuerst geregelte Be­ziehungen zu diesen Ländern anbahnen mußte, ein Vertragssystem zu schaffen, das den Verkehr der Länder untereinander regelte, dir politischen Fragen vertraglich fest legte und schließlich dar­über hinaus, soweit es möglich war, was g. B. in der bekannten Reutralitätsclausel des Berliner Vertrags der Fall war, die Mittlerrolle Deutsch­lands zwischen Osten und Westen klären sollte.

Auf diese Weise entstanden die Verträge mit den Baltikumstaaten, der mit Lettland, der mit Litauen von 1923, der im vergangenen Jahre erneut und erweitert abgesch'o sen wurde, und schließlich der mit Estland, der noch der Ratifizierung bedarf. Eine Reihe well':e Stmis- verträge haben allgemeinere Fragen politischen Charakters geregelt, mit Lettland wurde sogar ein besonderer Friedensvertrag geschloßen und ein Abkommen, das die Wi'deraufnahme ge­regelter Beziehungen betraf. Mit Polen sind ebenfalls eine ganze Reihe von ©taatSo ertragen zustande gekommen, dagegen ist c3 leider bis heute noch nicht möglich gewesen, den Handels­verkehr in einem Wirtschaftsverträge endgültig zu regeln. Der bedeutsamste Vertragspartner im Osten war für Deutschland naturgemäß die Sow­jetunion. die selbstverständlich schon vom w'.rt- schastlichen Gesichtspunkte aus dem deutschen Han­del ein großes Betätigungsfeld bot. Der Aufbau der Verträge mußte allerdings langsam vor­wärts gehen, und es erübrigt sich in diesem Zu­sammenhänge noch einmal den Weg zu zeichnen, den die Ausgestaltung der deutsch-russischen Be­ziehungen von der Unterzeichnung des Ra-

Das Sleuervereinhettlichiingsgeseh.

. Wcitcrbcratung im Reichstag.

Berlin. 29. San. (D. D.Z.) Präsident Löbe teilt bei Beginn der Sitzung mit, daß sich em Kommunalpolitischer Aus schuß ge­bildet hat, dem auch Richtmitglleder des Retchs- tages angehörem Hierauf wird die erste Bera­tung des Sleuervereinheitlichungs- g e s e h e s fortgesetzt.

Abg. Rauheim (Z.) erllart sich mit dem Entwurf einer einheitlichen Bewertung em- verstanden. Er begrüßt die Dereinhetlltcyung der Realsteuern und erhofft davon eine Senkung dieser Steuern. Es müße erwogen werden, wie weit die öffentlichen B e t r t e b e zur Steuer herangezogcn werden können. Zur Ge- bäudcentschuldungssteuer werde das -Zentrum seine Haltung davon abhängig machen, daß die nötigen Mittel für den Wohnungs- bau herausloininen. Die dauernde Deioehaltung dieser Steuer lehne bas Seidrum ab.

Abg. Dr. Decker (D.D.P.) erklärt, feine Freunde betrachteten den Gesetzentwurf von dem Gesichtspunkt aus. wie er auf die deutsche Wirt­schaft wirken werde. Zum Obielt politischer Ex­perimente dürfe man tue Wirtschaft nicht machen. Die riesige Arbeitslosigkeit in Deutschland be­weise, daß von einer Blüte der deutschen Wirt­schaft nicht gesprochen werden kann und daß diese Wirtschaft einen weiteren Steuer- druck nicht ertragen könne, ^ie Absicht, die Steuern und auch die Veranlagung zu ver­einheitlichen, sei auch im Sntereffc der Wirt­schaft durchaus zu begrüßen. Sn Einzelheiten habe die Volkspartei viele Beanstandungen an dem Entwurf zu machen, vor allem vermisse sie darin die Gewähr füreineRealsteuer- s e n k u n g. Set Entwurf ebne geradezu den Weg zur leichtfertigen Steuererhöhung.

2lbg. Höll ein (Komm.) bezetchnet das Steuervereinheitlichungsgesetz als einen General­angriff gegen die Selbstverwaltung der Länder und Gemeinden. Damit werde die Forderung des Fronvogts der internationalen Hochfinanz, des DeparationSagenten, durchgeführt. Das deutsche Großkapital arbeite Hand in Hand mit dem ReparativnSagenten zusammen gegen öie deutschen Gemeinden. Dr. Hilferdsitg habe der deutschen Bourgeoisie schon große Dienste ge- leistet in den wenigen Monaten, in denen er den Ministersessel verunziere. (VrzeprSsident Esser ruft den Redner zur Ordnung.)

Abg. Dr. Fischer, Köln (D.) bedauert, bah die ursprünglichen Referentenentwürfe, die zu­gleich eine Senkung der Realsteuern her­beiführen sollten, aus dem Stadium der Vor­besprechung mit den LLnderftnanzmimsterien n i e- malS herauSgekommen seien. Seine Freunde hätten es begrüßt, wenn eS der gegenwärtigen Regierung gelungen wäre, diesen ursprünglichen Referentenentwürfen wieder näher- Mitommen. Tatsächlich sei daS Kompromiß aus- schließlich auf dem Rücken der Steuer­zahler zustande gekommen. Seine Partei werde im Ausschuß aufs schärfste darauf bringen, daß der Entwurf so ausgestaltet wird, daß ferne unmittelbare Folge eine wirksame 2iea4tcuer- senkung ist. Der Redner fordert werter Prü­fung der Frage der Herstellung einer Relation sowohl zwischen der Gewerbe- und der Ein­kommensteuer als auch zwischen der Grund- und der Vermögenssteuer. Rotwendig sei nach wie vor ein Steuerhöchstlastengeseh. Sm ganzen sei der Fortschritt, den die Vorlage bringe, durchaus anzuerkennen. Weiterbera- tung Mittwoch. Zweite Beratung des Warte- starchSbeamtengesehes.

Aus dem Kinanzausschuß des Hessischen Landtages.

Darmstadt. 29. San. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages war heute zum ersten­mal im neuen Sahr zusammengetreten. Die K o m- m u n i st e n. die inzwischen durch das Ausscheiden der Abg. Galm und Angermeier die Fraktions- stärke verloren haben, sind in dem Ausschuß nicht mehr vertreten, womit daS Arbeits­tempo eine gewisse Beschleunigung erhalten dürfte. Durch diese Veränderung war auch eine neue Verteilung der Referate des StaLshaushalts- plancs notwendig gcwordeir. Für den in den Reichstag gegangenen Aog. Dingeldey übernimmt nunmehr Aog. Haury (D.V.l das Referat über das Theaterwesen: Abg. Best (D.RP.) übernimmt das bisher ebenfalls von Dingeldey innegehabte Referat über die Justiz und Abg. Haury das bisher von dem Kommunisten An- germeicr gehaltene Kapitel der Finanzeir. Sm übrige.; bleibt die Verteiluirg wie bisher be­stehen. Die grundsätzliche Frage, ob die vorliegen­den Anträge und Eingaben über Desoldungsände­rn:; gen, die von der lebten Vesoldungsord-.iung unö dem Stellenplan her noch unerledigt ge- blmben find, beim Staatsvoranschlag 1929 oder erst bei der nächsten Besoldungsnovelle zu be- handeln sind, wurde dahin entschieden, dpß diese Anträge bis zur nächsten Besoldungs- Novelle zurück gestellt werden sollen. Don der Regierung war darauf hingewiesen worden, daß zunächst einmal der neue Stellenplan und die Desoldungsvrdnung sich auswirken mußten, daß aber auch das in Aussicht stehende Gutachten des Reichsspartommissars eine nicht unbedeutende Rolle in dieser Frage sviele.

derzwingen wird. Allerdings wird er inzwischen mancherlei gelernt und vor allen Dingen einge­sehen haben, daß die überstürzten Refor- men, womit er fein Land europäisieren wollte, von U ebel waren. Trotzdem sind sie wohl mehr Anlaß als Ursache gewesen. Die letzten Nachrichten deuten darauf hin, daß Amanullah Recht hatte, als er hinter der Revolte die Spuren des engli­schen Ober ft en Lawrence zu entdecken glaubte, der während des Weltkrieges der böse Geist der arabischen Stämme war und jetzt in Afghani­stan auf feine Art Politik machen wollte. Es wird England unbequem gewesen fein, wenn an der bedrohten indischen Nordflanke ein kräftiger Nationalstaat entstand, daher vielleicht der Versuch, diese Ansätze im Keime zu ersticken. Aber das Ergebnis ist nur, daß die englische Politik kom­promittiert ist und daß die nationalen Leidenschaf­ten nun erst recht von Afghanistan nach Indien hin- Überschlagen, weshalb Lawrence wohl auch schleu- nigst ebenso gespenstisch, wie er kam, zurückge - rufen wurde. Diese Kenntnis verdanken mir den Franzosen, die mit liebenswürdiger Bosheit be- richteten, daß Lawrence als Pasiagier dritter Klasie in Marseille eingelaufen sei, um dadurch den Eng­ländern mitzuteilen, wie gut die französische Spio­nage in den Geheimnisien des englischen Auswär­tigen Amtes Bescheid weiß.

Oie Europäer räumen Kabul.

L o n d o n, 29. San. (WTD.) Während bisher nur von der Absicht einiger Gesandtschaften, Kabul zu verlassen, die Rede war. meldet Rnr- ter nunmehr aus Rew Delhi, daß sämtliche Gesandtschaften die Stadt räumen werden. Bor der Abreise des englischen Ge­sandten Sir Francis Humphrys werden alle englischen Staatsangehörigen veranlaßt werden, sich nach Sndien zu begeben. Es ist beabsichtigt, auch die übrigen (Su- ropäer aus Kabul abzutransportieren. Sn Kabul ist es wiederum zu vereinzelten Fällen von Plünderungen gekommen. Tie Häuser zweier deutscher Angestellter der Re­gierung Amanullahs wurden vollkommen aus- geraubt. Bei hen meisten dieser Ausschreitun­gen handelt es sich um persönliche Rachealte.

geplante G r t Teilung in Darmstadt Mensch in der neuen Kun ft", für die von der Stadt Darmstadt der gleiche Betrag bewilligt wurde, abgelehnt. Für die Vorlage des Kultus­ministers stimmten die Deutsche Volkspartei und die Sozialdemokraten, dagegen Zentrum, Bauernbund und Prof. Axt (Dolksrcchtpartei). Die Entscheidung dürfte daher erst im Plenum fallen.

Eine längere Debatte entspann sich über die

Die Berichte über die Kämpfe in Afghanistan lesen sich wie ein ALenteurerroman, nur geht die Entwicklung so rasch und sprunghaft, daß wir von Europa aus den einzelnen Pha.en kaum mehr zu folgen vermögen und den Sinn für die Zusammenhänge verlieren: zumal, da wir ja die Entwicklung immer nur durch die Drille ausländischer Rachrichtenagenturen ehen, die ihre eigenen und einander entgegengesetzten Zwecke in der Berichterstattung verfolgen. Wie es scheint, sind gegenwärtig fünf Thronanwärter gegen­einander an der Arbeit. Da ist zunächst Ama­nu l l a h selbst, der den Boden unter den Füßen und wohl auch die Rerven verloren hatte. Er zog sich deshalb zunächst unter dem Verzicht auf den Thron zurück und übergab ihn feinem ältesten Bruder Snayatullah, der e genllich schon nach dem geheimnisvollen Lode seines VaterS die Erbschaft hätte antreien müssen, da­mals aber von Amanullah abgehalstert.wurde. Snayatullah Hot sich kaum eine Woche halten können. Er wurde wieder verdrängt durch den Dandenführer Dacha Sakao, der sich König H a b i b u l l a h nannte, der aber wieder versagt hat in dem Augenblick, wo er seine schon zum Erfolg geführte Revolution stabilifieren wollte. Gegen ihn ist ein neuer Anwärter aufgetaucht, der auf den Ramen Omar Khan hört, und als

ü n f t c r Prätendent erscheint jetzt plötzlich ein rüherer Offizier Amanullahs, Ali A ch m a d San, der sich selbst zum Emir ausgcrufen yaben soll und nach der Hauptstadt Kabul mar- chiert. Hier scheinen sich die verschiedenen An­wärter ein Rendezvous zu geben, auch Ama­nullah hat vor Kandhar, wo er seinen Zu­luchtsort fand, mit Unterstützung der ihm treu gebliebenen Stämme den Marsch auf Kabul ange­treten, wo vorläufig noch Habibullah sitzt, der einen Halbbruder Amanullahs zu seinem Mi­nisterpräsidenten gemacht hat.

Ein beispielloses Durcheinander also, dessen Ent­wirrung sich um so weniger übersehen läßt, als wohl niemand weiß, wie stark die Kräfteverteilung der einzelnen Führer ist. Zweifellos aber ist Amanullah der Energischste und Klügste. Wir stauben deshalb, daß er schließlich sich doch durch- etzen und den Aufruhr mit asiatischen Mitteln nie-

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Im Berliner Lehrervereinshaus versammelten sich die M.tglleder des Deutschen Rentnerbun- d c s zu einer Protestversammlung gegen die Bc- schlüsie des Sozialoolltischen Ausschußes des Reichs­tags. Zahlreiche Redner des Bundes polem fierten gegen den Standpunkt der Regierung, die die Rentner auf den Ausbau der Fürsorge ocr- weist und die Schaffung eines Rentneroersorgungs- gesetzes vorläufig ab lehnt.

Aus aller Walt.

Liu Eisenbahnunglück von einem Schüler verhütet.

Berlin, 30. Ian. (TU.) Nach einer Meldung desLokal-Anz." aus Augsburg entgleist« am Dienstag aus bisher noch nicht geklärten Gründen der letzte Personenwagen eines Zuges Ruhpolding Traunstein in voller Fahrt. Da jedoch die Notbremse in dem Wagen versagte, entschloß sich der 17jährige A. P l e n ! aus Ruhpolding, ein Schüler der Bauhandwerker­weist« r schule Traunstein, rasch auf den vorderer Wogen zu klettern, um dort die Notbremse zu ziehen. Unter Einsetzung seines eigenen Lebenr gelang ihm das Wagestück. Der Zug wurde jun Stehen gebracht und domtt größeres Unglüd verhütet.

Riesige Schneefälle in Süds'awien.

Sn ganz Südstawien sind fo riesige Schnee­fälle eingetreten, daß in vielen Gegenden der Verkehr völlig unterbunden ist. Sv ist in Montenegro jeder Verkehr unmöalich. Zahl- reiche Häuser wurden dort durch die Schnoe- maffen eingedrückt. Es sollen auch 1 0 Per­sonen getötet worden sein. Alle Männer vom 18. diS zum 60. Lebensjahre wurden zum Schneeschaufeln herangezogen. Auch in Ma­zedonien haben die starken Schneefälle große Störungen hervorgerufen. Einzelne Orte, wie Pec,.sind von der Umwelt vollkom­men abgeschnitten. Richt besser ist e« in einem Teile Kroatiens.

Zwei Todesopfer einer Carolne.

Am Nordhang des 1370 Meter hohen Kranzhorr bei Rosenheim (Bayern) ging eine Lawine zu Tal die mehrere Bauern und Holzknechte unter s i ch begrub. Dabei fanden ein Dienftknccht und ein Landwirt den Tod, während ein Bauernsohn einen Neroenchock erlitt. Ferner wurden ein Pferd getöte und zwei Pferde schwer verletzt.

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leiten geboten werden können.

Mit 6 zu 6 Stimmen wurde der Antrag auf Ge­währung eines Zuschusses von 8500 Mark für die i

frühere englisch« Botschafter in Berlin ViS- count d'Abernon mit Gattin, der Vertreter der Königin von Schweden, zahlreiche Mitglieder der italienischen Diplomatie, des rö­mischen Adels, der Geistlichkeit und der deutschen Kolonie. Der Kirchenchor der Anima fang bas Große Requiem von Miltern. Prälat Hudal von Anima empfing die Trauergäste am Kirchen- portal. Der Sarg mit der sterblichen Hülle der Fürstin wird ~ ... **'***

OerKrieg -erWahs in Afghanistan.

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