Donnerstag, 29. August $929
$79. Jahrgang
Nr. 202 Erster Blatt
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Um 5.30 Uhr MEZ. erreichte das Luftschiff
Durch Lichtsignale wurde ihm folgender Gruß ent-
Wiesbaden-Mainzer Flugplatz erteilt.
Nunmehr hat, nach einer Meldung der,, Voss. Ztg." das englische Oberkommando in Wiesbaden die
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Die Illustrierte Gießener Familienblätter
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ziellen Teil der Konferenz handele, Deutschland keinen Sieg der wirtschaftlichenVe r- n u n f t errungen habe. Deutschland befinde sich in einer Sackgasse, aus der nur ein deutsches Rachgeben in finanzieller Hinsicht herausführen könne. Das sei im Höchstmaße bedauerlich. Wenn Deutschland heute durch Zugeständnisse die Einigung zwischen den Alliierten ermögliche, so habe es aber vor der Welt seinen moralischen Anspruch auf großzügige Behandlung seiner politischen Forderungen abermals vergrößert. Das Blatt fordert dann insbesondere Saarräumung. Alle Einwände der Franzosen gegen eine Einbeziehung der Saarfragc in den Problemkomplex seien hinfällig.
Die „Germania" weist darauf hin, daß Deutschland einOpferinHohevonüber einer Biertelmilliarde bringe, die Deutschland auf dem Opferaltar des englischfranzösischen Einvernehmens niederlegen solle. Das Blatt fordert dann ebenfalls Saarverhandlungen und erinnert die deutsche Delegation an die von ihr übernommene Verpflichtung, nicht ohne bindende Abmachungen heimzu-
Wann wird geräumt? i
Die Solidarität
der Alliierten wieder hergestellt.
Paris, 29. Aug. (WTB. Funkspruch.) Lieber die Räumungsfrage und die im Zusammenhang damit aufgeworfene Saarfrage glaubt der Sonderberichterstatter des „Petit Parisien" im Haag felgendes mitteilen zu können: Zn der Frage der Räumung, in der Frankreich fast isoliert war, ist eine Wendung eingetreten. Henderson ist jetzt damit einverstanden, daß nach Räumung der zweiten Zone ein englischer Vertreter in der interalliierten Kommission bleibt. Das gleiche gilt für Belgien. Die Solidarität der drei Regierungen bleibt also bestehen bis zum Abschluß der Räumung der | dritten Zone.
Man ist jetzt darüber einig, daß die Räumung innerhalb von acht Monaten nach der Annahme und der Inkrafttretung des Zoungplanes, d. h. nach der Ratifizierung und nach der Annahme der von deutscher Seite zu ergreifenden gesetzgeberischen Maßnahmen beendet werden soll. Außerdem hat Briand verhindert, daß die Saarfrage erörtert wurde und Hal zugleich von Henderson die Anerkennung der Tatsache erlangt, daß es sich dabei um ein deutsch-französisches Problem handelt, das nur durch direkte Verhandlungen der beiden Regierungen geregelt werden kann.
Briand hat sich damit einverstanden erklärt, daß die deutsche Regierung diese Frage aufwirft und daß der französischen Regierung konkrete Vorschläge unterbreitet werden, jedoch unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß die Rechte der Saarbevölkerung streng gewahrt werden.
Der Sonderkorrespondent des „Echo de Paris" schreibt zur Frage der Desatzungskosten nach dem 1. September , daß sie in dem für Frankreich günstigen Falle aus einem gemeinsamen Fonds, zu dem die Besatzungsmächte und Deutschland ihren Beitrag leisten werden, bestritten werden können. Aber
Stresemann wird die Gelegenheit wahrnehmen, um die Mainzer Zone zu einem verhältnismäßig nahen Zeitpunkt frei zu bekommen. Briand Halle den 1. September verlangt. Jetzt ist er bis zum 1. Juli zurückgegangen. Slrese- mann will den 1. April. Man wird sich vielleicht auf den 1. Mai oder den 1. Juni einigen.
haag, 29. Aug. (TU. Funkspruch.) Die am Mittwoch mit einer Unterbrechung durch ein Diner bei der englischen Delegation während sieben Stunden gesührten Verhandlungen zwischen Deutschland und den übrigen fünf Mächten sind bisher völlig ergebnislos verlaufen. Von deutscher Seite haben sämtliche vier anwesenden Reichsminister an den Verhandlungen teilgenommen. Die Auseinandersetzung hat, wie verlautet, teilweise einen außerordentlich scharfen Charakter getragen. Zwischen den einzelnen Gliedern der deutschen Delegation und den übrigen Delegierten soll es mehrfach zu heftigen Zusammen st ö- hen gekommen sein. 3n den Verhandlungen sind sämtliche drei Punkte der englisch-französischen Einigung erörtert worden, in denen die Zustimmung Deutschlands zu neuen finanziellen Lasten gefordert wird. Der stärkste Wider st and scheint auf deutscher Seile sich gegen die Forderung zu richten, daßDeutschlandnachdeml. September allein die Besahungskosten bis zur endgültigen Räumung tragen soll. Die Verhandlungen werden am Donnerstagvormittag weiter fortgesetzt werden. Man hoftt immer noch, doch die Möglichkeit zu haben, im Verlaufe der nächsten Tage eine Einigung herbeizuführen, um die Konferenz zu Ende der Woche obschliehen zu können. Jedoch herrscht am Mittwochabend nach den stundenlangen Verhandlungen mit der englischen Delegation eine ausgesprochen pessimistische Beurteilung. Von lkalienl- scher Seite wurde nach Schluß der Sitzung erklärt, daß die Verhandlungen möglicherweise noch bis zum Dienstag der nächsten Woche dauern würden. Aus deutscher Seite scheint man jedenfalls entschlaf, sen zu sein, den Forderungen der übrigen Mächte in den finanziellen Fragen a l l e r st ä r k st e n W i - d e r st a n d entgegenzusehen. Rach einem Bericht der „Voss. Ztg." kam kurz bevor die Beratung der Mächte in der Räumungsfrage vertagt wurde, von deutscher Seite ein interessanter Vorschlag, der bei den übrigen Mächten Entgegenkommen zu finden scheint. Es handelt sich um ein System, das es ermöglicht, die Besahungs- kosten gemeinsam durch Bildung eines Reservefonds zu tragen, zu dem alle be- leiligten Mächte beisteuern. Man versucht, durch diese Lösung ein Kompromiß für die Tragung der Be- sahungskoslen zu finden, da die Beratungen über diese Frage sich s e h r s ch w i e r i g gestalten.
Snowdens Erfolge.
Ein Zusammenstoß mit Stresemann.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
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Chefredakteur:
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; tor den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.
Noch feine Einigung mit Deutschland.
Oie Besatzungskosten nach dem 1. September soll Deutschland tragen. - Heftiger Widerstand der deutschen Delegation Die Verhandlungen gehen weiter.
„Graf Zeppelins"
Klug über den amerikanischen Kaniineui
Lleber Kansas City-Chikago—Detroit und Cleveland nach Lakehurst.
Eleve land in Ohio. Hier hatten sich schon am Nachmittag 140 000 Menschen, die größte Menschenmenge, die Cleveland je gesehen, eingefunden, um den Zeppelin zu erwarten. Das Luftschiff überflog die Stadt mit ziemlicher Geschwindigkeit in ungefähr 300 Meter Höhe, über der Luftfahrtausstellung eine Schleife ziehend.
kehren, welche ein automatisches Funktionieren des ^lebergangsregimes und ein automatisches Außerkrafttreten der französischen Vorrechte im Saargebiet vorsähen. — Dre „D A Z." betont, daß die von Deutschland geforderten Opfer noch größer seien, als man bisher befürchtet habe. Für Deutschland stünden Dinge auf dem Spiel, die für die Ration lebenswichtig seien. Daher sei es die Forderung der Stunde, daß die Zustimmung zu der Annahme des Poungplanes von der Befriedigung der deutschen politischen Wünsche abhängig gemacht werde. — Der „Loka l ° A n z e i g e r" stellt fest, daß eine Mehrbelastung von 800 Millionen Ma ick von Deutschland verlangt werde, was ungefähr 15 Prozent der gesamten ungeschützten Summe, die Deutschland zahlen müsse, entspreche.
Das unbeliebte Gesicht.
Paris, 28. Aug. (WB.) Um Zwischenfälle zu vermeiden, die bei der Vorführung von Filmen über die Haager Konferenz entstehen könnten, hat der Polizeipräfekt die Polizeikommissariate angewiesen, sich mit den Lichtbildtheater
Der französische Generalstab hatte die Ansicht ausgesprochen, daß die Desatzungstruppen vor ihrem Abzug die Zerstörung gewisser mit der Entmilitarisierung des Rheinlandes nicht vereinbarter militärischer Anlagen (Verladerampen usw.) veranlassen mühte. 3rt den hiesigen zuständigen Kreisen scheint man diesen Anlagen keinen großen Wert beizumessen. Man erklärt, daß eine Art militärischen Katasters der entmilitarisierten Zone angeregt würde, der die Anhaltspunkte liefern würde, falls, was zweifelhaft sei, in Zukunft Feststellungen notwendig würden. Außerdem sei durch eine Ueber- einkunft mit Deutschland die Stärke der im Rheinlande unterzubringenden Schutzpolizei festgesetzt worden.
jm Zeichen der Räumung.
B e r l i n , 29. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die englische Besahungsbehörde hatte vor einiger Zeit die Genehmigung für Rundflüge auf dem
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
vruck und Verlag: vrühl'Iche UnIverfiWr-vuch- md Steindruckerei B. Sange in Sietzen. Schristieitung und Geschäftsstelle: Schulftratze r.
boten: „Willkommen in Cleveland Dr. Eckener. Die Bevölkerung Clevelands würdigt aufrichtig die Ehre Ihres Besuches und den Borzua, Ihr berühmtes Luftschiff zu sehen." Ehe das Luftfchrff von Cleveland seinen Weg fortsetzte, fuhr es noch einmal zurück nach dem etwa elf Merwn südwestlich liegenden Flugplatz, wo es die am Ankermast liegende „Los Angeles überflog. Eine Menge von etwa 6000 Personen, die auf dem Flugplatz den Zeppelin erwartete, begrüßte ihn durch stürmische Zurufe. -Um 6.56 Uhr MEZ. traf das Luftschiff über R e u c a st l e (Pennshlvanien) ein. Um 7.57 Uhr überflog cs B r o o k v i l l e, das 88 Kilometer nordöstlich Reucastle liegt.
GrößiesJntereffe inganzAmerika
Bor der Landung in Lakehurst.
Reuhork, 28. Aug. (WB.) Das ganze Land verfolgt den Flug des Luftschiffes „Gh:af Zeppelin" über Amerika mit gröhtemZnteresse. Man erwartet in Lakehurst über 200 000 Zuschauer. 300 Marinesoldaten und 50 Matrosen vom Philadelphianer Marinehafen stehen für die Zeppelinlandung bereit. Die Unterbringung des Luftschiffes in der Luftschiffhalle dürfte diesmal besonders rasch erfolgen, da die „Los Angeles" erst am folgenden Sage in Lakehurst zurück- erwartet wird. Als Vertreter Hoovers wird Hilfshandelsserretär MacCrackenDr. Eckener bei der Landung begrüßen. Weitestgehende Vorbereitung für die Ue&ertragung der Landung des „Graf Zeppelin" im Weltrundfunk nach Deutschland und anderen Ländern sind getroffen, lleber die Kurzwellenstationen Schenectady, Pittsburg und Cincinnati werden auch Staatssekretär Dr. Meißner und Geschäftsträger Dr. Kiep sprechen. Die Zollabfertigung wird rein formeller Ratur sein. Die Passagiere fahren nach Reuhork mit einem Sonderzug. Der Zeppelinvertreter v. M e i st e r trifft am Donnerstag in Lakehurst mit sieben Mitgliedern der Zeppelinmcmnschaft ein, die in Los Angeles zur Erleichterung des Luftschiffes für den Flug über das Gebirge ausstiegen.
Staatssekretär Dr. Meißner beim Präsidenten Hoover.
Washington, 28. Aug. (WB.) Der deutsche Geschäftsträger Dr. Kiep stellte den heute hier zu Besuch weilenden Staatssekretär des Reichspräsidenten, Dr. Meißner, dem Präsidenten Hoover und seiner Gattin vor. Die beiden deutschen Herren nahmen sodann im Weihen Haus an einem Frühstück teil, zu dem auch der -Leiter des Bureaus des Präsidenten, Rewton, und dessen Vorgänger während der Amtszeit des Präsidenten Coolidge, Sanders, sowie einige Senatoren und andere führende Persönlichkeiten der Politik und der Verwaltung geladen waren, Rach dem Frühstück begaben sich Staatssekretär Dr. Meißner und Botschaftsrat Dr. Kiep in einem Flugzeug nach Lakehurst, um dort Dr. Eckener bei seiner Ankunft zu begrüßen und mit ihm die nötigen Vereinbarungen über eine Audienz bei Präsident Hoover zu treffen.
Paketpost Tokio—Chikago in ^Tagen.
C h i k a g o , 28. Aug. lWTD. Funkspruch.) Ein Paket mit japanischen Kimonos traf heute bei einer hiesigen Firma 43/< Sage nach der Auf - gäbe in Svkio ein. Das Paket war vom „Graf Zeppelin" vonSokio nach Los Angeles und von dort durch ein Postflugzeug nach Chikago gebracht worden.
London, 29.Aug. (WTB. Funkspruch.) Eine offiziöse Erklärung über die im Haag erreichte grundsätzliche Vereinbarung besagt u. a.: Snowden hat 80 Prozent seiner Forderungen durchgesetzt. Wenn man aber die Sachlieferun- g e n mit in Rechnung stellt, so ist eine für Großbritannien äußer st wertvolle Abmachung erzielt, denn es erhält dann ungefähr 90 v. H. Deutschland verliert durch die Abmachungen nur theoretisch einen Anspruch auf einen Teil der 300-Millionen-Mark-Ueberschüsse — ein Anspruch, der übrigens niemals anerkannt worden ist — und es erhöht die ungeschützte Annuität mit demselben Betrag, mit dem es die geschützte Annuität vermindert. Infolgedessen würde Deutschland nur bann Schaden erleiden, wenn es um ein Moratorium ersuchen müßte, da es in diesem Falle bi e ungeschützte Annuität weiter zu bezahlen hätte.
Der „Matin" berichtet über die Auseinandersetzung zwischen Stresemann und Snowden in der heutigen Rachtfihung: Snowden erklärte, daß die Forderungen der Gläubiger an Deutschland unanfechtbar seien. Es sei die Pflicht Deutschlands, ihnen zu entsprechen Er ist so weit gegangen, daß Stresemann sein Erstaunen darüber aussprach, Snowden so reden zu hören, während er v v r seinem Eintritt in die Regierung sich in der gleichen Angelegenheit viel entgegenkommender gezeigt habe. Hierauf erwiderte Snowden, daß die Rede eines einfachen Abgeordneten und diejenige eines Ministers n r ch t ein und dasselbe seien. Als Mitglied der englischen Regierung habe er baß Recht, eine andere Auffassung zu haben als früher. — Dem Haager Korrespondenten des Reuterschen ,Bureaus erklärte Dr. Wirth, der sehr ernst aussah, als er das Deratungszunmer verlieh: „Wir haben uns nicht geeinigt, die Beratungen werden heute fortgesetzt werken. Wahrend der Sitzung erhob Dr. Wirth gegen eine Bezahlung der Resahungs- kosten nach dem 1. September leidenschaftlich Einspruch, von Dr. Stresemann und den anderen deutschen Vertretern unterstützt. Sn den anderen Fragen waren die Meinungsverschiedenheiten Nicht so groß.
N e u y or k, 28. Aug. (WB.) Das Luftschiff hatte nach hier eingegangenen Meldungen um 3.15 Uhr die Stadt Carter, um 3.20 Uhr Elkcity, um 4 Uhr Clinton, um 4.55 Uhr die Stadt Henne s s e y und um b Uhr die Stadt Perry, sämtlich in Oklahoma, passiert. Früh um 6.05 Uhr wurde die Stadt Arkansas City überflogen. Während seines nächtlichen Fluges durch die Südweststaaten wurde der „Gras Zeppelin" nur von wenigen Personen gesichtet, da er die Mehrzahl seiner Lichter gelöscht hatte. Infolge starker Gegenwinde, die offenbar in allen Höhenlagen vorherrschten, war bas Luftschiff nicht imftanbe, bie Geschwindigkeit zu erreichen, mit der es ben Stillen Ozean überquert hat. Um 7.25 Uhr Zentralzeit (2.25 Uhr nachmittags MEZ.) würbe der Zeppelin über ber Stabt Inbepenbence (Kansas) ge
sichtet. Er flog in niebriger Höhe mit einer Ge- schwinbigkeü von etwa 80 bis 100 StUnbenkilometer. Um 9.39 Uhr (16.39 Uhr MEZ.) erreichte „Graf Zeppelin" Kansas City. Als bas Herannahen des „Graf Zeppelin" gemeldet wurde, sammelte sich in ben Parks und auf ben öffentlichen Plätzen eine Riesenmenge, bie mit ben Augen unb mit Ferngläsern ben Himmel absuchte. Die Dächer im Ge- schäftsviertel wimmelten von Menschen. Im Geschäftsbetrieb ber Stadt trat vorübergehend eine vollständige Stockung ein. Es herrschte jedoch schlechte Sicht, da die Wolken niedrig hingen. Auf dem Flugfeld stieg sofort ein Flugzeuggeschwader auf, um bas Luftschiff zu begrüßen unb über bie Stabt zu geleiten. Bon zahlreichenn Flugzeugen umschwebt, kreiste bas Riesenluftschiff einmal um bie Stadt unb enischwanb um 9.50 Uhr in norböftlicher Richtung im Wolkenhimmel. Um 11 Uhr Zentralzeit überflog bas Luftschiff bie Ortschaft U t i c a (Missouri). Rachbem es den Mississippi überflogen hatte, würbe es um 15 Uhr Zentralzeit über Ster- H n 5 (Illinois) gesichtet. Lieber Aurora erschien ber „Graf Zeppelin" um 16.55 Uhr Chikagoer Sommerzeit (22.55 Uhr MEZ.). Chikago würbe um 17.25 Uhr (23.25 Uhr MEZ.) überflogen. Der „Graf Zeppelin" erreichte bie kanabische Grenze um 9.40 Uhr abenbs Ostnormalzeit (Donnerstag früh 3.40 Uhr MEZ.) Das Luftschiff flog in geringer Höhe über Detroit, bann über ben Detroit» „ . . River unb bas Geschäftsviertel. Eine große Men-
Runbflüge untersagt und den Fliegern ein schenmenge füllte bie Straßen. Scheinwerfer spiel- Ultimafum gestellt, innerhalb 24 Stunden ten auf dem Luftschiff, während es eine Schleife o o n dem Verkehrslandeplah abzu- über ber Stabt zog. Das Luftschiff hat bie Strecke m von Chikago nach Detroit, etwa 340 Kilometer,
1 g * in ungefähr vier Stunben zurückgelegt. Als bas
Luftschiff sich ber Stabt näherte, wurde es von Rie- &JIV .CJvrilllvl jVl senscheinwerfem beleuchtet, so baß es in strahlenbe
Helle getaucht war, bis es über Windsor (Ontario) VI i„ südöstlicher Richtung nach Clevelandzu ver-
Derlin, 28. Aug. (Funkspruch.) Die Der- I schwand. Der Empfang in Detroit stand nicht zu- handlungen im Haag finden in der Berliner rück hinter dem Empfang, den andere Städte dem Abendpresse starke Pachtung. Die Frage, wie Luftschiff bereiteten. Alle Dächer waren dicht be- sich die deutsche Abordnung un Haag angesichts setzt, ein Riesenkonzert von Sirenen der neuen Lage zu verhalten habe, wird jedoch unb Hupen begrüßte bas Luftschiff, bas so verschieden beurteilt. Der „Abend" ist der An- niedrig flog, daß man im Scheinwerferlicht den Ranchi daß Deutschland seine grundsätzliche Zu- men lesen konnte. Während des Umkreisens der stimmung zu den finanzieUen Mehrforderungen Stadt blinkte aus einem Kabinenfenster ein Licht geben werde, freilich unter der Bedingung, daß auf in Erwiderung der Begrüßung. Auf der ganzen eine Einigung in den Räumungs- Fahrt durch Michigan, die fast ständig einer Hauptfragen erfolgt. Angesichts dieser in letzter landstraße folgte, hat sich von weither bie Laub- iS tunde von Deutschland verlangten Konzessionen beoölterung an dieser Straße zusammenge- habe Deutschland aber mehr denn je Anspruch | funben, um bas Luftschiff mit Jubels zu begrüßen,
auf annehmbare französische Räumungs termine. " """ <m'cO *
— Die „Vossische Zeitung" meint, daß die Gläubigermächte sich darüber nicht im Unklaren sein dürften, daß Deutschlands Konzessionen bis an die Grenze des Möglichen gegangen seien und daß irgendwelche weitere Lasten auf sich zu nehmen es nicht mehr gewiUt sei. — Das „Berliner Tageblatt" ist der Ansicht, daß, soweit es sich um den finarr-


