anzubinden, kurz und gut. das Tier bleibt der Stärkere und entfernt sich, das Täschchen an einer Ecke im Maule. Nach ein paar Schritten legt es der Hund hin. packt vorschriftsmäßig den Griff mit dem Maule und entfernt sich triumphierend durch die Bahnhofstraße in der Richtung nach der Westanlage. Erst jetzt löst sich die Erstarrung von dem Opfer des Diebes, aber die Verfolgung erweist sich als aussichtslos. Was wird „Herrchen" für ein Gesicht machen, wenn der treue Karo mit einer fremden Tasche erscheint? Oder handelt es sich gar um einen be- rufsmähigen „Taschendieb". Vielleicht erläßt die Polizei hinter dem gemeingefährlichen Räuber einen Steckbrief I
•• Der Kreisverein vom Roten Kreuz trat am Donnerstag nachmittag im hiesigen Kreisamtsgebäude zu einer Sitzung zusammen. 3n Verhinderung des Vorsitzenden wurden die Verhandlungen von der stellvertretenden Vorsitzenden, Fürstin Karl zu Solms-Hohensolms - L i ch , geleitet. Da der bisherige Vorsitzende. Provinzialdirektor G r a e f, wegen Arbeitsüberlastung die Leitung des Kreisvereins zum großen Bedauern der Versammlung niedergelegt hatte, beschloß die Versammlung, Oberstudiendirektor i. R. Dr. Baur (Gießen) um älebernahme des Vorsitzes zu bitten. Die Versammlung beschäftigte sich nach einem Dortrag des Präsidenten von Hahn (Darmstadt) in der Hauptsache mit der Einrichtung von Kursen in der ersten Hilfe bei Llnglücksfällen in den Landgemeinden. Dre Einrichtung von solchen Kursen durch das Rote Kreuz wurde von manchen Gemeinden gewünscht. Die Versammlung beschloß, zunächst im Kreis solche Kurse im kommenden Herbst und Winter versuchsweise einzurichten und verschiedene Aerzte darum zu bitten. Es kommen die Gemeinden Grünberg, Hungen, Gr.- Buseck, Lich und Londorf in Betracht. Die Kurse sollen bei Meldung von mindestens zehn Teilnehmerinnen in jeder Gemeinde in etwa zwanzig Doppelstunden abgehalten und später auch in anderen Landkreisen durchgeführt werden. Reben der ersten Hilfe bei Llnglücksfällen wird auch die häusliche Krankenpflege Llnterrichtsfach solcher Kurse sein.
"Schülerwanderung der Dogtschen Handelsschulen. Lieber 70 Schüler und Schülerinnen der Dogtschen Handelsschulen Gießen und Herborn unternahmen dieser Tage eine dreitägige Rheinfahrt. Unter den Klängen deutscher Lieder ging die Fahrt über Frankfurt nach Mainz. Ein kurzer Gang durch die alte Stadt führte zum Dampfer, der die Ausflügler über Bingen, Bacharach, Caub und an der Loreley vorbei nach Koblenz führte. 3n Koblenz wurde der Dampfer verlassen und die schöne städtische Jugendherberge bezogen. Das „Deutsche Eck" wurde am Abend noch besucht. Am nächsten Tag hatte sich das Wetter bedeutend gebessert. Der Weg führte nach Niedermendig, von hier um den Laacher See nach Mayen. Dort wurden die ausgedehnten Basaltlava-Werke besichtigt. Nach Koblenz zurückgekehrt, zogen die Schüler unter den Klängen schöner Marschlieder in die Jugendherberge. Am dritten Tage ging es nochmals in der Frühe an das „Deutsche Eck" und dann über die Schiffsbrücke nach Ehrenbreitstein, und nach dem herrlichen Arenberg. Das Endziel war Bad Ems, das auf schönen Waldwegen erreicht wurde. Nach einem kurzen Imbiß kehrte man mit dem Zuge wieder in die Heimat zurück. Die Erinnerung an die schönen Wandertage wird bei allen Teilnehmern noch lange im Gedächtnis haften.
DerparatyphusinOberheffen
WSN. Darmstadt, 27. 3uIL Zu den Mel- düngen über das Auftreten von Paratyphus in Oberhessen wird von unterrichteter Stelle mitceteilt: Schon in den letzten Jahren seit 1923 zeigten sich immer wieder vereinzelte Fälle, z. D. in Lauterbach, in Wickenrot und in Schlechtenwegen. Sie stiegen von 1927 an langsam, betrugen aber monatlich höchstens zwei bis drei Fäll«. Ein stärkeres Anwachsen zeigte sich im Januar und 3uni 1928 auf sechs Fälle, im Oktober gar auf 28 Fälle in verschiedenen Ortschaften. 3n diesem 3ahre sind zu verzeichnen u. a. im Februar 12, März 6, April 26 Fälle, davon allein 10 in Lauterbach, im Mai 33 Fälle, davon in Lauterbach 14, im 3uni zehn Fälle in 8 Ortschaften. 3n Schlitz kamen in letzter Zeit 42 Fälle vor. in den benachbarten
MM AW »NÄSS.
Vornan von Edgar Wallace.
39 Fortsetzung Nachdruck verboten
Aber weder das Badezimmer noch die Bettstelle nahmen seine Aufmerksamkeit gefangen, sondern der große, schwere Granitblock in der Mitte des Fußbodens. In dem würfelförmigen Stein von ungefähr dreiviertel Meter Durchmesser saß ein großer Stahlhaken, an dem eine lange, dünne Kette, gleichfalls auH Stahl, hing. Die Kette lief in Abständen von je einem Meter dutch drei Blei- tlötze, deren Gewicht Larry auf vielleicht zehn Pfund schätzte, und endigte in einer bronzenen Fußschelle.
„Ja," sagte Larry, „ich glaube, so ist es."
Er nahm den Fahring auf und versuchte erst den einen, bann den anderen seiner Schlüssel in dem kleinen Schlüsselloch, das durch einen Schieber verdeckt war, und atmete erleichtert auf, als der Ring sich öffnete.
„Gott sei Dank! Ich befürchtete schon, daß ich nicht den richtigen Schlüssel hätte."
Er blickte Harvey an, dessen Gesicht ein einziges Fragezeichen war.
„Was soll das alles bedeuten, Mr. Holt?", fragte der Sergeant verständnislos.
Der Operationssaal der „Toten Augen", war Larrys kurze Antwort.
„Wollen Sie damit sagen, daß diese Teufel —* Larry nickte. Er ging an den Wänden entlang und suchte vergeblich nach einem Platz, wo er den wasserdichten Beutel, den er in der Tasche hatte, verbergen könnte. Aber es war auch nicht ein einziger Riß in dem Mauerwerk zu sehen, und die Löcher, die in regelmäßigen Abständen in der Nähe des Fußbodens lagen, waren, wie er wußte, für diesen Zweck nicht zu gebrauchen. Dann fiel sein Auge wieder auf den Granitblock, und er stemmte sich mit allen Kräften gegen diesen. Langsam und mühevoll zog er ihn auf die Seite. Es war unnötig gewesen, einen Steinblock von solchem Gewicht in den Boden einzuzementieren.
„Helfen Sie mir mal, ihn umzulegen, Harvey", sagte er, und die beiden Männer legten den Block auf die Seite.
Er mar genau eingepaßt, und seine Auflagestelle war kaum zwei Zentimeter tiefer als der Fußboden, aber die Arbeiter hatten sich nicht die Mühe gemacht, diese zu glätten, und so hatte sich in dem Zement eine unregelmäßige, flache Vertiefung gebildet, die für Larrys Zwecke gerade groß genug war. Er nahm den wasserdichten Sack, der kaum größer wie ein Schwammbeutel war, aus seiner Tasche und steckte verschiedene Gegenstände hinein.
„Noch einen Handschellenschlüssel, Harvey", sagte er. „Hoffentlich haben Sie einen. Ich habe meinen im Bureau vergessen."
Harvey fand einen in seiner Westentasche. <* „Und das auch noch!" Er zog etwas aus der Tasche und legte es in den Sack. Dann machte er diesen so flach wie möglich, legte ihn in die kleine Vertiefung, die er gerade ausfüllte, und schob mit Harveys Hilfe den Block an seine ursprüngliche Stelle.
„Darf ich fragen, was das alles bedeuten soll?" fragte Sergeant Harvey mehr und mehr erstaunt.
Larry lachte, und in dem fürchterlichen Raum, der nie Gelächter gehört hatte, klang sein Lachen hohl und unheimlich.
„Ist der Diener mit in die Geschichte verwickelt?" fragte Harvey.
„Sicherlich nicht. Die Bande würde niemals einem Diener trauen," entgegnete Larry. „Nein, er hält sich höchstwahrscheinlich in den Räumen für die Dienerschaft auf und kommt nur nach den Herrschaftszimmern, wenn sein Herr zu Haus ist und nach ihm klingelt. Wenn Sie sich das Haus genau betrachten, werden Sie finden, daß es für einen ganz besonderen Zweck gebaut worden ist. Der Raum hier hat zum Beispiel in der Wandtäfelung Rohranlagen, um Luft hinein- und herauspumpen zu können, ein elektrischer Fahrstuhl geht von der Küche nach oben, eine privat« Treppe führt zu den Schlafzimmern lyib der Bibliothek in der oberen Etage. Meine Annahme ist — bis jetzt habe ich noch keine Gelegenheit gehabt, mich von ihrer Richtigkeit zu überzeugen —, daß der Diener und das ganze Personal tatsächlich in einem Teil des Hauses wohnen, der von diesem hier vollkommen getrennt ist. Haben Sie die Tür gegenüber dem, lassen His mich sagen, Maschinenraum, bemerkt? Rein?
Orten SandlvfS 12 und Huhdors 3. Die Zahl der für 3uli bisher in Betracht kommenden Fälle wird alsbald sestgestellt werden. Abgesehen von einzelnen Fällen, bei denen Krankheitserreger in Wurst und Fleisch vermutet wurden, ist sestzustellen, daß die meisten sonstigen Erkrankungen auf den Genuß von Milch- und Molkereiprodukten einer Molkerei zurückzuführen sind. Die Milch war häufig nicht pasteurisiert. Heber» Haupt scheint in diesem Betrieb eine starke Nachlässigkeit bei der Herstellung von Molkerei- vroduklen geherrscht zu haben. Mitte 3uli fand eine Besprechung zwischen den hessischen und preußischen Gesundheitsstellen statt, bei der die Mißstände in ernste Beratungen gezogen und strenge Kontrollmahnahmen eingeleitet wurden.
Eine Schützer Darstellung.
WSN. Schlitz. 28. 3uli. Soweit bet den P a - ratyphuserkranlungen die Stadt Schlitz in Frage kommt, wird folgendes bekanntgegeben: 3m Laufe des Monats 3uli sind 29 Erkrankungen an Paratyphus amtlich zur Kenntnis gekommen, mehr als 50 Prozent dürfen jedoch als geheilt gelten. Einschleppung kann zwar in mehreren Fällen nachgewiesen werden: im übrigen ist die Entstehungsursache unbekannt und man ist lediglich auf Vermutungen angewiesen. Das Trinkwasser, das chemisch und bakteriologisch untersucht wurde, ist völlig einwandfrei und kann deshalb als Gefahrenquelle nicht in Frage kommen. Von den maßgebenden Stellen ist Vorsorge getroffen worden, um eine weitere Verbreitung zu verhüten. Man kann sogar schon heute sagen, daß die Zahl der Kranken sich im Rückgang befindet.
Mordversuch in Nidda.
A Nidda, 28. 3uli. Am Samstagabend gegen 22.30 Llhr wurden aus der Gegend der Krötenburgsmühle, oberhalb der Stadt, laute H i l f e r uf e vernommen. Zur Hilfe eilende Bewohner der Mühle und aus den zunächst gelegenen -Häusern der Stadt fanden in der Nidda eine Frauensperson in großer Lebensgefahr. Es war die 27 3ahre alte Dienstmagd Martha Redwanz, aus Westpreußen gebürtig. 3hre Rettung war besonders schwierig, weil an dieser Stelle die Nidda sehr tief und das Llfer steil ist. Ein Knecht des Mühlenbesitzers Mann, Karl A h e r t, stieg auf einer Leiter ins Wasser, um die Magd herauszuholen. Sie hielt sich aber krampfhaft am Ast eines Erlenbusches so fest, daß es unmöglich war, ihre Hände aufzubrechen. Der Ast mußte erst abgesägt werden. Ganz erstarrt wurde die Llnglückliche, die über eine Stunde im Wasser gelegen »hatte, ans Llfer und in das Haus ihres Arbeitgebers gebracht. Sie gab an, von dem Knecht Kurt Mandel aus Berlin, der mit ihr bei demselben Landwirt seit zwei 3ahren hier bedienstet ist, an die Nidda geschleift und ins Wasser geworfen worden zu sein. Er habe ihr ein Taschentuch in den Mund gesteckt, das sie erst mit großer Mühe wieder entfernen konnte. Der Täter habe sich sofort nach der Ausführung seines Planes auf feinem Fahrrad nach Hause begeben und zu Bett gelegt. Er wurde noch in der Nacht von Hauptwachtmeister Knauh hier verhaftet? und gestand sein Verbrechen, ohne die Beweggründe dazu anzugeben. Der abscheuliche Mordversuch hat hier große Erregung und Entrüstung hervorgerufen.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
ck. Heuchelheim, 28. 3uli. Seit längerer Zeit scheinen die Verhandlungen des hiesigen Gemeinderats mit der Stadt Gießen über die Verlegung von Gas und Wasser nach Heuchelheim zum Stillstand gekommen zu sein. Es ist bedauerlich, d-'tz diese für jeden Heuchelheimer Bewohner so außerordentlich wichtige Angelegenheit keine schnellere Erledigung finden kann. Bekanntlich ist nach den vergeblichen, leider auch für die Gemeinde kostspieligen Bemühungen, eine eigene Ortswasserleitung zu bauen, der Plan gereift, von der Stadt Gießen durch besondere Zuleitung Wasser zu beziehen. 3m Rahmen der Verhandlungen wurde nun auch dem Gedanken einer Gasversorgung Heuchelheims von Gießen aus nähergetreten. Vor allen Dingen wurde die Frage aufgeworfen, ob es auch in finanzieller Hinsicht zweckmäßig sei, gleichzeitig mit der Wasserleitung auch die Gasleitung zu verlegen. Der Gemeinderat glaubte diese Frage nicht
allein entscheiden zu können und veranlaßte vor einigen Monaten eine Rundfrage, um festzustellen, in welcher Höhe sich die Einwohnerschaft am Gasanschluß beteiligen würde. Weiter hinaus ist die Angelegenheit noch nicht gekommen. Ein Teil der Einwohnerschaft ist jedoch der Meinung, daß die Wasser- und auch Gasversorgung Heuchelheims endlich greifbare Formen annehmen müsse. Daher hat sich vor einigen Tagen eine Gruppe von 3ntercffenten zusammengefunden, um insbesondere zur Gasfrage Stellung zu nehmen. Nach lebhafter Aussprache wurde ein Ausschuß gebildet, der auf Grund von Besprechungen mit den maßgebenden Stellen die Sache mit Nachdruck verfolgen soll, damit endlich auch die Gemeinde Heuchelheim in kürzester Frist mit Wasser und nach Möglichkeit auch mit Gas versorgt wird. Einmütig stellte der Ausschuß fest, daß der Gemeinde viele Kosten erspart bleiben, wenn die Wasser- und Gasleitung zusammen gelegt, wenn einmal nur die Straßen sowohl der Provinz, als auch die der eigenen Gemeinde aufgewühlt werden, einmal nur die Maueraufbrüche für die Zuleitungen her gestellt werden. Denn die Gasversorgung auf dem Lande ist heute im Zeichen der Ferngasversorgung nur eine Frage der Zeit. Wird daher die Gasleitung nicht zusammen mit der Wasserleitung verlegt, so hat die Gemeinde den Nachteil, bei der späteren Verlegung von Gasröhren höhere Linkosten zu tragen, die jeder einzelne Bewohner Heuchelheims doch wieder in_ Form irgendeiner Steuer zu tragen hat. Das örtliche Allgemeininteresse verlangt daher vom Gemeinderat, daß er sich bei den hoffentlich bald stattfindenden Schlußberatungen von rein sachlichen Erwägungen leiten läßt und entschieden in positivem Sinne zur Wasser- und Gasversorgung Stellung nimmt.
£ Wieseck, 29. Juli. Ein schwerer Motorradunfall ereignete sich gestern nachmittag gegen 4 Uhr in der Marburger Straße Ecke Lichtenauer Weg. Ein Motorradfahrer mit einem Mädchen auf dem Soziussitz kam in mäßigem Tempo von Lollar her. Ihm entgegen kamen Spaziergänger mit einem Schäferhund. Trotz mehrfachen Signals wich der Hund nicht von der Straße. Der Motorradfahrer wollte das wertvolle Tier nicht überfahren! und links vorbeifahren, was ihm aber nicht gelang. Der Hund sprang vor das Motorrad und wurde überfahren und ein Stück mitgeschleift. Das Motorrad stützte um und der Lenker kam unter die Maschine. Er erlitt Verletzungen an Händen, am rechten Bein und in der linken Seite. Seine Begleiterin erlitt ebenfalls Verletzungen an den Knien und am rechten Arm. Beide mußten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Dr. Schmidt, Wieseck, leistete die erste Hilfe und brachte das Mädchen nach Lollar in ihre Wohnung. Der Motorradfahrer konnte mit seinem leicht beschädigten Motorrad die Heimreise antreten.
Wirtschaft.
Leichterer Geldmarkt.
3n der Berichtswoche sind die Sätze für Lagesgeld erheblich zurückgegangen, während Monatsgeld unverändert teuer geblieben ist. Am Privatdiskontmarkt waren die Llmsähe infolge des kleineren Angebots nur gering bei unveränderten Notierungen. Die zum Medio eingetretene Anspannung hat sich schnell wieder gelöst, und besonders in den letzten Tagen der Berichtswoche ist die Erleichterung am Geldmarkt ziemlich stark gewesen. Dies hängt vor allem damit zusammen, daß die Verteuerung zum Medio nur als markttechnisch anzusehen war, daß die Rückzahlungen auf die Lombardkredite der Reichsbank wie auch der letzte Reichsbankausweis gezeigt hat, zu einem gewissen Abschluß gekommen sind, und daß durch den Abschluß mehrere Ausland anleihen (u. a. 6 Millio- nen-Dollar-Kredit der Berliner Derkehrsgesell- schast) größere Auslandgelder nach Deutschland geflossen sind. Dieser Erleichterung am Geldmarkt entsprach auch die in der Derichtswoche vorgenommene Ermäßigung des Reportgel d s a tz e s, wenn auch anzunehmen ist, daß ein Teil der für die Erntefinanzierung bereitgestellten Gelder als Reportgeld angelegt worden sind. Man kann unter diesen Lim ständen mit einem günstigen Verlauf des Llltimos rechnen, zumal die Reichsbank nach ihrem letzten Ausweis durch die über das normale Matz ein»
— Es war gar nicht so le'.cht, sie zu entdecken, denn sie paßte sich in jeder Weise der Wand an, ist aber in Wirklichkeit eine wunderbar maskierte Cisentür, führt direkt auf den Hof und von dort — vergessen Sie das nicht — in die Garage."
Harvey nahm seinen Sack mit Werkzeugen auf die Schulter.
„Das ist ein furchtbares Haus, Mr. Holt," sagte er schaudernd. „3n meinen ganzen fünf» unddreißig Dienstjahren hat mich niemals etwas so — so entsetzt, wie das Haus hier. Das kommt Ihnen vielleicht etwas lächerlich vor?"
„Ganz und gar nicht," sagte Larry ruhig. „3ch selbst finde keine Worte für die Empfindungen, di« mich in diesen Räumen beschleichen."
„Glauben Sie wirklich, daß hier alle die Leute umgebracht worden sind?"
„Davon bin ich fest überzeugt. 3n der Kammer da unten starb Gordon Stuart eines schmählichen Todes."
Sie gingen in die Vorhalle zurück. Dicht bei der Tür befand sich ein sehr schmales Fenster, das durch einen schweren seidenen Vorhang verdeckt war. Harvey schob ihn zur Seite.
„Da steht ein Auto vor der Tür," rief er. „Es ist gerade vorgefahren."
Larry ging zu ihm hin und blickte an seiner Seite durch das Fenster. Ein Mann war aus dem Taxi gestiegen und bezahlte den Chauffeur.
„Ehrwürden Mr. Dearbom," sagte Larry. „Außerordentlich interessant."
Larry zögerte nur eine Sekunde, bevor er die Tür öffnete und hinaustrat. Ehrwürden 3ohn Dearbom war von dem Wagen auf das Haus zugegangen, und seine Hand lag schon auf der Klinke des eisernen Gttters, als er plötzlich das Haupt senkte, wie jemand, der sich an etwas erinnert, und dem Chauffeur zuwinkte.
„Hören Sie mal, lieber Freund," sagte er. „3ch kann Sie nicht sehen, sind Sie noch da?"
„3a, Sir," erwiderte der Mann.
„Es fällt mir gerade ein, daß ich noch nach dem Postamt fahren muß. Wollen Sie mich dahin bringen?“
Seine Hand streckte sich suchend aus, der Chauffeur ergriff sie, beugte sich zurück und öffnete die Wagentür,
Berlin,
getretene Entlastung einen breiten Spielraum füt ihre Kreditgewährung zum Llltimo hat.
Liegen somit die Verhältnisse auf dem inländischen Geldmarkt nicht ungünstig, so könnten doch von außen durch die anhaltenden Sch wie. rigkeiten der Bank von England gt, wisse Einflüsse in Richtung einer Verschärfung der Geldmarktlage sich geltend machen. Die Lage der Dank von England gibt zu Bedenken Anlaß, und die Aufforderung des englischen Zj. nanzministers an die City, in der Hergabe eng. lischer Kredite an das Ausland zurückhalten!» zu sein, läßt erkennen, daß die Bank von Eng. land an ihrem derzeitigen Diskontsatz 'nur fest, halten kann, wenn Auslandanleihen am Londoner Geldmarkt vorläufig nicht emittiert wer. den. Man muh in diesem Zusammenhang berücksichtigen, daß gerade die gegenwärtigen Bedingungen des Neuyorker Geldmarktes Deutsch, land veranlassen, soweit als möglich seinen Gell- bedarf in London zu decken. Eine Diskontheraufsetzung der Bank von England müßte nicht unmittelbar eine Diskont, matz nahm« der Reichsbank zur Folge haben, dazu ist die bestehende Zinsmar^e noch groß genug, aber die Erleichterung, die sich am internationalen Geldmarkt angebahnt hatte, würde dann einer Versteifung Platz machen.
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* Die amtliche Großhandelsindex- ziffer. Die auf den Stichtag des 24. 3uli berechnete amtliche Grvhhandelsindexziffer deg Statistischen Reichsamtes ist mit 137,6 gegenüber der Vorwoche (138,2) um 0,4 Prozent zu- rüdgegangen. Von den Hauptgruppen hat die 3ndexziffer für Agrarstoffe um 1,4 Prozent auf 131,5 (133,3) und die Indexziffer für Kolonialwaren um 0,4 Prozent auf 129,1 (129,6) nachgegeben. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0,2 Prozent auf 131,5 (131,3) leicht gestiegen, während diejenige für industrielle Fertigwaren mit 157,3 gegenüber der Vorwoche unverändert geblieben ist.
• ilnberänberter Stand der Arbeitslosigkeit. Nach den endgültigen Berichten der Landesarbeitsämter hat der Ar« beitsmarkt in der ersten Iulihälfte feine nennenswerte Entlastung mehr erfahren. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung sank nur noch um rund 2000 Personen, oder 0,3 v. H. Etwas stärker war der Rückgang bei den Beziehern der Krisenunterstützung, die sich vom 1. bis 15. 3uli um 15 000 Personen verminderten. Demnach hatten wir Mitte Juli in der Arbeitslosenversicherung rund 720 000, in der Krisenunterstützung 191000 Llnterstühte.
• Rheinische A. G. für Braunkohlenbergbau und Drikettfabrikation, Köln. Die G.-V. genehmigte einstimmig den Abschluß mit wieder 10 Prozent Dividende. Zu der vorgeschlagenen Llmwandlung der 7,2 Mill. Mark Vorzugsaktien in Stammaktien führte S i l- verberg aus, daß die Gesellschaft eine bet ersten Firmen gewesen sei, die vor 10 Jahren Vorzugsaktien geschaffen habe, um sich vor der Geldentwertung und der Lleberfrerndungsgefahr zu schützen. Man wolle nunmehr als eine dec ersten Gesellschaften diese Vorzugsaktien wieder beseitigen. Man habe mit einem Konsortium unter Führung der Deutschen Bank seinerzeit Dcr- träge abgeschlossen, nach denen die Vorzugsaktien mit 110 Prozent zurückzukaustrn seien. Man habe jedoch den Dorzugsaktionären entgegenkommen wollen und ihnen nunmehr die Llmwandlung zu günstigeren Bedingungen borgeschlagen. Die Vorzugsaktionäre hätten die Goldumstellung mitgemacht, Zinsverluste erlitten und eine hohe Vermögenssteuer getragen, ohne einen Ausgleich in der Bewertung ihres Vermögens wie die Stammaktionäre zu bekommen. Aus Aktionärskreisen erfolgte Kritik an der von Silverberg dargestellten Behandlung der Vor- zugsaktionäre. Ein gleiches Recht auf loyale Behandlung hätten auch die Obligationäre. Weiter wurde angeregt, den Vorschlag zur ilnv Wandlung nochmals mit den betreffenden Banken zu beraten und ihn einstweilen von bet Tagesordnung zurückzuziehen. Don der Verwaltung wurde erwidert, daß man den Vorschlag mit allen Beteiligten eingehend beraten hak und nicht gewillt fei, die Beschlußfassung Über diesen Punkt der Tagesordnung zu vertagen. Dct Antrag auf Zurückstellung wurde gegen 5684 Stimmen dreier Aktionäre abgelehnt und bt Llmwandlung der Vorzugsaktien mit dem glei-
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Bevor Larry die Stufen Hinunterkomma konnte, fuhr das Auto schon fort. Larry dreh« sich mit einem halben Lächeln um.
„David 3udd kann ruhig warten," sagte ck leise.
„David 3udd!" wiederholte Harvey ungläubig.
„David 3udd!" sagte Larry von neuem. „Der kann behaupten, daß wir nicht in einem Zeil- alter von Zeichen und Wundem leben, wo der Blinde sehen kann wie 3ohn Dearbom, wo David Iudd, tot und begraben, in London in einer Autotaxe spazierenfährt. Harvey, es giM wirklich einen großen Detektiv in unserer Stadt'
„Ganz sicher, Sir," sagte Harvey begeistert „Lind sein Name ist Holt."
„Noch nicht, aber hoffentlich sehr bald," sagte Larry sehr leise.
35.
„Warten Sie mal," rief Larry — Sergeant Harvey war gerade im Begriff, dies Haus brf Todes zu verlassen—. „Vielleicht bekommen Dir nicht so bald wieder Gelegenheit, das Grundstüä in Ruhe durchsuchen zu können. 3ch möchte bot noch die Seitentür untersuchen." Er ging vorc« nach der Geheimtür im Salon, schloß sie hinter sich, schritt dann die Stufen hinab und blieb c" der Wand dem Maschinenraum gegenüber stehen
„3ch glaube, hier muß die Tür nach dem sein," sagte er und ließ das Licht seiner Tasch*' lampe über die Wand streichen.
Das Schlüsselloch war sehr schwierig zu finden aber endlich fand er es dicht über dem Fuß' hoben in der rechten Ecke. Wie erwartet, gin( diese auf einen überdachten Weg, der von beo Hof nach der Straße lief.
„Verteufelt geschickt," sagte er in ehrlicher Bewunderung.
Vom Hofe aus betrachtete er sich die Mauel und die Tür, durch die sie eben gekommen waren Richts erinnerte an eine solche. Man sah nur eine Art Fenster, das aus vier Mattglasscheider bestand, in der natürlichsten Art der Welt i’ der Wand angebracht und dessen genfterbret mit Blumenkästen geschmückt war.
„Sieht weiß Gott nicht aus tote eine Tür, sagte Larry und fügte noch einmal hinzu: ,,2<r' wünscht geschickt gemacht!" (Fortsetzung folgt! j
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