schon 15 Personen suchen, mit 6 Lampen sogar 63. Die Leistungsfähigkeit der Anlage steigt noch bedeutend, wenn man eine sogenannte Flackervorrichtung verwendet, so daß also die Lampen sowohl ruhig brennen als auch Flackerlicht geben können. Dann kommt man mit 4 Lampen auf 80 Personen und mit 6 Lampen auf 728 Personen. Wie schon bemerkt, lassen sich solche Anlagen bei allen selbsttätigen Hausfernsprechanlagen einbauen. Das bedeutet aber keine wesentliche Einschränkung in ihrer Anwendungsinöglichkeit, denn Hausvermittlungen gibt es schon für 10 Teilnehmer, und zwar sind solche sogenannten „Kleinautomaten" nicht größer als etwa ein Apothekenschränkchen. Linser Bild 2 zeigt eine solche selbsttätige Klcin- vermittlung mit dem Zusahkasten für die Such- anlage in einem Pförtnerzimmer.
Kirche und Schule.
Zreie vollskirchliche Vereinigung für Hessen.
Sn Frankfurt a. M. fand dieser Tage die aus ollen Teilen des Landes zahlreich besuchte Jahres-Hauptversammlung der Freien volkskirchlichen Vereinigung für Hessen unter dem Vorsitz von Pfarrer Dr. Müller. Rüsselsheim, statt. Don der Kirchenregierung war anwesend Geheimerat Stroh, Darmstadt.
Der Vorsitzende erstattete zunächst den Sahres- bericht von 1928. Das Sahr zeigte eine reichliche Tätigkeit in Versammlungen und Sitzungen, nicht nur anläßlich der kirchlichen Wahlen. Die Mitgliederzahl ist etwas gestiegen. Verstorben sind 4 Mitglieder, eingetreten 21. Dos Gedächtnis der Heimgegangenen Geh. Forstrat Reih, Darmstadt, Rechnungsrat Rothermel,Darmstadt, Oberbürgermeister i. R. (Söttetmann, Mainz, und Pfarrer B o n i n , Worfelden, wurde in der üblichen Weise geehrt. An den Jahres- bericht schloß sich eine Aussprache an.
Pfarrer Hartmann, Groh-Arnstadt, gab den Kassenbericht.
Der Vorsitzende hielt alsdann ein Referat: „Rückblick und Ausblick". Das Evangelium Sesu und eine Kirche, in der es laut und rein für die Gegenwart verkündigt wird, war der Standort für beides. Der künftige Superintendent von Starkenburg dankte dabei seinen Mitarbeitern in den letzten sieben Sohren seines Vorsitzes in der Vereinigung. Der Ausblick erhofft bessere Zeiten mit weniger Schwierigkeiten, besonders auch auf wirtschaftlichem Gebiet für die Pfarrer. Cs gelang der Gruppe, auch in der Kirchenregierung die ihr gebührende Stellung zu erholten. Sn der Pflege des sozialen Gedankens gelte es, die ewigen Werte den der Kirche Der- lorengegangenen wieder lieb zu machen und in den-Gemeinden für die Ostasienmission und den Diakonieverein zu wirken. Die in der neueren Theologie' vielleicht aufkommende Gefahr eines eschatologischen Pessimismus sei mit dem Geist Luthers und Speyers 1529 zu bekämpfen.
Rach dem mit starkem Bei fall aufgenommenen Vortrog dankte einer der Gründer der Vereinigung, Geheimerat D. Berger, Darmstadt, mit herzlichen Worte dem nun aus dem Amt des Vorsitzenden scheidenden Oberkirchenrat D r. Müller, als einem theologisch festfundierten, bekenntnisfreudigen, dabei auch dem Gegner gerechtwerdenden sachlichen Manne. Unter ihm erhielt die Vereinigung einen neuen Aufschwung. Seine herzlichen Segenswünsche fanden starken Beifall und wurden herzlich von dem scheidenden Vorsitzenden erwidert.
Der Vorstand tonröe neugewählt: aus der Provinz Oberhessen gehören ihm an: Oberstudiendirektor Faber, Friedberg; Pfarrer Hechler, Alsfeld; Professor Hepding, Gießen: Lehrer Heusohn, Lorbach; Dekan a. D. D. Saudt, Friedberg, und Dekan Schmidt, Grünberg.
Große Strafkammer Gießen.
* Gießen, 28. Mai. Sn der Strafsache gegen R. wurde heute vormittag in der Vernehmung der Geschädigten, meistens Arbeiter und kleine Handwerker, fortgefahren. Sie schilderten, wie es die Angeklagten verstanden hatten, ihr Vertrauen zu gewinnen, und wie sie dann nach Hereingabe der verlangten Hypothekenbriefe und der Wechsel von H. unb R., so oft sie in ihrer Bedrängnis wegen des versprochenen Geldes vorsprachen, meist wieder mit leeren Händen und Taschen fort- geschickt oder schließlich durch Auszahlung kleinerer Beträge vertröstet wurden, bis ein großer Teil von ihnen nach Prolongierung ihrer dem Angeklagten gegebenen Geldbeschaffungsakzepte schließlich feststellen mußte, daß sie nennenswerte Gegenleistungen überhaupt nicht erhalten hatten, dagegen aber in mehrfacher Hinsicht, nämlich aus
ihrer Hypothek, ihren Wechseln und manchmal auch noch aus ihrem Giro, das sie auf den von dem Angeklagten anstatt baren Geldes empfangenen Wechsel gesetzt hatten, in Anspruch genommen wurden, wodurch sie zum Teil ganz erheblichen Schaden erlitten.
Zu den einzelnen Fällen werden dann die Buchsachverständigen gehört, die die Konten, soweit solche vorhanden, nachgeprüft hatten. Sie äußerten sich auch gutachtlich über die Buchführung der Angeklagten und faßten sich dahin zusammen, daß von einer Buchführung keine Rede fein könne; sie sprachen ihr vielmehr jegliche Beweiskraft ab.
Der Staatsanwalt beschäftigte sich zunächst mit den persönlichen Beziehungen von H. und R. zueinander. Er führte dann unter Hinweis auf die höchstrichterliche Rechtsprechung aus, daß auch der Angeklagte R., den er nach einer Zeugenaussage als die treibende Kraft in geistiger Beziehung bezeichnete, strafrechtlich ebenso verantwortlich sei, wie der frühere Mitangeklagte H. Auch R. müsse wegen betrügerischen Dankerotts bestraft werden. Dann ging er auf die Beurteilung der einzelnen Fälle über und beantragte, die Berufung des R. kostenfällig zu verwerfen, die in erster Snstanz ausgesprochene Verurteilung des R., abgesehen von einem Fall, in dem er Freisprechung beantragte, aufrechtzucrhalten, im übrigen aber R. in noch vier weiteren Fällen, in denen er bisher freigesprochen war, wegen An- treue zu bestrafen.
Ter Verteidiger bestritt, daß R. in der Absicht der Gläubigerbenachteiligung die Bücher unübersichtlich habe führen lassen, er könne höchstens wegen eines Konkursvergehens bestraft werden. Die Entscheidung hierüber überlasse er aber dem Gericht. Darauf behandelte er in tatsächlicher und rechtlicher Beziehung die einzelnen dem R. zur Last gelegten Straffälle und beantragte insoweit die Freisprechung des R., da ihm bezüglich keines Falles eine strafbare Handlung ausreichend nachgewiesen werden könne.
Der Angeklagte R. bat das Gericht, ihm fein Recht zu geben. Ec habe sich nicht strafbar gemacht, denn er habe alles getan, was er habe tun können, damit niemand von den Kunden Schaden erleide, was auch nie in seiner Absicht gelegen habe.
Rach mehrstündiger geheimer Beratung verkündete kurz vor 10 Ahr abends das Gericht folgendes Urteil. R. wird wegen Konkursvergehens, Betrugs in einem Fall und Untreue in acht Fällen zu einer Gesamtstrafe von 1 Sahr 4 Monat Gefängnis verurteilt. Auf die Strafe wird 1 Sahr der erlittenen An- tersuchungshaft in Anrechnung gebracht. Sm übrigen wurde R. freigesprochen.
Wirtschaft.
Oie Erhöhung der Bankzinsen.
Während man ursprünglich annahm, daß die Berliner Stempelvereinigung lediglich die Debetzinsen unter grundsätzlicher Aende- rung der bisherigen Berechnungsart erhöhen würde, hat sie beschlossen, die Debet- und Kreditsätze um 1 Prozent zu erhöhen. Der Beschluß ist einstimmig gefaßt und sofort den Bankiervereinigungen im Reich übermittelt worden. Wenn diese Erhöhung per 1. Suni in Kraft tritt, so werden sich von diesem Zeitpunkt ab die Mindestsätze für Sollzinsen auf 9,5 Prozent, die Habenzinsen für Konten in provisionspflichtiger Rechnung auf 5,5 Prozent, für provifionsfreie Konten auf 6 Prozent stellen. Bei den Sollzinsen tritt noch die übliche Provision von V6 Prozent pro Monat hinzu. Es war schon seit längerer Zeit mit diesem Schritt der Banken gerechnet worden, und der Vorschlag der Berliner Stempel- Vereinigung bildet infolgedessen keine lieber« raschung. Die Gründe zu diesem Schritt entbehren nicht einer gewissen Mrrechtigung, so bedauerlich auf der anderen Seite die Verteuerung der Bankgelder für die Wirtschaft im gegenwärtigen Zeitpunkt auch fein mag. Die Debetsähe der Banken richteten sich bisher immer nach dem Reichsbankdiskont, der als der Landeszinsfuh zu gelten und als solcher der tatsächlichen Lage des Geldmarktes zu entsprechen hat. Die durch die von der Reichsbank durchgeführten Kreditrestriktionen eingetretenen Verhältnisse haben jedoch diese Bedeutung des Reichsbankdiskontsatzes für die Debetsätze der Banken aufgehoben, insofern als der Reichsbanksah nicht mehr den Sätzen des Geldmarktes entspricht, sondern im Gegenteil nicht unbeträchtlich hinter den Sätzen des offenen Marktes zurückgeblieben ist. Mit andern Worten, der derzeitigen Lage des Geldmarktes würde ein höherer Diskontsatz der Reichsbank als der gegenwärtige entsprechen. Diese Lage hat sich bei den Banken dadurch bemerkbar gemacht, daß die täg
lich fälligen Gelder, für die die niedrigeren Ein- 1 nahmesähe gelten, in letzter Zeit immer stärker in die höher verzinslichen (9 Prozent) langfristigen Gelder umgewandelt worden sind. Der Schritt der Banken bedeutet nichts anderes als die Angleichung ihrer eigenen Zinspolitik an die tatsächlichen Verhältnisse des Geldmarktes, die durch Angebot und Rachfrage bestimmt werden. Wenn die Reichsbank bei befriedigender Auswirkung ihrer Reftriktionspolitik diese wieder aufheben wird, so ist aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer Diskonterhöhung zu rechnen, der dann durch die Erhöhung der Dankzinsen um 1 Prozent von den Banken bereits Rechnung getragen wäre. Sn diesem Falle würde dann wieder die feste Relation der Debetzinsen zum Reichsbankdiskont Platz greifen, d. h. 1 Prozent über dem jeweiligen Reichsbankdiskont. Aebrigens sollen die Sparkonten bei den Danken, wie bisher, mit 6 Prozent verzinst werden.
* Aebernahme von deutschen Kunstseideaktien durch die Fisa. Anläßlich der für den 28. Mai bevorstehenden Einführung von Zertifikaten von Altien der Fisa zu Paris (Societe Financiere Snternationale de la Soie Artificielle) wird in dem bei dieser Gelegenheit ausgegebenen Prospekt mitgeteilt, daß ungefähr die Hälfte des Kapitals der Gesellschaft in Kunstseideaktien der verschiedensten Unternehmungen angelegt worden ist, und zwar in der Hauptsache in Aktien der folgenden Unternehmungen: Glanzstoff, Bemberg, Enka, Tubize und Tomaszow.
* Die Beschäftigungslage bei den Opelwerken. Die Opelwerke in Rüsselsheim beschäftigen zur Zeit eine Belegschaft von ungefähr 12 000 Mann, gegen 13 500 Mann zur selben Zeit des Vorjahres. Die arbeitstägliche Automobilproduktion beläuft sich auf etwa 250 Wagen. Das Werk ist auf eine Produktion eingestellt, die ungefähr das Doppelte dieser Ziffer beträgt. Fahrräder werden zur Zeit täglich 2000 hergestellt. Hier könnte die Tagesproduktion etwa dreimal so groß fein, wenn der technische Betrieb voll ausgenuht würde. Wie man hört, hängt der hinter ber Höchstleistung zurückblei- bende Amsatz damit zusammen, daß infolge des strengen Winters und der allgemein schlechten Wirtschaftslage eine Absatzstockung auf dem Auto- und Fahrradmarkt eingetreten ist.
* Frankfurter Maschinenbau A. - G. d o r in. Pokorny & Wi t tekind, Frankfurt a. M. Die gestrige G.-V. genehmigte den bereits bekannten Abschluß dieser Gesellschaft für das Geschäftsjahr 1928, wonach eine Dividende
• 'non 4 Prozent (i. V. 6 Proz.) auf 6,6 Mk. Millionen Stammaktien und wieder 6 Prozent auf 318 000 Mk. Vorzugsaktien zur Verteilung gelangen.
* Zell st off-Fabrik Waldhof, Mannheim. Sn der gestern abgehaltenen a. G.-D. wurden die Anträge der Verwaltung einstimmig genehmigt und dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Wie -bereits bekannt, werden aus dem 4 740 585 Mk- betragenden Reingewinn 7 Prozent Dividende auf 700 000 Vorzugsaktien Lit. A, 6 Prozent auf 1 825 000 Vorzugsaktien Lit. B, 131/s Prozent Dividende auf 30 150 000 Mark Stammaktien, 4,5 Prozent Zinsen auf 590 000 Mk. Genußrechte und 1,5 Prozent Tilgung auf 590 000 Mk. Genußrechte ausgeschüttet, 150 000 Mk. der Hinterbliebenen-, Mters- und Snvaliden-Anterstützungskasse zugewiesen und der verbleibende Rest von 376 685 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen. Heber die Aussichten des laufenden Geschäftsjahres äußerte sich der Vorsitzende recht befriedigend.
* Bürbach Kaliwerke A.-G. Sn der G °V. der Bürbach Kaliwerke A.-G. wurde der Abschluß für 1928 (12 Prozent Dividende) genehmigt. Wenn nicht außergewöhnliche Amstände das Kaligeschäft stark schädigen würden, hätten die Aktionäre in Zukunft mit einer Mindestdividende von 10 Prozent zu rechnen, und auch die Aufrechterhaltung der 12prozentigen Dividende sei wahrscheiülich.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 29. Mai. Tendenz: freundlich. — Nachdem der Ultimo reibungslos überwunden ist, schritt die Spekulation zu Rück- deckungen und auch verschiedentlich zu Reuenga- gements. Die Stimmung war freundlich und zuversichtlich, da auch die Aufträge von feiten des Auslandes weiter an Umfang zunehmen. Das Geschäft nahm, namentlich in Spezialwerten, recht lebhafte Form an, und es traten hier teilweise ganz erhebliche Besserungen ein. QLber auch die Rebenmärkte wurden hiervon mitgezogen, und die Gewinne gingen gegenüber der gestrigen Abendbörse bis zu 2 Prozent. Auf der anderen Seite machte der 1 unveränderte Stand der Reparationsverhazid-
lungen kaum einen. Eindruck. Wan steht den Verhandlungen immer noch pessimistisch gegenüber. Die Geschäftstätigkeit wurde dadurch kaum berührt, im Gegenteil, die Kulisse schritt in vereinzelten Werten weiter in beträchtlichem Ausmaße zu Snteressenkäufen. Am Geldmarkt war Geld stark gesucht, jedoch machte sich eine gewisse Entspannung bemerkbar. Sm Vordergründe des Snteresses standen wieder Elektrowerte, doch erweiterte sich der Kreis der Favoriten, für die auch heute das Ausland größere Rachfrage bekundete. Chade- Aktien eröffneten 11 Mk., Bergmann 5 Prozent, Siemens 5.5 Prozent, Rheag 3 Prozent, Elektrische Lieferungen und Schuckert je 2,5 Prozent höher. AEG. lagen dagegen etwas im Hintergrund und gewannen nur 1,25 Prozent. Auch Kaliwerte waren weiter gefragt und bis etwa 4 Prozent fester. Sntercffe bestand noch für Zell- stoffwerte, die bis 3,5 Prozent anztehen konnten. Die regere Bautätigkeit hatte auch für Bauunter- nehmungen lebhafte Rachfrage zur Folge. Banken still. Am Montanmarkt gingen die Besserungen nur bis 1,5 Prozent. Auch am Rentenmarkt war die Geschäftstätigkeit etwas reger. Deutsche Anleihen lagen erheblich höher. Von Ausländern waren nur vereinzelte Werte gefragt. Sm Verlaufe machte die Befestigung Fortschritte. Die Spekulation schritt weiter zu Deckungen, und die Kurse zogen erneut an. Besonderes Snteresse wandte sich auch heute dem A.E.G.-Markt zu, bei einem Gewinn von 2,5 Prozent. Stürmische Nachfrage setzte auch plötzlich am Farben markt ein, und die Kurse konnten sich um 2 Prozent befestigen. Die übrigen Märkte lagen jedoch teilweise nur gut behauptet. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen. Die Mark war fest. Man nannte: Mark gegen Dollar 4.1938, gegen Pfund 20.331, London gegen Kabel 4.8502, gegen Paris 124.06, gegen Mailand 92.65, gegen Madrid 34.25, gegen Holland 12.0613.
Berliner Börse.
Berlin, 29. Mai. Schon der heutige Vormittagsverkehr war nach der glatten Abwicktüng des gestrigen Liquidationstages freundlich, und die Börse eröffnete in ebenfalls recht freundlicher Stimmung. Vereinzelt lagen Kauforders vor, und die Spekulation nahm, wie bereits gestern abend, weitere Rückkäufe und einige Meinungskäufe vor. Aus Paris war nichts neues zu berichten. Anregend wirkte der ununterbrochene Rückgang der Arbeitslosigkeit. Auch die feste gestrige Reuyorker Börse stimmte freundlich. Rur am hiesigen Geldmarkt konnte man eine stärkere Nachfrage feststellen. Tagesgeld war mit 8 bis 10 Prozent, Monatsgeld mit 10 bis 11,5 Prozent gesucht. Der .Ultimo dürfte kaum noch Schwierigkeiten bereiten. Sm Vordergründe standen Elektroaktien unter Führung von AEG., Bergmann, Siemens und Schuckert; ferner Spritaktien auf Zusammenschlußversionen in der Drauindustrie, Polyphon, Kaliwerke, die wieder von Frankreich gekauft wurden, und verschiedene andere Spezialwerte. Auch Farben waren lebhafter und fester. Kunstseidenwerte waren auch heute gefragt. Sehr fest lagen Schubert & Salzer plus 12,5 Proz. auf den großen amerikanischen Auftrag, auch Reichsbank, die 5 Proz. gewannen. Sarotti plus 4 Proz. und Körting waren gefragt, ebenfalls Schuckert auf die höhere Dividende und den guten 03erid)t. Schwach' lagen nur Sunghans bei einem Verlust von über 4 Proz. Deutsche Anleihen lagen fester. Ausländer nicht einheitlich. Pfandbriefe still und bis jetzt kaum verändert. Nach den ersten Kursen blieben AEG., Kaliwerke und RWE. gefragt und konnten 1 bis 2 Proz. anziehen. An den übrigen Märkten schritt die Spekulation eher zu kleinen Glattstellungen, so daß sich die Kurse nicht überall behaupten konnten.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 29. Mai. Der Produktenmarkt verkehrte heute auf das anhaltende schwächere Ausland in weiter ausgesprochen flauer Haltung. Käufer und Verkäufer halten sich im allgemeinen sehr zurück, jedoch kommt für Brotgetreide, für Futtermittel und auch vereinzelt für Mehl größeres Angebot heraus, das aber nur bei weiter nachgebenden Preisen Absatz findet. Weizen und Roggen verloren je 0,25 Mk, Hafer 0,50 Mk. Die übrigen Mehle und Futtermittel ebenfalls 0,25 Mk. rückgängig. Cs wurden notiert: Weizen 23,25 bis 23,50; Roggen 22; Sommergerste für Drauzwecke 23; inl. Hafer 22,50; Mais (gelb) für Futkerzwecke 20; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 31,50 bis 32; Roggenmehl 28,25 bis 28,75; Weizenkleie 11,75; Roggenkleie 12,25 Mk. Tendenz: flau.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. —^Reichsbankdiskonl 7,5 Prozent, Lombardzinssuh 8,5 Prozent.
Frankfurt a. M.
Berlin
Frankfurt a M.
Berlin
Schluß- Kure
1-Uhr- Kur«
Schluß- Kurs
Anfang Kurs
Schluß- Kurs
I Uhr- Kur«
Schluß- Kurs
Anfang- Kurs
Datum
28.5.
29-5-
28 5-
29 5.
Datum
28-5-
29 5.
28- 5.
29- 5-
6% tt. fieidjiarUei^e d. 192? . Dt. Anl.-Ablös.-Schuld mit All?
los.-Nechten.........
LeSgl. ohne Slu6lof.-91e<fite . . .
1% Frantz. Hyp^Bk. Goldps. vn
kündbar bis 1932.......
iVi% Rheinische Hyp^Barik Lian..
Goldps............
CI.C.©. abg. Bortriegk-Obllgation. rückzahlbar 1932 .......
4% Schweiz. Bunderb^AnI.. . . *% Lesterrelchische Goldrte.. . .
4,20% Dcflen. Cilberrte.....
4% Oesterreich, einheit!. Rlc. . . 4% Ungarische Goldrte......
4% Ungari che Slaatir, v. 1910 . 4'/,% deigl.non 1912.....
4% Unaarische Krönende.....
4% TiM. Zollanlethe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbohn-Anl..
Serie I...........
4% deSgl. Serie II.......
L% Rumänen convert.Rte. . . - 4%% Rumänen Doldonl.von 1913
lWg. Deutsche Eisenbahn . . VA Hamburg-Amerika Paket ... 8 Hamb.-Eüdom. Dampssch. . . 8 Hansa Dampsschtzs ..... 10 Norddeutscher Lloyd.....8
vlllg. Deutsche Ereditartst. . . 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner HandelSgeselssch. . . 12 Commerz, und Privot-Bank. 11 Darmft. u. Nationakbank . . 12 Deutsche Bank......10
Dttkonto-Geseltzchasi Dnt.. . 10 Dresdner Bank......10
Mitteldeutsche Eredltbau! ... 9 Meiallbank ......... 8 Reichsbank ........ 12
87,25
51
9,4
88
76
100,25
2,5
1,7
7,8
115,5
105
121
211
184
256.25
160
151,5
157,5
301,5
1 1 1 Ei 1 1 1 1 1 1 3! 1 1 1 1 Illi | | | I | 1 1 1 1 1 I I ä 1 1
87,5
51
9,4
92
2,45
22 20
21
8,8
8,6
8,8
16,5
11475
140 104,65 120,9 124,5 209,5
182 254,13 159,25
151
157
181
298,5
51
9,7
22,25
1,75
116,4
106,25
122,75
125,5
212,5
183,25
257.25
151,5
152.5
158,25
305,5
Lt.E.ts.............
Bergmann .........9
Elektr. Lieferungen.....10
Licht und Kraft......10
gelten & Guilleaume..... C
Ges. f. Elektr. Untern.. ... 10
Homb. Elektr. Werke .... 10
Rhein. Elektr.........9
Schief. Elektr........10
Siemens 4 Halske . • • • • 12 TranSradio...... 8
Lahmeyer 4 Go.......10
Buderu«..... 6
Deutsche Erdöl ....... 6
Gelsenkirchener . . • |. Vi 3- 4
Harpener..........6
Voesch Eisen.........k
Ulfe Bergbau ........ k Klocknerwerke ...... ».7
Mannesmann........k
Mansselder.........r<
cberschles. Etzenb. Bedarf. . , 5
Oberschles. Koköwerke.....C
Phönix Bergbau......5%
Rheinische Braunkohlen... 10
Nheinstahl . . . f. % Jahr 4 Yt
Riebeck Montan......7,2
Vereinigte Stahlw......6
Kali Aschersleben ..... 10
Kaliwerk Salzdetfurth ... Id
3. G. Farben-Industrie... 12 Dynamit Nobel ....... 6
Scheideanstalt ...... 9 Goldschmidt ........ b
RütgerLwerke ....... .6
Metallgesellschast. ..... 11
191,5
157,75
214,5 135 213
-
243,75 377
166
70 113
130,5 137
210
97
116,5
122,5
87,5 287
113
234,5
240 393
246,5
78
85
126
192.75 217
216
137
163
246
382
130
136,5
117,25
123.75
89
114,5
92,25
237,5
243.5
247
—
78,5
127,5
189,25
207,75
154
210,5
135
212,25
136.75
159 178,13 239.25
372.5
156 .164,13
69,75
111.5
129 .133,9 113,13
210
97
111.9
115,25
121,25
80,25
102
88
286
111,75
92,5
64.25
231
236,5
387.4
242 112,25
78,25
85
125
193
217
159.5
216.5
135,6
218,5
181,75
246,5
384
156.9
72.5
113
130.25
136,5
209
98,5
113.75
117,5
123
81,25
103,75
89,25
287,75
114,75
92,75
65,25
236,5
243,55
395,5
1 246,75
114,5
79.IE
86,6
Frankfurt a.M.
Berlin
Berlin 28- Mai
Geld
Brief
16,35
168,16
21,91
111,43
58,81
2,52
111,78
80,69
59,31
12.397
72,85-
- Sranffui Auszahl
Hui 168,84 21,99 111,87
59,05 2,54 112,22
81,01
59,45 * 12,467
73,15 t a. M.
ung.
Schluß- Kurs
1-Uhr. Kurs
Schluß- Kurs
Anfang
Kurs
tyiuiijuiuiyt: Holländische (italienische Norwegische
Noten......
Datum
28-5-
29-5-
28-5.
29 5.
Noten......
Pyulpp Holzmänn......<
Heidelberger Cement .... 10
Gement Karlstadt......8
Wayß 4 Freitag......10
Schultheis Pahenhoser ... 15
Cflwetlc.........1-
Vcr. Glanzstoff ...... 18
Bemberg.........H
Zellstoff Waldhof.....11
Zellsiois Aschaffenburg . . . 12
Charlottenburger Wasser ... 7
Dessauer Gas........8
Daimler Motoren......0
Deutsche Maschineu-Fabrik . . 0
Lldlerwerke Klever......6
Ludw. Loewe.......10
Rat. Automobil ....... 0
Crcnfteln 4 Koppel e . • • . 6
Bamag-Mcguiu ....... 0
Franks. Maschinen......6
Gritzncr...... • • • 1>
Heyligenstaedi ....... 0
Mainkraftwerke ....... 8
Miog...........10
Rekarsulmer........8
PeterS Union ........ 8
vebr. Roeder ....... 10
Voigt 4 Haefsner......8
Südd. Zucker........8
Dan
110
134,75 173
427
180
52
51,5
75
112,13 106
119
115
110
209
148,75
knoten
4» roui <x>
i i l 1 i i i i i i i i i i i i i ä i i i i aiZ i i i i s i i
107,75
106
292,75
236
424
332
246,5
177
201
52
48,75
43,5
194
28
85
284,75
51,5
75.65
119
114
209
149
110,25
298
243,75
434
340
251,5
179,5
109,25
204,9
51,6
49.9
44
198
28,5
87,5
290
119,5
2
2
Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schweizer Skdten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . -
Devisenmarkt Berlin
Telegraphische
28. Mai
29. Mai
Amtliche Notierung
Geld 1 Briet
Amtliche
Geld
iotieruna
Brief
«mit.. Ron. Buen.-AireS Brss.-Antw- Christiania. Kopenhagen Stockholm . HelüngtorS. Italien. . . London. . . Neuyork . . Paris.... Schweiz . . Spanien. . Japan . . . Rio de Jan. Wien in D> £eft. abgest Prag . . . . Belgrad .. Budapest. . Bulgarien. Lissabon . Danzig. . . Konstantin. Athen. .
Canada . Uruguay. Lairo - -
168,48 1,757
58,21
111,67
111,64
112,04
10,531
21,935
20,324
4,1910
16,38 80,685
59.20 1,863
0,4975
58,865 12,414
7,365 73,04
3,027
18,88 81.26 2,031
5,445 4,156 4,066
20,847
168,82 1,761
58,33 111,89 111,86 112,26 10,551 21,975 20,364 4,1990
16,42 60,845
59,32 1,867
0,4975
58,985 12,434
7,379 73,18 3,033 18,92 81,42 2,057 5,455 4,164 4.074
20,887
168.43 1,756
58,195 111,61 111,61
112,01
10,53- 21,93
20,316 4,1890
16.37 80,63
59,08 1,863
0,497
58,83 12,411
7,365 73,01
3,027 18,85
81,12 2,024
5,445
4,156 4,066
80,842
168,77
1,760 58.315
111,83
111,83
112,23
10,55
21,97
20.356 4.1970
16.41
80,79m 59,2(P 1,867 0.499
58,95
12,431
7,379
73,15
3,033
18,89
81,38 2,028
5,455
4,164
4.074
20,884
Berkin, 28- Mai
Geld
Brief
Amerikanische Noten.....
Belgische Noten ........
Torrische Noten........
Englische Noten........
4.179
58,13
111,43
20.306
4,199
58,37
111,57
20,386


