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Detter erörterte der Redner noch den Finanz- ausaleich, der in seiner jetzigen schematischen Schlüsselform untragbar sei, da die industriel­len Länder und Städte dadurch benachteiligt wür­den und die Arbeitslosenversicherung die in ihrer jetzigen Form nicht zu halten sei, da sie große Mißstände mit sich gebracht habe, na- mentlich durch Entvölkerung des flachen Landes.

Roch ausgedehnter Aussprache wurden die Richt­linien zum Einheitsstaat einstimmig genehmigt, ebenso eine Entschließung, nach der der Parteiaus- schuß rückhaltlos billigt, daß die deutschen Sachverständigen in Paris eine Lösung der Neparationsfrage, die die Leistungsfähigkeit Deutschlands übersteigt, abgelehnt haben. Der dies­jährige Parteitag soll im September in Heidel­berg stattfinden.

Kommunistische Mipropaganda.

Haus- und Hofagitation in Berlin.

Berlin, 27. April. (OBQ3.) 3n Fortführung der kommunistischen Propaganda für öffentliche Umzüge am 1. Mai hat heute in Berlin eine Haus- und Hof-Agitation einge­setzt. Truppweise zogen die Kommunisten auf die Höfe und in die Häuser und forderten die Be­wohner durch Ansprachen auf, sich an den ge­planten Umzügen am 1. Mai zu beteiligen. Reun Redner wurden fest genommen. Ferner fan­den in einzelnen ^rliner Bezirken Versamm­lungen statt, an die sich Versuche anschlossen, Demonstrationsumzüge auf der Straße folgen zu lassen. Die Trupps wurden von den Polizei­beamten vielfach ohne Widerstand aufgelöst. 3n mehreren Fallen machte die Polizei jedoch von den Gummiknüppeln und an einer Stelle sogar von der Schußwaffe Gebrauch, da die De­monstranten die Beamten angriffen. 29 Teil­nehmer an den Umzügen wurden verhaftet. 3n den Morgenstunden sind die Sockel der Denk­mäler Kaiser Friedrichs auf dem Luisenplatz in Gharlottenburg und Kaiser Wilhelms I. auf dem Trianon-Platz in Weißensee von unbekannten Tätern mit der Aufschrift in roter Farbe Straße frei für den 1. Mai" bemalt worden. Dis in die Abendstunden wurden insgesamt 86 Personen zwangsgestellt und der Abteilung 1 a zugeführt.

Ein Mahnruf des Berliner Polizeipräsidenten.

Demonstrationsverbot am 1. Mai.

Berlin, 27. April. (WB.) Der sozialdemokra­tische Polizeipräsident Z örg i ebel richtet an die Bevölkerung Berlins einen Mahnruf, in dem er im Hinblick auf die an die Anhänger der K o m m u - nistischen Partei ergangene Aufforderung dieser Partei, sich am 1. Mai an das Demon­strationsverbot nicht zu kehren, und die Straßen zu erkämpfen, mit allem Nachdruck darauf hinweist, daß für Berlin ein Verbot von Demonstrationen und Umzügen unter freiem Himmel, nicht zuletzt dank der schwe­ren Mitschuld der Kommunisten, bestehe. Wer trotz­dem am 1. Mai die Straßen zum Tummelplatz sei­ner politischen Leidenschaften zu machen versuche, beschwöre für sich und andere eine schwere Ge­fahr heraus. Die Staatsautorität in Berlin werde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln durch­gesetzt werden. An die' friedliebende Bevölkerung Berlins, insbesondere die Frauen und Kinder, richtet der Polizeipräsident die dringende Bitte, am I.Mai allen solchen Versuchen fern zu bleiben, sich nicht unnötig auf den Straßen aufzuhalten und die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung zu unter­stützen.

Scharfe Abwehrmaßnahmen in Paris.

Paris, 28. April. (WTD.) Für den I.Mai wurden heute vom Irmenministerium folgende polizeilichen Anordnungen getroffen: Umzüge auf offener Straße sind verboten. Jede Kund­gebung, jeder Sabotageakt, jede Arbeitsbehinde­rung und jede Gewalttätigkeit sollen mit größ­ter Strenge unterbunden werden. Aus­länder, die an einer Kundgebung teilnehmen, werden verhaftet und sofort ausge­wiesen. Die Polizei wird verstärkt durch die republikanische Garde. Außerdem wer­den die Truppen eines Teiles der Garnison von Paris sowie weitere zur Verstärkung herangezogene Truppenverbände den ganzen Tag über in den Kasernen zur Verfügung der Polizei stehen. Bei der Verteilung der kom­munistischen WochenschriftLa Avantgarde" sind heute zehn Kommunisten verhaftet worden. Daä Blatt soll besonders heftige An­griffe gegen das Militär gerichtet und die Sol­daten zur Gehorsamsverweigerung aufgefordert haben.

Sozialpolitische Aussprache im Reichstag.

Berlin, 27. April. (VDZ.) Die zweite Lesung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums wird bei der allgemeinen Aussprache über Ministergehalt und Abschnitt Sozialversicherung fortgesetzt.

Abg. Schneider-Berlin (D.) erklärt, die Klage über Mißbräuche soll man nicht übertreiben. Miß­bräuche kommen auch in der Privatversicherung vor. Die Arbeitslosenversicherung ist abhängig vom Kon­junkturverlauf. Deshalb haben wir bei ihrer Schaf­fung vieles noch nicht sehen können, was wir heute wissen. Die Saisonarbeiter.Fürsorge kann in ihrer jetzigen Form nicht bestehen bleiben. Ein zweiter großer Mangel ist die schematische Ausdeh­nung der Arbeitslosenversicherung auf die Landwirt­schaft. Zu prüfen ist auch, ob die unterschiedslose Einbeziehung der Heimarbeit nicht gleichfalls zu Schädigungen der Versicherungsanstalt geführt hat, z.B. bei Frauen, die sich durch Heimarbeit nur ein Taschengeld beschaffen. Einer Beitragserhö­hung können wir nicht zustimmen, solange nicht nachgewiesen ist, daß die Arbeitslosenversicherung mit den bisherigen Beiträgen nicht aufrechterhalten werden kann. Die Invalidenrente war allerdings vor dem Kriege nur ein Zuschuß, aber damals gab es daneben auch noch Arbeit für den älteren Mann. Heute ist dos nicht mehr der Fall, und wir müssen die Rente zum mindesten dem Geldwert anpassev.

Abg. Freidel lWp.): Die Wirtschaft und namentlich der Mittelstand können höhere Svzial- lasten nicht mehr tragen. Mehr als 350 Millionen kostet die Verwaltung der Versicherungszweige jährlich. (Hört! Hört! bei der Wirtschaftspartei.) Es erregt berechtigte Entrüstung, daß in dieser Rotzeit die Krankenkassen wahre Prunkbauten errichten. Bei den für den

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Deutscher

versäumt, und die Grundlage Arbeit auf viele Jahre hinaus

der Wirksamkeit der Arbeit auf

die Oberkörper auf jugoslawischem Boden kliegen kamen.

den. Auf allen nisterium nichts für eine ruhige gelegt.

Leipzig, 27. April. (WB.) 3m Agraraus­schuh der Demokratischen Partei führte Reichs­ernährungsminister Dietrich zu den Rotforderun-

Oer Minderheiien-Ausschuß.

Berlin, 28. April. (Priv.-Tel.) Bekanntlich wird der Dölkerbundsrat in seiner 3unitagung sich mit den Ergebnissen der Studien­kommission befassen, die zur Behandlung der Minderheitenfrage als Ergebnis des deut­schen Vorstoßes in der Märztagung eingesetzt worden war. Der Dreierausschuß, der aus Chamberlain und dem Spanier Quino- nes de Leon sowie dem 3apaner Adatschi besteht, tritt morgen in London zu einer Tagung zusammen. Aus Genf hat sich zu diesem Zwecke eine Anzahl höherer Dölkerbundsbeamter unter Führung des Generalsekretärs Sir Eric D r u m-

Doraussetzung--- ------

allen diesen Gebieten sei aber die Wiederbele­bung eines wirklichen Genossenschaftgedankens durch einen Zusammenschluß des gan­zen deutschen Genossenschaftswe­sens. 3m gegenwärtigen Augenblick sei die entscheidende Aufgabe die Hebung der gänzlich unzureichenden Viehpreise, Düchsenfleisch sei

gen der Landwirtschaft u. a. aus:

Cs wäre falsch zu glauben, daß allein in der Getreide- und Grohviehwirtschaft das Heil und die Genesung zu suchen wäre. Für die bäuer­liche Wirtschaft in ganz Deutschland sei in der Regel die Produktion an Milch und an Schweinen entscheidend. Gegenwärtig stehe wieder einmal die Zollpolitik im Vorder­grund. 3n vielen Fällen könnten aber die Zölle allein nicht helfen. Rotwendig sei vor allem die Produktionsförderung und Umstellung sowie die Förderung der Standardisierung, die von dem gegenwärtigen Agrarprogramm in weitestgehen­dem Maße gefordert werde. Auf dem Gebiete der Milchwirtschaft bezeichnete der Redner als das Kernstück des Milchgesetzes, das demnächst dem Reichstag vorgelegt werde, die Schaffung einer standardisierten Milch in Form der Markenmilch, die die Mllch des breiten Volkes werden solle. Der Milchpreis allerdings werde vielfach vom Dutterpreis beeinflußt, und insofern sei die Forderung nach einem Er­ziehungszoll für Butter begründet. 3m Absatz von Obst und Gemüse sowie von Eiern und Geflügel seien im vergangenen 3ahre bemerkenswerte Fortschritt egemacht wor- diesen Gebieten habe das Mi-

Aus aller Welt.

Der Schiedsspruch für den Ruhrbergbau.

Essen, 28.April. (WB.) Der Christliche Metallarbeiterverband hat in seiner Be­zirkskonferenz der Zechenhandwerker, Heizer und Maschinisten den Schiedsspruch für den Ruhrberg­bau einstimmig abgelebt mit der Begründung, daß dieser den teuren Lebensverhältnissen wie auch der verantwortungsvollen und gesundheitsschäd­lichen Arbeit in keiner Weise Rechnung trage. Auch der Gewerkoerein Christlicher Berg­

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Frage Antragsteller ist, an den Beratungen über die Minderheitenfrage keinen praktischen Antell hat. Für den Verlauf der Minderheitendebatte ist das sicherlich kein erfreuliches Anzeichen»

bereits ausgesperrt. Die Seegrenz-Schlachthöfe müßten unter eine einheitliche Verwaltung ge­bracht werden. Die EinfuhrvonDieh aus dem Osten müßte, wie dies in dem polnischen Handelsvertrag bereit versucht werde, kontin­gentiert werden, endlich seien die Zölle für Lebendvieh zu erhöhen. Alle diese Maßnah­men seien eingeleitet. Für Brotgetreide käme Zollerhöhung, Einfuhrmonovol oder Preis­ausgleichsgebühr in Frage. Der Minister bezeich­nete es als das Klügste, wenn man seinen Ge­dankengängen mit der P re is a u sg le i ch s- gebühr folgen würde, selbst wenn diese etwa auf eine Art gleitenden Zolls hinauskäme. Heber die Rotwendigkeit eines Monopols sei nach sei­nem Eindruck in keiner Fraktion des Reichs­tages eine unbedingt einheitliche Stimmung vor­handen. Die Belastung der Landwirtschaft mit Steuern und sozialen Lasten lasse sich, solange nicht das Reparationsproblem gelöst sei, nur in bescheidenem Umfange ändern. Allerdings sei die Erwerbslosenfürsorge, so wie sie jetzt auf dem Lande gehandhabt werde, un­tragbar, und eine Aenderung sei absolut er­forderlich. Vorschläge dazu feien von seinem Ministerium gemacht. Die größte Gefahr sehe er immer noch in den hohen Zinssätzen, die außer jedem Verhältnis zu der möglichen Ren­tabilität der Landwirtschaft ständen. Der Red­ner erörterte dann weiter alle Mittel, um aus der Rot der Zeit herauszukommen, die Förderung des Meliorationswesens, die Reuregelung des Pachtrechtes, die Schaffung besserer und billige­rer Maschinen, die Einführung neuer Maschinen und neuer Arbeitsmethoden und die Förderung des Bildungswesens. Alle diese Aufgaben seien in Arbeit; Markt- und Ernährungsforschung tre­ten hinzu. Der gute Wille des Staates zur Hilfe sei vorhanden, aber es bedürfe 3ahre anstrengen­der Arbeit, wobei auch den übrigen Schichten der Bevölkerung das Mitgehen ermöglicht werde.

m o n d begeben. 3n Berliner politischen Kreisen ist es peinlich vermerkt worden, daß sich unter diesen Beamten kein einziger t" befindet, so daß Deutschland, obwohl

Wohnungsbau vom Reich gewährten Zwischen­krediten sollte dafür gesorgt werden, daß sie in größerem Umfang direkt den freien Bauunter­nehmern zufließen. Bei der Vergebung öffentlicher Arbeiten müsse die Reichs­verdingungsordnung besser beachtet werden als bisher. Beim Arbeitsschutzgeseh müsse auch den Bedürfnissen des Handwerks Rechnung getragen werden.

Abg. H ä n s e (Chr.-Rat. D. P.) meint, d i e Rotlage der Landwirtschaft sei zum großen.Teil durch die schweren Sozial­lasten verursacht. Die Entlohnung der Land­arbeiter sei besser, als sie oft geschildert werde. Man müsse auch die Raturalleistungen gebührend berücksichtigen. Die Landflucht sei zum großen Teil eine Flucht vor der leider noch oft miß­achteten Landarbeit. Die Arbeitslosen seien selten zu längerer Tätigkeit in der Landwirtschaft zu bewegen. Hier sei strengere Kontrolle nötig.

Abg. H ü l s e r (Dnl.) bedauert Abstriche bei den Mitteln zur Zinsverbilligung für Landarbeitersiedlungen. Angesichts der schweren Rot der Landwirtschaft sei die Ab­neigung weiter Kreise der ländlichen Bevölkerung gegen die Sozialversicherung erklärlich. Die Re­formbedürftigkeit der Arbeitslosenversicherung werde ja auch von allen Parteien anerkannt. Auch für die Deutschnationalen handele es sich um eine Reform und nicht etwa um die Beseitigung der Arbeitslosenversicherung. Gegen die von der Sozialdemokratie angeregte Bei­tragserhöhung seien auch in der Arbeit­nehmerschaft ft arte Bedenken vorhanden. Die berechtigte Kritik an Mißständen dürfe nicht zu Uebertreibungen und Verallgemeinerungen führen. Die Arbeitslosenunterstützung sei keines­wegs so hoch, daß sie einen Anreiz zum Fau­lenzen biete. Das niedrige Lohnniveau der deut­schen Arbeiter müsse berücksichtigt werden bei den Erörterungen über die Sozialversicherung. Der englische Rationalökonom Keynes habe im Berliner Tageblatt" sehr beachtenswerte Aus­führungen darüber gemacht, wie die Deutschland auferlegten Tribute auf die Löhne der deut­schen Arbeiter drückten. Die nationale Arbeit­nehmerschaft setzte dem den nationalen Kultur- und Lebenswlllen beim Ringen um die End­lösung des Tributproblems entgegen. Damit ist die allgemeine Aussprache beendet. 3n der Gin- zelbesprechuna des KapitelsSozialpolitik" er­klärt Abg. Litke (S.): Für eine Rationalisie­rung und Vereinheitlichung der Krankenversiche­rung trete die Sozialdemokratie mit Nachdruck ein. Bis zur gesetzlichen Regelung dieser Frage müßte die Errichtung neuer 3nnungs- und an­derer Sonderkassen eingestellt werden.

Aus dem Gesehgebungsausschuß des Hessischen Landtags.

Darmstadt, 27. April. Der Gesehgebungs- ausschuh beschäftigte sich in seiner Sitzung am Dienstag in zweistündiger Debatte mit dem Fall Michel, Trier, d. h. einem Antrag Dr. Wer­ners, eine Eingabe des Strafgefangenen Michel in Sonnenburg an den Landtag zur Berücksichti­gung zu überweisen. Der Ausschuß beschloß, die Akten an das Ministerium des 3nnern zu geben, um gegen schuldig gewordene Polizei­beamte vorzugehen. Dr. Werner wollte Auf­rollung des Falles Trier überhaupt, um eine noch dunkle kriminelle Angelegenheit aufzullären.

Die Aoisotdemngen Der Landwirtschaft

Das Arbeiisprogramm des Neichsernährungsministers.

lehnten den Lohnschiedsspruch als ungenügend und unbefriedigend ab. Die Verbände erwarten vorn Reichsarbeitsminister, daß er den Schiedsspruch nicht für verbindlich erklären, sondern für eine bessere Lohnregelung sorgen werde.

Opfer des Verkehrs.

3n Remscheid versagte bei einem Last­kraftwagen aus Düsseldorf auf der stark ab­schüssigen Blumentalstraße die Bremse. Der Wa­gen wurde über die Böschung geschleudert und überschlug sich mehrmals. Von den drei 3nsassen wurde eine Frau getötet, der Chauf- für schwer und der dritte Mitfahrende leichter verletzt. In der Nähe von Reading bei London stürzte ein Autobus um und fing Feuer. Die 3nsassen waren wie in einer Falle gefangen. Vier von ihnen verbrannten und wurden bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Fünfzehn Personen wurden schwer verletzt. Auf der Strecke Dingen Koblenz fuhr (m dem Bahnübergang bei Oberwesel eine

Oos Ergebnis der Tiwler Landtagswahl.

Zersplitterung der bürgerlichen Parteien.

Innsbruck, 29. April. (MTV. Funkspruch.) Nach dem vorläufigen Ergebnis der Tiroler Land­tagswahl erhält die Katholische Volkspartei 26 (bis­her 28) Mandate, die Sozialdemokratische Partei 9 (8), Ständebund 3 (0), Großdeutsche 2 (4), die Split­terparteien, die fast durchwegdennichtsozia- listischenParteienStimmenentzogen, und zwar die Nationalsozialisten Hitlerscher Rich­tung, die Angestelltenpartei, der Wirtschastsbund, der Landbund, und die Kommunisten erhallen kein Mandat. Die Katholische Volspartei, zusammen­gesetzt aus dem Katholischen Tiroler Bauernbund, dem Katholischen Tiroler Volksverein und dem christ­lichen Tiroler Arbeiterbund verliert durch diese Wahl die bisher innegehabte Zweidrittel­majorität.

Ein Grenzzwischenfall zwischen Oesterreich und Südstawien.

Zwei politische Flüchtlinge von Gendarmen erschossen.

Graz, 28. April. (WB.) Heute früh ereig­nete sich an der jugoslawischen Grenze, andert­halb Stunden von L e u t s ch a ch (Bezirk Leib- nitz) entfernt, ein aufsehenerregender Zwischenfall. Don einer jugoslawischen Gendarmerie-Eskorte wurden ein Professor und ein Hoch- s ch ü l e r, beide jugoslawischer Rationalität, in dem Augenblick, als sie nach Oesterreich flüchten wollten, erschossen. Hierüber er­fuhr der österreichische Gendarmerie posten in Leutschach folgendes: 3n einem Cafe in Agram wurde das Gespräch mehrerer Gäste belauscht, aus welchem hervorging, daß sie Druck­schriften umstürzlerischen 3nhalts verbreiten wollten. Die Behörden verhafteten zwei Personen, den Professor und den Hochschü- Ler. Sie wurden unter Bedeckung an die öster­reichische Grenze bei Leutschach gebracht, um dort zu ermitteln, wo diese Druckschriften, die von Oesterreich eingeschmuggelt werden sollten, versteckt sind. Während der Suche nach d«r Druckschriften unternahmen heute früh die betten Verhafteten jugoslawischen Staatsange­hörigen einen Fluchtversuch nach Oester­reich, wobei sie von ten jugoslawischen Gendar­men in dem Augenblick erschossen wurden, als sie die Grenze erreicht hatten, so daß die Füße ter beiden auf österreichischem Boden und

Oie Weiterrage.

fünfzig 3ahren ereignete, als bezwungen gesehen werden. Der Sachschaden beläuft auf ungefähr 700 000 Gulden.

Zwei Todesopfer eines Großfeuers.

an- sich

Lokomotive bei nicht geschlossener Schranke auf ein Lastauto mit Anhänger, das pol­nische Konsulatsakten transportierte. Der schwere 5-Tonnen-Lastwagen wurde mit Anhänger von ter Lokomotive etwa 200 Meter weit mitgeschleift und vollständig zertrümmert. Der Wagen­führer wurde auf der Stelle getötet, ein Mit­fahrer schwer und die anderen leicht verletzt. Bei tem Stendaler Kilometerprü­fungsrennen für Motorräder und Automobile kam es zu einem schweren Un­glück, das zwei Menschenleben gefordert hat. Der Rennfahrer Baron von Wenhel-Mosau hatte das Ziel bereits passiert, als etwa 700 Metör hinter tem Ziel vor tem Wagen ein Radfahrer auftauchte. Bei tem Versuch, auszuweichen, schlug ter Wagen um, explodierte und verbrannte voll­ständig. Baron von Wentzel-Mosau wurde schwer verletzt. Sein Mitfahrer und ein an der Strecke stehender Zuschauer wurden getötet,

250 Pockenerkrankungen in England.

Am Samstag betrug die Zahl der in Behandlung stehenden Pockenfälle 254. Das ist eine Zu- nahmevonüberöOgegenüberderDor- w o ch e.

General Heye von der Sudamerikareise zurück.

Mit dem Hamburg-Süd°SchnelldampferCop Polonio" ist ter Chef ter deutschen Heereslei­tung, General Heye im Hamburger Hafen ein- getroffen. Er wurde an Bord des Schiffes vom Konteradmiral Gayer, tem Leiter ter Marine« dienststelle Hamburg, und dem mllitärischen Re­ferenten Major Heins empfangen. General Heye, ter sich sehr befriedigt über seine Eindrücke tn Argentinien äußerte, fetzte nachmittags die Weiterreise nach Berlin fort.

Riesige Feuersbrunst in Rotterdam.

3n der Rächt zum Sonntag brach in einer Möbelschreinerei auf ter Kipstraat ein Brand aus. Als die Feuerwehr eintraf, stand bereili das ganze Gebäude in Flammen, die an den aufgestapelten Mötelvorräten reiche Rah rung fanden. 3nfolge der ungeheuren Glut konnte die Feuerwehr nicht verhindern, daß der Brand auf den ganzen Häuserblock, der ungefähr 15 Gebäude umfaßt, Übergriff. Zahl­reiche Personen konnten sich nur im letzten Augen­blick über öie Dächer retten. Verschiede« der Geretteten hatten bereits das Bewußt, sein benoten und mußten ins Krankenhaus geschafft werden. Die Feuerwehr bekämpfte den Brand schließlich mit fünfzig Schlauchleitungen. Der Feuerschein war bis nach Delft sicht­bar. Erst in den Morgenstunden konnte bai Feuer, das als das größte gilt, das sich seit

In einem Oekonomiegebäude der bei Schönau m Wiesental gelegenen Schwarzwaldgemeinde Kaste! brach nachts aus bisher noch nicht geklärter Ursach« ein Feuer aus, das außerordenllich schnell um ftd griff und in kürzester Zeit drei landwirt­schaftliche Anwesen mit sämtlichen Neben­gebäuden einäscherte. Zwei Personen kamen ii den Flammen um. Mehrere Stück Großvieh wurbei verbrannt. Fünf Familien retteten nur bat nackte Leben. Der Schaden ist sehr hoch

von einem Bettler nietergeschofsen.

3n tem Weller Seterlih (Wttbg.), wurde di, Ehefrau des Landwirtes Port von einem Bettler der in Begleitung eines zweiten Bettlers in ihrei Wohnung erschienen war, durch einen Revolver- schuß getötet. Der Tat war ein heftiger Wort­wechsel vorangegangen. Der Bettler und fein Begleiter find geflüchtet.

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Wettervoraussage.

Die neue weslliche Störung hat sich nach be: Festlande ausgebreitet, ihr Kern lag heute moqj über Frankreich. Bewölkungsaufzug sowie Erncr mung und im westlichen Deutschland auch Niete schlüge treten unter ihrem Einfluß auf. Da wir duv die eingeschlagene Zugrichtung der Störung nie! an ihre nördliche Seite kommen, so wird wie!» ein leichter Temperaturrückgang eintreten, im übi gen herrscht wolkiges Wetter, und stellenweise tritt noch Niederschläge auf.

Wettervoraussage für Dienst aal Wolkiges Wetter, auch zeitweise aufheiteM wieder etwas kühler, einzelne Rieterschläge.

Wettervoraussage für Mitt wo« Mäßig warmes und wolkiges Wetter mit 2k' gung zu Riederschlägen.

Lufttemperaturen am 28. April: mittags 13,8 M Celsius, abends 9,2 Grad; am 29. April: morst i 6,6 Grad. Maximum 16 Grad, Minimum 4,8 Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. As^ abends 14,4 Grad: am 29. April: morgens 8,7 Celsius. Sonnenscheindauer 8% Stunden,