Ausgabe 
29.1.1929
 
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Nr. 24 Erstes Glatt

179. Jahrgang

vienslag, 2?. Januar 1929

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Die Illustrierte Gießener Familienblätter

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton l> H.THyriot; für den übrigen Teü Lrnsl Blumschein; für den An­zeigenteil Kurt Hillmann, sämttich in Gießen.

Die Mesenverschuldung der deutschen Landwirtschaft. Eine Berliner Kundgebung des Reichslandbundes. - Die Präsidenten Hepp und Schiele fordern ein schöpferisches Gesundungsprogramm, Abbau der Steuern und Konsolidierung der Schulden.

Terltn, 28. 3ait (W.V.) Der Reichs­landbund veranstaltete Im ZirkuS Dusch eine große Kundgebung, auf der

Präsident Hepp

u. L. LUsführte: Mit über 14 Milliarden Mark sind vir heute gegenüber dem Auslande ver­schuldet. Am sinnfälligsten sind die Erschei­nungen unseres Wirtschaftsoerfalls in der Land­wirtschaft au beobachten. Acht Milliarden neuer Schulden m einem Zeitraum von knapp vier Jahren bedeuten eine jährliche Unter- btlanz von zwei Milliarden Mark. Die gesamtlandwirtschaftliche Verschuldung bedeutet eine alljährliche Verzinsung von wesentlich über einer Milliarde Mk., d. h. etwa e i n A ch t e l d e r gesamten wirtschaftlichen Einnah­men gehen im Z i n s e n d i e wst auf. Die Gründe für diese verzweifelte Lage müssen wir in der wachsenden Unrentabilität der Landwirtschaft suchen, die es unmöglich macht, Einnahmen und Ausgaben in Uebereinstimmung zu bringen. Vei den verantwortlichen Regie­rungsstellen herrscht müde Resignation, jeglicher Wille zur Tat fehlt.

wir fordern die Schaffung eine» Besihfesligungs- fonds, der. dezenlralifierl angesehl, über, die am ländlichen Kreditgeschäft Beteiligten zur Au».

Wirkung kommt.

Staaliche Hilfe ist die notwendig« Ergänzung der Selbsthilfe. Staatliche Hilfe fordern wir dar­um in zoll- und handelspolitischer Hinsicht. Kom­mende Handelsverträge haben der veränderten Lage der Landwirtschaft stärker Rechnung zu tragen.

Wir werden ohne Einschränkung die Pläne des Reichssinanzministers o bl ehnen, wir verlangen im Gegensatz zu ihm, der neue Steuern bringt, Abbau der bestehenden Steuern. Der Dauer hat daS Vertrauen zu diesem Staat ver­loren, er steht in ihm seinen Feind. Die Leistun­gen auf Grund deS Dawesplanes sind zum erheblichen Teil mit der Verschuldung der Land­wirtschaft bezahlt. Trotzdem hat es die Reichs­regierung nicht für erforderlich gehalten, einen Sachverständigen aus der Landwirt- s ch a s t hinzuzuziehen. 3n der Auswahl der Sachverständigen wie besonders in der Wahl Pierpont Morgans sehen wir die großen Ge­fahren des Ueberwlegens der Einflüsse des internationalen Dank-, Dorfen- und Spekula­tionskapitals. Wir sind der Meinung, daß nicht noch weitere Lei st ungen von uns ver­langt werden können. Abgeiehen von dieser Grundauffasfung wenden wir uns gegen alle Ab­sichten, die die Aufhebung des Transferschutzes, die Kommerzialisierung unserer Schulden be­treiben.

Landbundpräfident Reichelmiaister a. D Schiele

führte sodann u. a. aus: Dor fünf Jahren stand die Landwirtschaft noch nahezu unverschuldet da; heute hat sie über acht Milliarde, neu aufge- nommener Schulden. Das betautet fast ebensoviel als die jährliche Produktion für tzen Markt ausmacht. Das Riveau der Agrar­preise liegt um über ein Fünftel unter dem der Industrie. Dei einem Wert der landwirtschaftlichen Marktproduktion von unge­fähr neun Milliarden Mark bedeu.et der Unter­schied nahezu zwei Milliarden Mark, die die Landwirtschaft bei der jetzigen Preisgestaltung verliert.

Die Konsolidierung der bestehenden Schuldver- hältntzse Ist dringendste Forderung. Die kurz­fristigen öffentlichen und halböffenllichen Kredite müssen unter Zuhilfenahme einer staatlichen Garantie in wirksamer Fortführung und im Ausbau des Rotprogramms in langfristige Ab­zahlungskredite umgewandelt werden.

Minister Schiele kritif.erte dann den Repa - rationsbericht, in dem Parker Gilbert von einer Dlüte unserer Wirtschaft und einem Zu­stande zunehmender Kapilalbildung spricht. Deutschland hat seit zehn Jahren mehr ver­zehrt. als wir auS eigener Kraft pro­duziert haben. Seit zehn Jahren stehen Pro­duktion und Verbrauch im Mißverhältnis zu- eurander. Das Defizit ist gedeckt worden durch die Aufzehrung der Sparkapitalien während der Inflationszeit und sei her durch die Aufnahme ausländischer Kredite. In den Verhandlungen über die Revision des Dawes­planes wird mit allem Ernst die Frage geprüft werden müssen, welche Tribute wir ohne Er­schütterung der deutschen Lebens­haltung leisten können.

Wir brauchen ein großes schöpferisches Pro­gramm, das die Gesundung aus eigener Kraft ;um Ziele hat. Wir brauchen das große Ost­programm, das Programm des Feldzuges der Arbeit nach dem Osten. Das ist keine rein agra­rische Angelegenheit, keine Sadje des Ostens allein, das ist die Lebens- und Schicksalsfrage für das ganze deutsche Volk in allen seinen Schichten

Die Rot muß uns Landwirte bis zum letzten Mamr zusammenschmieden zur Einheitsfront, Dann werden wir stark genug fein, um die poli­tischen Parteien mit bäuerlichem Geiste zu durch­dringen. Der Kampf gegen das heutige System darf nicht zum Kampf gegen ben Staat schlecht­hin führen. Richt Staatsverneinung, nicht resig­niertes Abseitsstehen kann uns halfen. Durch verantwortungsbewußte Arbeit ist es möglich, ihn für uns zurückzugewinnen, ihn in unserem Geiste umzugestalten.

Eine Kundgebung des Gartenbaues.

Berlin, 28. Jan. (WB.) Der Reichsverband des deutschen Gartenbaues veranstaltete im Reichs­wirtschaftsrat eine sehr zahlreich besuchte Kund­gebung, an der auch Vertreter von Reichs- und preußischen Ministerien teilnahmen. Der Präsident des Reichsverbandes, der Gärtnereibesitzer Max

Jranffnrl a. 2TL, 28. Jan. linier obiger Aeberschrisl geht D. Dr. Diehl, Prälat der hes­sischen Landeskirche, der im letzten Landtag ein füh­rendes Mitglied der DeutschnaUonalen Londtags- fraktion war, in der frankfurter Zeitung" auf die vor einiger Zeit veröffentlichten Ausführungen des hessischen Innenminister» Lenfchner über die Reichsreform ein.

(Er betont eingangs, daß er feine Bedenken, daß geistliche Leiter von Landeskirchen ihre Finger von den Fragen derhohen Politik" lassen sollten, des­halb znrückgeslellt habe, weil es sich hier nm eine Frage handele, deren Beantwortung auch für do» Lebensgebiet von entscheidender Bedeutung fein müßte, auf dem führend zu fein zur Zeit sein Be­ruf sei. Er stellt dann «fest, daß der Leuschnersche BrückenarNkel" deshalb turmhoch über den zur Zeit so vielfach veröffentlichten Artikeln stehe, weil Leuschner von einer Betrachtungsweise ausgehe, die als das Primäre die Zukunft und das Wohl des Reiches ansehe. Leuschner wisse, daß alles darauf ankomme, im Interesse des Zusammen­halts des Reiches die Brücke über den Main nicht abzubrechcn, sondern sie zu verstärken und zu verbreitern. Wenn das unbedingt notwendige Werk schon Opfer verlange, so dürfe man zur Erstarkung der Brücke in Hesten-Darmstadt nichleinGroß- hessen ans ko st en Preußens verlangen, sondern man müsse die Opfer möglichst gleich­mäßig verteilen.

D e r I i n , 29. Jan. (Priv.-Tel.) Die Erklä­rung der englischen Hi.ton-Voung-Kommission, in der eine Vereinigung Deutsch-Ost­afrikas mit den englischen Kolo­nien unter einem gemeinfamenOber- kommissar vorgeschlagen wird, hat in der deutschen Oeffen'ichleit allenthalben die größte Emfö.-ung ausgel st. Auch ti: Reichsregie­rung hat fiu) mit der Angelegenheit eingehend beschäftigt. und ist dabei, wie jetzt verlautet, zu dem Entschluß gekommen, ihrerseits aine Ge­genaktion gegen die englische Absicht in die Wege zu leiten. Zu diesem Zweck wird sich die Reichsregierung in geeigneter Form an den Völkerbund wenden. Möglicherweise wird man versuchen, das ganze Problem zum Gegen­stand einer Ratsbesprechung zu machen. Darüber hinaus steht noch zu erwägen, welche Möglichkeiten einem deutschen Einspruch i m Rahmen der Mandatskommission ge­geben sind. Dci der eigenartigen Konstruktion dieser Kommission sind allerdings einem erfolg­reichen deutschen Einspruch hier von vornherein gewisse Grenzen gesetzt.

Der Protest der deutschen Regierung gegen die englischen Pläne, die auf eine versteckte Annektion Deutsch-Ostafrikas hinauslaufen, gründet sich vor allem auf die Bestimmungen des Artikels 22 der Völkerbundssatzungen, nach dem die Engländer über die das Mandatsgebiet bewohnenden Völker die Vormundschaft als Mandatar des Bun­des und in feinem Namen zu führen haben. Irgendein Zusammenschluß mit anderen Gebieten ist in der Dl'lkerbundsfatzung nicht vor­gesehen. England hat allerdings schon rechtzeitig ver­sucht, einen künftigen Zusammenschluß und damit einer versteckten Annektion d e Wege zu ebnen, in­dem es in den 1922 festgelegten Mandatsbcstimmun- gen für Dftafrifa hineinsetzen ließ, daß der Man­datar befugt sei, Zoll-,'Finanz- oder Ver­waltungsvereinigungen ober Födera >

Schetelig (Lübeck), betonte, daß die Kundgebung ausschließlich der sozialpolitischen Frage des Berufes gelte. Aus den Ausführungen des Der- tretens des Rcichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist heroorzuheben, daß die Reichs­regierung acht Millionen Mark zur För­derung des Absatzes von Obst und Ge­müse zur Verfügung gestellt hat. Der Vertreter des preußischen Landwirtschaftsministeriums teilte mit, daß der Aufbau des gärtnerischen Hochschulstudiums in allernächster Zeit in Angriff genommen und die Hochschule am 1. April eröffnet werden dürfte. Aus der Tagesordnung stand das ThemaRecht und Wirtschaft des Gar­tenbaues und dessen zukünftige Entwicklung", zu dem Universitätsprofessor Dr. W i l m a n n (Jena) referierte. Sodann sprach u. a. Prosessor Dr. Lutz Richter (Leipzig) über die gärtnerische Rechts­frage.

Er hebt dann hervor, daß Minister Leuschner trotz seiner vielleicht nicht allzu wirtschaftlichen Ein­stellung doch auch noch geschichtliche, geo­graphische, volkskundliche und kultu­relle Gesichtspunkte gelten läßt. Man habe zur napoleonischen Zeit genug konklomerake ge­schaffen 1 Zur Schaffung von neuen Staatengebilden sei es da» erste Erfordernis, sich in der Wahl der Bestandteile so einzustellen, dgh die Grundlagen zu einem Gebilde vorhanden seien, das ein Orga­nismus werden könne. 0. Dr Diehl verweist hieraus aus da» Beispiel der fünf Landes­kirchen Südwestdeutschtands (hessen- Kastel, Rosian, Hessen-Darmstadt, Frankfurt, Wal­deck), die sich nach Bekanntwerden der Lutherschen Vorschläge unter Veiseitestellung jede» Mißtrauen» zusammengesetzt hätten, um alle Probleme des Was bann?, einmal theoretisch durchzudenken. Gerade die Frankfurter Landeskirche hat ja auf dem Gebiete des engeren Zusammenschlusses dieser fünf Kirchen Im Zusammenhang mit der Frage der Eingemeindung Dockenheims eine besonders wich­tige Rolle gespielt, wenn es auch noch nicht zu praktischen Ergebnissen gekommen ist.

Zum Schluß ermahnt der Leiter der Hesiischen Landeskirche die Regierungsstellen, ebenfalls alles Mißtrauen beiseilezule'gen und sich zu ern­ster Beratung zusammenzufinden. Dann würden sie auch eine Lösung finden, die durchschlagend fein werde, da sie auf dem Wege gegenseitigen Vertrauens erarbeitet sei.

tion mit den angrenzenden englischen Gebieten vorzunehmen. Diese Bcstimmun- aen sind vom Dölkerbundsrot, in dem Deutschland seinerzeit noch nicht vertreten war, und der be­kanntlich einstimmig beschließen muß, angenom­men worden, obgleich sie mit dem Sinn des Man­datsgedankens und den Bestimmungen des Art. 22 der Völkerbui^esatzung in Widerspruch stehen.

Wie sehr die Zusammenschlußforderung der Hil- ton-Aoung-Kommission auf rein pol.tischen Motiven beruht, zeigt die Erklärung sowohl des Gouver­neurs von Tanganyika, wie die Aeußerungen ver­schiedener Derwaltungschefs von Uganda, die sich übereinstimmend auf Grund der großen sozialen Verschiedenheiten dieser Kolonien gegen einen Zusammenschluß ausgesprochen haben Aller­dings gibt es in Ostafrika auch eine starke englische Strömung, die sich für denZu- sammenschluß einsetzt, da sie nur auf diesem Wege glaubt, verhindern zu können, daß Deulsch- Dftafri'a einmal im Schachspiel der großen Politik von England benutzt und an Deutschland zurück- gegeben werden könnte.

Die Minderheitenfrage.

Deutschland

rüstet sich zur Bölkcrbundsdebatte.

Berlin. 29. Jan. (Priv.-Tel.) Wie wir aus gut unterrichte:er Quelle erfahren, sind die Vor- bereitungen der zustandi zen Ressorts für die im März während der Ratstagung zu erwar.ende Minderheitendebatte, die ja bekanntlich auf Gruigd der Forderung des deutschen Reichs- außenmimsters Dr. Stresemann während der der letzten Tagung in Genf beschlossen worden ist. in vollem Gange. 2m wesentlichen handelt es sich hierbei selbstverständlich um Kulturfra­gen. so daß auch die Kulturabteilung des Aus­wärtigen Amtes den größten Anteil an der Vor­

bereitungsarbeit hat. Es gilt jetzt zunächst das Material an sich zusammenzustellen. Sa es sich, hierbei um eine unerhörte Menge von Fallen der Bedrängung und Unterdrückung der deut­schen Minderheiten handelt, läßt sich heute noch nicht sagen, in welcher Form die terttschü Regierung ihr Material in Genf präsentieren wird. Hinzu kommt noch, test gerate in den letzten Tagen durch die Liebergriffe der Polen gegenüber den Deutschen im Korridor und tn Oterschlesien neue und sehr eklatante Fälle hinzugeLommen sind, die naturgemäß die Haltung Deutschlands noch m weiterem Umfange beeinflussen werden. Man rechnet, wie wir zu wissen glauben, in zuständigen Kreisen damit.

chon in den ersten Tagen des Februar den end- jültigen Entscheid fällen zu können. Aller Wahr- cheinlichkeit nach dürfte das Material in ter Form einer Denkschrift zusammengefahtwer-' den. Da ter Reichsauhenminister bei seinem seinerzeitigen Appell aber den größten Wert dar­auf legte, die Minderheitenfrage gene rell, also alle europäischen Minderheiten umfasiend. im März zur Regelung bringen zu lassen, dürfte damit zu rechnen fein, daß eventuell über das Minderheitenkomitee hinweg noch vor ter Tagung eine GesamtsühlungNahmeallerMin- derheitenvertreler stattfinden wird. Auf jeden Fall steht zu erwarten, daß Gens diesmal völlig im Zeichen der Minderheitenfrage stehen wird, und damit genügend Anlaß zu gnmMegen- ten und. wie daS nach Lage ter Dinge auch nicht anders vonstatten gehen farm, gespannten Aus­einandersetzungen geben dürfte.

Reichsbankpräsident Schacht in Paris.

Der Zusammentritt deü LachverftLndigen« auSschusseS.

P*a r i, 29. Jan. (DIB. Fuukfpruch.) Lrlchs- bankpräfidenl Dr. Schacht ist In pari» eingetroffev. Die Agentur hava» berichtet, daß n sich bei dem Besuch Dr. Schacht» um die Erwiderung eine» Be­suche» handele, den der Gouverneur der Bank von Frankreich, Moreau, Ihm kürzlich In Berlin ge­macht Hatz und daß die beiden Dankprösidenlen sowohl Fragen, die die gr hen Emissionsbanken betreffen, besprechen werden, al» auch Fragen allge­meiner Art, die gegenwärtig die Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Moreau hat gestern abend zu Ehren des Reichsbankpräsidenten ein Esten gegeben, an dem hervorragende Persönlichkeiten der Finanz« und Bankwelt von Paris, u. a. auch der zweite französische Delegierte für die Reparalionsoerhand- lungen, Parmentler, teilnahmen.

3m Verlaufe der Unterredungen zwischen Dr. Schacht und Gouverneur Moreau Ist natürlich auch von den bevorstehenden Reparatlonsoer- ban Ölungen gesprochen worden. Es steht nun­mehr fest, daß die amerikanischen Dele­gierten am Abend des 8. Februar in Paris ein­treffen werden. Am folgenden Samstag wird bef Gouverneur der Bank von Frankreich die Mitglie­der de» Reparatlonsauvfchusie» in der Bank von Frankreich, zu einem Tee vereinigen, bei dem d l e er st e Fühlungnahme erfolgen soll. Am Mon­tag, 11. Februar, wird der Sachverstän- dlqenansschuh zusammentreten. Er

wird nicht in den Räumen der Reparationskommis sion tagen, sondern im holetA st o ri a", wo ein ganzes Stockwerk für die Konferenz hergerichlel wird.

Eine volksnationale Aktion des Lungdeutfchen Ordens.

Eine außenpolitische Entfchließnng des Hochkapiteltz

Berlin, 28. Jan. (TU.) Das Hochkapitel des Jungdeutschen Ordens tagte am 25. und 26. Januai, in Berlin. Es wurden eingehende Richtlinien zu» Vorbereitung einer volksnationaleü Aktion beschlossen. Die Aufgabe dieser volks­nationalen Aktion soll die Sammlung weitester Volkskreise in einer neuen Front sein, die den überalterten heutigen parteipolitischen Gegensätzen entrückt in positiver Arbeit an die Losung der vor­handenen politischen Probleme herangeht. Das Ziel der Aktion ist die Fortentwicklung der deutschen Republik zu einem organi­schen D o l k s st a a t mit einer starken RegierunhS- geroalt, aufgebaut auf dem Leistungsprinzip unter tätiger Mitwirkung der Nation und befreit von der Beherrschung durch Klasse, Kaste und Geld.

Das Hochkapitel prüfte ferner die außenpoli­tische Sage und faßte folgende Entschlie­ßung:Trotz des gegenwärtigen Streites in bei Reparationsfrage hat der Gedanke der Neuregelung der Lage in Europa durch eine völlige Der- anberung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Frankreich in beide» Ländern unaufhörliche Fortschritte gemacht

Mißtrauen heiseitelegen!"

Prälat D. Or. Diehl zur Reugliederung Südwestdeutschlands.

Deutscher Protest gegen die versteckte Annektion Deutsch-Ostasrikas.