Ausgabe 
28.12.1929
 
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Wirtschaft.

Geringe Entlastung der Heichöbank.

Nach dem Ausweis der Reichsbank ovm 2 3. Dezember hat sich in der dritten Dezember-Woche die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 79,1 Millionen auf 2381,0 Mil­lionen Mark erhöht. Im einzelnen haben die Be­stände an Reichsschatzwechseln um 24,0 Mil­lionen auf 34,0 Millionen Mark, die sonstigen Wechsel und Schecks um 65,7 Millionen auf 2156,5 Millionen Mart zugenvmmen, die Lom- hardbestände um 10,6 Millionen auf 98,0 Mil­lionen Mark abgenommen.

An Reichsbanknoten und Re nie n- bankscheincn zusammen sind 4,7 Millionen Mark in die Kassen der Dank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbank­noten um 9.9 Millionen auf 4579,0 Millionen vermindert, der Umlauf an Rentenbonkscheinen um 5.2 Millionen auf 381.9 Millionen Mark er­höht. Dementsprechend haben sich die Destände der Reichsbant an Rentenbankscheinen auf 28.4 Millionen Mark ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 448.4 Millionen Mark eine Zunahme um 46,3 Millionen Mark.

Die Destände an Gold und deckungs-- fähigen Devisen habeii sich um 32,5 Mil­lionen auf 2670.4 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen sind die Goldbestände um 17,5 Mil­lionen aus 2264,7 Millionen Mark, und die De­stände an deckungsfähigen Devisen um 15,0 Mil­lionen auf 405,7 Millionen Mark angewachsen.

Die D e ck u n g d e r R o t e n durch Gold allein besserte sich von 49,0 Prozent in der Vorwoche auf 49,5 Prozent, derjenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 57,5 Prozent auf 58.3 Prozent.

Der Geld- und Kapitalmarkt im Jahre 1929.

Vor einem Iahr, an der Iahreswende 1928 29, waren bereits die Fehlleitung der öffentlichen Finanzwirtschast und die geringe Auf­nahmefähigkeit am. Geld - und Kapi­talmarkt als besondere Merkmale der deut- schen Gesamtwirtschast anzusehen. Die Entwick­lung des jetzt zu Ende gehenden Iahres bestätigt diese Ausfassung, wie die Berliner Han­delsgesellschaft in einem Rückblick aus­führt, in weitgehendem Maße. Der deutsche Geldmarkt steht heute im Zeichen eines drin­genden Kapitalbedarfs, und wenn es gelungen ist, eine kurzfristige Lösung dieser schwierigen Probleme zu finden, so werden diese Fragen im neuen Iahr doch weiterhin im Mittelpunkt des Interesses stehen. Die Isolierung des deut­schen Kapitalmarktes hat sich von Beginn des Iahres 1929 an in wachsendem Maße durch- gesetzt.

Gleichzeitig erwies sich die einheimische Ka­pitalneubildung als völlig unzulänglich. Die Ende März von der Reichsregierung auf­gelegte 500-Millionen-An leihe, die trotz weitgehender steuerlicher Vorteile zu keinem Erfolg geführt hat, war ein Prüfstein für die Er- .giebigkeit des einheimischen Kapitalmarktes. Die Inlandanleihen konnten in dem Zeitraum Ianuar-Rovember nur noch einen Betrag von 582,5 Millionen Mark gegenüber 1045,2 im ent­sprechenden Zeitraum des Iahres 1928 erreichen. Gleichzeitig ermäßigten sich die Auslandanleihen von 1581,8 auf 633,9 Millionen Mark. Der Kapitalbedarf der Wirtschaft, der infolge der rückläufigen Konjunktur wohl auch an und für sich geringer wurde, drückte sich in Anpassung an die bestehenden Cmissionsmöglichkeiten in niedri­geren Ziffern der Kapitalerhöhungen aus. Wäh­rend in den ersten elf Monaten 1928 der Kapital­markt durch Kapitalerhöhungen noch mit 942,5 Millionen Mark in Anspruch genommen wurde, waren es in diesem Iahre bis Ende November nur noch 501,01 Millionen Mark.

Die Beanspruchung von Kapital durch Neu - gründungen ermäßigte sich um etwa 17 Pro­zent. Insgesamt war die deutsche Emissionstätig­keit im In- und Auslande um rund 50 Prozent niedriger als im Iahre 1928. Die Geldsähe konn­ten Anfang des Iahres noch als erträglich be­zeichnet werden. Sie stiegen von durchschnittlich 4,99 Prozent im Ianuar (für tägliches Geld) au 9.59 Prozent im Mai, um im November einen Durchschnittssah von ungefähr 8 Prozent zu er­reichen, obwohl sich in der Zwischenzeit eine internationale Gelderleich terung

durchgesetzt hatte. Die Bedürfnisse der öffent­lichen Hand sind hierfür in erster Linie verant­wortlich zu machen. Der Satz für Monatsgeld zeigte geringe Schwankungen von 7,38 Prozent zu Beginn des Iahres auf 9,94 Prozent im Iuni und auf etwa 8,90 Prozent im November.

Der P r i v a t d i s k o n t stieg von 5,80 Pro­zent auf 7.50 v rezent, um später wieder langsam auf 6 88 Prozent im November abzuflauen. Die Entwicklung des R e i ch s b a n k st a t u s sviegelt diesen Wechsel von Anspannung und Entspan­nung deutlich wider. Der gesamte Gold- und Devisenbestand der Reichsbank liegt jetzt mit 2,247 Milliarden Mark noch etwa um eine Viertel­milliarde unter dem hohen Stand vom 31. De­zember 1928. Die Gold- und Devisendeckung der Reichsbanknoten, die bei dem angesvanntesten Ausweis vom 7. Mai die Mindestgrenze noch um 1 Prozent überschritt, stellte sich Ende November des Iahres auf 53,6 Prozent gegen 59,2 Pro- zent Ende November 1928.

Der gesamte Geldumlauf war, rechnerisch betrachtet. Ende November um rund 50 Mill. Mk. höher als im Vorjahr. Absolut genommen ist aber der Umlauf etwas stärker gestiegen, da sich das Preisniveau, am Großhandelsindex ge­messen, gegenüber dem Vorjahr um rund 5 Pro­zent ermäßigt hak. Dagegen dürfte die Ausdeh- nung des Geldumlaufs ungefähr der Zunahme der Produktion im Iahre 1929 entsprechen.

Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt.

Infolge der Weihnachtsfeiertage fand in dieser Woche nur einmal Markt statt, so daß wenig zu berichten ist. Trotz der festen Auslandmärkte war das Geschäft sehr ruhig. Weizen hatte auf einige gute Käufe von niederrheinischen Mühlen etwas lebhafteres Geschäft zu verzeichnen, bei leichter Besserung des Preises. Roggen ver­zeichnete nur geringes Bedarfsgeschäft, wobei namentlich die Stühungsfirmen mehr in Er­scheinung traten. Mehle hatten nicht unbe­deutendes Geschäft, zumal die Mühlen ihre For­derungen weiter ermäßigt haben. Während Roggenmehle ihren Preisstand gut behaup­ten konnten, tagen Weizenmehle etwas schwächer. Gerste, Hafer und Mais hatten unveränderte Markt- und Preislage. Lediglich für feine Braugerste bestand weiter etwas Inter­esse. Futtermittel in sich weiter etwas schwächer, doch blieben die Preise bei unbedeu­tender Geschäftstätigkeit gut gehalten.

Im freien Markte konnte sich später eine etwas freundlichere Stimmung durchsetzen, so daß sich die Preise leicht erhöhen konnten. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche tagen Weizen um 0,50 Mark höher, während Weizen­mehle um 0,25 Mark nachgaben. Alles übrige gut gehalten. Der Markt schloß zu folgenden Vo­tierungen: Weizen 26,50 bis 25,75, Roggen 19, Gerste 19,75 bis 20, Hafer 18, Mais 18. Weizen­mehl, südd. 38,75 bis 39,25, Weizenmehl, Nieder­rhein. 38,75 bis 39,25, Roggenmehl 27,75 bis 28,75. Weizenkleie 9,50 bis 9.60, Roggenkleie 10, Kartoffeln unverändert 3,30 Mk. per Zentner.

Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Nachdem der Bedarf für die Weihnachtsfeier­tage größtenteils schon in der vergangenen Woche gedeckt worden war, setzte das Geschäft in der Weihnachtswoche ziemlich ruhig ein. Der Aus­trieb war naturgemäß gegen die Vorwoche erheb­lich geringer, so daß sich an einzelnen Märkten doch recht lebhaftes Geschäft entwickeln konnte. So namentlich für Kälber, Schafe und Schweine, ohne daß sich die Preise weiter befestigen konnten. Lediglich beste Mastkälber erzielten Preise über Notiz. Am Rinder markt gaben die Preise bei schleppendem Geschäft und etwas größerem Heberstand meist nach, nur für Bullen guter Qualität zeigte sich etwas mehr Interesse bei einer leichten Preisbesserung. Kälber und Schafe verzeichneten lebhaftes Geschäft. Bei gut behaupteten Preisen wurde der Markt aus­verkauft. Schweine hatten nur zum Wochen­beginn lebhaftes Geschäft aufzuweisen, was sich auch noch zu Beginn des Nebenmarktes zunächst fortsehte, um aber zum Schluß des Marktes um so mehr abzuflauen, ohne daß ein Preisrückgang eingetreten wäre. Es verblieb ziemlich Heber- stand.

Der Gesamtauftrieb bestand aus 1140 Rindern, darunter befanden sich 244 Ochsen, 43 Bullen,

478 Kühe und 240 Färsen, ferner aus 1194 Käl­bern, 432 Schafen und 3260 Schweinen. Ver­glichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 876 Rinder, 1044 Kälber, 197 Schafe und 4952 Schweine weniger angetrieben.

Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen AI 55 bis 58, All 50 bis 54, B I 45 bis 49: Bullen A 54 bis 58, B 50 bis 53; Kühe A 45 bis 47, B 42 bis 44. C 36 bis 41, D 28 bis 35; Färsen A 57 bis 60, B 53 bis 56, C 48 bis 52. Kälber B 94 bis 96, C 88 bis 93. D 80 bis 87. Schafe A I 45 bis 48. B 40 bis 44. C 32 bis 39. Schweine B 83 bis 85, C 83 bis 85. D 82 bis 84, E 79 bis 82. Im Vergleich mit den Preisen der letzten Woche büßten Ochsen und Kühe je 2 Mk. ein, dagegen konnten Bullen 1 Mk. anziehen, während Färsen, Kälber, Schafe und Schweine ihren Preisstand gut behaupteten.

*

41 Commerz- und Privatbank A. - G. LautFranks. Ztg." scheidet Iustizrat Dr. Albert Katzenellenbogen am 31. Dezember nach jahrzehntelanger Tätigkeit aus dem Vorstand der Vank aus, in den er seinerzeit mit der Mittel­deutschen Creditbank übertrat. Er soll in den Aufsichtsrat der Commerzbank gewählt werden und behält sämtliche Aufsichtsratsmandate, die er innehatte.

* Amerikanisches Gold f ü r Pariser Banken. In Cherbourg ist ein für Paris be­stimmter amerikanischer Goldtransport im Werte von 400 Millionen Francs eingetroffen.

* Norddeutscher Lloyd. Bremen. Wie WTB.-Handelsdienst von der Verwaltung des Norddeutschen Lloyd auf Anfrage hört, sind die angesichts der Nervosität der Börse besonders beschleunigten Bilanzvorarbeiten so­weit gefördert, daß sich die Ergebnisse des Iahres 1929 ungefähr übersehen lassen. Dieser Heber­blick berechtigt zu der Annahme, daß eine Aende- rung des Dividendensahes gegenüber dem des Vorjahres (8 v. H.) nicht nötig sein wird.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 28. Dez. Tendenz: lustlos. Zum Wochenschluß war die Stimmung an der Börse lustlos. Der anhaltende Ordermangel sowie die geringe Aufnahmelust der Spekulation unterbanden fast jede Umsatztätigkeit. Anregungen fehlten voll­kommen. Die zum Schluß fester gewordene gestrige Neuyorker Börse trug zur Verstärkung der Zurück­haltung bei. Verschiedentlich wurden noch neue Exe­kutionen vorgenommen zu Geldbeschaffungszwecken für den bevorstehenden Zahltag. Der Reportgeldauf­schlag für die Ultimo-Ianuar-Kurse war zumeist schon verlören» Gegenüber der gestrigen Abendbörse er­gaben sich überwiegend Kursabschläge biszu 2 v. Sj. Eine Ausnahme machten Kaliaktien, von denen Westeregeln 3 v. ch. und Aschaffenburg 2 v. ch. auf den saisonmäßig zu erwartenden höheren Kali­absatz gewinnen konnten. Ferner bestand etwas In­teresse für Schiffahrtswerte. Die Verteilung einer Dividende von 8 v. ch. bei Nordlloyd gab eine gewisse Anregung, chapag konnten 2 v. ch., Norddeutscher Lloyd etwa 1,5 v. ch. anziehen. Von Montanwerten lagen Rheinstahl und Phönix bis zu 1 v. ch. ge­bessert. charpener verloren 1 v. ch. Den größten Ver­lust hatten am Elektromarkt Siemens mit minus 2,5 v. ch. Bis 1 v. ch. schwächer lagen AEG., Berg­mann, Licht & Kraft, Gesfürel und Schuckert. Am Chemiemarkt eröffneten Farben und Holzverkoh­lung leicht gedrückt, während sich für Deutsche Erdöl einige Nachfrage bei leicht anziehenden Kursen be­merkbar machte. Deutsche Linoleum büßten 2 v. ch. ein, am Kunstseidemartt Aku 1,5 v. ch. Am Banken­markt waren Dresdner Bank, Deutsche und Disconto je 2 v. ch., Commerzbank 1,5 v. ch. schwächer. Barmer Bank dagegen leicht erhöht. Renten still. Im Ver­laufe wurde die Stimmung freundlicher. Die Speku­lation schritt zu einigen Rückdeckungen, veranlaßt durch vereinzelt eintreffenbe Aufträge. Es ergaben sich bei etwas zunehmendem Geschäft durchschnittlich Besserungen von 1 bis 2 v. ch. gegenüber dem An­fang. Besonderes Interesse bestand für Scheideanstalt, die insgesamt etwa 4,5 v. ch. gewinnen konnten. Am Geldmarkt lag Tagesgeld mit 7 v. ch. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1800, gegen Pfund 20,3975, London gegen Kabel 4,8820, gegen Paris 123,86, gegen Mailand 93,26, gegen Madrid 36,50.

Berliner Börse.

Berlin, 28. Dez. Die Hoffnungen des heutigen Vormitt^g5verkehrs, daß zum neuen Termin e.nige Kauforders außenstehender Kreise eintreffen wür­den, schienen sich zu Beginn der offiziellen Börse zunächst nicht zu erfüllen. Mit Ausnahme der Schiffahrtsaktien, für die die unveränderte Divi­dende von 8 Prozent bei Nordlloyd stimulierend wirkte, lagen die ersten Kurse eher schwä­

cher, und die Ianuar-Reports waren größten­teils wieder verloren. Es sollen an verschiedenen Märkten wieder Exekutionen vorgenommen wor­den sein, auch befürchtet man noch Verkäufe am Kassamarkt zu Geldbeschaffungszwecken für den Zahltag. Besondere Momente lagen sonst nicht vor. Die Abschwächung zum Schluß der gestrigen Neuyorker Börse brachte man mit dem Ultimo in Zusammenhang. Von den einzelnen Märkten war heute nicht viel zu berichten. Schifsahrts- werte lagen, wie bereits erwähnt, ziemlich fest. Auch für Berliner Handelsgesellschaft zeigte sich etwas regeres Interesse. NAG. waren etwas höher, Deutsche Erdöl ebenfalls etwas lebhafter. Die Notiz für Löwe und Gesfürel wurde ab heute verbunden zur Notierung gebracht. Deutsche Anleihen nachgebend. Ausländer unverändert. Pfandbriefe geschäftslos und eher schwächer. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 7,25 bis 9.5 Prozent, vereinzelt darunter: Monatsgeld 9 bis 10,5 Prozent, Warenwechsel ohne Umsatz. Auch im Verlaufe hielt sich die Hmsahtätigkeit, von wenigen Märkten abgesehen (Erdöl, Reichs­bank, Siemens. Schiffahrtsaktien), in bescheidenen Grenzen. Die Stimmung wurde aber allgemein freundlicher. Es ergaben sich überwiegend Kurs­gewinne, die bei den bereits genannten Werten bis zu 3 Prozent betrugen. Berger und Poly­phon je 3,5 Prozent höher.

Bcrliner Produktenbörse.

Berlin, 27.Dez. Rach der mehrtägigen Ver­kehrsunterbrechung hielt sich das Geschäft am Produktenmarkt heute in recht engen Grenzen. Das inländische Angebot von beiden Brotge­treidearten ist nur ziemlich geringfügig, für Wei­zen bestand, auch auf Grund der festen Ausland­meldungen, gute Nachfrage und es konnten etwa 2 Mark höhere Preise erzielt werden. Dagegen stagniert das Roggengeschäft fast gänzlich. Am Lieferungsmarkt zeigte sich für Dezemberweizen Deckungsnachfrage, auch Märzlieferung vermochte sich zu befestigen. Die Roggenpreise gaben da­gegen bei geringen Umsätzen nach. Das Mehl­geschäft ist noch nicht recht wieder in Gang ge­kommen. Hafer liegt bei mäßigem Angebot gut stetig. Am Gerstenmarkt hat sich die Situation wenig verändert; gute Qualitäten sind gesucht, ebenso finden Futtergersten bessere Beachtung.

Buntes Allerlei.

Die Tragödie eines Kindes.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei gegen das Ehepaar Schröder in Berlin-Blankenburff haben den Beweis erbracht, daß die beiden sich unmenschliche Züchtigungen ihres dreijährigen Kindes haben zuschulden kommen lassen. Sie wurden wegen dauernder Kindesmißhandlung in Hast genommen. Bei den Vernehmungen sind entsetzliche Einzelheiten ans Licht gekommen. Die entsetzlichsten Züchtigungen wurden am Tage mitunter zwei- und dreimal vorgenommen. Als sich das Kind an seinem letzten Lebenslage schmutzig gemacht hatte, entkleidete die Frau es, und der Vater schlug unbarmherzig mit den* Schnallenriemen. Als es nach der dritten harten Züchtigung ohnmäch­tig tufammenfant, zog die Frau es an den Ohren empor. Das Kind fiel mit dem Gesicht auf die Erde. Wieder wurde cs an den Ohren emporgezerrt, und jetzt schlug das Kind m i t d e m Hinterkovs auf. Bald darauf starb es. Aus der Verbindung des Paares ist noch ein zehn Monate alter Knabe hervorgegangen, der jetzt in Pflege gebracht wurde.

Lebendig begraben?

Infolge des Verkaufes des Rittergutes R y b n a., Kreis Tarnowih, an die polnische Sied­lungsgesellschaft sollten die im Erbbegräbnis im Hanno-Wäldchen beigesehten drei Toten der Fa­milie von Koschützky, die Eltern und deren Sohn Hanno, der im Kriege gefallen war, nach dem neuen Besitztum der Familie in Wronin, Kreis Ratibor, übergeführt werden. Als in Gegenwart des Kreisarztes und des Amtsvor­stehers die Familiengruft geöffnet wurde, mußten die Anwesenden zu ihrem größten Entsetzen fest­stellen, daß die unteren Seitenbretter des Sarges des schon vor neun Iahren angeblich an Herz­schlag gestorbenen Rittmeisters von Koschützky, des Vaters des jetzigen Besitzers, herausgc- drückt waren. Der Tote lag auf dem Gesicht mit seitwärts gestreckten Armen. Die Leichen­decke lag zerknüllt zu seinen Füßen. Da nicht der geringste Anhaltspunkt für eine Beraubung des Toten gefunden werden konnte, muß angenommen werden, daß Rittmeister von Koschützky das furcht­bare Geschick hatte, scheintot begraben wor­den zu fein.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlofsenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 v. H., Lombardzinsfuß 8 o. H.

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Berlin

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Datum

27. 12.

28. 12-

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Oberhcssen Provinz »Anleihe mit

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44

Deutsche Komm. Eammelabl.

Anleihe Serie 1 . ......

46,13

46,25

8% Fronkf. Hhp.-Bank Oolbpje.

XIII unkündbar bis 1934 .

7% Franks. Hyp.-Vank Goldpfc. unkündbar bis 1932 .....

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82

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Psandbricse R. 1?.....

98

98

8% Pr. LandeSpsandbriesansialt, Äomm.'übl. R. 16.....

7% Pr. LandeSpsandbriesansiaU,

95

95

Pfandbriefe R. 10.....

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89

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rückzahlbar 1982 ......

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24

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24,13

4,20% Oektrrr. Stlberrl- .

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2,65

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21

1,95

21,13

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4% Ungarische öolbtic.....

4% Ungarische Staattt. v. 1910

21,1

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6,8

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Serie l..........

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6,8

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Norddeutscher Lloyd ....

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Slllg. Deutsche Creditanst. . .

10

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Barmer Bankverein .... Berliner Hanvelegesellsch. . . Commerz, und Privat-BcmI.

10

115,5

116

115,25

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li

167

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146

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11

224,75

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223

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10

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10

Dresdner Bank......

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142

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Sleichöbant........

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277,5

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Bergmann ...

Elektr. Lieferung Sgeielllchajt.

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Licht und Kraft.....

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Hamb. Llektr.«Werks ....

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125,75

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Schlei. Stein ......

10

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Schurken ä Co. ..... .

11

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125

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119

120

Gebr. Roeder......

IC

105

Böig, ft Haeftzu» ......

222

222

-

Gübb. Lucker.......

V

160

1 -

Banknoten.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. Bk.

Berlin, 27"Dezember

Geld

w

Amerikanische Noten.....

4,161

4,181

Belgische Noten. .......

58,28

58,52

Dänische Noten ........

111,63

112,07

20,34

20.42

16,415

16,475

Holländische Noten .......

168.11

168,79

Italienische Noten........

21,72

21,80

Norwegische Noten.......

111,63

112,07

Deutsch»Oesterreich, 6 100 Schilling

58,56

58,80

Rumänische Noten.......

2,47

2,49

Schwedische Noten .......

112,18

112,62

Schweizer Noten ........

81,14

81.46

Spanische Noten ........

57,01

57,23

Tschechoslowakische Noten.

12,34

12.40

Ungarische Noten .......

72,85

73,15

27- Dezember

28. Dezember

AmUlche Notierung

ümtlidip Notierung

Geld

Bries

Geld

Briei

Amst.-Nokt.

168,38

168,72

168,63

168,97

Buen.-Aires

1.701

1,705

1.704

1.708

^rss-Antw

58,385

58,505

58,47

58.59

Christiania.

111,89

112,11

112,04

112.26

Kopenhagen

111,91

112,13

112,04

112.£6

Stockholm .

112,42

112.64

112,51

112.73

HeltingforS.

10,48

10,50

10.498

10.518

ytalien. . .

21,835

21,875

21.86

21.90

London. . .

20,392

20,399

20.384

20.424

Neuqork . .

4,1705

4,1785

4.1765

4,1845

Paris....

Schwei, ..

16,43

16,47

16,455

16,495

81,135

81,295

81,27

81,43

Svantca -

56,10

56,22

55.96

56.08

Japan . . - ?Hio de Jan

2,045

2,049

2,050

2.054

0,462

0,464

0.462

0,464

Wien in D-» Ceft abgest

58,725

58,845

58,84

58,96

Prag . . . -

12.385

12,405

12,406

12,426

4)el)rab . .

7,407

7,421

7.418

7.432

Dudapesl.

73.07

73,21

73.30

73.36

Bulgarien

3.019

3.025

3,024

3,030

Lissabon

18.78

18,92

18,80

18.84

Danzig. .

.RonftüUifn-

81.41

1.978

61,57

1.982

81,55

1,983

81.71

1,987

Athen. .

5,43

5,44

5,43

5,44

Canada .

4,125

4,133

4,131

4,139

Urn ..nav -

3.896

3,904

3.896

3,904

Tatro . .

20,88

20,92

20,925

20,943