Wirtschaft.
Geringe Entlastung der Heichöbank.
Nach dem Ausweis der Reichsbank ovm 2 3. Dezember hat sich in der dritten Dezember-Woche die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 79,1 Millionen auf 2381,0 Millionen Mark erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Reichsschatzwechseln um 24,0 Millionen auf 34,0 Millionen Mark, die sonstigen Wechsel und Schecks um 65,7 Millionen auf 2156,5 Millionen Mart zugenvmmen, die Lom- hardbestände um 10,6 Millionen auf 98,0 Millionen Mark abgenommen.
An Reichsbanknoten und Re nie n- bankscheincn zusammen sind 4,7 Millionen Mark in die Kassen der Dank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 9.9 Millionen auf 4579,0 Millionen vermindert, der Umlauf an Rentenbonkscheinen um 5.2 Millionen auf 381.9 Millionen Mark erhöht. Dementsprechend haben sich die Destände der Reichsbant an Rentenbankscheinen auf 28.4 Millionen Mark ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 448.4 Millionen Mark eine Zunahme um 46,3 Millionen Mark.
Die Destände an Gold und deckungs-- fähigen Devisen habeii sich um 32,5 Millionen auf 2670.4 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen sind die Goldbestände um 17,5 Millionen aus 2264,7 Millionen Mark, und die Destände an deckungsfähigen Devisen um 15,0 Millionen auf 405,7 Millionen Mark angewachsen.
Die D e ck u n g d e r R o t e n durch Gold allein besserte sich von 49,0 Prozent in der Vorwoche auf 49,5 Prozent, derjenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 57,5 Prozent auf 58.3 Prozent.
Der Geld- und Kapitalmarkt im Jahre 1929.
Vor einem Iahr, an der Iahreswende 1928 29, waren bereits die Fehlleitung der öffentlichen Finanzwirtschast und die geringe Aufnahmefähigkeit am. Geld - und Kapitalmarkt als besondere Merkmale der deut- schen Gesamtwirtschast anzusehen. Die Entwicklung des jetzt zu Ende gehenden Iahres bestätigt diese Ausfassung, wie die Berliner Handelsgesellschaft in einem Rückblick ausführt, in weitgehendem Maße. Der deutsche Geldmarkt steht heute im Zeichen eines dringenden Kapitalbedarfs, und wenn es gelungen ist, eine kurzfristige Lösung dieser schwierigen Probleme zu finden, so werden diese Fragen im neuen Iahr doch weiterhin im Mittelpunkt des Interesses stehen. Die Isolierung des deutschen Kapitalmarktes hat sich von Beginn des Iahres 1929 an in wachsendem Maße durch- gesetzt.
Gleichzeitig erwies sich die einheimische Kapitalneubildung als völlig unzulänglich. Die Ende März von der Reichsregierung aufgelegte 500-Millionen-An leihe, die trotz weitgehender steuerlicher Vorteile zu keinem Erfolg geführt hat, war ein Prüfstein für die Er- .giebigkeit des einheimischen Kapitalmarktes. Die Inlandanleihen konnten in dem Zeitraum Ianuar-Rovember nur noch einen Betrag von 582,5 Millionen Mark gegenüber 1045,2 im entsprechenden Zeitraum des Iahres 1928 erreichen. Gleichzeitig ermäßigten sich die Auslandanleihen von 1581,8 auf 633,9 Millionen Mark. Der Kapitalbedarf der Wirtschaft, der infolge der rückläufigen Konjunktur wohl auch an und für sich geringer wurde, drückte sich in Anpassung an die bestehenden Cmissionsmöglichkeiten in niedrigeren Ziffern der Kapitalerhöhungen aus. Während in den ersten elf Monaten 1928 der Kapitalmarkt durch Kapitalerhöhungen noch mit 942,5 Millionen Mark in Anspruch genommen wurde, waren es in diesem Iahre bis Ende November nur noch 501,01 Millionen Mark.
Die Beanspruchung von Kapital durch Neu - gründungen ermäßigte sich um etwa 17 Prozent. Insgesamt war die deutsche Emissionstätigkeit im In- und Auslande um rund 50 Prozent niedriger als im Iahre 1928. Die Geldsähe konnten Anfang des Iahres noch als erträglich bezeichnet werden. Sie stiegen von durchschnittlich 4,99 Prozent im Ianuar (für tägliches Geld) au 9.59 Prozent im Mai, um im November einen Durchschnittssah von ungefähr 8 Prozent zu erreichen, obwohl sich in der Zwischenzeit eine internationale Gelderleich terung
durchgesetzt hatte. Die Bedürfnisse der öffentlichen Hand sind hierfür in erster Linie verantwortlich zu machen. Der Satz für Monatsgeld zeigte geringe Schwankungen von 7,38 Prozent zu Beginn des Iahres auf 9,94 Prozent im Iuni und auf etwa 8,90 Prozent im November.
Der P r i v a t d i s k o n t stieg von 5,80 Prozent auf 7.50 v rezent, um später wieder langsam auf 6 88 Prozent im November abzuflauen. Die Entwicklung des R e i ch s b a n k st a t u s sviegelt diesen Wechsel von Anspannung und Entspannung deutlich wider. Der gesamte Gold- und Devisenbestand der Reichsbank liegt jetzt mit 2,247 Milliarden Mark noch etwa um eine Viertelmilliarde unter dem hohen Stand vom 31. Dezember 1928. Die Gold- und Devisendeckung der Reichsbanknoten, die bei dem angesvanntesten Ausweis vom 7. Mai die Mindestgrenze noch um 1 Prozent überschritt, stellte sich Ende November des Iahres auf 53,6 Prozent gegen 59,2 Pro- zent Ende November 1928.
Der gesamte Geldumlauf war, rechnerisch betrachtet. Ende November um rund 50 Mill. Mk. höher als im Vorjahr. Absolut genommen ist aber der Umlauf etwas stärker gestiegen, da sich das Preisniveau, am Großhandelsindex gemessen, gegenüber dem Vorjahr um rund 5 Prozent ermäßigt hak. Dagegen dürfte die Ausdeh- nung des Geldumlaufs ungefähr der Zunahme der Produktion im Iahre 1929 entsprechen.
Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt.
Infolge der Weihnachtsfeiertage fand in dieser Woche nur einmal Markt statt, so daß wenig zu berichten ist. Trotz der festen Auslandmärkte war das Geschäft sehr ruhig. Weizen hatte auf einige gute Käufe von niederrheinischen Mühlen etwas lebhafteres Geschäft zu verzeichnen, bei leichter Besserung des Preises. Roggen verzeichnete nur geringes Bedarfsgeschäft, wobei namentlich die Stühungsfirmen mehr in Erscheinung traten. Mehle hatten nicht unbedeutendes Geschäft, zumal die Mühlen ihre Forderungen weiter ermäßigt haben. Während Roggenmehle ihren Preisstand gut behaupten konnten, tagen Weizenmehle etwas schwächer. Gerste, Hafer und Mais hatten unveränderte Markt- und Preislage. Lediglich für feine Braugerste bestand weiter etwas Interesse. Futtermittel in sich weiter etwas schwächer, doch blieben die Preise bei unbedeutender Geschäftstätigkeit gut gehalten.
Im freien Markte konnte sich später eine etwas freundlichere Stimmung durchsetzen, so daß sich die Preise leicht erhöhen konnten. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche tagen Weizen um 0,50 Mark höher, während Weizenmehle um 0,25 Mark nachgaben. Alles übrige gut gehalten. Der Markt schloß zu folgenden Votierungen: Weizen 26,50 bis 25,75, Roggen 19, Gerste 19,75 bis 20, Hafer 18, Mais 18. Weizenmehl, südd. 38,75 bis 39,25, Weizenmehl, Niederrhein. 38,75 bis 39,25, Roggenmehl 27,75 bis 28,75. Weizenkleie 9,50 bis 9.60, Roggenkleie 10, Kartoffeln unverändert 3,30 Mk. per Zentner.
Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Nachdem der Bedarf für die Weihnachtsfeiertage größtenteils schon in der vergangenen Woche gedeckt worden war, setzte das Geschäft in der Weihnachtswoche ziemlich ruhig ein. Der Austrieb war naturgemäß gegen die Vorwoche erheblich geringer, so daß sich an einzelnen Märkten doch recht lebhaftes Geschäft entwickeln konnte. So namentlich für Kälber, Schafe und Schweine, ohne daß sich die Preise weiter befestigen konnten. Lediglich beste Mastkälber erzielten Preise über Notiz. Am Rinder markt gaben die Preise bei schleppendem Geschäft und etwas größerem Heberstand meist nach, nur für Bullen guter Qualität zeigte sich etwas mehr Interesse bei einer leichten Preisbesserung. Kälber und Schafe verzeichneten lebhaftes Geschäft. Bei gut behaupteten Preisen wurde der Markt ausverkauft. Schweine hatten nur zum Wochenbeginn lebhaftes Geschäft aufzuweisen, was sich auch noch zu Beginn des Nebenmarktes zunächst fortsehte, um aber zum Schluß des Marktes um so mehr abzuflauen, ohne daß ein Preisrückgang eingetreten wäre. Es verblieb ziemlich Heber- stand.
Der Gesamtauftrieb bestand aus 1140 Rindern, darunter befanden sich 244 Ochsen, 43 Bullen,
478 Kühe und 240 Färsen, ferner aus 1194 Kälbern, 432 Schafen und 3260 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 876 Rinder, 1044 Kälber, 197 Schafe und 4952 Schweine weniger angetrieben.
Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen AI 55 bis 58, All 50 bis 54, B I 45 bis 49: Bullen A 54 bis 58, B 50 bis 53; Kühe A 45 bis 47, B 42 bis 44. C 36 bis 41, D 28 bis 35; Färsen A 57 bis 60, B 53 bis 56, C 48 bis 52. — Kälber B 94 bis 96, C 88 bis 93. D 80 bis 87. — Schafe A I 45 bis 48. B 40 bis 44. C 32 bis 39. — Schweine B 83 bis 85, C 83 bis 85. D 82 bis 84, E 79 bis 82. — Im Vergleich mit den Preisen der letzten Woche büßten Ochsen und Kühe je 2 Mk. ein, dagegen konnten Bullen 1 Mk. anziehen, während Färsen, Kälber, Schafe und Schweine ihren Preisstand gut behaupteten.
*
41 Commerz- und Privatbank A. - G. Laut „Franks. Ztg." scheidet Iustizrat Dr. Albert Katzenellenbogen am 31. Dezember nach jahrzehntelanger Tätigkeit aus dem Vorstand der Vank aus, in den er seinerzeit mit der Mitteldeutschen Creditbank übertrat. Er soll in den Aufsichtsrat der Commerzbank gewählt werden und behält sämtliche Aufsichtsratsmandate, die er innehatte.
* Amerikanisches Gold f ü r Pariser Banken. In Cherbourg ist ein für Paris bestimmter amerikanischer Goldtransport im Werte von 400 Millionen Francs eingetroffen.
* Norddeutscher Lloyd. Bremen. Wie WTB.-Handelsdienst von der Verwaltung des Norddeutschen Lloyd auf Anfrage hört, sind die angesichts der Nervosität der Börse besonders beschleunigten Bilanzvorarbeiten soweit gefördert, daß sich die Ergebnisse des Iahres 1929 ungefähr übersehen lassen. Dieser Heberblick berechtigt zu der Annahme, daß eine Aende- rung des Dividendensahes gegenüber dem des Vorjahres (8 v. H.) nicht nötig sein wird.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 28. Dez. Tendenz: lustlos. — Zum Wochenschluß war die Stimmung an der Börse lustlos. Der anhaltende Ordermangel sowie die geringe Aufnahmelust der Spekulation unterbanden fast jede Umsatztätigkeit. Anregungen fehlten vollkommen. Die zum Schluß fester gewordene gestrige Neuyorker Börse trug zur Verstärkung der Zurückhaltung bei. Verschiedentlich wurden noch neue Exekutionen vorgenommen zu Geldbeschaffungszwecken für den bevorstehenden Zahltag. Der Reportgeldaufschlag für die Ultimo-Ianuar-Kurse war zumeist schon verlören» Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich überwiegend Kursabschläge biszu 2 v. Sj. Eine Ausnahme machten Kaliaktien, von denen Westeregeln 3 v. ch. und Aschaffenburg 2 v. ch. auf den saisonmäßig zu erwartenden höheren Kaliabsatz gewinnen konnten. Ferner bestand etwas Interesse für Schiffahrtswerte. Die Verteilung einer Dividende von 8 v. ch. bei Nordlloyd gab eine gewisse Anregung, chapag konnten 2 v. ch., Norddeutscher Lloyd etwa 1,5 v. ch. anziehen. Von Montanwerten lagen Rheinstahl und Phönix bis zu 1 v. ch. gebessert. charpener verloren 1 v. ch. Den größten Verlust hatten am Elektromarkt Siemens mit minus 2,5 v. ch. Bis 1 v. ch. schwächer lagen AEG., Bergmann, Licht & Kraft, Gesfürel und Schuckert. Am Chemiemarkt eröffneten Farben und Holzverkohlung leicht gedrückt, während sich für Deutsche Erdöl einige Nachfrage bei leicht anziehenden Kursen bemerkbar machte. Deutsche Linoleum büßten 2 v. ch. ein, am Kunstseidemartt Aku 1,5 v. ch. Am Bankenmarkt waren Dresdner Bank, Deutsche und Disconto je 2 v. ch., Commerzbank 1,5 v. ch. schwächer. Barmer Bank dagegen leicht erhöht. Renten still. Im Verlaufe wurde die Stimmung freundlicher. Die Spekulation schritt zu einigen Rückdeckungen, veranlaßt durch vereinzelt eintreffenbe Aufträge. Es ergaben sich bei etwas zunehmendem Geschäft durchschnittlich Besserungen von 1 bis 2 v. ch. gegenüber dem Anfang. Besonderes Interesse bestand für Scheideanstalt, die insgesamt etwa 4,5 v. ch. gewinnen konnten. Am Geldmarkt lag Tagesgeld mit 7 v. ch. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1800, gegen Pfund 20,3975, London gegen Kabel 4,8820, gegen Paris 123,86, gegen Mailand 93,26, gegen Madrid 36,50.
Berliner Börse.
Berlin, 28. Dez. Die Hoffnungen des heutigen Vormitt^g5verkehrs, daß zum neuen Termin e.nige Kauforders außenstehender Kreise eintreffen würden, schienen sich zu Beginn der offiziellen Börse zunächst nicht zu erfüllen. Mit Ausnahme der Schiffahrtsaktien, für die die unveränderte Dividende von 8 Prozent bei Nordlloyd stimulierend wirkte, lagen die ersten Kurse eher schwä
cher, und die Ianuar-Reports waren größtenteils wieder verloren. Es sollen an verschiedenen Märkten wieder Exekutionen vorgenommen worden sein, auch befürchtet man noch Verkäufe am Kassamarkt zu Geldbeschaffungszwecken für den Zahltag. Besondere Momente lagen sonst nicht vor. Die Abschwächung zum Schluß der gestrigen Neuyorker Börse brachte man mit dem Ultimo in Zusammenhang. Von den einzelnen Märkten war heute nicht viel zu berichten. Schifsahrts- werte lagen, wie bereits erwähnt, ziemlich fest. Auch für Berliner Handelsgesellschaft zeigte sich etwas regeres Interesse. NAG. waren etwas höher, Deutsche Erdöl ebenfalls etwas lebhafter. Die Notiz für Löwe und Gesfürel wurde ab heute verbunden zur Notierung gebracht. Deutsche Anleihen nachgebend. Ausländer unverändert. Pfandbriefe geschäftslos und eher schwächer. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 7,25 bis 9.5 Prozent, vereinzelt darunter: Monatsgeld 9 bis 10,5 Prozent, Warenwechsel ohne Umsatz. Auch im Verlaufe hielt sich die Hmsahtätigkeit, von wenigen Märkten abgesehen (Erdöl, Reichsbank, Siemens. Schiffahrtsaktien), in bescheidenen Grenzen. Die Stimmung wurde aber allgemein freundlicher. Es ergaben sich überwiegend Kursgewinne, die bei den bereits genannten Werten bis zu 3 Prozent betrugen. Berger und Polyphon je 3,5 Prozent höher.
Bcrliner Produktenbörse.
Berlin, 27.Dez. Rach der mehrtägigen Verkehrsunterbrechung hielt sich das Geschäft am Produktenmarkt heute in recht engen Grenzen. Das inländische Angebot von beiden Brotgetreidearten ist nur ziemlich geringfügig, für Weizen bestand, auch auf Grund der festen Auslandmeldungen, gute Nachfrage und es konnten etwa 2 Mark höhere Preise erzielt werden. Dagegen stagniert das Roggengeschäft fast gänzlich. Am Lieferungsmarkt zeigte sich für Dezemberweizen Deckungsnachfrage, auch Märzlieferung vermochte sich zu befestigen. Die Roggenpreise gaben dagegen bei geringen Umsätzen nach. Das Mehlgeschäft ist noch nicht recht wieder in Gang gekommen. Hafer liegt bei mäßigem Angebot gut stetig. Am Gerstenmarkt hat sich die Situation wenig verändert; gute Qualitäten sind gesucht, ebenso finden Futtergersten bessere Beachtung.
Buntes Allerlei.
Die Tragödie eines Kindes.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizei gegen das Ehepaar Schröder in Berlin-Blankenburff haben den Beweis erbracht, daß die beiden sich unmenschliche Züchtigungen ihres dreijährigen Kindes haben zuschulden kommen lassen. Sie wurden wegen dauernder Kindesmißhandlung in Hast genommen. Bei den Vernehmungen sind entsetzliche Einzelheiten ans Licht gekommen. Die entsetzlichsten Züchtigungen wurden am Tage mitunter zwei- und dreimal vorgenommen. Als sich das Kind an seinem letzten Lebenslage schmutzig gemacht hatte, entkleidete die Frau es, und der Vater schlug unbarmherzig mit den* Schnallenriemen. Als es nach der dritten harten Züchtigung ohnmächtig tufammenfant, zog die Frau es an den Ohren empor. Das Kind fiel mit dem Gesicht auf die Erde. Wieder wurde cs an den Ohren emporgezerrt, und jetzt schlug das Kind m i t d e m Hinterkovs auf. Bald darauf starb es. Aus der Verbindung des Paares ist noch ein zehn Monate alter Knabe hervorgegangen, der jetzt in Pflege gebracht wurde.
Lebendig begraben?
Infolge des Verkaufes des Rittergutes R y b n a., Kreis Tarnowih, an die polnische Siedlungsgesellschaft sollten die im Erbbegräbnis im Hanno-Wäldchen beigesehten drei Toten der Familie von Koschützky, die Eltern und deren Sohn Hanno, der im Kriege gefallen war, nach dem neuen Besitztum der Familie in Wronin, Kreis Ratibor, übergeführt werden. Als in Gegenwart des Kreisarztes und des Amtsvorstehers die Familiengruft geöffnet wurde, mußten die Anwesenden zu ihrem größten Entsetzen feststellen, daß die unteren Seitenbretter des Sarges des schon vor neun Iahren angeblich an Herzschlag gestorbenen Rittmeisters von Koschützky, des Vaters des jetzigen Besitzers, herausgc- drückt waren. Der Tote lag auf dem Gesicht mit seitwärts gestreckten Armen. Die Leichendecke lag zerknüllt zu seinen Füßen. Da nicht der geringste Anhaltspunkt für eine Beraubung des Toten gefunden werden konnte, muß angenommen werden, daß Rittmeister von Koschützky das furchtbare Geschick hatte, scheintot begraben worden zu fein.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlofsenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v. H., Lombardzinsfuß 8 o. H.
Franlsux» a Dl
Berlin
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Datum
27. 12.
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Gübb. Lucker.......
V
—
160
1 -
Banknoten.
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bk.
Berlin, 27"Dezember
Geld
w
Amerikanische Noten.....
4,161
4,181
Belgische Noten. .......
58,28
58,52
Dänische Noten ........
111,63
112,07
20,34
20.42
16,415
16,475
Holländische Noten .......
168.11
168,79
Italienische Noten........
21,72
21,80
Norwegische Noten.......
111,63
112,07
Deutsch»Oesterreich, 6 100 Schilling
58,56
58,80
Rumänische Noten.......
2,47
2,49
Schwedische Noten .......
112,18
112,62
Schweizer Noten ........
81,14
81.46
Spanische Noten ........
57,01
57,23
Tschechoslowakische Noten. • • • •
12,34
12.40
Ungarische Noten .......
72,85
73,15
27- Dezember
28. Dezember
AmUlche Notierung
ümtlidip Notierung
Geld
Bries
Geld
Briei
Amst.-Nokt.
168,38
168,72
168,63
168,97
Buen.-Aires
1.701
1,705
1.704
1.708
^rss-Antw
58,385
58,505
58,47
58.59
Christiania.
111,89
112,11
112,04
112.26
Kopenhagen
111,91
112,13
112,04
112.£6
Stockholm .
112,42
112.64
112,51
112.73
HeltingforS.
10,48
10,50
10.498
10.518
ytalien. . .
21,835
21,875
21.86
21.90
London. . .
20,392
20,399
20.384
20.424
Neuqork . .
4,1705
4,1785
4.1765
4,1845
Paris....
Schwei, ..
16,43
16,47
16,455
16,495
81,135
81,295
81,27
81,43
Svantca -
56,10
56,22
55.96
56.08
Japan . . - ?Hio de Jan
2,045
2,049
2,050
2.054
0,462
0,464
0.462
0,464
Wien in D-» Ceft abgest
58,725
58,845
58,84
58,96
Prag . . . -
12.385
12,405
12,406
12,426
4)el)rab . .
7,407
7,421
7.418
7.432
Dudapesl.
73.07
73,21
73.30
73.36
Bulgarien
3.019
3.025
3,024
3,030
Lissabon
18.78
18,92
18,80
18.84
Danzig. .
.RonftüUifn-
81.41
1.978
61,57
1.982
81,55
1,983
81.71
1,987
Athen. .
5,43
5,44
5,43
5,44
Canada .
4,125
4,133
4,131
4,139
Urn ..nav -
3.896
3,904
3.896
3,904
Tatro . .
20,88
20,92
20,925
20,943


