Ausgabe 
28.12.1929
 
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roh-Eichen, 27. Dez. Am 30. Dezember feiert Der frühere Zimmer meister Hch. Peter II. bei bestem Wohlbefinden seinen 8 5. Geburts­

tag.

Groh-Eichen, 27. Dez. Auch in diesem Jahre wurde wieder am Heiligen Abend eine liturgische Weihnachtsfeier in der Kirche abgehalten, die sehr gut besucht war. Die Konfirmanden trugen ein lleines Krippenspiel: Weissagung und Erfüllung" vor. Kinderchöre und Dorträge des Männergesangvereins halfen die Feier verschönern. Am Schluffe bekam jedes der Kinder ein kleines Büchlein oder einen Wandspruch als Weihnachtsgabe. Am 30. De­zember feiert Zimmermeister Hch. Peter II. seinen 85. Geburtstag. Der Zubilar erfreut sich noch einer k örperlichen und geistigen Frische, die in solchem Alter selten ist.

i Sellnrod, 27. Dez. Eine große Anzahl Gemeindeglieder hatte sich am Heiligabend zur C h r i st m e t t e eingefunden. Mittelpunkt der Feier bildete ein kurzes Krippenspiel, von den Konfirmanden voraetragen. Mehrstimmige Weih­nachtslieder der Kinder und beä Mannerchors, sowie ein Vortrag des noch jungen Mundharmo­nikaorchesters der Schulkinder umrahmten die würdig verlaufene Feier. Der Posaunenchor hatte in dankenswerter Weise die ^Begleitung der ge­meinsam gesungenen Choräle übernommen.

Kreis Alsfeld.

M Alsfeld, 26. Dez. Entsprechend dem vom hessischen Landtag gefaßten Beschlüsse wurden auch für die hiesigen Fürsorgeempfänger wieder- um Winterbeihilfen bewilligt unö zwar für die Erwerbslosen, Sozialrentner und Orts- armen. Die Auszahlung erfolgt wie seither nicht in bar, sondern in Form von Gutscheinen. 3m Hinblick darauf, daß der hessische Staat für die Winterbeihilfen in dem lausenden Winter nur noch einen Zuschuß von 30 v.H. gewährt, wurden die Höchstsätze der Winterbeihilfe ebenfalls dem­entsprechend gekürzt. Die Kleinrentner haben eine Sonderzuweisung vom Reiche erhalten vor Weih­nachten, die ungefähr den Sätzen der Winter- bechilfe entspricht. Einer neuen Betätigung in der Ausbildung der Landwirte wird gegen-

rung der Leiche des heiligen Bonifatius von Mainz nach Fulda erfolgte, wie durch die For- schui^en K. Th. Ehr. Müllers nachgewiesen ist.

Haupte, daß es uns trotz schlimmer Zeitläufte dennoch gelungen ist, die Stadt Grünberg wieder ein Stück v orw är tsgebr ach t zu haben. Alle Einzelheiten aufzuführen, darf uh mir wohl ersparen. Auch darüber sind wir unS vollkommen llar und einig, daß keineswegs alle hier gefaßten GemeinderatSbeschlüsse den un­geteilten Be'.sÄl der Bürgerschaft gefunden haben. Das liegt an der unruhevollen Zeit und der in ihr begründeten wirtschaftlichen Rot und inner- politischen Zerrissenheit. Denn heute werden alle Beschlüsse nur daraufhin nachgeprüft, wie die­selben sich für den einzelnen auswirken, nicht für das große Ganze. Oft hat es nicht an Kritik gefehlt. Kritik ist gut und notwendig, sie darf jedoch das Maß des Zulässigen nicht über­schreiten und vielleicht gar solche Formen an» nehmen, die jede ehrenamtliche Tätigkeit dem einzelnen verleiden müssen. Wie ich bei früheren Gelegenheiten hier schon auszuführen die Ehre hatte, hat der Gemeinderat es schon längst ver­lernt, auf Dank zu rechnen. Wenn wir hier trotz aller Widerwärtigkeiten unsere gemeinsame Ar­beit gerne und freudig getan haben, so war es immer Im Bewußtsein, für das Wohl der ge­samten Bevölkerung dieser Stadt doch unser Bestes geleistet zu haben. Gestatten Sie mir deshalb, daß ich Ihnen allen meinen Dank für 3hre Mit­arbeit ausspreche und gleichzeitig den Wunsch damit verbinde, daß es 3hnen vergönnt fein möge, ein gesegnetes Weihnachtsfest zu feiern und: Diel Glück im neuen 3 ah re! Mit diesen Wünschen beschließe ich hiermit unsere letzte Sitzung." 3n der nichtöffentlichen Ät­zung beschließt der Gemeinderat in ge­heimer Abstimmung mit sechs gegen fünf Stimmen bei einer Enthaltung in der Angelegen­heit wegen Verkauf des Färbgrabens an die Firma Heinrich Schmid 11. folgendes: Das nachträgliche Angebot des Schlossermeisters Hein­rich Schäfer von 3,50 Mk. pro Quadratmeter abzulehnen und es demselben zu überlassen, den Beschluß vom 23. September d. 3., nachdem alle Versuche des Gemeinderats, eine Verständigung zwischen der Firma Heinrich Schmidt I. und Schlofsermcister Heinrich Schäfer gescheitert sind, im Derwoltungsstreitverf ähren bis zum 31.3a- nuat 1930 anzufechten, andernfalls gerichtliche Auflassung gemacht wird.

)( Rieder-Bessingen, 27. Dez. Schon lange war es der Wunsch unserer Gemeinde, daß der Kirchengefangvere.in oder gemischte Chor wieder aufleben möchte. Durch die Bemü­hungen unseres neuen Lehrers ist dieser Wunsch nun in Erfüllung gegangen. Olm ersten Weih­nachtsfeiertag trat der Verein zum erstenmal unter Leitung von Lehrer Hinkel im Gottes­dienst auf und brachte in schöner Wiedergabe ein Wiegenlied zu Gehör. Auch sonst war der Gottes­dienst in reicher Weise gesanglich und musikalisch auögestattet. Lehrer Hinkel spielte unter Be­gleitung von Lehrer Stein aus Lich das Largo von Händel und eine Arie von Tartini und er­wies sich als vorzüglicher Geigenspieler. Ein Schülerchor trug außerdem unter seiner meister­haften Leitung ein Weihnßchtslied vor. Die Ge­meinde hofft, die beiden Chöre als auch ihren sachverständigen Leiter noch öfters in der Kirche zu hören. Leider wurde die Weihnachtsfreude der Gemeinde durch den Heimgang eines ihrer tüchtigsten Glieder getrübt. Rach Schluß des Gottesdienstes bewegte sich ein großer Leichen­zug unter Vorantritt der Feuerwehr zum Fried­hof, um Wagnermeister Philipp Walther zu Grabe zu bringen. Rach der Grabrede des derzeitigen Ortsgeistlichen, Stiftsdechant Kahn aus Lich, über 3ohannes 3,16 ließen die Feuer­wehr, die Viehversicherung, deren Vorsitzende der Heimgegangene war, und die Wagnerinnung des Kreises Gießen unter Rachrufen ihrer Ver­treter Kranzspenden am Grab niederlegen.

)( L i ch, 27. Dez. Die kirchlichen Weih­nachtsfeiern der Gemeinde wurden am vierten Advent durch die K l e i n k i n d e r s ch u l e in der Kirche eröffnet. Bei brennendem Christ- baum und unter dem Gesang der Gemeinde zogen die Kleinen, von Schwester Lina geführt, in das Gotteshaus ein, um dann zu fingen und zu sagen von der helligen Weihnacht. Am Heiligen Wend folgten bann die Bescherungen im Städti­schen Hospital und im Rettungshaus Arnsburg. Am ersten Weihnachtstagnachmit­tag hielt dieKinder kirche" in vollbesetzter Kirche ihre Weihnachtsfeier ab. Dank der Gebe­freudigkeit der Gemeindeglieder, die in den Weih­nachtsgottesdiensten 120 Mk. zur Kollekte gaben, konnte den Kindern nach Schluß der Feier von ihren Helferinnen eine schöne Weihnachtsgabe mitgegeben und 160 Kinder bedacht werden.

af. Langsdorf, 26. Dez. Weihnachten wurde hier wieder besonders feierlich begangen. Am Hei­ligenabend spielten auf Veranlassung des Geistlichen Schüler wieder ein Krippenspiel, und zwar diesmal^Fröhliche Weihnacht" von Hermann Krenz. Schon die Stunden vorher, in denen der Pfar­rer mit den Kindern einübte, waren Feierstunden für diese. Es war erhebend, zu sehen und zu hören mit welcher Hingabe, Begeisterung und welchem Ernst sich die Kinder, die alle kostümiert waren, ihrer Aufgabe entledigten. Eine dichtgefüllte Kirche war der beste Dank für ihre Leistungen. Der Gottes­dienst am ersten Feiertag gestaltete sich zu einem rechten Festgottesdienst, umrahmt von Gesang und Instrumentalmusik. Einleitend sang der Gesangver­ein einen Weihnachtschor, nach der Predigt der Kirchenchor ein Weihnachtslied, begleitet von Orgel und Violinen. Am zweiten Feiertag predigte hier der Geistliche von Hungen.

Kreis Büdingen.

nd. Nidda, 27. Dez. Die kirchlichen Feiern des Weihnachtsfestes für unser eoang. Kirch­spiel war diesmal besonders erhebend. Alle Gottes­dienste waren sehr stark besucht. Am ersten Feiertag wirkte im Dormittagsgottesdienst der eoang. Kir- chenchor durch den eindrucksvollen Vortrag zweier schöner Weihnachtslieder unter Leitung von Musik­lehrer Ackermann mit. Abends sand in der Kirche nach einer Ansprache von Dekan S c r i b a die Aufführung des Weihnachtsoratoriums:Der 3ug der Kinder zum Christkind" von Bruno Leipold für 1- bis 3stimmigen Kinderchor, Soli, Deklama- tion 2 Violinen und Orgel statt. Die Wirkung der Vorführung auf die große Zahl der Besucher, die das Gotteshaus bis auf den letzten Platz besetzt hatten, war überwältigend. Lehrer Dieter hat sich durch die exakte Einübung der Chöre mit den Schulkindern und der eoang. Dlädchenvereinigung großes Ver­dienst erworben. Die Solopartien hatten Frau Hotelbesitzer Menge! und Obersekretär Emrich von hier in dankenswerter Weise übernommen. In fein; sinniger Weise zeigten sich die jugendlichen Violin­spieler Heinrich Fleischer von Kohden und eine Schülerin aus Ortenberg ihrer Ausgabe gewachsen. Am zweiten Feiertag verschönt« Fräulein H a u b a ch

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In bet letzten Wx ; Äövenfstoeihe« erangaltet vom Orts* fand, tote alljährlich, ! unter dem brennen# Svtteshause aus dm d Organist Herber die Feier vorbereitet, r schienenen ©emeinbe- I 18 Sotteshaus über* t bet in ge* n en, bereiteten eine » mix bitym Dnstrache L . Durch die Grund# \ M, die den Abschluß 1 ung bildete,'stauch g des .Hnl'Sen ^nguteS der Krrche -Len. Aus E 1 das Gut m einzelne 1 aus neun

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von h-er mit einem herrlichen Weihnachtslied den Gottesdienst. Nachmittags kamen die kirchlichen Weihnachtsfeiern mit einem Kindergoüesdicnst, worin die Kinder unter Leitung von Pfarrer Laut Weih­nachtsgeschichten und Lieder oortrugen, zu einem würdigen Abschluß.

# Llnter-Widdersheim, 26. Dez. Die­ser Tage fand hier eine grohe Güterverstei­gerung statt. Die Erben des hier im Sommer verstorbenen ledigen Ortsbürgers Karl Deltzer brachten dessen Grundbesitz, etwa 27 Morgen Ackerland und Wiesen und eine Hofreite zum Ausgebot. Da die Bekanntmachung der Ver­steigerung auch in den benachbarten Ortschaften Lllphe, Ober-Widdersheim, Steinhrim und Ber­stadt erfolgte, hatte sich eine ungewöhnlich große Käuserschar eingefunden. Während bei dem ersten Verkauf rund 37 000 Mark erzielt wurden, er­brachte die nochmalige Versteigerung einen Mehr­preis von etwa 11000 Mark, worin auch der Kaufpreis für die Hofreite enthalten ist, auf welche diesmal von Landwirt B i n d i n g 3900 Mark geboten wurden. Bei dem ersten Ausgebot wurde kein Angebot gemacht. Während ein Zu­schlag zum Hofreitenverkauf nicht erfolgte, wur­den die Grundstücke genehmigt. Die Preise wiesen für hiesige Verhältnisse eine seither nicht ge­kannte Höhe auf, obwohl es sich in der Haupt­sache um Ackerboden mittlerer Güte handelt. 3e nach Bodenqualität und Entfernung vom Dorfe kostete der Quadratmeter 62 bis 80 Pf., einzelne Grundstücke kamen auf eine Mark und darüber, Daumanlagen in unmittelbarer Rähe des Dorfes 1,80 Mark. Da die Käufer noch sämt­liche Lieberschreibungskosten und die Grund­erwerbssteuer zu tragen haben, außerdem den Kaufpreis ab 1.3anuar zu verzinsen haben, während als Gegenleistung ihnen nur die weit geringere 3ahrespacht zufließt, muß dem Kauf­preis noch fast 10 Prozent der Kauffumme zu­geschlagen werden. Ein Teil der Grundstücke ging an auswärige Käufer über. Das Losholzrecht eines Markanteils des Berstädter Markwalbes, bestehend im unentgeltlichen Bezug von zwei Raummeter Duchen-Scheitholz, vier Raummeter Duchenknüppel. einem Raummeter Buchenstöcken und vier Raummeter Buchen-Reisig, erwarb die bürgerliche Gemeinde Berstadt mit dem Höchst­gebot von 2115 Mark.

4 Bleichenbach, 26. Dez. Die hier abgehal­tene Feldtreibjagd hatte als Ergebnis drei­unddreißig Hasen zu verzeichnen.

Kreis Schotten.

Rainrod, 27. Dez. Vor Weihnachten wurde die Fischerei in der Nidda innerhalb der Obe r f ö r ft e r e i Eichelsdorf auf weitere zwölf Jahre verpachtet. Der etwa 6 Kilometer lange Wasserlauf von der Grenze von Unter- Schmitten bis zu der von Schotten erzielte einen Pachtpreis von 610 Mark jährlich, so daß der Kilometer auf etwa 100 Mark zu stehen kommt. Der Pachtpreis in der abgelaufenen Periode betrug jährlich 200 Mark. Die seitherigen Pächter blieben Letztbietende. Innerhalb der hiesigen Ortsgrenze ver­gibt die Gemeinde die Fischerei, da diese bei Anle­gung des Grundbuchs ihr Recht wahrte, was von vielen andern Gemeinden versäumt wurde. Sie haben wohl jetzt das Bachbett zu unterhalten, aber die Ein­nahmen aus der Fischerei fließen dem Staat zu. Die im Gebiet der Oberförsterei Nidda fließenden Ge- wäsier wiesen niedere Pachtpreise auf, da sie schwä­cheren Fischbestand haben.

i Glashütten, 26. Dez. Bei den Arbeiten zur Verlegung des Hillersbaches in der hiesigen Gemarkung fanden die Arbeiter etwa 200 Meter unterhalb von S t r e i t h a i n in etwa einem Meter Tiefe ein prächtiges Bronze­beil. Es ist aus der mittleren Bronze- z e i t (etwa 1800 bis 1200 v. Ehr.) stammendes Lappenbeil. Der Fund an dieser Stelle bestä­tigt die von der Forschung ausgesprochene An­nahme, daß die .Hohe Straße", die von Alten­stadt heraufkommend durch Glashütten zieht und über den Vogelsberg ins Fuldatal führte, bereits in vorgeschichtlicher Zeit begangen worden fei. Die .Hohe Straße" überschritt den Hillersbach in Streithain in der 1555 so genannten »Pfaffen- furt". Hier, beim Liebergang über den Bach, mag ein Trupp der Bronzezeitleute das Beil verloren haben, das hernach durch die Kraft des Wassers bachabwärts mitgenommen worden sein mag, wo es dann durch die allmähliche Verlagerung des Bachbettes unter den Boden geriet. Von welcher Wichtigkeit die .Hohe Straße" in früherer Zeit war, erhellt daraus, daß auf ihr die Lleberfüh»

toärtig in unserem Teile der Provinz reges In­teresse entgegengebracht, nämlich dem sogenannten Achenbachfahren". Dies sind F a h r k u r s e , welche in den ländlichen Reit- und Fahrvereinen abgehallen werden. Den jungen Landwirten wird hier Fahrunterricht mit Geschirr- und Anspan­nungslehre erteilt, ferner werden sie unterrichtet in der Kenntnis der Verkehrszeichen für den Straßenverkehr. 3eder Fahrschüler muß sich nach Beendigung des Kursus, der gewöhnlich vier theoretische und acht praktische ©tunben umfaßt, einer Prüfung unterziehen, nach deren Bestehen er dasHessische Fahrabzeichen" nebst einer Llr- kunde erhält. 3n den letzten Tagen wurde eine solche Prüfung in Alsfeld unter Leitung des Rittmeisters a. D. Graf von B r e d o w zu Allen- butg abgehalten, der sich mit Erfolg sechsund­zwanzig Fahrschüler unterzogen. Weitere Kurse fanden statt in Homberg a. d. Ohm, in Ober- Gleen und Dühfeld. 3m nördlichen Teil« von Oberhessen haben seit vorigem 3ahre über 120 Schüler die Prüfung abgelegt.

Rieder-Ohmen, 26. Dez. Rach zwei Fa- mllienabenden, von denen der eine kurz nach dem' Reformationsfest das durch den hiesigen 3ugendverein aufgeführte TheaterstückDie Salz­burger" brachte, der andere vor acht Tagen uns in einem LichtbildervortragDie Wolgadeutschen" zu unseren deutschen Brüdern in Rot nach Ruß­land führte, beide Veranstaltungen unterstützt durch unser Streichorchester Kaiser-Dr. Hert, er­lebte die Gemeinde am Sonntagabend eine seltene Feier- und Weihestunde in einer musikali­schen Adventsandacht. Der Abend des vierten Advent in der dichtbesetzten Kirche stand unter der Leitung unserer Lehrerin Frl. Stoll, die, auf der Orgel begleitet von Pfarrer Lic. D. Stumps, Werlau, mit ihrem Wädchenkreis die ganze Veranstaltung unter den Gedanken ge­stellt hatte:Wir wollen dir die Krippe schmücken." Drei Einzellieder, gesungen von Frl. Stoll, zwei Lieder gesungen von dem Mädchen­chor, Vorträge auf der Orgel, die zum Teil von dem Llnterprimaner Seim, Mücke, auf der Vio­line meisterhaft begleitet wurden, wechselten, ein­gerahmt von dem Gesang der Gemeinde, mit­einander ab. Das ganze, besonders die in vollen­det reiner Klangfarbe vorgetragenen Lieder der Sängerin, machten auf die Gemeinde einen tiefen Eindruck und lieh den Wunsch nach ähnlichen Feierstunden laut werden.

I Kirtorf, 26. Dez. Dieser Tage fand abends in der hiesigen Kirche ein Missions - abend der Basler Mission statt. Missio­nar Schmoll erzählte in fesselnder Weise aus dem Leben der Eingeborenen in Indien. Ein dort aufgenommener Missionsfilm der Detheler Anstalten: .DoS Licht scheinet in der Finsternis"

versuchte die Art und Weise christlicher Missions­arbeit unter einem verhältnismäßig hochstehenden heidnischen Volk zu zeigen. Die Zahl der Be­sucher war diesmal gering, was im Interesse der Sache zu bedauern war. Immerhin hatten diejeni­gen, welche gekommen waren, ihre Freude und Durften einen lebendigen Eindruck mitnehmen von der Vielgestaltigkeit der Mifsionsarbell draußen. Einen starken Besuch hatte dagegen di« Weihnachtsveranstaltung der hiesigen Mädchenvereinigung, unter Leitung der Gemeindeschwester, aufzuweisen. Die große Bühne im Saal von 3oys. Decker hatte sich in einen dichten, märchenhaften Tannenwald ver­wandelt und gab einen stimmungsvollen Sinter» ?rund sowohl zu den Gedichtvorträgen und Chor» ledern, als auch zu der Aufführung: .Weih­nacht im Walde." Eine zweite Aufführung folgt« am Schluß deS Abends unter der Losung:3n der Well ist's dunkel, leuchten müssen wir, du in deiner Ecke, ich in meiner hier." Die ganze Ver­anstaltung war wohlgelungen und bereitete AI» ten und 3ungen grohe Freude.

Kreis Lauterbach.

& Lauterbach, 27. Dez. In der Nacht zum dritten Weihnachtsfeiertag gegen 2.30 Uhr morgen« wurde ein junger Mann aus Lauterbach in der Nähe der Riedeselfchen Ziegelei von einem von An- gcrsbach kommenden Personenkraftwagen erfaßt und zur Seite geschleudert. Der junge Mann trug schwere innere und äußere Verletzungen davon und wurde von dem Autolenker, einem Herrn aus Herbstein, sofort ins hiesige Krankenhaus gebracht. Der Unfall ist da­durch verursacht worden, daß der Verletzte versuchte, das ihm entgegenkommende Auto anzuhallen. Der Kraftwagen, der auf der gut gepflegten Angersbacher Straße eine ziemlich hohe Geschwindigkeit fuhr, konnte durch das plötzliche Erscheinen des jungen Mannes, obwohl der Führer scharf gebremst hatte, nicht mehr rechtzeitig angehalten werden, fuhr so den Mann an und schleuderte ihn zur Seite. Nach den polizeilichen Feststellungen scheint der Verletzte der Alleinschuldige zu fein.

Daten für Sonntag, 29. Dezember.

Sonnenaufgang 8.05 Llhr, Sonnenuntergang 15.59 Llhr. Mondaufgang 7.09 Llhr, Mond­untergang 14.18 Llhr.

1809: der englische Staatsmann WUliam Ewark Gladstone in Liverpool geboren: 1832: der Buchhändler 3ohann Friedrich Cotta in Mün­chen gestorben: 1834: der englische Volkswirt Thomas Robert Mallhus in Bath geboren: 1843: Königin Elisabeth von Rumänien (Carmen Shiva) geboren.

Zug, gegen welchen eL kein«

an

noch Zeit.

15. Tel e2

35. Td2-d6

36 Kg8-h8

37. Tf8-f7

mit da

2.c7-c5

3. Sb8-c6

4.Lf8-d6?

19. Lc7-b6+ 20. Sc6-d4

2l.Lb6xd4

22. Dd8-a5

23. d5xc4

24. Ld4-a7

25. b5xc4

26.Ta8-d8

27. Td8d2

28. Da5xc3

29. Lf7xh5

Turnierverbandes hessischer Schachvereine Brett 8.

2. . . .

3 Sgl-f3

4 Sbl-c3

5. a7-a6

6 Ld6-c7 7.b7-b6 8. d7-d6

9. Sg8-e7 10.0-0 Il.f7-f6 12. e6-e5

bracht.

5.d2-d3

6. Lfl-e2

7.0-0

8 Tfl-el

9 b2-b3

10. Le2 f 1

11. Lei b2

12. Sc3-e2

31.h7xg6

32. Se7xg6

33. Kg8-h8

34. Kh8-g8

keines Vergehens bewußt Augenbrauen in die Höhe

merzu an?"

Zuckmayer, der sich war, zog erstaunt die und erwiderte:

angeschaut, gnädige Frau, angeguckt! Die Damen, die

19. . . .

20. Kgl-hl 21.Lb2xd4

22. Tal -cl 23. d3xc4 24. c2-c3 25. b3xc4

26. Tel-al

27. Lfl-e2

28. Tt3fl

29. Sg3-h5

30. Dg4xh5

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orb ach.

16 Sf3-h4

17. Te2f2

Schwarz leitet Damenflügel ein, zu hoffen hat. 18. Ddl-g4 19.Tf2-f3

Weih.

Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weiß: 7 Steine Kh3; Tf8; Le8,114; Sc5, h5; Bf4.

Schwarz: 3 Steine Kf5; Th6; Bf6.

Partie Nr. 172.

Gespielt am 1. Dezember 1929 zu Frankfurt am Main, anläßlich des Bezirkswetllampfes des

15. Ld7-e8

16.Le8-f8

17.b6-b5

Recht ein Gegenspiel am er am Königsflügel nichts

18.c5-c4

Oie Narrenkappe.

Splitter und Sparren Dom Redaklion-Iisch.

Zuckmayer.

Diese Festlegung in der Mitte hatte

13.f4-f5 I3.d6-d5

14 Se2-g3 14. Lc8-d7

30. ..Tfd8 geschehen sollte. Die Drohung

31. Tel ließ sich dann einfach durch 31. ...» Tc2

Da Qualitätverlust durch 19.....Lb6 drohte.

Alle für die Redaktion bestimmten Mit­teilungen, Losungen ufw. sind zu richten an die Schachredaktion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 244.

Don G. Erwin.

3n einem australischen Turnier preisgekrönt.

Schwarz.

abedefgh

Sizilianische Verteidigung.

Weiß: Dreidecker, Gießen.

Schwarz: Sppelmann, Mainz.

I.e2-e4 I.e7-c6

2. f2-f4

Vorzuziehen ist in einem solch frühen Stadium der französischen sowohl als auch der sizilia­nischen Partte d4, da der Textzug den Weißen Königsflügel schwächt.

Tristan Bernards neuester Witz.

Tristan Dernard, der geistvolle französische Humorist, von dem so viele Bonmots erzählt werden, hat wieder einmal einen Witz gemacht, den sich ganz Paris erzählt. Auf einer seiner letzten Reisen gingen ihm einige Gepäckstücke verloren, und er geriet in eine heftige AuS- ernandersehung mit einem Bahnhofsvorsteher, in deren Verlauf der Beamte entlüftet sagte: .Hal­ten Sie mich denn für verrückt. Herr?" .Da« natürlich nicht," erwiderte Bernm-.d, .aber ich kann mich ja irren!

30 g7-g6?

unverständlicher Zug, an dessen Stella

Zu Beginn des Spiels trug sich Schwarz Wohl mit der Absicht, den Damenläufer zu sianchettie- ren, aber nun scheint ihm plötzlich der Königs­flügel hllfsbedürfttg.

Carl Zuckmayer fuhr neulich in einem Ber­liner Auwbus. Ihm gegenüber saß eine junge Dame, die den Dichter plötzlich nervös fragte:

"Mein Herr, warum schauen Sie mich denn im«

parieren.

31.f5xg6

32. Sh4xg6

33. Dh5xg6+

34. Dg6-h6-b

35. Le2-g4!

Ein vernichtender Verteidigung gibt. 35. . . .

36.Dh6-g64-

37. Lg4 - f 5

Schwarz konnte ruhig aufgeben.

38. Dg6xt7 38. Dc3-b4

Was bedeutet dies?

39. Dt7 h7 matt.

Lösung des Problems Ar. 240.

Don Dr. ®. San».

LDg8-f7!, Le8xf7 2. Td6 - d4!, Ke5xd4 oder Lc7x b8 3. Spr. oder L. matt. 1. . . ., Ke5xd6 2. Se7xc6+ ufw.Lc7xb8 oder Sg3 2. Td6xe64- oder Se7X c6+ usw.

Aus der Schachwelt.

Das in die Zelt vom 15. Januar bis 4. Februar 1930 fallende internationale Meisterturnier zu San Remo weist folgende Teilnehmerliste auf: Aljechin (Frankreich), Ahues und Bogoljubow (Deutschland), Araiza (Mexiko), Colle (Belgien). Grau (Argenttnien), Kmoch (Oesterreich), Maroczh (Llngarn), Monttcelli und Romi (Italien), Rim» zowitsch (Dänemark), Rubinstein und Tartakower (Poleil), Spielmann (Tschechoslowakei), Vidmar (Südflawicn) und Zates (England).

Dies kommt doch um die Entwicklung der schwarzen Figuren; sofort 4.....d5 war ange-

Äch habe Sie nicht

ich habe Sie höchstens ..v.o_________

wich zum Schauen begeistern, sind selten, gnädige r^rau!" K.M.

v>-- art -ä;.