Ausgabe 
28.11.1929
 
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Mark geschätzt werden. Es ist nun. dein Vemeh- men nach, angeregt worden, zunächst eine An­leihe von 2,5 Milliarden Mark aufzu- nehmen, von denen jährlich 4 6 0 Milli­onen Mark verbraucht werden sollen. Die Aufbringung dieses Betrages w.rd voraussichtlich zu 200 Millionen Mark aus der Kraft­fahrzeugsteuer, zum restlichen Teil aus allgemeinen Steuern erfolgen. Gerecht- fertigt erscheinen diese Zahlen nach Ansicht der Interessenten dadurch, Daß man auch vor dem Kriege rund 75 Millionen Mark für Ausbau und Unterhaltung der Straßen ausgegeben hat.

Oie Tragödie der drei Koblenzer Zahnärzte.

Di« Auffindung der Leichen der vermißten Zahn­ärzte ist im wesentlichen den Bemühungen des Bru­ders des verunglückten Dr. Salomon, des Hausarztes Dr. Oskar Salomon, zu verdanken, der die Po­lizei und die Rheinstrombauverwaltung immer wie­der darauf hjngewiescn hat, daß die Vermißten nii r in den Rhein geraten sein könnten Be­sonders tragisch ist das Schicksal von Dr. Salomon und Fräulein Dr. Heinzmann. Sie waren am Buß- und Bettag mit einer Sonntagskarte zu der zahnärztlichen Tagung nach Mainz gefahren und wollten von dort wieder mit der Bahn zu- rückfahren. In Mainz ließen sie sich aber von Dr. Meyer bereden, in seinem neuen Opelwagen mit nach Koblenz zurückzufahren. Dr. Salomon hinter- läßt Frau und zwei Kinder, Dr. Meyer ist ledig. Besonders schwer getroffen ist die Mutter von Frau­lein Dr. Hcinzmann, die durch den Tod ihrer Toch­ter ihre einzige Stütze verloren hat.

Das Unglück ist durch die irreführende Anlage der Straße entstanden. Die Straße überquert hinter Ingelheim die Bahn. Wenige Me­ter weiter zweigt die Straße nacb Frei-Weinheim rechts ab, während die Straße nach Bingen gerade- cms führt. An der Abzweigung befindet sich aber eine sogenannte Verkehrsinsel, auf der also im Straßenzuge ein Haus steht, so daß dem fremden Bcfahrer die rechts abzweigende Straße mehr ins Auge fällt. Außerdem dürfte Dr. Meyer, der am Steuer saß, im Rebel noch die Lichter von Frei-Weinheim gesehen haben und dar­auf zugefahren sein. Er durchquerte den Ort, ohne zu erkennen, daß die Straße etwa 3 0 0 M et er weiter im Rhein endet. Das Unglück muß kurz nach 8 Uhr abends geschehen sein, da die Autouhr auf 8,05 Uhr stehen geblieben war.

Auf Veranlassung des Bürgermeisters von Frei-Weinheim wurde der Rhein an. der in Betracht kommenden Stelle abgesucht. Kurz nach Beginn der Rachforschungen bemerkte man im Rheinbett einen gröberen Gegenstand an einer Stelle, wo der Rhein etwa vier Meter Tiefe hat. Man stieß mit Stangen danach und traf einmal auf Eifen. einmal auf Gummi, so dab die Vermutung nahe lag, dab man es mit dem ge­suchten Auto zu tun hatte. Unter großer An­strengung gelang es, den Gegenstand ans Ufer zu bringen, und es war in der Tat das Auto mit den drei Verunglückten, Zu unterst im Auto lag die Leiche Dr. Salomons, mit dem Kopf in das Polster gepreßt, über ihn lag^räu- lein Dr. Heinzmann und etwas seitlich Dr. Me'.'er, der jedenfalls das Auto geführt hatte. Der Wagen ist nicht in den Rhein gestürzt, son­dern in das Wasser hineingefahren. Es kann auch kein Zusammenstoß mit einem festen Gegenstand stattgefunden haben, da der Wagen so gut wie unbeschädigt war. Er hatte nach dem Durchfahren des Ortes noch eine Strecke von etwa 300 Meter zurückgelegt, und war dann, wie man annehmen kann, mit ziem­licher Schnelligkeit in den Rhein ge­fahren. Aus einer Seite war ein Fenster beschä­digt, doch ist diese Beschädigung jedenfalls darauf zurückzuführen, daß sich das Auto im Wasser auf die Seite legte. Die Leichen wurden im Auto nach dem Friedhof gebracht und dort aufgebahrt.

Aus aller Welt.

Aerzie als Opfer ihres Berufs.

Der am Elberfelder Bakteriologi­schen Institut als Assistent tätig gewesene Dr.med.Brendeke aus Mettmann zog sich vor etwa sechs Wochen beim Sezieren einer Thphusleiche eine Infektion zu. Zu dem Typhus gesellte sich eine doppelseitige Lungen­entzündung, an deren Folgen Dr. Brendeke jetzt gestorben ist. Vor zwei Iahren war bereits ein Mettmanner Mediziner, Dr. med. Eugen Kö­ster, an den Folgen einer Leichenvergiftung ge­storben. Etwa ein Iahr später wurde ein anderer junger Mettmanner Mediziner, Dr. med. Hastert, der auch als Praktikant in Elberfeld tätig war, von demselben Geschick ereilt.

Erleichterungen im telephonischen Fernverkehr.

Der Arbeitsausschuß des Verwaltungsrats der Deutschen Reichspost nahm Verbesserungen im Fernverkehr an. Bei dringenden Ferngesprächen kann der Anmelder künftig eine bestimmte, festeZeitfürdieHerstellungderVer- b i n d u n g vorschreiben. Die H ö ch st d a u e -r der Ferngespräche wird von sechs auf zwölf Mi­nuten erweitert. Für Tagungen, für die Uebertragungen von Reden usw. können Fern­verbindungen auf eine Stunde und länger bereit gestellt werden. Eine Reche von Erleichterungen ist für das Zustande­kommen von Gesprächen vorgesehen, für die eine Person zu einer Sprechstelle herbei­gerufen wird.

vorkriegsgeschwindigkeiten der Eisenbahn.

Durch die Beschlüsse der Fahrplankonferenz in Warschau für das Iahr 1930 sind auf ver­schiedenen deutschen und internationalen Eifen- bahnstrecken auch die Vorkriegsgeschwin­digkeiten wieder erreicht und zum Teil auch überholt worden. So werden vom nächsten Frühjahr ab auf den Strecken von Berlin nach Breslau, Halle und Köln schnel­lere Zeiten als vor dem Kriege erzielt werden. Die höchste Geschwindigkeit wird der O-Zug Hamm - Hannover haben, der diese 178 Kilometer lange Strecke in 118 Minuten durch­fahren wird. Daneben gibt es noch drei Linien, die mit einer Durchschnittsschnelligkeit von mehr als 80 KUornetec gefahren werden: Berlin- Halle, Berlin Breslau und Ber­lin-Hamburg. In England und Frankreich sind die Geschwindigkeiten allerdings noch weit höher. Von Swindon nach London wer­den 106 Stundenkilometer gefahren und von London nach Bristol 95. Von Paris nach 01 Quentin werden 99,9 Durch- schnittskilometrr gefahren und von Da-, »ach

Bordeaux 99,8. Damit werden sogar die Fahrzeiten der großen amerikanischen Trans­kontinentalstrecken zum Teil überholt.

Dr. Richter zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt.

Der Binger Arzt Dr. Richter, der vom Bonner Schwurgericht wegenErmordungderFrau Mertens zum Tode verurteilt worden war, ist nunmehr zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Dr. Richter wird in den nächsten Tagen in das Zuchthaus Rhein­bach übergeführt werden, wo auch der zu lebens­länglichem Zuchthaus begnadigte Kölner Arzt Dr. Bröcher seine Strafe verbüßt.

Amerikas größtes Flugzeug vernichtet.

Das größte jemals in Amerika gebaute Flug­zeug, der für 32-Passagiere berechnete Fokker-Eindecker F 32, ist in der Rähe des Flug­platzes Rooseveltfield verunglückt und durch Brand vernichtet toorben. Das Flugzeug rammte infolge nicht genügender Flughöhe ein Haus der in der Räh? des Flugplatzes liegenden Ortschaft Carleplace, stürzte zu Boden und ging in Flammen auf, wobei noch zwei Gebäude an der Änglücksstelle Feuer fingen und niederbrann» ten. Die Fluggäste konnten sich retten. Das Flug» zeug hatte den Flughafen Teterboro mittags zu

Probeflügen verlassen: über Rooseveltfield tra­ten Motor st örungen ein, die das Alnglüd herbeisührten. F 32 war für den transkontinen­talen Pasmgierdienst gebaut.

Der neue Koblenzer Regierungspräsident.

Mit Ermächtigung des preußischen Staats- Ministeriums hat der Minister des Innern dem Vizepräsidenten beim Oberpräsidium in Koblenz, von SYbel, zunächst kommissarisch die Verwaltung der Regierungspräsidentenstelle in Koblenz übertragen und ist mit dem Provinzial­ausschuß der Rheinprovinz wegen Cinverneh- mens über Die endgültige Besetzung der Stelle in Verbindung getreten.

Deutsche Docks

als Reparationsleistung für Frankreich.

Das große Schwimmdock der Stettiner Werft Rüscke & Co., die im Konkurs liegt, soll als Reparationslieferung für die fran- zösische Regierung abgeliefert werden. Die Hoch- seeschlepperGimfon undSeeadler" werden es zunächst zu den Flenderwerken nach Lübeck brin­gen, von wo es nach einigen Wochen nach Casablanca in Französisch-Marokko ge­schleppt werden wird.

Hessischer Landtag

daß

des An­

nalen Anträgen nur zustimmen, wenn man auf dieser Seite die Iugend im Sinne WortesRie wieder KriegI" erziehe. Der trag wird für erledigt erklärt.

Ministerialdirektor LI r st ad t stellt fest, in den hessischen Schulen bei allen Gedenk­tagen großer Männer oder für Deutschland be­deutender Ereignisse entsprechende Hinweise ge-

Kommunisten angenommen.

Alsdann begründet Abg. Frau H e r ä u s (Dn.) einen Antrag ihrer Fraktion, der einen Hin­weis in den Schulen anläßlich der 10. Wiederkehr des Tages der Llnterzeich- nung des Versailler Vertrages ver­langt. Der Widerstand der Iugend gegen das Llnrecht von Versailles müsse gestärkt werden.

Abg. Kaul (Soz.) will solchen deutschnatio- auch

Darmstadt, 27. Rov. Zur Beratung steht die Regierungsvorlage über die Bewilligung von Derufungsforderungen bei Be­setzung des durch Emeritierung von Professor Dr. Elbs frei gewordenen ordentlichen Lehr­stuhls für Chemie an der Universität Gießen. Die Vorlage wird gegen die Stim­men des Bauernbundes, der Demokraten und

Len Amtsbezeichnungen mit anderen Ländern. Sie wünsche darum eine generelle Regelung. Aller­dings wolle die Regierung keine Beamtengruppe benachteiligen: die Lehrerschaft möge unter sich zu einer möglichsten Gleichartigkeit ge­langen.

Schließlich wird der Ausschußbeschluh, den An­trag Böhm-Werner, für die Beamten in Klasse 4a und 4b die AmtsbezeichnungOberlehrer" einzuführen, der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen.

Qlbg. Hammann (Komm.) verteidigt in län­geren Ausführungen die Anträge auf Verbes­serung der sanitären Anlagen in Den Volksschulen und vermehrte Schul­speisung in den hessischen Volks- und Fortbil­dungsschulen. Die Regierung müsse den Gemein­den die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen.

Ministerialdirektor H r ft a D t erklärt, die Re­gierung stehe auf dem Standpunkt, daß bei der Kinderspeisung eine Auswahl nach dem Ge­sundheitszustand des Kindes und Den sozialen Verhältnissen ftattfinDen müsse, während die Kommunisten die unmögliche obligatorische Schulspeisung forderten. Heute würden täglich 26 0 0 0 Kinder aus Mitteln des Landes, des Reiches und Der Gemeinden gespeist. Es geschehe in Hessen in dieser Hinsicht sehr viel, und die kommunistische Kritik sei durchaus unzutreffend. Die Anträge werden abgelehnt.

Bei der Debatte über Maßnahmen zur För­derung des Absatzes heimischer Pro­dukte wendet sich Wirtschaftsminister Korell gegen einen Wirtschaftschauvinismus. Die Frage Der Drosselung Der Einfuhr auslän­discher Luxus ge gen stände sei aber außerordentlich wichtig. Die heimischen Produ­zenten dürften anderseits selbst aber nicht zum Kauf ausländischer Erzeugnisse neigen. Er werde darauf hinzuwirken versuchen, daß bei der Reuauflage von Schulbüchern, da die Einführung einer besonderen Fibel über Den Wert der heimischen Erzeugung nicht möglich sei, auf Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Ver­brauches heimischer Produkte hingewiesen werde, um schon bei Der Iugend der Sucht nach aus­ländischen Waren zu steuern.

Abg. Dr. Werner (wild) fordert diktato­rische Zollmaßnahmen zur Drosselung Der Cfnfuhr von Getreide.

Abg. Schott (D. Dp.) erkennt den Wert der Schulaufklärung an. Wichtiger sei aber die Auf­klärung und Umstellung der Erwachsenen. Zoll- maßnahmen seien nicht zu entbehren.

Schließlich wird der Antrag, bei gegebener Ge­legenheit in den Schulen entsprechende Hinweise auf Die BeDeutung Der heimischen Erzeugnisse zu geben, der Regierung als Material überwiesen.

Abg. Böhm (Dn.) fragt wegen der Durch­suchung von Stahlhelmmitgliedern nach Waffen in Darmstadt am 31.Mai 1929, auf wessen Veranlassung und auf Grund welcher Bestimmungen dieses Vorgehen erfolgt fei. Ein Regierungsvertreter erklärt, daß die Durch­suchung auf Anordnung des Polizeiamtes Darm­stadt wegen des Verdachtes der Bewaffnung von Stahlhelmmitgliedern ftattfanD.

Weiterberatung am Donnerstag.

geben werden.

Abg. Böhm (Dn.) begründet den Antrag auf Reuregelung der Amtsbezeich­nungen Der an Volksschulen tätigen Lehrkräfte. Gerade bei der Lehrerschaft fei man in der Amtsbezeichnung zurückgeblieben. Abge­sehen von Der Besoldungsklasse und dem Dienst- alter möge verdienten Lehrern eine würdige Amtsbezeichnung wie Oberlehrer oder Haupt- lehrer gegeben werden.

Abg. Saul (Soz., schlägt vor,Volksschul­lehrer, DolkSschulobcrlehrer und Dolksschul- meister" als Bezeichnungen einzuführen.

Abg. Winter (Zentr.) wendet sich gegen diese Behandlung eines Antrages, der den Wünschen Der Lehrerschaft entspreche. Eine Titelsucht liege Der Lehrerschaft fern. Wenn sich ein alter Lehrer nur alsLehrer" bezeichnen könne, nehme man an, daß er sich habe etwas zuschulden kommen lassen. Die Erklärung der Regierung, die Frage solle bis zur allgemeinen Regelung Der Dienstbezeichnun- gen zurückgestellt werden, genüge nicht.

Abg. Reiber (Dem.) fragt, warum die Sozial­demokraten die A b st u f u n g der Amtsbezeichnur.'' bei den Lehrern nicht durchführen wollten. Die Re­gierung möge Den Ausschußbeschluß, Die Lehrer in Klasse 4a und 4b ,^O b e r 1 e h r e r" zu nennen, schnellstens durchführen.

Abg. Sri. Birnbaum (D. D.) unterstreicht Die Ausführungen Des Vorredners, weil für Die Lehrer kein Ausnahmerecht geschaffen werden dürfe.

Abg. Kaul (Soz.) erklärt, seine Beamteiffreund- lichkeit sei bekannt, aber die Titelsucht greife zu stark um sich.

Abg. Hammann (Kam.) wendet sich dagegen, daß ein Teil der Beamten Titel fordere, um später Die Mittel für diese Stellung zu verlangen. Er lehnt den Antrag ab.

Staatspräsident Adelung bedauert die ungeheuere Verwirrung, die in den einzelnen Ländern bei Den Amtsbezeichnungen eingerissen sei. Die Beamtenschaft täte gut daran, diesem Hebel entgegenzutreten. Die Regierung erstrebe eine möglichste Gleichartigkeit in

Kleine Vorlagen im Reichstag.

B e r I i n, 27. Rov. (VDZ.) Der Reichstag tritt nach der Herbstpause in die erste Beratung des Gesetzes über

Ausfuhr von Kunstwerken.

Das Gesetz soll in seiner Geltungsdauer bis zum 31. Dezember 1931 verlängert werden. Dazu kommt nach Dem Entwurf Die Aenderung, daß in Dem Ausschuß, an dessen Zustimmung Die Erteilung Der Genehmigung zur Ausfuhr eines Kunstwerkes gebunden ist, als Vertreter der finanziellen Interessen des Reiches künftig nicht mehr ein Vertreter des Reichs- bankdirektoriums, sondern ein Vertreter des Aeichsfinanzministers sitzen soll.

Abg. Dr. Schreiber (Z.) begründet eine ®nt* schließung, in der die Reichsregierung ersucht wird, zu erwägen, mit Oesterreich über die Ausfuhr deutscher Kunstwerke in Verbindung zu treten mit dem Ziele, eine Hebereintunft im Sinne einer möglichst umfassenden Erhal­tung des gesamtdeutschen Kunstbe- sitzes zu erreichen.

Ministerialdirektor Pellengahr erklärt, DaL bestehende Gesetz habe dem deutschen Volk viele Kunstwerke erhalten. Die Reichsregierung sei der Meinung, daß zur Zeit auf den Schuh des deutschen KuMbesitzes noch nicht verzichtet wer- den kann. Der Schutz könne heute freilich enger beschränkt werden auf wirklich deutsche Kunst­werke. Die Regierung werde prüfen, wie weit auf diesem Gebiet eine Zufammenarbeit mit Oesterreich möglich fei.

Abg. Schulz, Bremen (Soz.) weist auf Die Rotlage der deutschen Künstler hin. Die Regierung sollte erwägen, in welcher Weise durch Reich und Länder dieser Rotlage gesteuert werden könnte.

Abg. v. Linde iner-Wildau (Drll.) be­

antragt die Aeberweisung der Vorlage an den Rechtsausschuß. Es müsse geprüft werden, ob Die Schädigung, Die Demjenigen zugefügt wird, dem Die Ausfuhrerlaubnis verweigert wirb, nicht irgenDwie auszugleichen ist. Inter­nationalen KunsthänDlem werde Die Ausfuhr­erlaubnis vielfach leichter erteilt als Deutschen Familien, die Durch wirtschaftlicheRot zum Verkauf von Kunstwerken gezwungen sind. Der Redner begrüßt die Entschließung Dr. Schreibers.

Die Vorlage geht an den Rechtsausschuß.

Hierauf kommt das Gesetz über

Relchszuschüsse

für die Ansiedlung von Landarbeitern zur ersten Beratung. Der Gesetzentwurf ermäch­tigt das Reich, Zuschüsse auf die Dauer bis au 10 Iahren zu leisten. Die Zuschüsse sollen in der Regel nur gewährt werden, wenn der neue landwirtschaftliche Kleinbetrieb a l s Reichs- h e i m ft ä 11 e oder unter gleichartiger Bindung begründet wird.

Abg. Behrens (Dnt.) bemängelt die bis­herige Praxis der ßanbarbeiteranfieblung. Es sollte mehr auf die Wünsche und Bedürfnisse Der Siedler Rücksicht genommen werden. Den örtlichen Verhältnissen müsse Rechnung getra­gen werden. Die Beleihungsgrenze sollte der Teuerung entsprechend erhöht werden. Der Redner begründet eine Interpellation, die sich gegen Die Sperrung Der Mittel aus Der produktiven Erwerbslosenfür­sorge für den Bau von Landarbeitereigenhei- men wendet, Aushebung der Sperre und Ent­schädigung der Siedler verlangt.

Reichsarbeitsminister Wissell ec- I widert, Die im Etat vorhandenen Mittel hätte»

nicht ausgereicht, um den FörderungS» anträgen zu entsprechen. Ich habe, so fährt bet Minister fort, schon einen Vorgriff auf die Mit­tel aus dem nächstjährigen Etat tun müssen, um die dringendsten Anträge auf Förderung von Eigenheimen zu berücksichtigen. Seit 1921 bis zum 1. Oktober dieses Iahres sind 55 330 Land­arbeiterwohnungen errichtet worden mit einem Kostenaufwand von 160 Millionen aus Mitteln des Reiches und der Länder. Mit dem vorliegen­den Gesetz sollen nur Grundlinien gegeben wer­den. Die Regelung im einzelnen soll den Aus­führungsbestimmungen überlassen bleiben.

2lbg. Schmidt- Köpenick (Soz.) begrüßt die Vorlage. Die Aussührungsbestimmungen müßten so gestaltet werden, daß nicht durch das Eigenheim die Freizügigkeit des Landarbeiters praktisch auf­gehoben wird. Während in der Republik in acht Iahren 55 000 Landarbeiterwohnungen errichtet wurden, feien es im alten Preußen in den Iahren 1903 bis 1919 nur ganze 420 Landarbeiterwoh­nungen gewesen. Diese Sünden des alten Staates müssen jetzt von Dem ärmeren neuen Staat gut- gemacht tocrDen. Die Vorlage geht an den Siedlungsausschuh.

Cs folgt der Gesetzentwurf über Berg- m a n n s s i e d l u n g e n , der die jetzige Rechts­unsicherheit auf Dem Gebiete Der Bergmanns­siedlungen beheben will. Es sind darin auch Die einzelnen Treuhandstellen aufgeführt, Die Die zum Tergmannssiedlungsvermögen gehörenden Rechte im eigenen Ramen geltend machen können. Die Vorlage wird dem Wohnungsausschuh über­wiesen.

Der Gesetzentwurf über Entschädigungen auf Grund des Branntweinmono­pols geht ohne Debatte an den Steuerausschuh. Der Gesetzentwurf will für die Entschädigungs­fälle, Die noch nicht Durch Vergleich geregelt sind, eine gesetzliche Entscheidung über Die Auswertung der im ersten Monopolgesetz festgesetzten, durch Die Inflation entwerteten Entschädigungssätze treffen.

Abg. Gräf, Dresden, (Komm.), begründet hierauf einen Antrag auf

Auszahlung

einer winterbeihilfe aus Reichsmitteln

an Die Erwerbslosen, Sozial- unD Kleinrentner sowie alle Fürsorgeberechtigten. Die Dechilfe soll 30 Mk. für Die Hauptunterstühungsempfänger unD 10 Mk. für Die Llnterhaltungsbercchtigten unD Die Empfänger von Waisenrente betragen.

. Reichsarbeitsmini st er Wissell weist darauf hin, daß im Iahre 1927 Die Weihnachts- bechilfe trotz Der kleinen Beträge, Die auf Den einzelnen kamen, einen Kostenaufwand von 27 Millionen erfordert habe. Die Regierung habe es Datum für bester gehalten, statt einmaliger Beihilfen Die Renten dauernd zu verbessern. (Anruhe und Zurufe bei Den Kommunisten.) 150 Millionen hat das Reich zur dauernden Aufbesserung Der Sozialrenten bewilligt mit Zustimmung Der Kommunisten. Der vorliegenDe Antrag der Kommunisten, Der nur unzureichende einmalige Beihilfen verlangt, würde 170 bis 180 Millionen zur Deckung erfordern, ein Betrag, über Den Die Reichskaste nicht verfügt. Da steht Die Regierung auf Dem Standpunkt, Daß eir.e dau­ernde Besserstellung der Sozial­rentner dem Weg fol ger einmaligen Bei ^il en vorzuziehen ist, wie sie der kommunistische An­trag fordert. Der kommunistische Antrag wird gegen die Antragsteller abgelehnt. Don­nerstag: Kleinere Vorlagen. Die erste Lesung des Fcecheitsgesetzes soll am Freitag erfolgen.

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Wettervoraussage.

Unter erneutem Druckfall hat sich die gestern im Raume von Irland bemerkbar machende Warmluft sehr rasch ostwärts ausgedehnt und heute morgen schon erneute Niederschläge gebracht, die bis nach Westdeutschland oorgreifen. Die Warmluftwelle wird ihr Regengebiet auch bis über unseren Bezirk führen, so daß bereits im Laufe des heutigen Tages Nieder» schlüge auftreten, die zunächst auch morgen noch an« halten. Die Temperaturen steigen wieder an, und das Wetter bleibt trübe und wolkig.

WetterooraussagefürFreitag: Meist wolkiges, trübes und mildes Wetter mit zeitweisen Niederschlägen, südliche bis südwestliche Winde.

Wettervorhersage für Samstag: Nach­lassen Der Niederschläge, jedoch noch vereinzelte Scyauer, wolkig vorübergehend, auch ausheiternd, mild, jedoch etwas kühler.

Lufttemperaturen am 27. November: mittags 8,5 Grad Celsius, abends 5,9 Grad: am 28. November: morgens 4,7 Grad. Maximum L,7 Grad, Minimum 0,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. November: abends 5 Grad: am 28. November: morgens 3,6 Grad Celsius. Niederschlag 0,2 mm. Sonnenscheindauer IX Stunde«,

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