Ausgabe 
28.11.1929
 
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LU. Von der Landes Universität. Dr. Alfredo Cavaliere hat seine italienischen Hebun­gen begonnen. Diese finden Freitags von 4 bis 6 Uhr im Vorlesungsgebäude statt.

Kegemag-Wohnungen.

OieWohnungsbauten derHessifchen emeinnützigenA.-G. für kleine Wohnungen.

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ial» und Kleinrentner M Die Deihilse soll Mhungsemdsängn und igsbrrechtigien und die te betragen.

ihr Disselltvch 1927 die Aeihnachtö- Beträge, die auf den Kostenaufwand erfordert habe. Die n für belfer gehalten, die Deuten dauern- und Zuruse bei den tonen hat das Reich ung der Sojialtenten der Kommunisten. Der Rommimiften, der nur Beihilfen verlangt, Millionen zur ,n Betrag, über den rfügt Da steht die )pmut, Sah cireöau- ng der Sozial« r einmaligen Tti.il en er kommunistische An- Mche Antrag toW baehhnt. - Don« en. Die erste Lesung M Freitag erfolgen.

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EntschädigunMhe (Komm.), begründet

Interesse aus, daS er ihnen auch noch im Ruhe­stand jederzeit bewahrt habe. Den letzten 2T6- schiedsgruh seines studentischen Bundes rief ihm der erste Chargierte der Reformverbindung ..Adelphia" nach. Herzliche Worte der Freund­schaft für den Alterskameraden und eifrigen Förderer studentischer Ideale fand Ober'chulrat Kissinger (Darmstadt) für die Altcherren- schaft der Adelphia. Für den Offiziersjagdklub widmete Oberst a. D. Kleinhans dem Jagd- kameraden einen grünen Bruch. Ein letztes Halali grüßte den Heimgegangenen Weidmann.

Gießener Wochenmarrtpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 210 bis 220; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12; Spinat 25 bis 35; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 45; Feld­salat 100 bis 120; Tomaten 50 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 80; Schwarz­wurzeln 40 bis 60; Kürbis 5 bis 8; Kartoffeln 4,5 bis 5; Aepfel 10 bis 15; Dirnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hahne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; Gänse 110 bis 130; Rässe 40 bis 50; das Stück: Tauben 70 bis 90; Blumenkohl 30 bis 100; En­divien 10 bis 25; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40; Kisteneier 17; frische Landeier 18 bis 19 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3,50 bis 4; Wirsing 10 bis 12; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 10 bis 12; Aepfel 10 bis 12; Birnen 8 bis 10 Mk.

Vornoti,;en.

Tageskalender für Donnerstag. Sängerkranz Gießen: KonzertDie Jahreszeiten", 2C Uhr, in der Neuen Aula. Stadtmission, Löber- straße 14:Literarische Abendfeier", 20.15 Uhr. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: Vortrag überBotanische Naturdenkmäler der Hei­mat", 20.30 Uhr, im Hörsaal des Forstinstituts. Verband Deutsche Fraucnkultur: Weihnachtsmesse, im Cafe Amend. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Die Zirkusprinzessin", auf dex Bühne das russische Tanzpaar Soeurs Iakowleff. Astoria-Lichtspiele: Weib in der Wüste" undDer geheimnisvolle Ozeanflug".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die morgige Operetten­vorstellung bringt eine nochmalige Wiederholung Die lustige Witwe". Sonntag, 1. Dezember, zum letztenmalHellseherei" von Georg Kaiser. Rachmittags 3,30 Uhr Bortrag Max (Seifen- heyner:Mit Graf Zeppelin um die Welt".

Art. Darum laßt uns alle und ein jeder ist dazu berufen, zur rechten Zeit dafür sorgen, daß es in keinem Hause, weder bei reich noch bei arm, an kräftiger, gesunder geistiger Kost fehle! Draußen auf dem Lande gibt es die Psarrhaus- und Dolksbibliotheken, in den Städten Büchereien aller Art. 3e mehr sie benutzt werden, desto mehr freuen sich ihre Schöpfer und Erhalter. Jedoch lasse man jenes Zeug ungelesen, in dem es von Grafen und Gräfinnen oder gar vonMillionen- bräuten" nur so wimmelt.

Laßt euch, ihr Buben und Mädchen, den Kopf nicht verdrehen! Lernt die Großen eures Bolkes kennen, die Geisteshelden aller Art, lest Reise­beschreibungen, damit euer Blick sich weitet, lest frohe und ernste Sachen, wie es euch gefällt, besprecht das, was ihr nicht sogleich versteht, wohl mit anderen und laßt es euch angelegen fein, die Spreu vom Weizen zu sondern. Wird dir ein fauler Apfel schmecken? So mancher, der unzufrieden durchs Leben geht, hat sich an schlech­ter geistiger Kost in der Jugend die Gesundheit verdorben.

Wir gehen dem Winter entgegen. Rach der Arbeit des Werkeltages kommt die Ruhe und die geistige Erholung zu ihrem Rechte. Kannst du. gute Musik hören, so lasse dich von ihr erheben, suche sie auf, wo du sie finden kannst. Sorge jederzeit für deinen inneren Menschen, damit du, wenn der Winter wieder vergangen ist, den Frühling der Ratur und dereinst den Sommer deines Lebens um so schöner und edler genießen kannst. F. O.

Oie Beisetzung des Landgerichis- direktorer präiorius.

Eine große Trauergemeinde versammelte sich gestern nachmittag in der stimmungsvollen Ka­pelle des Alten Friedhofs, um dem am Montag verstorbenen Landgerichtsdirektor i. R. Rudolf Prä torius die letzte Ehre zu erweisen. Be­sonders viele Kollegen des Dahingeschiedenen aus den Kreisen der Justizbehörde, viele Jagd- kameraden und Angehörige seines studentischen Bundes hatten es sich nicht nehmen lassen, den Kollegen und Freund zur letzten Ruhestätte zu geleiten. Rach weihevollen Orgelklängen sprach am Sarge Pfarrer A u s s e l d von der Treue, die der Verstorbene der Familie als Gatte und Baker mehr als vierzig Jahre hindurch, in seinem verantwortungsvollen und pflichten­reichen Beruf als aufrechter und gewissenhafter Richter, im engeren und weiteren Freundes­kreise und in der Kirchengemeinde allezeit freu­digen Herzens und mit Rat und Tat geübt habe. Am offenen Grabe sprach dann der Präsident des Landgerichts Oberhesfen Reuenhagen dem verstorbenen Amtsgenossen den Dank der Justizbehörden für die dem Staate in hervor­ragendem Maße geleisteten Dienste und den Dank der Kollegen für das warme, menschliche

besichtigen und sich dadurch ein Bild machen von der Nutzung des Wohnraumes. Eine Anzahl Gießener Firmen hatten für diese Möblierung das erforder­liche Inventar zur Verfügung gestellt, so daß die Wohnräume mit den gediegenen Möbeln, den hüb­schen Vorhängen, den guten Betten, dem schönen Porzellan usw. einen sehr vorteilhaften Eindruck machten. Die Ausnutzungsmöglichkeit der Räume trat durch diese Herrichtung in markanter Weise zutage. Diese Räume werden auch in den nächsten Tagen als A u s st « l l u n g unter dem NamenDienen- zeitliche Kleinwohnung" der kostenlo­sen Besichtigung durch die Bürger- schäft zur Verfügung stehen. Der Besuch dieser neuartigen Ausstellung sei nicht nur den direkten Wohnungsinteressenten, sondern auch allen übrigen Mitbürgern empfohlen, da man dort mancherlei wertvolle Anregungen für die neuzeitliche Woh- nungsgestaltung empfangen kann. Nach der In­augenscheinnahme dieser möblierten Wohnungen wurden auch die übrigen, noch leerstehenden Wohn- räume des Hauses besichtigt, und dabei konnte fest- gestellt werden, daß alle Wohnräume als durchaus ausreichend anzusprechen sind. Unnötiger und ver- teuernder Luxus ist vermieden worden, man hat aber auf die Schaffung größtmöglichster Bequem­lichkeit und guter Wohnlichkeit Bedacht genommen und dadurch Kleinwohnungen erstellt, die ihren Zweck vollkommen erfüllen und alle Anerkennung verdienen. Der freundliche Eindruck, den man bei diesen Kleinwohnungshausblöcken empfängt, wird in der besseren Jahreszeit sicherlich noch gesteigert werden durch die gärtnerische Herrichtung des vor den Häusern liegenden Geländes, die fachmännischen Händen anoertraut ist.

Der Entwurf für die Bauten und die Bauleitung wurde in Zusammenarbeit mit dem Architekten Hamann (Gießen) von der Wohnungsfürsorge­gesellschaft für Hessen ausgeführt. Die Bauherrin und die bauausführenden Organe haben hier ein Werk geschaffen, mit dem sie in Ehren bestehen können.

**Zeppelin"-Dortrag In Dießen. Bor einer außerordentlich zahlreichen Zuhörer­schaft sprach am Dienstagabend in der Reuen Aula der Universität auf Einladung des Ver­eins für Luftfahrt und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde der Rcgierungsrat, Privatdozent Dr. S e i l k o p f von der Deutschen Seewarte in Hamburg über seine Eindrücke und meteorolo­gischen Erfahrungen auf der Weltfahrt des Luft­schiffesGraf Zeppelin". Der Vortragende, der bei diesem weltgeschichtlichen Unternehmen als Meteorologe der Luftschifführung tätig war, fes­selte durch seinen gut F/.ftünbigen Vortrag die Zuhörer in hohem Maße. Rach den kurzen Be- grüßungSworten des Vorsitzenden der Gesell­schaft für Erd- und Völkerkunde, Professor Dr. K l u t e, begann der Vortragende seinen klaren und sehr flüssigen Vortrag zunächst mit einer kurzen Betrachtung über die AusnutzungSmög- lichkeiten des Luftschiffes gegenüber dem Flug­zeug, wobei er darlegte, daß für den Lang- ftrcdcnflug unter dem Gesichtswinkel der wirt­schaftlichsten Ausnutzung nur das Luftschiff in Betracht komme. Er erläuterte sodann an Hand von Konstruktionsskizzen die Einrichtungen deS LuftschiffesGraf Zeppelin", soweit die Gondel mit den Räumen für die Luftschifführung und die Passagiere in Betracht kommt, ferner gab er einige Aufklärungen über die Gestaltung deS Luftschiffes im Inneren. Hierauf schilderte er an Hand einer großen Anzahl sehr guter Licht­bilder den Verlauf der großen Weltfahrt, wobei man ein sehr eindrucksvolles Bild von dem ge­waltigen Erleben auf dieser Fahrt erhielt. Man hörte hier nicht nut eine fesselnde Reiseschilde­rung, sondern bekam auch in populärwissenschaft­licher Form ein Bild skizziert von den mancher­lei meteorologischen Fährnissen auf dieser Reise, von den wunderbaren Wolkenbildungen bei den verschiedensten Weiterlagen, von dem verantwor­tungsvollen Dienst der für die Luftschifführung so außerordentlich wichtigen Wetter Meldestellen an Bord, wie an Land und auf den Dampfern. Daneben konnte man herrliche Landschaftsaufnah­men, prächtige Stimmungsbilder vom Land und von den Meeren bewundern, weiter konnte man hören, wie gewallig die Begeisterung der Bevölkerung über den Besuch desGraf Zeppelin" in allen besuchten Ländern gewesen ist. Man konnte die Freude und Genugtuung des Vortragenden über feine Beteili­gung an diesem weltgeschichtlichen Ereignis verstehen, ja, man konnte ihn sogar beneiden um diese große Bereicherung des Lebens, aber gemeinsam mit ihm empfand sicherlich jeder Besucher des Abends den aufrichtigen Wunsch, daß bei der Weiterentwicklung der Luftschiffahrt Deutschland immerhin gewichtiges Wort mitsprechen möge zum BesteiDdes deutschen Vaterlandes, zur Steigerung seines Ansehens in der Welt und zum Segen der ganzen Menschheit. Der hochinteressante Vortrag, der für alle Besucher ein wertvolles Erlebnis war, wurde verdientermaßen mit langanhaltendem starken Beifall belohnt.

** Eine Provinzialoersammlung des evangelischen Pfarroereins fand am Dienstag im Hotel Viktoria zu Gießen bei gutem Besuch unter Leitung von Pfarrer D. Fritsch (Ruppertsburg), an Stelle des verhinderten Dekans G u ß m a n n (Kirchberg), statt. Der Superintendent für Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner (Gießen), wohnte der Versammlung gleichfalls bei. Nach Be- sprechung von Vereinsangelegenheiten hielt Inge- nieur Schulz (Frankfurt a. M.) einen interessanten Lichtbildervortrag über elektrische Kirchenheizung. An der lebhaften Aussprache über dieses Thema beteiligten sich u. a. auch einige Herren von der Oberhessischen Elektrizitätsversorgung. Die Versamm­lung nahm einen Antrag an die Leitung des Heber­landwerkes an, in dem eine weitere Verbilligung des elektrischen Strompreises für die Zwecke der Kirchen- Heizung erbeten wird.

'* Schulgeldeinzahlung durch Post­scheck. Eine bedeutsame Reuerung im Schul­geldwesen hat der preußische Kultusminister ge­troffen. 2m neuesten Runderlab wird laut Voss. Ztg." vorgeschrieben, daß künftig das Schul­geld an den vom Staat unterhaltenen preußischen höheren Schulen durch Überweisung auf das Postscheckkonto der Schule einzuzahlen ist und die bisher übliche bare Entrichtung in den Klassen nicht mehr stattfinden dürfe. Der Erlaß betont, daß der neue Weg hauptsächlich deshalb be­schritten worden sei, weil sich bei dem früheren Verfahren zu viel Unzuträglichkeiten ergeben hät­ten. So fei es z. D. fast immer dort zu peinlichen (Situationen gekommen, wo Freistelleninhaber oder minderbemittelte Schüler durch den bisher ge­übten Brauch der Schuldgeldeinziehung berührt wurden.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Gemeinden.

Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 30. November: Vorabend 4.30 Hhr; morgens 9; P r e d i g t; abends 4.40 und 5.20 Hhr.

Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 30. November. Freitag abend 4.05 Hhr; Samstag vormittag 8.30; Predigt; nachmittags 3.30; Gab. batausgang 5.20. Wochengottesdienst morgens 6.45; abends 4 Hhr.

Aus der pwvinzialhaupistadt.

Gießen, den 28. Rovember 1929.

Oem Winter entgegen.

Nachdruck verboten.

Schon herbstelt es gewaltig. Wir sehen's, wir spürend. Längst sind die Tage kürzer geworden und die Lichtrechnungen um so größer.

In der Luft liegt ein Etwas, das wir ver­spüren, das wie aLerfeinfte Nadelstiche auf Hand und Wange brennt, etwas, was so ganz anders auf uns wirkt, als etwa ein Borfrüh.ingstag, obwohl das Thermometer die gle.chen Grade anzeigt. Wirkt nicht vielleicht auch das Wissen um die kommende Kältezeit schon niederdrückend auf uns ein?

Dielen ist diese Zeit der Inbegriff des Grauens, wie unseren Altvordern in ihren primitiven Ver­hältnissen. Aber fürchten sich nicht auch heute noch unsere Alten, deren Haar gebleicht und deren Wangen welk wurden, weil in ihren Adern nicht mehr das warme Blut der Jugend rollt, die nicht mehr durch einen raschen erquickenden Gang in der klaren Winterluft Erholung und Erquickung finden können, vor Frost und Schnee? Und sind nicht in gleicher Lage unsere unverschul­det Armen, die an den Holzlesetagen aus dem Walde das dürre Reisig heimholen und sich schon freuen, wenn sich dabei auch einmal ein dürres Stämmchen findet? Und wiederum gibt es jene, die alt und arm zugleich sind, die da vielleicht hoffen, daß sie, wie der Volksmund sagt, vom nächsten Frühling mitgenommen werden dorthin, wo sie des Winters Qualen nimmermehr spüren werden.

Ja, wir alle gehen dem Winter entgegen. Das wissen wir nicht nur vom Kalendermann. Wird es wieder einen solchen geben, schwer und lang, wie den vergangenen? Da sich überall die Vorräte in den Kellern lichteten, da die Kreatur in Wald und Feld notlitt und zugrunde ging, wenn ihr nicht der weidgerechte Jägersmann für- sorgend half, und die Vögel bis mitten in die Stadt kamen, um sich milde Brosamen zu holen? Oder wird es ein Winter werden,der keiner ist", milde und regnerisch, daß die Bäume im Lenze zeitiger knospen als es die Jahreszeit erlaubt und ihre Blüte wieder dem Maienfrost zum Opfer fällt?

Wer dem Hundertjährigen Kalender Glauben schenkt ich tue es nicht, mag nachsehen, wie die Prophezeiungen lauten. Etwas wahres und etwas falsches wird er immer finden. Wer an die Prophetie des Laubfrosches glaubt, mag sich einen Wetterkundigen im Glase halten. Kin­derhände sind stets leicht zu füllen, und der Gläubigen gibt es gar viele Arten. Niemand kann wissen, was kommt. Doch der Kluge wird für alles gerüstet, auf alles gefaßt fein.

Der Winter kommt. Mit Ruhe sieht jene Haus­frau ihm entgegen die ihr Land bestellte und recht­zeitig ihre Gartenerzeugnisse so verwahrte oder eintochte, daß sie ihr über die harten Zeiten hinweghelfen. Und die selbstgezvgenen Früchte schmecken doch besser als alle anderen. Der Städter aber hat leider so häufig keinen Garten, nennt auf der ganzen weiten Erde, Gott sei's geklagt, nicht ein Stück sein eigen und sei rrs nur als Pachtland, das er selbst hegen und pflegen und auf dem er der schönen Gottes- natur so ganz nahe sein darf.Cs lohnt sich nicht", sagen die einen, die mit recht falschen Zahlen rechnen, weil sie den Gesundheitsindex, den Nutzen für Körper und Seele, und die Freude am Selbstgeschassenen, nicht in ihre Rechnung einstellen. Und die anderen sagen:Ich werde mich quälen", und sie laufen an allen Ecken und Enden zu jeder Tages- und Nachtzeit, fernab allem Natürlichen, nur falschen Göttern nach.

Und da soeben von des Leibes Atzung wie nebenbei die Rede war, darf oder muß wohl doch auch einmal ein Wörtlein von der g c i fti - gen Kost gesprochen werden. Sind wir da alle in unserer Vorratskammer gut ausgestattet? Dor allem du, mein junger Freund, liesest du neben einer inhalt reichen Zeitung, nicht nur allein dein Sportdiät!? Dieses in Ehren, aber gibt es nicht auch noch andere Dinge, die du wissen sollst? Gehörst du wirklich dem Volke der Dichter und Denker an? Prüfe das einmal! Hast du dir im vergangenen Jahre wenigstens ein einziges wertvolles Buch gekauft und es auch wirklich gelesen? Oder, so dir die Mittel fehlten, hast du eine Leihbücherei ausge­sucht, deren es doch so viele gibt, und hast dich dort einmal nach geistigem Rüstzeug um­gesehen? Nach echter guter Hausmannskost? Da war vor etlichen Tagen ein Siebzehnjähriger bei mir, der aus der Lehre gelaufen war. Den fragte ich, was er denn feit seiner Schulentlas­sung in drei Jahren! gelesen habe. Endlich endlich sagte er mir:Die Millionenbraut". Der Bub hatte keine drei Pfennig im Sack. Aber er las ausgerechnet die ..Millionenbraut". Kann einen da nicht der Menschheit Jammer anfassen, wenn man sieht, wie diesen geistig so arm blei­benden Herz und Sinn betört wird? Aber sie reden mit. Als ob die Häher im Walde mit ihrem Kreischen nicht auch mitredeten auf ihre

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Im Laufe der letzten Monate hat die Hessische gemeinnützigeAktien-Gesellschastfür kleine Wohnungen (Hegemag) am Kugel­berg umfangreiche Wohnhausbauten errichten lassen. In vier großen Baublöcken sind dort 6 0 Dreizim­merwohnungen geschaffen worden, deren nutz- bare Wohnfläche insgesamt 3680 qm beträgt. Die durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung be­läuft sich auf rund 65 Quadratmeter. Sämtliche Woh- nungen sind mit Küche, Speisekammer, Badeeinrich­tung und dem üblichen Zubehör ausgestattet, ferner sind sie mit Zentralheizung und Warmwasserversor­gung versehen. Um die finanzielle Last der Bauten weitmöglichst zu verteilen und dadurch ein« gewiße Herabsetzung der Mieten zu erreichen, wurden auch die Dachgeschoße zu Wohnungen ausgebaut, jedoch dabei Vorsorge getroffen, daß diese Dachgeschoß» Wohnungen in späteren besseren Zeiten als Dach­kammern für die unteren Stockwerkswohnungen Verwendung finden können. Die gesamten Baukosten für die vier Wohnhausblöcke belaufen sich auf rund 650 000 Mark. Die Wohnungsmieten werden sich, wie man uns mitteilt, zwischen 50 und 86 Mark pro Monat und Wohnung belaufen, für die Zentral­heizung und Warmwasserversorgung werden monat­lich 15 Mark berechnet.

Gestern nachmittag sanden sich auf Einladung der Leitung der Hege.nag eine Anzahl Herren unserer Stadt ein, um den bis jetzt sertiggcftellten ersten Wohnhausblock die übrigen Blöcke befinden sich zurzeit noch im Innenausbau zu besichtigen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Hegemag, Ministerialrat Wagner (Darmstadt), sprach zunächst kurz über die leitenden Gesichtspunkte bei dem Wohnhausbau der Genossenschaft, darauf gab der Direktor der He­gemag, Regierungsbaumeister a. D. Kohl (Darm­stadt), eine Hebersicht über die Einrichtung der hie­sigen Häuser und die maßgebenden Gesichtspunkte bei fier Wohnungsgestaltung. Bei einem Rundgang durch den großen Hausblock konnte man zunächst im Parterre zwei Wohnungen in voller Möblierung

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