Ausgabe 
28.9.1929
 
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dem Dortrag des Präsidenten Mulert durchaus zu- stimmen könne. Die wechselseitige Verbundenheit zwischen Stadt und Land müsse noch viel stärker anerkannt werden, als es bisher der Fall war. St (ar müsse aber auch erkannt werden, daß die Gemein­schaft Pflichten und Opfer und die Zurückstellung von Einzelinteressen gegenüber denen der Gesamt­heit fordere. Leider werde diese Erkenntnis auch in den Kreisen der Selbstverwaltung noch vielfach ver- mißt.

Für das Verhältnis der Gemeinden zu Staat und Reich und zur Wirtschaft werde eine Neuregelung erforderlich sein, in deren Rahmen als dringendste Aufgaben der nächsten Zukunft die V e r w a l - twngsreform und die Schaffung eines wirk­lichen Finanzausgleiches zu erwähnen wären.

Bezüglich der wirtschaftlichen Betäti­gung der Kommunen habe ich wiederholt in der Oeffentllchkeit erklärt, daß ich jeden Der- such, diese Betätigung der Kommunen einzu- engen, aufs schärfste bekämpfen werde. Die Ge­meinden haben das Recht auf wirtschaftliche Be­tätigung stets angesehen als einen Zweig der Selbstverwaltung, und die Staatsregierung wird dafür sorgen, daß dieses Recht nicht verkümmert wird. Die preußische Staatsregierung hält mit mir die Angriffe der Privatwirtschaft auf die kommunale Wirtschaft für gänzlich ungerecht­fertigt, denn die kommunale Wirtschaft erfüllt eia öffentliches Bedürfnis und Hal das gleiche Recht wie die Privatwirtschaft, im Interesse ihrer Betriebe an den öffentlichen Kreditmarkt heranzutreten. Eine Belastung des Kreditmark­tes kann schon deshalb nicht stattflnden, weil ja die Aufgaben der kommunalen Betriebe Lebens­bedürfnisse der Bevölkerung befriedigen, die bei Richtbestehen der kommunalen wirtschaft von der Privatwirtschaft übernommen werden müßten.

Die Demokratie bringt eS mit sich, daß auch die Wahlen zu den kommunalen Kör­perschaften mit politischer Leidenschaft ge­führt werden. Ich glaube, das schadet nichts; denn erst im Kampfe wachsen die Kräfte, und im Dingen um eine Macht, die immer wieder erobert werden muß, bewährt sich schließlich das Gute und Richtige. Alleroings hat sich leider bet unS in Deutschland im politischen Kampf immer mehr eine Methode entwickelt, die den politischen Gegner nicht mehr mit sach- lichen Argumenten, sondern mit bru­talen Gewaltmitteln, mit Beschimp­fungen und Verleumdungen be­kämpft. Hiervon sollten alle anständigen Men­schen abrücken. Dem Gemeinwohl wird damit bestimmt nicht gedient, sondern nur geschadet. Ich möchte deshalb als meinen Wunsch für den Kommunalwahlkampf zum Ausdruck bringen, so heftig auch die Parteien in den einzelnen Ge­meinden sich befehden, so mögen sie doch nie vergessen, daß gerade die kommunale Arbeit im Gemeindeparlament und in der kommunalen Verwaltung auf ein und dasselbe Ziel gerichtet sein muß, ein Ziel, dem alle zur positiven Mitarbeit berufenen Kräfte zu dienen haben, dem Wohle der örtlichen Gemeinschaft und damit auch dem Wohle des ganzen Volkes.

Der Versammlung wurde sodann eine Ent­schließung vorgelegt, die die Notwendigkeit einer Aeugestaltu ng des Steuersh st ems und einer endgültigen Ordnung des Finanzaus­gleiches betont und u. a. besagt:

Für die Gemeinde ist es unerläßlich, zur Er- ledlgung ihrer Aufgaben auch weiter an den An­leihemarkt heranzutrelen. (Ein Verzicht aus den Anleihemarkt würde weitere Rückwirkungen auf den wirtfchasts- und Arbeitsmarkt Hervorrufen. Die Ge- meinden werden ihre Bestrebungen verstärken durch freiwillige Verständigung, den gegenwärtigen Marktverhälwissen Rechnung zu tragen. Der Zwang, durch Anleiheberalungsstellen slaatlicherseits einzu- grelfen, ist abzulehnen. Die Gemeinden fordern von dem kommenden Finanzausgleich die wieder- herftellung der Grundlagen einer selbständigen Finanzwirtschaft und die Eröffnung ausreichender eigener und beweglicher Einnahmequellen. Eine erhöhte Beteiligung an der Einkommen- steuer entspricht ihren gesteigerten Aufgaben und Lasten. Die Gewerbe st euer wird auch künftig einen wesentlichen Bestandteil der kommunalen Steuersystems bilden, wo in einzelnen Ländern die finanzielle Rotlage der Gemeinden zu einer Ueber- fpannuug der Gewerbesteuer geführt hat, ist sie ohne schematische Zwangsmaßnahmen und unter aus­reichendem Ersah für die entstehenden Ausfälle organisch umzugestalten. Der Ausbau der Ge - kränkesteuer ist unerläßlich. Der Lrnsl der finanziellen Lage erfordert, daß die notwendigen Maßnahmen mit größter Beschleunigung durchgeführt werden."

Weitere Hastentlaffungen in der Bombenaffäre.

' Berlin 27.Sept. (WTB.) Auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Luetgebrune (Göttingen) sind gestern vom Untersuchungsrichter beim Land­gericht I Berlin, Landgerichtsdirektor Dr. Ma- sur, die in der Dombenattentatangelegenheit an- geschuldigten Landvolkangehörigen, Hofbesitzer H a m k e n S, Diplomlanowirt Muthmann und Siedler Matthes aus der Haft ent­lassen worden. Die Haftentlassung ist erfolgt, weil ein dringender Tatverdacht an den Sprengstoffattentaten bei diesen Angeschuldigten nicht mehr vorliegt und im übrigen Fluchtverdacht nicht mehr begrün­det ist, weil eS sich um Hof- und Grundbesitzer handelt. Gegen die jetzt aus der Haft Entlassenen liegt nicht mehr der Verdacht eines Verbrechens, sondern nur noch eines Vergebens gegen daS Sprengstoffgesetz und wegen Un­terlassung einer Anzeige vor.

Die freigelassenen Hamkens und Muthmann wurden unmittelbar nach der Entlassung von Beamten der Politischen Polizei erneut fest- genommen und nach dem Polizeipräsidium gebracht, wo sie in der Angelegenheit des O l - oenburger Spreng st offanschlageS vernommen wurden. Hamkens wurde nach dem Verhör wieder entlassen. Das Verhör MuthmannS dauerte in den späten Abendstunden noch an. Wie wir von unterrichteter Seite er­fahren, hat sich die Polizei zu dieser Maßnahme all Srmittlungsbehörde der olden- burgischen Gericht« genötigt gesehen. Da der

Die VetrugsaMre der Gebrüder Sklarek.

Berlin, 27. Sept. (2DB.) Die drei Gebrüder Sklarek sind nach ihrer Verhaftung durch Beamte des Letrugsdezernats bis in die tiefen Nachtstunden hinein über die Art und die höhe der Betrügereien vernommen worden. Die Sklareks haben bisher jede Schuld zu be st reiten versucht, doch haben die Polizeibeamten den drei Brüdern aus den Abrechnungen der Bezirksämter, die sie inzwi­schen über die Stadtbank vom Magistrat erhalten hatten, nachweisen können, daß zwar einige Ange­stellte der Sklareks um die Betrügereien gewußt haben müssen, daß aber im wesentlichen die An­gaben, die der Oberbuchhalter Lehmann erhalten hatke, um danach die Buchführung vornehmen zu lassen, von den Inhabern dec Firma s e l b st st a m m t e n. Der Buchhalter Friedrich Lehmann, der seit Jahren bei den Gebrüdern Sklarek tätig war, hat ein Geständnis abgelegt, in welcher weise die Betrügereien verübt worden sind. Lehmann Hot mit Wissen der Gebrüder Sklarek seil längerer Zeit die Fäl- schungenbetrlcben. Er fertigte größere Auf­träge an, die zunächst von Schreibmaschinendamen mit der Maschine ausgeschrieben wurden. Dann ließ er die Aufträge noch einmal handschrift­lich aus st eilen, versah sie m l t den ge­fälschten durchgepausten Unterschrif- len der beiden Beamten, die zeichnen und gegenzeichnen mußten, und wartete ab, bis eine An- zahl kleinerer echter Aufträge einging. Mit diesen zusammen übergab er seine gefälschten Formulare, die auch die Unterschriften der Gebrü­der Sklarek trugen, der Sladlbank, die sie ohne nähere Prüfung in Bausch und Bogen bezahlte. Rach dem Geständnis des Lehmann ist diese Unterschiebung nicht nur einmal, sondern des öfteren vorgenommen worden.

Die drei Gebrüder Sklarek sowie der Buchhalter Lehmann werden noch heule wegen fortgesetzter schwerer Urkundenfälschung und Betruges dem U n - tersuchungsrichler vorgeführl werden.

Der Unlersuchungsrichter beim Polizeipräsidium hat gegen die ihm vorgeführten drei Gebrüder Sklarek sowie ihren Geheimsekretär und Buchhal­ter Friedrich Lehmann den Haftbefehl aus­gesprochen. Alle vier werden in das Moabiter Un­tersuchungsgefängnis übergeführt roerben.

Es besteht Aussicht, den Verlust, den die Sladt- bank erlitten hat und der sich nach den zunächst

allerdings nur oberflächlichen Berechnungen auf 6 bis 9 Millionen Mark beziffert, durch die Werte zu decken, die den Sklareks gehören. Die drei Brüder verfügen nckchweislich in ihrem Ab­zahlungsgeschäft und In der kleidervertriebsgesell- schoft über ein Warenlager von rund 3 Millio­nen Mark. Der Renn st all der beiden Brüder dürfte einen wert von mindestens einer Million Mark repräsentieren. Ferner besitzen die Sklareks in Berlin zehn Miethäuser, von denen sie selbst drei bewohnen, die fürstlich ousge- slallet sind, und Kun st schätze aller Art ber­gen. Der wert dieser Gebäude wird insgesamt von der Stadlbank auf 6 Millionen Mark veranschlagt. Schließlich haben die Sklareks auch an die Stadt Berlin noch reelle Forderungen für Liefe­rungen in höhe von mehreren hunderttausend Mark. Bei einer vorsichtigen Bewertung dieses Besitzes wäre es also möglich, den Schaden abzudecken.

Herr Leo Gklarek.

Kritik der Berliner Presse.

(Berlin, 28.Sept. (LU.) Aus dem Leben Leo Sklareks berichtet derLokal-Anzei­ger", daß dieser ein gern gesehener Gast in den Lokalen am Kurfürstendamm gewesen sei. Mit Vorliebe habe er französischen Sekt ge­trunken, von dem die Flasche 45 Mark kostet. Das Auto Leo Slareks sei oft genug nachts unterwegs gewesen, um die von Leo Sklarek ge­wünschten Damen herbeizuholen, die ihm und seinen Gästen etwas vortanzen mußten. Das Berliner Tageblatt" weist besonders darauf hin, daß der Kreis, der an dem Skandal Verantwortlichen noch nicht abgeschlossen ist. Den Fall der Monopolverlängerung anfüh­rend, sagt das Blatt, die moralische Verantwor­tung für die Monopolverlängerung laste auf der Anschaffungsgesellschaft. DieD A Z." betont, daß der neue Skandal auf Kosten der Steuer­zahler wieder bei einem Unternehmen erfolge, mit dem die Stadt Berlin allen Warnungen der wirtschaftlich Einsichtigen zum Trotz das pri­vate Gewerbe und den privaten Wettbewerb ausgeschaltet habe. Bei dieser Gelegenheit müsse erneut auch die Frage aufgeworfen werden, welche Gründe die Kom­munalverwaltungen veranlaßten, gewisse Lie­ferungen gewissen Firmen für lange Iahre monopolistisch zu garantieren.

Oldenburger Sprengstofsanschlag nicht der Zu­ständigkeit der preußischen Gerichte unterliegt, konnte dieser Fall nicht an den preußischen Untersuchungsrichter, Landgerichtsdirektor Ma- sur, abgegeben werden.

Das Bombenattentat auf den Reichstag.

Ernst von Salomon angeblich als Täter erkannt.

Berlin, 27. Sept. (TU.) Das Bombenattenlat auf den Reichstag, bas bisher noch nicht aufge­klärt werben konnte, wirb neuerbings mit bem in Berlin verhafteten Ernst von Salomon in Verbinbung gebracht. Ein gewisser L. hatte feiner- zeik bei der Polizei ausgesagt, bah er in bet Nacht vom 31. August zum 1. September beim Branden- burger Tor zwei Männer beobachtet habe, von benen einer ein großes viereckiges Paket unter bem Arm trug. Einige Zeit später kamen bie Männer ohne Paket roieber und fuhren von ber Dorotheenstrahe mit einem Auto, bas bort gehalten hatte, weg. Wieber einige Zeit später hörte er bie Explosion. Bei ber heutigen Vernehmung vor bem Untersuchungsrichter, Lanbgerichtsbirektor Masur, erklärte nun L. mit aller Bestimmtheit, baß er in Ern st von 5 a l o - tnon einen ber Männer aus ber Atten­tatsnacht wiebererkenne.

Ehrhardt über seine außenpolitischen Besprechungen.

Berlin, 27. Cept. (LU.) KapitänChr- Hardt teilt mit:Ich denke gar nicht daran, meine Unterredungen mit französischen Politikern im Hause Rechberg in Ab­rede zu stellen oder sie gar dadurch zu be­schönigen, daß ich dem Auswärtigen Amt ge­wissermaßen Meldung erstattet hätte. Ich kann mich unterhalten mit wem ich will, ohne jemanden davon zu unterrichten. Ich bin der Ansicht, daß Deutschland versuchen muß, s i ch zunächst mit feinem größten Gläubi­ger, Frankreich, der jederzeit mit Wassen- ?etoa(t seine Forderungen eintreiben kann, ehr- ich ohne Hintergedanken äu verstän­digen. Die Kleineren müssen Dann zwangs­läufig folgen, ob das Herr ©trefemann macht, oder Herr Rechberg, oder sonst jemand, ist mir gleich Hauptsache ist, daß jemand den großen Wurf wagt. Für mich geht es nur um Deutschland, um keine Person."

Oie sozialen Folgen der Bankenfusion.

Eine Entschließung des Deutschen Bankbcamtenvcreins.

6 t u 11 g a r t, 27. Sept. (WB.) Der Deutsche Dankbeamtenverein, Gau Württemberg- Baden, hatte eine öffentliche Kundgebung ein* berufen, in.der zu den Entlassungen, die sich aus der Fusion der Deutschen Bank und der Disc on togesellsch af t ergeben müssen, Stellung genommen wurde. Es wurde eine Entschließung angenommen, die auf die Beunruhigung auf den Stuttgarter Bank­beamten hinweist. Man müsse mit der Sch lie­st ung von fast 100 (Niederlassungen rechnen. Die seit Iahren unter dem fortgesetzten Personalabbau in sozialer und seelischer Hin­sicht stark notleidendeDankangestell- tenschaft werde erneut den größten Sorgen ausgesetzt, da die gegenwärtige Wirtschaftslage ein Unterkommen der abgebau­

ten Beamten in anderen Berufen ausschließe. Da die Fusion ihre Begründung keineswegs in einer wirtschaftlichen Rotlage eines der beiden Institute finde, sei zu fordern, dast den Abge­bauten ausreichende Pensionen zugebil­ligt würden, oder daß die beteiligten Institute ihre Geschäftsverbindungen ausnuhen, um die Ueberführung der Abgebauten in andere Positionen sicherzustellen. Schließ­lich wird die Erwartung ausgedrückt, daß die Reichsregierung sich mit den sozialen Auswir­kungen der Fusion besaht.

Ehrenwache" der Rheinlandkomrnission.

Wiesbaden, 28. Sept. (priv.-Tel.) wie nun­mehr bestimmt feststeht, wirb der militärische Schuh bet Rheinlanbkommission nach ihrem Umzug aus 300 Soldaten und 25 Gendarmen bestehen. Beschlagnahmt wur­den vorläufig ein Exerzierplatz, die Wilhelm-Heilan­stalt, die von der Reichsvermögensverwaltung er­richteten Wohnungen und 19 größere Privat- wohnungen.

Macdonalds Abreise nach Washington.

Die Vorbereitung der Abrüstungskonferenz.

London, 27. Sept. (WTB.) Macdonald ist heute abend nach Southampton abgefahren, um sich an Bord derDerengaria" nach Amerika ein­zuschiffen. Auf dem Bahnhof hatten sich die Mit­glieder des Kabinetts, der amerikanische Bot­schafter General Dawes und andere Mitglieder des diplomatischen Korps eingefunden. Macdonald erklärte vor der Abreise: Ich erwarte nicht, daß mein Aufenthalt in Washington zum Eintreten einer sensationellen Wendung führt. Ein Grund dafür ist der, daß die laufenden Verhandlungen über die Abrüstung zur See soweit ge­fördert sind, daß sie nun auf die breitere inter­nationale Plattform gebracht werden müssen. Wenn alles gut geht, wird bald nach Reujahr eine Fünfmächtekonferenz abgehalten werden. Wenn sie erfolgreich ausgeht, wird sie der Vorbereitenden Abrüstungskom­mission des Völkerbundes einen ins Gewicht fallenden Beitrag für die Abrüstung zur See liefern. Die Vorbereitende Abrüstungskom­mission würde dann die Möglichkeit haben, ihre allgemeinen Arbeiten fortzusehen, und es wird später dem Völkerbund möglich sein, die all­gemeine internationale Abrü­stungskonferenz einzuberufen, auf die der Völkerbund schon seit langem hingearbeitet hat.

Der Premierminister fügte hinzu: Ich habe immer das Gefühl gehabt, daß eine persön­liche Fühlungnahme zwischen den tatsäch­lich für die Führung der Regierungsgeschäfte verantwortlichen Kreisen in Washington und London dringend notwendig ist, wenn das Ver­stehen zwischen beiden Völkern in einem so weit­reichenden Maße gefördert werden soll, wie wir es wünschen.

Der König an den Premierminister.

London, 27. Sept. (WTB.) Der König hat an den Premierminister Macdonald anläßlich der Reise nach den Vereinigten Staaten folgen­des Geleitwort gesandt: »Am Abend Ihrer Ab­fahrt wünsche ich Ihnen eine gute Reise. Alle herzlichen Wünsche sind bei Ihrer Abreise zu­gegen, handelt es sich doch um einen Schritt zur Förderung jener erfreulichen Beziehungen zwi­schen zwei großen Volkern, deren Bestehen bei allen Menschen guten Willens ein Glaubens­artikel fein muß." Premierminister Mac dv- nald antwortete: »Ich bin Eurer Majestät tief dankbar für das liebenswürdige Gedenken

und das Wohlwollen, mit dem Eure Majestät mir Ihre besten Glückwünsche zu einer Reise übersandt haben, die, wie ich hoffe, eine sich fruchtbar erweisende Neuerung sein wird."

Aus aller Welt.

Uebersall auf ein Auto vor ben Toren Berlins.

Aus der Chaussee BerlinLichtenrabe wurde ein verwegener Raubüberfall auf ein Automobil verübt. Um 20.30 Uhr sahen zwei Gärtner aus Lichtenrade ein zertrümmertes Auto im Chaussee- graben liegen. Auf dem Führersitz, zwischen Steuerrad und Rückwand hilflos eingeklemmt, hing ein Mann, der halb bewußtlos war und leise Schmerzensrufe von sich gab. Die Gärtner alarmier­ten sofort das Rettungsamt. Der Mann wurde als der Fuhrunternehmer Willi chegener aus Berlin feftgeftellt. Als der Verletzte nach längerer Behand­lung schließlich das Bewußtsein zurückerlangte, gab er folgende Schilderung:Ich fuhr die.Lichtenrader Chaussee entlang, als plötzlich vor mir die Schein­werfer eines anderen Autos aufleuchteten. In dem Augenblick als der fremde Wagen an mir vorüberfuhr, fühlte ich plötzlich einen brennen­den Schmerz in den Augen. Es kam mir noch zum Bewußtsein, daß mir irgend ein ätzen- des Pulver, vielleicht auch Pfeffer, ins Gesicht geschleudert worden war dann verlor ich bie Ge­walt über das Steuer, mein Wagen prallte gegen einen Baum und rutschte in Den Chausseegraben ab. In diesem Augenblick fielen zwei Männer Über mich her, würgten mich, schlugen auf mich ein und raubten mir meine Brieftasche, in der sich 400 Mark befanden." Hegeners Zustand ist so ernst, daß man ihn ins Krankenhaus transportieren mußte.

Feuertod von secys Geschwistern.

In Danforth (Maine) kamen bei einem Brande, der ein Wohnhaus zerstörte, sechs Geschwister im Alter von einem bis zu acht Iah­ren ums Leben. Die Eltern waren auswärts auf Arbeit.

Drei Todesopfer eines Automobilbrandes.

In Vorkfhire geriet ein Automobil in­folge einer Motorexplofion in Brand. Von den Insassen kamen drei Frauen in den Flammen umS Leben. Zwei Frauen erlitten schwere Verletzun­gen.

Fünf Streckenarbeiter getötet.

Ein Güterzug ist bei St. Michelde-Maurienne entgleist, wodurch die Strecke gesperrt war ursd die Züge auf dem Rebengleis weitergeleitet wer­den muhten. Als um 5 Llhr der erste Morgen­zug von St. Michelde-Maurienne die Strecke passierte, wurden fünf serbische Eisen- bahnarbeiter, die mit den Ausbesserungs­arbeiten beschäftigt waren, vorn Zuge ersaht und sofort getötet; zwei weitere wurden schwer verletzt.

Meuterei in einem Staatsgefängnis in Honduras.

Die Gefangenen des Staatsgefängnisses Ma- cala sind nach einer Meuterei ausgebro- ch en. Sie verschanzten sich an der Stadtgrenze und leisteten den gegen sie entsandten Regie­rungstruppen in einem erbitterten Feuergefecht zähenWiderstand. Drei Offiziere und meh­rere Soldaten der Regierungsttuppen wurden schwer verletzt. Es gelang, die Meuterer aus ihrer Stellung zu werfen und ins Gebirge abzudrängen. Im ganzen sind 250 Ge­fangene entkommen.

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Die warme Luft, die durch das neue isländische Fallgebiet zum Vordringen kommt, hat das west­liche Deutschland erreicht und dort Temperaturan­stieg verursacht. Während in Mittel- und Süd- deutschland sich die heutigen Morgentemperaturen zwischen 3 und 10 Grad bewegten, zeigt der Westen Temperaturen von über 10 Grad. Aachen meldete heute morgen sogar 15 Grad Wärme. Die Warm- luftwelle wird bei ihrem weiteren östlichen Vor­dringen auch bei uns Erwärmung bringen, die sich in der kommenden Nacht bemerkbar machen wird. Dabei setzt langsamer Barometerfall ein, und der hohe Druck wird weiter abgebaut. Jedoch tritt noch kein Witterungsumschlag ein, sondern nur Bewöl­kung tritt vorläufig auf.

Wettervoraussage für Sonnt a g: Aufkommende Bewölkung, trocken, wärmer, be­sonders nachts.

Wettervoraussage für Montag: Wolkiges Wetter, Temperaturen zwischen Tag und Rächt mehr ausgeglichen, meist trocken.

Lufttemperaturen am 27. September: mittags 19,5 Grad Celsius, abends 6,7 Grad; am 28. September: morgens 2,7 Grad. Maximum 19,7 Grad, Minimum 1,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm (tiefe am 27. September: abends 16,4 Grad; am 28. Septem­ber: morgens 10,4 Grad Celsius. Sonnenschein- dauer 8n Stunden,