Ausgabe 
27.9.1929
 
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Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 27. September 1929.

Nachtigall, wie sangst du so schön ...

Man schreibt uns: Es dürfte in unserer Stadt nicht allFmein begannt sein, daß sowohl im Vor­jahre als auch in diesem Jahre sich ein in unserer Gegend seltener Vogel in nächster Nähe der Stadt angesiedelt hat: die Nachtigall. Im vorigen Jahre wurde in der Nähe der Waldsportplätze am Schützenhaus ein Nachtigallenpaar festgestellt. An­fang April d. I. wurden an einem sonnigen Nach­mittag mehrere der seltenen gefiederten Sänger in der Nähe der Liebigshohe gehört, und nach und nach stellten sich auch in der Umgebung der Wald­sportplätze noch zwei Paare ein, die die Bewohner des Kugelbergs und der Friedensstraße mit ihrem Gesang erfreuten. Es dürfte sich in diesem Jahre um das Vorhandensein von vier bis fünf Paaren gehandelt haben. Die Nachtigallen wurden bis gegen Mitte Juli sowohl nachts als auch in den Morgen- und Nachmittagsstunden gehört. Darauf trat, wie in der Vogelwelt überhaupt, fast völlige Stille ein. Inzwischen hat der Herbst seinen Einzug gehalten und uns noch recht schönes Wetter beschert: trotzdem haben die meisten Zugvögel, wie Störche, Rot­kehlchen, Schwalben usw., die Reise in wärmere Gegenden angetreten. Auch wurden bereits am 8. September die ersten durchziehenden Wildgänse gesichtet, alles Anzeichen, die auf einen frühen Winter schließen lassen. Dazu kommt, daß sich schon jetzt die ersten Krähen und allerlei Finkenartcn in größeren Schwärmen einstellen. Da die Nachtigall zu den insektenfressenden Vögeln und somit zu den Zugvögeln zäblt, so war mit ziemlicher Sicherheit anzunchmen, daß auch die diesigen Exemplare dieser Vogelgattung ihre Niststätten verlassen und sich nach Süden gewandt hatten. Dem ist jedoch nicht so, denn heute, am 24. September, morgens gegen 7 Uhr, wurde am Philosophenwald der Gesang einer Nachtigall gehört ein für die vorgeschrittene Jahreszeit gewiß seltenes Ereignis. Es wird das auch wohl der Abschiedsgcsang gewesen sein. Nun wird wohl mancher Leser fragen: Warum gibt man erst jetzt von dem Vorhandensein der Nachtigallen der breiten Öffentlichkeit Kenntnis? Die Gründe hierfür sind folgende: Einmal sollten die Vögel durch den zu erwartenden Massenbesuch in der Nähe ihrer Niststätten nicht verscheucht werden, zum andern galt es den Tierchen Gelegenheit zu geben, ihre Brut ungestört groß zu ziehen. Daß wohl beides gelungen ist, dürfte aus der Tatsache hervorgehen, daß sich letzt noch einige von den Tierchen hier aufhalten, sich also bei uns heimisch fühlen. Dieser Umstand gibt zu der berechtigten Hoffnung Anlaß, daß die Nach­tigallen im nächsten Frühjahr zu uns zuruckkehren. Wenn das der Fall ist, so ist jedem Natur- und Vogelfreund Gelegenheit gegeben, sich am Gesang der kleinen Sänger zu erfreuen; der Aufenthaltsort ist ja schon oben angLgeben.

Ium Großflugtag in Gießen.

Man schreibt uns: Der Großflugtag In Gießen, dessen Durchführung von der bekannten deutschen Sportslugzeugsabrik Raab-Katzen- st e i n vorgenommen toirb, wird eine große An­zahl von verschiedensten Flugzeugthpen auf un­serem Gießener Flugplatz zusammenbringen. Mo­dernste Sportflugzeuge der verschiedensten Bau­art und Leistungen, Segelflugzeuge, Rundflug- maschinen sowie der historische Dleriot werden starten. Das Programm beginnt mit einer F lug­zeugschau. Alle Flugzeuge werden an den Zuschauerplätzen vorbeigerollt, bzw. in nächster Bähe ausgestellt, um so allen Flugtagbesuchern die Möglichkeit zu geben, sich die Maschinen aus der Rähe zu betrachten. Alsdann wird die Sport- flugzeugstassel zum L u f t r e i g e n starten. Es werden hier die verschiedensten Formationen ge­flogen und so das Exerzieren in der Luft gezeigt. Der Geschieklichkeitsflug zeigt wiederum . mehrere Maschinen in der Luft. Die Piloten ha­ben hier die Aufgabe. Postsäcke in ein in der Flugplatzmitte markiertes Feld abzuwerfen, ilm dem Publikum die genaue Treffstelle zu zeigen, sind die Meldebeutel so eingerichtet, daß beim Ausschlagen eine Weiße Staubwolle entsteht. Alt­meister Raab wird sodann starten und die hohe Schule des Kunstfluges -eigen. Rückenflug, Loo­ping. Rolling, Turn, Seitshlip, Trudeln und andere kombinierte Kunstflugfiguren werden in schneller Reihenfolge wechseln. Eine Ballon- jagt), bei der Kinderballons vom Flugzeug zu jagen und zu rammen sind, wird wiederum mehrere Flugzeuge in der Luft zeigen. Alsdann wird die Sensation des Flugtages, der Luft- s ch^ e p p z u g den Lustbahnsteig verlassen. An einem Motorflugzeug wird durch ein 100 Meter langes Kabel ein Segelflugzeug angekuppelt und gezogen. Bei günstigen Windverhältnissen wird noch ein zweites Segelflugzeug mitgeschleppt wer­den. Sn großer Höhe werden die Segelflugzeuge abgehängt, sie gleiten sodann im ruhigen Segel­flug dem Flughafen zu, um am Flugbahnsteig wieder zu landen. Diplom-Sngenieur Katzen- st e i n wird sodann auf dem FlugzeugPelikan" Kunstflüge mit ausgeschaltetem Motor ausführen. Ferner fliegt Herr Raab den historischen B l e - riot-Eindecker aus dem Baujahr 1909 vor. Hier­durch wird die schnelle Entwicklung des Flug­zeugbaues der Luftfahrt vor Augen geführt. Ein Luftturnier zwischen Raab und Katzenstein sowie die Kunstflugvorfühcungen Katzensteins, ein Fall- schirmabsvrung und Kunstflüge unseres Gieße­ner Kunstfliegers G a u n s , bei günstigen Wind­verhältnissen auch ein Dallonhüpfen ver­vollständigen das Programm. Eine Rundflug- maschine wird zu dauernder Benutzung zu Passagierflügen startbereit stehen. Wie

aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, findet ein Vorverkauf statt; auf die im Vor­verkauf gelösten Karten kommen Freiflüge über Gießen zur Verteilung.

** Funktelegramme an Sch iffe in See. Durch den neuzeitlichen Ausbau der deutschen Küjtenfunkstellen in Norddeich, Cuxhaven und Swinemünde und die technischen Verbesterungen der Funkstellen auf den deutschen Uebersee-Fahrgast- jchissen kann die Beförderung der Funktelegramme an deutsche Schiffe in See über ausländische Küsten­funkstellen entbehrt werden, zumal b.ren Benutzung die Telegrammbeförderung nicht beschleunigt. Da zu­dem die Landgebühren für die Beförderung an die ausländischen Küstenfunkstellen höher sind, als für die Beförderung an deutsche Funkstellen, empfiehlt es sich, die Funktelegramme über deutsche Kusten- funkstellen zu leiten. Funktelegramme an Schiffe auf See können bei sämtlichen Post- und Telegraphen­anstalten aufgeliefert werden, die über die Abfassung dieser Telegramme nähere Auskunft erteilen.

RDV. Kennzeichnung vorbestellter Plätze in v - Z u g w a g en. Seit einiger Zeit werden die vorbesteilten Plätze in den O-Zug- toagen nicht nur am Rummernschild der Abteil­tür, sondern darüber hinaus noch durch einen Zettel gekennzeichnet, der am Gepäcknetz über dem reservierten Platz angebracht wird und die AufschriftReserviert für einen Reisenden mit Platzkarte" trägt. Die Reichsbahn hat jetzt das Zugpersonal angewiesen, daß diese Zettel so­gleich nach Der Prüfung der Fahrkarten während der Fahrt wieder abgenommen werden, um eine Irreführung anderer Re. en Der beim Freiwerden eines reservierten Platzes zu vermeiden. Bei dieser Ge.egenheit sei beson ers darauf hingewie- sen, daß auch der Reisende mit Platzkarte beim Verlassen es Sitzplatzes z ir Einnahme von Mahlzeiten u,to. seinen Piay mit Gegenständen (z. B. Hut ocer Mantel, nicht Zeitung!) belegen muß, um sich den Anspruch auf diesen Platz während der ganzen Fahrt zu sichern.

**GießenerJungdeinokraten. Man be­richtet uns: Am 22. September wurde anläßlich des Bundestages der hessischen Jungdemokraten zu Vilbel auch eine Ortsgruppe Gießen der deutschen Jungdemokraten gegründet. Der Vorstand setzt sich aus 'folgenden Personen zusammen: Vorsitzender Karl Bauer, Schriftführer cand. jur. Gerhard Vogt, Rechner cand. jur. Walter Kinkel. Die erste Bundesversammlung in Gießen hat bereits stattgefunden.

** Der Orche st erverein Gießen 1908 eröffnet, wie man uns schreibt, die diesjährige Winter-Konzertsaison am 3. Oktober d. I. mit einem Symphonielonzert in der Neuen Aula der Univer­sität. Durch die Wahl dieses Tages soll auch den zur Zeit hier weilenden Teilnehmern der Ferien- bzw. ärztlichen Fortbildungskurse Gelegenheit zum Be­suche eines guten Orchesterkonzcrts gegeben werden. Der einheitliche Einheitspreis ist, wie immer, sehr niedrig gehalten, um jedermann den Besuch des Kon­zerts zu ermöglichen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen.

Der VereinWanderl u st, G i e ßen" (behördl. anerkannt als Verein für Jugendpflege) veranstaltete am Samstag im Katho'. Vereins- Hause einen Plnterhaltungsabend, dessen Rein­ertrag für die Jugendpflege bestimmt war. Die Veranstaltung war gut besucht, und es wurde recht Lobenswertes geboten. Das Programm wurde eröffnet durch zwei Musikvorträge (einem Marsch und zwei elsäi.ischen Bauerntänzen), die von der Kapelle des Vereins, bestehend aus Streich- und Zupfinstrumenten, vorgetragen wur­den. Bei den musikalischen Darbietungen fiel das exakte Zusammenspiel und die gut zur Gel­tung gebrachten Solopartien der einzelnen In­strumente angenehm auf. Sodann begrüßte der Vorsitzende des Vereins, Hand S e i h, die erschie­nenen Vereine und Gäste und dankte sür den zahl­reichen Besuch. Es folgten hierauf zwei wei­tere Musikstücke, die ebenfalls sehr bciiälhg aus­genommen wurden, was die Kapelle, d'.e unter der Leitung von Hans Seitz sieht, zu meh­reren Zugaben veranlaßte. Rach einer kurzen Pause folgte der zweite Teil der Vortrags- solge, der zuerst einen heiteren Bauernschwank, Der Iudas von Oberammergau", brachte. Da­bei zeigten sämtliche Mitwirkenden gutes Kön­nen. Als zweites Theaterstück wurdeMonsieur Herkules" gegeben, eine Posse mit den üblichen Verwechslungen und Verwirrungen, die große Heiterkeit erregte. Auch hierbei hatten die Mit­glieder deö Vereins wieder Gelegenheit, ihr theatralisches Können zu zeigen. Die Zuhörer folgten den Darbietungen mit sichtlichem Inter­esse und spendeten reichlich Beifall.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

+ Grünberg, 26. Sept. Am Dienstagabend fand im GasthausZum Wilden Mann" eine Versammlung zwecks Gründung eines Obst- und Gartenbauvereins statt. Ein derartiger Verein bestand hier schon vor dem Kriege, der auch damals eine recht rege Tätigkeit entfaltete, aber in der Inflationszeit einging. Auf Anregung von Landwirlschaft-aisessor Dr.- cher war nun eine Anzahl von Interessenten, meistens eh malige Mitglieder, erschienen, die den Verein wieder erstehen ließen. Man hofft, außer dem geschlossenen Beitritt der alten Mitglieder, noch zahlreiche weitere Mitglieder zu gewinnen, zumal der Mitgliedsbeitrag auf nur 2 Mk. festgesetzt wurde. Auf Wunsch der Versammlung

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orbach.

Alle für die Redaktion bestimmten Mit­teilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion desGießener Anzeigers".

Lösung des Problems Rr. 227. Don Z. Mach.

1. Db3a2! usw.

Problem Nr. 231.

Don O. Aagh, Budapest.

1. Preis im Informal-Turnier der Mag. Sakkvilag 1926.

6

7

5

3

4

2

1

8

7

6

5

4

3

2

d e

Weiß.

L h

a b

a b

Schwarz, d e f e h

Weih zieht und seht in zwei Zügen matt.

Weiß: 8 Steine. Ka7; Td4, g8; Lai; Sf5, h6 Bd5, e2.

Schwarz: 10 Steine. Kf6; Dgl; Th2; Lg3, hl; Sfl, g2; Bf4, t7, h4.

Rachstehend die beiden ersten Partien aus dem WeltmeisterschaftLwettkampf Aljechin gegen Do- goljubow zu Wiesbaden.

Partie Nr. 158.

Angenommenes Damengambit.

Weiß: Aljechin.

Schwarz: Dogoljubow.

1. d2-d4, d7-d5. 2 c2-c4, c7-c6. 3. Sgl - f3, Sg8-f6. 4. Sbl -c3, d5xc4. 5. a2-a4, e7-e6. 6. e2-e4, Lf8- b4. 7. c4-e5, Sf6-d5. 8. Lcl-d2, Lb4xc3. 9. b2xc3, b7-b5. 10. Sf3-g5!, f7 -. 11 e5xf6, Sd5X16. 12. Lfl-e2, a7-a6. 13. Le2- f3, h7-h6? 14. Lf3-h5+, Sf6xh5. 15 Ddlxh5+, Ke8-d7. 16. Sg5-f7, Dd8-e8. 17. Dh5- g6, Th8- g8. 18. Ld2 f4, Lc8-b7. 19 Lf4-g3, Kd7-e7. 20. Lg3-d6 + , Ke7-d7. 21. 0-0,c6-c5. 22. d4x c5 Lb7-d5 23. a4>4bj, a6xb5. 24. TalxaS. Ld5X a8. 25 Tfl - al, Lb8-c6. 26. Sf7-e5 4-! auf gegeben,

Partie Nr. 159

Damenindische Verteidigung.

Weiß: Dogoljubow.

Schwarz: Aljechin.

1. d2-d4, SgS-16. 2. c2-c4, e7-e6. 3. Sbl c3. Lfd-b4. 4. Ddl -b3, c7-5. 5. d4Xc5, Sb8 - c6. 6. Sgl -13, Lb4xc5. 7. Lei -g5, h7-116. 8. Lg5x 16, Dd8xl6. 9. e2e3, b7-bb 10. Lfl -e2, Lc8- b7. 11. Sc3-e4, Df6-e7. 12.0-0.0-0. 13. Tal- dl, Tf8-d8. 14. a2-a3, Ta8Tc3. 15. Db3-c2, d7 d5 16. c4xd5, e6xd5. 17. Se4xc5, b6xc5. 18. Tfl-el,d5-d4. 19. Le2-d3, d4xe3. 20. IelX e3, De7-16 21. Tdl-el, Sc6-d4. 22. Sf3xd4, c5xdL 23. Te3-e2, g7-g6 24. Dc2-d2, Lb7- a6. 25 Ld3xa'>, Df6>a6. 26. Dd2xh6, d4-d3. 27. Te2-d2, Td8-e8 28. Tel-dl,Tc8-c2. 29 h2- h3, Dab-16. 30. Kgl -hl, Tc2xb2. 31. f2-f3, Tb2xd2. 32. Dh6xd2, Df6-dL 33. Dd2-b4, Dd4-12. 34. Khl h2, Te8-e2. 35. Db4-b8+, KgS-h7. 36 Db8-g3, D12-d4. 37. Dg3-g4, Dd4-e3. 38. Dg4-g3, d3-d2. 39. f3-f4, De3- e4. 40. 14-15, Kg7-h6 41. f5Xg6, t7xg6. 42. h3- h4, De4-d5. 43. Dg3-g4, Dd5-e5+- 44. Dg4- g3, De5-d5. 45. Dg3-g4, Te2-e4. 46. Dg4- g5+, Dd5xg5. 47. h4xg5 + . Kh6xg5. 48. TdIX d2, Te4-a4. 49. Td2-d3, Kg5-f4. 50. Kh2-h3, g6g5. 51. Td3b3 Remis.

Die Rheinmeisterschaftskämpfe im Tchach.

Multhaup, Essen, Rheinmeister!

Die diesjährigen Kämpfe waren die spannend­sten, die je ausgetragen wurden. Dis zur letzten Runde, ja, bis zur letzten Partie, war die Reihenfolge der ersten sechs Spieler zweifelhaft. Langwierige Hängepartien, an denen hauptsäch­lich Weihgerber (Saargebiet) und Breuer, Köln, beteiligt waren, zogen die Entscheidung lange hinaus. Das Resultat ist, daß drei Teilnehmer, Multhaup, Essen, Hussong, Karlsruhe, und Wal­ter, Koblenz, mit je 5'/2 Punkten aus acht Par­tien die ersten drei Plätze belegten. Da von einem Stichkampf aus Zeitmangel abgesehen wer­den muhte, wurde die obige Reihenfolge nach dem System Sonneborn-Berger festgelegt und Multhaup als Rheinmeister anerkannt. Er hat auch insofern diesen Vorzug verdient, als er der einzige Spieler ist, der keine Partie ver­loren hat und auch in keiner überspielt worden ist. Auch Walter, der nur eine verlor, hat sehr gut gespielt und seinen Erfolg voll verdient. Daß er trotzdem nur an dritter Stelle rangiert, ist wieder sein persönliches Pech. Dah Hussong diesmal einen so erfreulichen Stand erfochten hat, ist dem jungen, sympathischen Süddeutschen wohl zu gönnen. Engels verlor seine letzte Partie gegen Walter, wie er die erste gegen Hussong verloren hat. Er ist der einzige, der überhaupt keine Remise zu verzeichnen hat. Wenn er noch etwas mehr Ruhe und sachliche Reife sich an­eignet, wird er in jedem Meisterturnier eine gute Rolle spielen. So blieb er, der in Duisburg sich die Anwartschaft auf die deutsche Meisterschaft erkämpft hat, diesmal mit 5 Punkten nur Vierter. Als letzter Preisträger ist mit 4Vs. Punkten Heider, Köln, hervorgegangen, der leider zwei Partien durch fehlerhafte Behandlung der Er­öffnung verlor. Hat er diese überstanden, ist er für die Stärksten ein gefährlicher Gegner. Weihgerber hat immer mit Zeitnot zu kämpfen, da er auf die Eröffnung und die ersten Phasen des Mittelspiels zu viel Zeit verwendet. Dazu kam diesmal, dah er tote Remisstellungen hart­näckig weiterspielte und so zum Teil über die fest­gesetzte Zeit hinausspielen muhte, sich und seinen Gegnern zur Qual. Er kommt, ebenso wie Breuer, Köln, mit 3V2 Punkten hinter den Preisträgern. Breuer, der 'diesmal zum erstenmal mitspielte, hat sich als ernst zu nehmender Kämpe gezeigt. Auch Kaltheuner, Köln, der anfangs gar nicht vorankam, zeigte sich schließlich in besserer Form und hat mit 2l/2 Punkten einen Achtungserfolg errungen. Rur Hillesheim, Kreuznach, dem es an ernster Hebung völlig mangelt, hat versagt und nur V2 Punkt erzielt. Es fehlte die Zähig- feit. Doch spielt er bedeutend besser, als sein Stand angibt.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom Redaktionstisch, kindliches Spiel.

In einer Berliner Zeitung wird folgend.S erzählt:

Marianne und Eva, unsere hoffnungsool.^-n Backfische, haben folgendes hübsche Gesell,chas.S- spiel erfunden. Sie gingen ans Telephon und ließen sich auf gut Glück eine beliebige Rum..;.r geben. Es meldete sich eine verschlafene Männe.- stimme:Wer dort?" -Hier das Ami. Wollen Sie so freundlich sein, einmal Ihre Telephonschnur auszumessen " Wie bitte? -3a, verzeihen Sie die Störung, aber wir müssen zu amtlichen Zwecken unbedingt die Länge Ihrer Telephonschnur feststellen." Wütendes Gebrummel am anderen Ende. Man hört Schubladen aufreihen, unterdrücktes Fluchen, kurz, angestrengtes Aroeiten. Endlich:Fräulein? Also die Schnur mißt genau ein Meter zwölf.. Worauf dasFräulein vom Amt" mitfüh­lend:Gott, haben Sie aber 'ne lange Leitung!"

übernahm Landwirtschaftsassessor Dr. Böcher den Vorsitz, Schriftführer wurde Landwirt,chasts- assessor Dr. Ott, Rechner Kaufmann Christoph Schweihguth, als Beisitzer wurden die Herren Georg Allmending er, Heinrich Schmidt 111. und Frau Robert Witwe be­stimmt. Dr. Böcher entwickelte dann die Auf­gaben eines derartigen Vereins, die unter an­derem bestehen in Schädlingsbekämpfung, Sor­tenauswahl, Obstbaumpflege, Obstverwertung, Veranstaltung von Obstausstellungen, Blumen- Wettbewerben u. a. Geplant ist für die nächste Zeit für die Obstbaumpflege der einheitliche Bezug und das Anlegen von Leimringen, sowie das Auspuhen und Bespritzen der Bäume, ferner soll demnächst ein Vortrag eines Fachmannes über diese Fragen stattfinden.

s. Hungen, 26. Sept. Dieser Tage wurde das Obst an der Provinzialstraße Hungen- Inheiden-UtpheBerstadt versteigert. Die Beteiligung war sehr rege, auch Händler sah man unter den Steigerern. Die Preise waren angemessen, teilweise sogar in Anbetracht der guten Ernte als hoch zu bezeichnen. Bäume mit gutem Behang, aber klein gebliebenen Früchten, die sich nur als Kelterobst eignen, tarnen auf

2 bis 5 Mk. je nach Größe. Für Tafelorten wur­den bei schwachem Behang 5 bis 8 und 10 Mk. für den Baum geboten. Vollhängende Baume kamen auf durchschnittlich 15 bis 20 Mk-, wo­bei besonders Goldparmänen und Baumanns Reinette begehrt waren, weniger die Harberts Reinette wegen ihrer geringen Haltbarkeit. Der Zentner Tafelävfel dürfte sich am Baum auf durchschnittlich 4 bis 7 Mk. stellen. Da die Pro-

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eshalb

beste Kernseife nt die Wäsche

Je Waschmittel en jedoch wesentlich

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Gchweiuemaekl Montag, 30. September, Austrieb 8-9 Uhr

Ovftausftetlnng (Obstmarkt) mit Prämiierung im Rathaus

Sonntag, den 29. September (Eröffnung 14 Uhr vormittags) und Montag, den 30. September

Günstige ^aufgelegenhett füv Vvlvate und HSndlevr Stadtverwaltung Ltch