Ausgabe 
27.9.1929
 
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vinzialobstversteigerungen alljährlich das Signal auch für die übrigen Versteigerungen geben, wäre zu wünschen, daß sie auf einen späteren Zeit- punlt im Interesse der Verbraucher verschoben würden.

U Rodheim bei Hungen, 26. Sept. Dieser Tage wurde in hiesiger Gemeinde die zweite diesjährige Ob st Versteigerung abge­halten. Während bei der ersten Versteigerung vor etwa 14 Togen in der Hauptsache Zwetschen zum Verkauf kamen, die zu geringen Preisen abgingen, wurden diesmal nur Aepfel ausgebo­ten. Dei lehr starkem Dersteigerungsbesuch von hier und den Rachbarorten wurden trotz der außerordentlich großen Obstmenge mittlere bis hohe Preise erzielt. Sehr begehrt warenSchöner von Doskoop".Goldreinette von Dlenheim" und Goldparmäne", deren Preise zwischen 6 bis 13 Mark je Zentner ab Baum schwankten. Andere Tafeläpfel wurden mit 3 bis 8 Mark der Zentner und Wirtschastsobst. von dem besonders der Rote Trierische Wcinapfel" zu Kelterzwecken Kausliebhaber fand, mit 2 bis 5 Mk. verkauft. Einzelne sehr gut behangene Bäume kamen auf über 30 Mark: 15 bis 20 Mark Erlös für den Baum war keine Seltenheit. Die gesamte Der- steigerungseinnahme der Gemeinde betrug etwa 800 Mark.

s. Aus dem H o r l o f f t a l, 26. Sept. Die Kartoffelernte ist in vollem Gange und dürfte rasch beendet sein, da sich in diesem Iahre auf allen Böden die Kartosfelschleudermaschinen verwenden lassen. Sie finden deshalb in ver­schiedenen Systemen, immer mehr Eingang, da die Arbeitskräfte. die gerade im Herbst so sehr benötigt werden, immer rarer und teurer wer­den. Der Ausfall der Ernte ist recht verschieden. Die höchsten Erträge bringen in diesem Jahre Accker in der Horlosfniederung. die in normalen Jahren für den Kartoffelbau zu feucht find. Auf solchen werden 100 bis 120 Zentner je Rormalmorgen geerntet. In trockeneren Lagen dagegen ist ein Ausfall von 30 bis 40 Prozent festzustellen. Sehr zögernd setzt der Verkauf und damit die Preisbildung ein. Man spricht von 2,80 bis 3 Mark je nach Sorte.

Kreis Büdingen.

I! Büdingen , 25. Sept. Der Gemeinde- rat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Erbauung einer Umgehungs- st r ah e bzw. Beteiligung am Dau eines An­schlußgleises Bahnhof Büdingen nach demWalddistrikt Ochsengemäul. In dieser Angelegenheit ssnd am 22. August auf dem Rathaus zu Büdingen eine Besprechung über die vom Gemeinderat zwecks Entlastung der Hammerstrahe, Obergasse (BüdingenRin­derbügen) gewünschte Amgehungstrahe statt, o** die sich später eine Geländebesichtigung anschloh. An der Besprechung nahmen außer der Pro­vinzialdirektion und dem Provinzialausschuß noch

Kreisdirektor Dr. Gähner und Bürgermeister H i l d n e r teil. Der Gemeinderat nahm die von Oberbaurat C e l l a r i u s aufgenommcne Rieder­schrift über die vorerwähnten Verhandlungen zur Kenntnis. Hiernach ist die nach dem Beschluß des Gemeinderats vom 22. Ianuar 1929 vor­gesehene Umgehungsstraße, soweit durch sie das Weichbild der Stadt vollständig umgan­gen werden soll, aus technischen und finanziellen Gründen nicht ausführbar. An der Aus­führung eines zweiten Projekts, das eine Ein­mündung in das östliche Ende der Mühltorstrahe vorsieht, hat der Gemeinderat aus den vom Provinzialausschuh und dem Bürgermeister dar­gelegten Gründen kein Interesse. Der Gemeinde­rat begrüßt jedoch das bei de i Verhandlun­gen ausgedrückte Entgegenkommen des Provin­zialausschusses in bezug auf die Finanzie­rung des Bahnanschlußaleises zu den Basaltwerken im Seemental und ersucht sowohl die Staatsregierung, als auch die Verwaltung der Provinz Oberhessen, sich entweder durch nam­hafte Zuschüsse an den Kosten des Bahnbaues zu beteiligen, oder aber für einen gewissen Teil­betrag Zins- und Abtragungsgarantie zu über­nehmen. Festgestcllt wurde, daß die Ausführung des Anschlußgleises aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, wenn nicht seitens der an der Entlastung der Straßen interessierten Körper­schaften und Verwaltungen Zuschüsse bzw. Ga­rantien in gewissem Ausmaße übernommen wer­den. Vorsorglich beschloß aber der Gemeinderat, die Provinzialverwaltung ,;u ersuchen, die Mög­lichkeit der Anlage einer Umgehungsstraße auch weiterhin zu prüfen, und zwar im Hinblick dar­auf, daß trotz der Ausführung des Bahnbaues die Rotwendigkeit der Anlage dieser Straße in Erscheinung treten könnte. Die Schaffung des Projekts müßte mit Rücksicht auf das im vorge­schrittenen Stadium befindliche Feldbereinigungs­verfahren unverzüglich erfolgen, damit das Ge­lände rechtzeitig ausgeschteden werden kann.

Ridda, 26. Sept. Am vergangnen Sonn­tag hielt die hiesige Schühengesellschaft ihr diesjähriges Herb st schießen ab, das auch mit einem Kleinkaliberpreisschiehen verbunden war. Der Besuch war sehr gut, namentlich auch von auswärtigen Schützen. Die Preise bestanden nicht nur in wertvollen Kunstgegenständen, son­dern auch zum Teil in barem Gelde. Während des gemeinsamen Mittagessens im Stammlokal hielt der Vorsitzende des Vereins, Steinbruch- besiher Ricke! (Ober-WidderSheim), eine An­sprache, worin er auf den Zweck und Wert der Schühenvereine hinwies. Im Vereinslokal fand abends die Preisverkündigung statt. Dei Groh- kaliber, Standmeister 175 Meter, erhielten 1. Preis Struck (Ridda); 2. Rickel (Ober Widdersheim): 3. Gondner (Gießen). Auf Meisterscheibe 175 Meter (Auflage) 1. Preis Rickel (Ober-Widdersheim); 2. Pfeiffer (Ridda): 3. Daer (Ridda). Desgleichen Tabelle:

1. Preis Struck (Ridda): 2. Spamer (Ridda); 3. R. Weil (Gießen). Glücksscheibe 100 Meter (Auflage) 1. Preis Pfeiffer (Ridda): 2. Me- thing (Gießen); 3. Rickel (Ober-Widders­heim). Festscheibe 100 Meter (Auflage) 1. Preis Stahlhofen (Ridda); 2. Rickel (Ober-Wid- dersheim): 3. Struck (Ridda). Dei Kleinkaliber 50 Meter (Auflage) 1. Fritz Geiger (Ridda): 2. A. Schuster (Ridda); 3. Frau Rickel (Ober- Widdersheim).

Preußen.

Kreis Wetzlar.

O H o ch e l h e i m, 26. Sept. Das elektrische O r^t s n e h der hiesigen Gemeinde befindet sich in einem Zustande, welcher eine Desserung drin­gend erforderlich macht. Es sind nicht nur die Querschnitte für die immer stärker werdende De- lastung zu schwach, sondern es muh auch der Pflege des Rehes größere Beachtung geschenkt werden. Der Gemeinderat hat daher beschlossen, das Ortsnetz einer gründlichen Reparatur unter­ziehen zu lassen. Die Ausführung der Arbeit wurde der Firma Groh & C o. in Leun über­tragen.

Vezi.ksschöffengericht Gießen.

Giehen, 25. September.

Zwei Kaufleute aus Londorf waren wegen be­trügerischen Bankrotts angeklagt. Sie sollten, um ihre Gläubiger zu benachteiligen, erdichtete For­derungen geltend gemacht haben. Dies konnte ihnen nach dem Gutachten eines Sachverständigen nicht nachgewiesen werden. Dagegen hatten sie ihre Handelsbücher nicht so gef.hrt, daß diese zur Zeit der Konkurseröffnung einen Lieberblick über die Vermögenslage gewährten. Wegen e i n- fachen Bankrotts wurde der Aeltere zu einer Geldstrafe von 10 0 Mark, der Jün­gere zu einer solchen von 50 Mark verurteilt.

Ein wegen Betrugs und anderer Straftaten vierzehnmal vorbestrafter Arbeiter von Gießen hatte sich wegen Betrugs in vierzehn Fällen zu verantworten. Don ihm konnte man nicht wie von den meisten Betrügern sagen, daß er nach einem einförmigen, sich immer wiederholenden Schema handle: seine Phantasie war recht mannigfaltig. Er lieh sich Geld, manchmal beträchtliche Beträge bis zu 65 Mk., angeblich um die Vollstreckung einer Eventualstrafe zu verhindern, oder zur Auszahlung von Tagegeldern, zur Teilnahme an einer Sitzung, oder zur Regelung der Wartegeld­angelegenheit eines früheren Eisenbahnbeamten, für den er angeblich bei der Reichsbahndirektion in Frankfurt tätig war, oder er überredete einen Landwirt, ein Rentenversorgungsverfahren wegen seines gefallenen Sohnes einzuleiten, das er gegen Reisevorschuß betreiben wolle, usw. Alles von

vornherein in der Absicht, seine Vertragspartner zu prellen. Einen Teil der Fälle gab er zu, im übrigen wurde er durch die Zeugenaussagen über­führt. Die Strafe lautete auf ein Iahr drei Monate Gefängnis. Wildernd wurde eine gewisse, allerdings nicht unverschuldete Rotlage erücksichtigt. Von der Anklage des Diebstahls er sollte aus einer Büsettkasse 3 Mk. gestohlen haben wurde er aus Mangel an Dcweisen freigesprochen.

Berliner Börse.

Derlin, 27. Sept. (WTB. Funkspruch.) Im heu­tigen Frühverkehr verhielt sich die Spekulation bei weiter sehr ruhigem Geschäft abwartend. Trotzdem ist die Situation heute gereinigter, so daß die Grund- ftimmung nicht unfreundlich zu sein scheint. Kurse werden noch nicht genannt, doch ist zu berücksichtigen, daß die Reports per Ultimo Oktober in den heutiaen Notierungen zukn Ausdruck kommen müssen. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,86, London gegen Mailand 92,70, London gegen Spanien 32,79. London gegen Kabel 4,8535, London gegen Berlin 20,3625, Kabel gegen Berlin 4,19555.

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