Ausgabe 
27.8.1929
 
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denzen geltend machen. Loucheur habe von Anbeginn an B r i a n d empfohlen, die Verhandlun­gen als guter Europäer zu fuhren und den Ruin zu verhindern, der dem Zusammenbruch des Poungplanes und den Sturz Strefemanns im Gefolge haben würde. Die im Haag anwesenden Beamten des Quai d'Orsay und wahrscheinlich die Mehrheit der Finanzsachverständigen seien jedoch der Ansicht, daß man sich den schlimmsten Unge- leoenheiten aussetze, wenn man denErpressun­gen" des englischen Schatzkanzlers nachgäbe. Wie Pertinax meldet, vertritt innerhalb der französischen Delegation eine starke Gruppe die Auffassung, daß die gesamten Verhandlungen am besten bis zu einem günstigeren Zeitpunkt aufge­schoben werden würden. Loucheur teile diese Ansicht jedoch nicht und rate Briand, Geduld zu zeigen und wieder nach einem K o ni p r o m i s s e zu suchen. Bisher sei Briand in jedem Falle dem Rat Loucheurs gefolgt.

Das Sachlieserungsabkommen.

Erfolge Englands.

Berlin, 27. Aug. (Priv.-Tel.) Runmehr ist als erstes positives Resultat der Haager Kon­ferenz ein Sachlieferrungsabkommen zustande ge­bracht, das allerdings nach der Ansicht der deut­schen Wirtschaftskreise eine nicht unerhebliche Belastung sowohl des deutschen Kohlenberg­baus als auch der übrigen Industrie darstellt. Ohne Frage handelt es sich hierbei um einen glatten Sieg der englischen hegemomstischen Wirt- schastsbestrebungen. Die getroffene Regelung der Frage des Reexports, wo alle englischen Wünsche erfüllt worden sind, indem Frankreich und England auf die ihnen nach dem Repara­tionsplan zustehenden Rechte eines Reexportes der im Falle eines deutschen Moratoriums erhöh­ten Sachlieferungen der deutschen Wirtschaft verzichtet haben, ist an und für sich auch von seilen Deutschlands gutgeheihen, bedeutete doch dieser Reexport auf jeden Fall eine für den deutschen Markt belastende Konkurrenz.

Bekanntlich dürfen doch die Gläubigerstaaten, sollte Deutschland bei einem Moratorium zu einer Steigerung seines Volumens der Sachlieserungen schreiten müssen, die umfangreicher gelieferten deut­schen' Kohlen, das Eisen und auch andere Jndustrie- waren weiter veräußern, um daraus Kapital zu schlagen, so daß die fremden Regierungen aus diese Weise gleichsam zum Makler des deut­schen Marktes werden müßten. Dieses wird also in Zukunft nicht mehr möglich sein können. Da­gegen ist die Neuregelung der Frage der Steige­rung des Volumens der Sachlieferun­gen während eines deutschen Moratoriums deut­scherseits schon bedeutend kritischer anzusehen.

Das neue Sachlieferungsabkommen steht vor, daß bei der internationalen Clearing-Bank e i n besonderer Ausschuß gebildet werden soll, in dem England sehr stark vertreten sein totll, uni> der von Fall zu Fall über die Höchst­grenze der deutschen Sachlieferun­genzuentscheiden hat. Danach ist es selbst­verständlich England immer möglich, die ihm un­angenehme deutsche Konkurrenz, und darauf kommt es doch der englischen Wirtschaft immer ay, vom internationalen Markte fernzuhal - t e n. Dieses deutsche Entgegenkommen muh des­halb auf englischer Seite in anderen Fragen Kompensati onen erhalten, und man darf nun erwarten, daß die englische Delegation alle Anstrengungen macht, um auch Hendersons An­kündigungen, die doch einen Druck auf Frankreich ausüben sollen, in vollem Umfange durchzu­sehen.

DerGenserWnderheilelikongreß

(Senf, 26. Aug. (WB.) Unter Teilnahme sech­zig parlamentarischer Vertreter von dreißig Min­derheitengruppen aus vierzehn verschiedenen Staaten ist der 5. Europäische Rationalitäten- Kongreß zusammengetreten. Im Kongreß sind die Interessen von 35 bis 40 Millionen Minder­heitsangehörigen aus fast allen Teilen Europas organisiert. Deutsche Minderheitsgrup­pen sind vertreten aus der Tschechoslowakei. Italien, Estland, Lettland, Rumänien, Iugosla- toien, Polen und Ungarn. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung betrifft den Völkerbund in seinen Beziehungen zu den Minderheiten, dessen Beratung eine kritische Würdigung der Ergebnisse der internationalen Minderheiten­debatte und der Madrider Beschlüsse bringen * wird. Der Präsident des geschäftsführenden Aus­schusses, Dr. Wilf an (Triest), ehemaliger slo­wenischer Abgeordneter im italienischen Parla­ment. Er bedauerte zunächst, daß auch dieses Mal wieder Minderheitengruppen in Deutschland sich auf dem Kongreß nicht vertreten lassen und begrüßte sodann vor allem die neue preu­ßische Schul Verordnung für die preußi­schen Minderheiten als wichtigen Fortschritt auf dem Gebiet der kulturellen Interessen einer Min­derheitengruppe, dessen Bedeutung besonders hoch einzuschähen sei, da dieser Fortschritt durch einen Staat verwirklicht wurde, der Minderheiten­verträgen nicht unterworfen ist. Wilfan ver­langte, daß der Völkerbund das Minderheiten­problem in seiner Gesamtheit anfasse, und zwar im Sinne einet Generalisierung des Minder­heitenschutzes. Die Unabhängigkeit der Staaten werde durch diese Lösung keineswegs herabgesetzt, durch die sich alle Staaten in gleicher We i s e der internationalen Rechtsordnung unter­stellen würden. Das Mitglied des englischen Hinterhauses, L 1 ew e 11 - Ivhns, schilderte die mustergültige und höchst tolerante Art, mit der in Wales die walisische Sprache in Schule, Kirche und vor Gericht in vollkommener Frei­heit und Gleichberechtigung mit der englischen angewandt werde.

Lieber drei Viertel Millionen Reichs nnd Gtaaisbediensteter.

Berlin, 27. Aug. (Priv.-Tel.) Den Blättern zu­folge werden nunmehr die Ergebnisse der Finanz- statistik über den Personal st and der öffentlichen Verwaltung im Deutschen Reich veröffentlicht. Insgesamt waren am 31. März 1927 beim Reich 121 509, bei den Ländern 367117, bei den Hansestädten 40 887 Beamte, Beamtenanwärter und Angestellte tätig. Dazu kamen noch insgesamt 114105 Militärpersonen unö 101919 Arbeiter für dauernde Verwal­tungszwecke. Rach dieser Zusammenstellung sind also insgesamt im Reich und bei den Ländern 753 537 Personen tätig. Die Zahl wird sich noch sehr erheblich vergrößern, wenn dazu die Beamten, Angestellten und Arbeiter der Reichspost, der Reichsbahn und der Gemeinden gerechnet werden.

aus

Aus aller Welt, verunglückte Hochtouristen.

Eine deutsche Familie namens Schlieper Barmen, die zur Kur in Silvaplana weilt, wurde am Sonntag beim Abstieg von einer Hoch­gebirgstour von einem Steinschlag über­rascht, wobei Frau Schlieper und eine ihrer beiden Töchter getroffen wurden. Die zweite Toch­ter, der Sohn und der Führer blieben unverletzt. Frau Schlieper war sofort tot. Die verunglückte Tochter, die keine lebensgefährlichen Verletzungen davongetragen hat, wurde nach dem Krankenhaus

Oie Weltflugetappe Los Angeles

Graf Zeppelins" Aufenthalt in Kalifornien. Start nach Lakehurst.

Los Angeles, 26.Aug. (WTB.) wie schon in einem Teil der gestrigen Auflage gemeldet, ist das LuftschiffGraf Zeppelin" gegen Morgen, nachdem es Los Angeles überflogen hatte, und weiter nach Süden Kurs genommen hatte, wieder nach Los Angeles zurückgekehrt, wo es um 5.15 Ahr pazifischer Zeit (14.15 Ähr MEZ.) landete. Einer Wetterwolke gleich näherte sich derGraf Zeppelin" kur; vor 5 Ahr im Licht der ersten Sonnenstrah- len von Norden her dem Flugplatz und steuerte, immer tiefergehend, dem Ankermast zu. Am 5.05 Uhr wurde das Geräusch der Motoren schwächer, offenbar weil einige Motoren abgestellt worden waren. Das Luftschiff senkte sich langsam der Erde zu. und um 5.15 Uhr wurde das erste halte- t a u von der vodenmannschafl ersaßt. Damit hatte also derGras Zeppelin" den Kontakt mit der amerikanischen Erde hergestellt. Der Bug des Kie- senschisfs wurde sodann langsam dem Anker­mast ; u g e s ü h r t. Der erste versuch, das Schiff am Mast festzumachen, mißlang. Es wurde noch­mal zurückgenommen und dann wieder langsam vorwärtsgezogen. Um 5.40 Uhr hatte derGraf Zeppelin" am Landungsmast festgemacht. Wenige Minuten später verliehen Lady hay und Sir Hu­bert Witkins als erste Passagiere die Gondel. Lady hay rief den Umstehenden zu:Ich freue mich wieder in Amerika zu sein."

Die Begeisterung des Publikums, das zum großen Teil die ganze Nacht hindurch auf dem Flugplatz ausgeharrt halte, kannte keine Gren­zen. Schon vor der Landung hatte sich ein Zug gebildet, der unter vorantritk einer Mu­sikkapelle um den Flugplatz herumparadierte. Der Gouverneur von Kalifornien, der Bür­ger mein er von Los Angeles und zahlreiche Vertreter der Behörden und Körperschaften hatten vor dem Verwaltungsgebäude des Flugplatzes, wo die offizielle Begrüßung stattfinden soll, Aufstellung genommen. Hunderte von Pressephotographen und Kameraleute versuchten die Absperrungslinien zu durchbrechen, wurden jedoch von der glänzend diszi­plinierten Staalsmiliz, die einen Kordon um den eigentlichen Landungsplatz bildete, zurückgehalten. Zahlreiche buntgeschmückte Autos wa­ren bereitgestellt, um die Passagiere und die Führer des Luflschisfes nach der Empfangshalle zu brin­gen. Im weiten Umkreis und in respektvollem Ab­stand von dem Luftschiff wimmelte eine un­übersehbare Menge, die immer wieder spontan in begeisterte Rufe ausbrach. Während des Landungsmanövers umkreisten 6 Marineflugzeuge das Landungsseld. Ein kleines Luftschiff vom söge- nannten Blimp-Typ schwebte einige Augenblicke lang gerade über dem Zeppelin und bildete einen merkwürdigen Kontrast zu dem riesenhaften Welt- umsegler. Inzwischen war die Sonne über die Berge aufgestiegen und überstrahlte das unver­gleichliche und unvergeßliche Bild.

Die Fahrtdauer des Luftschiffes von K a f u tn t - gauca nach Los Angeles betrug 78 Stun­den 5 8 Minuten. Die bisher von Lakehurst aus zurückgelegte Strecke des Weltfluges wird auf 16 880 Meilen berechnet, die in einer Flugzeit von 233 Stunden und 35 Minuten bewältigt wurde.

Eindrücke der Passagiere.

Commander Rosendahl lobt die glänzende Navigationsleistung.

Los Angeles, 26. Aug. (Afsociaked Preß.) Dr. Eckener, der, wie jetzt bekannt wird, wäh­rend der Fahrt über den Sttllen Ozean zwei Tage lang ernstlich krank war, wurde nach der Landung des Luftschiffes in einem Auto­mobil nach einem Hotel im Innern der Stadt gebracht. Es war ursprünglich geplant, eine Erklärung von seiten der Führung desGraf Zeppelin" über den D e r l a u f der Fahrt auszu­geben, aber die schriftliche Erklärung, die Dr. Eckener gestern abend vorbereitet hatte, ging verloren. Der Wind riß sie ihm aus der Hand, als er sich aus einem Fenster der Führer­gondel hinauslehnte. Personen, die mit Dr. Ecke­ner gesprochen haben, sagten, daß er sich sehr be­geistert über den Erfolg der Fahrt ausgesprochen und der Tieberzeugung Ausdruck verliehen habe, daß der Beweis der Möglichkeit von Verwendung von Luftschiffen im Transatlantikdienst nunmehr erbracht fei.

Der Polarflieger Herbert Wilkins erklärte Pressevertretern:Es war eine angenehme und sorgenfreie Fahrt, die mitzumachen ein Vergnügen war."

Ehe jedoch ein regelmäßiger verkehr mit Luft­schiffen erfolgreich durchgeführt werden kann, brauchen wir eine bessere und weitgehendere Zusammenarbeit der Wetterbureaus und Me­teorologen. vor allem müssen dem Luftschiff Wetterberichte aus viel mehr Gebieten zur Ver­fügung stehen.

Ich beglückwünsche Dr. Eckener zu dem Erfolg des Fluges. Wir sahen zahlreiche interessante Gegenden der Erde unter einem ungewöhnlichen und neuen Gesichtswinkel. Die nicht anbau­fähigen Steppen Sibiriens, die regendurchweich­ten Wälder des Orients, die Wolkenbänke des Stillen Ozeans zählen zu den interessantesten Erscheinungen, die ich je sah."

Lady Drummond-Hahe erklärte, die Fahrt sei interessant aber nicht so aufregend gewesen, wie der Rekordflug ReuyorkFried­richshafen. Die bemerkenswertesten Erlebnisse für die Passagiere seien die Schauspiele gewesen, die sich boten, als das Luftschiff gestern abend b e i farbenprächtigem Sonnenunter gang San Franzisko überflog und als es heute morgen bei herrlichem, klarem Sonnenauf­gang Los Angeles erreichte.

Commander Rosendahl meinte:Es tocfr der schönste Flug, den ich je mitgemacht habe, und ich genoß jeden Augenblick.

wir nutzten jeden Rückenwind aus, der sich irgendwie finden ließ, und dies ist der Grund, weshalb der Kurs mehrfach geändert wurde. Die geschickte Ausnutzung der Winde und die bemerkenswerte Geschwindigkeit desGraf Zep­pelin" machten den Flug zu einem jo ungewöhn­lichen Erlebnis."

in Samaden gebracht.

Filmstargagen.

Auf Grund der Steuerveranlagung verdienten in Amerika innerhalb eines Jahres Harald Lloyd 8 400 000 Mark (2 Millionen Dollar), Mary Pick- f o r d, Gloria S w a n f o n und Norma Tal­ma d g e je 4 200 000 Mark, Buster Kea ton er­hält an Gage wöchentlich 8000, John Barry- more 10 000, Lilian Gish 7500, Adolphe Menjou 5000 Dollar durchschnittlich. Lon Chaney, Clare Bow, Collin More, Ruth Roland, Marion Davies und viele andere Filmdarsteller haben sich im Laufe ihrer Filmtätigkeit zu Millionären entwickelt. Fast fo steht es auch mit den deutschen Prominenten. Emil Jannings bekam für seine ersten Filme in Amerika schon 4 0 0 0 Dollar pro Woche, in Deutschland tausend Mark pro Tag. Der Regisseur Murnau erhielt für die Herstellung eines Filmes 40 000 Dollar und Ernst Lubitsch soll es

Der japanische Kapitän K u s a k a erklärte: Vertreter von vier Rationen verbrachten drei Tage auf dem Luftschiff, während derer sie sich w i e i m H i m m e l fühlten. Diese bemerkenswerte Leistung, die durch den deutschen Erfindergeist er­möglicht wurde, ändert die Weltkarte und macht Iapan zu einem wirklichen Rachbarn Amerikas. Der Flug desGras Zeppelin" wird dazu dienen, die Freundschaft und den guten Willen unter den Völkern zu fördern und eine neue Aera der Verständigung zwischen allen Rationen der Welt herbeizuführen, besonders zwischen Amerika, England, Deutschland und Iapan."

Ein Glückwunsch aus der Heimat.

Berlin, 26. Aug. (WTB.) Anläßlich der Landung des LuftschiffesGraf Zeppelin" in Los Angeles sandte Reichsverrehrsminister Dr. Stegerwald folgendes Telegramm an Dr. Eckener:Rach Tleberwindung der großen über Asien führenden ersten Teilstrecke haben Sie mit Ihrem Luftschiff nun auch als erstes Luft­ahrzeug den nördlichen Stillen Ozean in un­unterbrochener Fahrt überquert. Den weitaus chwierigften Teil der Weltrundfahrt haben Sie somit bezwungen. Zugleich im Ramen des Herrn Reichspräsidenten und der Reichsregierung spreche ich Kapitän und Besatzung die herzlichsten Glückwünsche zu dieser für unser ganzes Vaterland hoch bedeut- amen Fahrt aus. Die Heimat ist voller Zu­versicht auf die glückliche Beendigung Ihrer Fahrt und voller Stolz auf Sie und Ihr Werk."

pariser Stimmen zum Zeppelin-Klug.

Paris, 26. Aug. (WD.) Das Iournal des Debäts schreibt anläßlich der Ankunft desGraf Zeppelin" in Los Angeles: Stimmen wir ohne zu zögern in die begeisterten Rufe ein, die von allen Seiten denen entgegenschallen, die über die Luft triumphiert haben. Sie haben ihren Sieg verdient. Sie verdanken ihn ihrer langen Beharrlichkeit, ihren vielen Versuchen in Fried­richshafen und Staaken und auch den Opfern des Blutes und des Geldes. Von 96 während des Krieges in Dienst gestellten Luftschiffen sind 29 den atmosphärischen Bedingungen zum Opfer ge­fallen. Dr. Eckener und seine Begleiter können, wenn sie auch durch den Erfolg berauscht sind, nicht unterlassen, oft an diejenigen zu den­ken, die untergegangen sind, um das herrliche Ergebnis vorzubereiten, das heute erzielt wurde. Viele sind dabei unterge­gangen. Diesen Tapferen, den Gelehrten, die das nun zum Teil gelöste Problem studiert- haben, dem Grafen Zeppelin, dem Erfinder und Inspirator des Luftschiffes und endlich der Mann­schaft des 127. Zeppelin-Luftschiffes zollen wir Anerkennung, und dadurch ehren wir, ihre Feinde von gestern, nur uns selbst. Auch wir Franzosen haben wegen der­selben großen Sache viele Opfer zu beflogen. Wenn doch die edlen Menschenopfer, die beider­seits gebracht wurden, als Lösegeld des Fortschrittes in Zukunft nicht mehr dem Kriege, sondern dem Frieden dienen möchten.

Oer Siari nach Lakehurst.

Los Angeles, 27.Aug. (WTB. Funkspruch.) Graf Zeppelin" ist 12.14 Ahr nachts (9.14 Uhr MEZ.) nach Lakehurst gestartet. Die Flug- piahmannschaften schwenkten um 9.55 Uhr nachts das Heck des Zeppelins in westliche Richtung und trafen Vorbereitungen, um die Spitze des Luftschif­fes vom Ankermast zu lösen. Dr. Eckener und die 16 Passagiere trafen um 10.37 Uhr abends auf dem Flugfeld ein. Sie kamen direkt von einem ihnen zu Ehren gegebenen Empfangsbankett und wurden un­terwegs durch den riesigen Verkehr zwischen Stadt und Flugplatz aufgehalten. Die Passagiere begaben sich um 11.10 Uhr abends an Bord. Um 11.15 Uhr gab Dr. Eckener Befehl, Ballast abzuwerfen. Dann wurde die Spitze des Luftschiffes vom Ankermast gelöst und die Hallemannschaft be­wegte sich mit dem Luftschiff über das Flugfeld etwa eine halbe Stunde hin und her. Während die­ser Zeit wurde noch Post an Bord genom­men und die technischen Einrichtungen wurden einer letzten Prüfung unterzogen. Schließlich mach­ten die haltemannschaflen inmitten des Flugplatzes halt. Der Bug des Schiffes war nach Osten ge­richtet und der Befehl zum Loslassen der hallelaue erteilt. Auf den Landstraßen in der Umgebung des Flugfeldes drängten sich viele Kilometer weit die Autos derjenigen, die die Abfahrt hatten miterleben wollen.

schon auf hunderttausend Dollar für einen Film ge­bracht haben. Harry Liedtke wird bei uns in Deutschland mit 2000 Mark pro Tag bezahlt, Mady Christians mit 20 000 Mark für jeden Film, Ossi Oswalda mit 15 000 Mark und Asto Nielsen ver­langt sogar 40 000 Mark.

Einsturz eines Viadukts in Amerika.

Ein über die Gleise der Pennsylvania-Dahn führender Viadukt stürzte ein, als sich d r e i Automobile auf ihm befanden. Die Autos fielen auf den Bahndamm. Don den Insassen war einer sofort tot, während die übrigen mehr oder minder schwer verletzt wur­den. Ein größeres Unglück wurde dadurch ver­hindert, daß einer der Verletzten einem heran­nahenden Schnellzug entgegenlief und ihn durch das Schwenken einer roten Signalflagge rechtzeittg zum Halten brachte.

Zusammenstoß

zweier Flugzeuge in 1000 Meter höhe.

In der Nähe des Flughafens Cameri stießen zwei Flugzeuge in etwa 1000 Meter Höhe zusammen. Beide Apparate stürzten ab. Beide Piloten waren auf der Stelle tot.

Kinder auf den Schienen.

Auf der ostpreußischen Rebenbahnstrecke Krug­lankenTreuburg wurden zwei Kinder des QLx* beiters Drosowski aus Treuburg-Abbau, die sich anscheinend infolge mangelhafter De- aufsichtigung auf dem Bahnkörper aufhielten, vorn Zuge überfahren. Der eine Knabe von zwei Iahren wurde getötet, dem zweiten Knaben im Alter von dreieinhalb Iah­ren wurde die Hand abgefahren.

Blutige Schlägerei.

In dem oberpfälzischen Weiler Dornau kam es zwischen mehreren jungen Leuten, die überreich­lich dem Alkohol zugesprochen hatten, zu einer blutigen Schlägerei. Ein Sohn des Landwirtes Gaßner wurde getötet, der zweite Sohn so schwer verletzt, daß er im Sterben liegt. Zwei andere junge Leute, ebenfalls Landwirts­söhne, erlitten schwere, jedoch nicht lebensgefähr­liche Verletzungen. Der Täter, auch ein Land­wirtssohn, wurde verhaftet.

Zwei Frauen von einem Eber gelötet.

Bei einer Treibjagd in der Rähe des Gutes Ostrowice bei Stanislau durchbrach ein rie­siger Eber die Treiberkette, durchschwamm den Dnjestr und tötete zwei auf dem Felde arbeitende Frauen durch Stiche mit seinen Hauern. Die das Tier verfolgenden Iäger konn­ten es kurz darauf erlegen.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Der hohe Druck über Mitteleuropa wandert ost­wärts ab, so daß damit ein Drehen der Winde nach Südosten und Süden verbunden ist. Mit der Warm­luft setzt gleichzeitig ein Fallen des Luftdruckes ein, das die westliche Störung nach Deutschland an Aus­dehnung gewinnen lassen wird. Das heitere Wetter hält zunächst noch an, jedoch wird im Laufe des morgigen Tages bereits Bewölkung über unserem Bezirk aufkommen und später auch mit der Bildung von Gewitterstörungen und dem Auftreten von Nie- verschlügen zu rechnen sein. Die Temperaturen stei­gen zunächst weiter an.

Wettervoraussage für Mittwoch: Weitere Erwärmung, nach anfänglich heiterem Wetter später aufkommende Bewölkung, trocken.

Wettervoraussage für Donners­tag: Wolkiges Wetter mit Reigung zu Ge­witterstörungen und Riederschlägen, allmählich leichte Abkühlung.

Lufttemperaturen am 26. August: mittags 22,2 Grad Celsius, abends 15,1 Grad: am 27. August: morgens 11,5 Grad. Maximum 22,2 Grad, Mini- mum 8,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 26. August: abends 24,2 Grad: am ^7. August: morgens 16,2 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 11 Stunden.

Reisewetterdienst

der amtlichen Wetterdienststelle Gießen.

Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern kühle Rocht, meist heiter: heute morgen heiter, Südwind, 15 Grad. Berchtesgaden: Gestern kühle Rächt, meist heiter: heute morgen heiter, Ostwind, 13 Grad.

Baden (Baden-Baden): Gestern kühle Rächt, teils heiter, teils wolkig: heute morgen heiter, Ostwind, 15 Grad. Freiburg: Gestern der Iahreszeit angemessene Temperatur, meist heiter;, heute morgen heiter, Windstille, 16 Grad.

Rheingebiet (Köln): Gestern der Iahres­zeit angemessene Temperatur, meist heiter; heute morgen heiter, Südostwind, 16 Grad.

Küste (Westerland a. Sylt): Gestern warmer Tag, meist heiter: heute morgen heiter, Süd­ostwind, 15 Grad. (Borkum): Gestern warmer Tag, meist heiter; heute morgen heiter, Süd­wind, 14 Grad.

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