Der Beschluß der Generalsynode zur Konlordatsfrage.
gung eines Reichs an gshvritzk eiks- geseh es und auf Beseitigung der En- klaven. Die Entschließung auf Vorlegung eines Wohnheimstättengesetzes wird mit den Stimmen des Zentrums, der Demokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. Die sozialdemokratische Entschließung auf Weiterführung der Kinderspei- f un gen totri) gegen die Recht« angenommen.
Weiterberatung Donnerstag: Vorlage über den Wahlzwang, Modellen zur lex Brüning, zum Zucker- und Diersteuergeseh, Schluhabstimmun- oen zum Revublikschutzgesetz und zum Rentenstreit-Sperrgesetz.
Der deutsch-schwedische Handelsvertrag gekündigt. Zur Ermöglichung höherer Agrarzölle. Berlin, 26. Juni. (221.) Wie von zuständiger Stelle mitgeleilt wird, ist der deutsch-schwedische Handelsvertrag von der deutschen Regierung zum 15. Februar 1930 gekündigt worden, wie es in der deutschen Role, die der schwedischen Regierung ausgehändigl worden ist, heißt, erfolgte die Kündigung in Anbetracht der schweren Lage der deutschen La nd wirtschaft, nm gewisse höhere Zölle für gewisse landwirtschaftliche Erzeugnisse zu ermöglichen. Gleichzeitig wird in der Rote die BereifroiUigteit der deutschen Regierung mitgeteilt, sofortinneueverhandlungen zum Abschluß eines neuen Handelsvertrages einzu- freten. Da der Schwedische Reichstag im Januar 1930 wieder zusammentrete, wäre die Möglichkeit zur Ratifizierung eines in der Zwischenzeit abgeschlossenen Abkommens gegeben, ohne daß ein vertragsloser Instand etntrttf. Die deutsche Not ist, wie hinzugefugt werden muß, in überaus freundlicher Form gehalten und läßt klar erkennen, daß die deutsche Regierung alles zu tun bereit ist, um die deutsch-schwedischen Handelsbeziehungen auch in Zukunft so günstig wie möglich zu gestatten.
Vermahlungszwang für deutsches Getreide.
Beschlüsse des Handelspolitischen Reichs- tagsausschusscs.
Berlin, 26. Suli. (D.D.Z.) Der Handelspolitische Ausschuß trat heute erneut zu einer Sitzung zusammen. Ein Antrag der Regierungsparteien will jede deutsche Mühle verpflichten, vom 1. August 1929 bis 31. Suh 1930 mindestens 30 v. H., vom 1. August bis 30. Rovember 1929 mindestens 40 v. H- 3 n - landsweizen zu vermahlen. Für Mühlen, welche eine Leistungsfähigkeit von mehr als 20 000 Kilo Weizen innerhalb 24 Stunden aufweifen, kann der Reichsernährungsminister den Prozentsatz erhöhen. Abg. Dr. Schiele (Dm.) hielt diesen Antrag für unzulänglich Rur eine monopolistische Regelung biete die Gewähr für eine auskömmliche Preisgestaltung. Der Redner kündigte einen Antrag an. Danach soll die Reichsregierung mit Zustimmung des Reichs- rats und eines Reichstagsausschusses Maßnahmen treffen können, damit im Wirtschaftsjahr 1929/30 die Weizenpreise nicht um mehr als je 6 Prozent nach oben oder unten von einem Durchschnittspreis von 260 Mark je Tonne, die Roggenpreise nicht um mehr als je 6 v.H. nach oben oder unten von einem Durchschnittspreise von 230 Qltart je Tonne abweichen und damit ferner die Drotpreise nicht über den Durchschnitt der 12 Monate Suli 1928 bis Suni 1929 steigen.
Abg. Fehr (D.Bp.) führt aus, der Antrag lege offenbar einen Vermahlunaszwang allen Mühlen auf, der wohl den Zweck habe, zusätzlich die Kraft der Zölle zu verstärken, die die Einfuhr beschränken sollen. Shm scheine der neue deutschnationale Antrag wirkungsvoller zu sein.
Inzwischen geht noch ein deutschnationaler An-' trag zu dem Antrag der Regierungsparteien ein. Er verlangt, daß alle in Deutschland zum Verkauf gelangenden Getreideerzeugnisse einen Mindestgehalt an Material deutschen älrsprungs von 30 v. H. in der Zeit vom 1. Dezember 1929 bis 31. Suli 1930 und von 40 v. H. in der Zeit vom 1. August bis 30. Rovember 1929 haben müssen. Alle im deutschen Zollgebiet liegenden Mühlen, die ausländischen Weizen vermahlen, haben in den entsprechenden Zeiträumen entsprechende Anteile deutschen Weizens zu vermahlen.
Abg. Dr. Dessauer (Zentr.) erklärt, da; seine Partei den Antrag Schiele-Stubbendorf nicht annehmen könne.
Qlbg. Dr. Hermes (Zentr.) bemerkt, daß der Roggen von dem Vermahlungszwang nicht erreicht werd«. Aber die Situation sei so schwierig, daß neue Fragen nicht hineingebracht werden könnten. Dom Zentrum wurde eine Entschließung beantragt, die Mehrerträgnisse an Zöllen, die sich aus den Zwischenzöllen ergeben, zu Zwecken der Förderung von Bauvorhaben und der Gewährung von Mehrzuschüssen an Minderbemittelte und kinderreiche Familien zu verwenden.
Die deutschnationalev -Anträge werden ab ae- lehnt, desgleichen die Zentrumsentschließung. Angenommen wurde mit 15 gegen 11 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten ein Antrag, der die Aufhebung der autonomen Zwischenzölle für Getreide mit Ausnahme von Gerste bringt. Angenommen wurde ferner ein Gesetzentwurf, der der Reichsregierung die Ermächtigung gibt, eine Zusatzoereinbarung zu dem deutsch » französischen Handelsabkommen vom 17. August 1927 für die Dauer von sechs Monaten vorläufig in Kraft zu setzen.
Mit 17 Stimmen wurde Dann der eingangs mitgeteilte Antrag der Regierungsparteien angenommen. Die Sozialdemokraten haben gegen diesen Antrag gestimmt. Es handelt sich also nur um einen Antrag der Regierungsparteien mit Ausnahme der Sozialdemokraten.
Gegen die Anrechnung der Kriegsrenien auf Arbeitslosenunterstützung.
Berlin, 26.Suni. (WTB.) Der dem Reichsarbeitsministerium angegliederte Reichsaus- schuh der Kriegsbeschädigtenfürsorge hat sich entsprechend einem Vorschläge des 'Reichsbundes der Kriegsbeschädigten gegen den Plan der Kriegsrenten-
Von unserer Berliner Redaktion.
Die Generalsynvde der evangelischen Kirche hat gesprochen: chre Entschließung ist vor- ichtig und zurückhaltend. Sie vermeidet wie sich das gehört, jedes Urteil über den achlichen Snhalt des Konkordats, weil das an ich Sache des Parlaments ist. Zwischen den Zeilen aber hat die Synode doch zu verstehen gegeben, mit welcher großen Sorge sie erfüllt ist für die Zukunft des Religionsfriedens und für die Zukunft der evangelischen Kirche, wenn etwa das Konkordat in Kraft treten sollte. Sie begnügt sich daher nicht damit — was ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist —, für die evangelische Kirche einen Kon- kordatsersah zu fordern, sondern läßt es sehr zweifelhaft, ob die Abgeordneten, die sich zur evangelischen Kirche rechnen, die Bedenken überwinden können, die an sich gegen das Konkordat bestehen. Sn einem Punkt freilich hätten wir eine große Deutlichkeit gewünscht: die General- hnvde beschränkt sich daraus, festzustellen, daß yie Verhandlungen, die vor zwei Sahren zwi- chcn der preußischen Regierung und der evangelischen Kirche begonnen hatten, von der Regierung abgebrochen sind. Die preußische Regierung hat bisher immer das Gegenteil behauptet. Es wäre interessant, doch einmal zu erfahren, wie die Zusammenhänge wirklich gewe- en sind und ob tatsächlich Ministerpräsident Braun bei der Gelegenheit das Wort gesprochen hat, daß die evangelische Kirche für ihn nur Objekt der Gesetzgebung sein könnte. Eben- o wie es wünschenswert gewesen wäre, zu wissen, wie sachlich das Mindestprogramm der evangelischen Kirche aussieht für die Regelung, die sie als Ausgleich für das Konkordat verlangt.
Praktisch allerdings glauben wir nicht, daß Ministerpräsident Braun geneigt sein wird, nach seiner bisherigen Einstellung der evangelischen Kirche entgegenzukommen. Er verläßt sich darauf, daß es feiner Geschicklichkeit bisher immer noch gelungen ist, im Landtag seinen Willen durchzubiegen. Freilich, so stark, wie diesmal waren die Widerstünde nicht. Sn den nächsten Tagen muh die Entscheidung des Staatsrats fallen. Vermutlich in der Richtung, daß eine knappe Mehrheit sich bereit findet, Bedenken gegen das Konkordat nicht zu erheben: sicher aber ist das noch keinesfalls. Käme im Staatsrat eine Mehrheit gegen das Konkordat zustande, dann dürfte Has Schicksal des Gesetzes parlamentarisch entschieden fein, denn eine Zweidrittelmehrheit im Landtag ist unter keinen älrn ständen zu haben, plngewiß genug ist ja die einfache Mehrsheit: die Widerstände in der sozialdemokratischen Fraktion
anrechnung auf d i e Arbeitslosenunterstützung gewandt. Sn einer einstimmig angenommenen Entschließung wurde betont, es würde dem in der Arbeitslosenversicherung anerkannten Grundsatz der Leistung und Gegenleistung widersprechen, wenn bei gleicher Beitragsleistung die Kriegsbeschädigten schlechter gestellt würden als die übrigen Arbeitnehmer. Es fei nicht richtig, daß die Kriegsbeschädigten die Arbeitslosenversicherung besonders belasteten, vielmehr herrsche bei ihnen weniger Erwerbslosigkeit als bei den gesunden Arbeitnehmern. Reichsregierung und Reichstag werden dringend ersucht, es bei der bisherigen Regelung zu belassen.
Die NegiemWkrW in Sachsen.
Schlechte Aussichten für das Kabinett Bünger.
Berlin, 26.9uni. (Priv.-Tel.) Auch die letzten sächsischen Landtagswahlen haben eine klare Rechtsoder Linksmehrheit nicht gebracht, wieder sind die kleinen und klein st en Parteien ausschlaggebende Faktoren, von denen es abhängt, ob regiert werden kann oder ob die aus der Vergangenheit sattsam bekannten Dauerkrisen eine Neuauflage erleben sollen. Waren es bisher die Altsozia- l i ft e n , deren Hilfe die Rechte in Anspruch nehmen mußte, so sind es jetzt die Nationalsozialisten, die den Platz der Alten Sozialdemokraten eingenommen haben. Unter diesen Umständen stand es von vornherein fest, daß die W a h l d e s Ministerpräsidenten mit unendlichen Schwierigkeiten verknüpft sein würde. Tatsächlich hat es auch mehrere Wahlgänge gegeben, bis endlich der Volksparteiler Dr. Bünger den Sieg davontrug. Sein Erfolg ruht aber auf einer sehr unsicheren Basis, eine Mehrheit für ihn kam nur zustande, nachdem die zwölf Kommunisten sich entschlossen hatten, weiße Stimmzettel abzugeben. Sie wurden also bei der Auszählung der anwesenden Abgeordneten nicht berücksichtigt, so daß von den 84 gültigen Stimmen mehr als die Hälfte auf Dr. Bünger entfielen. Da jede Regierung vom Vertrauen des Landtags abhängig ist, kann man wohl schon jetzt sagen, daß Sachsen in absehbarer Zeit wieder im Zeichen einer Regierungskrise stehen wird, weil die Sozialdemokraten aus ihrer Oppositionsstellung nicht herauswollen und die Kommunisten über kurz ober lang auch gegen das Kabinett Bünger Front machen werden. Es hätte sich allerdings im Landtag eine Große Koalition schaffen lassen; aber die Sozialdemokraten sind bereits so weit nach links gerutscht, daß sie von einer Zusammenarbeit mit bürgerlichen Parteien nichts wissen wollen.
pilsudski und das Parlament. Der Polnische Diktator als Zeuge vor dem
Staatsgcrichtshof.
Warschau, 26.Juni. (WB.) Heute begann vor dem Staatsgerichtshof die Verhandlung gegen den ehemaligen Finanzminister Czechowitz, der der Ueberschreitung des Budgets ohne Genehmigung des Sejm und der Ver,- letzung des Finanzgesetzes durch Nichteinbringung der Nachtragskredite trotz mehrmaliger Aufforderung angeklagt ist. Ministerpräsident S w i - talski, Oberst Slawek und eine Reihe anderer hoher Beamten wohnten der Verhandlung bei. Cze- chowitz toi es darauf hin, daß in allen Ländern, z. B. Frankreich, England und Deutschland, die Finanzminister häufig zur Ueberschreitung des Budgets gezwungen seien. Innenminister Sladkowski und Handelsminister Kwiatkorvski sagten als Zeugen über
waren so groß, daß der Ministerpräsident einen Frakttonszwang nicht durchsetzen konnte. Ein Teil seiner Fraktton wird also vermutlich gegen das Gesetz stimmen. Auch bei den Demokraten steht die Entscheidung noch offen; die Deutsch- nationalen haben als Mindestbedingung das evangelische Konkordat verlangt, darüber hinaus dürften die Bedenken der Generalsynvde bei ihnen noch lange nachwirken, und daß es sehr fraglich ist, ob sie bad Feigenblatt für die Mehrheitsbildung im Landtag abgeben wollen. Auch die Wirtfchaftspartei hat sich ihre Entscheidung noch Vorbehalten. Alles in allem also steht die parlamentarische Zukunft des Konkordats auf recht schwachen Füßen. Es ist noch keineswegs sicher, ob die Verabschiedung überhaupt möglich ist. Sehr zweifelhaft, ob sie, wie die Regierung will, noch vor der Sommerpause zu erreichen ist; jedenfalls aber erst, wenn sehr weitgehende Zusicherungen für die evangelische Kirche gemacht sind.
Die preußischen Demokraten zum Konkordat.
Paritätische Verträge mit den evangelischen Kirchen gefordert.
Berlin, 26. Suni. (Sil.) Die demokratische Fraktton des Preußischen Landtags kündigt für die Beratung des Konkordats einen Antrag an, die Staatsregierung zu ersuchen, alsbald Verhandlungen mit den evangelischen Kirchen aufzunehmen und dem Landtag gleichwertige Verträge vorzulegen. Diese Verträge sollen zum Gegenstand haben:
1. Eine paritätische Sicherung der Religionsübung des kirchlichen Eigentums und anderer kirchlicher Rechte.
2. Eine den Grundsätzen der Reichsverfassung entsprechende ilmgestaltung des Staatsgesehes vom 16. April 1929 im Sinne einer Sicherung der Selbständigkeit der Kirchen in ihrer innerlichen Gesetzgebung und Verwaltung, insbesondere auch die Besreiuung von Bindungen, die der katholischen Kirche nicht auf erlegt sind.
3. Eine vertragsmäßige Sicherung der Dotationen für die allgemeine kirchliche Verwaltung und eine den Grundsätzen der Parität entsprechende Erhöhung dieser Dotationen.
4. Eine Mitwirkung des Staates bei der Besetzung der leitenden Aemter in den evangelischen Kirchen.
Weiter sott geprüft werden, ob die bisherige Rechtslage in Anlehnung der Besetzung der theologischen Lehrstühle vertraglich festgesetzt werden kann.
einstimmend aus, daß die Beziehungen der Regierung zum Sejm ganz in der Hand Marsch alt Pilsudskis gelegen hätten. Marschall Pilsudski gab als Zeuge eine längere Erklärung ab, in der er betonte, daß die Anklage eigentlich i h m unb nicht dem Finanzminister gelte. Er sei st o l z darauf, daß er der einzige Mensch in Polen gewesen sei, der den Mut gehabt habe, die Machtbefugnisse des Sejm zu beschneiden. Die Anklage gegen Czechowitz sei mit einem gemeinenRitual» mord zu vergleichen. Das Finanzgesetz, das dazu geoient habe, den Finanzminister unter Anklage zu stellen, sei voller Dummheit un b Lächerlichkeit. Die Millionen seien auf seine eigene Anordnung dem Disposittonsfonds des Ministerpräsidenten überwiesen worden. Auf seine Anordnung sei keine Rechenschaft über die Verwendung des Geldes gegeben worden. Der Verstand der Sejmabgeordneten sei verdunkelt. Der Mar- schtll wandte sich sodann an die Vertreter der Anklage, die drei Sejmabgeordneten Liebermann, Pi- racki und Wyrzykowski, und sagte wörtlich: „Meine Hände, meine Herren, sind rein und riechen nicht so übel wie die Ihrigen." Nachdem Pilsudski den Saal verlassen hatte, protestierte der Abgeordnete Liebermann gegen die von Pilsudski ausgesprochene Beleidigung des Sejm.
Erkrankung des oberscklesischen Abgeordneten
K a 11 o w i tz, 26. Juni. (WB.) Von dem Rechtsbeistand des Abgeordneten Ulitz, gegen den am Donnerstag die Anklage wegen Beihilfe zur Entziehung von Militärdienstpflichtigen verhandelt werden sollte, ist auf Grund des ärztlichen Gutachtens über den Verlauf einer Blinddarmoperation an Ulitz die Vertagung des Prozesses beantragt worden, da Ulitz morgen nicht uer- handlungsfähig ist. Die Operation selbst ist gut verlaufen.
Aus aller Welt.
Der lutherische Wcltkonvcnt rn Kopenhagen.
Sn Kopenhagen wurde der zweite lutherische Weltkonvent eröffnet. Rach dem Festgottesdienst, an dem der König von Dänemark teilnahm, hielt der dänische Bischof O st e n f e l d in der Domkirche die Begrüßungsrede, auf die im Ramen der deutschen Delegation der sächsische Landesbischof D. 3h mehls erwiderte. Für Schweden sprach Erzbischof S ö d e r b l o m , der im besonderen auf den großen Einfluß hinwies, den der deutsche Reformator aus die nordischen Länder auggeübt hat. Das geistige Band, durch das alle lutherischen Kirchen der Welt miteinander verbunden seien, sei der Katechismus Luthers, dessen 400-Sahr-Feier in diesem Sahre begangen wurde. Die lutherischen Kirchen der Welt, die auf diesem Kongreß vertreten seien, hätten die große Aufgabe, das Reformationswerk, das Luther begonnen habe, zu End: zu führen. Zum Vorsitzenden der Wellkonscrenz wurde der amerikanische Professor Dr. Morehead, Rcuyork, gewählt. Erster Vizepräsident ist der sächsische Landesbischof D. 3 hme l s. Dem Direktor der Bahr. Handelsbank, Frei- Herrn von Pechmann, wurde der Vorsitz des Organisationsausschusses übertragen, der der Konferenz Anfang nächster Woche Vorschläge über den organisatorischen Aufbau des Weltkonvents unterbreiten soll.
Riefenbrand in Stockholm.
Ein Riefenbrand hat Stockholm heimgesucht. Der große Neubau des Geschäftshauses der lithographischen Druckereien in der Droßning-
; aßen Im Zentrum der Stadt ist fast völlig eht ') p f er der Flammen geworden. Das Pa- p i e r l a g e r Der Firma Swanström & Eo. und ein T u ch l a g e r, die in demselben Hause untergebracht waren, wurden ebenfalls vernichtet. Durch die ungeheure Rauchentwicklung, die in der ganzen Stadt bemerkbar war, wurden elf Feuerwehrleute vergiftet. Der Brand ist einer der größten, die Stock- Hols je heimgesucht haben. Der Schaden beträgt über 5 Millionen Kronen. Die Straßen Der betreffenden Gegend sind in weitem Umkreis von einem großen Polizeiaufgebot gesperrt.
Die Nachforschungen nach der „Jlumancia".
Die Rachforschungen nach dem mit dem Flugzeug „Rumancia" verschollenen Transozeanlieger Franco und feinen Gefährten werden ortgesetzt. Die Flieger hatten außer dem für drei Tage ausreichenden Proviant 30 Biwtchen, mehrere Thermosflaschen mit Kaffee und Milch, einen Korb mit Eiern und andere Lebensmittel an Bord, so daß sie für 14 Tage versorgt waren, ebenso genügend Trinkwasser; außerdem Eönnen sie das Wasser aus Den Kühlern im Rotfalle verwenden. Der Kapitän des in Gibraltar eingetroffenen englischen Dampfers „Greldon" erklärt, die Meldung, wonach er die Rachricht ausgesandt habe, er habe beiden AzvrenFlug- zeugtrümmer bemerkt, sei unrichtig. Er habe vielmehr die Rachricht gesandt, daß er am Morgen des 22. Suni 90 Meilen östlich von der Azoren-Snsel Santa Maria das Geräusch eines Flugzeugmotors gehört habe.
Zahlungseinstellung bei der Berliner Beamtcnoeteinigung.
Die Berliner Beamtenvereinigung hat, wie die „Nachtausgabe" erfährt, ihre Zahlungen eingestellt. Mitglieder der Vereinigung sind in Der Hauptsache Beamte, Daneben aber auch G e sch ä s t s l e u t e und Privatpersonen. Der Geschäftskreis Der Vereinigung ist ziemlich groß, Die Zahl ihrer Mit- güeDer beträgt nicht weniger als 9000 bis 10 000. Besonders empfindliche Verluste brachten der Vereinigung Kredite, die sie an Die Fahrradindustrie gegeben hat. Ein erheblicher Teil Der Einlagen Dürfte als verloren anzusehen sein. In informierten Kreisen wirD Die Unterbilanz auf mehr als eine Million Mark geschätzt. Strafbare Handlungen Des Vorstandes sollen nicht in Frage kommen. Anscheinend hat man es aber an der notwendigen Vorsicht fehlen lassen. Am nächsten Montag findet eine Gläubigerversammlung statt.
(Ein Meraner Sanatorium durch einen Erdrutsch verschüttet.
Ein heftiges Gewitter über Meran richtete beträchtlichen Schaden an. Das Sanatorium Tivoli wurde durch einen Erdrutsch teilweise verschüttet. Die Pattcaten stürmten panikartig die Treppe hinunter, von der ein Teil bereits mit Erdmassen und Wasser bedeckt war. Das Erdgeschoß und die beiden Siockwette sind mit der Inneneinrichtung stark beschädigt und die Fußböden mit Lehm bedeckt.
Der Deutsche Katholikentag.
Vom 28. August bis zum 1. September d. 3. wird in Freiburg i. Br c i s g a uder Deutsche Katholikentag als 68. Generalversammlung der deuttchen Katholiken abgehalten werden. Haupt- gegenstand der Verhandlungen ist: die Rettung derchri st lichen Familie. 3n einem Aufruf bitten der Vorsitzende deS Freiburger Zentralkomitees Alois Fürst zu Löwenstein und der 1. Vorsitzende des Lokalkomitecs Geheimer Kommerzienrat Dr. h. c. Herder um regen Besuch der Tagung.
Die Wetterlage.
OwoiKtntos. O neuer, o na(t> Ottern, e wokiq. • oedetKt «Keflea * Schnee Graupeln, b NeDei K Gewitter.(g)Winosiiiie.-0> sehr Richter 0;t £ masnoc' Südsüdwest q stürmischer «erdwest Oie Pfeile the;ei mit Gern winde Die oeiden Stationen stenenien Zahlen gehen die Temperatur an Pie Linien veromden Ortewilt gleichem euf neeresniveaie umoereenneten Lultdrucfc
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Mittwoch. d.26. Juni 1929,T afrds.
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T^cttcrvoraussage.
Die Verlagerung des westlichen Hochdruckgebietes nach dem Festlande hin geht nur langsam vor sich. Stärkerer Lustdruckanstieg über Süd- skandinavien deutet daraus hin, daß fein Kern nördlich von uns zu liegen kommt. Somit hält die aus ihm ausströmende Kaltluftzufuhr noch etwas an, was sich an den Temperaturen bemerkbar machen wird. Auch der Himmel wird zunächst noch Bewölkung zeigen, und vereinzelt sind leichte Regenschauer nicht ausgeschlossen.
Wettervoraussage für, Freitag: Wechselnd wolkig mit zeitweiser Aufheiterung, noch verhältnismäßig kühl, ganz vereinzelt leichte Regenschauer nicht ausgeschlossen.
Wettervoraussage für Samstag: Teils wolkig, teils hmter, etwas wärmer, meist ttocken.
Lufttemperaturen am 26. Suni: mittags 15,6 Grad, abends 12,6 Grad; am 27. Suni: morgens 10,9 Grad. Marimum 16,3 Grad, Mini-« mum 10,2 Grad. — E r d t e m p e r a tu r en in 10 Zentimeter Tiefe: am 26. Suni: abends 15,2 Grad;' am 27. Suni: morgens 13,2 Grad. Riede rschlag 3,1 Millimeter, Sonnenscheindauer V» Stunde.


