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Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 27.3uni 1929.
Spähen unferm Hui.
Don einem, der nicht dann oder dort, wo sich s gehört, seine Kopfbedeckung abnimmt, sagt man hierzulande: „Cr hat Spatzen unterrn Hut."
Spatz, Sperling, der du zur Art der feinen Finten gehörst, der du edle Sänger zu deinen nächsten Vettern zählst, lass' dir die Redensart^ richt gefallen, die dich mit jenen unmamer» lichen Gesellen in einen Topf wirft oder vielmehr unter einen Hut bringt, die sich nicht zu benehmen wissen: Denn: Wer Spatzen unterrn Hut hat erregt Anstoß, und wer Anstoß erregt, dem fehlt etwas, nämlich das gute, korrekte Verhalten der wohlerzogenen Welt.
Spatz, Sperling, laß dir die Redensart nicht gefallen! Der -Zoologe, zu deutsch Tierkundige, benamst dich so richtig passer domesticus, das heißt Hausspah. Siehst du, der Kundige formt -ich. Du gehörst zum Vannkreis menschlicher Behausungen seit älrväterzeit, wie der Hund oder das Pferd, von deren Futter du naschest, die deine treuesten Freunde unter den Vierfüßlern sind in Stadt und Land. 3m Walde mödjte man dich nur auf der Landstraße an» treffen — nützlicher Zerstreuung dienend. Du weißt die Landstraße nicht mehr zu schätzen. Sie wimmelt zu sehr von Autos und Ratterrädern, die nur Staub aufwirbeln, sich in Zu» famm en flößen befehden und dir nichts Genießbares hinterlassen.
Spatz, Sperling, passer domesticus, ist es nicht eine ungerechtfertigte Kränkung, wenn dich eingebildete Zoologen früherer Zeiten auch „Gemeiner Hausspatz" benamsten? Heißt'« nicht deiner Ehrenrettung im fingen Sprichwort: Ein Spatz in der Hand ist besser, als eine Taube auf dem Dach?.' Spatz, du kannst Vergleiche schon aushalten! Es ist auch töricht von den Menschen, von einem Spatzengehirn anderer zu sprechenI Den möchte ich sehen, der dich mein fieber Spatz, für dumm verkaufte! Kvmmt's denn etwa nur auf das Gewicht der Gehirnmasse an? Zeitweilig ja. Aber dann wärst du, Spatz, ja dummer ate etwa das bekannte Sumpfhuhn, dessen Hirn gewiß mehr Gramm wiegt als das deine, von dem aber niemand glaubt, daß es dir an Verstand und Witz überlegen sei. Ei der Tausend, welche handgreiflichen Dummheiten und Unglaublichkeiten werden nicht von Sumpfhühnern begangen! Du aber, passer domesticus, bist gewiß schlauer und gewitzter als zehn Menschen, die dir nachstellen, weil du eine gute Suppe abgibst — ha! Spahensuppe! —, oder weil du zur Erntezeit nicht immer den lästigen Insekten nachstrebst, sondern auch ins. Roggenoder Weizenfeld fliegst, just zu einer Zeit also, da die Körner noch so süß und lange nicht so hart sind als im Winter, wenn der Kleinbauer auf der festen Tenne den schweren Dreschflegel schwingt. Rein, dummer bist du nicht, du grauer, „gemeiner" Hausspatz, als andere Lebewesen auf dieser Erde, vielleicht aber um ein vielfaches schlauer. Wenn's irgendwo im Rachbarhofe knallt — flugs bist du verschwunden. Du kennst menschlichen Spatzendunst! Du weiht auch genau, was eine Spatzenfalle ist und begibst dich selten tu ihre gefahrvolle Rähe. 3a, was ein Schieh- getoeßr oöer ein Flobert ist, das weiht du, Spählein, ganz genau und fliegst vor ihnen auf unb davon. Aber wenn die Gefahr vorüber ift, so bist du gleich wieder da. Um fcu leben! Denn auch du, lieber grauer HcruSspatz, hast ein Anrecht aufs Leben, so gut wie mancher andere, 6er auch keine lästigen 3nsekten frißt und doch fobt.
Spatz, Sperling, so dich einer finge bei leben» tigern Leibe, etwa ein ganz gewitzter Dauern-- junge, unb dich mit nach Hause nähme, möchte er dich wohl unter feine Kappe stecken! Und käme er bann heim in die Stube, da man Ton» siens sein Haupt entblößt. ließe er die Kappe tarainf sitzen, damit ihm seine seltene Deute nicht auf .und davon flöge. —
So sagt man nun, wie schon oben zu lesen Ivar, von gar manchem: Er hat Spatzen unterrn Hut. Soldatenhelme, Stubentenmützen und seltene Dauernkappen, die leider immer seltener toerben, fallen aber bekanntlich unter andere «esellschaftliche Gesetze als der besagte Svatzen- fut. Wie steht's aber mit der Datschkappe?
Kommt da einer in ein Zimmer. 3n einen Läden. 3ns Theater. 3ns Kino. QBarum nimmt cr denn nicht rechtzeitig unb manierlich Hut ober Kappe ab? Etwa, well er's nicht besser versteht, der Jüngling mit den Spatzen unterrn Hut? Hut ab!, ruft ein Verärgerter — irgend- "too. Der Spatzenbesiher tut so, als habe cr nichts gehört. Ein Zulu kann von seinen schwarzen Litten nicht lassen. Er stammt auS dem Kasfern- lande! Aber der weiße weise Mensch?
Spatz, Sperling, passer domesticus! Dich schilt man zu Unrecht. So nun von einem gesagt loird, er habe Spatzen unterrn Hut, fliege flugs •über ihn hinweg unb schenke ihm ein natürliches Andenken. Dann wirst du erleben, daß cr unverzüglich das Hut abnehmen erlernt. Und 7m wirst, liebes Spählein, gleich dem seligen Knigge noch zum Menschenerzieher werden. Dhne viele Worte.
So recht natürlich — auf deine Art. F. G.
Daten für Freitag, 28. Juni.
Sonnenaufgang 3.46 Uhr, Sonnenuntergang 20.20 Lthr. — Mondaüfgang 23.48 Uhr, Monduntergang S.55 Uhr.
1712: der Philosoph Jean Jacques Rousseau in <3enf geboren; — 1865: der Dichter Julius Dier- laum zu Grünberg in Schlesien geboren.
Gictzcncr Wochcnrnarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200, Matte 30 bis 35, Wirsing 30 bis 35, Weihtraut 30 bis 35, Spinat 25 bis 30, Dömischkohl 15 bis 20, grüne Dohnen 35 bis 40, gelbe Dohnen 50 bis 60, Spargel 50 Ibis 90, Erbsen 25 bis 35, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 60 bis 100, Zwiebeln 10 bis 15, Rhabarber 10 bis 15, alte Kartoffeln 5,5, neue Kartoffeln 15 bis 20, ausländische Aepfel 45 bis 70, Dörrobst 35 bis 40, Kirschen 40 bis 50, Stachelbeeren 25 bis 30, Erdbeeren 60 bis 100, Aprikosen 50 bis 60, Honig 40 bis 50. junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Walderdbeeren 60 bis 65 Pf. der Schoppen; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Tauben 70 bis 90, Eier 12 bis 13, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 30 bis 60, Ein- rnachgurken 15 bis 20, Ober-Kohlrabi 10 bis 20, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 15 Ps. das Stück; gelbe Rüben 10 bis 20,
tote Rüben 15 bis 20, Radieschen 10 bi« 15 Pf das Bund; Kartoffeln 4,50 Mk. der Zentner.
Bornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag. Gleiberg-Verein: „Gleiberg" (ein Spiel in drei Bildern von R. Schmeling), im Stadttheater, 20 Uhr. — Liebigshohe: 4. Abonnements-Konzert, 20.15 Uhr. — Deutsche Dlinden-Kunst: Konzert, 20 Uhr, Eafö Leib. — Lichtspielhaus Bahn- hofstrahe: „Die weihen Rosen von Ravensberg".
— Eine Gemeindefeier der Mar- kusgemeinde findet am nächsten Sonntag auf der „Liebigshohe" statt. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr. Siehe heutige Anzeige.
•" Neuregelung der Krisenunter- stützung. Der Reichsarbeitsminister beabsichtigt, den Personentreis und die Dauer der Krisenunterstützung neu zu regeln, weil die bisherige Regelung mit dem 29. 3uni 1929 abläuft. Da jedoch die gesetzlich vorgeschriebene Anhörung des DerwaltungSrats der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung über die Reuregelung erst in dieser Woche erfolgen kann, soll zunächst die Geltungsdauer des bisherigen Erlasses noch um eine Woche bis zum 6. 3uli 1929 verlängert werden. Die neuen Bestimmungen werden am 7. 3uli 1929 in Kraft treten.
Von der K a i s e r a l l e e. Die Herstellungsarbeiten an dem Strahenteil der Kaiserallee zwischen dem Alten Rödger Weg und der Grünberger Straße (Schützenhaus) sind in den letzten Wochen eifrig gefördert worden. Die Bürgersteige links und rechts der Fahrbahn (letzterer bis zur Haltestelle der Straßenbahn an der Volkshalle), werden erst mit neuen Randsteinen versehen, mit einem festen Untergrund aus Beton eingeebnet und dann mit Zement- platten ausgelegt. Der Plattenbelag ist an den Stellen um die großen Bäume im Viereck unterbrochen, um das Eindringen von Feuchtigkeit nach den Baumwurzeln zu ermöglichen; für die Anpflanzung junger Bäume ist an den noch freien Stellen des Bürgersteigs in weiterem Abstande Raum gelassen. Die Fahrbahn wird mit Kleinpflaster befestigt. Die Arbeiten dürften im Lause der nächsten Woche beendet fein. Rach Abschluß der Pflasterarbeiten auf diesem Strahenteil bleiben nur noch einige hundert Meter chaussierte, aber bereits geteerte Straße bis zum Beginn der Kreisstraße Gießen-Grünberg am Heyerweg zu pflastern übrig.
** Lebhafte Bautätigkeit herrscht zur Zeit in der Liebigstraße und am Aulweg, gegenüber der Fabrik der Firma Heyligenstaedt & Comp. Hier werden von der Baugenossenschaft von 1894 fünf Häuserblocks mit insgesamt 54 Wohnungen und einem Ladenlokal errichtet. Die Neubauten sind zum Teil schon bis zum 1. Stockwerk gediehen; sie werden von den Baufirmen Georg Becker, H. Weimer, M. Obermann und der Bauhütte ausgeführt. An der gleichen Stelle werden voraussichtlich bis zum 15. Juli 18 von der gleichen Genossenschaft im Baujahr 1928/29 erstellte Wohnungen bezugsfertig.
** Abonnements-Konzerte unserer Militärkapelle. Das 3. Konzert unserer Militärkapelle im Rahmen der Abonnements-Konzerte dieses Sommers unter Leitung von Obermusik- meister L ö b e r brachte im ersten Teile Kompositionen von Straßmann, Lortzing, Lähar, de Bsriot und Mannfred, während der zweite Teil Werke von Stuber, Wagner, Kohlmann, Kabnt und Joh. Strauß enthielt. Die in bekannter Scyneidigkeit und mit großer Unermüdlichkeit im Musizieren zu Gehör gebrachten Darbietungen bereiteten dem zahlreichen Publikum wiederum eine wertvolle musikalische Abendunterhaltung, die man der vortrefflichen Kapelle und ihrem sorgsamen Leiter mit lebhaftem Beifall dankte. Das zahlreiche Einlagen das Programm noch erweiterten, war natürlich selbstverständlich. In dem am heutigen Donnerstagabend auf der Liebigshohe stattfindenden 4. Abonnements- Konzert werden u. a. die Ouvertüren zu „Freischütz" und „Die weiße Same", ferner die Fantasien aus „Tiefland", „Der Barbier von Bagdad", „Nachtlager", sowie das Vorspiel und Siciliana aus „Cavalleria rufticana" und eine Humoreske über „Aenn- chen von Tharau" zum Vortrag kommen. Auch dieses Konzert dürfte den Besuchern wieder einige schöne 'Stunden bereiten.
Eine Wiedersehensseicr ehemaliger 116er und 168er, sowie deren Kriegsformationen R3R. 116, L3D. 116, 3R. 186, R3R. 221, R3R. 222, RJR. 254, R3. 365, 3R. 418, Brig.-Ers.-Dat. 49, Sanitäts-Komp. 518, findet am 29. und 30. 3uni in Offenbach am Main verbunden mit Fahnenv>eihen statt. Die Festrede bei dem Degrüßungsabend am Samstag, dem 29., wird der Feldzugskommandeur Generalmajor von Pfeil halten. Die Weihe der Fahnen am Denkmal im Waldpark hat der ehern. Div.-Pfarrer der 25. Res.-Div. Pfarrer Hofmann übernommen. Die Wiederfehensfeier gibt allen Kameraden die günstige Gelegenheit, mit den alten Kriegs- und Friedenskameraden alte Erinnerungen auszutauschen. Offenbach ist zum Empfang gerüstet. Man beachte die gestrige Anzeige des Ttereins ehern. 116er Gießen.
** Fernwettschreiben in Einheits- kurzs chr is t. Wie wir schon fürs berichteten, ist vom Deutschen Stenographenbund, der die Einheitskurzschrift vertritt, in ganz Deutschland ein Fernwettschreiben abgehalten worden. Es beteiligten sich daran rund 30 000 Personen, die 17 000 Arbeiten im Richtigschreiben und 24 000 Arbeiten im Schnellschreiben, also zusammen 41000 Arbeiten ablieferten. Die Mitglieder der 1. Reichskurgfchriftgesellschast „Babelsberger" und Damenabteilung e. V. Gießen formten, so teilt man uns mit, bei diesem Schreiben folgende Preise erringen: Abt. 200 Silben: Ottilie Treser, Georg Wahl 1. Preise mit Ehrengaben; Bruno Schneider 2. Preis. Abt. 140 Silben: Frdr. von Lemmers, Hilde Kuhl, Anna Lotz, Hugo Baumann 1. Preise. Abt. 120 Silben: Dora Heß, Dora Rickel, Erich Hock 1. Preise; Fritz Dorfner, Heinz Theisebach, Alfred Bormuth 2. Preise. Abt. 100 Silben: 3. Büxler, August Schott, Hermann Buchner, Claus Wachsen. Ludwig Schwinn, Karl Reitz Wilh. Schardt, Rich. Hock, Heinrich 3odt, Emilie Schüler, Otto Wahl, Herta Krehe, Marie Magold, E. Heibertshausen, Heinrich Adolph. Minni Schmitz, L. Keller, Aenne Thein 1. Preise; Berta Eisenbach 2. Preis. Abt. 80 Silben: Erna Philipp 1. Preis; Hermann Kräcker, Karl Euler. Heinrich Volk. Hermann Krehe, Otto Rühl, Wilh. Arnold, Erna Rei- ninger, Karl Pfeil 2. Preise. Richtigschreiben: Friedrich von Lemmers 1. Preis; Heinrich Voll, Luise Reinhardt, Rich. Hock, Erna Philipp, Hugo Baumann 2. Preise.
** Der Bund „Haus und Schule" hielt am Sonntagnachmittag eine wohlgelungene Familienfeier auf der „Liebigshohe" ab. Der große Saal war dicht besetzt. Den musikalischen Seil be-
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für die Tagesnummer des Gießener Anzeigers werden zweckmäßig am Nachmittag vorher aufgegeben. Nach 9 Uhr vormittags kann die Aufnahme der Anzeigen auch in Ausnahme- fäilen nicht gewährleistet werden I
VERLAS DES 61ESSENER ANZEIGERS
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tritten Frl. Stammler und Pianist Hahn. Die vier Siedervorträge von Frl. Stammler waren vollendete künstlerische Leistungen. Herr Hahn spielte mit bekannter Meisterschaft ein „Rondo" von Mendelssohn-Bartholdy, einen „Marche mignonne" von Poldini und den „Hexen- tanz" von Max Dowell. Der dellamatorische Teil lag in den bewährten Händen von Frau Mendelssohn-Bartholdy. Sie halte, wie schon oft, chre Kunst in den Dienst des Bundes gestellt. Ihre Schülerin, Frl. Götz, rezitierte mit großem deklamatorischen Geschick die „Sommernacht" und „Der Taugenichts" von Gottfried Keller, elf Kinder spielten unter ißrer Leitung allerliebst das Märchenspiel „Der deutsche Wald" von F. Gebhard. 3m Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Ansprache von Pfarrer A u s f e l d, in der er auf Grund des Josuawortes: „3ch aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen!" darauf hinwies, daß unserer Zeit charaktervolle Führer, wie 3osua, und gottesfürchtige Häuser, wie dessen Haus, nottun. Unter der Leitung von Spiel- ortme rinnen vergnügten sich die Kinder im Freien mit allerlei Spielen, denen sich eine Verteilung von Brezeln anschloß. Gemeinsame Gesänge und Musikvorträge einer kleinen Kapelle fügten sich in den Rahmen des ganzen harmonisch ein. Landgerichtsrat Kn auß dankte in feiner Schlußanfprache im Ramen des Vorstandes und der Versammlung allen Mitwirken- den für die in allen Teilen schön verlaufene Feier.
*• Austrieb zum heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt: 1 Kuh, 1098 Kälber, 133 Schafe, 765 Schweine.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
s. U t p h e , 26. 3uni. Der hiesige Krieger- verein unter Leitung des Gemeinderechners Karl Schäfer hat eine Kleinkaliber» Schühenabteilung gebildet. Die Mitglieder des Vereins haben durch freiwillig geleistete Arbeit in den Feierabendstunden einen neuen Schieß st and erbaut Da hier nur ebenes Gelände zur Verfügung steht, war dies mit nicht geringem Arbeitsaufwand verknüpft. Am vorigen Sonntag wurde der neue Schießstand in Benutzung genommen, nachdem der Verband „Hassia" Munition und Gewehre leihweise zur Qterfügung gestellt hatte. Es soll nunmehr allsonntägllch geschossen und im Laufe des Sommers auch noch ein Preisschießen veranstaltet werden.
Kreis Büdingen.
!! Büdingen, 26. 3uni. Uebcr den Du- dinger Märkten waltet in diesem Jahre fein guter Stern. Für den im Februar durch die gewaltige Kälte gestörten Petri-Markt hatte die Marktkommission als Ersah den seit über hundert Jahren nicht mehr abgehaltenen Johannismarkt angeseht, um die beim Petrimarkt unterbliebene Rindviehprämiierung durchführen zu können. Aber auch der Johannismarkt hatte unter der Ungunst der Witterung stark zu leiden. Das für Sonntag angefehte und gut vorbereitete Volksfest konnte sich infolge heftiger Regenschauer nicht recht entwickeln. Erst am Spätnachmittag kam etwas Marktbetrieb zustande. Der rührigen Marktkommission war es gelungen, den Juxplah des Marktes mit zahlreichen Schaubuden dicht zu besetzen. Die noch verhältnismäßig junge, aber doch schon mehrfach erprobte Düdinger Orchestervereinigung spielte zum Tanze auf. Abends wurde auf dem Marltvtah ein groß- angelegtes Brillantfeuerwerk abgebraimt. Der Pferdemarkt am Montag war mittelmäßig beschickt. Der Handel kam infolge geringer Rach- frage nicht r:cht in Fluß.
Kreis Schotten.
f Gedern, 25. Juni. Der Personenzug 4112, der heute 17,06 Uhr planmäßig abfuyr, erfaßte an dem schrankenlosen Bah. .Ibergang im Distrikt Wolfhain zwischen Gedern und Mer- kenfrih das Fuhrwerk des Mühlenbesihers Moller, vormals Ringshausen, aus ßißberg. Durch den heftigen Anprall wurde der Mühl- knecht Henkel vom Wagen heruntergeschleudert, der Wagen vollständig zertrümmert, ein Pferd schwer verletzt, während das andere durch Zufall frei wurde und durchgehen konnte, um auf diese Weise fein Leben zu retten. Der Zug hielt sofort an und nahm den verunglückten Wagenführer mit nach Hirzenhain, wo ihm der dortige Arzt die erste Hilfe leistete. Er wurde sofort dem Gederner Krankenhaus zugeführt, wo cr an einer Gehirnerschütterung und an einem Bluterguß in der linken Wange dar- niederliegt. Es ist verwunderlich, daß die Reichsbahn im Interesse des reisenden Publikums nichts dagegen einwendet, toenn an derart unübersichtlichen Stellen, wie dieser, der Wald direkt bis an Schienen und Landstraße angepflanzt wird. Eine Aenderung wäre hier dringend am Platze. — Die Grasversteigerungen haben hier im Durchschnitt einen Erlös von 20 bis 25 Mk. pro Morgen gebracht. Da die Heuvorräte aus 1928 meistens erschöpft sind und die jetzige Ernte infolge der fehlenden Winterfeuchtigkeit des Bodens nur als knappe halbe Ernte anzuschlagen ist, sind die Preise für frisches Heu sehr hoch. So werden zur Zeit pro Zentner Heu diesjähriger Ernte 6,50 Mk. geboten.
wg. Kaulstoß, 26. Juni. Am Sonntag feierten der Landwirt Johannes Bocher und Frau Katharina, geb. Usinger, das Fest der Goldenen Hochzeit. Beide Jubllare stehen im 77. Lebensjahre. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Bre un l in (Burkhards), überbrachte die Glückwünsche der Kirchengemeinde und die der obersten Kirchenbehörde, welche durch ißn ein künstlerisches Gedenkblatt überreichen ließ.
#" RuvingShain, 26. Juni. Am 24. Mai 1928 beringte der Jungbauer August Finger von hier einen jungen Star. Dieser Tage traf nun über die vogellundliche Anstalt in Rosfitten aus der Kurischen Rehrung die Rach- richt ein, daß am 17. Januar 1929 der beringte Star Rr. F 29 301 bei Dourlv nne leS Bains tot aufgefunden worden war. Er hatte sich also über 600 Kilometer von seinem Geburtsort entfernt.
Kreis Alsfeld.
=er. Homberg a. d. O., 26. Juni. Die Hauptver» ammlung des Oberhessischen Gebirgs- vereins tagte am Sonntag in der schön geschmückten Slaothalle. lieber 200 Wanderer nahmen an dieser Tagung teil. Bon den 13 Zweigvereinen waren zwölf vertreten. Der Vorsitzende, Stadtrat Walter (Marburg), eröffnete die Versammlung. Dann fang der gemischte Chor dos Hornberger Zweigvereins einen Begrüßungschor. Hierauf sprach der Vorsitzende des Hornberger Vereins, Lehrer Allendörfer, über Heimat und Heimatpflege als das Ziel aller Wandervereine, begrüßte ine Wanderschar und wünschte der Tagung besten Überlauf. Bürgermeister Schweiler begrüßte die zahlreich Erschienenen und schloß mit dem Wunsche, daß es den Gästen gut gefallen möge. Darauf trug Fräulein Allendörfer einen Prolog vor und überreichte dem Vorsitzenden des Verschönerungs- und Verkehrsvereins den von den Frauen und Jungfrauen gestifteten Tischwimpel. Bei Beginn der Verhandlungen wurden die Herren Griesheimer und Hedrich unter Verleihung von je einer Urkunde zu Ehrenmitgliedern ernannt. Lehrer Allendörfer erhielt das Eichenblatt in Gold. Dann berichtete der Vorsitzende jedes Zweigvereins über dessen Tätigkeit im verflossenen Vereinsjahre. Die Rechnung wurde vorgetragen und dem Kassenwart Entlastung erteilt Gladenbach wurde als nächster Ort für die Abhaltung der Hauptversammlung bestimmt. Mit dem Appell an die Besucher, im neuen Vereinsjahre recht tätig zu fein, schloß der Vorsitzende die Versammlung. An das Mittagsessen im „ Frankfurter Hof" schloß sich ein Rundgang durch die Stadt an. Um 16 Uhr trafen sich die Mitglieder mit ihren Familien wieder in der Stadthalle. Die Kapelle spielte einen flotten Marsch, und alsbald entwickelte sich eine gemütliche Stimmung, welche die Einheimischen und die Gäste bis zur Abfahrt der Züge beisammenhielt. Die Hauptversammlung bedeutet einen Markstein in der Geschichte des Derfchvnerungs- und Verkehrs- Dereind Homberg. Dieser kann mit Befriedigung auf die schön verlaufene Tagung zurückblicken.
Rheinhessen.
WSR. Mainz, 26. Juni. Die Mainzer Stadtverordneten gaben in ihrer gestrigen Sitzung ihre Zustimmung zu der Durchführung des Reu- baues einer Kunst- und Gewerbeschule. Für die Errichtung dieses Baues hat das Reich als Ersah für einige beschlagnahmte Schulen einen Betrag von 1,3 Mill. Mk. zur Verfügung gestellt. Der neu zu errichtende Bau wird im ersten Bauabschnitt ungefähr 1,7 Mill. Mk. kosten. Der Stadtrat hat die Mittel für diesen neuen Monumentalbau genehmigt.
Preußen.
Maingau.
WSN. Frankfurt a. M., 26. Juni. Eine erfreuliche und wichtige Bereicherung ihrer Bestände wird denstädtischenMuseen aus einem Der- mächtnis des Bankiers Hugo Keßler zuteil. Der Verstorbene hat der Stadt eine reichhaltige Sammlung von Kunstgegenständen, Antiquitäten, Möbeln, Teppichen, Gold" und Silberwaren, Bildern und Porzellan im Gesamtwert von etwa 150 000 Mark vermacht. Der Magistrat hat das Vermächtnis,' das eine stattliche Anzahl wertvoller Kunstwerke enthält, mit Dank angenommen.
Amtsgericht Gießen.
* Gießen, 21. Juni. Auf dem Viehmarkt war eine jinh verschwunden, die der Angeklagte, ein auswärtiger Viehhändler, gestohlen haben soll. Sie war auf dem Markt gekauft worden, und der Käufer hatte sie in den Stand eingestellt, in den das Vieh zum Abholen verbracht zu werden pflegt. Er hielt sich dann noch auf dem Markt auf. Als er das Tier abholen wollte, stand an seiner Stelle eine minderwertige Kuh und die von ihm gekaufte Kuh konnte trotz eifrigen Suchens auf dem ganzen Markt nicht gefunden werden. Der Viehhändlerverband nahm sich der Sache an, inserierte in seiner Zeitung und ließ auch die minderwertige Kuh auf einem Markttag vorführen u. dal. m. Schließlich wurde ihr früherer Eigentümer sestgestellt, und dieser mußte den Verdacht über sich ergehen lassen, die Kuh absichtlich vertauscht 511 haben. Er erklärte aber, diese minderwertige Kuh alsbald an den auf dem Markte anwesenden Angeklagten weiter verkauft zu haben. Dieser bestritt den Kauf; doch lagen gegen ihn noch andere schwerw-egende Verdachtsmomente vor. So verkaufte er zur kritischen Zeit eine Kuh, die alsbald von dem Käufer geschlachtet wurde. Ihre Identität mit der gestohlenen Kuh konnte aber nicht nachgewiesen werden. Klarheit vermochte die Beweisaufnahme nicht zu schaffen, zumal von der Vereidigung des früheren Eigentümers der minderwertigen Kuh Abstand genommen wurde. Der Angeklagte mußte deshalb wegen mangelnden Beweises frei- gesprochen werden. Die Kuh fiel dem Bestohlenen zu.
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
*DasAmtsoerkündigungsblattNr.44 vom 25. Juni enthüll: Straßensperre. — Ausscheiden des Karl Wagner, Gießen, als Dienstmann. — Botanische Wanderung durch Starkenburg. — Dienst- nachrichten.
Berliner Börse.
Berlin, 27. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Frühverkehr zeigte das übliche ruhige Bild. Das Interesse für die Favoriten, besonders am Mon- tanmartt, scheint aber anzuhallen und man glaubt, daß sich die guten Käufe in diesen Werten fortsetzen werden. Eine Diskonterhöhung in London häll man in hiesigen Bankkreisen heute für sehr unwahrscheinlich. Zuverlässige Kurse werden vorläufig noch nicht genannt, man taxiert sie auf gestriger Abendbasis. Am Devisenmarkt nannte man: London gegen Paris 123,93, London gegen Mailand 92,67, London gegen Spanien 34,26, London gegen Kabel 4,8481, London gegen Berlin 20,34 zu 20,3425, Kabel gegen Berlin 4,1960.


