Einzelbild herunterladen

Hörden in Gegenwart veS britischen MzekonsulS vorgenommen wurde.

Kapitän Rondell wurde gegen eine Kaution von 500 Dollar auf freien Fuß gesetzt. Auch die sieben Mann der Besatzung sind vorläufig freigelassen worden. Der Staatssekretär des Schatzamtes, Mellon, erklärt, der Schoner sei ein bekann­tes Schmuggelschiff gewesen, das nidft nur den Bereinigten Staaten, sondern auch den engli­schen Behörden Unannehmlichkeiten bereitete. Mel­lon erklärt in entschiedener Form, der Schoner Jmalone" habe sich weniger als zwölf Seemeilen von der Küste des Staates Loui­siana entfernt befunden, als Kapitän Walcott ihn anrief. Der Staatssekretär fügt hinzu, die Verfol­gung des Schoners fei nach den Regeln des internationalen Rechtes vor sich ge­gangen.

Geständnis des Grasen Stolberg Den Vater aus Fahrlässigkeit erschossen hirf chberg, 26. März. (IBS.) Der verhaftete Graf Christian wurde am heutigen Dienstagvor­mittag bis gegen drei Uhr nachmittags vernom­men, und zwar durch die Berliner Kriminalbeam­ten. hierbei legte er vor dem Berliner Polizeirat Hoppe ein Geständnis ab. Er versuchte zuerst, verschiedene Versionen über den verlauf des Abends, an dem sich das Unglück ereignete, zu geben. Schlieh- lich gab er eine Darstellung, nach der sein Vater ihm Vorhaltungen über die im Waffen­schrank herrschende Unordnung ge- mack-t habe. Graf Christian habe sich darauf sofort an die Sortierung der verschiedenen Gewehre undMunillonsarlen. die Ausprobierung der verschiedenen Kaliber usw. gemacht. Wäh­renddessen nahm sein Vater auf dem vor einer Kommode, hinter der sich der Waffeuschrank be­findet. stehenden Sofa Platz und las in seinem Buch. Bei dem Versuch des Sohnes, eine fteckengebliebeae Patrone aus dem Lauf zu holen, fei dann, wie gemeldet. der Schutz losgegangen. Als er noch dem vor ihm auf dem Sofa sitzenden Vater schaute, sah er. datz er über und über mit Blut bedeckt war. Darauf will er am Sofa niedergekniet sein und die Hand des Vaters geküßt haben. Fluchtartig verließ er dann das Zimmer, eilte in die hinter den Räu­men des Vaters liegende Badestube, stürzte hinaus und öffnete die Hintere Flurtür, um, wie er an- gibt, vorzutäuschen, datz sich Verbrecher im Haufe befanden. In einem Zustand groher Angst habe er dann das Rentamtshaus, in dem die gräfliche Fa­milie wohnte, verlassen, sei umhergeirrt und habe sich schlietzlich einer dritten Person an- vertraut. Der Rame dieses Vertrauten, den der Geständige nannte, und der der Familie selbst an­gehören soll, wird im Interesse der weiteren Er- mittlungen nicht genannt. Rach seinem Geständ­nis. das er in groher innerer Erregung vorlrug, brach der Verhaftete in Tränen aus und gab den Kommissaren die Hand. Dann führte man ihn in feine Zelle zurück.

Unmittelbar nach dem Geständnis des Grafen fuhren die Berliner Kommission, der Untersuchungs­richter und der Oberstaatsanwalt gemeinsam mit dem Schiehsachverstandigen nach Iannowih. um dort Vergleiche anzustelleu und das Gewehr in Augenschein zu nehmen. Der Schietzsachverskandige stellte fest, datz die beiden Patronen, die man auf dem Fuhboden des Zimmers gefunden hatte, tatsächlich Spuren davon tragen, datz sie vorher in den Lauf des Gewehrs ein- geschoben worden sind. In dieser Beziehung würde also die Darstellung des jungen Grafen zu- lreffen.

Allerdings bestehen noch zwischen der Schilderung des verhasketen Grafen Friedrich Christian und dem tatsächlichen Sachbestand einige Differenzen, die im Laufe des Mittwochs Gegenstand weiterer Ermitt­lungen sein werden.

Keine Vermögensbilanz -es Reichs.

Schwierigkeiten der Bewertung.

Berlin. 27. März. (Priv.-Lel.) Die Heber- sicht über die finanzielle Lage des Reiches wird ungeheuer erschwert durch das Fehlen einer Vermögensbilanz. Dos alte kameralistische System, das Einnahmen und Ausgaben verzeich­net, aber nicht Passiva gegen Aktiva fteIIt. ist. wenn auch mit gewissen Einschrän­kungen immer noch in Geltung. -Zwar hat der Reichstag im Frühjahr 1928 in einer Entschlie­ßung verlangt, datz Richtlinien für regelmäßig vorzulegende Bilanzen im kaufmännischen Sinne auszuarbeiten seien. Man wollte damit wenig­stens den Anfang für die Schaffung einer Der- mögensbilanz machen, scheiterte aber an den Be­denken, die von zuständigen Stellen dagegen er­hoben werden. Damit ist betrüblicherweise ein Gesamtbild über die Reichsfinanzen nicht zu gewinnen, und es ist immer nur möglich, für ein Jahr d as Ausmaß und die Rückwirkungen der finanziellen Transaktionen des Reiches zu beurteilen. Allerdings stötzt die Be­stimmung des Wertes in Hinsicht auf eine Reichs­vermögensbilanz, wenn man sie im weitesten Umfange auf stellen wollte, auf auherordentlich große Schwierigkeiten. Dies gilt vor allem für die Kriegsflotte, auch für öffentliche Gebäude usw. Trotzdem bleibt die Frage offen, ob nicht doch in irgendeiner Form ein zusammenfassen- derer Heberblick als bisher über die Ver­mögensbilanz des Reiches möglich ist, vor allem schon deshalb, um die Linie der Entwicklung klarer als heute erkennen zu können.

Waldecks Vereinigung mit Preußen.

Die Ueberuahmefeier in Arolsen.

Kassel, 26. März. Das Programm für die Feier, die in Arolsen am 1. April aus Anlaß der Heber nannte des Freistaates Waldeck geplant ist. ist nunmehr endgültig festgestellt. Danach wird am 2. Ofterfeier- tag zunächst in den Kirchen ArolsenS am Vormtttag der Vereinigung Waldecks mit Preu­ßen gedacht werden. Hm 12 Hhr mittags be­ginnt Samt die Hauptfeier vor dem Regie­rung L geb Luve, bei der eine Hundertschaft

Sie Zeisetzung des Marschalls Fach.

Trauerfeier in Aotre Dame.

Paris, 26. März. (Telun.) Die französische Regierung hatte den Tag der Deerdigung des Marschalls Foch zu einem nationalen Trauertag erklärt, um den weitesten Kreisen der Bevölke­rung die Möglichkeit zu geben, an den Beerdi­gungsfeierlichkeiten teilzunehmen. Seit fünf Hhr morgens; umsäumten f a st eine Million Menschen die Hauptstraßen der Stadt. Das Mittelschiff des Domes Rotre Dame war für die hohe Generalität, das diplomatische Korps, die auswärtigen Abordnungen, die Regierung, die Kammer und zahlreiche geladene Gäste frei- gehalten, die sich in schneller Folge einfanden. Hm einhalb neun Hhr war die Kirche bereits überfüllt. Kurz vor neun Hhr erschien der Prä­sident der Republik, gleich darauf der Prinz von Wales mit zahlreichem Gefolge und der Prinz Karl von Belgien. Die Trauermesse wurde von dem Erzbischof von Pa­ris, Kardinal Dubois, zelebriert. Bei den Klängen des Deethovenschen Trauermarsches wurde der Sarg aus der Kirche getragen. Rach Schluß der kirchlichen Zeremonien bewegte sich der Leichenzug des Marschall Foch zum 3 n * Validendom. An der Spitze befand sich eine Abteilung der Republikanischen Garde. Dann folgten französische Truppen und darauf die Ab­ordnungen der ausländischen Heere, sowie die Abordnung der Vereinigung ehemaliger Front­kämpfer und die Fahnen der aufgelösten franzö­sischen Regimenter. Alsdann folgten die Kardi- näle, Erzbischöfe und Bischöfe im Ornat

Auf Grund einer besonderen Abmachung zwi­schen der Regierung und dem Kardinalerzbischof von Paris wurde die offizielle Anwesenheit der geistlichen Würdenträger im Zug beschlossen. Dem Sarg wurden die Orden und Ehrenzeichen des Marschalls Dorangetragen. Sein Reitpferd mit Trauerflor behängt, wurde von einem Unter­offizier am Zügel geführt. Dor dem Sarg wurde ein großer Zwischenraum eingehalten. Reben dem Sarg schritten drei Marschälle von Frankreich, vier englische Marschälle, der Kriegsminister Painleve und der amerikanische General Pershing. Dem Sarg folgte der Präsident der Repu- blick, hinter ihm die Vertreter der ausländischen Staatschefs, der Prinz von Wales, der Prinz von Flandern, sämtliche Mitglieder der Regierung, das diplomatische Korps, die Mitglieder des französischen Parlamentes, die zahlreichen Delegationen von französischen Städten usw. Eine ungeheuere Menschenmenge belagerte seit den Morgenstunden die Straßen, durch die

lteberführung zum Invalidendom.

der Zug kam. Der Verkehr in den umliegenden Straßen war für lange Stunden vollkommen ge­sperrt. Das in Le Bourget stationierte Flieger­regiment hat 40 Erkundigungsflugzeuge und 20 Jagdflugzeuge abgesandt, um über dem Zuge zu kreuzen.

P o i n c a r 4 hatte für seine Gedenkrede den Augenblick gewählt, wo der Sarg, der auf der La­fette des 7ch-Zentimeter-Feldgeschützes ruhte, vor dem Inoalidentiom anlangte. Nachdem Poin- cars zunächst eingehend Fachs Werdegang und seine Wirksamkeit im Heere in den früheren Friedens- jähren behandelt hatte, wandte er sich der bedeu­tungsvollen Rolle zu, die der Marschall während des Krieges, besonders in dessen letztem Abschnitt, gespielt hat. Foch hat, so erklärte Poincars, in der Ueberzeugung, daß der Waffenstlllstand es ermög­lichen würde, unter vollkommener Ersül- lungdesRechtsdie Bedingungen des künftigen Friedens zu regeln, aus einem Gefühl der Mensch­lichkeit heraus nicht zu einem weiteren Blutvergie­ßen raten wollen. Für diesen Soldaten sei der Krieg nicht ein Ziel, sondern nur das Mittel gewesen, um seinem Lande seine Unabhängigkeit und seine volle Sicherheit zu erhalten. Das sei auch der Gedanke gewesen, der Foch nach Abschluß des Friedens be­schäftigt habe. An der Spitze der interalliierten Mi­litärkommission sei er ein aufmerksamer, unterrichteter Kontrolleur gewesen, aber niemals seien seine Beobachtungen ihm eingegeben worden durch einen imperialistischen Geist, durch Ranküre ober durch Haß. Nach Beendigung des Krieges habe er nur noch ein Soldat des Friedens sein wollen.

Nach der Rede begann der Vorbeimarsch der Truppen und Frontkämpfervereinigungen sowie der übrigen Abordnungen. Dieser Vorbei­marsch dauerte bis 14 Uhr. Wie Havas meldet, wurde er sodann abgebrochen, da verschiedene alli­ierte Generale wegen ihres hohen Alters Müdigkeit zeigten. Der Sarg mit der Leiche des Marschalls wurde alsdann im Invalidendom provisorisch bei­gesetzt, da die Krypta, die ihn aufnehmen soll, erst eingebaut werden muß.

Der deutsche Botschafter nahm an keiner der offiziellen Feierlichkeiten, weder an der kirch­lichen Feier, noch an der Ueberführung der Leiche, noch an der Beisetzung im Invalidendom teil. Hin­gegen war während der Beisetzungsfeierlichkeiten als Akt der Totenehrung die Reichsflagge auf dem deutschen Botschaftergebäude auf Halbmast gesetzt worden.

und die KapeUe der Schutzpolizei Kassel auf­gestellt sein wird. Die Feier beginnt mit dem Eingangsspiel der Kapelle. Sodann wird der Vizepräsident des Landesdirektoriums Dr. Her­berg eine Ansprache halten, auf die der Mi­nister des Innern, G r z e s i n s k i. antworten wird. Rach den Schlußworten des Ministers wird die preußische Flagge auf dem Re­gierungsgebäude gehißt und das Deutschlandlied gefangen werden. Die Reihe der Ansprachen wird durch den Landeshauptmann des Dezirksverbandes Kassel, dem Waldeck eingefügt wird, v. Gehren, geschlossen werden. An die Feier schließt sich ein Konzert der Kasseler Schutz­polizeikapelle und ein Festessen in der Turnhalle, zu dem in erster Linie Vertreter der Organisatio­nen in Waldeck eingeladen worden find.

öer Organisationsplan für dis Beparationsbank.

Pariser Gerüchte.

Paris, 27. März. (WTD. Funksvruch.) Heber die Organisation der geblauten Zentralbank will ..Echo de Paris" folgende nähere Angaben ma­chen können: Die Dan? wird 2 5 Administra­toren erhalten, von denen 14 von den im Sach- verftändigenausschuh vertretenen Rationen ge­stellt werden sollen. Für eine bestimmte Anzahl von Jahren soll ferner ein französischer und ein deutscher Zusatz-Admini­strator ernannt werden. Die übrigen Sitze würden den übrigen Gläubigerstaaten und den Ländern, die sich finanziell beteiligen würden, wie etwa der Schweiz und Holland, zufallen. Das System der Sachlieferungen sei für ^ehn Jahre vorgesehen, beginnend mit 750 Millionen im ersten Rechnungsjahr, die jedes Jahr um 50 Millionen verringert werden würden. Eine Klausel komme auch in Frage, die den Verkauf der Sachliefe­rungen an Dritte ermöglicht, vorbehaltlich einer noch gemeinsam zu bestimmenden Regelung.

Oie Konkurrenz der Reparationskohle.

England und die deutschen Kohlenliefenmgen an Italien.

London, 27. März. (WTD. Funkfpruch.) Der Direktor einer großen britischen Bergwerks­unternehmung hat über die Schädigung der bri- ttschen Industrie durch die Reparationssachliese­rungen erklärt: Der englische Kohlenhandel hat am schwersten darunter gelitten, am meisten die Kohleninduftrie von Südwales, da die deutsche Reparationskohle auf Märkten Zutritt erlangt hat, die früher den größten Teil ihres 'Bedarfes in Wales deckten. Italien z. D. hat im Jahre 1927 über 3 200 000 Tonnen Walliser Kohle ein- geführt gegenüber 5 500 000 Tonnen im Jahre 1913, und zwar, obwohl sich die italienische Kohleneinfahr in der gleichen Zeit von 10 700 000 Tonnen auf 14 000 000 Tonnen erhöht hat. Anderseits ist die Einfuhr deutscher Kohle nach Italien von 950 000 Tonnen im Jahre 1913 auf 4100 000 Tonnen im Jahre 1927 gestiegen.

Echo des Hugenbergbriess.

Reuyork, 26.März. (WTD.) DasJour­nal vs Commerce" schreibt in einem Leitartikel: Es liegen gewichtige Gründe vor, daß sehr viele Leute beim Lesen des Hugenbergbriefes peinlich berührt sind. Richtsdestoweniger ist unsinnig, so zu reden, als ob Hugenberg sich eines Maje- stätsverbrechens schuldig gemacht habe, indem er sich über den Kopf der Mitglieder der deutschen Regierung an die Weltöffentlichkeit wandte, zum offenbaren Aerger jener, welche bestrebt sind.

eine Kompromißlösung des Reparationsproblems in Paris zu erzielen. Seine Handlungsweise mag unbesonnen fein, wenn man sie einzig vom Standpunkte der politischen Strategie beurteilt, aber sie stimmt mit seiner üblichen kompromiß- feindlichen Kampftaktik überein. Von Hnwesent- lichen absehend, erinnert der Führer der Ratio­nalisten die Welt an gewisse wohlbekannte Tat­sachen, die Amerika zu vergessen sich nicht leisten könne. Er erklärt, die Amerikaner zahl­ten durch die Gewährung von Anleihen, mit denen Deutschland seinen Verpflichtungen nach­komme, den Deutschland auferlegten Tribut. Es sei eine absolute Lüge, wenn man behaupte, daß der deutsche Wohlstand zunehme, wie es eine direkte Lüge sei, zu erklären, Deutsch­land sei zahlungsfähig. Wird damit irgend etwas gesagt, was die sanfter redenden Vertreter des deutschen Volles nicht beständig behaupten? Seine Sprache ist höchst undiplomatisch, aber da es das Ziel der Rationalisten ist, Schwierigkeiten zu schaffen, und da ihr Führer anscheinend nicht den Wunsch hegt, die Gegner daheim oder im Auslande zu versöhnen, warum soll er nicht die Wahrheit, wie er sie ausfaßt, auf seine Art ausdrücken?

Der Reichspräsident an Or. Simons.

ßum Ausscheiden desNeichsgerichtsPräsidenten aus demAmt.

Berlin, 26. Marz. (WB.) Der Reichsprä­sident hat an den nm 1. April dieses Jahres aus seinem Amte scheidenden Reichsgerichts­präsidenten Simons ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt:

Sehr verehrter Herr Reichsgerichtspräsidentl Auf Ihren Wunsch scheiden Sie nach einer 45jah- rtgen Dienstzeit aus dem Amte. Sie blicken auf eine Laufbahn zurück, wie sie nur wenigen be° schieden ist. Aus dem Richterstande hervorgegangen, haben Sie zunächst Ihre ausgezeichneten Fähig­keiten im Reichsjustizamt und im Aus­wärtigen Amt bewiesen. Als Sie dann das Vaterland aus Ihrer Tätigkeit im Dienste der deut­schen Wirtschaft wieder zum unmittelbaren Dienste am Staate rief, übernahmen Sie die Leitung des Auswärtigen Amtes. Was Sie, sehr verehrter Herr Reichsgerichtspräsident in schwerster Zeit an dieser verantwortungsvollen Stelle geleistet haben, ist von geschichllicher Bedeutung.

Daß es Ihnen vergönnt war, auf dem Gipfel Ihrer Schaffenskraft Ihr Lebenswerk im Amte des höchsten Richters des Reiches zu krönen und datz Sie während der Führung des höchsten deutschen Richtcramtes dazu berufen wur­den, nach dem Tode des ersten Präsidenten des Deutschen Reiches als stellvertretender Reichspräsident an die Spitze des Reiches zu treten, das werden Sie als eine besonders gütige Fügung des Schicksals empfinden. Sie dürfen darin ober auch den Ausdruck größten Vertrauens und höchster Anerkennung für Ihre Person und Ihre Arbeit im Dienste des Reiches erblicken."

Rach einer herzlichen Würdigung der Persön­lichkeit des Reichsgerichtspräsidenten schließt das Schreiben:Empfangen Sie hiermit meinen tief empfundenen Dank. Persönlich wird mich mit Ihnen stets die Erinnerung verbinden, daß ich vor fast vier Jahren ausIhrerHand mein jetziges Am t entgegennehmen konnte. Meinem Danke schließe ich die besten Wünsche für Ihr weiteres persönliches Wohlergehen an. Ich spreche dabei die Hoffnung aus, daß Ihre umfassenden Kenntnisse und reichen Erfahrungen auf so vielen Gebieten des Lebens. Ihr hohes Ansehen innerhalb und außerhalb von Deutsch­land dem Vaterlande auch weiterhin von hohem Ruhen sein werde. In unabänderlicher Wert­schätzung und mit freundlichen Grüßen bin ich Ißr

gez. v. Hiadeuburs-

Aus aller Well.

Weimar erhebt eine Kopfsteuer.

Der Weimarer Stadtrat beschloß gegen die Stimmen der Linksparteien ein Ortsgesetz, nach dem gemäß einem Anträge der Rationalsoziali­sten von jedem über 18 Iahre alten Einwohner der Stadt künftig jährlich 6 Mark erhoben werden sollen. Steuerpflich- tig sind die Einwohner mit Beginn des der Vollendung des 18. Lebensjahres folgenden Rech­nungsjahres, sofern das der Einkommensteuer­erhebung nach Berücksichtigung sämtlicher Abzüge zugrunde gelegte Einkommen 2300 Mark jährlich übersteigt.

Konkurs der Stadl Glashütte in Sachsen.

Die Hhrenstadt Glashütte hat beim Amtsgericht Lauenstein Konkurs 'ängemetoet. Glashütte ist seiner mißlichen finanziellen Lage wegen nicht in der Lage, die seinerzeit ihm von der Aufsichtsbehörde genehmigte An lei he von 1 Million Mark zu verzinsen und zu tilgen. Die Hauptgläubigerin ist die Gemein­schaftsgruppe deutscher Hypothekenbanken.

Eine Schleusenbrücke eingeftürzl.

Ein schwerer Hnglücksfall ereignete sich auf der Straße von Wendisch-Rietz nach Silberberg in der Mark. Ein Traktor mit zwei Anhängern, der nach Deeskow fahren wollte, brach auf der Schleusenbrücke an der neuen Mühle durch und stürzte mit der Drücke in die Tiefe. Während der Fahrer sich durch rechtzeitiges Ab- springen retten konnte, wurde derBegleiter mit- gerissen und fand dabei den Tod.

DerRaubüberfall'' auf von Fredersdorfs. Ein Reklametrick?

Der seltsame Vorgang im Zimmer 168 deS Hotels »Exzelsior", wo am Montag der durch feinen Erbschaftsprozeß bekanntgewordene von Fredersdorfs als Opfer eines angeblichen Raubüberfalles betäubt und gefesselt aufgefunden wurde, konnte bisher noch nicht aufgeklärt werden. CS läßt sich aber nicht ver­hehlen, daß der dringende Verdacht besteht, daß es sich hier um einengemachten" Heberfall handelt, vielleicht, unt die Aufmerksamkeit der Oesfentlichkeit auf den nun schon seit Jahren schwe- bendenProzeß um dieErbschast desKammerdieners Friedri^sd. En, Fr.dersdorfs zu lenfsiuQIuifäl ig erscheint vor allem die Tatsache, daß der angeb­liche Dewohner dieses Hotelzimmers. S e l d i s, v. Fredersdorfs nach der Fesselung so auf den Doden gelegt haben sott, daß er ohne allzu große Anstrengung die fast über ihm hängende TeIe - Phonschnur erreichen, den Apparat herunter­reihen und sich der Fernsprechzentrale des Hotels bemerkbar machen konnte. Außerdem ist nicht recht ersichtlich, was dieser >große Hnbelannte" gerade mit einigen der angeblich geraubten Ak­tenstücken anfangen soll, die sich ohne wei­teres auf Grund der Prozehvorgänge bei den Gerichten und den in Frage kommenden Anwälten neu schreiben lassen.

So geheimnisvoll, wie diese Angelegenheit, ist bekanntlich auch die ganze Erbschaft. Der Rach- komme des Kammerdieners Friedrichs deS Drohen will vor einigen Jahren in der Spitze des Kirchturms eines märkischen Dorfe S dort verborgene Dokumente aus der fritieri- cianischen Zeit gefunden haben, aus tier.cn her­vorgehen soll, daß die Rachkommen FredersdorffS um ihr grohes aus Darvermögen und Grund­besitz bestehendes Erbe durch dunkle Machenschaf­ten gebracht worden seien, und zwar sollen sehr bekannte Mitglieder des märkischen und mecklen­burgischen Adels heute auf Gütern wohnen, die eigentlich den Rachkommen Freders- dorffs gehören sollen. Zur Beilegung die­ses Erbschaftsstreites war vor einigen Jahren aus gewissen verwandtschaftlichen Rücksichten auch Prinz Oskar von Preußen tätig, doch scheilerre seine CuermittlungdaEtion.

Die Weiierlaae.

Gvodtenios. oneitcr. Gnaro bedetat. e woliiia. »edeett. »Regeln »Schnee exOrauoein. B Nebel H Oetf.t'Tr^windltHle. sehe uicbte» CSl massiger SCdjudweSL Q slOrmrjcht' NOfdWest die »feite fliegen mit dem umde. Pie beiden Stationen stenenaeo Zah­len geben d<e Temperatür an. Oie Limen verbinden Orte eilt gieldieofc evk «ceresniveaa umgerechneten Loftdruck

Wettervoraussage.

Die ISlandftörung hat sich bereits wieder ab­geflacht und zieht nordostwärts weiter. Das aus­gedehnte Hochdruckgebiet dagegen hat seine Lage wenig verändert. Weiterer Druckanstieg in ihm läßt heute über England einen Kern von Baro­meterständen von 775 Millimeter erkennen. Der Hochdruckeinfluh beherrscht weiter unsere Wetter- fage. Trockenes und tagsüber ausheitemdes Wetter sind vorläufig zu erwarten.

VoraussagefurDonnerstag: Reblig- wolkig. tagsüber aufheiternd, milb und trocken.

Lufttemperaturen am 26. März: mittags 11,6 Grad Celsius, abends 5,2 Grad; am 27.März: morgens 5L Grad. lRaximum 11,8 Grad, Minimum 3,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Marz: abends 6,3 Grad; am 27. März: morgens 2#8 (Stob LelsiuL Niederschlag 0,5 tarn.