Ausgabe 
26.11.1929
 
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mich an. Ich bin hier ja keine Poluei un6 hüte mich, das Gesindel, das um mich herumstreicht, gegen mich aufhehen zu lassen. Deshalb lache ich nur und klopfe dem ertappten Taschendieb leicht auf die Hand. Damit ist der Fall für mich er­ledigt. Sin wüst aussehendes Frauenzimmer, eine wahre Megäre, versucht noch beim Heraustreten aus dem Speiselokal mit mir anzubändeln und läßt mit ihren Einladungen erst locker, als ich mich durch mehrere winklige Straßen durch­gedrängt habe und dem Corso älmberto zueile.

Tags darauf finde ich mich wieder auf der Quästur ein, um der Einladung des Quästors zu einer Besichtigungsfahrt durch das kriminelle Reapel Folge zu leisten. Leider hatte ich mir eine Halsentzündung zugezogen, so daß ich Be­denken hatte, zu der Fahrt einen offenen Wagen zu benutzen. Der Quästor war so liebenswürdig, mir sofort feine eigene geschlossene Limousine zur Verfügung zu stellen, in der ich in Beglei­tung eines Kriminalkommissars und zweier Kri­

minalbeamten Neapel durchstreifen konnte. Arn Abend hatte ich dann Gelegenheit, an einer offi­ziellen Razzia im Hafenviertel teilzunehmen. Die Durchführung dieser Razzia geschah etwa in der- selben Weise wie bei uns in Berlin. Der Razzia folgte dann eine große Massenaushebung, bei der ein ganzer Häuserblock von der Polizei um­zingelt und durchsucht wurde.- Alle Bewohner dieser Häuser hatten sich der Polizei gegenüber auszuweisen, gelang ihnen ihre Legitimation nicht, so wurden sie zur Quästur gebracht und dort einem eingehenden Verhör unterzogen. Ich war erstaunt, welche Massen Menschen in den einzelnen Häusern wohnten oder sich wenigstens darin aufhielten. 3m allgemeinen ging die Po­lizeiaktion ruhig vor sich, der Widerstand eines einzelnen, der später als entsprungener Sträf­ling festgestellt werden konnte, wurde schnell ge­brochen. Exakt und gewissenhaft arbeitete die Kriminalpolizei.

(Fortsetzung folgt.)

Wirtschaft.

* Inf olvenz P. Schlesinger - Trier L C o. Die Deutsche Waren-Treuhand 21. G. Hamburg-Berlin hat nunmehr einen Status der insolvent gewordenen Bankfirma Paul Schle­singer-Trier & Co , Frankfurt a M per 7. Novem­ber fertiggestellt, der jedoch noch als approxima­tiv bezeichnet werden muß. Rach diesem Status betragen unter den Passiven die Bankforderun­gen 497 000 Mark, fremde Kreditoren 620 000 Mark, Berwandte-Kreditoren 486 000 OKE., Rück­stellung für Wechselobligo 34 000 Mk. Rach Ab­zug von 62 000 Mk. bevorrechtigten Forderungen betragen die Passiven also insgesamt 1575 000 Mark^ Demgegenüber stehen nach Abzug der bevorrechtigten Forderungen in der angegebe­nen Höhe und 50 000 Mk. Kosten für Abwicklung und Steuern Aktiven von nur 218 000 RM. Es ergibt sich demnach eine Quote von rund 14 v. H. Durch den Forderungsverzicht der Derwandten- Kreditoren von 436 000 Mark erhöht sich die Quote auf rund 20 v. H. Durch vorsichtige Ver­wertung der Aktivmasse und aus sonstigen Mög­lichkeiten, die zur Zeit erörtert werden, kann sich die Quote unter Umständen noch weiter er­höhen, so daß vielleicht mehr als 30 v. H. aus­geschüttet werden können.

* Zur Insolvenz Fiorino 8- Sichel in Kassel. Wie WTB.-Handelsdienst hört, sind die Darmstädter und Nationalbank, die Deutsche Bank und Discontogesellschaft und das Bankhaus L. Pfeiffer bereit, in geeigneten Fällen den Schuld­nern des Bankhauses Fiorino & Sichel in Kassel mit Krediten zur Seite zu stehen und Gläubiger im Falle des Bedarfs mit Vorschüssen zu unterstützen. Wie dieser Dienst rveiter hört, ist oas früher be­stehende Kommanditoerhältnis der Darmstädter und Nationalbank zur Firma Fiorino & Sichel schon vor mehreren Jahren gelöst worden. Die Beziehun­gen zu dieser Firma beschränken sich seit jener Zeit lediglich auf laufenden Verkehr. Für ihre unerheb­lichen Forderungen ist die Bank voll gedeckt.

* Zahlungsein st ellung d e s Bankhau­ses Sy Schi rme r, Kassel. Nachdem die wegen einer Stützungsaktion eingeleiteten Verhandlungen sich zerschlagen hatten, hat die Dank Sy Schirmer in Kassel gestern ihre Zahlungen einstellen müssen. Am Bankeingang wurde durch Anschlag folgendes be­kanntgegeben:Infolge der durch den Zusammen­bruch der Firmen Andre & Herzog und Fiorino & Sichel heroorgerufenen Anstürme habe ich die Zahlungen einstellen müssen." Nach eingehender Prüfung des Statuts ist vom Amtsgericht das gericht­liche Vergleichsverfahren zur Abwendung des Kon­kurses eröffnet worden. Den Verbindlichkeiten in Höhe von rund 2 Millionen Mark stehen sofort greifbare Aktiven in Höhe von 1,4 Millionen Mark entgegen, außerdem sind noch verwendbare Sicher­heiten in Höhe von 300 000 Mark vorhanden. Bei diesem Stand der Angelegenheit hat sich das Gericht veranlaßt gesehen, das gerichtliche Vergleichsver- fähren anzuerkennen.

* Zahlungseinstellung des Bank­hauses Max Sichel & C o.. Düssel­dorf. Das Bankhaus Max Sichel & Co. in Düsseldorf, das sich seit einiger Zeit in Zah­lungsschwierigkeiten befand, die durch Bereit­stellung eines Heberbrückungskredites von be­freundeter Seite zunächst beseitigt schienen, ist nun durch die ungünstige Börsenlage und Ver­luste bei der Kundschaft zur Zahlungseinstellung gezwungen worden. Heber die Höhe der Ver­bindlichkeiten sind bestimmte Angaben noch nicht zu erhalten.

* Zahlungsei njt ellung des Bank­hauses Max Mueller in Gotha. Das Bankhaus Max Mueller in Gotha hat sich ge­zwungen gesehen, gestern die Schalter zu schlie­ßen und beim Amtsgericht Gotha die Eröffnung des Vergleichsverfahrens zu beantragen. Cs sind aussichtsreiche Verhandlungen mit einer größeren Bank eingeleitet mit dem Ziele, einen Teil des Geschäftes auf diese Dank zu übertragen.

' Elite-Diamantwerke.A. °G. ,Sieg- m a r. In der gestern abgehaltenen Versammlung einer Reihe von Grohgläubigern der Gesellschaft wurden die Feststellungen der seinerzeit von den Gläubigern eingesetzten Prüfungskommission be­sprochen, die sich besonders mit der Prüfung des Geschäftsverkehrs zwischen der Adam Opel-A.-G. und der Elite-Diamantwerke-A.--G. beschäftigt hat. Es wurde einstimmig beschlossen, die ange­botene Vergleichsquote von 50 Prozent abzu- lehnen und eine solche von 75 Prozent zu for­dern. Für die Erfüllung eines Vergleichs auf dieser Basis müsse ausreichende Garantie ge­leistet werden.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 26. Rov. Tendenz: schwä­cher. Am heutigen Liquidationstage schritt die Spekulation zu Exekutionen, und es ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse erneute Abschwächungen, die teilweise größeres Ausmaß annahmen. Anregungen waren wieder kaum vorhanden, ebenso fehlten Aufträge, so daß die Börse keine Stütze hatte. Die unsichere Börsensituation in Reuyork war ebenfalls ein verstimmender Faktor. Die leichte Erholung gegen Schluß konnte keinen Eindruck machen. Man stand immer noch unter dem Ein­fluß der sich immer mehr anhäufenden Insolvenzen. 3m allgemeinen war das Ge­schäft auf dem ermäßigten Kursniveau etwas lebhafter. Unter besonderem Kursdruck stan­den Westeregeln mit minus 6,5 v. H. und Salz­detfurth mit minus 6 v. H Auch in Deutsche Linoleum war ziemliches Angebot vorhanden, so daß sich hier ein Verlust von 5 v. H. ergab. Am Elektromarkt büßten AEG. 2,25 v. H., Berg­mann 3,75 v. Sy, Gesfürel 3 v. H., Schuckert 3,5 v. Sy und Siemens 5 v. H. ein. Wenig verändert lagen Lahmeyer. Am Chemiemarkt hattenDeutsche Erdöl einen Spihenverlust von 4,5 v. H. aufzu­weisen. Farben eröffneten 3,13 v. Sy, Rütgers- werke 3,25 v. H. und Goldschmidt 2,5 v. H. schwä­cher. Am Montanmarkt gaben Klöckner 2,5 v. H. und Mannesmann 3 v. H. nach. Die übrigen Werte dieses Marktes bis zu 1,25 v. Sy niedriger. Banken geschäftslos. Am Schisfahrtsmarkt lagen Hapag 3 Proz. und Norddeutscher Lloyd 1,5 Proz. ab­geschwächt. Aku-Aktien minus 1,5 Proz. 3m Gegensatz zur Allgemeintendenz standen Reichs- bantanteite, die auf Käufe für Berliner Rechnung zirka 8 Proz. gewinnen konnten. Ein erschöpfen­der Grund für diese Bewegung war nicht zu er­kennen, doch dürfte vielleicht der günstige Re ichsbankausweis eine gewisse Rolle ge­spielt haben. Renten ruhig, aber überwiegend schwächer. 3m Verlaufe hielt die Verstimmung an. Die gute Sage der Reichsbankanteile und der günstige Reichsbankausweis konnten nur vor­übergehend eine etwas freundlichere Stimmung Hervorrufen. Später kam erneut Material heraus, und die Kurse tagen zirka 1 Proz. unter Anfang. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 Proz. un­verändert. Geld über Ultimo 8,25 bis 9,25 Proz.

Am Devisenmarkt war die Lage wenig verändert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1781, gegen Pfund 20,388. gegen Paris 123,8450, London gegen Kabel 4,8785, gegen Madrid 35,60, gegen Mailand 93,19, gegen Holland 12,0575.

Berliner Börse.

Berlin, 26. Rov. Für die heutige Börse lagen, mit Ausnahme des widerstandsfähigen gestrigen Reuyorker Borsenverlauses, Anregun­gen so gut wie gar nicht vor. Das Ange­bot aus Exekutionen und Liquida­tionen war größer als sonst. Ganz wenige Märkte ausgenommen, verloren die Eröffnungskurse in erheblicherem Umfang. Man sprach von neuen Bankschwierigkeiten in Kassel und erstmalig wieder größerem Angebot von Auslandseite. Eine große Anzahl von Nebenwerten erschienen mit Minus-minus-Zeichen. Unter diesen befanden sich Goldschmidt, Bayr. Motoren-Werke, Berlin-Karls­ruher Industrie und Maschinenbauunternehmungen. Bei den schweren Werten wie Schubert & Salzer, Berger, Pemberg, Chadeaktien, Schuckert, Schlesische Gas usw. konnte man Verluste von 5 bis 8 v. Sy feststellen. Farben büßten 4,25 v. Sy ein, Kaliwerte 7 bis 8 d. Sy, Montanpapiere 3 d. Sy usw. Durch stärkere Widerstandsfähigkeit fielen Reichsbank­anteile, Ostwerke, Schultheiß, Schlesische Textil und Svenska auf. Heute wurde erstmalig eine einheitliche Notiz für die OO-Bank (Deutsche und Disconto) festgestellt; der Kurs stellte sich 0,75 d. Sy niedriger. Deutsche Anleihen nachgebend. Ausländer behauptet. Pfandbriefe schwächer. Der Geldmarkt war bei un­veränderten Sätzen in sich etwas steifer. Nach den ersten Kursen war die Tendenz weiter nervös und unsicher. Eine Regelmäßigkeit in der Kurs­gestaltung war nicht vorhanden. Sehr fest lagen Reichsbankanteile mit plus 4 v. Sy, und einige zu Anfang besonders stark gedrückte Papiere erzielten ebenfalls 1» bis 2-v. H.-Erholungen. Gesfürel ver­loren 3,25 v. Sy, was man mit Marktvorbereitungen für die jungen Aktien zu erklären suchte. Der Reichsbankausweis für die dritte No­vemberwoche ist mit einer Entlastung um etwa 220 Millionen, einer Notenabnahme um 200 Mil­lionen, einer Devisenzunahme um etwa 20 Millionen und einer Besserung der Deckung aus 53,7 v. Sy bzw. 63,1 v. H. als g u t zu bezeichnen, sand aber zunächst wenig Beachtung. Später regte er, ebenso wie die feste Haltung der Reichsbankanteile, eher etwas an.

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

Gießen, 20. Rov. Eine Militärperson hat zwecks Erlangung eines kleinen Darlehens eine Bürgschaftserklärung fälschlich angefertigt. Sie er­hielt auch das Darlehn. Das Manöver wurde aber alsbald aufgedeckt und Anzeige erhoben. Heute hat sich der Täter wegen qualifizierter Urkundenfälschung und Betrugs zu verantworten. Strafe: 2 Wochen Gefängnis unter An­nahme mildernder Hmstände.

Ebenfalls wegen Urkundenfälschung Fäl­schung mehrerer Bestellscheine war ein noch nicht vorbestrafter junger Mann angeklagt. Mit Rücksicht auf sein Geständnis ließ das Gericht weitgehendste Milde walten und erkannte auf 10 Tage Gefängnis.

Ein mehrfach wegen Diebstahls vorbestrafter auswärtiger Maurer war rückfällig geworden. Es wurde eines schweren Diebstahls und meh­rerer einfacher Diebstähle beschuldigt. Direkte Zeugen für die Straftaten sind nicht vorhanden, sondern nur 3ndizien. Der Staatsanwalt hält nach Schluß der eingehenden Beweisaufnahme den Beweis für die Täterschaft des Angeklagten in -mindestens 3 Fällen für erbracht: im vierten Falle könne man allerdings zweifelhaft fein, ob das Belastungsmaterial zur Heberführung hin- reiche. Das Gericht ließ Verurteilung in allen Fällen eintreten und sprach eine Strafe von 1 3ahr 3 Monaten Gefängnis, abzüg­lich 3 Monate Hntersuchungshaft, aus.

Ein Kohlenhändler und dessen Kraftwagen­führer waren der fahrlässigen Tötung und Kör­perverletzung angeklagt. Ersterer hat seinen Last­kraftwagen für Kohlentransport eingerichtet an einem Sonntag im 3uli l. 3. zur Fahrt von etwa 25 Personen gegen 40 Pf. Fahrgeld pro Person hergerichtet, ohne sich von dem guten Zustand der Fußbremse zu überzeugen. Diese funktionierte nicht. Auch befestigte er die Sih- bänke für die Fahrgäste nicht. Damit verstieß er in doppelter Hinsicht gegen die Vorschriften der Kraftfahr-Derkehrsordnung. Desgleichen der zweite Angeklagte. Der in Betrieb genommene Wagen geriet an einer Stelle der Landstraße mit

starkem Gefalle und scharfer Kurve ins Schleuberü und kippte um, mit den Rädern nach oben. Ein Fahrgast wurde von dem Wagen erdrückt und starb bald darauf, elf andere wurden mehr oder weniger verletzt. Die Verhandlung ergab, daß der Wagenführer weder die Handbremse gezogen noch den geringeren Gang eingeschaltet hat. Beide Angeklagte wurden zu j e 3 Monaten Ge­fängnis verurteilt, sowie in die Kosten bcS Verfahrens.

Amtsgericht Gießen.

Von besonderem 3nteresse, und zwar namenk- lich für Besitzer von Gärten und Ländereien, war eine Verhandlung auf Grund des § 368 Et.G.D., wonach sich strafbar macht, wer in ge­fährlicher Rähe von Gebäuden und feuerfangen­den Sachen Feuer anzündet. Der Beschuldigte hat im 3uli gegen 1/$9 Hhr abends, wie dies all­gemein üblich ist und auch zum Gartenbetrieb ge­hört, ein Feuer in seinem Garten angesteckt, um Hnkraut, Reisig u. dgl. zu verbrennen. .Unmittel­bar an den Garten, etwa 12 Meter von der Feuerstätte entfernt, grenzt eine mit Heu ge­füllte Scheuer, die in ihrem oberen Teil mit Brettern verschalt ist. Zu entscheiden war die Frage, ob bei der angegebenen Entfernung von einergefährlichen Rähe" gesprochen werden kann. Sie kann nicht ohne weiteres bejaht wer­den. Eine gegenteilige Ansicht würde für Garten­besitzer unliebsame Konsequenzen nach sich ziehen. Hm die Frage bejahen zu können, müssen noch besondere Umstände hinzutreten, die die Stelle zu einer gefährlichen machen. Solche find aber im Fragefall reichlich vorhanden gewesen. ES war trockenes Wetter und nicht windstill. Deo Wind hatte die Richtung nach der Scheuer zu« denn dorthin zog der Qualm und der Rauch des Feuers. Der bedrohte Eigentümer der Scheuer hatte die Wahrnehmung gemacht, daß auf der Feuerstätte plötzlich die Flamme etwa 3 Meter einporschlug^ 3m übrigen nahm er allerdings nur ein Glimmen, Qualmen und Rauchen wahr. DieS war auch von dem herbeigerufenen Polizei­wachtmeister wahrgenommen worden. Roch um 10 Uhr bemerkte der Anlieger das Glimmen des« Feuers. 3m Garten diese Tatsache war schließ­lich die entscheidende befand sich zu dieser Zeit kein Mensch, so daß gegebenenfalls weder einer durch den Wind veranlaßten Ausdehnung des Feuers, noch einem etwaigen Funkenflug bei Zeiten Einhalt hätte getan werden können« 3n der Dretterverschalung der Scheune hatten sich infolge der sommerlichen Hitze Spalten ge­bildet, durch die Heubündel und Heubüschel her­ausragten. Rach alledem konnte das Gericht be­denkenlos zu der Feststellung gelangen, daß daÄ Feuer tatsächlich ingefährlicher Rähe"^ von feuersangenden Sachen angezündet worden war« Mit dieser Feststellung ist aber der Tatbestand der oben angezogenen Gesetzesstelle erfüllt, und der Angeklagte war zu bestrafen. Eine mäßige Geldstrafe schien ausreichend.

Letzte Nachrichten.

3um Explosionsunglück in Essen.

Essen, 26. Rov. (WTD. Funkspruch.) Der Zustand der nach dem gestrigen Sxplosions- Unglück auf dem Weberplah in die Essener Krankenanstalten eingelieferten 21 Verletzten ist, bis auf zwei, zufriedenstellend. Der 3 n h a b e r des Haushaltswarengeschäftes in dem Hnglückshause liegt bedenklich darnieder; feinem Sohne mußten beide Deine abge­nommen toerben.. Die Hrsache des Hnglücks konnte noch immer nicht aufgeklärt werden.

Oie Düsseldorfer Morduntersuchung. Kein Verdacht gegen Stelzer.

Düsseldorf, 26. Rov. (WTD. Funkspruch.j Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums mit­teilt, lassen sich die in der Wordafsäre gegen Stelzer erhobenen Verdachtsmomente nicht aufrechterhalten. Stelzer, der als Täter für die Düsseldorfer Morde also nicht mehr in Betracht kommt, wurde der Mettmanner Polizei­verwaltung überwiesen, die ihn durch den Kreis­arzt untersuchen ließ. Dieser ordnete die Heber- sührungStelzers in eine Heilanstalt an, wo er auf seinen Geisteszustand beobachtet werden soll.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 d.Sy, Lombardzinsfuß 8 o.Sy

Frankfurt a M

Berlin

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89

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46,5

46,5

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8% Pr. Landeapsondbttefan stall,

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7% Pr. Landeopfandbttesanstalt,

95

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Berlin, 25. November

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Englische Nolen .... flranzvjische Nolen . . .

20,32

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16,405

16.465

Holländische Noten ...

I68.06

168.74

Ilaltenische Nolen....

Norwegische Noten . . .

21,76

111,55

21,64

111,99

Deutsch-Oesterreich, 4 100 Schilling

58.53

58.77

Rumänische Noten . .

2.467

2.487

Schwedische Noten . . .

112,05

112,49

Schweizer Noten ....

Ä Ä -

80,92

81.24

Spanische Nolen ....

T'chechoslowakische Noten.

e .

57,38

12,33

58.62

12.39

Ungarische Noten . .

72,80

73,10

Devisenmarkt Berlin

Frankfurt a. ZK.

25 November

26 November

Amtliche Notierung

Amtliche Not erung

Geld

Bries

Geld

Brtel .

vtmiuiHott.

168,43

168,77

168.41

168.75

Buen.-Aireb

1,724

1,728

1.724

1.728

Brss-.Antw

58.365

58.485

58,365

58.485

Lbristiania.

111,81

112,03

111,79

112,01

.skopenhaaen

111,85

112,07

111.84

112,06

Stockholm -

112.25

112,47

112,27

112.49

HeliingforS.

10,49

10,51

10,486

10,506

Italien. . .

21.85

21,89

21,84

21,88

London. . .

20,358

20,398

20,355

20,395

Neuyork . .

4,1740

4,1820

4,173

4,181

Paris. . . .

16,43

16,47

16.435

16,475

Schweiz ..

81,00

81,16

80,985

81,145

Ipanteu.

57,64

57,76

56.87

56,99

^apan - -

2,043

2,047

2,044

2,018

'N io de Ian

0,4870

0,4890

0,489

0,491

Wien in D-»

Ceft abgcfl

58,70

58.82

58,715

58,835

Prag . . . .

12,377

12,397

12.38

12,40

Helirad . -

7,394

7,408

7,394

7,408

Dadavest. . Bulgarien

73,03

73,17

73.04

73,18

3,016

3.022

3,016

3,022

L'iiabon

18,80

18.84

18,80

18.84

Danzig. . .

ffpnft mtin.

81.43

81,59

81,395

81,555

1,949

1,953

1,948

1,952

Atven. . .

5,435

5,445

5.43

5,44

Lanada

4,124

4,132

4,126

4.134

iiru uay - .

4.016

4,024

4,016

4,024

Latro .. .

20,88

20,92

20,875

20,915