Ausgabe 
26.11.1929
 
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des Reichstages in nächster Zeit große außenpoll- tische Aussprachen stattsinden werden. Auch der Reichsminister des Auswärtigen. Dr Lurtius. wird vermutlich Im Reichstag vorläufig nicht sprechen. Dagegen wird er am morgigen Dienstag im Aus­wärtigen Ausschuß des Reichstages die außenpolitischen Fragen eingehend behandeln, vor allem die bevorstehende Haager Schluhkonseren; und die deutsch-polnischen Verträge.

Im Gegensatz zu den außenpolitischen Fragen werden in nächster Zeit die innenpolitischen den Reichstag intensiver beschäftigen: Zunächst steht das Freiheltsgeseh zur Beratung, dann das neue Gesehzum SchuhderRepublik, und ob dann bereits der neue haushalt spruchreif sein wird, hängt einstweilen von den Umständen ab.

Ueber die Besprechung beim Reichskanzler be­richtet da»Bert. Tageblatt" noch: Ueber die Be­handlung des sog. Freiheitsgesehes im Reichstag herrschte völlige Uebereinstirnrnung unter den Regierungsparteien. Die von den Anhängern des Volksbegehrens geforderte Beratung in einembefonderenRelchstagsousfchuß wird von den Regierungsparteien nicht zu ge­standen: das parlamentarische Schicksal der Vor­tage soll sich im Reichstage soschnellwiemög- l i ch entscheiden. Die Regierungsparteien wollen sich hierbei aus die Abgabe ganz kurzer Erklärungen be­schränken. Uebrigens dürfte die Beratung nicht am Donnerstag, sondern erst am Freitag dieser Woche möglich werden, weil die F r i st e n für das erst gestern abend dem Reichstag zugeleitete Gesetz gewahrt werden müssen.

LautVoss. Ztg." sind sich die Regierungsparteien darüber einig, daß, solange die Verhandlungen über die neue Reparationsregelung nicht endgültig abgeschlossen lind, cs ratsam ist, große De­batten über den youngplan oder gar Beschlüsse, die die Reichsregierung irgendwie f e st l e g e n könn­ten, zu vermeiden.

Oer Entwurf des neuen Reichsbahngesetzes.

Stärkerer Einfluß der Rcichsregierung.

Köln, 26. Nov. (Privatmeldung.) DieKölnische Zeitung" veröffentlicht die wesentlichsten Äenderun- aen des Rcichsbahngesetzes und der Gesellschafts­satzungen der Reichsbahn, die die Regierung auf Grund der Pariser Verhandlungen vorschlägt. Da­nach muß der Reichsoerkehrsminister, der das Reich in Zukunft in seinen Aussichts- und hoheitsrechten vertreten soll, zu Tarifände­rungen derDeutschen Reichsbahn" feine Genehmigung geben. Verweigert er sie, so entscheidet das Tarifschiedsgericht, das als Beschlußsenat des Reicheoerwaltungsgerichts anstelle des bisherigen Reichsbahngerichts eingerich­tet wird. Der Reichsverkehrsminister kann ferner selb st Tarifveränderungen verlangen, über die das Tarifschiedsgericht als letzte Instanz entscheidet. Der Minister hat das Recht, in gewissem Rahmen an den Verwaltungsrats­sitzungen t e i l z u n e h m e n. Er übt als Ver­treter des Reiches ein weitgehendes A u f s i ch t s - recht aus. Der Derbehrsminifter bestimmt end­gültig über Neubauten oder bauliche Aenderungen. Die Reichsregierung ernennt sämtliche 18 Verwaltungsratsmitglie­der, die nach dreijähriger Amtsdauer ausscheiden. Der Präsident des Verwaltungsrates wird nach Stellungnahme der Regierung ernannt. Der Verwaltungsrat selbst muß zur Wahl des Generaldirektors er st Fühlung mit der Reichsregierung nehmen. Die Reichsregie- rung kann vom Verwaltungsrat bei Verletzungen der Gesellschaftssatzungen Entlastung des General­direktor^ verlangen. Berufsverhältnisse der Beamten sind den für Reichsbeamte gelten­den Vorschriften anzupassen, hält die Bahn Lieferungen für erforderlich, so kann sie diese nur nach Erörterung mit der Regie­rung vorschlagen. Die Entscheidung trifft wieder das Schiedsgericht. Die bisherigen Bestimmungen über Beamte nach dem Stand vom 1. Oktober 1929 sollen cty im Einverständnis mit der Regierung er­lassen gelten. Damit ist der Grundsatz des Berufs­beamtentums gewahrt.

Oie Saarbesprechungen in Paris.

Paris, 25. QIod, (WB.) Die im Kommu­nique der Eröffnungssitzung der Saarkonferenz vorge'ehenen offiziösen Besprechungen zwischen den Führern der deutschen un) der fran­zösischen Saardelegationen haben heute nach­mittag um 5.30 Uhr begonnen. Die Bera­tungen, an denen auch die Vorsitzenden der inzwischen innerhalb der beiden Delegationen gebildeten drei Unterausschüss e trilnah- men, dienen der Aufstellung eines Ar­beitsprogramms dieser drei Unteraus­schüsse. Als Ergebnis der Besprechungen kann festgestellt werden, daß schon in den nächsten Tagen die Kohlen- und die Wirtschaftskom- misiion ihre gemeinsamen Arbeiten beginnen werden.

Düren geräumt.

Düren, 25. Aov. (WTB.) Heute mittag kurz nach 12 Uhr haben d ie letzten französi­schen Besahungstruppen Düren ver­lassen, nachdem vormittags die Fahne vom Kasernengebäude in der üblichen Weise herun­tergeholt worden war. Die Uebergabe sämtlicher Gebäude ist ordnungsmäßig er­folgt. Düren rüstet nunmehr zur Defreiungsfeier, die am kommenden Samstag und Sonntag statt- sindet.

Oer neue Butterzols.

Abänderung des Handelsabkommens mit Finnland.

Berlin, 25.Aov. (WTB.) Verhandlungen mit Finnland über die Abänderung des geltenden Handelsabkommens vom 26. 3uni 1926 waren notwendig geworden, weil die durch das Gesetz vom 3.3uH" 1929 erhöhten Zollsätze für Butter und Rahm gegen­über den Haupteinfuhrländern nicht wirksam wer­den konnten, solange diese Zollsätze gegenüber Finnland vertragsmäßig auf 27,50 und 20 Mk. gebunden waren. Die Verhandlungen sind nunmehr durch Unterzeichnung eines Zusatz­abkommen- beendet worden. 3n dem Zusatz­abkommen werden die deutschen Zollsätze für Butter den Bestimmungen des Gesetzes vom 3. Juli 1929 angepaßt. Sie betragen also bis

zum 31. Dezember 1933 50 Mk., vom 1. Januar 1934 ab 40 Mk. und vom 1. Januar 1936 ab 30 Mk. Außerdem verzichtet Finnland auf die bisherigen Bindungen der Zollsätze für Rahm und Milch. Von deutscher Seite werden neue Zugeständnisse gemacht namentlich für die Einfuhr von Renntierfleisch und bei ge­wissen Positionen der Papier- und Holz- Industrie. Der neue Dutterzoll von 50 Mk. wird, wenn das Zusatzabkommen von den gesetz­gebenden Körperschaften beider Länder ange­nommen wird, voraussichtlich spätestens Anfang Januar 1930 in Kraft treten.

Oie Bombenaffäre.

Ein vereitelter Anschlag zur Befreiung Herbert Golcks.

Hamburg, 26. Aov. (WTB.) Die in der Dombenaffäre tätigen Fahndungsbeamten in Altona haben einen verbrecherischen Plan aufgedeckt. Die Behörden erhielten rechtzeitig Kenntnis von einem Hebers all, der am Samstag auf das Altonaer Polizei­präsidium geplant war, in dem sich be­kanntlich zur Zeit eine größere Anzahl der Ver­hafteten in Llntersuchungshaft befindet. Aach den Informationen, die der Behörde zugingen, war geplant, den zur Zeit in Altona zur Verneh­mung inhaftierten Herbert V o l ck zu ent­führen oder zu beseitigen, weil die Verschwörer fürchteten, daß Volck, der offenbar über sämt­liche Attentate genau unterrichtet ist, zuviel für sie Belastendes a u s s a g e n könnte. Der Anschlag unterblieb, da die Behörden durch schärfste Bewachung und Absperrmahnahmen die Durchführung u n m ö g - l i ch machten. Gegen seine Urheber, deren Aamen im Zusammenhang mit der Bombenattentats­affäre und den Bauernprozessen der letzten Zeit bekannt sind, wird gefahndet. Eine Anzahl von Personen, die über die verbrecherischen Pläne der Behörde Mitteilung gemacht hatten, wurde zunächst in Schutzhaft genommen.

Reue Vorlagen im Hessischen Landtag.

WHP. Dar m st a d t, 25. Nov. Dem Hessischen Landtag ist eine Reihe neuer Vorlagen zugegangen. Der Finanzminister fordert für die Beschaffung von Badewäsche fürBad-NauheimZO000Mk., für die Instandsetzung des Billardzimmers 6360 Mk., für die Herrichtung des Teiches 5300 Mark (für die der Pächter die Verzinsung übernehmen will) und für die Errichtung einer Auto- und Leörgüterhalle für den Staatsquellenvertrieb 15 900 Mark, für die der Pächter ebenfalls die Verzinsung übernehmen will.

Für bauliche Herstellungen in Bad Salzhau­sen werden 4240 Mark angefordert. Vorbehaltlich der Einstellung in den neuen Stoatshausvoranschlag für 1930 verlangt der Finanzminister Vorentschei­dung, da die Anschaffungen und die Arbeiten bis zum Beginn der neuen Kurzeit beendet sein müssen.

Die Justizverwaltung legt einen Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung der Gebühren­ordnung für die Notariats- und die Gerichtsgebühren vor. Es werden insbeson­dere die von den Parteien wiederholt gewünschten Aenderungen bet der Kostenberechnung für die Er­teilung eines sog. beschränkten Erbscheines, für Be- urkundungen von Anmeldungen zum Schiff-, Han- dels°, Genossenschafts., Muster- und Dereinsregistcr behandelt, z. B. bei Anmeldung des Eintritts oder des Ausscheidens von Gesellschaftern, Prokuristen, Geschäftsführern und Liquidatoren. Hier bedeuten die gegenwärtigen Notariats- und Gerichtsgebühren eine ungeheuerliche Belastung der Wirtschaft. Nach den vorgesehenen Aenderungen sollen die Gebühren für diese Eintragungen inderRegell5Mark betragen, nach der Lage des Falles eventuell we­niger oder mehr, aber höchstens 307,50 M k. Auch die Gebühren für die Erteilung eines be­schränkten Erbschaftsscheines und die Eintragungen in die Register werden im Gesetz in entgegenkom­mender Weise geregelt.

Oie deutschen Auswanderer.

Aussichten für eine Verständigung mit der

Sowjetunion.

H a m b u r g, 25. Aov. (WTB.) Der Moskauer Korrespondent desHamburger Fremdenblattes" meldet: In der Frage der deutschen Abwanderer aus Moskau hat sich jetzt eine gewisse Aus­sicht auf Annäherung der deutschen und der sowjetrussischen Auffassung eröffnet. Der A b- transport der Kolonisten ins Innere des Landes, der bis zum Mittwoch acht Züge mit durchschnittlich 200 bis 300 Personen umfaßte, ist e i n g e st e l l t worden. Als Ziel des Mei­nungsaustausches zwischen dem deutschen Ge­schäftsträger. Botschaftsrat v. Twardowski, und dem stellvertretenden Volkskommissar, Litwinow, wird von deutscher Seite versucht, die Aus­reiseerlaubnis für diejenigen deutschen Ko­lonisten zu erhalten, die sich bereits in Leningrad befinden oder sich bet Moskau angesammelt haben. Cs sind dies noch rund 10 OOOPersonen. Sie werden zur Zeit durch Miliz registriert. Für andere Gruppen die gleiche Vergünstigung der Abzugsfreiheit zu erreichen, ist aussichtslos.

In H a m m e rr st e i n sind in dem dortigen Laaer die Vorbereitungen für die Auf­nahme der Kolonisten im vollen Gange. Es wurde mit allen zur Verfügung stehenden Mit­teln gearbeitet. Der Direktor des Lagers, Ma­jor a. D. F u ch s, ist bereits am Samstag in Hammerstein eingetroffen. Brennmaterial und sonstige Vorräte wurden herangeschafft. Das La­ger dürfte, falls die Gerüchte, die von einem Eintreffen der ersten Auswanderer am Mittwoch sprechen, sich bewahrheiten, dann so weit instand gesetzt sein, daß es ein genügendes Unter- kommen bietet.

Bucharin, Rylow und Tomsli unterwerfen sich.

Kowno, 26. Aov. (TU.) Wie aus Mos­kau gemeldet wird, haben Bucharin, Rh - kow, Tonrskt und U g a r o w, dem Zentral­komitee der Kommunistischen Partei eine Er­klärung übermittelt, in der sie darauf Hinweisen, daß seit eineinhalb Jahren zwischen ihnen und der Mehrheit des Zentralkomitees in tak­tischen und politischen Fragen Meinungs­verschiedenheiten bestanden Hütten. Ihre Anschauungen hätten sie in einer Reihe von 1 Schriften und tn Vollsitzungen deS Zentral­

Aus aller Wett.

Ein Ehrenpokal für den IDeltflleger Freih. v. König-Warthausen.

Der Reichspräsident empfing den Welt- flicaer Freiherrn v. König-Warthausen und über­reichte ihm unter Glückwünschen für seine außerge­wöhnliche Leistung den ihm zugesprochenen Ehren­pokal. Bei der Ueberreichung waren die Eltern des Fliegers anwesend.

Ein Revolveranschlag in bet SL Pelersklrche.

Am Sonntagabend hat sich in öer 6t. Pe - terskirche ein aufsehenerregender Vorfall er­eignet. Als die Chorherren von St. Peter sich nach der Vesper aus der Chorkapelle im Zuge tn die Sakristei begaben, versuchte eine junge Schwedin den Bischof Smith zu erschießen. Sie zog plötzlich einen Revolver aus der Tasche und drückte dreimal hintereinander ab. Die Waffe versagte jedoch. Monsignore Prinz Georg von Bayern, der ebenfalls Chorherr von St. Peter ist, entwaffnete die Angreiferin. Die Schwedin hatte keine Ausweise bei sich und lehnte im Verhör jede Auskunft ab. Eine Un­tersuchung des Revolvers ergab, daß er mit sechs Patronen geladen war, von denen drei Der- fatjer aufwiesen. Bischof Smith erkannte die Täterin als die Schwedin Gudrun Margarethe R a m st a d, die sich seit einiger Zeit in Rom aufhält und als Stickerin tätig ist. Sie war mittellos und hatte sich an den Bischof Smith mit einem Ersuchen um Stellenvermitt­lung gewandt. Smith hatte ihr versprochen, sich umzutun, bisher aber keine Beschäftigung für sie gefunden. Anscheinend hat sich die Schwe­din an dem Bischof rächen wollen, weil er sich nach ihrer Ansicht nicht genügend ihrer Loge­

komitees und der Zentralkommission vertreten. Aunmehr hielten sie es für ihre Pflicht, zu erklären, daß in diesem Streite die Partei und das Zentralkomitee im Recht gewesen seien. Die von ihnen vertretenen Anschauungen seien falsch gewesen. Jetzt, wo sie ihre Fehler eingesehen hätten, seien sie bereit, mit allen Kräften jede Abwei­chung ihrer Partei von der Generallinie zu bekämpfen und in erster Linie jeden Kampf gegen die Rechtsopposition aufzunehmen, um alle Schwierigkeiten bei dem sozialistischen Auf­bau aus dem Wege zu räumen.

Oie Beisetzung Clemenceaus.

Eine rrauerkundgebung der Kammer.

Paris, 25. Aov. (Täl. Funkspruch.) Die sterb­lichen Lleberreste Clemenceaus, die in der Äacht zum Montag in feine Geburtsstadt überführt wurden, sind in den Montagvormittagsstunden in aller Stille beigefeit worden. An der Beerdigung, die dem letzten Willen des Ver­storbenen entsprechend neben dem Grabe seines Vaters stattfand, nahmen nur die Familienmitglieder Clemenceaus sowie einige wenige intime Freunde teil. Der Friedhof war ringsherum von der Gendarmerie abge­sperrt und der Bevölkerung jeder Zutritt wäh­rend der Deisetzungsfeierlichkeiten verboten.

Aach demEcho de Paris" hatte Clemenceau in seinem letzten Willen bestimmt: Ich möchte neben meinem Vater liegen; auf dem Grab soll der Stein des antiken Hellas liegen, den ich mir aus Griechenland mitgebracht habe, ohne Inschrift, ferner das Kästchen, das auf meinem Schreibtisch steht, mein Stock, einige Blumen, die ich in den Llnterständen gepflückt und ausbewahrt habe.

Aach demPetit Parisien" wird In den Sarg auch eine Handvoll Erde von der Front bei Douaumont gelegt werden. Die Regierung hat, um den letzten Willen des Ver­storbenen zu achten, auf die nationale Be­erdigung verzichten müssen. Sie hat außer der Bestimmung, daß die öffentlichen Ge­bäude Halbmast zu flaggen haben, nur fol­gende Kundgebungen angeordnet: 3m Augenblick der Beisetzung wird das Geschütz, das den Waf­fenstillstand am 11. "November 1918 ankün­digte, die gleiche Salve abfeuern. 3n ganz Frankreich werden zur gleichen Zeit solche Ge- schützsalven abgegeben werden. Am Sonntag, l.Dez., werden die ehemaligen Front­kämpfer zu Ehren Clemenceaus am Grabe des unbekannten Soldaten vorbeimarschieren. Der Präsidentder Republik, die Vorsitzenden und Vorstände von Kammer und Senat, die Mit­glieder des Parlaments, die Mitglieder des Pa­riser Stadtrats und des Rates des Seine-De­partements werden dieser Feier beiwohnen, an der auch die Bevölkerung von Paris teilnehmen kann.

Die heutige Kammersihung gestaltete sich zu einer Trauerkundgebung für Clemenceau. Kammerpräsident B o u i f f o n hielt die Gedächt­nisrede, in der er die Verdienste des Verstor­benen feierte. Er schloß mit den Worten:3ch rufe Clemenceau, der der Republik und Frank­reich diente, der die Republik und Frankreich ehrte, und der beiden die gleiche Liebe entgegen- brachte, heute die feierliche einstimmige An­erkennung des französischen Volkes zu." Hier­auf ergriff Ministerpräsident T a r d i e u das Wort, der ebenfalls Clämenceau als großen Patrioten feierte, der Frankreich vor dem Abgrund gerettet habe.

Frankreich rüstet zur Geeabrüstungskonferenz.

Die Vorbesprechung mit Italien.

Paris, 26. Nov. (WTB.-Funkspruch.) Heute vormittag findet im französischen Außenministerium eine Konferenz statt, an der Ministerpräsident Tar» dieu, Außenminister Briand, der Kriegsminister, der Marineminister, der Kolonialminister und der Luftfahrtminifter teilnehmen werden. Sie soll die erste Prüfung derjenigen Fragen vornehmen, die sich auf die S ee a b r ü st u n g s k o n s e r e nz in London beziehen. Im übrigen glaubtMotin" melden zu können, daß Außenminister Briand im gestrigen Ministerrat mitgeteilt habe, der italienische Botschafter Graf Manzoni habe keine Note übergeben, sondern lediglich den Standpunkt seiner Regierung in großen Zügen klargelegt. Briand habe weiter erklärt, daß Italien die Parität mit Frankreich verlange und daß es bereit sei, die französischen Forderungen in Er­wägung zu ziehen. Es habe sich hier um einen er­sten Meinungsaustausch gehandelt, der aber erst Dann erfolgreich fortgesetzt werden könne, wenn man wisse, welchen Ausgang die englisch-japanischen Vor­besprechungen genommen hätten.

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bis auf die Grundmauern niedergebrannt war, fand man die verkohlten Leichen der vier Frauen unter den Trümmern.

und ein Forstbeamter die Räuber eingeholt. Diese eröffneten sofort Feuer auf die Verfolger, die die Schüsse erwiderten. Zwei der Räuber wurden durch Schüsse kampfunfähig gemacht, der dritte er­gab sich.

Dorsbrand in Tirol.

Der Ort Brunnen bei Landeck in Tirol wurde vermutlich infolge Brand st ls tu ng durch Feuer zerstört. Wassermangel behinderte die Löscharbeiten: von den 13 Wohnhäusern des Ortes konnte nur ein einziges geret- t e t werden. Außer den zwölf Wohnhäusern fielen dem Feuer auch sämtliche Aebengebäude zum Opfer. 3nsgesamt sind 52 Personen ob­dachlos geworden. Ein Kind wird ver­mißt. In den Flammen ist auch sehr viel Kleinvieh umgckommen.

Großer Theaterbrand in Santiago (Chile).

Verheerendes Großfeuer zerstörte das Splendid» > Theater in Santiago in Chile. Während der Vor» stellung stand plötzlich der Vorhang in Hel»

nommen hat. Aach den bisherigen Feststellung 11 gen handelt cs sich um eine Geistesgestörte. I Bischof Smith ist in Deventer (Holland) ge- f boren, war früher in Utrecht Crzdiakon und spä- I ter apostolischer Vikar von Schweden.

Existiert ein Bild des Düsseldorfer Mörders?

3m Verlauf der weiteren Suche nach dem | Düsseldorfer Mörder ist einwandfrei festgestellt I worden, daß die ermordete Maria Hahn am |; Tage ihrer Ermordung, am Sonntag, 11. August, I in Begleitung eines Mannes In dem s V e r g n ü g u n g s l o k a l Stlndermühle gesehen worden ist. Dort sind zahlreiche pho­tographische Aufnahmen gemacht wor­den. Die Kriminalpolizei hält es für sehr wahr­scheinlich, daß bei diesen Gruppenaufnahmen die Maria Hahn mit ihrem Begleiter, der mutmaßlich später den Mord ausführte, zufällig mitphotographiert worden ist. Alle Per- / fönen, öle in dem Vergnügungslokal photogra­phiert haben, werden aufgefordert, der Polizei Wzüge zur Verfügung zu stellen. Das umfang- i reiche Schriftmaterial ist jetzt überprüft 1 worden, ob sich darunter Schriftstücke befinden, | die zweifellos von dem Täter herrühren. Als authentisch sind danach zunächst nur d i e b e i - den Einsendungen anzusehen, die mit Ekiz- j zen von Pappendell ausgcstattet an die Acdak-« tion der kommunistischen Zeitung in Düsseldorf | gerichtet wurden.

Raubüberfall in einem westfalischen Schloß.

Einen verwegenen Raubüberfall führten drei be» roaffnete Männer im Schloß Wocklum bei Arns» ] berg aus. Sie drangen mit dem Rufe:Hände hoch!" j| in den Kaffenraum ein, und während zwei die Be» I amten mit schußfertigem Revolver im Sdjad) hielten, I raubte der dritte aus der Kaffe einen Betrag von | 600 Mark, worauf die Räuber entflohen. Der Be» fitzer Graf Landsberg verfolgte sie und gab meh» rere Schüsse auf sie ab, ohne sie jedoch zu treffen. I Bevor noch das alarmierte Iserlohner Ucberfallkom- r mando eingetroffen war, hatten ein Oberlandjäger,

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Wettervoraussage.

Die Wetterlage steht noch immer im Zeichen der über dem Nordmeer lagernden Störung. Namenllich ihre feucht-milde Lust, die im Bereich der ausge- | dehnten Südseite herrscht, wirkte sowohl nachts als I auch tagsüber auf die Temperaturen ein. Die Der-1 lagerung der Störung in nordöstlicher Ricktung&l erkennen, daß allmählich mehr kühlere Lust erfolge» wird. Dabei werden vorerst noch einzelne leicht Schauer auftreten, jedoch neben Bewölkung auch Aufheiterung herrschen. Wenn auch in der kommen/ den Nacht die Temperaturen den Gefrierpunkt noch nicht überschreiten werden, so ist doch für später eine Zunahme der Nachtfrostgefahr zu erwarten.

Wettervoraussage für Mittwoch' Neblig-wolkig, tagsüber wechselnde Bewölkung mit Aufheiterung, einzelne leichte Schauer.

Witterungsaussichten für Donners­tag: Zunahme der Nachtfrostgefahr, teils neblig- wolkiges, teils aufheiterndes Wetter.

Lufttemperaturen am 25. November: mittags Grad Celsius, abends 6,4 Grad: am 26. November: morgens 6,9 Grad. Maximum 9,5 Grad, Minimum 4,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. November: abends 4,9 Grad: am 26. November: morgens 4,4 Grad Celsius. Niederschlag 0,4 mm. Sonnenscheindauer V/» Stunde,